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Lesung von Sina Beerwald aus “Die Goldschmiedin” am 18.04.2008 im Ballonmuseum in Gersthofen

Zuerst einmal zum Ort des Geschehens: die Lesung fand im Neubau des Ballonmuseums statt, man kommt rein und muss eine Rampe hinunter, von der aus man den Nachbau eines Ballons von 1786 bewundern konnte. Unten war dann eine Art Amphitheater, vor dem der Tisch für die Lesung aufgebaut war. So schön wire die Umgebung war, leider war es sehr unbequem zu sitzen und zu dunkel für gute Fotos.
Nach der Begrüßung durch die Veranstalterin spielte erst mal eine Gruppe von vier Musikanten auf der Laute, Drehleier, Trommel und etwas Bass-ähnlichem. Danach wurden verschiedene kostümierte Menschen im Publikum vorgestellt, die unter anderem Elias Holl, den Erbauer des Augsburger Rathauses, und eine Fuggerin darstellten. Nach einer weiteren Runde Musik begann Sina mit der Lesung.
Trotz rauer Stimme legte Sina gleich los und stellte den Bezug von dem Ballon über ihr zur Zeit der Handlung der Goldschmiedin her. Weiter gings mit dem Anfang des Romans und und der Verwandlung Julianes. Dazwischen erzählte Sina völlig frei immer wieder von den historischen Zusammenhängen, dem Tagebuch Karls VII und anderen für den Roman wichtigen Fakten. Dann entführte sie uns in die Innenstadt von Augsburg zur Zeit Julianes mittels einer Präsentation von Stichen aus dieser Zeit. Auch hier verzauberte sie ihre Zuhörer wieder mit ihrem Detailwissen. Dazu passend war das letzte Stück aus dem Roman vor der Pause die Szene, als Drentwett an Julianes Arm durch Augsburg zum Beschauamt geht.
Nach der Pause gab es nochmals Musik, und die Szenen von der Vergoldung der Krone, Mathias und Juliane im Gasthof “Drei Mohren” und die Szene von der Fertigstellung der Krone. Die Lesung endete mit der Sequenz des Gegenspielers, die sich daran anschliesst. Sina kann toll lesen, sehr akzentuiert und vor allem völlig frei sprechen. Souverän beantwortete sie noch eine halbe Stunde lang Fragen, warum sie zum Beispiel den Drentwett so und nicht anders angelegt hat, was passiert wäre, wenn Drentwett aufgeflogen wäre etc.
Leider musste ich bald nach dem Ende der Lesung gehen, so dass es nur noch zu einem kurzen Hallo und einer Widmung reichte.
Es war ein toller Abend, danke Sina!
Kleine Begebenheit am Rande: auf meinem Weg zum Augsburger Hauptbahnhof kam ich mit der Straßenbahn an einer Haltestelle namens “Drentwettstraße” vorbei Augenzwinkern

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Lesestoff 2008/13 – Sina Beerwald: Die Goldschmiedin

Die Goldschmiedin – Sina Beerwald

Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Heyne TB (1. Dezember 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453265424
ISBN-13: 978-3453265424
Größe: 18,6 x 11,8 x 3,2 cm

Kurzbeschreibung: (Rückseitentext)

Eine mutige junge Frau, ein finsterer Gegenspieler, ein Wettlauf gegen die Zeit.

Augsburg im Jahre 1742: Zur Krönung Kaiser Karls VII. soll der berühmte Goldschmied Drentwett binnen kürzester Frist die Hauskrone erschaffen. Doch eine heimtückische Krankheit raubt ihm sein Augenlicht. Die junge Magd Juliane ist seine einzige Rettung. Im Verborgenen lehrt er sie die Kunst des Goldschmiedens. Aber schon bald bekommt sie die Drohungen eines unbekannten Widersachers zu spüren.

Über die Autorin:
Link zur Homepage

Meine Meinung:

Erst einmal fällt die sehr schöne Gestaltung des Buches ins Auge. Weinrot und Gold verbinde ich immer mit Herrschern, also passt es hier sehr gut. Zu Beginn eine Karte von Augsburg, am Ende ein umfangreiches Glossar und ein Kupferstich von einer Goldschmiedewerkstatt runden den positive Gesamteindruck ab.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, die jeweils einen Tag repräsentieren, einen Countdown bis zum Krönungstag. Schon allein damit wird Spannung erzeugt, ich habe mit jedem neuen Kapitel mit Juliane mitgefiebert. Die Personen sind sehr plastisch geschildert, wie überhaupt die Zeit des 18. Jahrhunderts durch die Fülle an Details mit Leben erfüllt wird. Fast spielerisch erfährt man nebenbei noch viel Wissenswertes zur Goldschmiedekunst und der Organisation des täglichen Lebens in einer Stadt wie Augsburg.

Der Wettlauf von Juliane mit der Zeit und ihrem unbekannten Gegenspieler ist sehr spannend erzählt, bis zum Schluss sind viele Fragen offen, die letztlich schlüssig gelöst werden. Dadurch bekommt das Buch dieses gewisse Etwas, das einen immer weiter Lesen lässt, obwohl man eigentlich Essen, Arbeiten oder Schlafen sollte.

Mein Fazit:

Ein sehr gelungener Debütroman, der Lust auf weitere Romane von Sina Beerwald macht.

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