Gebundene Ausgabe: 112 Seiten Verlag: Lübbe; Auflage: 2., Aufl. (März 2005) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3785715544 ISBN-13: 978-3785715543 Größe: 15 x 9,7 x 1,5 cm
Kurzbeschreibung (von amazon)
Wer sagt, dass jedes Federvieh zwei Beine hat? Worin besteht der tiefere Sinn des Schlangestehens? Welche Bedeutung haben Mimosen am Weltfrauentag? Und wozu sind eigentlich Fotohandys gut? Fragen über Fragen, auf die Andrea Camilleri überraschende Antworten bereithält. So entsteht ein Kaleidoskop an geistreichen Miniaturen zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Lebens, die dem Leser einmal mehr mediterranes Flair nahe bringen, ihn teils zum Schmunzeln, teils zum Nachdenken anregen. Darüber hinaus sorgt Camilleris großes Talent im raffinierten Spiel mit unerwarteten Pointen für allerbeste Unterhaltung.
Diese jahreszeitlich geordneten Kolumnen zeigen mal wieder die Meisterschaft von Andrea Camilleri: meisterlich im Beobachten, meisterlich im Formulieren. Keiner anderer schafft es, die italienische und hier vor allem die sizilianische Lebensart und Sicht der Dinge in liebens- und lesenswerte Worte zu fassen. Die kurzen Häppchen eignen sich sehr gut, um kurze Pausen zu überbrücken.
Ich steige mit meiner Kollegin nach getanen 12-Stunden-Arbeitstag aus der S-Bahn und unterhalte mich noch ein paar Minuten mit ihr auf dem Parkplatz. Neben uns steht ein ziemlich abgerissener Mann und belauscht uns offensichtlich. Ich verabschiede mich und gehe den Weg an der S-Bahn entlang. Der Mann verfolgt mich. Ich gehe schneller, krame meinen Schlüsselbund aus der Tasche, habe ihn griffbereit in der Hand, um notfalls damit nach dem Angreifer zu werfen. Als ich beim überqueren des Radweges warten muss, holt er mich ein: “Entschuldigen Sie bitte, darf ich Ihnen eine Frage stellen? Ist es jetzt halb sieben Uhr morgens oder halb sieben Uhr abends.” Es war genau halb acht.
Wenn mein Gehirn nicht mit anderen Dingen beschäftigt ist, gehen mir in letzter Zeit immer kurze Sequenzen aus Opern durch den Kopf. Im Moment ist es “Buona Sera, Don Basilio, buona sera, buona sera” aus dem Barbier von gestern Abend. Nachtgedanken an Gehirn: “Wie wärs zur Abwechslung mal mit “Ich soll ein Glück entbehren” oder “Will der Herr Graf ein Tänzchen nun wagen”?
Wir lassen gerade die Toilette im Erdgeschoss austauschen. Seit zwei Stunden werkeln zwei Personen. Immer wieder dringen Sätze an unser Ohr: “Des is der Wahnsinn” und “Da bin I moi gspannt”. Wir auch. Das Ende vom Lied ist: das Spülrohr ist zu lang, wurde bereits mehrfach geknickt und wir brauchen ein neues. Morgen kommt er wieder.
Broschiert: 125 Seiten Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1 (Februar 2006) ISBN-10: 3894014792 ISBN-13: 978-3894014797 Größe: 20,6 x 12,4 x 1,2 cm
Kurzbeschreibung (von amazon)
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen.
Endlich kam ich mal in den Genuss, Rebecca Martin zu hören – und zu sehen. Nicht nur ihre Stimme war fabelhaft, sondern auch ihr Schauspiel. Sie hat die Rosina wirklich ideal verkörpert. Stimmlich waren eh alle sehr gut drauf, aber von der Mimik und Gestik her hervorragend waren noch Stefan Sevenich, Rita Kapfhammer und Gary Martin, auch Holger Ohlmann hat mir gut gefallen.
Dieser Abend hat es mir mal wieder gezeigt: dieses Theater tut alles, um seinen Zuschauern einen schönen Abend zu bereiten. Auf dem Weg zur U-Bahn gingen vor mir drei nicht mehr ganz junge Frauen, von denen eine bemerkte, dass es ein kleines, aber feines Theater sei und dass sie deshalb so gerne dahin ginge. Im Überholen lächelte ich die Gruppe an und sagte aus vollen Herzen: “Ich auch”, worauf alle drei freundlich zurücklächelten. Vielleicht haben sie mich auch einfach nur für leicht schwachsinnig gehalten.
Jedenfalls kann ich nach dem heutigen Abend nur den Figaro zitieren: Bravo, bravissimo, bravo!
Zuerst einmal zum Ort des Geschehens: die Lesung fand im Neubau des Ballonmuseums statt, man kommt rein und muss eine Rampe hinunter, von der aus man den Nachbau eines Ballons von 1786 bewundern konnte. Unten war dann eine Art Amphitheater, vor dem der Tisch für die Lesung aufgebaut war. So schön wire die Umgebung war, leider war es sehr unbequem zu sitzen und zu dunkel für gute Fotos.
Nach der Begrüßung durch die Veranstalterin spielte erst mal eine Gruppe von vier Musikanten auf der Laute, Drehleier, Trommel und etwas Bass-ähnlichem. Danach wurden verschiedene kostümierte Menschen im Publikum vorgestellt, die unter anderem Elias Holl, den Erbauer des Augsburger Rathauses, und eine Fuggerin darstellten. Nach einer weiteren Runde Musik begann Sina mit der Lesung.
Trotz rauer Stimme legte Sina gleich los und stellte den Bezug von dem Ballon über ihr zur Zeit der Handlung der Goldschmiedin her. Weiter gings mit dem Anfang des Romans und und der Verwandlung Julianes. Dazwischen erzählte Sina völlig frei immer wieder von den historischen Zusammenhängen, dem Tagebuch Karls VII und anderen für den Roman wichtigen Fakten. Dann entführte sie uns in die Innenstadt von Augsburg zur Zeit Julianes mittels einer Präsentation von Stichen aus dieser Zeit. Auch hier verzauberte sie ihre Zuhörer wieder mit ihrem Detailwissen. Dazu passend war das letzte Stück aus dem Roman vor der Pause die Szene, als Drentwett an Julianes Arm durch Augsburg zum Beschauamt geht.
Nach der Pause gab es nochmals Musik, und die Szenen von der Vergoldung der Krone, Mathias und Juliane im Gasthof “Drei Mohren” und die Szene von der Fertigstellung der Krone. Die Lesung endete mit der Sequenz des Gegenspielers, die sich daran anschliesst. Sina kann toll lesen, sehr akzentuiert und vor allem völlig frei sprechen. Souverän beantwortete sie noch eine halbe Stunde lang Fragen, warum sie zum Beispiel den Drentwett so und nicht anders angelegt hat, was passiert wäre, wenn Drentwett aufgeflogen wäre etc.
Leider musste ich bald nach dem Ende der Lesung gehen, so dass es nur noch zu einem kurzen Hallo und einer Widmung reichte.
Es war ein toller Abend, danke Sina!
Kleine Begebenheit am Rande: auf meinem Weg zum Augsburger Hauptbahnhof kam ich mit der Straßenbahn an einer Haltestelle namens “Drentwettstraße” vorbei
Broschiert: 160 Seiten Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1 (August 2007) ISBN-10: 3894015497 ISBN-13: 978-3894015497 Größe: 20,6 x 12,4 x 1,6 cm
Kurzbeschreibung (von amazon)
München, Ende der 30er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt – auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden. Der Teufel scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.
In München und Umgebung werden junge Frauen vergewaltigt und umgebracht. Josef Kalteis ist verhaftet worden, aber gehen wirklich alle Verbrechen auf sein Konto?
Wurde vielleicht der Falsche hingerichtet und der Mörder läuft immer noch frei herum?
Der Pseudo-realistische Roman beginnt mit dem Ende – eines Menschen. In der Folge erleben wir die Geschehnisse ais verschiedenster Sicht, des Täters, der Opfer, unbeteiligter Zeugen. Die Sprache gefällt mir, das ist den Münchnern und Bayern nach dem Mund gredt. Allerdings spricht es nicht für den Roman, dass das, was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, ein Tippfehler war: ich wollte ausrufen “Es heißt Steingaden”. Schließlich habe ich dort viele nette Stunden verbracht.
Mein Fazit:
Muss man nicht gelesen haben, ist aber auch nicht direkt Zeitverschwendung.
Heute war ich mal wieder in der Provinz. In der tiefsten. Spannende Frage, ob ich meine letzte S-Bahn erwischen würde, entschied sich zu meinen Gunsten.
Das Konzert war unglaublich gut. Das beste von den dreien bisher. Das lag vermutlich daran, dass es diesmal nur ein Tenor war und somit mehr Raum für den Bariton blieb. Und dieser Tenor ist auch kein eitler Fatzke. Das Duett von Nadir und Zurga ist wirklich mit das schönste, was ich bisher gehört habe.
Aaaaber: wie immer stößt mir der Moderator sauer aus. Letztens schrub einer, dass seine Moderation nie ins Banale abgleiten würde. Gibt es bei einem Opern-Abend etwas banaleres als Witze über die Gesundheitsreform und Angela Merkel? Und die haben mir beim ersten Mal schon nicht gefallen, beim dritten Mal sind sie einfach nur noch – das lasse ich jetzt lieber, das wäre unappetitlich. Aber vielleicht kann sich der arme Mann keine anderen Witze mehr merken? Den Namen des Tenors konnte er jedenfalls nicht behalten. Und dass bei einem Duett von Marcello und Rodolfo aus La Boheme die Sopranistin nicht mitsingt, kann selbst ich als Opernlaie mir denken.
Trotzdem werde ich weiter Abende in dieser Besetzung besuchen. Einfach bei der Moderation auf Durchzug schalten und die wirklich schönen Stimmen genießen.
Gebundene Ausgabe: 436 Seiten Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (30. Oktober 2004) ISBN-10: 3937793348 ISBN-13: 978-3937793344 Größe: 20,8 x 13,2 x 3,2 cm
Kurzbeschreibung (von amazon)
Arthur Daane, ein Niederländer in Berlin, hat seine Frau und seinen Sohn durch einen tragischen Unglücksfall verloren. Nun streift er mit der Filmkamera durch die winterliche Großstadt, auf der Suche nach Bildern für sein “ewiges Projekt”, seinen Film. Dabei lernt er eines Tages die junge Geschichtsstudentin Elik kennen, eine Frau mit Geheimnissen, und von nun an verändert sich sein Leben.
Cees Noteboom schafft es, woran mancher Muttersprachler verzweifelt: eine liebevolle, distanzierte, analytische Sicht auf urdeutsche Dinge, in einem Atemzug mit einem faszinierendem Geschichtsverständnis. Dazu ein bisschen Liebe und Leidenschaft, Philosophie und Metaphysik. Heraus kommt ein toller Roman.
Seit einiger Zeit schreiben auf diesem Blog mehrere Autoren. Die Artikel sind deshalb mit dem Namen gekennzeichnet und unten befindet sich eine Liste, die alle Autoren aufführt. Die Namen sind Links zu den Artikeln des jeweiligen Autors. Jeder Artikel gibt ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder.
nacht_gedanken Tolles Interview mit der wunderbaren Nina George unter anderem über ihr neues Buch "Das Lavendelzimmer" http://t.co/n3RAFXLzIW - gezwitschert am 07.05.2013 18:14
nacht_gedanken Das ist meine Bettlektüre in nächster Zeit. Was würdet Ihr an Euer 16-jähriges Ich schreiben? http://t.co/B66d80wUzU - gezwitschert am 06.05.2013 23:18
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