Auftakt Die Sache Makropulos, 07.03.2010, Gärtnerplatztheater

7. März 2010 21:43

Diese Premiere ist Chefsache: Der Chefdramaturg Christoph Maier-Gehring, der Chefdirigent David Stahl und der oberste Chef Staatsintendant Dr. Ulrich Peters als Regisseur haben sich der vorletzten Oper von Leos Janáček angenommen. Zu Beginn des heutigen Auftaktes zitierte Herr Maier-Gehring aus einem Brief von Janáček an Kamila Stösslová, in dem er Makropulos erwähnt. Im Anschluss daran informierte er über Leben und Werk des Komponisten, bevor David Stahl sich nach einem eingespielten Ausschnitt aus der Ouvertüre ausführlich zur musikalischen Seite äußerte. Unter anderem erläuterte er die Zusammensetzung des Orchesters und den großen musikalischen Bogen der Oper. Die Solisten Elaine Ortiz Arandes und Tilman Unger, begleitet von Anke Schwabe am Flügel, trugen die erste Begegnung von Marty und Gregor vor. Hier wurde der Musikstil der Oper schon sehr deutlich. Die beiden beantworteten dann noch Fragen zur Einstudierung der Rollen, die sich wegen der Form der gesungenen Konversation ziemlich schwierig gestaltete. Herr Dr. Peters erläuterte schließlich noch seine Motivation, diese Oper auf den Spielplan zu setzen und auch selbst zu inszenieren, das Bühnenbild und die Kostüme und skizzierte, wie er das Innenleben der handelnden Personen auf die Bühne bringen wird. Zum Schluss sang Frau Ortiz Arandes noch ein Stück aus dem Schlussteil der Oper. Insgesamt klingt das ganze nach einer intelligenten Inszenierung.
Leider werde ich die Premiere nicht erleben, ich bin genau zu dem Zeitpunkt im Renaissancesaal des Leipziger Rathauses, wo Richard Dübell aus seinem neuen Roman “Die Erbin der Teufelsbibel” lesen wird. In den ersten beiden Teilen der Trilogie spielt übrigens Kaiser Rudolf und sein Kuriositätenkabinett eine wesentliche Rolle, der ja auch in Makropulos der Auslöser ist. Und so schließt sich der Kreis.

Tags: Auftakt, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Janáček, Oper, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Die Hochzeit des Figaro, 05.03.2010, Gärtnerplatztheater

6. März 2010 22:22

Der wirklich perfekte Abschluss und absolute Höhepunkt dieser drei Abende am Gärtnerplatz war diese Opera buffa. Schade, dass die Inszenierung meistens mehr stört als die Musik und Darstellung zu unterstützen. So ist die Ausleuchtung zumeist ziemlich schlecht und die hochgestellte Drehbühne verhindert ausgerechnet in dem an Höhepunkten reichen 3. Akt auf den besten Plätzen im Parkett eine gute Sicht auf die Bühne. Es war mal wieder sehr gut besucht, wie überhaupt die letzten Male. Dafür war aber wieder eine große Unruhe im Publikum, mir fällt in letzter Zeit auf, dass es nach der Pause einfach nicht ruhig wird, anscheinend muss man nicht den Mund halten, solange nicht gesungen wird.
Die Akteure haben die negativen Seiten aber mehr als ausgeglichen. Allen voran Sandra Moon, die eine absolut geniale Gräfin ist. Ihre Pointen kommen auf den Punkt, ihre Darstellung ist an Komik nicht zu überbieten und musikalisch ist sie sowieso top. Christina Gerstberger als Susanna ist ihr ebenbürtig in Darstellung und Gesang. Gut gefallen haben mir auch Sonja Leutwyler als Cherubino und Katja Stuber als Barbarina. Auch die Männerriege war wieder vom Feinsten. Selbst die kleinste Nebenrolle des Don Curzio ist mit Robert Sellier hervorragend besetzt, der Antonio des Sebastian Campione ist szenisch und musikalisch perfekt und Johannes Wiedeckes Arie des Bartolo ist neben der Eselshautarie von Cornel Frey einer der Höhepunkte des Abends. Sowohl Holger Ohlmann als Figaro als auch Gary Martin waren einfach super an diesem Abend.
Abgerundet wurde der positive Gesamteindruck durch den wie immer exzellenten Chor und ein tolles Orchester unter dem Gastdirigenten Andreas Wolf.
Das war eine Vorstellung, die mir im Gedächtnis bleiben wird! Danke an alle Beteiligten!

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Mozart, Oper, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Boccaccio, 04.03.2010, Gärtnerplatztheater

6. März 2010 21:34

So schön kann Operette sein: prächtige Kostüme, ein witziges Bühnenbild, eine intelligente Inszenierung, schöne Melodien, ein kurzweiliges Libretto und ausgezeichnete Sänger, eine spielfreudiger, erfahrener Chor und ein spritziges Orchester. Das alles findet man in München nur im Theater meines Vertrauens ;-)

Ich habe mich an diesem Abend prächtig amüsiert!

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Operette, Staatstheater am Gärtnerplatz, Suppé

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Orpheus in der Unterwelt, 03.03.2010, Gärtnerplatztheater

6. März 2010 21:05

Bei dieser Vorstellung zeigte es sich, wie auch schon in der vorletzten, dass das Stück eindeutig gewinnt, wenn das Publikum offen ist und von Anfang an mitgeht. Diesmal gab es viel Gelächter und Applaus an den richtigen Stellen und das meiste war ein großer Spaß mit gutem Unterhaltungswert.

Zum ersten Mal habe ich Sonja Leutwyler als Minerva und Christina Gerstberger als Diana, die mir sehr gut gefallen hat, gesehen. Auch der Rest des Ensembles ist sehens- und hörenswert, sei es Frances Lucey als drollige Venus, Gunter Sonneson als genialer Styx oder Ann Katrin Naidu als betrogene Juno. Stefanie Kunschke als Cupido setzt ihre “Mutti”-Pointen einfach zu köstlich und lässt in ihrem Kuss-Couplet die Fliege schon mal stimmlich glänzend entstehen. Christoph Kayser legt ein halsbrecherisches Tempo im Rondo des Merkur vor, ist aber trotzdem gut zu verstehen. Marianne Larsen gibt der öffentlichen Meinung ein schön ironisches Gesicht und Dirk Lohr ist Jupiter auf den Leib geschneidert. Komplettiert wird der ausgezeichnete musikalische Gesamteindruck durch einen überzeugenden Mario Podrečnik als Pluto, sowie Cornel Frey und Sybilla Duffe in den Hauptrollen, szenisch und musikalischen gut gewählten Chorsolisten, dem schwungvollem Chor und dem spritzigen Orchester unter Jörn Hinnerk Andresen.

Es gibt auf dem Youtube-Kanal des Theaters einen schönen Trailer zu dem Stück:

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Offenbach, Operette, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Der Zauberer von Oz, 28.02.2010, Gärtnerplatztheater

4. März 2010 17:46

Einer der großen Publikumserfolge der laufenden Spielzeit stand an diesem Sonntagnachmittag zum letzten Mal für diese Saison auf dem Plan. Neben der wunderbaren Milica Jovanovic als Dorothy bezauberten Cornel Frey, Dirk Lohr und Thomas Peters als ihre Freunde auf dem Farm und in Oz und Moritz Cunow als Hund Toto Groß und Klein unter den Zuschauern. Der spielfreudige Chor, Rotraut Arnold, Oliver Bode, Ulrike Dostal  und das Orchester unter Liviu Petcu komplettierten den tollen Eindruck dieses Tages.

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Musical, Staatstheater am Gärtnerplatz, Zauberhaftes

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Peter und der Wolf, 28.02.2010, Gärtnerplatztheater

4. März 2010 12:28

Als ich noch ganz klein war, gab es da diese Platte mit einer Aufnahme des bekannten Stückes von Sergej Prokofjew. Die wurde so oft gespielt, bis meine Mutter schreiend aus dem Zimmer rannte. Leider ist sie irgendwann auf mysteriöse Weise kaputt gegangen und seitdem habe ich dieses Stück nicht mehr gehört.

Was lag da näher, als eine Aufführung in der Fassung für ein Kammerorchester im Theater meines Vertrauens zu besuchen? Die Veranstaltung richtet sich zwar eher an zukünftige Fans des Staatstheaters am Gärtnerplatz, aber auch Erwachsene hatten ihren Spaß – und lernten was dabei.

Rotraut Arnold, die auch als Erzählerin fungierte, stellte zunächst den Komponisten vor. Im Anschluss ging sie näher auf das Werk ein, wobei sie die verschiedenen Protagonisten ihren musikalischen Motiven zuordnete und zugleich die ausführenden Musiker vorstellte. Dies geschah immer alles auf sehr kindgerechte Weise. Dann wurde das Stück vorgetragen, musikalisch sehr schön und auch vom Vortrag her bestens. Danach gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen, was nach anfänglichem Zögern auch rege genutzt wurde.

Ein sehr schöner Vormittag!

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Kammermusik, Kindheitserinnerungen, Prokofjew, Staatstheater am Gärtnerplatz

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MdBuKuwV

1. März 2010 20:25

Aus gegebenem Anlass habe ich eine Seite hinzugefügt, die sich mit der Motivation dieses Blogs auseinandersetzt. Ich bitte um Beachtung ;-)

Tags: Notiertes, Persönliches

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My Fair Lady, 26.02.2010, Gärtnerplatztheater

27. Februar 2010 15:56

Diese Wiederaufnahme habe ich mit Spannung erwartet, ist doch dieses Musical das erste Stück, das ich vor vielen Jahren in diesem schönen Theater gesehen habe und das immer mit dieser Erinnerung verbunden bleiben wird.

Frisch poliert sollte sie sein, diese Lady. Die Kulissen und Kostüme sind glücklicherweise noch die alten, das ist schon ziemlich genial, was die Mannschaft um August Everding da vor 26 Jahren geschaffen hat. Das Bühnenbild schafft es sowohl die heimelige Atmosphäre eines Wohnzimmers wie auch den Glanz eines großen Ballsaales überzeugend darzustellen und die Kostüme sind abwechselnd prächtig und abgerissen, aber immer wunderschön passend.

Der Chor zeigt sich von seiner besten, spielfreudigsten Seite und bringt selbst die Royals zum Hüpfen ;-) Auch die kleinen Rollen sind super besetzt, Susanne Heyng maßregelt ihren Henry so schön, das ist zum Schiessen und auch Christel Peschke als Mrs. Pearce ist die perfekte Verkörperung einer resoluten, aber gutherzigen Haushälterin.

Im Cockney-Quartett gab es zwei neue Gesichter, Cornel Frey und Sebastian Campione, beide ergänzten Mario Podrečnik und Holger Ohlmann ideal in Stimme und Choreographie. Klasse auch wieder Tom Schimon und Martin Hausberg als Alfreds Saufkumpanen und Thomas Peters als Freddy. Dieser wurde von Dirk Lohr gespielt, der eine sehr gute Leistung zeigte. Gunter Sonneson ist als Pickering sowieso unschlagbar und Hardy Rudolz ist für den Henry Higgins wie geschaffen.

Der unbestreitbare Star des Abends war aber Milica Jovanovic, sowohl gesanglich als auch darstellerisch. Ein tolles Rollendebüt von ihr am Haus. Ich bin immer noch ganz hin und weg! Das Blumenmädchen mit der ordinären Sprache war genauso überzeugend wie die Lady auf dem Ball und die melancholischen Momente waren genauso gut getroffen wie die, in denen sie aufbegehrt.

Diese Lady hat prächtig geglänzt! Großer Jubel für alle Beteiligten.

Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Loewe, Musical, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Viva la Mamma!, 25.02.2010, Gärtnerplatztheater

25. Februar 2010 23:58

Wow, war das eine tolle Vorstellung! Eigentlich stand sie ja unter ungünstigen Sternen mit einem kurzfristigen Einspringer für die Rolle des Stefano und auch Stefan Sevenich wurde als erkältet angesagt. Wenn man aber die Inszenierung nicht kennt, hat man mit Sicherheit nichts gemerkt. So kam aber Sebastian Campione auch zu einer großen Arie, die er bravourös meisterte. Der Einspringer Erdem Baydar fügte sich harmonisch in das Ensemble ein, und dass er die Arien vom Blatt sang, passte ausgezeichnet ins Konzept. Stefanie Kunschke sang ihre Arie wieder so berührend, dass ich den Tränen nahe war. Johannes Wiedecke und Daniel Fiolka überzeugten mit genialem Spiel und klasse Gesang. Neben den Superstars des Abends, die unglaubliche Heike Susanne Daum und Stefan Sevenich, dem man nichts anmerkte und der mit seinen Arien und Tanzeinlagen das Haus zum Kochen brachte, fiel mir heute Christoph Kayser besonders positiv auf. Neben einer wunderbar komischen Darstellung glänzte er in seiner Arie zu Beginn und erhielt großen Zwischenapplaus. Der wie immer exzellente Herrenchor und ein inspiriertes Orchester unter Ariel Zuckermann komplettierten den fantastischen Gesamteindruck des Abends. Das Publikum war von Anfang an hingerissen und jubelte am Ende allen zu.

Danke an alle Beteiligten für einen besonderen Abend!

Tags: Donizetti, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Geliebtes, Oper, Staatstheater am Gärtnerplatz

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