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Lesestoff 2008 – 46

Der Himmel aus Bronze: Die Steine des Gorr – Viola Alvarez

Gebundene Ausgabe: 446 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785716192
ISBN-13: 978-3785716199
Größe: 20,4 x 12,8 x 4 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

Als im kältesten aller Winter in den Wäldern des Gorr fünfzehn tote Männer gefunden werden, geraten die Dorfbewohner in Panik. Die Toten, aufgereiht wie zerbrochen Zweige, sind unerklärlicherweise mit Eis überzogen und ihre Augen fehlen. Um mögliches Unheil abzuwenden, schickt der grausame Rhinn ausgerechnet den sechzehnjährigen Hayso, Wasser von der Quelle bei “Den Steinen” zu holen, einer geheimnisvollen Kultstätte. Ohne Hoffnung lebend zurückzukehren, macht sich Hayso auf den Weg. Er ist ein Außenseiter, elternlos und durch seine schlechten Augen beeinträchtigt. Durch ein ausgeklügeltes Zählsystem kommt er unversehrt bei “Den Steinen” an. Doch was er dort findet, ist weitaus rätselhafter als die fünfzehn toten Männer. Bald schon wird Hayso klar, dass er nicht zufällig hier ist: Er ist der Erwählte, der “Das Geheimnis des Himmels” finden muss, um es vor den Mächten des Bösen zu schützen …

Über die Autorin:

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Meine Meinung:

Viola Alvarez entführt uns in ihrem neuen Roman in die Bronzezeit. Da ich noch nie etwas aus der Bronzezeit gelesen habe, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, kein Empfinden für “Richtig” oder “Falsch”. Trotzdem habe ich immer das Gefühl einer Vergangenheit, wie sie gewesen sein könnte. Die Namen sind ungewohnt, aber einprägsam und die Handlung ist spannend und wie fast schon gewohnt bei Viola in einer wunderbaren Sprache erzählt.

Dies ist der erste Band einer Trilogie, ich nehme an, dass viele Fragen, die sich nach dem Lesen ergeben haben, in den Nachfolgebänden wie Puzzleteile an ihren Platz fallen werden. Fürs erste freue ich mich jedenfalls schon auf den nächsten Teil.

Mein Fazit:

Ungewohnt, aber sehr lesenswert.

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Ballett, märchenhaft

Ich bin ja eigentlich kein Ballettmensch. Wenn man es genau nimmt, habe ich, soweit ich mich momentan erinnern kann kann,  noch nie eins gesehen. Oder zumindest hat mich keines nachhaltig beeindruckt. War bisher nicht so meins. Insofern hatte ich heute doppelte, wenn nicht sogar dreifache Premiere.

Beim Theaterfest hatte ich ja schon einen Ausschnitt gesehen und die Musik zusammen mit dem Tanz hatten eine magische Wirkung. Als also meine Freundin mit Tochter gehen wollte und gerade noch drei Plätze zusammen frei waren, kaufte ich mir kurzerhand auch eine Karte. Später schloss sich dann noch meine zweite Freundin samt ebensolcher Tochter an.

Vor der Aufführung gab es eine Einführung, die sehr interessant war und ohne die wir vermutlich einen bestimmten Punkt später nur schwer verstanden hätten.

Das Bühnenbild ist sehr schön und schlicht, die Wüste wird anschaulich dargestellt. Die Kostüme sind toll, farbig, kindgerecht. Nur dem Fuchs, dem hätte ich zum besseren Verständnis Ohren oder einen Schwanz verpasst, die andere Person wäre meines Erachtens darunter auch noch zu erkennen gewesen. Tänzerisch hat es mir sehr gut gefallen, wobei die Schlange und die Rose neben dem kleinen Prinzen und dem Piloten besonders hervorstachen und auch mit tosendem Beifall bedacht wurden.

Die Musik hat sehr gut dazugepasst, es war wirklich faszinierend, wie sie die Darbietung auf der Bühne gleichzeitig gestützt und umhüllt hat.

Das Enzige, was mir gefehlt hat, war eine Pause. Auch wenn es insgesamt nur 75 Minuten dauert und sich auch keine Stelle richtig anbietet, für die Kinder war es meiner Meinung nach zu lang. Eine, wenn auch nur kurze, Unterbrechung mit etwas Bewegung schafft neue Aufmerksamkeit. Was im übrigen auch für die Erwachsenen gilt, die vor 15 Uhr schon Wein getrunken haben und dann in der Wärme und Dunkelheit des dritten Ranges Schwierigkeiten haben, aufmerksam zu bleiben.

Insgesamt eine gute neue Erfahrung, eine sehr schöne und kindgerechte Produktion, das war möglicherweise nicht die letzte Ballettvorstellung im Theater meines Vertrauens, die ich besuche.

Der kleine Prinz

Münchner Erstaufführung – FÜR DIE GANZE FAMILIE
Tanzstück nach LE PETIT PRINCE von Antoine de Saint-Exupéry (Editions Gallimard, 1946); Musik von Erik Satie in der Bearbeitung von Bernfried E.G. Pröve
Sonntag, 19. Oktober 2008
15.00 – 16.15 Uhr

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Nachtgedanken, messegeschädigt

Diese Woche stand im Zeichen der Bücher. Nach dem Forumstreffen letzten Samstag heute Buchmesse in Frankfurt. In Erinnerung werden mir sicher die ellenlangen Wege bleiben. Dachte ich am Mittag noch, die Laufbänder sind nur für Fußkranke, benutzte ich sie schon auf dem Rückweg von der sehr entlegenen Halle mit der englischsprachigen Literatur selbst. Hier habe ich übrigens mein erstes Leseexemplar abgestaubt. Rezension folgt zu gegebener Zeit. Bei der Lesung von Sebastian Fitzek traf ich noch andere nette Eulen und es wurde noch ein netter Nachmittag. Das Highlight des Tages war jedoch die zufällige Begegnung mit dem Autorenehepaar Corinna und Jörg Kastner auf dem Weg zum Bahnhof. Und jetzt sitze ich hier zwischen lauter Fußballfans in der Bahnhofskneipe und warte auf die Abfahrt meines Zuges. Ein schöner Tag!

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Singspiel, entzückend

Bevor ich 8 Tage auf Entzug gehe, musste ich natürlich heute Abend mein derzeitiges Lieblingsstück anschauen. Heute mal vom zweiten Rang gaaaaanz links, auch eine interessante Perspektive.

Wenn der Herzog singt:

Das Feu’r, im Schnee entzündet, musste frieren,
der Schnee, im Feu’r gefrierend, musste brennen

müssten Cloris eigentlich die Knie weich werden, das wäre eine normale Reaktion. Stattdessen läuft sie weiter Enrico hinterher. Eigentlich schon interessant, dass es schon zu Calderons Zeiten so war, dass manche immer das haben wollen, was sie nicht bekommen können.

Dagi fragt sich, warum der Herzog Enrico mit der Draisine umfährt. Ganz einfach: weil er es kann. Reine Machtdemonstration.

Langsam nähere ich mich dem Stück ein bisschen an und entdecke neue Details für mich. Heute zum Beispiel ein wirklich wunderschönes Holzbläser-Solo (Klarinette? Ich bin so ein furchtbarer musikalischer Laie) direkt vor der Arie des Enrico “Schütze mich, oh güt’ger Himmel” im dritten Aufzug.

Auf dem Heimweg, wenn ich mich nicht gerade in Na’ntukai befunden habe, gingen mir Liedfetzen im Kopf herum: dass auch Mädchen können schweigen – Liebe! Liebe! Deine Macht – ich ermord ihn – giftsprüh’nde Eifersucht. Das hält jetzt bestimmt wieder ein paar Tage an.

Für mich wieder ein sehr schöner Abend. Danke an alle, die ihn dazu gemacht haben.

Staatstheater am Gärtnerplatz

Liebe und Eifersucht

Die Schärpe und die Blume
Singspiel in drei Akten von E.T.A. Hoffmann
Libretto vom Komponisten nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel nach Pedro Calderón de la Barca
Freitag, 10. Oktober 2008
19.30 – 22.15 Uhr

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Oper, moralisch

Ich hatte ja lange hin und her überlegt, ob ich heute ins Gärtner gehe und mich letztendlich dafür entschieden. So kam ich jetzt endlich mal in den Genuß des alternativen Schlusses, bei dem das Gute triumphiert. Irgendwie. Zukünftig werde ich reinen Gewissens meine Karte in die grüne Box werfen. Lady Pamela ist doch die größere Strafe.

Ansonsten mag ich den Platz im dritten Rang fast so sehr wie den in der ersten Reihe. Während ich bei letzterem dem Bühnengeschehen nur ausschnittsweise folgen kann, habe ich bei ersterem den vollen Überblick. Leider waren dafür die Sänger im zweiten Akt teilweise kopflos.

Die, die heute abend das Theater dem Biergarten vorgezogen haben, sahen eine unterhaltsame Vorstellung mit Mitwippmusik und einer guten Ensembleleistung. Ich mag die Chorszenen genauso wie die restlichen Stücke und ich bin dem Gärtner sehr dankbar, dass es mich auf diese schöne Musik aufmerksam gemacht hat, die auch zu Hause ab und zu läuft. Besonders gut gefallen hat mir heute Holger Ohlmann als Matteo und ich habe mich gefreut, dass Stefan Sevenich entgegen der Besetzungsliste auf dem Homepage den Giacomo gesungen hat.

Mal wieder ein schöner Abend im Theater meines Vertrauens. Danke!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Fra Diavolo

Mittwoch, 08. Oktober 2008
19.30 – 21.55 Uhr

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Lesestoff 2008 – 45

The book thief – Markus Zusak

Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Corgi (31. August 2007)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552773891
ISBN-13: 978-0552773898
Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 3,8 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

1939 – Nazi Germany – The country is holding its breath. Death has never been busier. Liesel, a nine-year-old girl, is living with a foster family on Himmel Street. Her parents have been taken away to a concentration camp. Liesel steals books. This is her story and the story of the inhabitants of her street when the bombs begin to fall. Some important information – this novel is narrated by death. It’s a small story, about: a girl; an accordionist; some fanatical Germans; a Jewish fist fighter; and quite a lot of thievery. Another thing you should know – death will visit the book thief three times.

Über den Autor

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Meine Meinung:

Ich hatte dieses Buch schon öfter in der Hand, aber richtig damit beschäftigt habe ich mich erst damit, nachdem ich den sehr sympathischen Autor in Leipzig auf zwei Lesungen gesehen hatte.  Bereits dort fiel mir die wunderschöne Sprache auf, die auch sehr gut übersetzt wurde. Besonders die Bilder haben mir es angetan:

In Liesels mind, the moon was sewn into the sky that night. The clouds were stitched around it.

In sehr, sehr schönen Worten erzählt Zusak eine grausame, traurige, schöne, hoffnungsvolle, bewegende Geschichte. Auch wenn es hin und wieder kleine Ausrutscher gibt, so vermeidet er doch weitgehend die gängigen Klischees von den Deutschen während des zweiten Weltkriegs. Ein Buch, das eigentlich für Kinder geschrieben wurde, für Erwachsene aber genauso geeignet ist. Interessant ist auch die Gestaltung des Buches, das zwar in Kapitel eingeteilt ist, aber zusätzlich noch von fett gedruckten Einschüben und Zeichnungen unterbrochen wird. Trotzdem stört dies den Lesefluss nicht, sondern erweitert ihn. Da der Tod rückblickend erzählt, kommt es immer wiederr zu Ausblicken in die Zukunft, ein Stilmittel, mit dem ich normalerweise gar nicht zurecht komme, aber hier passt es irgendwie. Obwohl ich ja schon wusste, der Tod hatte es relativ früh verraten, wie das Ende aussehen würde, sass ich dann mit einem dicken Kloß im Hals und mit den Tränen kämpfend in der U-Bahn. An einem etwas stilleren Ort hätte ich wohl nicht beherrschen können. Das ganze Buch ist von einer tiefen Emotionalität, der ich mich nicht entziehen konnte und auch nicht wollte.

Mein Fazit:

Absolut empfehlenswert.

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Singspiel, beliebt

Heute Abend ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich war nicht allein in “Liebe und Eifersucht”, sondern mit einer ganz lieben Freundin, mit der ich in den letzten Jahren leider viel zu wenig unternommen habe, wir aber in den letzten Monaten ein paar Mal zusammen im Gärtner waren und dies für die Zukunft häufiger geplant ist. Da wäre es natürlich fatal gewesen, wenn gleich meine erste Empfehlung ein Fehlschlag gewesen wäre. Aber nein, es hat ihr auch gefallen! So gut, dass sie mit mir nochmal geht. Ich bin ja zugegebenermaßen etwas voreingenommen, und deshalb ist es umso schöner, meine positiven Eindrücke bestätigt zu bekommen.

Für mich waren heute viele Sänger das erste Mal in ihrere Rolle zu sehen, allen voran Peter Sonn als Enrico, Ann-Kathrin Naidu als Nisa, Martin Hausberg als Fabio und nicht zuletzt Brigitte Bayer als Celia. Es ist immer wieder interessant zu beobachen, wie jeder Sänger einer Rolle seinen eigenen Stempel aufdrückt. Ich hatte das Gefühl, dass das ganze Ensemble mit Lust und Spaß an der Sache dabei war. Da springt dann auch der Funke auf das Publikum über. Am Schluss viel Applaus, den größten wie immer für Publikumsliebling Stefan Sevenich, aber auch die Leistungen der übrigen Sänger wurden entsprechend gewürdigt.

Mir macht diese Musik, diese Inszenierung einfach Spaß. Danke für einen schönen Abend an alle Beteiligten!

Liebe und Eifersucht

Die Schärpe und die Blume
Singspiel in drei Akten von E.T.A. Hoffmann
Libretto vom Komponisten nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel nach Pedro Calderón de la Barca
Samstag, 04. Oktober 2008

19.30 – 22.15 Uh

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Oper, gebloggt

Ja, es gibt sie: bloggende und twitternde Mitarbeiter von Opernhäuser und andere Opernfreaks. Hier eine kleine, leider ziemlich unvollständige Linksammlung. Wer noch ein Blog kennt, immer her damit!

Chicken Scratch OPERA CHICKEN Carl at Opera Cleveland
Brian Dickie – Life as General Director of Chicago Opera Theater
“La mia musica fa furore!” Hier treffen sich Rossini-Freunde und Belcanto-Liebhaber
Englishnationalopera’s Weblog – Updates from English National Opera, London, UK.
Opera Chic -I’m a young American woman living in Milan, and you’re not. I go to La Scala a lot, and you don’t.
Operapoint BLOG
Welt der Oper
Baroque Daniel – I am a marketing associate for CHICAGO OPERA THEATER

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Kopfmusik

Während ich in meinem zukünftigen Lese-, Musikhör- und Arbeitszimmer die Tapete entferne, höre ich wieder Musik in meinem Kopf. Heute ist es das Finale des ersten Aufzugs sowie die Arie des Enrico aus dem viertem Auftritt, dritter Aufzug aus Liebe und Eifersucht..

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Singspiel, tiefergehend

Der Staatsintendant Dr. Peters hat schon recht, wenn er sagt, dass “Liebe und Eifersucht” mit jedem Anhören/Anschauen gewinnt. Heute in der luftigen Höhe des dritten Ranges. Die Akustik des Theaters ist fantastisch, ich habe jedes Wort verstanden. Auch die schauspielerische und sängerische Leistung des Ensembles war wieder bewundernswert, selbst an meinem Platz, der so ziemlich der am weitesten weg ist von der Bühne im ganzen Haus, war die Präsenz deutlich spürbar.

Auch vom Orchester habe ich heute deutlich mehr mitbekommen, die Musik gefällt mir, sie geht zum Teil richtig ins Ohr. Heute hatte es mir das Sonett des Herzogs besonders angetan, gesungen von Gary Martin.

Anschauen lohnt sich!

Liebe und Eifersucht

Mittwoch, 01. Oktober 2008
19.30 – 22.15 Uhr

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