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Cao Wenxuan – Bronze und Sonnenblume

242 Seiten (ohne Bilder)

Zum Autor (Vom Verlag)
Cao Wenxuan wurde 1954 in einem kleinen Dorf in Yancheng in der Provinz Jiangsu als Sohn eines Grundschuldirektors geboren. Seit 1974 studierte er an der Universität Beijing Philosophie, Ästhetik, Literaturtheorie und Kinderpsychologie. Damit legte er auch den Grundstein für seine späteren Jugendromane. Heute ist Cao Wenxuan an der Universität Beijing als Professor für Chinesische Literatur und Kinderliteratur tätig.
Cao hat bereits mehr als 50 Romane und Erzählungen verfasst und zählt heute zu den herausragendsten Schriftstellern der chinesischen Gegenwartsliteratur. Seine Bücher werden an Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt, viele von ihnen gelten bereits als Klassiker.
Cao Wenxuan hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den British Pen Award und im Jahr 2016 als erster chinesischer Autor, den renommierten Hans-Christian-Andersen-Preis.

Zum Inhalt (Vom Verlag)
Das siebenjährige Mädchen Sonnenblume wird während der Kulturrevolution mit ihrem Vater aufs Land verschickt. Ihr Vater, ein Künstler, soll dort in der Kaderschule Siebter Mai im sozialistischen Sinne umerzogen werden. Durch einen tragischen Unfall kommt er plötzlich ums Leben. Sonnenblume wird von der ärmsten Familie des Dorfes aufgenommen. In ihrem taubstummen Ziehbruder Bronze findet sie einen Freund.

Meine Meinung

„Friedlich floss der Fluss durch die Nacht. Der Mond hing am Himmel und das Wasser glitzerte, als wäre es mit Silbersplittern übersät. Die Lichter der Laternen auf den Fischerbooten, die auf dem Fluss vor Anker lagen, schaukelten hin und her. Wenn man lange auf die Laternen blickte, bekam das Gefühl, dass es nicht diese Lichter waren, die schaukelten, sondern Himmel und Erde, Schilf und Fluss. Der Sommer in Gerstenfeld war voller Magie.“ (S. 31)

Durch Zufall entdeckte ich letztes Jahr beim Drachenhaus-Verlag in Leipzig das Buch „Bronze und Sonnenblume“ von Cao Wenxuan, das in China in vielen Schulen Pflichtlektüre ist.

Der in seiner Heimat sehr bekannte Cao Wenxuan erzählt die Geschichte der beiden Kinder Bronze und Sonnenblume. Schauplatz ist ein Dorf namens Gerstenfeld, irgendwo auf dem Land während der so genannten Kulturrevolution (1966-1976) und die auf der anderen Seite des Flusses neu errichtete Kaderschule. Der Vater von Sonnenblume ist Künstler und wird mit seiner siebenjährigen Tochter Sonnenblume zur Umerziehung aufs Land geschickt. Beide genießen die Natur in ihrer neuen Umgebung, einer Sumpflandschaft. Tagsüber ist Sonnenblume anfangs einsam, in der Kaderschule sind keine anderen Kinder. In Gerstenfeld wohnt der etwas ältere Bronze mit seiner bitterarmen Familie in einer kleinen Hütte, seit einem großen Feuer ist er stumm. Zwischen den beiden Kindern entsteht eine besondere Freundschaft und nachdem Sonnenblumes Vater bei einem Unfall stirbt, wird sie als Tochter in Bronzes Familie aufgenommen.

Ihre neue Familie liebt das kleine Mädchen sehr und opfert viel, um ihr den Besuch der Dorfschule zu ermöglichen. Sonnenblume fühlt sich geborgen und bemüht sich durch Hilfe im Haushalt und gute Leistungen in der Schule, den Eltern und der Großmutter Freude zu bereiten. Zwischen Sonnenblume und Bronze braucht es keine Worte, er beschützt sie und sie versucht, ihm zu helfen, wo sie nur kann. Das Leben in Gerstenfeld ist hart, doch die Familie hält immer zusammen. Ganz in konfuzianischer Tradition opfern sich die Eltern für ihre Kinder auf und auch die Kinder übernehmen früh Verantwortung, auch wenn sie nach Möglichkeit geschont werden sollen.

In poetischer Sprache und gemächlichem Tempo erzählt Cao Wenxuan meist durch die Augen der Kinder vom Alltag in jener Zeit, von den schönen und schrecklichen Ereignissen. Er ließ beeindruckende Bilder in meinem Kopf entstehen. Seine jungen Leser werden nicht geschont. Kinder sollten früh lernen, dass Leid genauso zum Leben gehört wie Vergnügen. Jugendliteratur solle nicht nur vergnügliche Inhalte transportieren und es sei falsch, Kindern nur Vergnügungsparadiese schaffen

Die Übersetzung von Nora Frisch ist einerseits sehr dicht am chinesischen Original, Maßeinheiten werden mit den chinesischen Begriffen genannt und in einem Glossar erklärt, genau wie z.B. Kaderschule, Drachenbootfest und einige der kaiserlichen Dynastien. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Namen der Personen und Orte ins Deutsche übersetzt wurden, wodurch die besondere Atmosphäre verstärkt wird. Die Kapitelüberschriften bestehen aus dem deutschen Titel und den Schriftzeichen des chinesischen Originaltitels.

Im Nachwort prangert Cao Wenxuan die jüngsten gesellschaftlichen Entwicklungen an: „In unserer hedonistisch geprägten Gegenwart hinterlässt Bronze und Sonnenblume zweifelsohne einen ganz besonderen Nachgeschmack.“ In China hat das noch eine ganz andere Bedeutung, denn als das Buch erschien, galt dort noch die Ein-Kind-Politik, doch auch hier ist seine Intention nicht abwegig.

Fazit
Ein beeindruckendes Buch in genauso beeindruckender Übersetzung, dem ich auch hier viele Leser wünsche. Es zeigt die schönen und unschönen Seiten des Landlebens in jener Zeit in poetischer Sprache, sowie den besonderen Zusammenhalt der Familie und in Notzeiten auch den der Dorfgemeinschaft. Für die jüngere Zielgruppe wäre eine kurze Einführung in die Kulturrevolution schön gewesen.

P.S. Mit einer Altersempfehlung tue ich mich schwer. Die beiden Hauptfiguren sind im Grundschulalter, andererseits sind es 242 Seiten ohne Bilder, in anspruchsvoller Sprache und praktisch ohne Erklärung zum geschichtlichen Hintergrund.

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Lesung Sascha Hommer, 25.03.2017, Konfuziusinstitut Leipzig

Sascha Hommer ging 2011 für einige Monate nach Chengdu. Dort lebten Freunde von ihm, die er schon 2006 besucht hatte. Diesmal war sein Ziel, eine Graphic Novel über sein Leben dort zu entstehen zu lassen. Der Blick des Westens auf diese Stadt aus der Perspektive eines Ausländers, der kein Chinesisch versteht.

Dann folgte eine längere Präsentation einiger Abschnitte aus “In China”, untermalt mit Musik und zu den Bilder passenden Geräuschen (Verkehr usw.). Sascha Hommer las dazu mit sehr sachlicher Stimme die deutschen Texte.

Die Figuren haben ausdruckslose Gesichtsmasken, er selbst trägt anfangs eine Katzenmaske, später wechselt er zu einer Maske der Sichuan-Oper. Seine Freunde, ein Deutscher und dessen chinesische Freundin tragen andere Masken, die ebenfalls nie ihren Gesichtsausdruck verändern und keiner speziellen Kultur zugeordnet werden können. Die Umschrift der chinesischen Zeichen ist mal im aktuellen Pinyin, mal in einer älteren Version. Der Hintergrund bleibt eher vage, schwarz-weiß und mit wenig Details.

Die Erzählung über seine Ankunft in Chengdu und die Wohnungssuche dort wird unterbrochen von Visionen über die Vergangenheit oder Zukunft, in denen Katzen die Hauptfiguren sind. Chengdu lag an einer Kreuzung bedeutendes Handelswege und man sieht z.B. wie die Katzen auf die 20.000-jährige Geschichte (sic) Chengdus zurückschauen. Eine andere Vision zeigt, wie Ausländer Rauschblätter in die Heimat der Katzen brachten und diese dann als Währung galten, jeder dem Müßiggang frönte und irgendwann das Faustrecht galt. In einer dritten Vision wechselt der Schauplatz auf den Mars, auch mit den Katzen im Mittelpunkt.

1961 habe Chengdu so viele Einwohner wie Hamburg gehabt, heute seien es 14 Millionen. Die Stadt und Kultur hätten ihn sehr interessiert, auch das Essen habe ihm geschmeckt.

Dann folgten Fragen aus dem Publikum.

Wie er darauf gekommen sei, 2005 und 2011 nach China gehen, warum nach Chengdu.
Ein Freund aus seiner Zivizeit sei dorthin ausgewandert und habe dort mit seiner Freundin ein englischsprachiges Stadtmagazin herausgegeben. Dank ihrer Hilfe und Erfahrungen habe er nicht nur die typische Touristenperspektive erlebt. Schon bei seinem ersten Buch habe er ein grafisches Tagebuch geführt und sich 2008 sehr über die Berichterstattung in den deutschen Medien geärgert, während der Olympischen Spiele in Peking und als das Erdbeben war. Ihm sei eine ehrliche Darstellung sehr wichtig.

Er sei überrascht gewesen, wie sehr sich Chengdu innerhalb von fünf Jahren verändert hatte. Beim ersten Besuch 2006 habe sein Freund am Ende einer Straße gewohnt, umgeben von Baustellen. 2011 waren überall Häuser, die Straßen und Häuser eingesäumt mit Pflanzen.

Um das Alltagsleben simulieren (sic) zu können, habe er sich dort eine eigene Wohnung und einen Arbeitsplatz gesucht. Von Anfang an sei ihm klar gewesen, dass er rund 2,5 Monate brauchen würde, um sich an die anderen Geräusche und Gerüche, Gewohnheiten im Alltag zu gewöhnen. Die Geräuschkulisse und der Verkehr hätten das Einleben sehr schwierig gemacht, vermutlich hätte er mehr Zeit gebraucht.
Auf die Frage, warum das Buch komplett in Schwarz-Weiß gehalt sei, antwortete er, dass er Chengdu und das Leben dort so wahrgenommen hätte – obwohl China oft so bunt sei, überall grelle Lichterreklamen usw. Doch durch den Smog und Regen sei es ihm eher grau vorgekommen.

Seiner Wahrnehmung nach, sehen Europäer in Chengdu eher seltsam aus, daher auch die Masken, die an Tiere und Aliens erinnern sollten. („aliens“ kann Ausländer und Außerirdischer bedeuten) Die chinesischen Figuren sollen eher menschlich wirken, jedoch alle gleich. Europäer seien ihm wie übersteuerte Individualisten vorgekommen, die sich dort anders ausleben konnten als in ihrer Heimat.
Die Maske habe immer den gleichen Gesichtsausdruck, um zu verhindert, dass der Leser sich in diese Figur einfühle. Er habe bewusst das einfühlende Lesen verhindern sollen. Es ginge um die Stadt und seine Freunde, nicht ihn. Seine Figur sei eher passiv und beobachtend.

Die traumartigen Einschübe seien eine Mischung aus Reise- und Sprachführer, sowie eine Anspielung auf einen Verhaltensratgeber aus der Kolonialzeit, sowie „Die Stadt der Katzen“ von Lao She an, das auf dem Mars spielt. **

Seine chinesische Probeleserin habe ständig gelacht und die Darstellung ihrer Stadt sehr treffend gefunden, inklusive der Ratten, des Verkehrs und des Drecks. So sei ihre Stadt nun mal.

Eine andere Zuhörerin hatte den Eindruck, dass der gezeigte Ausschnitt des Buchs recht gewöhnliche Szenen zeige, die auch anderswo hätten stattfinden können. Sascha Hommer antwortete, dass er nicht im Ausnahmezustand des Backpackers verweilen wollte und es auch speziellere Szenen gebe.

Es sei ihm um eine Darstellung des normalen Alltags gegangen, um zu zeigen, dass vieles auch für Europäer eher normal ist. In den Medien hier gebe es keine Einblicke in das Alltagsleben der chinesischen Bevölkerung, sondern es ginge immer um größere politische Themen. Es klinge trivial, aber die Menschen dort hätten auch ein ganz normales Leben mit den gleichen Sorgen wie die Menschen in Deutschland.

Anfangs habe er ein politisches Buch schreiben wollen, jedoch schnell festgestellt, dass er das nicht könne. Er könne mit einzelnen Menschen sprechen, aber es fehle ihm an Wissen über Land und Sprache.

Im Buch seien auch Interviews mit Karl und Linda, die in den USA geboren wurde und einen chinesischen Elternteil hat. Karl wollte gerne in Chengdu bleiben, Linda hatte das Gefühl, die Stadt verkürze ihre Lebenszeit. Ein weiterer Besuch bei ihnen sei nicht möglich, da die beiden sich getrennt hätten und Linda wieder in den USA lebe.

Sascha Hommer bzw. der Erzähler seines Buchs sei ohne Chinesisch-Kenntnisse völlig abhängig von den beiden gewesen. (Andererseits gibt es Szenen, in denen er alleine ein WG-Zimmer suchen geht.) Die beiden seien als Expats Experten über das Leben dort, sie könnten die Sprache und hätten jahrelange Erfahrungen. Aber andererseits würden auch sie Aliens bleiben, würden nie zu Chinesen werden.

Eine Chinesin aus dem Publikum merkte kurz an, dass das Buch viele Wahrheiten enthalte.

Die letzte Frage war, ob die Geschichte (Graphic Novel) „Transit“ auf dem Quart Heft 19 ihn inspiriert habe, die Handlung sei sehr ähnlich. Laut Sascha Hommer sei die Ähnlichkeit rein zufällig. Auf Nachfrage antwortete er, dass er “Transit” mal gesehen habe. (Genauere Informationen zu dieser anderen Geschichte konnte ich leider nicht finden.)

Danach wurde noch signiert.

Damit endete eine Veranstaltung, die mich etwas ratlos zurückließ. Vieles in dem Buch wirkte auch auf mich sehr beliebig, zu oberflächlich und sehr sprunghaft. Der Roman von Lao She ist auf meinem Wunschzettel gelandet. Aber ich bin vermutlich auch nicht die Zielgruppe des Buchs. Augenzwinkern

*Leseprobe beim Verlag*

** (von Amazon)
Lao She (1899-1966) gehört mit Werken wie Der Rikschakuli und Das Teehaus zu den wichtigsten Schriftstellern der chinesischen Moderne. Die Stadt der Katzen entstand Anfang der dreißiger Jahre, nachdem der junge Autor von einem mehrjährigen Englandaufenthalt in die Heimat zurückgekehrt war. Zu Beginn der Kulturrevolution hielten ihm Rote Garden die Satire als Nestbeschmutzung vor. Er kam unter tragischen Umständen ums Leben. Die »Stadt der Katzen« liegt auf dem Mars, und doch wird der Besucher vom Planeten Erde mit nur allzu vertrauten Verhaltensweisen konfrontiert. In der Katzengesellschaft herrschen Selbstsucht und Verlogenheit, alles Trachten richtet sich auf den betäubenden Genuß der Rauschblätter. Selbst als schließlich der Feind die Grenzen überschreitet, kann nichts und niemand diese degenerierte Gesellschaft aus ihrer Lethargie reißen. Sie ist zum Untergang verurteilt. Der Roman ist eine durch das Gewand der Utopie nur notdürftig verhüllte Satire auf das China der dreißiger Jahre, das zu einem Spielball der ausländischen Mächte herabgewürdigt worden war und sich in Bürgerkriegen zerfleischte. Die Rauschblätter spielen dabei eine ähnlich verhängnisvolle Rolle wie das Opium.

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Lesung Titus Müller, 25.03.2017, Ägyptisches Museum der Universität Leipzig

Titus Müller eröffnete gewohnt gut gelaunt die Veranstaltung, diesmal im im Ägyptischen Museum. Seine Geschichte würde zwar nicht vor tausenden von Jahren spielen, jedoch ginge es auch in „Der Tag X“ um umwälzende historische Ereignisse, die wir und unsere Eltern nicht miterlebten. Die Eröffnungszene 1946 am Bahnhof in Ost-berlin beruhe auf tatsächlichen Ereignissen.

Er las den Prolog, in dem nachts eine Familie plötzlich auseinander gerissen wird und das Mädchen Nelly deshalb seinen Vater ins ferne Russland verliert. Ihre Mutter entscheidet sich, mit der Tochter in der DDR zu bleiben.

Es seien damals komplette Familien nachts abgeholt und nach Russland verschickt worden. Dann springe die Geschichte ins Jahr 1953, die weibliche Hauptfigur Nelly steht kurz vor dem Abitur und lernt den etwas älteren Wolf kennen, einen Uhrmacher. Titus‘ Faszination für diesen Beruf wurde deutlich spürbar. Uhrmacher würden Ordnung bringen und nach Gesprächen mit einer Uhrmacherin während der Recherche sei er fest entschlossen, sich eine gute Uhr zu kaufen. Neulich habe er bewusst zwei gute Wecker gekauft.

Er selbst habe die Zeit im Buch nicht miterlebt, könne sich jedoch selbst auch noch daran erinnern, dass Kinder früh dazu erzogen wurden, Anderen zu melden. Die im Buch geschilderten Schulberichte habe es wirklich gegeben. 1953 sei Honecker Leiter der FDJ gewesen und diese habe sich nicht so entwickelt wie gewünscht. Gleichzeitig sei die christliche Junge Gemeinde gewachsen und Honecker habe dann deren Liquidierung befohlen. In der Jungen Gemeinde habe es echte Diskussionen gegeben, unterschiedliche politische Meinungen und er könne gut verstehen, warum Honecker Angst vor dieser Organisation hatte.

Er sei als Pastorensohn glücklich in der DDR aufgewachsen, mit seinen beiden Brüdern – auch ohne Bananen und Kiwis. Augenzwinkern Natürlich sei auch klar gewesen, dass er nie Abitur machen würde, weil er nicht den richtigen Jugendorganisationen war. Aber er habe das von Anfang an gewusst, die Figuren in seinem Roman seien von diesem Schicksal plötzlich überrascht worden. 1953 hätten circa 3000 junge Menschen diese Möglichkeit verloren.

In seinen Romanen sei es ihm wichtig, dass keine Figur ganz gut oder böse sei. So sei niemand, auch wenn der Vater von Wolf in der gelesenen Szene so wirke.

Es folgte eine weitere Lesung, in der die Verhältnisse im Kreml dargestellt wurden, als Stalin im Sterben lag. Ein gruseliges Pokerspiel um die Macht, sehr lebendig geschildert.

Die Sterbeszene von Stalin sei seinen Quellen nach wirklich so verlaufen, heute könne man sich kaum vorstellen, wie wichtig dieser einen Mann damals war, welchen Einfluss er hatte.

Ein wichtiges Element ist Spionage, wie Spione vorgingen und was unternommen wurde, um sie enttarnen, perfide ausgeklügelte Methoden sie zu eliminieren. Auch hier legte Titus Müller großen Wert auf authentische Darstellung und erzählte leidenschaftlich von einigen Entdeckungen bei seiner Recherche.

In der DDR habe es bis 1958 noch Lebensmittelmarken gegeben, während sie im Westen bereits 1948 abgeschafft wurden. Eine der Ursachen war die Flucht von rund 20.000 Landwirten in den Westen, weil sie sich nicht in LPGs zwingen lassen wollten. Eltern seien oft zunächst ohne ihre Kinder gegangen, um diese später nachzuholen. Das Land sei damals leergeblutet, Woche um Woche. Daraufhin sei die Regierung der DDR nach Moskau zitiert worden, um nicht so hart gegen die Bevölkerung vorzugehen. Die Junge Gemeinde sollte nicht solchen Repressalien ausgesetzt werden, Betriebe sollten zurückgegeben werden, wenn die Bauern zurückkehren würden. Zuerst habe sich die Regierung gewehrt, sei jedoch gezwungen worden, sich öffentlich zu ihren Fehlern zu bekennen.

Dieses öffentliche Eingeständnis habe den Kritikern Aufwind gegeben und es sei zu Demonstrationen gekommen. In Leipzig hätten am 17. Juni 1953 rund 40.000 Menschen demonstriert. Der Bürgermeister wollte sie aufhalten und wurde von den Demonstranten gezwungen, ihnen mit einem Schild „Freie Wahlen“ voranzugehen. Nur wenige Stunden hätten das Leben vieler Bürger in der DDR drastisch verändert.

Die Recherche sei für ihn jedes Mal wie eine Schatzsuche. So zum Beispiel die Entdeckung, dass in Halle eine Reinemachfrau die Erste war, die sich traute, öffentlich etwas gegen die Regierung zu sagen und somit die Aufstände dort auslöste. An einem Buch arbeite er im Durchschnitt 1,5 Jahre, inklusive Recherche und der gesamten Nacharbeit.

Abschließend bedankte sich Titus Müller beim Publikum und dem Ägyptischen Museum.

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Lesung Hanya Yanagihara, 22.03.2017, Literaturhaus Frankfurt

Die ausverkaufte Veranstaltung wurde von Benno Henning von Lange eröffnet, der gleich zu Beginn klarstellte, dass der Titel Ein wenig Leben seiner Meinung nach eine grandiose Untertreibung sei. Das ganze Leben könne man in diesem fesselnden Buch finden.

In Hanya Yanagiharas Bestseller gehe es um das Leben von vier Männern, in deren Mittelpunkt Jude stehe. Die Leser lernten Judes großes und kleines Leben kennen, seine Ausweglosigkeit. All dies im Rahmen einer oft verstörenden Geschichte, in der Politik noch nicht mal ein Hintergrundrauschen sei und doch sei der Roman hochpolitisch.

Moderator war Alf Mentzer von HR2 Kultur, herausragender Sprecher der deutschen Passagen der Schauspieler Max Mayer.

Gleich zu Beginn wurde nach dem Foto auf dem Titelbild gefragt. Die Aufnahme stammt von Peter Hujar und trägt den Titel „Orgasmic Man“. *Link zu größerer Aufnahme des Titelbilds* Man habe das Gefühl jemandem in einem unglaublich persönlichen Moment anzuschauen, wobei nicht klar sei, ob es Freude oder Schmerz ausdrücke. Hanya Yanagihara hält das für die perfekte Visualisierung der Geschichte.

Die Leser befänden sich in der prekären Situation, Zeuge einer sehr intimen Situation zu werden. Es gebe ihr das Gefühl, Jude sei nie allein, weil er immer die Leser habe. Es sei ihr wichtig gewesen, dass die Geschichte sich langsam entfalte und zum Glück bestand das Lektorat trotz knapp 1000 Seiten nicht auf umfangreichen Kürzungen.

Mit einem Lächeln merkte sie an, dass solch dicke Bücher sich in der Regel in Deutschland am besten verkaufen würden. Deutschland sei für sie DAS Land der Literatur und deutsche Leser etwas ganz Besonders, weil sie sich ernsthaft mit Literatur auseinandersetzen würden. Ihre rund 1,5-wöchige Lesereise habe sie deshalb besonders genossen.

Ein weiterer Kritikpunkt sei die Brutalität, doch sie habe keine Möglichkeit gesehen, das zu ändern. Unser Leben sei manchmal brutal, auf der anderen Seite sei es nie einfacher als heute gewesen, Zeuge von Gewalt zu werden und auch wegzuschauen, egal ob der Computer oder der Fernseher ausgeschaltet werde. Bei einem Buch werde man mehr hineingezogen, wegschauen sei nicht mehr so einfach. Ihrer Meinung nach können die Leser viel aushalten, solange es logisch präsentiert werde und es war ihr wichtig zu zeigen, wie es ist, ein solch brutales Leben zu führen.

Beim Schreiben gehe es ihr um die Figuren und deren Authentizität, nicht um die Reaktionen der Leser. Wenn ein Autor auf bestimmte Reaktionen spekuliere, würde die Leser das spüren und sich manipuliert fühlen. Jeder Leser sei anders, sie habe keine konkreten Erwartungen an ihre Leser.

Der gesellschaftliche Aufstieg der vier Studienfreunde werden von dunklen Ereignissen aus Judes Vergangenheit überschattet. Jude sollte eine Figur werden, deren Leben nicht besser werde. Die anderen Figuren seien beim Schreiben von selbst entstanden, manche seien fertig aus dem Schaffen herausgetreten.

Die Konstruktion des Buchs sei gewollt künstlich. Düsternis und Gewalt wie in alten Märchen, Frauen werden nur am Rande erwähnt. Es geht um Freundschaft zwischen Männern und darum, wie Männer bestimmte Gefühle ausdrücken – oder eben nicht, wie z.B. Angst, Scham und Trauer. Natürlich hätten unterschiedliche Figuren genauso unterschiedliche Arten, Gefühle auszudrücken, aber Männern stünden oft kaum Möglichkeiten zur Verfügung, während Frauen diese in der Regel frei zeigen könnten. Würden statt Männern hier Frauen im Mittelpunkt stehen, wäre das Buch vermutlich nur halb so lang geworden.

Zu Beginn des Buchs wollte sie zeigen, wie sich das Leben mit Anfang 20 anfühlt, wenn die Zeit langsam vergeht während man studiert. Als die Figuren 40-50 sind werde das Erzähltempo streckenweise deutlich schneller, so wie es sich für viele Menschen in jener Lebensphase anfühle. Sie verglich es mit den unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten in einer Lavalampe.

Schauplatz sei New York und das sei wichtig, auch wenn die Handlung fast komplett drinnen stattfinde und sehr selten an bekannten Plätzen draußen – was eine gewisse Entwurzelung vermitteln solle. New York sei ganz besonders gut darin, Erfolge zu verherrlichen und vermittele ständig das Gefühl im Wettbewerb zu stehen, dort pulsiere eine besondere Energie. Man werde mehr als andernorts daran gemessen, was man erreicht habe und gerade tue, das Umfeld verleihe einen bestimmten Status.

Eigentlich passe Jude nicht in dieses New York das so viel Wert auf Selbstverwirklichung legt. Er sei zwar sehr ehrgeizig, benötige jedoch auch Hilfe auf seinem Weg. Ganz bewusst habe sie Jude nach und nach alles weggenommen, wie in einem literarischen Sozialexperiment. Es gehe darum, was ein Kind brauche, um ein gewisses Gefühl von innerer Sicherheit und Selbstbeherrschung zu erlernen und was für Konsequenzen es habe, wenn ein Kind nie das Gefühl hatte, den Anspruch auf irgendetwas zu haben, vor allem Liebe und Fürsorge. Judes Kindheit bot nichts davon und bestimmte Dinge könne er auch Erwachsener nicht mehr lernen, wie z.B. wo sein Platz in der Welt sei oder seinem Ärger auf nicht destruktive Weise Luft zu machen. Seine Unsicherheit werde von Menschen ausgenutzt, die solche Schwächen riechen könnten.

Auch ohne ausführliche Recherche sei für sie völlig logisch gewesen, dass Jude stets die Schuld bei sich selbst suchen würde, den Ärger nach innen richten. So habe er wenigstens ein gewisses Gefühl der Kontrolle über sein eigenes Leben, wie z.B. auch durch Ritzen. Wenn man einem Kind stets eintrichtere, es habe Pech gehabt, fühle es sich irgendwann dem Schicksal komplett ausgesetzt. Egal wie desaströs die Konsequenzen aus Judes Handeln seien, er müsse das Gefühl haben, diese selbst verursacht zu haben. Obwohl Jude wundervolle Freunde habe, ihrem Lektorat nach fast zu gut, schaffe er es nicht, aus den in der Jugend eingeschliffenen Verhaltensmuster auszubrechen.

Obwohl die Veranstaltung vom US-Generalkonsulat in Frankfurt unterstützt wurde, konnte sie sich nicht verkneifen zu sagen, dass die aktuelle politische Situation in den USA vielleicht eine andere wäre, wenn es dort auch Literaturhäuser gäbe. Am Ende der gut 1,5 Stunden bedankte sie sich nochmal beim Publikum.

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Frisch eingetroffen: Jean Bagnol- Commisaire Mazan und die Spur des Korsen

In Band 3, Commissaire Mazan und die Spur des Korsen, überlebt die Ermittlerin Zadira Matéo schwer verletzt einen Mord-Anschlag. In einer abgelegenen Trüffel-Farm versteckt sie sich vor korrupten Polizisten und der Marseiller Mafia, begleitet von ihrem Kater, Commissaire Mazan. Gleichzeitig versucht Zadiras Geliebter, der Tierarzt Jules, in Marseille den Korsen zu finden, jenen gefürchteten Auftragsmörder, der Zadira ins Visier genommen hat. Doch wer hat den Korsen beauftragt: Die Mafia, die Polizei – oder sogar ein Vertrauter Feind aus Zadiras Vergangenheit?

Jean Bagnol ist das Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaares Nina George und Jens “Jo” Kramer.
Die Spiegel-Bestsellerautorin George (“Das Lavendelzimmer”; SPIEGEL- und internationaler Bestseller, übersetzt in 34 Sprachen) und der Journalist, Pilot und Schriftsteller Kramer sind seit 2006 verheiratet, leben in Berlin und der Bretagne, schreiben unter insgesamt sieben Namen und Pseudonymen und veröffentlichten bisher insgesamt 29 Solowerke (Romane, Sachbücher, Thriller, historische Romane). Nina George und Jens Kramer wurden bisher dreimal – einzeln – für den DeLiA, den Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman, nominiert; 2011 gewann George ihn mit dem Knaur-Roman “Die Mondspielerin”. Für ihren Kurzkrimi „Das Spiel ihres Lebens” wurde Nina George 2012 mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet.
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Lesung und Gespräch: Andrea Wulf/Neil MacGregor – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, 24.03.2017, Museen im Grassi

Andrea Wulf, Autorin von „Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur“, Neil MacGregor, lange Leiter des Britischen Museums, heute Intendant des Humboldtforums in Berlin und Thomas Bille vom MDR versprachen einen kurzweiligen Abend. Dementsprechend (über)voll war der Saal im Grassi in Leipzig.

Alexander von Humboldt sei bis 1914 weltweit verehrt worden als engagierter Naturwissenschaftler, heute sei er in der englischsprachigen Welt fast vollständig in Vergessenheit geraten. Durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts sei es zu einem fast völligen Verlust des Wissens um deutsche Kultur gekommen. Andrea Wulf und das Humboldtforum möchten das ändern, denn nicht nur ihrer Meinung nach ist Humboldts Werk gerade heute von großer Bedeutung. Humboldt sei ein Denkmal für Deutschland, für die ganze Welt jedoch derzeit auch ein Mahnmal. Neil MacGregor empfahl das von Andrea Wulf verfasste Buch als Pflichtlektüre.

Niemandes Name sei so häufig mit Naturphänomenen verbunden, Berge, Seen, Flüsse, Pflanzen usw. würden seinen Namen tragen. Sogar das Bild eines Tankers mit seinem Namen wurde gezeigt. Neil MacGregor empfand dies als besonders passend, denn Alexander von Humboldt habe die Erde vernetzt durch seine Erkenntnis, dass die Natur nur als Ganzes verstanden werden kann. Humboldt inspirierte Darwin, war eng mit Goethe befreundet. Aus Goethes Tagebüchern sei ersichtlich, dass er meist nach Begegnungen mit Humboldt am Urfaust schrieb.

Andrea Wulf vertrat die Ansicht, Humboldt habe unser heutiges Denken über die Natur erfunden, die Idee eines einzigen zusammenhängenden Ökosystems, in dem die Erde als lebender Organismus dargestellt wird. Er habe Künste und Wissenschaft vereint, nutzte Zeichnung auf eine neuartige Weise, um darzustellen, wo welche Pflanzen auf von ihm erforschten Bergen wuchsen und so komplexes Wissens auf eine leicht verständliche Weise dargestellt. (Chimborazo 1, Chimborazo 2, Chimborazo 3) Seine Systematik zeige die umfassende Verbundenheit der Welt und auch gleichzeitig ihre Verwundbarkeit. Für Andrea Wulf war einer der Höhepunkte ihrer Recherchereisen selbst auf dem Chimborazo zu stehen.

Als einer der ersten warnte Humboldt vor Monokulturen und Ausbeutung von Natur und Menschen. Vor bisher kaum bekannten Wechselwirkungen, die zu von Menschen verursachten Klimaveränderungen führen würden.

Er habe eine schreckliche Handschrift gehabt, sei oft aus dem Privatunterricht weggelaufen, um durch den Wald zu stromern. Mit vollen Taschen sei er zurückgekommen und war deshalb als kleiner Apotheker bekannt. Die Reiseberichte von Cook habe er geliebt und sich dagegen gewehrt wie von seiner Mutter gewünscht, preußischer Beamter zu werden. Einerseits sei für ihn von klein auf die Natur voller Wunder gewesen, die man mit Gefühlen erfassen solle, andererseits sei er davon besessen gewesen, alles zu vermessen. Humboldt sei sowohl Abenteurer als auch Wissenschaftler gewesen, jedoch nie im Elfenbeinturm. Erfüllt von einer lebenslangen Rastlosigkeit musste er draußen in der Natur sein.

Nach seiner Rückkehr von seiner fünfjährigen Reise sei er 1804 erst in Paris dann in Berlin gewesen, wo er stets schnell zum Mittelpunkt der Wissenschaft wurde. Er hielt kostenlose Vorträge, zu denen jeder kommen durfte und habe so die Wissenschaft demokratisiert. Rund die Hälfte der Zuhörer seien Frauen gewesen und er habe seine Zuhörer mit auf unglaubliche Reisen genommen. In eine Natur, die voller Wunder und Leben war. Während andere Wissenschaftler sich immer mehr spezialisierten, dachte Humboldt in alle Richtungen und konnte immer wieder wie ein Kind über den Zauber der Natur staunen. Andrea Wulf verglich es mit der Reaktion vieler Menschen auf die die ersten Aufnahmen der Erde aus dem All.

Während in den Kirchen gelehrt wurde, der Mensch solle sich die Welt untertan machen, tauche bei Humboldt die Frage nach Gott nie auf und er habe den Menschen als Teil der Natur verstanden, nicht als Herrscher. Wenn man Humboldt zuhöre, verbiete sich Rassismus von selbst, denn für ihn habe alles auf Augenhöhe existiert. Seine offenen Worte gegen Sklaverei und den Kolonialismus hätten dazu geführt, dass er nie in den Himalaya oder nach Indien reisen konnte. Gleichzeitig war er arrogant und herablassend gegenüber anderen. Als Beispiel wurde ein Brief Humboldts an eine Bekannte angeführt, in dem er von seiner aktuellen Reise erzählte und mit den Worten schloss “und Sie meine Gute, wie führen Sie indessen ihr eintöniges Leben fort”.

Auf die Frage von Thomas Bille ob sie gerne mit ihm auf Forschungsreise gegangen wären, antworteten beide, eine Dinner Party gerne, eine Reise jedoch nicht. Dazu sei er zu energisch gewesen, habe kaum jemand zu Wort kommen lassen und sei noch mit blutigen Füßen auf Berge gestiegen.

Leider habe Humboldt zwar unser Denken über die Natur nachhaltig beeinflusst, jedoch kaum unser Handeln. Neil MacGregor und Andrea Wulf hoffen, dass es zu öffentlichen Debatten kommt und sich mehr Menschen als Weltbürger begreifen, gemeinsam für die Schutz der Natur engagieren. Andrea Wulf war im Herbst 2016 auf Lesereise in den USA gewesen und habe auf 32 Veranstaltungen nicht einen einzigen Trumpwähler getroffen.

Nach Ansicht von Andrea Wulf und Neil MacGregor schließe sich heute der Kreis, Humboldt sei vor uns auf der Erde gewesen und werde jetzt zu unserem Vorreiter.

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Interview mit Kerstin Gier im Kölner Stadtanzeiger: „Die Texte bringen mich zum Heulen”

In diesem schönen Interview spricht Kerstin Gier über ihre Arbeit als Jurorin für den Care-Schreibwettbewerb und ihr neues Buch Wolkenschloss, das im Oktober erscheint.

Kerstin Gier (50) lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Bergisch Gladbach. Sie schreibt Frauenromane und Jugendbücher und wurde vor allem durch die Trilogien „Rubinrot“ und „Silber“ bekannt. Im Herbst erscheint ihr neues Jugendbuch, „Wolkenschloss“.

Beim Care-Schreibwettbewerb ist Kerstin Gier eine von vier Juroren. Care ist eine internationale, private Hilfsorganisation. Mit dem Wettbewerb will sie junge Talente fördern. Teilnehmen konnten Jugendliche zwischen 14 bis 18 sowie 19 bis 25 Jahren. Im Rahmen der lit.Cologne lesen die drei Bestplatzierten aus jeder Altersgruppe.

– Quelle: http://www.ksta.de/26145520 ©2017

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Probenblog zur Uraufführung von FRAU SCHINDLER am Gärtnerplatztheater

Komponist Thomas Morse beschreibt im Probenblog zur Uraufführung der Oper Frau Schindler den Entstehungsprozeß einer Neuproduktion. Interessante Details finden sich auch auf der Facebook-Seite zur Oper.

Ein Gespräch mit dem Komponisten steht ebenfalls zur Verfügung

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Frisch eingetroffen: Julian Fellowes – Belgravia

Julian Fellowes’s Belgravia is the story of a secret. A secret that unravels behind the porticoed doors of London’s grandest postcode. Set in the 1840s when the upper echelons of society began to rub shoulders with the emerging industrial nouveau riche, Belgravia is peopled by a rich cast of characters. But the story begins on the eve of the Battle of Waterloo in 1815. At the Duchess of Richmond’s now legendary ball, one family’s life will change for ever…

Julian Fellowes, actor, writer, director, producer, was educated at Ampleforth, Magdalene College, Cambridge and Webber Douglas Academy of Dramatic Art. He trained in repertory theatre at Northampton and Harrogate.

As creator, sole writer and executive producer of the hit television series Downton Abbey, Fellowes has won three Emmy awards and a Golden Globe. Fellowes received the Academy Award for Best Original Screenplay for Gosford Park (2002). His work was also honoured by the Writer’s Guild of America, the New York Film Critics’ Circle and the National Society of Film Critics for Best Screenplay. Other writing credits for film include Piccadilly Jim (2004), Vanity Fair (2004), Young Victoria (2009), The Tourist (2010), Romeo & Juliet (2013), and the three-part drama Doctor Thorne for ITV. Fellowes also wrote and directed the award-winning films Separate Lies and From Time to Time. Fellowes wrote the books for the Tony-nominated stage production of Mary Poppins and for School of Rock: The Musical which opened on Broadway in December 2015, and was written and produced by Andrew Lloyd Webber.

Fellowes has authored two novels: the international bestsellers Snobs (2005) and Past Imperfect (2008).

Julian Fellowes became a life peer in 2011. He lives in Dorset and London with his wife, Emma.

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Frisch eingetroffen: Philippa Gregory – Three Sisters, Three Queens

As sisters they share an everlasting bond; as queens they can break each others hearts
When Katherine of Aragon is brought to the Tudor court as a young bride, the oldest princess, Margaret, takes her measure. With one look, each knows the other for a rival, an ally, a pawn, destined with Margaret s younger sister Mary to a unique sisterhood. The three sisters will become the queens of England, Scotland, and France.
United by family loyalties and affections, the three queens find themselves set against each other. Katherine commands an army against Margaret and kills her husband James IV of Scotland. But Margaret s boy becomes heir to the Tudor throne when Katherine loses her son.
Mary steals the widowed Margaret s proposed husband, but when Mary is widowed it is her secret marriage for love that is the envy of the others. As they experience betrayals, dangers, loss, and passion, the three sisters find that the only constant in their perilous lives is their special bond, more powerful than any man, even a king.

Philippa Gregory is the author of many bestselling novels, including The Other Boleyn Girl, and is a recognized authority on women’s history. Her Cousins’ War novels are the basis for the critically acclaimed STARZ miniseries The White Queen. Her most recent novel is Three Sisters, Three Queens. She graduated from the University of Sussex and received a PhD from the University of Edinburgh, where she is a Regent. She holds two honorary degrees from Teesside University and the University of Sussex. She is a fellow of the Universities of Sussex and Cardiff and was awarded the 2016 Harrogate Festival Award for Contribution to Historical Fiction. She welcomes visitors to her website, PhilippaGregory.com.  

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