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Übers Lesen, Vor- und Verlesen

Ansichten eines Akteurs Die Lesung boomt – und hat verschiedene Tücken. Andreas M. Bräu kann davon ein Liedchen singen.

http://www.nacht-gedanken.de/ansichten-eines-akteurs/

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Garderoben

Garderoben

Es ist erstaunlich, wie viel Zeit man mit und in der Vorbereitung zum eigentlichen Auftritt verbringt. Ähnlich wie beim Gepäckbank am Flughafen oder im Wartezimmer des Arztes nimmt dabei die Garderobe des Künstlers – neben der Kantine und der Hinterbühne – den zentralen Aufenthaltsraum vor dem Auftritt ein. Allerseltenst bewohnt man diese allein. Was auch sehr einsam sein kann. Meist und vor allem auf Gastspielen drängt sich dort auf engen Raum das ganze Ensemble oft auch nicht geschlechtergetrennt zusammen, um übereinandergestapelt mit einem Teilblick auf den Spiegel noch kurz das Gesicht und den Kragen für das Stück zu richten. Besonders liebe Veranstalter bessern die Stimmung gescheiterweise mit Butterbrezen oder selbstgemachten Keksen auf, in guten Stätten liegen dort alle Necessaires der Maske schon zur freien Verfügung aus. In besonderen Locations sitzt man allerdings auch schon mal zu siebt in einem Baucontainer vor dem Hallentor zum sympathischen Summen des Elektroheizgeräts und dem penetranten Regenprasseln auf dem Blechdach oder noch schlimmer in Hörweite offen hinter der Bühne, was jegliche private Unterhaltung oder Freizeitgestaltung zwischen entfernteren Auftritten konsequent unterbindet. Bei einem Festengagement wird einem typischerweise ein fester Platz mit festem Maskenkoffer zugewiesen, der nicht selten neidisch und stringent gegen Neulinge, die auch gerne einmal im Koffer herumwühlen, verteidigt wird. Zweimal gelang mir der große Clou aufgrund von massivem Herrenüberhang in das versteckte, vorhangverdeckte, geheimnisvolle Elysium der Damengarderobe hinübergebucht zu werden. In Gedanken schweben dort nicht bekleidete Akteursschönheiten umher, kichern und stauben mit Puder. Es roch so fein, allerlei Tand, Perücke und Stola breitete sich über die Kostümständer und der Hauch des Exklusiven, Verbotenen umgarnte das Männerherz. Einmal schmuggelte mich sogar die Soubrette ins Allerheiligste, dem Manne ansonsten niemals Zugängliche, wo Strumpfhalter und beidseitiges Klebeband mit Rouge und falschen Wimpern den Divenzauber bereiten. Den eigenen, männlichen wie weiblichen Fleck stattet man nach Möglichkeit gemütlich aus. Die Nippes-Sammlung aus vielerlei Toitoitoipackerln, die vielen Erinnerungsfotos – gerade älterer Kollegen oft der eigenen jugendlichen Vergangenheit – rahmen oft ein mehrstöckiges Papiertheater um den fleckigen Schminkspiegel herum. Daneben die kahlen oder behaarten Perückenköpfe mit ihrem immer gleichen kalten Styroporausdruck, hat sich niemand erbarmt und ihnen ein Gesicht gemalt. An diesem kleinen Flecken kann ich dann noch einmal ernst mit mir zu Gericht gehen, die Grundierung für den Abend anlegen, die Pointen am Wangenknochen nachziehen, die Dramenfalten glätten oder furchen und oftmals eine Rolle mit ein paar Pinselstrichen erschaffen. Dann überprüfe ich meinen Charakter, steige in mein Kostüm, ver(un)gewissere mich und verlasse das Buben- oder Mädchenstübchen über die Treppe oder Ecke zum Auftritt und das Warten am Band, im Zimmer, vorm Garderobentürl hat ein Ende. Dann muss man hinaus und danach wieder zurück in die Heimat vor dem Schminkspiegel oder die große weite Welt an der Rampe.

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7. Kammerkonzert – Festkonzert »Kein’ Musik ist ja nicht auf Erden«, 24.07.2011, Gärtnerplatztheater

Ich muss gestehen, ich habe noch nie bewusst etwas von Gustav Mahler gehört. Aber ich habe ja schon so viele Sachen zum allerersten mal in Münchens schönsten Theater gehört, warum also nicht auch mal was von Mahler.
Den ersten Block bildeten “Die Lieder eines fahrenden Gesellen”, hervorragend vorgetragen von Daniel Fiolka. Das ist sicher etwas, das ich mir nochmal in aller Ruhe anhöre, beim ersten Mal habe ich mehr auf die Stimme geachtet als auf die Instrumente. Außerdem war das die Fassung für Kammerensemble von Arnold Schönberg, vielleicht ist das mit Orchester ja ganz anders.
Nach der Pause stand die Sinfonie Nr. 4 G-Dur auf dem Programm. Unter der musikalischen Leitung von Benjamin Reiners spielte das Kammerensemble in Höchstform. Ich empfand die Musik zwar nicht immer als melodisch, aber der Dialog der einzelnen Instrumente trat sehr deutlich hervor. Leider war dies die letzte Vorstellung des jungen und sehr talentierten Dirigenten, der ab der nächsten Spielzeit an der Staatsoper Hannover tätig ist. Ich empfinde das als herben Verlust für das schönste Theater Münchens, auch als Zuschauer hat man gemerkt, dass Ensemble und Orchester immer sehr gerne und gut mit ihm zusammen gearbeitet haben.
Im letzten Part der Sinfonie sang Elaine Ortiz Arandes das Sopransolo, wie man es von ihren Bühnenauftritten gewohnt ist, mit sehr viel Ausdruck in der Stimme.
Insgesamt ein sehr schönes Konzert zum 10-jährigen Bestehen der Kammerkonzertreihe und ein Highlight zum Ende der Spielzeit.

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Nachtgedanken, on the move

Dieser Blog wird in der nächsten Zeit zu einem neuen Provider umziehen. Da ich aber nicht genau weiß, ob alles auf Anhieb klappt, bitte ich die werte Leserschaft bei Fehlermeldungen es einfach später nochmal zu versuchen.

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Nachtgedanken, testend

Dies ist der erste Eintrag vom Iphone aus. Langsam freunde ich mich damit an.

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Trau keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast…

Eben lese ich, dass Ana Ivanovich die

die erste serbische Gewinnerin eines Grand-Slam-Turniers überhaupt

sei.

Wie lange gibt es Serbien als Staat? Das ist so ähnlich, wie wenn man vor vielen Jahren geschrieben hätte, dass Steffi Graf die erste Golden Slam Gewinnerin aus Brühl bei Ketsch bei Mannheim gewesen ist.

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Willkommen

Ich bin umgezogen. Meine alten Beiträge finden sich bis auf weiteres unter http://nachtgedanke.blogger.de/

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