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Frisch eingetroffen: Charlotte Lyne – Die Lilie von Palermo

In ihrem Viertel gilt die junge Aita ob ihrer Schönheit als Lilie von Palermo. Doch als sie sich beim Tanz in den Falschen verliebt, ihn gar küsst, wird sie vom begehrtesten Mädchen der Stadt zur Ausgestoßenen. Erst recht, als sie den, den sie alle »il Diavúlu«, den Teuflischen, nennen, auch noch zum Mann nimmt.
Aita könnte trotz allem glücklich sein, denn ihr fehlt es an nichts. Ihr Mann hat sich inzwischen einen Ruf als geschickter Schmied erarbeitet, fertigt für die Reichen und Mächtigen. Doch die Zeiten sind unruhig, immer mehr Sizilianer stemmen sich gegen die Herrschaft des Hauses Anjou. Können Aita und Emidio ihre Liebe auch in schweren Zeiten bewahren? Oder werden sie und ihre Familien im Streit der konkurrierenden Mächte zerrieben?

Charlotte Lyne, geboren 1965 in Berlin, studierte Germanistik, Latein, Anglistik und Italienische Literatur in Berlin, Neapel und London. Bevor sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach London zog, lebte sie einige Zeit in Glencoe, der schottischen Heimat ihrer Schwiegerfamilie.  Charlotte Lyne arbeitet als Autorin, Übersetzerin und Lektorin.

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Frisch eingetroffen: Edna O’Brien – The Little Red Chairs

One night, in the dead of winter, a mysterious stranger arrives in the small Irish town of Cloonoila. Broodingly handsome, worldly, and charismatic, Dr. Vladimir Dragan is a poet, a self-proclaimed holistic healer, and a welcome disruption to the monotony of village life. Before long, the beautiful black-haired Fidelma McBride falls under his spell and, defying the shackles of wedlock and convention, turns to him to cure her of her deepest pains.

Then, one morning, the illusion is abruptly shattered. While en route to pay tribute at Yeats’s grave, Dr. Vlad is arrested and revealed to be a notorious war criminal and mass murderer. The Cloonoila community is devastated by this revelation, and no one more than Fidelma, who is made to pay for her deviance and desire. In disgrace and utterly alone, she embarks on a journey that will bring both profound hardship and, ultimately, the prospect of redemption.

Moving from Ireland to London and then to The Hague, THE LITTLE RED CHAIRS is Edna O’Brien’s first novel in ten years — a vivid and unflinching exploration of humanity’s capacity for evil and artifice as well as the bravest kind of love.

Link zur Leseprobe

Edna O’Brien, author of the Country Girls trilogy, A Fanatic Heart, The Light of Evening, Saints and Sinners, and other widely acclaimed books, is a recipient of the Ulysses Medal, the 2011 Frank O’Connor International Short Story Award, the Los Angeles Times Book Prize, the National Arts Club Gold Medal, and the Irish PEN Lifetime Achievement Award, and is an honorary member of the American Academy of Arts and Letters. Her memoir, Country Girl, received the Argosy Irish Nonfiction Book of the Year prize from the Irish Book Awards. Born and raised in the west of Ireland, O’Brien has lived in London for many years.

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Jem Lester – Shtum

Ungekürzte Lesung
9:20 Stunden
Sprecher
Hörprobe bei audible *klick*

Zum Inhalt
Ben Jewell selbst und seine Ehe stehen kurz vor dem Zerbrechen.

Sein 11-jähriger Sohn Jonah ist autistisch, spricht weder mit seinen Eltern noch mit Lehrern und Ärzten und lebt fast völlig in sich selbst zurückgezogen. Als Ben und Jonah gezwungenermaßen zu Bens Vater Georg ziehen müssen, wohnen drei Generationen Jewells unter einem Dach – einer, der nicht sprechen kann und zwei, die nicht miteinander sprechen wollen.

Ben kämpft mit Behörden, Sozialarbeitern, Ärzten, seiner Familie und seinen eigenen Dämonen. Dabei lernt er eine Menge über sich selbst und andere, nicht weniges davon unangenehme Erkenntnisse.

Jonah, der in seiner eigenen Welt lebt, zwingt die Erwachsenen dazu, miteinander zu reden.

Zum Autor
Jem Lester arbeitet für neun Jahre als Journalist und erlebte den Fall der Berliner Mauer selbst mit, unterrichtete für neun Jahre Englisch und Medienkunde in weiterführenden Schulen. Er hat zwei Kinder, eines davon autistisch. Aktuell lebt er in London mit seiner Partnerin und ihren beiden Kindern.

Zum Sprecher
David Thorpe ist ein britischer Schauspieler und Sprecher von über 100 Hörbüchern.

Meine Meinung
Der Titel „Shtum” ließ mich auf ein Buch mit jüdischem Bezug schließen, die Inhaltsangabe hingegen klang ganz anders und machte vorsichtig neugierig. (Vorsichtig, weil mir Jean-Louis Fourniers autobiographischer Roman über das Leben mit seinen zwei schwerbehinderten Söhnen in sehr schlechter Erinnerung ist. Wo fahren wir hin, Papa? – Jean-Louis Fournier)

Jonah bereitet seinen Eltern nicht wenige Sorgen. Interaktive Kommunikation mit ihm ist in der Regel nicht möglich, er ist inkontinent, kann in Stresssituationen sich selbst und Andere verletzen und in der Förderschule hat er in sechs Jahren kaum Fortschritte gemacht, außer körperlichem Wachstum und viel Kraft. Jetzt steht der Wechsel auf eine weiterführende Schule an und im Schulbezirk wird an allen Ecken und Enden gespart. Da sind 200.000 Pfund pro Jahr für das von den Eltern ersehnte spezielle Internat nicht vorgesehen.

Anders als Rain Man verfügt Jonah auch nicht über die Inselbegabung, die viele Menschen im Umfeld seiner Eltern automatisch erwarten. Sind nicht alle Autisten in einem bestimmten Bereich hochbegabt? Jonah nicht und diese Erwartungshaltung frustriert seine Eltern noch zusätzlich.

Aus einem Grund, den ich hier nicht verraten möchte, wird entschieden, dass Ben und Jonah erstmal zu Bens Vater Georg ziehen sollen. Dies ist eine nicht weniger explosive Mischung, auch wenn die Ressentiments zwischen Georg und Ben anderer Natur sind als zwischen Ben und seiner Frau Emma, eine erfolgreiche Anwältin. Emma wünscht sich sehnlichst ein zweites Kind, Ben hat Angst vor einem weiteren schwierigen Kind, gibt sich selbst die Schuld an Jonahs Problemen.

Ben selbst ist nie wirklich erwachsen geworden, verlor seine Arbeit, weil er zu viel trank und ist jetzt offiziell in der Catering Firma seines Vaters angestellt, ohne sich dort in irgendeiner Form zu engagieren. Dementsprechend ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, Georg macht kein Hehl daraus, dass er nichts von Ben hält. Für Georg ist das tägliche Zusammenleben mit Jonah neu und er tritt seinem geliebten Enkel unbefangener gegenüber als dessen Eltern, erzählt ihm z.B. liebevoll und unermüdlich sehr persönliche Gute-Nacht-Geschichten.

Auf sehr einfühlsame und intensive Weise fesselt Ben Lester seine Leser, nimmt sie mit in das Leben eines Alleinerziehenden eines heranwachsenden schwer autistischen Sohnes. Offiziell wird das Buch als Roman verkauft, ist jedoch deutlich autobiographisch. Bens Ernüchterung, wenn die Kinder der Freunde Entwicklungssprünge machen, Jonah jedoch „an der grünen Ampel stehenbleibt“, keiner der zu Beginn der Grundschule zugesagten Fortschritte sechs Jahre später eingetroffen ist und Jonah in sich selbst versunken schweigt, während seine Familie sich nichts sehnlicher wünscht, als ein paar Worte von ihm, um sein Innenleben verstehen zu können.

Die Liebe, die Ben für seinen außergewöhnlichen Sohn empfindet, ist stets spürbar. Jonah liebt Schneekugeln, herumfliegende Federn und nackt im Garten herumzulaufen, teilt seine Freude jedoch kaum.

Die pseudo-verständnisvollen Mitarbeiter mancher Behörden lassen die Leser bzw. Zuhörer fast genauso verzweifeln wie Ben, auf der einen Seite Vorschriften und vermutlich teilweise Überlastung, auf der anderen die sehr persönliche und intensive Sorge um die Zukunft des eigenen Kindes.

Der Titel „Shtum“ ist perfekt gewählt, Jonah kann nicht sprechen, sein Vater und Großvater wollen nicht miteinander sprechen und haben viele Geheimnisse voreinander. Jetzt endlich werden sie gezwungen, sich einander anzunähern und auch ein anderes Verhältnis zu Jonah zu entwickeln.

David Thorpe ist für Ben der ideale Sprecher, vermittelt die Stimmung unterschiedlichsten Situationen und versteht es geschickt, jeder der Figuren eine eigene Stimme zu geben.

Fazit
Ein sicherlich weitgehend autobiographischer Roman über das Leben als Vater eines schwer autistischen Sohnes, der weder mit seiner Umwelt kommuniziert, deutliche Fortschritte in seiner Entwicklung macht, noch über die von vielen erwartete besondere Inselbegabung verfügt. Ben Lester zeigt meiner Meinung nach sehr einfühlsam und realistisch die täglichen kleineren und großen Probleme, die Gedanken und Gefühle der Erwachsenen und versucht auch, die (vermuteten) Gefühle des 12-jährigen Jonah darzustellen.

Alle Hauptfiguren sind lebendig und überzeugend aufgebaut, keine von ihnen auf den ersten Blick ein Sympathieträger, doch alle mit meist nachvollziehbaren Motiven.

„Shtum“ ist ein besonderes Buch, von dem ich hoffe, dass es auch bald auf Deutsch erscheint und seinen realen Hauptfiguren das Allerbeste wünsche.

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Linda Castillo – Among the Wicked

Ungekürzte Lesung
9:30 Stunden
Sprecherin: Kathleen McInerney
Hörprobe bei Audible: *klick*

Zum Inhalt
Kate Burkholder wird in diesem Fall von einer Dienststelle im Staat New York um Unterstützung gebeten. In einer sehr zurückgezogen lebenden amischen Gemeinde wurde ein 15-jähriges Mädchen tot aufgefunden und der Fall wirft bei den „englischen“ Behörden einige Fragen auf, zu denen die amische Bevölkerung schweigt. Kate wird gebeten, sich als Amische auszugeben und so vor Ort mehr Informationen zu sammeln.
John Tomasetti ist vehement gegen diesen Einsatz, nicht nur, weil Kate über keinerlei entsprechende Erfahrung verfügt, sondern auch weil sie praktisch von der Außenwelt abgeschnitten wäre, ohne moderne Möglichkeiten der Fortbewegung oder Kommunikation.
Als jedoch der Eindruck entsteht, dass Kinder, insbesondere Mädchen in dieser Gemeinde gefährdet sind, kann Kate nicht mehr ablehnen…

Zur Autorin (vom Verlag)
Linda Castillo wurde in Ohio geboren und arbeitete lange Jahre als Finanzmanagerin, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Ihre Thriller, die in einer Amisch-Gemeinde in Ohio spielen, sind ein internationaler Erfolg.

Zur Sprecherin
Kathleen McInerney ist in den USA als Schauspielerin tätig, u.a. auf Bühnen in New York, sowie als Sprecherin von Radio-Hörspielen, Hörbüchern und Cartoons.

Meine Meinung
Endlich ist er da, der achte Fall um Kate Burkholder, in dem der Schauplatz nicht das bereits vertraute Painters Mill, sondern Roaring Springs im Staat New York ist.

Dort soll Kate eine sehr konservative und zurückgezogene Gemeinde von Swartzentruber Amischen infiltrieren soll. Somit wird sie sehr kurzfristig in ein Leben geworfen, das sie in ähnlicher Form vielleicht selbst geführt hätte, noch dazu aus ihrer vertrauten Umgebung in den eisigen Winter im abgelegenen Norden, in mehr als einer Hinsicht weit entfernt von Tomasetti.

Der Krimifall ist wie üblich überzeugend konstruiert. Eigentlich ging es um die tote 15-Jährige und mögliche Kindeswohlgefährdungen in dieser Gemeinschaft, in der jedoch nichts so ist, wie es oberflächlich zu sein scheint – mehr möchte ich nicht verraten. Am Ende war es vielleicht ein wenig schnell und zu dramatisch, da hätte ich Kate gerade in jener Situation etwas mehr Umsicht gewünscht und auch zugetraut. Wobei die Auslösung in sich sehr schlüssig ist und nachdenklich über die menschliche Natur macht.

Für mich viel interessanter und gelungener ist die Darstellung von Kates inneren Kämpfen. Das Leben als (Schein-)Amische weckt bei ihr viele Erinnerungen und macht ihr immer wieder bewusst, wie unterschiedlich menschliches Verhalten und die Werte ihrer beiden Welten sind. Auf der einen Seite fast völliger Verzicht auf moderne Technik, eine eng verwobene Gemeinde, insbesondere für Frauen starke Einschränkungen aber auch enge Freundschaften und eine intensiv gelebte Religiosität, auf der anderen Seite ihre Rolle als Chief of Police und das (unverheiratete) Leben an der Seite von Tomasetti, in der sie ihre Erfüllung sucht.

Ihr wird immer wieder bewusst, dass sie sich schon als Kind schwer in der Gemeinschaft und dem Alltagsleben der Amischen tat, würde aber heute wie damals gerne dazugehören können – gleichzeitig möchte sie jedoch ihre Möglichkeiten und Freiheiten bei den „Englischen“ nicht aufgeben, wo sie eher nach ihren Neigungen leben kann. Diese Zerrissenheit spielt eine wichtige Rolle und zieht die Leser bzw. Zuhörer meiner Meinung nach sehr tief in die Geschichte. Die erwachsene Kate sieht ihre Mutter in einem ganz anderen Blickwinkel und auch das Leben ihrer Schwester, lernt damals Geringgeschätztes neu zu beurteilen.

Auch der Fall um das 15-jährige Mädchen weckt Erinnerungen, denn es gibt nicht wenige Parallelen zu ihrer eigenen Jugend – „nur“, dass Kate Burkholder mit dem Leben davon kam.

Durch den veränderten Schauplatz spielen Kates Kollegen nur eine sehr kleine Rolle. Während ihre Beziehung zu Tomasetti in den vorausgegangenen Bänden immer etwas wackelig war, sind die Gefühle der beiden inzwischen deutlich gefestigt und die erzwungene Fernbeziehung stellt sie vor eine ganz neue Herausforderung.

Für diese Reihe kann ich mir keine andere Sprecherin als Kathleen McInerney vorstellen. Sie verkörpert einfühlsam die spröde Kate Burkholder, vermittelt die Atmosphäre jeder noch so unterschiedlichen Szene und versteht es, jeder Figur eine eigenen Stimme zu verleihen.

Fazit
Spannend, wieder mit zahlreichen eingeflochtenen Informationen über das Leben der verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Amischen, sowie das Verhältnis von Amischen und „Englischen“, zeigt „Among the Wicked“ das Leben einer sehr strengen amischen Gemeinde von innen und führt Kate Burkholder einerseits zurück zu ihren Wurzeln, während sie andererseits weit entfernt von Heimat und Kollegen ein gefährliches Leben führt. Meiner Meinung nach einer der besten Bände der Serie.

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Frisch eingetroffen: Michael Ende, Charlotte Lyne – Jim Knopf findet’s raus

Wie entsteht ein Gewitter? Und wie weit ist es bis zur Sonne? Jim Knopf will alles ganz genau wissen. Am liebsten würde er sofort losfliegen und den Himmel erforschen, gemeinsam mit seinem besten Freund Lukas und der Lokomotive Emma. Doch eine alte gemütliche Lokomotive zum Fliegen zu bringen, ist gar nicht so einfach … 18 spannende Geschichten über Flugzeuge, Sternbilder, Regenbogen und vieles mehr!

Michael Ende (1929-1995) hat in einer nüchternen, seelenlosen Zeit die fast verloren gegangenen Reiche des Phantastischen und der Träume zurückgewonnen. Er zählt heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern und war gleichzeitig einer der vielseitigsten Autoren. Neben Kinder- und Jugendbüchern schrieb er poetische Bilderbuchtexte und Bücher für Erwachsene, Theaterstücke und Gedichte. Viele seiner Bücher wurden verfilmt oder für Funk und Fernsehen bearbeitet. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Preise. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von über 35 Millionen Exemplaren erreicht.

Charlotte Lyne, geboren 1965 in Berlin, studierte Germanistik, Latein, Anglistik und Italienische Literatur in Berlin, Neapel und London. Bevor sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach London zog, lebte sie einige Zeit in Glencoe, der schottischen Heimat ihrer Schwiegerfamilie. Charlotte Lyne arbeitet als Autorin, Übersetzerin und Lektorin.

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Frisch eingetroffen: Mhairie McFarlane – Es muss wohl an Dir liegen

Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers – denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.

Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Bereits ihr erster Roman “Wir in drei Worten” gelang der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Mit ihrem zweiten Roman “Vielleicht mag ich dich morgen” eroberte sie dann die Herzen der Leser im Sturm und kletterte bis auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

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Frisch eingetroffen: Nina George – Das Traumbuch

Ein Unfall verändert die Leben dreier Menschen: Edwinna, genannt Eddie, die Verlegerin für phantastische Literatur mit besonderem Gespür für das Wunderbare. Sam, der hochbegabte 13-jährige, der Klänge als Farben sieht und Menschen, Orte oder Stimmungen intensiver wahrnimmt als andere. Und Henri, Eddies einstiger Geliebter. Der ehemalige Kriegsreporter ist Sams Vater, der nach einem Unfall acht Minuten lang tot war und nun darum kämpft, aus dem Koma zu erwachen. Denn von dort, wo er beinah verlorengegangen ist, bringt er eine Botschaft für die, die er liebt.
Poetisch und wahr, klug und bewegend: Nina George erzählt in ihrem neuen Roman Das Traumbuch von den unbekannten Welten zwischen Leben und Tod, Realität und Traum – und von den kleinen Momenten, in denen sich Türen zu ganz anderen Lebenswegen öffnen. Die zu gehen wir uns nur nicht trauen.

Die Schriftstellerin Nina George, geboren 1973 schreibt Romane, Sachbücher, Thriller, Reportagen, Kurzgeschichten sowie Kolumnen. Ihr Roman „Die Mondspielerin” erhielt 2011 die DeLiA, den Preis für den besten Liebesroman. Für ihren Kurzkrimi „Das Spiel ihres Lebens” wurde Nina George 2012 mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr Roman „Das Lavendelzimmer” stand weit über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in 30 Sprachen übersetzt und eroberte auch international die Bestsellerlisten, so die New York Times Bestsellerliste in den USA, die Bestsellerlisten in England und Italien. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jens „Jo” Kramer, schreibt Nina George unter dem Doppel-Pseudonym Jean Bagnol Provencethriller. Nina George ist Beirätin des PEN-Präsidiums und Sprecherin der Initiative Fairer Buchmarkt. Sie lebt in Berlin und der Bretagne.

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Jim Kelly – Hot Potato

Der Film: Die Tochter eines Senators wird irgendwo in Asien entführt, und eine kleine Truppe unter Führung von “Black Belt” Jones macht sich auf sie zu befreien und alle zu verhauen, die dagegen sind.

In den 60er Jahren wurden in den USA sowohl Blaxploitationfilme sowie Martial-Arts-Filme populär, da war es nur eine Frage der Zeit bis jemand auf die Idee kam beides zu vermischen. Der Sportler Jim Kelly hatte gerade in “Enter the Dragon” gezeigt das er Leuten äußerst wirkungsvoll eine reinhauen konnte und war somit als Hauptdarsteller geradezu prädestiniert.

“Black Belt Jones” war noch ein zwar einfach gestrickter und dennoch recht unterhaltsamer Actionfilm für späte Samstagabende, sein Nachfolger hingegen ist an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten.
Wir sind jetzt im exotischen Asien, wo alles bunt und… naja, exotisch ist und wo böse Obergangster in beeindruckenden Behausungen hausen und auf der anderen Seite niedliche asiatische Kinder hinter dem Dorf ihren Wasserbüffel piesacken. Außerdem gibt es finstere Banditen, die in Bandenformation aus den Büschen springen und -wie all die anderen Finsterlinge die alle Nase lang auftauchen – von Jones und Kumpanen so lange gehauen werden bis sie A) wieder weggehen oder B) ohne Bewusstsein in der Landschaft verbleiben.

Wo wir gerade das Thema Bewusstsein haben: Das fehlte offensichtlich nicht nur den vertrimmten Finsterlingen, sondern auch Drehbuchautor (zumindest wird im Vorspann einer erwähnt – merkt man aber so nix von) und Regisseur, vom Rest der Belegschaft ganz zu schweigen.

Das unabhängige Kino der 70er Jahre hat einige zwar inhaltlich fragwürdige aber dennoch unglaublich unterhaltsame und originelle Filme hervorgebracht – und war darüber hinaus oft richtungsweisend und, was die Entwicklung des Mainstreamfilms angeht, einflussreicher als die Blockbuster der großen Studios. Es waren diese Independent-Produktionen die Grenzen niederrissen und oft auf geradezu anarchistische Art und Weise auf alle Regeln schissen und Unterhaltungskino machten.
Roger Corman ist sicherlich der König des Schundfilmreiches, doch auch viele andere Filmschaffende prägten diese oft sehr spassigen Unterhaltungsfilme denen eines gemeinsam war: Sie waren billig. Viele – nicht alle (!) – sahen auch so aus.

Das Handkanten-Kelly hier nicht wegen seines Schauspieltalents angeheuert wurde muß glaube ich nicht extra erwähnt werden. Und warum die Anderen vor der Kamera rumhängenden Hominiden erwählt wurden diese Zelluloidverschwendung mit Gesichtern und Körpern zu verschandeln wird wohl für immer eines der großen ungelösten Rätsel der Filmgeschichte bleiben – vor allem weil die Antwort sicherlich keine Sau interessiert!

Warum also all das hier? Warum nicht eine Rezension zu einem guten, sehenswerten Film?
Weil er so ein Schundfilm ist! Und zwar von der Sorte die den erstklassigen Schundfilm in Verruf bringt und für lange Zeit diskreditiert.

Und außerdem übt diese Art Film eine seltsame Faszination aus: War den Machern irgendwann klar was sie da tun? Denn für die Existenz von Filmen wie diesem scheint es kaum eine vernünftige Erklärung zu geben.

Und manchmal hat ausgelebte Fassungslosigkeit auch ihren Reiz!

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Louise Welsh – Tamburlaine muss sterben

Immer wieder ist er davongekommen – mit Glück, durch einflussreiche Freunde…
Doch als er nun vor dem Kronrat steht schwand es Christopher Marlowe, dem literarischen Tausendsassa und revolutionären Erneuerer des Theaters, das ihm seine Probleme dieses Mal über den Kopf wachsen könnten. Das Schriftstück – welches eindeutige Anspielungen auf Marlowes Werke, allen voran das umstrittene Stück “Tamburlaine” enthält – wird eindeutig ihm zugeschrieben.
Marlowe hat nur wenig Zeit der Sache auf den Grund zu gehen, und er kann sich nie sicher sein, wem er vertrauen kann.

Es ist meine Aufgabe als Buchhändler die Menschen, die mich im Laden – oder auch sonst – um Rat ersuchen mit guten Büchern zu versorgen, an welchen sie hoffentlich Gefallen finden.Über die Jahre entwickelten sich so gute Bekanntschaften oder gar Freundschaften mit jenen, die einen Buchgeschmack ähnlich dem meinigen haben. In vielen Fällen bleibt das Empfehlen lesenswerter Bücher mitnichten eine einseitige Sache….

So wurde ich auch auf dieses Buch aufmerksam, ein literarisches Kleinod, welches sowohl dem Leser historischer Romane wie dem Freund ausgefallenerer Krimis großes Vergnügen bereiten wird!
Es ist ein schmales Bändchen, kaum über 140 Seiten stark, der Inhalt entfaltet allerdings eine literarische Wucht, die in der heutigen Zeit ihresgleichen kaum zu finden vermag. Ausserdem setzt dieses Buch einem der einflussreichsten Dichter nicht nur seiner Zeit ein würdiges Denkmal.

Die Autorin führt uns hier in ein London jenseits der Paläste und des Adels – es sind dunkle Gassen und verkommene Spelunken, welche sie uns durch Marlowes Augen sehen lässt.
Über der ganzen Geschichte liegt eine bedrohliche Spannung, welche Louise Welch den gesamten Text über beibehält und die den eigentlichen Zusammenhalt der Geschichte darstellt, weniger die Frage nach der Auflösung des Rätsels, wer in der Gestalt des von Marlowe erdachten Tamburlaine hier für sein Verderben sorgen will.
Der gehetzte Dichter kann niemandem mehr vertrauen, denn auch der beste Freund wird auf der Folter irgendwann Verrat üben. Der Kronrat, immer darauf bedacht die eigene Macht und den Einfluss, der diesem Amt innewohnt zu erhalten, ist bereit alles zu tun dieses nicht zu gefährden. Die Verkommenheit der verrufenen Gassen durch welche sich Marlowe schlängelt setzt sich bis in die höchsten Kreise fort. Welch setzt hier die adligen Mitglieder des Rates der Bevölkerung von Londons Gosse irgendwie gleich: Beide versuchen zu sichern was sie haben und Reichtum und Einfluss wenn nicht zu vermehren beides doch zumindest zu erlangen.

Geschrieben in einer durchaus kunstvoll zu nennenden Sprache verleiht die Autorin Marlowes Erzählung durch die immer wiederkehrende Verwendung von Fäkalausdrücken eine große Authentizität – jenseits des Theatertextes ist das, was die Menschen sprechen ebenso profan wie heute auch immer noch.

Louise Welsh hat hier ein kleines großes Werk geschaffen, welches hoffentlich – durch eine längst fällige Taschenbuchausgabe womöglich – nicht, wie so viele Bücher, die besseres verdient hätten, der Vergessenheit anheim fällt.

Die in London geborene Louise Welsh studierte Geschichte und arbeitete lange in einem Antiquariat, bevor sie nach Abschluss eines “Creative Writing”-Studiums mit dem Schreiben begann.

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Garry Disher – Bitter Wash Road

Vor allem wegen seiner umstrittenen Rolle in einem Korruptionsskandal innerhalb der Polizei wird Constable Paul Hirschhausen – kurz Hirsch genannt – ins Nirgendwo der Australischen Provinz verbannt. Dort ist er nicht nur “Der Neue” in einer stetig gewachsenen Gesellschaft, welche schon seit Generationen verbunden ist, er gilt auch als Verräter, als “Ratte”.

Als ein junges Mädchen an einer einsamen Landstraße tot aufgefunden wird soll Hirsch den scheinbar klaren Fall – ein Unfall mit Fahrerflucht – untersuchen. Seine Versuche einige Ungereimtheiten zu klären werden von seinem Vorgesetzten abgewiegelt, und auch die von ihm befragten Zeugen scheinen einiges zu verbergen. Dann gibt es einen weiteren Todesfall, und wieder scheint der Tathergang keine Fragen offen zu lassen. Doch gegen alle Widerstände ermittelt Hirsch weiter, und er findet heraus, das in dieser Gegend nicht nur Straßen, sondern ganze Ortschaften aus Dreck gebaut sind….

Garry Disher wartet hierzulande noch auf seinen großen Durchbruch, der ihm mit diesem Werk durchaus gelingen könnte, zeigt dieses nicht nur einen großartigen Schriftsteller in der Nähe eines James Lee Burke, sondern gleichzeitig als kongenialen Chronisten des Australischen Hinterlandes.

Nun, Kleinstädte unter deren Oberfläche sich viele Schichten Schmutzes finden lassen gab es unzählige in der Kriminalliteratur, von Thompsons “180 Schwarze Seelen” über einige Werke Daniel Woodrells, William Days und Joe Lansdale – um nur diejenigen zu nennen deren Werke ich hier in meinem unmittelbaren Blickfeld habe.

Was Dishers Roman von vielen der oben genannten unterscheidet ist die Tatsache, das er – ähnlich dem ober erwähnten Burke – die Krimihandlung als Teil der Gesamtgeschichte der Gegend behandelt und sich nicht allein auf die Auflösung konzentriert.
Er verwendet viel Zeit und viele Seiten darauf zum Beispiel die Personen und ihre Verbindung untereinander und dem Land, das sie bewohnen zu schildern, so das wir als Leser ein recht genaues und umfassendes Bild des Hintergrunds der Geschichte erhalten.

Auch muß Hirsch neben seinen Ermittlungen noch die üblichen Arbeiten eines Constable verrichten, er muß verschwundene Schafe und gestohlene Rasenmäher suchen, eine Sportveranstaltung schützen und so weiter. Der eigentliche Kriminalfall ist hier nur Teil seiner Polizeiarbeit, auch wenn er die verschiedenen Spuren gegen den Willen seines Vorgesetzten – und eines Teiles der Bevölkerung – verfolgt.

Aufgrund seiner Rolle bei der Aufklärung eines Korruptionsfalles gilt Hirsch nicht nur bei seinen Kollegen als Verräter und Nestbeschmutzer, auch aus der Bevölkerung schlägt ihm unverhohlenes Mißtrauen und Ablehnung entgegen. Er erträgt dieses mit stoischem Gleichmut.
Er ist nicht etwa abgestumpft oder gleichgültig, er hat einfach – wie einige seiner Literarischen Brüder und Schwestern – einen moralischen Kompass, dessen Richtungsanzeige ihm wichtiger ist als die Strömung des ihn umgebenden Wassers.

Dabei macht ihn Disher nie zum oberschlauen Superhelden, Hirsch ist einfach ein guter Polizist, der seine Arbeit tut. Dabei haben seine vergangenen Erfahrungen sicherlich zu seiner defensiven Trotzhaltung gegenüber seinem Vorgesetzten und seinen Kollegen geführt.

Natürlich kann man Disher hier vorwerfen an der Landbevölkerung kein gutes Haar zu lassen. Allesamt sind sie entweder verkommene Perverslinge, tumbe Schläger oder einfach zu blöd, vor dem Pinkeln die Hose zu öffnen. Auch die Tatsache das der Handlungshintergrund – oben sprach ich dieses bereits an – nun wirklich alles andere als neu ist mag man ihm negativ ankreiden.

Auch wenn diese Vorwürfe sicherlich nicht ganz unberechtigt sind muß man jedoch folgendes bedenken:

Dieser Hintergrund – wie der gesamte Roman – funktioniert einfach. In den Händen eines minderen Autoren würden diese Vorwürfe sicherlich zutreffen, ein Schriftsteller wie Disher allerdings entkommt diesen Klischees durch die hohe Qualität seiner Arbeit. Und durch die Tatsache das er auch Nebenfiguren durchaus differenziert darstellt entgeht er auch dem Vorwurf, eine Gruppe von Menschen durch eine nicht zulässige Verallgemeinerung zu diffamieren.

Der australische Schriftsteller Garry Disher wurde vor allem durch seine Kriminalromane bekannt, neben seinen Thrillern um den Berufsverbrecher Wyatt (Ein “Verwandter” von Richard Starks “Parker) ist es vor allem Detective Inspector Hal Challis, der Dishers Ruhm begründet. Er schrieb des weiteren Sachbücher zur Geschichte Australiens, sowie einen Schreibratgeber und Kinderbücher. Garry Disher wurde für sein Werk mehrfach mit namhaften Preisen ausgezeichnet.

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