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Pressekonferenz des Gärtnerplatztheaters zur Spielzeit 2018/2019, 27.04.2018

„Kunst ist etwas, bei dem man Spaß haben kann und sich nicht dafür schämen muss.“

Foto: Christian POGO Zach

Im neuen Haus gibt es wohl kaum einen schöneren Raum für eine Pressekonferenz, als den neuen Orchesterprobensaal. Mit einer kühlen Johannisbeerschorle in der Hand und dem Ausblick auf die Maximilianskirche erwarteten die Vertreter der verschiedensten Medien die Männer, die dem Gärtnerplatztheater in der laufenden Saison zu so viel Erfolg verholfen haben. Mit stolzen 97,98 % Auslastung und 99994 Zuschauern bis zum 24. April kann sich das neueröffnete Staatstheater schmücken. Schöne Zahlen für einen Theaterbetrieb, wobei Staatsintendant Köpplinger sich auch bewusst ist, dass diese auch mitunter der Neugier auf das neu renovierte Haus geschuldet sind. Nichtsdestotrotz wollen sein Team und er die Ideale des Theaters auch in der nächsten Spielzeit weiter verfolgen, die es eben von so vielen anderen Kultureinrichtungen unterscheidet: Konventionelles Theater muss nicht schlecht sein. Dies ist es eben, das das Gärtnerplatztheater für jeden einzelnen interessant macht. Auch, wenn die Inszenierungen modern und neu gestaltet sind, werden sie den Werken gerecht und jeder kann sie verstehen.
Und Neues gibt es durchaus in der nächsten Saison zu sehen. Gleich drei Uraufführungen stehen auf dem Spielplan. Im Dezember öffnet sich der Samtvorhang (dem das neue Spielzeitheft thematisch gewidmet ist) für die weltweit erste Opernfassung von Michael Endes berührendem Roman Momo, erschaffen von Wilfried Hiller und Wolfgang Adenberg. Gleich im nächsten Monat weht dann ein Hauch der Dreißigerjahre durch das Theater in der Revueoperette Drei Männer im Schnee nach Erich Kästner, die gemeinsam von den vier Komponisten Konrad Koselleck, Christopher Israel, Benedikt Eichhorn und Thomas Pigor (der auch das Buch verfasst) im Auftrag des Gärtnerplatztheaters geschaffen wird. Das Ballett unter der Leitung von Karl Alfred Schreiner darf im Juni das Expeditionsballett Atlantis erstmals auf die Bühne bringen.
Bis auf den Opernklassiker La Bohème stehen bei den sonstigen Premieren ausschließlich neuere Werke des 20. und 21. Jahrhundert auf dem Spielplan. Musicalfans dürfen sich auf die Inszenierung von Leonard Bernsteins On The Town freuen, die Josef Köpplinger in St. Gallen inszeniert hat und die im Austausch gegen Priscilla nach München kommt. Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems wurde Dantons Tod als erste Spielzeitpremiere im Oktober ausgesucht, gefolgt von der choreografischen Uraufführung des Balletts Romeo und Julia mit der Gastchoreografin Erna Ómarsdóttir, die mit den Tänzern bereits im Rahmen von Minutemade arbeiten durfte. Für das Amüsement sorgen dann der Einakter L’Heure Espagnole von Ravel, der im April auf der Probebühne gezeigt wird und Henzes Der junge Lord, der im Mai Premiere feiern darf.
Insgesamt 29 Produktionen werden 2018/2019 im Gärtnerplatztheater zu sehen sein, darunter Klassiker wie Hänsel und Gretel, Martha und Die Zauberflöte und die Kassenschlager My Fair Lady, Im Weissen Rössl, Tschitti Tschitti Bäng Bäng und selbstverständlich Priscilla – Königin der Wüste.

Foto: Christian POGO Zach

Auch das Orchester darf wieder unter der Leitung von Anthony Bramall und seinen Kollegen das Publikum mit Konzerten verwöhnen. Das Neujahrskonzert wechselt diesmal von London nach Venedig, dazu werden Hector Berlioz’ wundervolle Symphonie Phantastique und Franz Liszts Faust-Symphonie präsentiert. Die Barockkonzert widmen sich diesmal Antonio Vivaldi, in kleinerer Besetzung werden im Foyer wieder verschiedene Kammerkonzerte aufgeführt.
Gespannt darf man auf die Liederabende mit einzelnen Ensemblemitgliedern sein, die über das Jahr verteilt im Orchesterprobensaal, dem Foyer und dem Salon Pitzelberger stattfinden. Vom Musiktheater wird sich schließlich an zwei Abenden entfernt bei den Gastspielen von Louie’s Cage Percussion und den österreichischen Chartstürmern Paul Pizzera und Otto Jaus (letzterer dürfte dem Münchner Publikum noch als Toni Schlumberger in der Zirkusprinzessin bekannt sein).
Neben Momo, Hänsel und Gretel und Tschitti Tschitti Bäng Bäng ist selbstverständlich auch wieder einiges speziell für das junge Publikum geboten. Weiterhin darf die Maus Anton aus dem Opernhaus berichten, unterwegs zu den Schulen ist Elaine Oritz Arandes mit Was macht man mit einer Idee?. Die Jugendgruppe widmet sich in der nächsten Saison der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo.
Man sieht also, es ist wieder für jeden etwas geboten im Gärtnerplatztheater! Wir sind guter Dinge, dass die Zuschauer auch weiterhin dem neuen Stammhaus treu bleibt, man darf aber angesichts der restlos ausverkauften Abos in dieser Spielzeit durchaus optimistisch sein. Auch durch die Verstärkung des Ensembles durch vier Mitglieder können wir auch in Zukunft von bester Musiktheaterqualität in allen Genres ausgehen.
Alle Infos und Inszenierungen der neuen Saison sind natürlich im neuen Spielzeitheft und der Webseite zu sehen. Auch die Künstler des Theaters freuen sich auf die neuen Herausforderungen. Denn um Josef Köpplinger zu zitieren: „Wenn der Vorhang aufgeht, sind wir alle eins.“

Spielplan Saison 2018/2019

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Premiere Maria Stuarda, 22.03.2018, Gärtnerplatztheater

Ein bisschen Geschichtswissen schadet sicher bei Werken nicht, die auf historischen Begebenheiten basieren. Da meine Italienischkenntnisse mehr als dürftig sind, habe ich mich vor dem Premierenbesuch zumindest noch ein wenig in die Handlung sowie die Biografien der Protagonisten von Maria Stuarda eingelesen. Ich war schon sehr gespannt auf die Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper, nachdem ich am Vormittag das Bühnenbild schon bei meiner Führung durch das Theater bewundern konnte.

Foto: Christian POGO Zach

Tatsächlich wirkt die Bühne von Andreas Donhauser und Renate Martin sehr schlicht, ganz im Gegensatz zu ihren Kostümen. Auf der Drehbühne steht ein kühl wirkendes Konstrukt aus Plexiglas und Metall, das jedoch durch die Projektionen trotzdem lebendig wirkt und faszinierende Muster an die Decke des Zuschauerraumes wirft. Bei den Kostümen wurde dagegen aus dem Vollen geschöpft mit elisabethanisch anmutenden Gewändern. Das hört sich nach einem großen Kontrast an, stört aber keinesfalls, da die Inszenierung optisch so eine gute Balance zwischen Moderne und historisierendem Prunk findet, der ja von manchen Zuschauern immer noch bei Opern vermisst wird.

 

Dabei bleibt der Kontrast nicht nur bei der Ausstattung sichtbar, sondern zieht sich durch die gesamte Inszenierung, vor allem bei den beiden Kontrahentinnen Elisabeth und Maria. Die englische Monarchin sieht im Gärtnerplatztheater ihrem historischen Vorbild enorm ähnlich mit bleich geschminktem Gesicht, roter Perücke und aufwändigen Kleidern. Nadja Stefanoff gibt ihrer Elisabeth eine kühle und stolze Ausstrahlung, ja fast schon etwas Dämonisches. Durch ihr Spiel und vor allem ihre Stimme zeigt sie die Figur jedoch auch als Frau mit Sehnsüchten, die hin und her gerissen ist zwischen den Personen um sie herum. Maria, gespielt von Jennifer O’Loughlin hingegen wirkt völlig natürlich und bodenständig, zeigt aber auch, dass sie ihren eigenen Willen hat. Auch für die ehemalige schottische Herrscherin steht ihr Stolz über allem, ja sogar ihrem Leben. Somit sind die beiden Frauen eigentlich gar nicht so verschieden und können vor allem nicht klar als gut oder böse abgestempelt werden, versteht man doch die Motive beider.

Foto: Christian POGO Zach

Gegen diese beiden Hauptfiguren mit ihren sängerisch und spielerisch starken Darstellerinnen haben die männlichen Kollegen in dieser Inszenierung eigentlich kaum eine Chance, ihre Versuche den Konflikt der Frauen zu lösen scheinen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie zeigen jedoch in ihren Charakteren ebenso große Kontraste wie die weiblichen Figuren. Lucian Krasnec als Graf Leicester wirkt in der Regie Michael Sturmingers eher wie ein Spielball der Königinnen als ein strahlender Held. Er liebt Maria, küsste jedoch trotzdem auch ihre Feindin und kann sich letztendlich bei keiner der beiden durchsetzen. Levente Páll ist als Talbot die väterliche Figur der Inszenierung, der sowohl versucht Leicester vor zu großem Übermut angesichts seiner geplanten Rettungsaktion zu bewahren als auch als Beichtvater und seelische Unterstützung Marias wirkt, als ihre Hinrichtung bereits bevor steht. Die Szene in der schlichten „Kapelle“, in der Talbot Maria Trost spendet ist in meinen Augen berührendste Moment dieses Abends. Als einzigen klaren Bösewicht dieses Opernabends konnte ich tatsächlich nur Sir William Cecil, gespielt von Matija Meić, sehen. Er ist es, der Elisabeth letztendlich jedoch geschickt dazu überredet, ihre Konkurrentin aus dem Weg zu räumen, ohne jedoch eindeutige Motive erkennen zu lassen. Er wirkt dabei auf die anderen Charaktere alleine durch seine Anwesenheit offensichtlich einschüchternd.

Foto: Christian POGO Zach

Wenn die Herren also auch in dieser Operninszenierung nur wie Nebendarsteller scheinen, stehen die beiden Königinnen doch eindeutig im Mittelpunkt, so zeigen jedoch alle drei wie gewohnt ihr großes Können als Sänger und Darsteller.

Sturminger und seine Co-Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit zeigen mit diesem hervorragenden Ensemble eine spannende Inszenierung, die es versteht, die Figuren nicht nur schwarzweiß darzustellen und nicht zuletzt dank dem Orchester unter der Leitung von Athony Bramall wird auch musikalisch zu einem Hochgenuss. Nach der Premiere traf ich noch einen meiner Kollegen meiner Theatergruppe, der ein bekennender Donizetti-Fan ist und sich jetzt bereits mit weiteren Karten für diese Inszenierung eingedeckt hat. Ich denke, ich werde ihn auch das ein oder andere mal begleiten.

Musikalische Leitung: Anthony Bramall
Regie: Michael Sturminger
Co-Regie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne / Kostüme: Andreas Donhauser, Renate Martin
Licht: Michael Heidinger
Video: Meike Ebert, Raphael Kurig
Choreinstudierung: Felix Meybier
Dramaturgie: Daniel C. Schindler

Maria Stuarda: Jennifer O’Loughlin
Elisabetta: Nadja Stefanoff
Graf Leicester: Lucian Krasznec
Georg Talbot: Levente Páll
Sir William Cecil: Matija Meić
Anna Kennedy: Elaine Ortiz Arandes
Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Weitere Termine:
02.04.2018 18:00 Uhr
13.04.2018 19:30 Uhr
06.05.2018 18:00 Uhr
25.05.2018 19:30 Uhr
31.05.2018 18:00 Uhr

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Premiere Maria Stuarda, 22.03.2018, Gärtnerplatztheater

 Elaine Ortiz Arandes (Anna Kennedy), Jennifer O'Loughlin (Maria Stuarda), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Christian POGO Zach


Elaine Ortiz Arandes (Anna Kennedy), Jennifer O’Loughlin (Maria Stuarda), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
© Christian POGO Zach

England – Schottland 1:0

Dass die Titelrolle eines Stücks am Ende stirbt, findet man nur selten am Gärtnerplatztheater. Wenn ich nun von einigen höre, dass die Maria Stuarda Staatsopernniveau hat, liegt das bestimmt nicht daran. Für mich ist diese Inszenierung, die am 22. März ihre Premiere feierte, aber etwas Eigenständiges. Das fängt damit an, dass man keine Inszenierung auf die Beine stellen muss, wo die Besetzung stets austauschbar bleiben muss. Man setzt auf das Ensemble und nicht auf Stars und große Namen. Das kann man am Gärtnerplatztheater auch wunderbar, hat man doch genau die Sängerinnen und Sänger, die die Rollen großartig ausfüllen. Das beginnt mit Jennifer O’Loughlin, die die Titelpartie grandios interpretierte. Es ging weiter mit Lucian Krasznec als zwischen Maria und Elisabeth pendelnder Liebhaber Roberto und gilt ebenso für Matija Meić in der Rolle des Lord Cecil und Levente Páll als Talbot. Dazu kommt die in der Rolle der Anna Kennedy zurückhaltend präsente Elaine Ortiz Arandes. Nur die Rolle der Elisabeth hatte man mit einer ebenso glänzenden Nadja Stefanoff als Gast besetzt.


Matija Meić (Sir William Cecil), Nadja Stefanoff (Elisabetta), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
© Christian POGO Zach

Als sich der Vorhang öffnete blickte man auf ein Monstrum aus Plexiglas und Stahl mit einer überdimensionalen Automatik-Schiebetür hinter einer Freitreppe. Es senkten sich einige Kristalllüster und der Chor trat in prachtvollen Renaissancekostümen auf. Dieser Kontrast hat mich begeistert. Bei den Personen erkannte man so doch jede historische Persönlichkeit ohne raten zu müssen. Durch Drehbühne und versenkbarem Podium wechselte man schnell in unterschiedliche Orte. Die Personenführung wirkte nur im ersten Moment statisch, schaute man genau hin, gibt es jede Menge auch in kleinsten Bewegungen und Mimik zu entdecken, so dass mich die Inszenierung fesseln konnte. Was Regisseur Michael Sturminger und was Co-Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit zuzuschreiben ist, bleibt natürlich ein Geheimnis. Aber die Wirkung mich in den Bann zu ziehen wurde erreicht. Ich war froh am Gärtnerplatztheater ganz nah zu sein zu können und nicht an der Staatsoper weit von der Bühne entfernt. Und wem schöne Bilder, tolle Musik von fantastischen Künstlerinnen und Künstlern auf die Bühne gebracht nicht genug ist, darf sich natürlich auch mit den historischen Personen beschäftigen. Beiden Königinnen ging es um ihre Macht. Für beide war das Töten von Gegnern immer eine Option. Dass sie dazu auch den Glauben als Rechtfertigung heranzogen, sollte uns zu denken geben. Ich hoffe, dass die Menschheit da irgendwann klüger wird. Leider gibt es auch in Deutschland und Europa viel zu viele Politiker, die das anders sehen…

Besetzung

am 22.03.2018

Bühne / Kostüme Andreas Donhauser, Renate Martin
Choreinstudierung Felix Meybier
Dramaturgie Daniel C. Schindler
Maria Stuarda Jennifer O’Loughlin
Elisabetta Nadja Stefanoff
Graf Leicester Lucian Krasznec
Georg Talbot Levente Páll
Sir William Cecil Matija Meić
Anna Kennedy Elaine Ortiz Arandes

Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Weitere Termine:
27.03.2018 19:30 Uhr
02.04.2018 18:00 Uhr
13.04.2018 19:30 Uhr
06.05.2018 18:00 Uhr
25.05.2018 19:30 Uhr
31.05.2018 18:00 Uhr

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Premiere La Forza del Destino, 20.02.2018, Teatro Pérez Galdós

Was das Schicksal macht

Wenn einer eine Reise tut, dann geht er in n die Oper. Das ist in Spanien nicht immer ganz leicht und auf Gran Canaria schön gar nicht. Aber jetzt hatte ich das Glück, dass das schöne Theater Pérez Galdós in Las Palmas bespielt wurde. Den Wink des Schicksals muss man nutzen. Die Handlung ist schnell erzählt: Vater stört Liebespaar, kommt im Handgemenge um, Liebhaber wird verfolgt, am Ende kommt der Tod. Klingt wie Don Giovanni, war aber La Forza del Destino.

Diese Verdi-Oper stand bei mir in den letzten gut 30 Jahren, die ich regelmäßig ins Theater gehe, noch nicht auf dem Programm. Es wurde also Zeit, diese herrliche Musik zu genießen. Dazu in diesem wunderschönen Theater. Die Inszenierung wirkte etwas sehr statisch. Vielleicht lohnt sich für 3 Vorstellungen auch eine lange Probenzeit nicht? Das Bühnenbild bestand aus einem in die Unendlichkeit laufenden karierten Boden. Einzelne Karos wurden angestrahlt, so wussten die Sänger, wo sie zu stehen hatten. An der Decke wiederholte sich das Ganze, wobei diese in einer Szene überdimensionale Stifte herunterließ, ein anderes Mal ein in Karoresten leuchtendes Kreuz, und die sich zum Schluss in einige Puzzleteile auflöste. Das war schon beeindruckend. Bis auf ein paar Hocker oder Bänke sowie einen Karokäfig blieb die Bühne ansonsten leer. Nur einige schwarzmaskierte Statisten, die auch einmal am Bühnenrand Irgendetwas um warfen, waren stets präsent. Es war also ratsam, sich die Handlung vorher anzueignen. Im Gegensatz zu dieser modernen Bühnenbildgestaltung waren die Kostüme im Stil der Renaissance gehalten. Die Handlung ist im Barock angesiedelt …

Sae Kyung Rim als Leonora strahlte gesanglich. Das kannte ich schon von ihrer Aida im Prinzregententheater. Aquiles Machado als Don Alvaro war der stimmlich passende Partner. Die Stimme von Sergey Murzaev war mir für den Don Carlo zu alt. Alle drei bekamen regelmäßig Szenenapplaus. Auch die kleinen Rollen waren gut besetzt und der Chor rundete alles harmonisch ab. Fantastisch war der Liveklang, den ich insbesondere bei Operetten immer mehr vermisse.

Besucht wurde die Premiere von La Forza del Destino im Teatro Pérez Galdós in Las Palmas de Gran Canaria.

Sae Kyung RIM – Leonora
Aquiles MACHADO – Don Alvaro
Sergey MURZAEV – Don Carlo
In Sung SIM – Guardiano
Pietro SPAGNOLI – Fra Melitone
Belén ELVIRA – Preziosilla
Jeroboám TEJERA – Marquese/Alcaide
Andrea GENS – Curra
Francisco NAVARRO – Trabucco
Elu ARROYO – Chirurgo

Sergio ALAPONT – Dirección musical (musikalische Leitung)
Alfonso ROMERO – Dirección escénica (Regie)
Carlos SANTOS – Escenografía (Bühnenbild)
Sergio PALADINO – Asistente de dirección de escena y de movimiento escénico
José FERNÁNDEZ “Txema”- Iluminador
Laïla BARNAT- Repertorista
Laura NAVARRO – Regiduría general y Jefa de escenario
ORQUESTA FILARMÓNICA de GRAN CANARIA
CORO de la ÓPERA de LAS PALMAS DE GRAN CANARIA
Olga SANTANA – Dirección (Chorleiterin)

Weitere Vorstellungen am 22. und 24. Februar 2018

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Der König lacht – Wagner Verdi Strauss Zirkus, 24.1.2018, Augustinum München Nord

Am zweiten Tag meiner großen Kulturwoche zog es mich diesmal in sehr vertrautes Gelände, den Theatersaal der Seniorenresidenz Augustinum im Münchner Norden. Tatsächlich stehe ich dort mehrmals im Jahr selbst auf der Bühne. Doch für den bunt gemischten Opernabend des Theater Werks München, einer Organisation die Schauspieler bei der Weiterbildung unterstützt, saß ich zum ersten mal im Zuschauerraums dieses großen und akustisch sehr guten Theatersaals.

Foto: Holger Borggrefe

Das Ensemble war bunt gemischt mit verschiedenen Altersstufen, Stimmlagen und Typen, einige der Sänger hatten für dieses szenische Konzert eine neue Rolle für ihr Repertoire einstudiert, vor allem aus Verdis Rigoletto wurde deshalb viel geboten (das bekanntlich auf Le roi s’amuse von Victor Hugo basiert).
Eröffnet wurde der Abend aber zunächst mit einem mir sehr bekannten und lieben Operetten-Stück, „Zwei Märchenaugen“ aus der Zirkusprinzessin, in dem die Akteure des Abends sich vorstellten. Das Zirkusthema war aber am Rest des Programms kaum noch zu erkennen, abgesehen von dem Narren Rigoletto. Begleitet wurde der Abend von einer Puppenspielerin mit Handpuppen, die zwar putzig anzusehen waren, deren Sinn sich mir persönlich jedoch kaum erschlossen hat, da nur sehr wenig Interaktion zwischen den Puppen und den Darstellern stattfand und man sich auf der großen Bühne schwer auf zwei verschiedene Dinge konzentrieren kann.
Musikalisch und spielerisch war dieses Konzert jedoch mit der Begleitung durch Pianistin Elena Arnovskaya sehr sehens- und hörenswert. Die Requisiten und das Bühnenbild waren sehr minimalistisch, was den Übergang zwischen mehreren Szenen sehr vereinfachte. Auch bei vielen Kostümen wurde nur mit kleinen Details eine Rolle dargestellt, etwa mit einer Augenklappe für Wotan oder einen Schild für Fricka in einer Szene aus Wagners Walküre.
Besonders beeindruckend waren die Darbietungen aus Rigoletto, vor allem die Szenen zwischen dem Titelhelden – dargestellt von Omar Garrido – und Isabella Schmitt als dessen Tochter Gilda, mit deren dramatischen Tod auch der Konzertabend endete. Beide konnten die Vater-Tochter-Beziehung mit viel Emotion und gesanglichem Geschick darstellen. Auch der Bariton Benoit Pitre konnte das Publikum als Méphistophélès aus Faust und Lindorf aus Hoffmans Erzählungen in seinen Bann ziehen.

Foto: Holger Borggrefe

Bei dieser Reise durch die Opern- und Operettenwelt konnten die zwölf internationalen Sänger also durchweg überzeugen und ließ es sich auch nicht anmerken, dass einzelne im Publikum scheinbar etwas überfordert waren und die Arien und Szenen mit Kommentaren und dem Rascheln von Bonbonpapier ergänzen wollten. Ich als Fan der Opernmusik hatte jedoch einen wundervollen Abend.

Sänger: Omar G. Garrido, Isabell Schmitt, Adam Sanchez, Martha O’Hara, Loren Madrid, Michael Baba, Denise Seyhan, Benoit Pitre, Ekaterina Kardakova, Roland Albrecht, Annette Lubosch, Frits Kamp
Schauspieler: Thomas Höltzel, Oleg Tynkov, Gertraud Loibl, Ulrich Naumann, Horst Kalchschmid
Klavier: Elena Arnovskaya
Figurentheater: Mariana Browne
Violine: Cristian Roibu

Regie: Kristina Wuss
Musikalische Leitung: Andreas Pascal Heinzmann
Vocalcoach: Ks. Felicia Weathers

http://homepage.theater-werkmuenchen.de/

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Madama Butterfly, 24.01.2018, Bayerische Staatsoper

Wenn man eine Oper schon mehr als zwei Dutzend Mal gesehen hat und auf einmal einen ganz neuen Aspekt darin entdeckt, dann sind das genau die Sternstunden, für die es sich lohnt, Zeit und Geld zu investieren und Stücke mehrfach – sogar in derselben Inszenierung – zu sehen. So geschehen gestern in der Bayerischen Staatsoper mit “Madama Butterfly” von Puccini.

Altbekannte Handlung voller Schmalz und Herzschmerz: Amerikanischer Marineoffizier heiratet auf japanische Art (Scheidung jederzeit ohne Umstände oder Formalitäten durch einfaches Verlassen der Ehefrau möglich) eine Geisha aus einer guten, aber verarmten Familie. Problem bei der Sache ist nur, das das junge Mädchen sich ernsthaft in den Ausländer verliebt hat und voller Treue an der Beziehung festhält, auch längst, nachdem dieser wieder nach Amerika abgereist ist, “um eine echte Amerikanerin zu heiraten”. Operndramaturgisch bleibt ihr nur der Freitod, denn “in Ehren sterbe, wer nicht in Ehren leben kann”.

Die Münchner Inszenierung von 1973 gibt durch viele Knickse und gefaltete Hände eigentlich eine unterwürfige und stets lächelnde Cio Cio San vor – umso erstaunlicher, wie es die südamerikanische Sopranistin María José Siri trotzdem schafft, ihre Butterfly durchaus selbstbewusst zu gestalten: Als ein Mädchen mit Prinzipien und Werten, die auch die Konsequenzen zu tragen bereit ist. Von der Familie verstoßen gibt sie in ihrem Stolz auch dem Werben des reichen Yamadori nicht nach, weil sie felsenfest davon überzeugt ist, dass ihre Ehe mit Pinkerton – obwohl in Japan geschlossen – Bestand hat. Was oft (gerade in dieser Inszenierung) als kindliche Naivität und Trotzköpfigkeit dargestellt wird, macht Maria José Siri in einer anderen Deutung absolut plausibel. So wie sie singt, ist Cio Cio San nicht das unbedarfte Mädchen, das zu Unterwürfigkeit erzogen wurde, sondern eine junge Frau, die sich konsequent für ihren Geliebten entscheidet, wohl wissend, dass ihr dieser nicht dieselben tiefen Gefühle entgegenbringt wie sie ihm. Eine junge, mutige Frau, die mit stolz erhobenem Haupt die Demütigungen ihrer Familie und der Gesellschaft trägt, bis hin zum Tod. Absolut sicher in allen Stimmlagen verleiht Maria José Siri der Figur unglaubliches Leben und überzeugt auf ganzer Linie.

Zweite Überraschung an diesem Abend war die Interpretation des B. F. Pinkerton durch den sibirischen Tenor Alexey Dolgov. Noch nie habe ich einen so wenig “schön gesungenen” Pinkerton gehört wie gestern. Zunächst war ich befremdet und vermisste weiches Timbre und italienische Tenorseligkeit. Aber schon bald wich dieses Befremden der Erkenntnis: Dieser Pinkerton ist ein Eisklotz, rücksichtslos und mit Prinzipien: America for ever! (Er hätte genausogut “America first” singen können…) Da passt eine Japanerin nicht als Ehefrau. Und schmachtende Töne eben auch nicht. Alexey Dolgov gibt einen knallharten Typen, der sich nicht im Ansatz bemüht, die kulturelle Verschiedenheit zwischen Amerika und Japan auch nur zu sehen, geschweige denn, sich darauf einzulassen. So hochmütig und fast schon verächtlich habe ich noch keinen Sänger mit den Ahnenfigürchen der Butterfly herumspielen gesehen – darstellerisch und stimmlich. Genauso rücksichtslos wie er mit den Gefühlen von Cio Cio San spielt ist er am Ende auch gegen sich selbst. In der einzigen Arie zeigt Alexey Dolgov, dass er durchaus “schön” kann – kurz erlaubt es der Sänger seiner Figur, auch mal Gefühl zu zeigen (Addio, fiorito asil), aber es ist nur eine Traumwelt, die er ja nie so zulassen konnte. Der Mut, den Butterfly von Anfang an hatte, den hat dieser Pinkerton nie besessen. “Ich bin ein Feigling” … bei Dolgov könnte der Text genauso lauten “ich bin ein Arschloch”.

Gewohnt mitfühlend war die großartige Okka von der Damerau als Suzuki. Matthew Grills legt seinen Goro als spitzbübischen Kuppler an, der jedoch tiefes Mitgefühl für Cio Cio San zeigt – mehr als ich es bisher bei dieser Rolle wahrgenommen habe.

Daniele Callegari leitete das Bayerische Staatsorchester souverän und mit typisch italienischem Schwung, immer vorwärtsdrängend und nie langweilig, er gibt den Orchestersolisten den nötigen Raum, nicht nur mit den Kollegen im Graben, sondern mit der Bühne zu kommunizieren.

Insgesamt ein herrlicher Abend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Bravi tutti!!!

Nur noch 26. und 30.01.2018, jeweils 19 Uhr in der Bayerischen Staatsoper (Restkarten).
Musikalische Leitung Daniele Callegari
Inszenierung Wolf Busse
Bühne Otto Stich
Kostüme Silvia Strahammer
Chor Stellario Fagone

Cio-Cio-San Maria José Siri
Suzuki Okka von der Damerau
B. F. Pinkerton Alexey Dolgov
Kate Pinkerton Niamh O’Sullivan
Sharpless Levente Molnár
Goro Nakodo Matthew Grills
Der Fürst Yamadori Sean Michael Plumb
Onkel Bonzo Peter Lobert
Yakusidé Oleg Davydov
Der Kaiserliche Kommissär Boris Prýgl

Dieses Video zeigt zwar nicht die Inszenierung der Bayerischen Staatsoper, aber man kann sich einen guten Eindruck von der Sängerpersönlichkeit von Maria José Siri machen.

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Der Wildschütz, 23.1.2018, Gärtnerplatztheater

Schon bei der Ouvertüre wird dem Zuschauer klar, dass es an diesem Opernabend alles andere als brav zugeht. Auf den geschlossenen Vorhang wird bereits beim Einlass ein prächtiger Hirsch projiziert, der sich später mit einer Hirschkuh vergnügt. Und tatsächlich gehen manche Gags in dieser Inszenierung sehr unter die Gürtellinie.

Foto: Christian POGO Zach

Aber erst einmal ein paar Worte zum Stück: Der reife Schulmeister Baculus lässt sich und seine junge Braut Gretchen bereits eine Woche vor der Hochzeit feiner. Zumindest meint er das, denn seine Gattin in Spe scheint wenig angezogen von ihm und auch die Gäste verspotten das Paar. Dann erhält der Bräutigam auch noch einen Brief vom Grafen von Eberbach, der ihm sein Amt aberkennt. Gretchen hatte sich zur Hochzeit einen Wildbraten gewünscht und deshalb ging Baculus heimlich im Wald des Grafen auf die Jagd. Gretchen bietet sich an, bei dem Adeligen um Gnade zu bitten, doch der eifersüchtige Schulmeister schickt stattdessen einen vermeintlichen, sehr femininen Studenten, der die verkleidete Schwester des Grafen ist. Sie will heimlich den Mann kennen lernen, mit dem sie ihr Bruder verheiraten will. Dieser Anwärter gastiert gerade als Stallmeister getarnt im Schloss, wo ihm die Frau des Grafen verfällt. Dummerweise ist diese jedoch seine Schwester. So entsteht ein heiteres Verwirrspiel um Verkleidung und Gelüste, das jedoch auch denjenigen den Spiegel vorhält, die meinen, mit Macht und Geld alles erreichen zu können.
Georg Schmiedleitner zeigt uns hier eine wunderbar schräge Inszenierung und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das minimalistische Bühnenbild mit langen weißen Vorhängen wird von einer überdimensionalen Schützenscheibe dominiert, die als Spielfläche genutzt wird, aber ebenso als großes Bild. Manchmal muss man die Darsteller und Statisten schon bewundern, dass sie sich bei der zeitweise sehr schiefen Spielfläche halten können. Lediglich das Schaukeln ist in manchen Szenen etwas störend, etwa wenn die Gräfin in beschriftetem Riesenkleid (eine absolut geniale Kostüm-Idee von Alfred Mayerhofer!) antike Tragödien rezitiert. Aber sonst ist es durchaus spannend, dass die Bühne des Gärtnerplatztheaters endlich einmal in einer Inszenierung zeigen darf, was sie kann. Da spielen die Darsteller gekonnt auf und mit der Drehbühne und der Chor samt Kinderchor taucht aus den Tiefen des Bühnenbodens auf. An Tempo fehlt es dieser Inszenierung also nicht! Trotzdem brauchen die Gags erst einmal ein wenig Zeit, um zu zünden. Manche Ideen wie die unnützen Hochzeitsgeschenke oder die Kinder, die ihren Lehrer mit Tafel-Schmierereien verspotten sind zwar witzig, im ersten Teil ist wird jedoch manchmal etwas zu viel Wert auf Slapstick und weniger auf das Vorantreiben der Handlung glegt. Dafür passt diese Übertreibung gerade nach der Pause wunderbar und lässt kaum ein Auge trocken. In der bereits erwähnten Szene mit de Gräfin und ihren Tragödien muss Martin Hausberg als Diener Pancratius mit Nebelmaschine und Donner-Blech über die Bühne fegen und die Billardpartie, die Graf von Eberbach und Baron Kronthal um das vermeintliche Gretchen austragen wird mit überdimensionalen Queues zum typisch männlichen Imponiergehabe mit eindeutig zweideutigen Anspielungen. Soweit sind die Herren der Schöpfung also nicht von dem brunftigen Zwölfender entfernt, der auf der Schützenscheibe thront.
In der Vorstellung am Dienstag feierte der Großteil der Besetzung seine Premiere und ich muss ein großes Lob aussprechen, dass ich selten eine deutsche Oper textlich so gut verstanden habe. Die Sprechpassagen wirken zwar manchmal etwas gekünstelt, doch das verzeiht man den Sängern angesichts des hervorragenden Spiels und vor allem einer grandiosen Mimik sehr gerne. Vor allem Liviu Holender als Graf von Eberbach und Martin Hausberg als Pancratius wirken aber auch in den Dialogen natürlich und vor allem urkomisch.

Foto: Christian POGO Zach

Natürlich werden beim Wildschütz vor allem Typen gezeigt, doch das ist in meinen Augen mehr als passend für eine Komödie. Vor allem das ständige Wetteifern der Männer ist die treibende Kraft der Inszenierung. Christoph Seidl ist ein herrlich eifersüchtiger Baculus, der genau weiß, dass er für Gretchen nur eine Notlösung ist und deshalb ihr gegenüber den strengen Lehrer denn den liebevollen Gatten mimt. Der Graf und der Baron sind zwar eigentlich Freunde, doch würden sie sich für ihre Triebe mit einem Lächeln auf den Lippen das Messer in den Rücken rammen. Holender und Alexandros Tsilogiannis geben die eitlen und stolzen Gockel, die aber schon eine Kleinigkeit aus dem Konzept bringt und sie dann doch ganz schnell zu leidenden Memme macht. Letztendlich sind es die Frauen, die die Zügel gekonnt in der Hand haben. Sophie Mitterhuber spielt ihren Bruder und den angeblichen Stallmeister, in den sie sich verliebt, gekonnt gegeneinander aus und gibt ihrer Figur dabei etwas liebevoll Schelmisches. Dagegen steht Anna Agathonos als – nicht mehr ganz so junge – Gräfin, die ganz genau weiß was sie will und nicht nur beim Theaterspielen das Zepter in die Hand nimmt.
Musikalisch kann man an niemandem etwas aussetzen, die Solisten und der Chor sind sowohl gesanglich wieder erstklassig und zeigen wieder jede Menge Spielfreude, die das Publikum ansteckt. Das Orchester begleitet dabei unter der (wie mir gesagt wurde sehr kurzfristigen) Leitung von Oleg Ptashnikov die Sänger mit viel Schwung.
Wer also Spaß an einer Komödie mit Irrungen und Wirrungen hat und auch vor etwas derberem Humor nicht zurückschreckt, ist bei beim Wildschütz im Gärtnerplatztheater bestens aufgehoben und kann sich auf einen amüsanten und musikalisch einwandfreien Abend freuen!

Foto: Christian POGO Zach

 

Dirigat: Oleg Ptashnikov
Regie: Georg Schmiedleitner
Choreografie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Harald Thor
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Wieland Müller-Haslinger
Video: Raphael Kurig, Thomas Mahnecke
Choreinstudierung: Felix Meybier
Dramaturgie: David Treffinger

Graf von Eberbach: Liviu Holender
Die Gräfin, seine Gemahlin: Anna Agathonos
Baron Kronthal, Bruder der Gräfin: Alexandros Tsilogiannis
Baronin Freimann, Schwester des Grafen: Sophie Mitterhuber
Nanette, ihr Kammermädchen: Valentina Stadler
Baculus, Schulmeister: Christoph Seidl
Gretchen, seine Braut: Jasmina Sakr
Pankratius, Haushofmeister des Grafen: Martin Hausberg
Ein Hochzeitsgast: Thomas Hohenberger

Chor, Kinderchor Orchester und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Weitere Termine: 30.01. / 16.02. / 23.02. / 09.03. / 04.04. / 17.04. / 02.06. um 19.30 Uhr; 11.02. um 18 Uhr

https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/wildschuetz.html/m=345

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Adventskalender 2017 Tag 11: La Bohème, Film von Robert Dornhelm

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Ich liebe ja die Inszenierung der La Bohème an der Staatsoper München von Otto Schenk, die fast 50 Jahre auf dem Buckel hat und hoffentlich noch weitere 50 Jahre läuft. Sie gehört für mich genauso zur Weihnachtszeit wie Hänsel und Gretel am Gärtnerplatztheater.

Für die Zeit dazwischen gibt es den Film von Robert Dornhelm. Er fängt die Atmosphäre im Paris Ende des 19. Jahrhunderts perfekt ein und kann natürlich auch mit tollen Sängern aufwarten. In der Rolle der Mimi sieht man Anna Netrebko, die mir hier ausnahmsweise richtig gut gefällt. Rolando Villazón als Rodolfo lässt jedes Herz schmelzen und Nicole Cabell als Musetta ist fantastisch, genauso erotisch und aufreizend stellt man sie sich vor.

Und als kleines Zuckerl für alle Fans des Gärtnerplatztheaters tritt hier der Kinderchor auf und auch der kleine Junge Nicolas von der Nahmer mit seiner Solorolle im zweiten Akt ist denen ein Begriff, die die Vorstellung der Sarrée Musikprojekte gGmbH über die Jahre verfolgt haben.

Außerdem hat noch die liebe Claudia Toman an dem Film mitgewirkt.

Natürlich ist es nicht das gleiche wie eine Livevorstellung, aber wenn ich mal wieder einen ganzen Film durchheulen möchte, ist es ein adequater Ersatz.

Bis 17.12. gibt es die BlueRay bei amazon noch für unter 8€, eine gute Gelegenheit also, sich damit einzudecken.

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Adventskalender 2017 Tag 2: Hänsel und Gretel am Gärtnerplatztheater

Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Juan Carlos Falcón (Knusperhexe), Csilla Csövari (Gretel) © Christian POGO Zach

Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Juan Carlos Falcón (Knusperhexe), Csilla Csövari (Gretel)
© Christian POGO Zach

Es gibt wenig, was bei mir untrennbar mit Weihnachten verbunden ist: Wiener mit Kartoffelsalat und dem höllisch scharfen Kren aus dem Garten meines Opas und ein Besuch der Aufführung von Hänsel und Gretel im Gärtnerplatztheater am 23.12., meistens gleich beide Vorstellungen.

Damit klappt es zwar auch in diesem Jahr nicht, aber immerhin steht nach fünf Jahren ohne die Wiederaufnahme dieses zauberhaften Stückes an. Manche finden sie kitschig, aber im Gegensatz zu allen anderen Inszenierungen, die ich bisher gesehen habe, die Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper, in Covent Garden und an der Komischen Oper, wird hier nichts reininterpretiert, was nicht da ist. Auch wenn ich der Meinung bin, dass diese Oper nicht wirklich kleinkindgerecht ist, weil sie erstens einfach zu lang und zweitens von der Musik für Kinder nicht unbedingt ansprechend ist, sollte man als Regisseur schon darauf Rücksicht nehmen, dass es in den allermeisten Fällen als Familienstück beworben wird und keine Kinderleichen im Kühlschrank wie Schlachtvieh auf der Bühne zeigen. Die Inszenierung nach Peter Kerz, die am Gärtnerplatztheater gezeigt wird, ist märchenhaft und sehr atmosphärisch. Insbesondere der Abendsegen hat es mir hier angetan, das ist einfach nur ein wunderschönes Bild.

Deshalb freue ich mich sehr, dass dieses Stück wieder auf dem Spielplan steht. Und weil ich mich so gefreut habe, habe ich mir aus Versehen eine Karte für eine Vorstellung doppelt gekauft. Und damit ihr Euch auch ein Bild machen könnt, verlose ich eine Karte für die Vorstellung am 17.12.2017 um 15 Uhr. Ein bisschen Stehvermögen müsst ihr mitbringen, denn es handelt sich um einen Stehplatz. Die Sicht ist aber sehr gut und die Akustik auch. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist bis zum Samstag 16.12.2017, 10 Uhr folgende Frage zu beantworten:

Von wem stammt die Musik zu Hänsel und Gretel?

Schickt mir Eure Antwort einfach per Kontaktformular mit Angabe Eures Namens und einer Telefonnummer, die Übergabe erfolgt dann vor der Vorstellung.

BESETZUNG am 17.12.2017

Regie nach Peter Kertz
Bühne / Kostüme Hermann Soherr
Knusperhexe Maximilian Mayer
Sandmännchen Anna-Katharina Tonauer
Taumännchen Jasmina Sakr

Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

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Adventskalender 2017 Tag 1: Platée aus der Opéra de Paris

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Einer meiner Lieblingsregisseure inszeniert eine Barockoper von Rameau. Bisher konnte ich leider die herrlich schräg-bunten Inszenierungen des französischen Theatermachers Laurent Pelly nur auf DVD genießen (was sich im Januar zum Glück ändern wird). Platée ist jedoch auch auf dem Bildschirm mehr als ein Traum: der Geschichte der hässlichen Nymphe (die von Jupiter umgarnt wird, um seine Frau zu ärgern) wird von Pelly als buntes Fantasy-Spektakel gezeigt. Und einfach alles stimmt: die fantasievollen Kostüme (die Titelfigur etwa trägt einen Rock aus Seerosen-Blättern), die Bühne (eine Mischung aus Sumpf und Theatersaal), die Musiciens du Louvre unter der Leitung von Marc Minkowski und vor allem die Darsteller. Paul Agnew gibt eine romantische Heldin, die jedoch ganz schnell zur Furie werden kann. Und bei dem musikalischen Duell zwischen Minkowski und Mireille Delunsch als La Folie lache ich jedes Mal wieder Tränen! Diese Aufnahme gehört definitiv in jede Opern-Sammlung!

 

Jean-Philippe Rameau – Platée / Marc Minkowski, Laurent Pelly

Live from the Opéra national de Paris, Palais Garnier, 2002

Platée Paul Agnew
La Folie, Thalie Mireille Delunsch
Thespis, Mercure Yann Beuron
Jupiter Vincent Le Texier
Junon Doris Lamprecht

Orchestra and Chorus of Les Musiciens du Louvre – Grenoble
Conductor Marc Minkowski
Stage Director Laurent Pelly

This Opéra de Paris staging of Jean-Philippe Rameau’s burlesque on the vicissitudes of love, is a “pure joy from start to splashing finish” (Wall Street Journal Europe). “Laurent Pelly’s staging of Platée is an exhilarating display of gags and West Side Story dance routines mixed in with satirical rap… Marc Minkowski conducting the excellent Musiciens du Louvre-Grenoble was the instigator of a sparkling orchestral fête” (Opera Now). The enthusiastic cast is led by Paul Agnew in the title role and Mireille Delunsch, who provides one of the many musical highlights with La Folie’s famous bravura aria.

In the realm of the ancient gods, Mercure and Cithéron persuade Jupiter that he can cure his wife Junon’s obsessive jealousy by setting up a mock marriage between himself and Platée, an astonishingly ugly but supremely self-confident marsh nymph who rules a realm of frogs. Rameau uses Jupiter’s feigned courtship of Platée to gleefully parody every eighteenth-century musical convention in the book, as the music gurgles, hiccups, croaks and brays.

Synopsis

Kompositorisch konnte Jean-Philippe Rameau hier seiner Kreativität weitgehend freien Lauf lassen, denn bei Platee handelt es sich um ein sogenanntes “Ballett-Bouffon” mit ausgesprochenem Unterhaltungscharakter. Er brauchte sihc nicht an Lullys Prinzip zu halten, daß die Musik dem Drama zu dienen habe: Platee sollte vor allem großes Spektakel bieten, mit ausgedehnten Ballett-Passagen, Spezialeffekten, prächtigen Kostümen, einer Travestie in der Titelrolle – und vor allem mit glänzender Musik. Die vorliegende preisgekrönte Aufzeichnung aus dem Pariser Palais Garnier fängt genau dieses Flair des Spektakulären ein, indem sie dem Werk in Ausstattung und Präsentation ein neues, expressiv verfremdetes und kontrastreiches Kolorit verleiht.

 

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