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Jojo Moyes – Weit weg und ganz nah

Originaltitel: The One plus One

512 Seiten
Mai 2014 erschienen

Zur Autorin (vom Verlag)
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Zum Inhalt (Vom Verlag)
Einmal angenommen …

… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?

Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Meine Meinung
“Weit weg und ganz nah” ist das neuste Buch aus der Feder von Jojo Moyes, deren sehr erfolgreiches “Ein ganzes halbes Jahr” und das bisher leider nicht übersetzte “The Girl You Left Behind” (Das Mädchen, das Du zurückgelassen hast) mich sehr beeindruckt hatten. Weil die Geschichten an sich vielleicht noch nicht mal besonders originell waren, Jojo Moyes es jedoch verstand, etwas Besonderes daraus zu machen, die Figuren mit Leben zu füllen und authentisch wirken zu lassen. Weil sie so fesselnd erzählt, dass ich die Lektüre bzw. das Hörbuch nur ungern unterbrach.

Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an “Weit weg und ganz nah”, zu hoch. Im Prinzip verrät der Klappentext schon alles und die Figuren sind schablonenhafter als in den anderen beiden Büchern. Die Ausgangssituation ist durchaus glaubwürdig.

Die alleinerziehende Jess Thomas arbeitet mit einer Freundin als Putzfrau in der örtlichen Feriensiedlung und abends in der Kneipe, um sich selbst, ihre Tochter Tanzie und den bei ihr lebenden Sohn Nicky ihres Noch-Mannes über Wasser zu halten. Verständlich, dass der seit Jahren andauernde Überlebenskampf sie etwas bitter und misstrauisch gemacht hat, zu einer wahren Tigermutter. Allzu gerne würde sie ihrer mathematisch hochbegabten Tochter besser Möglichkeiten bieten, kann jedoch die finanziellen Mittel nicht aufbringen. Nicht zuletzt, weil sie auf jegliche finanzielle Unterstützung ihres Noch-Mannes verzichtet, sich nicht damit auseinandersetzen will.

Einer ihrer Kunden ist Ed Nichols, der zwar sehr vermögend ist, jedoch dieses Vermögen und seine Freiheit verlieren könnte. Und wenn ich boshaft wäre, würde ich ihn als den weißen Ritter am Horizont darstellen, der flugs alle Probleme löst.

Sicherlich beschreibt Jojo Moyes überzeugend und glaubwürdig die Probleme der Hauptfiguren, mal aus Sicht der Erwachsenen, mal aus den Augen der Kinder. Jede einzelne Figur hat massive persönliche Probleme und Selbstzweifel,darüber hinaus tauchen irgendwie ständig neue Probleme auf. Der gelegentlich aufblitzende Humor wirkt eher aufgesetzt oder gar wie Slapstick und teilweise brach ich die Lektüre entnervt ab, weil es gar zu unglaubwürdig wurde. Während Jess und Ed streckenweise fast überzeichnet wirkten, bewegten mich die Gedanken und das Schicksal von Tanzie und Nicky deutlich mehr.

Schade, denn die Grundidee und Jojo Moyes’ Schreibstil bieten eine Menge Potenzial, vielleicht wäre es besser gewesen, der Roman hätte nur 400 statt 512 Seiten. Oder vielleicht war es einfach nur der falsche Zeitpunkt für mich.

Fazit
Das neuste Buch von Jojo Moyes reicht meiner Meinung nach bei weitem nicht an “Ein ganzes halbes Jahr” heran, weder von der Figurenzeichnung noch vom Suchtfaktor. Dafür ist die Handlung meiner Meinung nach zu durchschaubar, es gibt zu viele Probleme. Die ersten 100-150 Seiten und die letzten rund 100 Seiten sind gelungen, der Mittelteil hat deutliche Längen.

“Weit weg und ganz nah” konnte mich nicht so recht fesseln, obwohl die Figuren insgesamt gut gezeichnet waren, insbesondere die beiden Kinder. Irgendwie fehlte das besondere Etwas. Das Ende ist passend und versöhnte mich wieder ein wenig mit dem Buch.

 

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Alan Bradley – Flavia de Luce 6: Tote Vögel singen nicht

8:07 Stunden
ungekürzte Lesung
Sprecherin: Jayne Entwistle
Hörprobe beim Verlag *klick*

Zum Autor
Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen.

Zur Sprecherin
Jayne Entwistle ist eine britische Hörbuchsprecherin, die in Los Angeles lebt. Für ihre herausragende Sprecherleistung bei den Hörbüchern der Reihe um Flavia de Luce wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

Zum Inhalt (freie Übersetzung des englischen Klappentextes)
An einem Frühlingstag im Jahr 1951 versammelt sich die 11-jährige leidenschaftliche Chemikerin und Detektivin Flavia de Luce mit ihrer Familie am Bahnhof von Bishop’s Lacey. Der Anlass ist die Rückkehr ihrer lange verschollenen Mutter Harriet. Kurz nachdem der Zug mit Harriets Sarg eingetroffen ist, wird Flavia von einem großen Fremden angesprochen, der ihr eine kryptische Botschaft zuflüstert. Gleich darauf ist er tot, weil ihn jemand aus der wartenden Menge vor den abfahrenden Zug gestoßen hat.

Wer war dieser Mann und was bedeuten seine Worte? Warum richtete er sie ausgerechnet an Flavia? Zurück in Buckshaw, dem zerfallenden Familiensitz der Familie de Luce, richtet Flavia ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Fall und findet eine alte Filmrolle mit ihr völlig unbekannten Aufnahmen, die sie zu einem Familiengeheimnis führen, in das auch Winston Churchill verwickelt zu sein scheint…

Meine Meinung
Die Vorfreude auf den sechsten Band der Reihe um die junge Flavia de Luce war so groß wie das Risiko, dass das Niveau der Vorgänger nicht gehalten werden kann.

Alan Bradley wartet diesmal mit einer ganz unerwarteten Ausgangssituation auf: Der Leichnam von Flavias Mutter wurde gefunden und nicht nur die gesamte Familie, sondern zahlreiche andere Ehrengäste sind am Bahnhof von Bishop’s Lacey versammelt um den Sarg zu empfangen. Wird wirklich das Geheimnis um ihr Verschwinden gelüftet und somit auch eine Last von Flavia genommen? Denn ihre Schwester werden nicht müde, ihr die Schuld am Verschwinden der Mutter zu geben. Andererseits stirbt nun auch endgültig die letzte Hoffnung, ihre Mutter könne doch noch lebendig auftauchen.

Flavia wirkt in diesem Band deutlich reifer, was sicherlich auch an den drastischen Umständen liegt. Ihr Vater ist überhaupt nicht ansprechbar, ihre Schwestern sehr angespannt, so wie auch der Rest der Anwesenden. Dann geschieht bei der Einfahrt des Zuges auch noch ein Mord, just jener Fremde stirbt, der kurz zuvor das Gespräch mit Flavia gesucht hatte.

Endlich ist Flavia nicht mehr die Jüngste, sondern ihre nicht minder intelligente und wenig zurückhaltende Cousine Undine. Für Flavia eine ganz neue Situation, die Ältere zu sein und ausgerechnet auf ein jüngeres Mädchen aufpassen zu müssen, das in mancher Hinsicht gebildeter ist als sie selbst und mindestens genauso neugierig. Grinsen Das deutsche Titelbild zeigt Flavia bei einer ganz neuen Erfahrung, die sie ihrer Mutter auf andere Weise näher bringt.

Die Entwicklung der bisher bekannten Hauptfiguren und auch das Verhalten von Undine sind glaubwürdig, jede geht anders mit dem Tod der Mutter bzw. Ehefrau um. Weniger glaubwürdig ist das Auftauchen einiger Prominenter, auch wenn früher schon angedeutet wurde, wie bedeutend die Familie de Luce früher war.

Natürlich spielen auch Flavias Labor und ihr detektivischer Spürsinn wieder eine Rolle, wobei sie sich in ihrer Verzweiflung zu sehr fragwürdigen Experimenten hinreißen lässt – was in ihrer Situation und zu jener Zeit nicht ganz unverständlich ist, wenn auch meiner Meinung nach etwas weit hergeholt. Eigentlich ist die Zeit zwischen den Bänden zu knapp, um die inzwischen deutliche Reifung von Flavia glaubwürdig erscheinen zu lassen, auf der anderen Seite bin ich froh, dass sie sich weiterentwickelt, was gerade in diesem Band natürlich sprunghaft passiert.

Der Kriminalfall ist diesmal wirklich eher eine Randerscheinung, Flavias Ermittlungen nehmen zwar einigen Raum ein, ihr Reifeprozess sowie zahlreiche Hintergrundinformationen über das frühere Leben ihrer Eltern deutlich mehr. Hinzu kommen auch Veränderungen bei Flavias Schwestern, das Leben in Bishop’s Lacey geht weiter und auch bei Flavia selbst stehen größere Veränderungen an.

Das Ende wäre auch perfekt passend für den Abschluss der Reihe gewesen, sehr glaubwürdig und stimmig, jedoch sind wohl inzwischen noch weitere vier Bände vorgesehen.

Die Stimme von Jayne Entwistle ist für mich inzwischen zu der von Flavia geworden, mal vorlaut, mal sehr verletzlich und stets den passenden Ton findend.

Fazit
Auch der sechste Band um die junge leidenschaftliche Chemikerin und Hobby-Detektivin Flavia de Luce ist unterhaltsam, wenn auch mit düsteren Untertönen als die Vorgänger. Der Leichnam von Flavias Mutter wurde gefunden und die Atmosphäre daher entsprechend ernster.
Flavia entwickelt sich deutlich und glaubwürdig weiter, auch die anderen Mitglieder ihrer Familie spielen wieder wichtige Rollen, insbesondere eine naseweise und hochintelligente jüngere Cousine.
Eigentlich sollte dieser Band den Abschluss der Reihe bilden, die jetzt auf zehn Bände ausgeweitet wird. Hoffentlich gelingt es Alan Bradley, Flavia auch die nächsten vier Bände ähnlich glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Die deutsche Fassung ist für Oktober angekündigt, die ISBN für das Hörbuch noch nicht verfügbar, diese trage ich dann nach.

P.S. Sam Mendes hat sich die Filmrechte gesichert und es ist ein TV-Serie geplant.

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Kaspar Hauser, 03.09.2014, Kammeroper München im Hubertussaal

Kaspar Hauser Die Kammeroper München legt mit Kaspar Hauser bereits das vierte Opernpasticcio vor, allerdings hat man sich hier von der Komödie verabschiedet. Wie Regisseur Dominik Wilgenbus und Arrangeur Alexander Krampe bei der Einführung verdeutlichten, ging das Thema von der Musik aus. Schubert hat durchaus Opern geschaffen, 17 Bühnenwerke inklusive Schauspielmusik finden sich in seinem Werk. Allerdings sind diese, wenn man als Maßstab die Lieder von Schubert nimmt, nicht wirklich inspiriert, was an der mangelnden Aufführungspraxis von Schubert gelegen haben könnte. Auch heute findet man die Werke nur selten auf dem Spielplan der deutschen Theater, sie sind deshalb auch weitgehend unbekannt.

Kaspar Hauser Bei dem Traumspiel genannten Werk der Kammeroper handelt es sich um keine Rekonstruktion einer historischen Wahrheit mit Hilfe der Oper, sondern vielmehr um eine Abfolge von Episoden, die aus Kaspar Hausers Leben bekannt sind. Interessant hierbei ist die Verwendung von Stücken aus dem Lazarus-Fragment, einem unvollendeten Oratorium von Schubert. Die Geschichte Kaspar Hausers ist nicht nur sehr plakativ verwandt mit der von Lazarus, der Todestag Hausers, der 17.12., ist gleichzeitig auch der Lazarustag. So viele Zufälle kann es gar nicht geben, und so identifiziert sich Hauser in Wilgenbusch’ Fassung auch mit Lazarus, aber gleichzeitig auch mit dem Froschkönig.

Kaspar Hauser Das klingt absurd? Ist es aber nicht. Der rote Faden ist Kaspar Hauser selbst, an ihm entspinnt sich eine Geschichte aus Rückblenden, Traumbildern und Märchensequenzen.  Dominik Wilgenbus hat ein feines Gespür für das, was er dem Publikum zumuten kann, wo es noch mitgeht, mithalten kann. Es wird eingehüllt in diese Lebensgeschichte dieses außergewöhnlichen Mannes, dessen Geheimnis bis heute nicht ergründet ist. Er spielt perfekt mit dem Bühnenbild von Udo Vollmer, das eigentlich nur aus ein paar Stangen auf Rädern besteht, an die ab und zu mal etwas hingehängt wird oder die Sänger drin herumklettern, das aber doch so vielschichtig ist wie zehn Prospekte. Sehr gut in die Zeit passend waren die Kostüme von Katharina Raif.

Kaspar Hauser Die Kammeroper München hat, wie immer eigentlich, exzellente junge Sänger für diese Produktion engagiert, allen voran der junge portugiesische Bariton André Baleiro, der die Titelrolle mit starker Bühnenpräsenz und großem Einfühlungsvermögen zeigte. Die anderen Sänger übernehmen jeweils mehrere Rollen, stark Katherina Konradi als Daumers Katze und Florence Lousseau als Hausers Mutter. Altistin Aline Kostrewa war an diesem Abend etwas gehandicapt, so dass sie nur Singen (was sie ausgezeichnet tat), aber nicht spielen konnte. Der Regieassistentin Franziska Reng ist es zu verdanken, dass der Abend nicht ausfallen musste, sie spielte die Rollen, als hätte sie die ganze Zeit nichts anderes getan. Thomas Huber, Philipp Jekal und Clemens Joswig ergänzten das prächtige Ensemble.

Ich gestehe, weder die Winterreise noch die schöne Müllerin geben mir besonders viel. Ich bin kein großer Fan von Schuberts Liedzyklen, aber die Musik an diesem Abend war einfach traumhaft. Die Ensembles so ätherisch-schön, die Arien nicht minder. Da hat Arrangeur Alexander Krampe ganze Arbeit geleistet. Das Orchester der  Kammeroper München unter Nabil Shehata musizierte sehr klar und rein und machte den Abend zu einem vollkommenen Vergnügen.

Regie Dominik Wilgenbus, Arrangement Alexander Krampe, Musikalische Leitung Nabil Shehata, Bühne Udo Vollmer, Kostüme Katharina Raif, Choreographie Bettina Fritsche, Maske Tatjana Bösch, Licht Wolfgang Förster, Regiesassistenz Franziska Reng, Dramaturgie Karoline Wernicke, Musikalische Assistenz Andreas Partilla, Requisite Helmut Eiler
Kaspar Hauser André Baleiro, Das “Du” Philipp Jekal, Gerichtspräsident Feuerbach Clemens Joswig, Professor Daumer Thomas Huber, Daumers Katze Katharina Konradi, Lord Stanhope Aline Kostrewa, Kaspars Mutter Florence Losseau, Flöte Christiane Steffens, Klarinette Christophe Gördes, Fagott Ruth Gimpel, Violinen Anton Roters Senta Kraemer, Viola Georg Roters, Violoncello Thomas Wollenweber, Akkordeon Alexander Kuralionok, Kontrabass Ronald Schweppe, Gitarre Iva Nezic

Weitere Vorstellungen am  6., 7., 10., 11. und 13. September im Hubertussaal

Fotos ©Sabina Tuscany

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Vorsschau: Premiere Kinderoper Prinz Kaspar – oder das letzte Rätsel, 03.09.2014, Kammeroper München im Hubertussaal

Prinz Kaspar – oder das letzte Rätsel

Prinz Kaspar – oder das letzte Rätsel
Ein detektivisches Opernerlebnis für Groß und Klein

Musik von Franz Schubert

Fritz Feuerbach will es allen beweisen: Es steckt ein grandioser Detektiv in ihm! Sollen die anderen ruhig über seine ungewöhnlichen Gedanken und Einfälle lachen. Er wird das größte Rätsel der letzten 200 Jahre lösen: das Rätsel um die wahre Herkunft von Kaspar Hauser.

Ihr wisst nicht, wer Kaspar Hauser ist? Ihr kennt ihn nicht, diesen wunderlichen Jungen, der plötzlich auf dem Marktplatz der Stadt Nürnberg steht, von seiner möglicherweise königlichen Abstammung nichts ahnt und nur einen Satz sagen kann: “Ein Reiter will ich werden, wie mein Vater einer war.”?

Staunt und rätselt mit! Die Kammeroper München entdeckt mit der mal heiteren, mal melancholischen Musik von Franz Schubert und detektivischem Witz die Geschichte vom Findling Kaspar Hauser neu. Mit der kleinen Oper “Prinz Kaspar” bietet sie ein berührendes und aufregendes Theatererlebnis für die ganze Familie!

Musik Franz Schubert, Text/Dramaturgie Karoline Wernicke, Regie Anette Klare, Ausstattung/Illustrationen Peter Engel, Mitwirkende: Schauspiel/Gesang Maximilian Nowka, Flöte Christiane Steffens, Klarinette Christophe Gördes, Cello Thomas Wollenweber, Akkordeon Alexander Kuralionok

Premiere 3. September 2014 im Schloss Nymphenburg, weitere Vorstellungen 4./6. (15 Uhr) und 7.9.2014 (11 Uhr)

Eine Produktion von „Projekt Kammeroper München e.V.”

 

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Lisa See – China Dolls

15:12 Stunden
ungekürzte Lesung
Sprecherin: Jodi Long
Hörprobe bei audible.de *klick*

(freie Übersetzung des englischen Klappentextes)
San Franzisko, 1938: Auf Treasure Island laufen die Vorbereitungen für eine Weltausstellung, auf der anderen Seite des Ozeans braut sich ein Krieg zusammen und die Stadt selbst ist voller Möglichkeiten. Grace, Helen und Ruby, drei junge Frauen völlig unterschiedlicher Herkunft, treffen sich zufällig im exklusiven und glamorösen Nachtclub Forbidden City. Grace Lee, eine in den USA geborene Chinesin, ist aus dem Mittleren Westen geflüchtet, mit einem gebrochenen Herzen, Talent und einem Paar Tanzschuhe. Helen Fong lebt mit ihrer Großfamilie in Chinatown, wo ihre konservativen Eltern darauf bestehen, ihren Ruf wie ein Stück wertvolle Jade zu schützen. Die überwältigende Ruby Tom stößt mit ihrem grenzenlosen Ehrgeiz und sturen Einstellung ständig an die Grenzen der Konventionen.

Die drei jungen Frauen werden enge Freundinnen, die einander durch gute und schlechte Zeiten begleiten. Als ihre dunklen Geheimnisse enthüllt werden und das Schicksal sie noch enger aneinander bindet, finden sie die Stärke nach ihren Träumen zu greifen. Jedoch drohen nach dem Angriff auf Pearl Harbour Paranoia und Misstrauen ihre Leben zu zerstören und ein unvorstellbarer Verrat verändert alles…

Leider kein dritter Teil der Familiengeschichte um Pearl, May und Joy, diesmal eine ganz andere Geschichte.

Alle drei Hauptfiguren, alle gerade um die 18 Jahre alt, wurden in den USA geboren und fühlen sich mehr als Amerikanerinnen, denn der fernen asiatischen “Heimat” zugehörig, sowie deren strengen Moral. Die amerikanische Inhaltsangabe ist brilliant verfasst, weil ein möglicher größerer Spoiler elegant vermieden wurde und das erste Viertel hat mir sehr gut gefallen.

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Trudi Canavan – Thief’s Magic (Die Magie der tausend Welten: Die Begabte)

17:36 Stunden
ungekürzte Lesung
Sprecher: Grant Cartwright, Hannah Norris
Hörprobe beim Verlag: *klick*

Zum Inhalt
Der junge Magier und Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Vella war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Vella, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht.
In einer anderen Welt lebt die junge Rielle in ständiger Furcht entdeckt zu werden, denn sie verfügt über magische Begabung. Nur Priester dürfen Magie verwenden und Männer können Priester werden.

Meine Meinung
“Thief’s Magic” ist der Auftakt zu Trudi Canavans neuster Trilogie, deren deutsche Fassung für November 2014 angekündigt ist, mit dem Titel “Die Magie der tausend Welten: Die Begabte”. (Interessant, wie der deutsche Titel auf die weibliche Hauptfigur ausgerichtet ist, der englische auf die männliche.)

Sicherlich gibt es gewisse Parallelen zu ihrer sehr erfolgreichen Trilogie um “Die Gilde der Schwarzen Magier”, wieder stehen junge magisch Begabte im Mittelpunkt, wieder spielt eine Akademie (aka Gilde) eine tragende Rolle und wieder sind Korruption und Gier wichtige Faktoren. Dort enden jedoch die Parallelen, denn die Welt, in der die Leser den jungen Magier Tyen kennenlernen, ist so ganz anders als die von Sonea.

Hier ist die gerade stattfindende industrielle Revolution von Magie abhängig und jene Magie scheinbar nur begrenzt verfügbar. Das Wissen um die Endlichkeit der vorhandenen Magie wird von der Leitung der Akademie streng geheimgehalten. Alle, die sich öffentlich mit dem drohenden Ende der Magievorräte und einer möglichen Lösung beschäftigen, gelten als Verräter. Tyen gerät zwischen die Fronten, weil er bei einer Expedition ein besonderes Buch gefunden hat, das aus dem Körper einer Magierin und Buchbinderin namens Vella geschaffen wurde. Vella wiederum weiß sowohl, dass der Vorrat an Magie in Tyens Welt begrenzt ist, als auch, dass es eine Lösung für diese Problem gibt – jene Lösung, die von den Oberen als ketzerische Lüge abgetan wird.
In einer anderen Welt lebt die junge Rielle, dort herrschen Priester mit drakonischen Regeln, die insbesondere das Leben von Frauen stark einschränken und ein wenig and die hier vor einigen Jahrhunderten übliche Regeln erinnern oder auch an strenge Auslegungen des Islam, sowohl in punkto Kleidung als auch Bildung. Während Tyens Heimat von der Akademie beherrscht wird, es möglich ist, dort und nur dort Magie zu studieren und zu lehren, sieht das in Rielles Heimat ganz anders aus. Die Verwendung von Magie gilt als Diebstahl von den Engeln und nur die stets männlichen Priester dürfen sie verwenden.

Ein junger Magier, der seine Welt retten will, jedoch der intensiven Ausbeutung der natürlichen Ressourcen kritisch gegenüber steht, insbesondere wenn auch andere Länder oder gar Welten für die eigene industrielle Revolution bluten sollen. Eine junge Magierin, die schon durch ihre magische Begabung zur Ausgestoßen werden könnte und sich gegen die Regeln der Gesellschaft auflehnt, nicht zuletzt, weil sie ihrer ersten Liebe im Weg stehen…

Natürlich ist in beiden Ländern nicht alles so, wie es die Oberen gerne glauben machen würden und sowohl Tyen als auch Rielle widersetzen sich den Regeln, wobei dies bei beiden nicht als bewusste Wahl geschieht, sondern sich durch von außen geschaffene Umstände ergibt und auch durch ihr jugendliches Alter.

Wieder gelingt es Trudi Canavan, lebendige und authentisch wirkende Hauptfiguren zu schaffen, die sehr unterschiedlich sind und diese in einer in sich schlüssigen Umgebung anzusiedeln. Anfangs sind sowohl Tyen und Rielle recht leichtgläubig, insbesondere gegenüber den Lehrern bzw. Priestern, ihre Entwicklung war mir manchmal etwas zu langsam, jedoch gleichzeitig glaubwürdig. Vella ist ebenfalls eine interessante Figur, sie lebt zwar in dem Buch weiter, jedoch scheint fast nur noch die analytische Seite übrig zu sein, was auch ihre Bestimmung ist. Da verzeihe ich auch die gelegentlichen Längen sehr gerne, bin zu gespannt, wie es weitergeht. Hoffentlich erfahren die Leser bzw. Zuhörer dann auch etwas mehr darüber, warum sich Tyens bzw. Rielles Welt so entwickelt haben, weshalb hier die Akademie herrscht und dort die Priester.

Grant Cartwright und Hannah Norris erwecken nicht nur Tyen und Rielle zum Leben, sondern auch Vella. Hoffentlich lesen diese beiden auch den zweiten und dritten Teil.

Fazit
Trudi Canavans neue Trilogie beginnt vielversprechend, mit interessanten Ideen und Hauptfiguren, die gerade an der Schwelle zum Erwachsensein stehen. Ihre Entwicklung und Verhalten wirkten auch mich sehr glaubwürdig, die Handlung ist größtenteils spannend angelegt, so dass ich gewissen Längen gerne verzeihe und hoffe, dass die beiden Folgebände nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Im November erscheint der Roman sowohl als Buch, Hörbuch und in elektronischer Form auf Deutsch.

 

Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Erstlingswerk, der Auftakt zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Seither stürmt sie mit jedem neuen Roman die internationalen Bestsellerlisten. Allein in Deutschland wurden bislang über 2,5 Mio Bücher von Trudi Canavan verkauft.

 

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Übers Lesen, Vor- und Verlesen

Ansichten eines Akteurs Die Lesung boomt – und hat verschiedene Tücken. Andreas M. Bräu kann davon ein Liedchen singen.

http://www.nacht-gedanken.de/ansichten-eines-akteurs/

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Sabine Weigand – Das Buch der Königin

Sabine Weigand – Das Buch der Königin

Konstanze von Sizilien war eine faszinierende Frau, die leider bisher von Autoren historischer Romane übersehen wurde. Sabine Weigand hat sich nun ihrer angenommen und ein einzigartiges Romanporträt dieser vergessenen Herrscherin geschaffen.
Es beginnt mit einem Prolog, der eigentlich das Ende vorwegnimmt: Friedrich II. wird als Kind zum König von Sizilien gekrönt und Konstanze hat damit ihr Lebensziel erreicht. Bereits hier wird das Besondere des Romans deutlich. Konstanze bekommt Stimme und Gestalt, weil der Roman teilweise aus ihrer Sicht in Ich-Form geschrieben ist. Damit kommt diese historische Persönlichkeit ganz nah an den Leser, man erlebt sozusagen ihr Leben aus erster Hand.
Sabine Weigand lässt die Jugendjahre der späteren Kaiserin lebendig werden, entwirft ein Bild von Sizilien, dass man sofort dort hinfahren möchte und all die Pracht und die gelungene kulturelle Mischung mit eigenen Augensehen möchte. Gleichzeitig wird die andere Hauptfigur eingeführt, der Schreiber Gottfried, eine fiktive Figur, die nicht weniger lebendig wirkt als die historischen Menschen in diesem Roman.
Der Leser begleitet beide Figuren auf ihrem Lebensweg, Konstanze, wie sie schließlich herausgerissen wird aus ihrem selbstbestimmten Leben auf Sizilien und dem deutschen König und späteren Kaiser Heinrich als Ehefrau ins kalte Deutschland folgen muss. Ihre verzweifelten Versuche, schwanger zu werden, immerhin ist sie schon dreißig, als sie Heinrich heiratet, berühren den Leser und ich habe mich für sie gefreut, als Friedrich geboren wurde, wie man sich für eine Freundin freut. Man erlebt ihr Entsetzen über die Grausamkeit ihres Mannes, ihre Einsamkeit, ihre unerfüllte Liebe hautnah und nimmt Teil am Leben dieser faszinierenden Frau.
Gottfried verliert durch einen Angriff die Eltern und die väterliche Burg und muss Hals über Kopf mit seiner kleinen Schwester Hemma fliehen. Er wird zum Schreiber und Buchmaler ausgebildet und trifft am Hof Heinrichs auf Konstanze. Zusammen mit ihr entsteht das titelgebende Das Buch der Königin, eine wirklich existierende wunderbare Schrift aus dem Mittelalter, das den Experten Rätsel aufgibt, die Sabine Weigand in ihrem Roman in ihrer unnachahmlichen Art löst. Mit leichter Hand spinnt sie eine Geschichte, die sich genau so zugetragen haben könnte, verwebt historische Fakten und Fantasie, bis ein buntes Bild entsteht, das dem Leser nicht mehr aus dem Kopf geht.
Der Leser erfährt nicht nur sehr ausführlich und profund, wie im Mittelalter ein Buch entstanden ist, die Geschichte ist auch gleichzeitig so spannend, dass man den Roman kaum noch aus der Hand legen möchte.
Wie schon in ihren früheren Romanen gelingt es Sabine Weigand, Wissen zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Ihre Figuren, egal ob fiktiv oder historisch, sind so lebendig, dass man an ihrem Leben teilnimmt und mit ihnen fiebert. Sie hat eine eigene, einzigartige Stimme, die jede ihrer Geschichten farbig und authentisch werden lässt.
Ein sehr gelungenes Porträt einer vergessenen Herrscherin und ihrer Zeit.

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Vorankündigung: Elke Pistor – Vergessen

Smart, cool und sensibel – Verena Irlenbusch ist der neue Star am Ermittlerhimmel

Kommissarin Verena Irlenbusch steht unter Druck: Während sie einen hochintelligenten Psychopathen jagt, verschlimmert sich die Alzheimererkrankung ihrer Großmutter. Außerdem wurde ihr der schlechtgelaunte Kollege Christoph Todt an die Seite gestellt, dem sie jede Information aus der Nase ziehen muss. Doch Verena bleibt liebevolle Enkelin und professionelle Ermittlerin – auch wenn es sie fast zerreißt. Als sie schließlich auf die Spur des Mörders kommt, verfängt sich Verena in ein Netz aus lang vergessener Schuld und neuem Hass. Wird sie diesen Fall heil überstehen?

 

 

Am 8.8. erscheint der neue Krimi eine meiner Lieblingsautorinnen: Vergessen von Elke Pistor. Worum es geht, erzählt sie in einem kurzen Video-Interview.

Zum Start könnt ihr hier auf Nachtgedanken zwei signierte Exemplare des Romans gewinnen. Einfach bis 15.8. hier oder bei Facebook kommentieren, warum ihr Vergessen lesen möchtet. Die Verlosung folgt dann am 16.8.

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Tierkunde I

iconentwurf2-1 In einem Opernhaus begegnet man so manchem seltsamen Getier, wie Andreas M. Bräu beobachtet.
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