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Madame Butterfly, 27.07.2011, Gärtnerplatztheater

Zum letzten Mal, diese Worte tun immer besonders weh, wenn einem eine Produktion gut gefällt. So erging es mir auch an diesem Tag. Seitdem ich diese wirkliche wunderbare, intelligente, einfach passende Inszenierung von Doris Dörrie zum ersten Mal gesehen habe, hat sie mich in ihren Bann gezogen. Die Übertragung ins heutige Japan funktioniert wirklich sehr gut und gefällt mir genauso gut wie die “authentische” der Staatsoper.
Obwohl mir das Orchester an manchen Stellen einfach zu laut war, habe ich diese Vorstellung sehr genossen. Die wirklich ausgezeichneten Solisten dieses Abends, allen voran die fabelhafte Elaine Ortiz Arandes, die dieses junge Mädchen so herzzereissend singt und spielt. Gregor Dalal glänzte als Sharpless und Adrian Xhema sang den Pinkerton wie immer sehr gut. Hans Kittelmann hat mir als Goro wirklich ausgezeichnet gefallen, ebenso wie Dirk Lohr und Franziska Rabl.
Ein würdiger Abschied für dieses tolle Stück.

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7. Kammerkonzert – Festkonzert »Kein’ Musik ist ja nicht auf Erden«, 24.07.2011, Gärtnerplatztheater

Ich muss gestehen, ich habe noch nie bewusst etwas von Gustav Mahler gehört. Aber ich habe ja schon so viele Sachen zum allerersten mal in Münchens schönsten Theater gehört, warum also nicht auch mal was von Mahler.
Den ersten Block bildeten “Die Lieder eines fahrenden Gesellen”, hervorragend vorgetragen von Daniel Fiolka. Das ist sicher etwas, das ich mir nochmal in aller Ruhe anhöre, beim ersten Mal habe ich mehr auf die Stimme geachtet als auf die Instrumente. Außerdem war das die Fassung für Kammerensemble von Arnold Schönberg, vielleicht ist das mit Orchester ja ganz anders.
Nach der Pause stand die Sinfonie Nr. 4 G-Dur auf dem Programm. Unter der musikalischen Leitung von Benjamin Reiners spielte das Kammerensemble in Höchstform. Ich empfand die Musik zwar nicht immer als melodisch, aber der Dialog der einzelnen Instrumente trat sehr deutlich hervor. Leider war dies die letzte Vorstellung des jungen und sehr talentierten Dirigenten, der ab der nächsten Spielzeit an der Staatsoper Hannover tätig ist. Ich empfinde das als herben Verlust für das schönste Theater Münchens, auch als Zuschauer hat man gemerkt, dass Ensemble und Orchester immer sehr gerne und gut mit ihm zusammen gearbeitet haben.
Im letzten Part der Sinfonie sang Elaine Ortiz Arandes das Sopransolo, wie man es von ihren Bühnenauftritten gewohnt ist, mit sehr viel Ausdruck in der Stimme.
Insgesamt ein sehr schönes Konzert zum 10-jährigen Bestehen der Kammerkonzertreihe und ein Highlight zum Ende der Spielzeit.

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Die Piraten von Penzance, 23.07.2011, Gärtnerplatztheater

Wenn ich richtig mitgezählt habe, war das die 25. Vorstellung dieser Inszenierung, die ich besucht habe. Und ich habe keine Minute bereut.

Die Piraten von Penzance - Staatstheater am Gärtnerplatz - Premiere 15. Mai 2009

Das auffälligste an dem Gesamtkunstwerk “Die Piraten von Penzance” ist die unglaublich positive Energie, die davon ausgegangen ist. Ob es nun an den Melodien, dem Ensemble, der Regie, der Bühne, den Kostümen, dem Licht lag? Vermutlich an allem zusammen. Das schönste Theater Münchens bot aber auch ideale Bedingungen für eine gelungene Inszenierung: gute Sänger, das waren an diesem Abend Stefan Sevenich, der dem Piratenkönig noch ein Hauch mehr komische Durchschlagskraft verlieh als sonst, Heike Susanne Daum, die die Mabel resolut spielte und fein sang und Robert Sellier, dessen Frederic einfach unglaublich schön gesungen und unglaublich komisch gespielt war. Den drein ein nichts nach standen Sebastian Campione als Samuel, Gunter Sonneson als Generalmajor,  Martin Hausberg als Sergeant und Frances Lucey, Carolin Neukamm und Ulrike Dostal als die Leading Ladies der Töchterschar, nur Susanne Heyng war mir persönlich etwas zu sehr zurückhaltend.

Staatstheater am Gärtnerplatz, Die Piraten von Penzance, Premiere: 15.5.2009

Ihnen allen ist eines gemein: ein unglaublich komisches Talent, dass auch der wunderbare, zwitschernde Damenchor und der Piraten und Bobbies hervorragend repräsentierende Herrenchor besitzt. Ohne dieses Talent, ohne die wirklich gute Übersetzung und ohne ein Orchester, das den feinen, britisch-ironischen Ton von Arthur Sullivan so gut trifft, wäre das Stück sicher nicht so ein Erfolg geworden.

Staatstheater am Gärtnerplatz, Die Piraten von Penzance, Premiere: 15.5.2009

Ich bin sehr gespannt, ob die Neuinszenierung von “Der Mikado” in der nächsten Spielzeit wieder diese Leichtigkeit, diesen Witz und diese ironische Überzeichnung schafft, die das Münchner Publikum so ins Herz geschlossen hat. Das wäre ja dann zumindest ein Trostpflaster. So bleibt mir nur zu sagen: ByeBye Piraten, Bobbies, Mädchen, Generalmajor und Ruth (sind die beiden nicht ein allerliebstes Paar?), Sergeant und Edith, Samuel und Kate, Frederic und Mabel, Piratenkönig! Ich hab Euch in mein Herz geschlossen.

 

alle Bilder © Lioba Schöneck

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Lesung Richard Dübell, 19.07.2011, Restaurant Ludwigs

Nachdem ich die Lesung in Leipzig dieses Jahr verpasst hatte, bot sich hier die Gelegenheit, das versäumte nachzuholen. Und wer schon einmal eine Lesung des sympathischen Autors besucht hat, weiß, dass sich dafür auch lange Anfahrtswege lohnen.

In diesem Fall war kein weiter Weg nötig, den die Lesung fand im Restaurant Ludwigs statt, dass in München direkt am Viktualienmarkt liegt. Die Veranstalter hatten sich alle Mühe gegeben, den Raum lesungsgerecht herzurichten, allerdings war es sehr warm und der Autor, der ein mittelalterliches Kostüm trug, war wirklich nicht zu beneiden. Außerdem wurde während der Lesung an der Bar gearbeitet und trotz Mikrofon waren diese Hintergrundgeräusche sehr störend.

Zu Beginn erklärte uns der Autor seine Gewand. Es war die typische Kleidung eines Edelmannes, Rogers de Bezers oder Rudolf von Habsburg könnten so etwas getragen haben. Besonders Hallo gab es im Publikum, als es an die Beinlinge und die Bruche ging und Richard Dübell blieb es auch nicht erspart, einmal ganz kurz die Haube aufzusetzen 😉

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik des Romans las der Autor eine Szene vom Beginn des Romans und zwar diejenige, die in den Besuch des Bischofs und seiner Entourage im Hospiz mündet. Wer die Szene kennt, weiß, dass es hier viel zu Lachen gab. Denn wie kein zweiter versteht es Richard Dübell jeder Figur Leben einzuhauchen, indem er sie mit einer anderen Stimme versieht. Danach gab es eine kleine Pause, in der der Autor Bücher signierte, während draußen schon mal der Weltuntergang geprobt wurde.

Im zweiten Teil gab es dann eine eher zarte Stelle, die Nacht, in der Rogers und Yrmengard das erste Mal allein sind. Auch hier kamen die Emotionen sehr gut rüber, unterstützt noch durch leise, passende Musik und Töne. Danach beantwortete Richard Dübell sehr geduldig Fragen des Publikums. Am Ende dieses sehr gelungenen Abends gab es viel verdienten Applaus für ihn.

 

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Der Freischütz, 16.07.2011, Veranstaltungsforum Fürstenfeld

Da ich den Freischütz zwar unheimlich gerne mag, aber die aktuelle Inszenierung am schönsten Theater Münchens szenisch ziemlich unterirdisch finde, war ich sehr gespannt auf die halbszenische Umsetzung im Rahmen des Jubiläumskonzertes zum 150-jährigen Bestehen der Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck.

Regisseur Michael Stacheder brachte das Wunder fertig, auf der eher kleinen Bühne ca. 80 Mitwirkende des Chores unterzubringen und den Solisten trotzdem noch Freiraum zum Spielen zu geben. Er verlegte die Handlung in die Fünfziger Jahre, was in sich stimmig war und die Geschehnisse stärker an das Publikum heranbrachte. Ein guter Teil davon dürfte sich eh an die Zeit noch erinnern 😉 Die Personenführung der Solisten war gut, besonders die Idee, den Samiel (ganz ausgezeichnet Joachim Birzele) auch als Erzähler auftreten zu lassen, das straffte die Handlung etwas und lies keine Längen aufkommen. Auch sonst machte Michael Stacheder aus wenig viel, zum Beispiel hat mir die Wolfsschluchtszene sehr gut gefallen, trotz sicher eingeschränkter technischer Möglichkeiten war es ziemlich gruselig.

Die Solisten waren durch die Bank hervorragend. Torsten Frisch spielte und sang bei seinem Rollendebüt den Kaspar sehr eindringlich, genauso wie Tenor Adrian Cave den Max. Auch die Frauenseite war exzellent besetzt, Monika Rebholz als Agathe und Sonja Adams als Ännchen haben mir wirklich ganz ausgezeichnet gefallen, in den Duetten harmonierten beide Stimmen ganz wunderbar. Die restlichen Rollen waren mit Holger Ohlmann, Thomas Hohenberger, Martin Ohu und Adrian Sandu sehr gut repräsentiert. Der Chor spielte ein bisschen mit und sang sehr schön, auch wenn es mich etwas gewundert hat, dass einige Herren noch vom Blatt singen mussten. Das Orchester unter Klaus Linkel fand genau den richtigen Weber-Ton, dramatisch und sanft zugleich.

Am Ende viel Jubel für alle Beteiligten, eigentlich schade, dass es nur eine Vorstellung gab. Das hätte ich mir glatt nochmal angesehen.

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Ab heute heißt Du Sara, 10.07.2011, Gärtnerplatztheater

Über diese Vorstellung habe ich wieder drüben bei mucbook geschrieben.

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Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, 06. und 07.07.2011, Rumeli Hisari Istanbul

Mich reizt am Gastspielen besonders die Möglichkeit, ein vertrautes Stück mal auf einer anderen Bühne zu erleben und zu sehen, wie es in einer anderen Umgebung als dem schönsten Theater Münchens wirkt.
Das Gastspiel am Bosporus war aber in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Da war zuerst einmal das Stück: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Würde dieses am Gärtnerplatz sehr beliebte Stück in einer sich von unserer Kultur unterscheidenden angenommen werden? Die Organisatoren des 2. Istanbuler Opernfestival waren sich ihrer Sache sicher und der Publikumszuspruch gab ihnen recht. Zwei sehr gut besuchte Vorstellungen, ein in großen Teilen junges, türkisches Publikum folgte dem Geschehen auf der Bühne hochkonzentriert und feierte die Protagonisten am Ende mit Standing Ovations.
Diese waren auch mehr als verdient und galten sicherlich auch denjenigen, die nicht auf der Bühne standen, ohne deren gemeinsame Anstrengungen diese beiden Abende aber nicht möglich gewesen wären.
Denn gerade in diesem Stück wird die Drehbühne viel genutzt, fahren Stühle aus der Versenkung hoch, spielen Teile am Bühnenrand vor einem schwarzen Vorhang. Der Aufführungsort hätte unterschiedlicher nicht sein können: ein Amphitheater über dem Bosporus mit Felsenbühne und ohne Vorhang. Die Herausforderungen, die der Spielort an Bühnentechnik, Möbler, Beleuchtung, Ton, Orchester, Chor und Solisten stellte, wurden bravourös gemeistert. Schon allein, wie die drei großen Stühle, die die Klimax im Wachstum der Stadt Mahagonny symbolisieren, den Berg hinaufgeschafft und dort fixiert wurden, um in der Pause mit vereinten Kräften auf die Bühne getragen zu werden, hätte eigentlich einen Sonderapplaus verdient gehabt. Spielort Rumeli Hisari

Die Inszenierung wurde den Gegebenheiten angepasst, besonders gefallen hat mir, dass das Publikum in der vollen Breite der Bühne miteinbezogen wurde. Bei der zweiten Vorstellung saß ich ganz unten, und dieses Erlebnis war ganz besonders intensiv. Trotz der Intimität des schönsten Theater Münchens kommt man ja den Darstellern nie so nahe wie hier. Auch die Auftritte fanden teilweise aus den Rängen statt und sorgten für besondere Publikumsnähe.
Die Akustik war außerordentlich, und das Orchester unter Andreas Kowalewitz klang wirklich fabelhaft. Auch war die Textverständlichkeit außerordentlich gut, so dass ich einige Stellen für mich neu entdeckte und mitnehme in das wunderbare Theater am Gärtnerplatz, wenn das Stück dort in der nächsten Spielzeit Wiederaufnahme hat.
Der Chor glänzte, wie schon so oft, durch Spielfreude und präzisen Gesang und wurde bestens von Inna Batyuk, der stellvertretenden Chordirektorin am Gärtnerplatz, geleitet.
Die Besetzung war an beiden Abenden gleich, was ebenfalls bemerkenswert ist, denn die Partien, die von der Opernarie bis zum Musical reichen, sind sicher nicht ganz einfach zu singen. Alle Solisten waren wirklich unglaublich gut und machten diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis. Wolfgang Schwaninger, Harrie van der Plas, Gregor Dalal, Martin Hausberg, Cornel Frey, Stefan Sevenich, Marianne Larsen und Heike Susanne Daum wurden zu Recht vom Publikum gefeiert.
Es hat sich gelohnt, diesen Abstecher mitzumachen, das wunderbare Ensemble des Gärtnerplatztheaters mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Danke für diese tolle Zeit an alle Beteiligten!

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Übrigens:

Meine Meinung zur Premiere des geduldigen Sokrates findet sich bei mucbook. Dort wird in Zukunft hin und wieder mal was von mir zu Lesen sein.

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Kurzinterview mit Christina Gerstberger

Christina Gerstberger

Vielen Dank, Frau Gerstberger, dass Sie sich zu diesem Interview bereiterklärt haben. Können Sie uns kurz in eigenen Worten erzählen, wovon die Oper „Der geduldige Sokrates“ handelt?
Zwei Prinzessinnen lieben denselben Prinzen: Melito. Die Figur der Rodisette, das bin ich, liebt wahrhaftig, Edronica oberflächlicher. Melito ist sehr sehr jung, und kann es anfangs nicht recht einordnen, wenn sich Frauen um ihn streiten oder sich für ihn interessieren. Der andere Prinz, Antippo, liebt beide Prinzessinnen. Von diesem wollen die beiden Damen aber gar nichts wissen. Die klassische Geschichte: Der, der die beiden Frauen will, ist nicht interessant, aber der, der sich nicht entscheiden kann, ist hochinteressant. Dann gibt es natürlich Sokrates, der mit zwei Frauen verheiratet ist und darunter wahnsinnig leidet, weil diese ständig streiten. Ihm ist völlig klar, dass es nicht erstrebenswert ist, zwei Frauen zu haben. Die Oper läuft darauf hinaus, dass Rodisette für ihr Recht kämpft, Melito nicht mit einer anderen Frau teilen zu müssen. Dies tut sie so überzeugend, dass der „hohe Rat“ beschließt, Sokrates über den Fall richten zu lassen. Nach einem „Rededuell“ der beiden Prinzessinnen erkennt Sokrates die wahre Liebe der Rodisette und spricht ihr Melito zu.

Sie haben die Partie der Rodisette schon angesprochen – gibt es da noch weitere Besonderheiten bei dieser Rolle?
Es ist eine junge Frau, die sehr genau weiß, was sie will und was sie nicht will. Es gibt eine gewisse Parallele zur Pamina. Eine Frau, die bis zur letzten Konsequenz liebt bzw. kämpft und deshalb den Weg des Freitods durchaus gehen würde.

Welche Freiheiten hatten Sie – oder haben Sie – bei der Interpretation dieser Rolle?
Es war eine wunderbare Arbeit mit Axel Köhler. Meine intuitive Rolleninterpretation hat sich sehr gut mit seinen Vorgaben verbunden. Wir hatten sehr viel Spaß bei den Proben. Er ist ein Regisseur, der anfangs sehr klare Richtlinien gibt, seine Sänger aber dann frei laufen lässt.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Partie, und was ist das Schwierigste?
Die Musik Telemanns ist sehr anspruchsvoll und wunderschön. Beim Arbeiten habe ich wieder viel gelernt. Die Rolle der Rodisette wurde von Telemann mit wunderbaren Melodien ausgestattet.

Sie sind doppelt besetzt mit Stefanie Kunschke. Sie sind ja auch sicher privat eher unterschiedliche Persönlichkeiten. Beeinflusst das die Herangehensweise an die Rolle?
Ja, immer. Jede Künstlerin interpretiert auf ihre eigene Art.

Muss man Barockmusik mögen, um diese Oper zu mögen?
Nein nicht unbedingt. Telemann war zu seiner Zeit ja der Popmusiker für die Leute damals. Die Musik ist sehr abwechslungsreich, wunderschöne Melodien, rasante Duette…

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