Kategorien

Lesestoff 2008 – 22

Das wahre Kreuz – Jörg Kastner

Gebundene Ausgabe: 426 Seiten
Verlag: Knaur (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426661985
ISBN-13: 978-3426661987
Größe: 21,6 x 15 x 3,6 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
1798. Napoleon hat Kairo erobert. Ein Gruppe von Wissenschaftlern begleitet ihn – darunter der junge Zeichner Bastien Topart. In einem Wüstentempel macht er eine furchterregende Entdeckung … Bastien wird Zeuge einer unheimlichen Zeremonie: Auf einem Altar wollen Männer in mittelalterlichen Ritterkostümen eine junge Frau opfern. Den Forschern gelingt es, das Leben der geheimnisvollen Fremden namens Ourida zu retten, und beim Verlassen des Tempels findet Bastien ein mysteriöses Schwert: Es scheint im Nahen Osten gefertigt worden zu sein, trägt jedoch Zeichen der abendländischen Kultur – auf dem Griff sind Kreuze eingraviert. Was verbirgt sich hinter diesen Symbolen? Warum scheint überall Gefahr zu lauern, seit Bastien und Ourida nach Kairo zurückgekehrt sind? Und was bedeuten Bastiens Träume, die vom Wahren Kreuz und einer heiligen Mission erzählen?

Über den Autor

Link zur Homepage

Meine Meinung:

Die Zeit Napoelons fasziniert mich, seitdem ich meinen ersten historischen Roman gelesen habe, die Geschichte von Desirée, die sich in den jungen Buonaparte verliebt und später Königin von Schweden wird.

Auch hier taucht Napoleon auf, aber er ist eigentlich nur für die Rahmenhandlung wichtig. In diesem Roman werden zwei Zeitebenen mit Hilfe von mystischen Elementen gekonnt miteinander verwoben. Die Story ist spannend, die Charaktere facettenreich und manche Wendung kommt sehr überraschend. Viele historische Details runden das Gesamtbild ab. Ein flüssig zu lesender, spannender Roman, der Lust auf mehr macht.

Mein Fazit:

Der nächste Roman von Jörg Kastner liegt schon bereit.

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 21

Die Lagune des Löwen – Charlotte Thomas

Gebundene Ausgabe: 960 Seiten
Verlag: Ehrenwirth; Auflage: 1 (April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431037445
ISBN-13: 978-3431037449
Größe: 21,8 x 14,8 x 4 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Venedig zu Beginn des 16. Jahrhunderts. In den Gassen der Lagunenstadt begegnen sie einander zum ersten Mal – Laura, die vor den Nachstellungen ihrer Feinde flieht, und Antonio, der sich mit Diebstählen über Wasser hält. Von Anfang an fühlen sie sich trotz aller Gegensätze zueinander hingezogen. Und beide sind erfüllt von der Sehnsucht, Not und Armut hinter sich zu lassen. In den folgenden Jahren kreuzen sich Lauras und Antonios Wege immer wieder, und ihre Begegnungen sind geprägt von tödlichen Intrigen und verzehrender Leidenschaft. In der von Sinnenfreude überbordenden Lagunenstadt treffen sie auf Maskenträger und Meuchelmörder, Gaukler und Genies. Zwischen Licht und Schatten wandelnd, begeben sie sich auf abenteuerliche Streifzüge und trotzen verhängnisvollen Gefahren. Triumphe kennzeichnen ihren Lebensweg ebenso wie bittere Niederlagen, doch am Ende dieses wechselvollen Spiels gibt es für sie beide nur ein Ziel – den Sieg über ihre Vergangenheit.

Über die Autorin

Link zur Homepage

Meine Meinung:

Ich bin mit etwas gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen: einerseits klang die Beschreibung reizvoll, andererseits hatte ich gerade in letzter Zeit ziemliche Reinfälle bei historischen Romanen.

Meine Befürchtungen waren aber unbegründet. Keine heile Welt, keine überemanzipierten Frauen, sondern glaubhafte, farbenprächtige, detailreiche historische Fiktion. Vor meinen Augen entwickelten sich die Charaktere und selbst Nebenfiguren sind so liebevoll ausgestaltet, dass sie einem ans Herz wachsen. Die Story ist spannend erzählt und hat mich bis zum Schluss gefesselt. Ein schöner Lesegenuss.

Mein Fazit:

Der erste Roman von Charlotte Thomas wird nicht mehr lange auf meinem SUB liegen.

Ähnliche Artikel

Theater, englisch

Nach langer Zeit war ich gestern mal wieder im Amerika Haus, zu einer Aufführung der American Drama Group Europe. Gespielt wurde das Stück “The Canterville Ghost” nach der Kurzgeschichte von Oscar Wilde. Nett aufbereitet mit Musik und Tanz, behutsam modernisiert, ein vergnüglicher Abend.

The Duke of Canterville   David Chittenden

Ma Otis                            Theresa Brockwell

Washington Otis/Ghost   Richard Croughan

Virginia Otis                    Lisa Jane Gregory

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 20

Neuigkeiten aus dem Paradies – Andrea Camilleri

Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 2., Aufl. (März 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785715544
ISBN-13: 978-3785715543
Größe: 15 x 9,7 x 1,5 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Wer sagt, dass jedes Federvieh zwei Beine hat? Worin besteht der tiefere Sinn des Schlangestehens? Welche Bedeutung haben Mimosen am Weltfrauentag? Und wozu sind eigentlich Fotohandys gut? Fragen über Fragen, auf die Andrea Camilleri überraschende Antworten bereithält. So entsteht ein Kaleidoskop an geistreichen Miniaturen zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Lebens, die dem Leser einmal mehr mediterranes Flair nahe bringen, ihn teils zum Schmunzeln, teils zum Nachdenken anregen. Darüber hinaus sorgt Camilleris großes Talent im raffinierten Spiel mit unerwarteten Pointen für allerbeste Unterhaltung.

Über den Autor

Link zur Homepage (Italienisch)

Meine Meinung:

Diese jahreszeitlich geordneten Kolumnen zeigen mal wieder die Meisterschaft von Andrea Camilleri: meisterlich im Beobachten, meisterlich im Formulieren. Keiner anderer schafft es, die italienische und hier vor allem die sizilianische Lebensart und Sicht der Dinge in liebens- und lesenswerte Worte zu fassen. Die kurzen Häppchen eignen sich sehr gut, um kurze Pausen zu überbrücken.

Mein Fazit:

Schöne Aufmachung, lesenswerte Kurzgeschichten.

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 19

Tannöd – Andrea M. Schenkel

Broschiert: 125 Seiten
Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1 (Februar 2006)
ISBN-10: 3894014792
ISBN-13: 978-3894014797
Größe: 20,6 x 12,4 x 1,2 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen.

Über die Autorin

Link zum Homepage

Meine Meinung:

Es ist jetzt 14 Tage her, dass ich den Roman beendet habe und schon fällt mir dazu nichts mehr ein. Das sagt doch eigentlich schon alles, oder?

Mein Fazit:

Siehe Kalteis.

Ähnliche Artikel

Oper, summend

Endlich kam ich mal in den Genuss, Rebecca Martin zu hören – und zu sehen. Nicht nur ihre Stimme war fabelhaft, sondern auch ihr Schauspiel. Sie hat die Rosina wirklich ideal verkörpert. Stimmlich waren eh alle sehr gut drauf, aber von der Mimik und Gestik her hervorragend waren noch Stefan Sevenich, Rita Kapfhammer und Gary Martin, auch Holger Ohlmann hat mir gut gefallen.

Dieser Abend hat es mir mal wieder gezeigt: dieses Theater tut alles, um seinen Zuschauern einen schönen Abend zu bereiten. Auf dem Weg zur U-Bahn gingen vor mir drei nicht mehr ganz junge Frauen, von denen eine bemerkte, dass es ein kleines, aber feines Theater sei und dass sie deshalb so gerne dahin ginge. Im Überholen lächelte ich die Gruppe an und sagte aus vollen Herzen: “Ich auch”, worauf alle drei freundlich zurücklächelten. Vielleicht haben sie mich auch einfach nur für leicht schwachsinnig gehalten.

Jedenfalls kann ich nach dem heutigen Abend nur den Figaro zitieren: Bravo, bravissimo, bravo!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Der Barbier von Sevilla

Mittwoch, 23. April 2008
19.30 – 22.20 Uhr

Ähnliche Artikel

Lesung von Sina Beerwald aus “Die Goldschmiedin” am 18.04.2008 im Ballonmuseum in Gersthofen

Zuerst einmal zum Ort des Geschehens: die Lesung fand im Neubau des Ballonmuseums statt, man kommt rein und muss eine Rampe hinunter, von der aus man den Nachbau eines Ballons von 1786 bewundern konnte. Unten war dann eine Art Amphitheater, vor dem der Tisch für die Lesung aufgebaut war. So schön wire die Umgebung war, leider war es sehr unbequem zu sitzen und zu dunkel für gute Fotos.
Nach der Begrüßung durch die Veranstalterin spielte erst mal eine Gruppe von vier Musikanten auf der Laute, Drehleier, Trommel und etwas Bass-ähnlichem. Danach wurden verschiedene kostümierte Menschen im Publikum vorgestellt, die unter anderem Elias Holl, den Erbauer des Augsburger Rathauses, und eine Fuggerin darstellten. Nach einer weiteren Runde Musik begann Sina mit der Lesung.
Trotz rauer Stimme legte Sina gleich los und stellte den Bezug von dem Ballon über ihr zur Zeit der Handlung der Goldschmiedin her. Weiter gings mit dem Anfang des Romans und und der Verwandlung Julianes. Dazwischen erzählte Sina völlig frei immer wieder von den historischen Zusammenhängen, dem Tagebuch Karls VII und anderen für den Roman wichtigen Fakten. Dann entführte sie uns in die Innenstadt von Augsburg zur Zeit Julianes mittels einer Präsentation von Stichen aus dieser Zeit. Auch hier verzauberte sie ihre Zuhörer wieder mit ihrem Detailwissen. Dazu passend war das letzte Stück aus dem Roman vor der Pause die Szene, als Drentwett an Julianes Arm durch Augsburg zum Beschauamt geht.
Nach der Pause gab es nochmals Musik, und die Szenen von der Vergoldung der Krone, Mathias und Juliane im Gasthof “Drei Mohren” und die Szene von der Fertigstellung der Krone. Die Lesung endete mit der Sequenz des Gegenspielers, die sich daran anschliesst. Sina kann toll lesen, sehr akzentuiert und vor allem völlig frei sprechen. Souverän beantwortete sie noch eine halbe Stunde lang Fragen, warum sie zum Beispiel den Drentwett so und nicht anders angelegt hat, was passiert wäre, wenn Drentwett aufgeflogen wäre etc.
Leider musste ich bald nach dem Ende der Lesung gehen, so dass es nur noch zu einem kurzen Hallo und einer Widmung reichte.
Es war ein toller Abend, danke Sina!
Kleine Begebenheit am Rande: auf meinem Weg zum Augsburger Hauptbahnhof kam ich mit der Straßenbahn an einer Haltestelle namens “Drentwettstraße” vorbei Augenzwinkern

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 18

Kalteis – Andrea M. Schenkel

Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1 (August 2007)
ISBN-10: 3894015497
ISBN-13: 978-3894015497
Größe: 20,6 x 12,4 x 1,6 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
München, Ende der 30er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt – auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden. Der Teufel scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.
In München und Umgebung werden junge Frauen vergewaltigt und umgebracht. Josef Kalteis ist verhaftet worden, aber gehen wirklich alle Verbrechen auf sein Konto?
Wurde vielleicht der Falsche hingerichtet und der Mörder läuft immer noch frei herum?

Über die Autorin

Link zum Homepage

Meine Meinung:

Der Pseudo-realistische Roman beginnt mit dem Ende – eines Menschen. In der Folge erleben wir die Geschehnisse ais verschiedenster Sicht, des Täters, der Opfer, unbeteiligter Zeugen. Die Sprache gefällt mir, das ist den Münchnern und Bayern nach dem Mund gredt. Allerdings spricht es nicht für den Roman, dass das, was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, ein Tippfehler war: ich wollte ausrufen “Es heißt Steingaden”. Schließlich habe ich dort viele nette Stunden verbracht.

Mein Fazit:

Muss man nicht gelesen haben, ist aber auch nicht direkt Zeitverschwendung.

Ähnliche Artikel

Humor ist… III

Heute war ich mal wieder in der Provinz. In der tiefsten. Spannende Frage, ob ich meine letzte S-Bahn erwischen würde, entschied sich zu meinen Gunsten.

Das Konzert war unglaublich gut. Das beste von den dreien bisher. Das lag vermutlich daran, dass es diesmal nur ein Tenor war und somit mehr Raum für den Bariton blieb. Und dieser Tenor ist auch kein eitler Fatzke.  Das Duett von Nadir und Zurga ist wirklich mit das schönste, was ich bisher gehört habe.

Aaaaber: wie immer stößt mir der Moderator sauer aus. Letztens schrub einer, dass seine Moderation nie ins Banale abgleiten würde. Gibt es bei einem Opern-Abend etwas banaleres als Witze über die Gesundheitsreform und Angela Merkel? Und die haben mir beim ersten Mal schon nicht gefallen, beim dritten Mal sind sie einfach nur noch – das lasse ich jetzt lieber, das wäre unappetitlich. Aber vielleicht kann sich der arme Mann keine anderen Witze mehr merken? Den Namen des Tenors konnte er jedenfalls nicht behalten. Und dass bei einem Duett von Marcello und Rodolfo aus La Boheme die Sopranistin nicht mitsingt, kann selbst ich als Opernlaie mir denken.

Trotzdem werde ich weiter Abende in dieser Besetzung besuchen. Einfach bei der Moderation auf Durchzug schalten und die wirklich schönen Stimmen genießen.

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 17

Allerseelen – Cees Noteboom

Gebundene Ausgabe: 436 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (30. Oktober 2004)
ISBN-10: 3937793348
ISBN-13: 978-3937793344
Größe: 20,8 x 13,2 x 3,2 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Arthur Daane, ein Niederländer in Berlin, hat seine Frau und seinen Sohn durch einen tragischen Unglücksfall verloren. Nun streift er mit der Filmkamera durch die winterliche Großstadt, auf der Suche nach Bildern für sein “ewiges Projekt”, seinen Film. Dabei lernt er eines Tages die junge Geschichtsstudentin Elik kennen, eine Frau mit Geheimnissen, und von nun an verändert sich sein Leben.

Über den Autor

Link zum Wikipedia-Eintrag

Meine Meinung:

Cees Noteboom schafft es, woran mancher Muttersprachler verzweifelt: eine liebevolle, distanzierte, analytische Sicht auf urdeutsche Dinge, in einem Atemzug mit einem faszinierendem Geschichtsverständnis. Dazu ein bisschen Liebe und Leidenschaft, Philosophie und Metaphysik. Heraus kommt ein toller Roman.

Mein Fazit:

Gerne wiederlesen.

Ähnliche Artikel