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John Grisham – The Whistler (Bestechung)

ungekürzte Lesung
13:10 Stunden
Sprecherin Cassandra Campbell
Hörprobe bei audible.de *klick*

Zum Inhalt (vom Verlag)
Von Richtern erwarten wir ehrliches und weises Handeln. Ihre Integrität und Neutralität sind das Fundament, auf dem unser Rechtssystem ruht. Wir vertrauen darauf, dass sie für faire Prozesse sorgen, Verbrecher bestrafen, eine geordnete Gerichtsbarkeit garantieren. Doch was, wenn ein Richter bestechlich ist? Lacy Stoltz, Anwältin bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida, wird mit einem Fall konfrontiert, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Ein Richter soll über Jahre Bestechungsgelder in unglaublicher Höhe angenommen haben. Lacy Stoltz nimmt die Ermittlungen auf. Schnell wird ihr klar: Dieser Fall ist hochgefährlich. Doch sie ahnt nicht, dass er auch tödlich enden könnte.

Zum Autor (von Amazon)
Kurz und knapp sind die meisten von John Grishams Buchtiteln: “Der Gefangene”, “Das Urteil”, “Der Anwalt”, “Das Testament”. Sie lassen bereits erahnen, dass der 1955 geborene Autor Jurist ist. John Grisham lebte in den 80er-Jahren als niedergelassener Anwalt in Southaven, Mississippi, und genau diese Tätigkeit brachte ihn schließlich zum Schreiben. Ein Vergewaltigungsfall mit einem minderjährigen Opfer ließ ihn nicht mehr los. So entstand sein erster Roman, “Die Jury”, den er neben einem 12- bis 14-stündigen Arbeitstag vorwiegend in der Nacht verfasste. Diesem ersten Bestseller sind seither weitere Thriller gefolgt, die ebenfalls die Bestsellerlisten stürmten.

Zur Sprecherin
Cassandra Campbell hat rund 200 Hörbücher aus den unterschiedlichsten Genres eingelesen und wurde mehrfach als Sprecherin ausgezeichnet.

Meine Meinung
John Grisham ist ein Meister des Kopfkinos, zur Verfilmung seines neusten Buches wird vermutlich nur wenig Zeit für die Erstellung eines Drehbuchs benötigt, so lebendig wurden die Bilder in meinem Kopf nach einigen Kapiteln. Diese ersten Kapitel waren voller Informationen über den Fall und zahlreiche Figuren, einen Teil davon hörte ich zwei Mal.

In den ersten Kapiteln werden die Hauptfiguren vorgestellt, vor allem Lacy Stoltz, die in Florida bei der Rechtsaufsichtsbehörde arbeitet. Im Alltag kümmert sie sich seit neun Jahren um Richter, deren Arbeit Anlass zu Beschwerden gibt. Ausgerechnet der selbst straffällig gewordenen Anwalt Greg Myers konfrontiert sie mit einem Fall, der mehr Sprengkraft hat als alle ihre bisherigen. Es geht um Korruption in großem Stil, in Verbindung mit einem Casino, das in einem Indianerreservat betrieben wird. Dort gelten nicht immer die im Rest der USA gültigen Gesetze, sondern teilweise die des Stammes bzw. dessen Chefs. Seine Informationsquelle, ein Whistleblower, will dem Unrecht nicht länger zuschauen und begibt sich dadurch in große persönliche Gefahr, denn die schnell intern als Küstenmafia bekannte Organisation geht nicht zimperlich mit ihren Widersachern um, wie Lacy und ihre Kollegen schnell feststellen müssen.

Die Perspektive wechselt mit dem Blickwinkel der Hauptfiguren, man erfährt einiges über das Zusammenspiel der Mitarbeiter der Rechtsaufsichtsbehörde mit anderen Behörden in den USA und das Leben im Reservat. Ein interessanter Aspekt ist, dass Greg und seine Informationsquelle auf Millionen Dollar für sich hoffen, wenn sich ihre Vorwürfe als wahr erweisen steht ihnen ein Teil des betrügerisch erworbenen Vermögens der Küstenmafia zu.

Die Figuren sind lebendig gezeichnet, alle mit ihren eigenen Ecken und Kanten, einer glaubwürdigen Vita und nachvollziehbaren Handlungsmotiven. Die persönliche Geschichte von Lacy, ihr Umfeld und ihre Entwicklung machen das Hörbuch noch spannender als es ohnehin schon ist.

Der Einblick in das Leben im Reservat war sehr interessant, obwohl es eigentlich ein Nebenaspekt ist. Ein Teil der Einnahmen des Casinos wird unter allen volljährigen Angehörigen verteilt, was den Lebensstandard und die Gesundheit einerseits deutlich verbessert, andererseits eine gute Ausbildung, egal ob schulisch oder gar ein Studium, für viele uninteressant macht. Zudem ist der Stamm gespalten, denn nur jene, die für das Casino waren, dürfen auch dort arbeiten und üppige Gehälter hinzuverdienen.

Cassandra Campbell gibt den Haupt- und Nebenfiguren passende eigene Stimmen, einige mit gut verständlichem Südstaatenakzent und vermittelt gekonnt die wechselnde Atmosphäre.

Fazit
Für mich einer der besten Krimis von Grisham, spannend, informativ und nicht ohne Kritik am Rechtssystem und der Gesellschaft. Er zeigt die Möglichkeiten korrupter Richter und Unternehmer deutlich auf, verpackt in einen meiner Meinung nach glaubwürdigen Fall, gibt Einblicke in das Leben auf dem Reservat und all dies mit sehr lebendigen Figuren. Am Ende bleiben kaum offene Fragen und Grisham macht deutlich, dass er irgendwie trotz allem an Gerechtigkeit glaubt.

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Frisch eingetroffen: Mechthild Gläser – Emma, der Faun und das vergessene Buch

Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr.
Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte.
Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

Buchspringer-Autorin Mechthild Gläser greift in diesem humorvollen Fantasy-Roman erneut ein literarisches Thema auf. Zum 200. Todesjahr von Jane Austen adaptiert sie Figuren und Motive aus den Büchern der beliebten Autorin und greift damit die schönsten Liebesromane der Literaturgeschichte auf, nicht ohne daraus eine ganz eigene fantastische Geschichte mit vielen Überraschungen zu zaubern.

Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren und hat Politik, Geschichte und Wirtschaft studiert. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie außerdem ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie liebt es, sich abstruse Geschichten auszudenken, und hat früh damit begonnen, sie aufzuschreiben. Inspiration dafür findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee.
Hier geht es zur Webseite von Mechthild Gläser: www.mechthild-glaeser.de

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Schnurren und Späße – Werke bayerischer Autoren gelesen von Erwin Brantl und Robert Ludewig, 29.01.2017, Karl-Valentin-Haus

Robert Ludewig und Erwin Brantl

Robert Ludewig und Erwin Brantl, Foto Marina

Drunt in der grünen Au… fand am vergangenen Sonntag eine äußerst kurzweilige Lesung für alle Fans der bairischen Literatur statt. Robert Ludewig und Erwin Brantl, ihres Zeichens Mitglieder der bayerischen Theatergruppe Südsehen, bescherten uns einen lustigen Abend mit den Spitzen der bayerischen Humors. Los ging es mit dem wohl berühmtesten Münchner Komiker: Karl Valentin und einem düsteren Sketch… Düster natürlich nicht im Sinne der Stimmung; Brantl und Ludewig forderten ihr Publikum auf, die Augen zu schließen, der Sketch spielte nämlich in einem finsteren Raum. Der Ort der Lesung war dabei ebenfalls mehr als passend gewählt, in dem Gebäude in der Zeppelinstraße 41 wurde Karl Valentin im Jahr 1882 geboren. Aber auch andere Urgesteine kamen nicht zu kurz: ob nun Georg Queris kurze Geschichten mit überraschenden Pointen oder Ludwig Thomas Beobachtungen der echten Bayern. So verschieden der Humor der Autoren auch ist, dank der lebhaften und passenden Vorträge unserer beiden Vorleser blieb kein Auge trocken und man konnte vielleicht sogar den ein oder anderen Autoren kennen lernen. Ein Highlight war sicher die berühmte Geschichte des grantigen Engel Aloisius, herrlich vorgetragen von Brantl und inklusive passender Schirmmütze und Harfe zum Frohlocken. Wem der Sinn nun auch nach diesen bayrischen Schmankerln steht, der hat am 11. Februar nochmals die Chance, dieser Lesung selbst zu lauschen. Um 19 Uhr in der bereits genannten Zeppelinstraße 41. Der Eintritt ist frei.

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Vorschau: Die Fledermaus, Premiere 02.02.2017, Hofspielhaus

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In Memoriam René Siegel-Sorell

©Blutenburg-Theater

Am 5. Januar 2016 ist mit René Siegel-Sorell eine besondere Persönlichkeit der Münchner Theaterlandschaft von uns gegangen. Der Schauspieler und Regisseur gründete im Jahr 1983 das  Blutenburg-Theater in einem ehemaligen Kino, zusammen mit seiner Frau Betty. Es war das erste Theater in Deutschland, das sich ausschließlich Krimis und Thrillern widmete, viele Schauspieler und Regisseure arbeiteten seitdem auf der kleinen Bühne und schenken seit mehr als 30 Jahren den Zuschauern Abend für Abend beste Unterhaltung und Gänsehaut. Andere Theater nahmen sich das Blutenburg-Theater zum Vorbild und so gibt es mittlerweile auch in anderen Städten wie Berlin oder Hamburg Kriminalbühnen, doch noch heute pilgern nicht nur Münchner zu den jährlich drei Inszenierungen in Sorells Theater. Ich selbst durfte 2009 ein Teil dieses besonderen Hauses werden. Damals begann ich gerade mit meinem Studium in München und fand in dem kleinen Theater mehr als nur einen Job. In den mehr als sieben Jahren durfte ich wundervolle Künstler kennen lernen, viel über die Welt des Theater erfahren und habe Freunde für’s Leben gefunden. Es ist eine unvergleichliche Institution, die René und Betty mit Herzblut und Liebe zum Theater auf die Beine gestellt haben. Die Zeit, in der der Chef noch selbst auf der Bühne stand, habe ich selbst nicht mehr erlebt. Aber immer wieder erzählen mir treue Besucher mit einem Lächeln, wie wundervoll er doch als seine Heiligkeit in „Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde“ oder als Teddy in „Arsen und Spitzenhäubchen“ war. Ich selbst erinnere mich gerne daran, wie er mehrmals die Woche Abends vor der Vorstellung bei dem verstimmtem Klavier neben der Theaterbar saß und zufrieden die Zuschauer beobachtete, die voller Vorfreude auf einen unterhaltsamen Abend in den Raum strömten. Immer wieder erzählte er mir von seinem Leben als Schauspieler, von den großen Künstlern mit denen er hatte arbeiten dürfen. Und alles klang nach einem spannenden und erfüllten Leben, das sich jeder der in der Theaterwelt arbeitet nur wünschen kann. Nicht nur die Mitglieder des Blutenburg-Theaters trauern um einen großen Mann, der nun die Bühne des Lebens verlassen musste. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, allen voran seiner Frau Betty, die ihn aufopferungsvoll durch die langen Monate seiner Krankheit begleitet hat und die nun das Theater im Sinne ihres Mannes weiterführen wird.

Danke für alles, René!

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Premiere: Die Zauberflöte, Sarré Musikprojekte, 21.12.2016, Alte Kongresshalle

Seit einigen Jahren sind die Produktionen der Sarré Musikprojekte bekannt für ihre einzigartige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Musiktheaterbereich. Mit der diesjährigen Weihnachtsproduktion Zauberflöte für Familien übertreffen sie jedoch alles bisher dagewesene.

Eine Oper, die nicht für Kinderstimmen geschrieben ist, nur mit Kindern und Jugendlichen aufzuführen, geht das überhaupt? Verena Sarré und Regisseurin Julia Riegel haben es gewagt und herausgekommen ist eine phänomenale Produktion, bei der selbst gestandene Opernbesucher eine Gänsehaut bekommen haben, weil sie diesen Moment erleben durften. Oder wie soll man es anders beschreiben, wenn eine Jugendliche eine fast perfekte erste Arie der Königin der Nacht singt, verstärkt zwar, aber ansonsten absolut großartig.

Die technische Seite war zwar noch etwas ausbaufähig, aber das wurde durch die Spielfreude der jungen Darsteller und die entzückende Inszenierung wieder wettgemacht. Man merkt dass sowohl Frau Sarré wie auch Julia Riegel gerne mit jungen Menschen arbeiten und sich voll auf sie einlassen können. Das Stück wurde leicht gekürzt und behutsam modernisiert, um es der heutigen Lebenswelt der jungen Generation anzupassen. Da sieht ein Prinz Tamino dann aus, als ob er gerade dem nächsten Manga entstiegen wäre und ein Monostatos hat etwas gollumhaftes an sich. Beides passt aber hervorragend ins Stück. Überhaupt sind die Kostüme von Eva-Maria Beldig sehr schön und passend, genau wie das einfache, aber wandlungsfähige Bühnenbild von Caroline Neven Du Mont.

Regisseurin Julia Riegel machte aus einem (wenn wir ehrlich sind) manchmal etwas langatmigen Stück einen kurzweiligen Abend, der aber trotzdem zum Nachdenken anregte. Jung und alt wurden gleichermaßen angesprochen und schon allein das ist eine sehr schwierige Aufgabe.

Eine sehr gute Idee fand ich, die Rollen der Damen, Sklaven, Priester und Knaben mit mehreren Kindern zu besetzen, so hatte man einerseits mehr Tiefe und andererseits konnte man mehr Kinder in die Produktion einbinden. Die Hauptrollen waren durchweg gut bis sehr gut besetzt. Allen gemeinsam war, dass sie sehr gut darstellten und auch wussten was sie darstellten. Insofern kann man die Vorbereitung dieser außergewöhnlichen Produktion gar nicht hoch genug loben.

Man kann nur hoffen, dass die fünf Vorstellungen vor Weihnachten nicht die Einzigen bleiben, denn diese zauberhafte Zauberflöte hat große Aufmerksamkeit verdient.

Mitwirkende:

Sarastro Simon Riegel

Königin Arabella Wäscher

Tamino Stefan Genevaux

Pamina Laetitia Stemp

Papageno Jonas Schleuning

Papagena Rosalie Zwenzner

Monostatos Lorin Wäscher

Sprecher Leonard Dick

Damen, Sklaven und Priester, Knaben und Knäbinnen: Kinder und Jugendliche der Sarré Musikprojekte & Akademie

Musikalische Einstudierung Verena Sarré

Regie Julia Riegel

Orchesterleitung Liviu Petcu

Bühnenbild Caroline Neven Du Mont

Kostüme Eva-Maria Beldig

Orchester Musiker der bayerischen Staatstheater

 

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Vorschau: Sarré Musikprojekte präsentiert zu Weihnachten die „Zauberflöte für Familien“ ab 21.Dezember 2016

Die gemeinnützige Sarré Musikprojekte gGmbH präsentiert als diesjährige Neuproduktion „Die Zauberflöte für Familien“ mit über 60 Kindern, Jugendlichen und Flüchtlingskindern in der phantasievollen und familiengerechten Inszenierung von Opernregisseurin Julia Riegel in der Alten Kongresshalle in München. Liviu Petcu dirigiert das Orchester mit Musikern der Bayerischen Staatstheater.

Die faszinierende Königin der Nacht, der witzige Papageno und das junge Liebespaar Pamina und Tamino begeistern seit über 200 Jahren Groß und Klein. Mozarts bezaubernde Musik wird von den jungen Stimmen der Sarré Musikakademie gesungen. Auch die anspruchsvollen Solopartien sind ausnahmslos mit besonders begabten Jugendlichen besetzt. Regisseurin Julia Riegel stellt das Thema „Initiation“ in den Fokus. Mit einer großen Portion Humor und Augenzwinkern werden grundlegende Fragen junger Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden thematisiert. Dabei werden die klassischen Märchenfiguren der Oper modernen Fantasy-Ikonen angenähert, die sich Bewährungsproben stellen müssen.

„Im Kern geht es um die Fragen wer ist gut, wer ist böse, wem kann ich trauen?“ sagt Julia Riegel zu ihrem Konzept. Geleitet und beschützt werden die Protagonisten von der Musik und der Macht der Liebe.

Das Bühnenbild gestaltet Caroline Neven DuMont, für die Kostüme zeichnet Eva Beldig verantwortlich. Die speziell für Familien konzipierte Ausstattung setzt auf ein außergewöhnliches Farbkonzept mit schillernden Kostümen, kombiniert mit einer raffinierten Lichtregie und modernem Videodesign. Die sternflammende Königin der Nacht wird tatsächlich strahlen und darf mit Spannung erwartet werden, denn sie wird das Publikum in eine faszinierende Märchenwelt entführen.

Die neue Version der Oper ist eine leicht gekürzte Fassung des Originalwerkes und hat eine Spieldauer von etwa zwei Stunden.
Ein Überraschungs-Vorprogramm speziell für die jungen Zuschauer gibt es jeweils 30 Minuten vor Beginn der Vorstellungen im Foyer.
Premiere ist am 21. Dezember 2016 um 17:30 Uhr in der Alten Kongresshalle München auf der Theresienhöhe.
Weitere Vorstellungen: 22. Dezember um 18:00 Uhr und 23.Dezember um 17:00 Uhr.
Tickets über MünchenTicket
Kontakt für weitere Informationen und Interviews mit dem Leitungsteam
Verena Sarré: info@sarre-musikprojekte.de
Franziska Stürz: presse@sarre-musikprojekte.de

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Interview mit Sina Beerwald (2)

© Michael Magulski, Picture Time

© Michael Magulski, Picture Time

Liebe Sina, wir haben gerade festgestellt, dass das letzte Interview fünf Jahre her ist. In dieser Zeit hat sich viel getan. Du bist vom historischen Roman ins Krimigenre gewechselt, gerade ist Dein neuer Roman Kräherwald erschienen. Er hat bereits einige sehr positive Rezensionen erhalten. Wie fühlst Du Dich jetzt im Krimigenre?

SB: Auf jeden Fall sehr wohl. Ich hab ja zunächst mal das lustige Krimigenre beackert mit meinen Mordsmöwen und dem Möwenalarm und dem Heringsmord, in dem ein schwäbisches Rentnerehepaar sein Unwesen auf Sylt treibt. Bei den lustigen Krimis war immer Sylt der Schauplatz und jetzt bin ich zurück im Thrillerbereich und da ist Stuttgart nun auch wieder der Schauplatz so wie bei meinem ersten Thriller Hypnose. Im Kräherwald ist es eine Geschichte, die aufbaut auf einen wahren Fall und davon ausgehend hab ich dann meinen Thriller gestrickt.

Wieso hast Du diese Nord-Süd-Trennung? Wird die so bleiben?

SB: Naja, was heißt Trennung? Dieses Nord-Süd vereine ich ja auch nun in mir. Es ist ja einmal das Schwabenland, wo ich herkomme, wo ich aufgewachsen bin, und seit neun Jahren ist mein Lebensmittelpunkt eben Sylt und so verbinde ich das, würde ich sagen. Ich habe es aber noch nicht geschafft, in einem Buch beide Handlungsorte unterzubringen, das wäre vielleicht auch noch einmal was. Aber mit meinen Schwaben auf Sylt habe ich ja schon einmal so ein bisschen eine Verbindung geschaffen. Also, ich würde sagen, da trenne ich ja nun nicht ganz strikt.

Ich meinte die Trennung auch eher zwischen Thriller und humoristischen Krimis.

SB: Also es bei mir so dass ich froh bin über diese Vielfalt, dass ich beides machen kann, so wie ich auch meine historischen Romane gemacht habe. Ich fühle mich in so vielen Genres zu Hause. Und ich bin auch sehr froh darüber, dass mir viele Leser dabei folgen. Dass sie sagen, ich lese von Sina Beerwald einen lustigen Krimi, ich lese dann aber genau so gerne ihre Psychothriller, die es dann in sich haben.

Und wird es auch irgendwann noch einmal eine Rückkehr zum historischen Genre geben?

SB: Das möchte ich nicht ausschließen. Warum denn nicht. Wenn ich in einem Genre gerade arbeite, dann fühle ich mich da sehr zu Hause, aber die Rückkehr zum historischen Roman, das möchte ich nicht ausschließen, nein.

Oder ein historischer Krimi?

SB: Auch das ist möglich, na klar.

Deine Figuren sind ja immer sehr lebendig und immer nah bei Dir. Du hast gerade erzählt, Du hast zwei Möwenkrimis geschrieben, wie hat das da funktioniert?

SB: Meine Möwen sind mir ja sozusagen zugeflogen. Ich wurde immer wieder gefragt, ob ich nicht mal einen Krimi schreiben will, der auf Sylt spielt, weil das bis dato nicht der Fall war. Ich wollte dann aber auch etwas schreiben, das so nicht in Posemuckelsdorf spielen könnte. Eines schönen Tages habe ich beobachtet, wie diese Möwen ein Fischbrötchen einer Frau aus der Hand heraus geklaut haben. Aber nur den Hering aus dem Brötchen herausgepickt, die Zwiebeln baumelten noch so in diesem zerrupften Brötchen. Die Frau war dann erst vor Schreck erstarrt, kuckte dann das Brötchen an und dann kuckte sie ihren Mann an und sagte „Bitteschön“ und und überreichte ihm dann die traurigen Überreste des Brötchens. Ich habe natürlich auch erst mal mitgelacht und dann habe ich gedacht: so, was wäre wenn das Ernährungssystem dieser frechen Möwen zusammenbricht? Es gibt bei uns auf Sylt einen Crepes-Stand, auf dem immer eine Möwe sitzt und Ausschau hält. Und das ist meine Möwe Ahoi geworden. Mein Ruf ist so gesehen ruiniert, weil ich dieses Buch sehr viel am Strand geschrieben habe, mit Manuskriptblock und Stift in der Hand, wie ich es gerne mache, und habe so die Möwen und ihr Umfeld immer vor Augen gehabt. Ich habe natürlich auch viel über die Möwen und ihre eigentliche Verhaltensweise gelesen. Weil die Möwen ja immer den Überblick über die Insel haben, habe ich mir erlaubt, den ein oder anderen Seitenhieb auf die Zustände hier auf der Insel mit einem Augenzwinkern einzubauen.

War es schwierig, den Möwen menschliche Züge zu verleihen?

SB: Nein, dieses Buch hat sich von selbst geschrieben. Diese Idee hat mich so verfolgt, hat mich nicht losgelassen, die habe ich in einer Nacht skizziert und das Expose entworfen. Morgens um fünf habe ich den Rechner zugeklappt, ich habe dieses Buch geschrieben, ohne auch nur irgendwas dran zu ändern, die Möwen standen mir vor Augen, ich musste da gar nicht viel dran tun.

Wird es noch einen Nachfolger geben?

SB: Auch das. Sicher ist schon, dass es einen Nachfolger zum Heringsmord geben wird. Meine Camper werden weiter auf Sylt ihr Unwesen treiben. Mit den Möwen hatte ich ja mit dem Möwenalarm schon einen zweiten Teil vorgelegt und ich vermute fast, dass die Bande keine Ruhe geben wird.

Du hast Dich jetzt in Kräherwald einer sehr speziellen psychischen Krankheit gewidmet, wie bist Du darauf gekommen? Der Story liegt ja ein realer Fall zugrunde.

SB: Angelehnt an einen wahren Fall habe ich es insofern, als es einen Leichenfund gab vor vielen, vielen Jahren im Main. Dieses Mädchen, das dort gefunden wurde, war niemals als vermisst gemeldet worden. Es ist auch bis heute nicht geklärt, wo dieses Mädchen eigentlich herkommt. Klar ist nur, dass es in der Nähe von Frankfurt gelebt haben muss, das konnten man aufgrund diverser Untersuchungen feststellen. Diese psychische Erkrankung, auf die Du anspielst, das ist etwas anderes, das hat mit diesem Fall nichts zu tun, da war es ein Zeitungsartikel, durch den ich drauf gekommen bin und davon gelesen habe. Ohne da jetzt zu viel zu verraten, aber das ist eben eine Erkrankung, die nun Gottseidank zwar nicht so häufig ist, aber es eine sehr hohe Dunkelziffer gibt. Das hat mich so berührt, als ich das gelesen habe. Das war der zweite Ansatzpunkt, bei dem ich gesagt habe, diese Erkrankung möchte ich thematisieren, dass man vielleicht, wenn man das Buch gelesen hat, mal mit offeneren Augen durch die Welt geht und solche Dinge vielleicht auch erkennt.

Was meinst Du, warum es so eine hohe Dunkelziffer gibt? Wollen die Menschen es vielleicht nicht sehen, weil es so unglaublich ist?

SB: Bestimmt, aber auch, das gehört mit zu dieser psychischen Erkrankung, dass die Menschen sehr, sehr gute Schauspieler sind. Selbst Ärzte haben mir bestätigt, dass Erkrankte leugnen, auch wenn man sie direkt darauf anspricht, weil sie die Problematik selbst nicht erfassen können. Oft ist es dann so, dass erst ein Videobeweis zur Konfrontation hilft, dem Betroffenen das klar zu machen, was eigentlich los ist.

Nun ist Tessa als Reporterin ja prädestiniert für weitere Fälle. Ist da schon was in der Pipeline?

SB: (lacht) Ja, meine Pipeline 🙂

Ich kann mir vorstellen, die ist ziemlich lang…

SB: Die ist allerdings ziemlich lang und ich bin mir auch sehr sicher, dass da was in der Pipeline ist, ja.

Neben Deinen Romanen hast Du ja auch ein Sachbuch über den Ort, an dem Du lebst, veröffentlich, 111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss. Was hat Dir dabei denn am meisten Spaß gemacht?

SB: Spaß macht mir alles, was mit Sylt zu tun hat. Es war vor allen Dingen für mich eine neue Erfahrung, denn in diesem Buch durfte ich pro Örtlichkeit nur eine gewisse Textlänge verwenden und plötzlich auf Zeile schreiben zu müssen, wie ein Journalist es tun muss, dort meine ganzen Ideen und die Information, die ich dazu unterbringen möchte, hineinzubekommen, war für mich eine Herausforderung. Hier kann ich schon verraten, dass es einen Nachfolger geben wird, er kommt jetzt im Frühjahr und wird heißen 111 Orte auf Sylt, die Geschichte erzählen. Geschichte und Geschichten. Es ist unglaublich viel passiert auf Sylt, es waren auch sehr viele Schriftsteller auf Sylt, Thomas Mann, Carl Zuckmayer, Stefan Zweig, also wirklich große Literaten, und denen ist immer auch nachweislich etwas auf Sylt passiert, was sich auch zu Erzählen lohnt, aber auch die Geschichte des Bades, da gibt es sehr viele Geschichten, da bin ich gerade dran.

Wie bist Du bei der Auswahl vorgegangen?

SB: Die Auswahl ergibt sich bei mir von selber. Ich wurde immer gefragt, wie ich denn auf dem nur 110 Quadratkilometer großen Sylt 111 Orte finden konnte. Das geht sehr gut. Das geht sogar so gut, dass ich immer noch eine Auswahl treffen konnte und mir überlegen konnte, manchmal auch überlegen musste, nehm ich den Ort jetzt mit rein oder nicht. genauso jetzt bei dem Nachfolger, erzähl ich jetzt diese Geschichte oder erzähle ich eine andere, da hab ich wirklich die Qual der Wahl.

Und was ist dann ausschlaggebend für Dich gewesen?

SB: Das ist natürlich auch immer ein bisschen subjektiv. Es wird immer jemanden geben, der fragt, warum dies oder jenes nicht enthalten ist, aber für ist dann einfach wichtig, was ich für erzählenswert halte. Bei den 111 Orten sind es natürlich auch Örtlichkeiten, die Besonders sind, über die man vielleicht nicht gleich drüber fällt. Mich sprechen auch manchmal Insulaner an, die sagen: Das wusste ich ja gar nicht. Ich lebe hier auf der Insel, ich bin hier geboren, aber das kannte ich gar nicht.“ das ist für mich dann natürlich ein ganz, ganz großes Kompliment.

Könntest Du Dir das auch für Stuttgart vorstellen?

SB: Ja, allerdings gibt es das schon für Stuttgart, die 111 Orte, aber das hätte ich natürlich sonst auch gerne gemacht. Sylt ist für mich Herzensheimat und natürlich, Stuttgart ist Heimat.

Hast Du das von Stuttgart gelesen und bist Du mit der Auswahl einverstanden?

SB: Auch da ist es so, dass es subjektiv ist, aber in weiten Teilen hätte ich es auch so gemacht. Wer weiß, vielleicht gibt es da noch einen Teil Zwei von den Stuttgartern, das ist ja auch möglich.

Hat sich Dein Schreibprozess irgendwie verändert?

SB: Nein, nur der Espressokonsum ist etwas höher geworden

Noch höher?

SB: Ja, seit ich die Tasse von Emons habe. Ich arbeite nach wie vor am Liebsten gerne Nachts, so weit sich das ermöglichen lässt. Ansonsten gilt eben auch, eine Muse hat ihre Geschäftsstunden. Ich bin nach wie vor freiberuflich und in der Hauptsache als Schriftstellerin tätig. Das gibt mir natürlich auch gleichzeitig viel Freiraum und ermöglicht mir eben auch, die Projekte umzusetzen, die mir am Herzen liegen.

Du bist sehr produktiv, in den vergangenen beiden Jahren sind jeweils zwei Bücher von dir erschienen. Musst Du nicht mehr so viel recherchieren oder geht der Schreibprozess so schnell?

SB: Nein, es ist das parallele Arbeiten. An 111 Ort, die Geschichte erzählen bin ich im Grunde seit zwei Jahren dran, eigentlich noch viel länger, weil ich schon immer diese Geschichten gesammelt habe und deswegen schon einen gewissen Fundus hatte. Die ganze Archivarbeit beispielsweise habe ich jetzt schon die ganze Zeit parallel gemacht. Bei solchen Projekten geht es sehr gut, parallel zu arbeiten, weil man eben nicht immer gerade textproduktiv ist und da kann man natürlich solche Recherchearbeiten machen.Das eignet sich ganz wunderbar, deshalb darf man das nicht so geradlinig sehen. Manchmal besteht mein Arbeitstag halt auch nicht nur aus acht Stunden, sondern aus zwölf oder mehr Stunden.

Gibt es noch ein Projekt, das Dir total am Herzen liegt, das Du aber noch nicht umsetzen konntest?

SB: Nein, ich hatte bisher immer das Glück, alles, was mir am Herzen lag, umsetzen zu dürfen.

Gibt es noch irgendwas, was Du Loswerden möchtest?

SB: Ich freue mich, dass wir dieses Interview gemacht haben und das Revival nach der langen Zeit. Ich finde es immer sehr spannend und schön Deine Fragen zu beantworten, weil sie von Dir immer mit sehr viel Bedacht überlegt sind und das ist für mich umso schöner.

Vielen Dank für das Lob und für Deine Bereitschaft zu dem Interview!

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Lesung Laksmi Pamuntjak, 20.10.2016, Haus des Buches Frankfurt

Die Veranstaltung wurde souverän moderiert von Claudia Kramatschek, die deutschen Textausschnitte trug Jochen Nix vor – den nicht nur ich mir als Sprecher für eine Hörversion wünschte. Die Stühle waren fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Zu Beginn wurde die diesjährige Preisträgerin des LiBeraturpreises kurz vorgestellt, dann erzählte sie, wie sie auf die Idee zu „Alle Farben Rot“ kam und über ihre rund zehnjährige Arbeit an dem Roman.

Schon als Schülerin missfiel ihr ihr Darstellung der Ereignisse von 1965* nicht, alles wurde schwarz-weiß durch Lehrer und Schulbücher vermittelt. Ihr Vater, eigentlich ein überzeugter Anti-Kommunist, habe sie schon früh gelehrt, alles zu hinterfragen.

Im Mittelpunkt steht das Liebespaar Amba und Bhisma, die während der Unruhen getrennt werden. Amba sucht intensiv nach Bhisma, der unauffindbar ist und erst Jahrzehnte später erhält sie Hinweise, dass Bhisma damals auf die Gefängnisinsel Buru verschleppt wurde. Buru sei damals eine Art tropisches Gulag gewesen, auf dem Suharto alles des Kommunismus Verdächtigten verschwinden lassen wollte. Sie wurden zur Zwangsarbeit bzw. Umerziehung auf die Insel geschickt und veränderten dort sowohl die Landschaft als auch die Gesellschaft.

Dann folgte eine kurze Lesung aus dem indonesischen Originaltext, sowie die Erklärung, dass Indonesisch noch keine 100 Jahre als sei und als klassenlose Lingua Franca eingeführt wurde, um das soziale Unterschiede betonende Javanesisch** zu ersetzen.

Im Anschluss las Jochen Nix eine längere Passage vor, die im Dezember 1973 spielte und die Situation im damaligen Indonesien eindrücklich vermittelte. Später folgten noch weitere Abschnitte.

„Alle Farben Rot“ war nicht der erste indonesische Roman, der die Ereignisse von 1965 und deren Folgen in den Mittelpunkt stellte. Seit Beginn des neuen Jahrtausends habe die zunehmende Redefreiheit die öffentliche Auseinandersetzung damit ermöglicht und große Verlage haben aktiv nach alternativen Darstellungen der historischen Ereignisse gesucht. Zuvor seit es eher die Domäne der kleineren Verlage gewesen.

Laksmi Pamuntjak wollte jenen Menschen eine Stimme geben, deren Erlebnisse und Ansichten zuvor keine Raum in der Öffentlichkeit haben durften. Romane sollten nicht über die Geschichte urteilen, sondern alternative Sichtweisen liefern. Im Gegensatz zur offiziellen Darstellung sind in „Alle Farben Rot“ die Rollen weitgehend umgekehrt verteilt, es ist klar, wer hier die Opfer sind – die jedoch nicht alle unschuldig an ihrem Schicksal waren.

Das Schlüsselerlebnis für die Entstehung des Romans in seiner endgültigen Fassung war ein Besuch der Insel Buru mit einem 80-jährigen ehemaligen Häftling im Jahr 2006. Er habe ihr seine Erfahrungen dort sehr lebendig vermittelt, konnte an den Originalschauplätzen über eigene Erlebnisse berichten, auch wenn von dem damaligen Gefangenenlager praktisch nichts mehr sichtbar war. Während heute Besucher eine idyllische Insel wahrnehmen, ließ er das Lager vor ihrem inneren Auge entstehen, zeigte vermittelte das vielschichte Verhältnis zwischen Wächtern und Gefangenen und vor allem die Bedeutung von Vergebung.

Danach sei ihr bewusst gewesen, dass sie eine große Verantwortung gegenüber den Betroffenen habe, deren Erfahrungen so authentisch wie möglich wiederzugeben, auch wenn sie es selbst nicht miterlebt hat.

Ein zweites wichtiges Element ist das indische Nationalepos Mahabharata, das auch bis heute in Indonesien eine große Bedeutung hat. Viele Kinder werden nach den Figuren aus dem oft als Schattentheater aufgeführten Epos benannt und es würden viele moralische/philosophische Themen behandelt.

Im Mahabharata sei Bhishma ein Krieger, der über die besondere Gabe verfüge, den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen zu können. Im Roman habe Bhishma das Schicksal erst 12 Jahre im Gefängnis zu überleben um dann mitzuerleben, wie die Geschichte sich wiederhole. Es habe sie sehr erschreckt zu sehen, wie es wieder zu Religionskriegen auf einigen der Insel kommen könne – ähnlich wie Bhishma, der im Kreislauf der Geschichte gefangen sei und immer wieder das Gleiche erleben müsse.

Laksmi Pamuntjak wollte auch darstellen, dass Toleranz und Liebe insbesondere in einer künstlich geformten und multikulturellen Gesellschaft wie Indonesien von besonderer Bedeutung seien. Man müsse dort an die Liebe glauben, nur durch Empathie sei Verständnis möglich. Ihrer Ansicht nach war die Veröffentlichung des Filmes „The Act of Killing“ von Joshua Oppenheimer (2012) ein wichtiger Schritt gewesen. Erstmal sprachen Täter vor laufender Kamera über ihre damaligen Taten, danach sei es nicht mehr möglich gewesen, die Ereignisse zu leugnen. In der jetzigen Regierung säßen immer noch Mitglieder der alten Elite, die radikale Maßnahmen befürworten. (Todesstrafe, chemische Kastrierung wurden als Beispiele genannt.) Der Film „Look of Silence“ (2014) stelle die Sicht der Opfer dar und hätte nur mit Guerillataktik gefilmt werden können.

Es sei eine komplexe Situation gewesen, zu der es nicht zufällig oder überraschend gekommen sei, beide Seiten trügen einen Teil der Schuld – was jedoch nicht das damalige Vorgehen entschuldigen würde. Jedoch wären z.B. in Südafrika nach dem Ende der Apartheid Versöhnungskomitees eingeführt worden, in Indonesien würde mit der Todesstrafe reagiert.

Sie hoffe auf eine positive Entwicklung in Indonesien und bedankte nach rund 1,5 Stunden sich beim Publikum für das Interesse. Danach nahm sie sich viel Zeit beim Signieren, um weitere Fragen zu beantworten. Derzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Buch, über dessen Thema sie noch nichts verraten wollte.

*
Aufstieg Suhartos, Militärdiktatur *3SAT*
Artikel aus der Zeit von 1967 *klick*

**
Javanesisch (und noch etwas gelernt)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Javanische_Sprache

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Frisch eingetroffen: Sabine Kornbichler – Wie aus dem Nichts

€ 12,99 [D], € 13,40 [A]
Erscheint am 02.11.2016
368 Seiten, Broschur
ISBN: 978-3-492-30873-1

Lügen können Leben zerstören, die Wahrheit aber auch. Das weiß Dana Rosin nur zu gut. Die Inhaberin einer Alibi-Agentur hat schon vor langer Zeit einen Pakt mit der Lüge geschlossen. Ihr neuer Freund Alex – ein Enthüllungsjournalist und Verfechter der Wahrheit – lehnt ihre Einstellung allerdings strikt ab. Doch dann wird er eines Morgens erschossen, während sich Dana in letzter Sekunde vor dem Mörder verstecken kann. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass Alex nicht der war, als der er sich ausgegeben hat. Wer aber war er dann? Und warum musste er sterben? Fragen, die Dana nicht loslassen – und ihr Leben in Gefahr bringen.

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Sabine Kornbichler, geboren 1957, wuchs an der Nordsee auf und arbeitete in einer Frankfurter PR-Agentur, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Schon ihr erster Roman, »Klaras Haus«, war ein großer Erfolg. Mit »Das Verstummen der Krähe«, ihrem ersten Kriminalroman um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, wurde sie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sabine Kornbichler lebt und arbeitet als Autorin in München.

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