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Mischpoke – neuer Besuch bei Mr Green, 06.12.2014, Junges Schauspiel Ensemble München im Kleinen Theater Haar

Ein schwules Pärchen, ein altersmilder Exzentriker und eine Neu-Orthodoxe gemeinsam? Sie sind entweder jüdisch oder mit einem Juden liiert. Die unterschiedlich starke Ausprägung ihres Glaubens bietet Anlass für hitzige Diskussionen und bereitet dem Publikum einen sowohl vergnüglichen wie auch nachdenklich machenden Abend.

Seit Ross vor einiger Zeit verurteilt wurde, sich um den von ihm damals angefahrenen, mittlerweile 92-jährigen Mr Green zu kümmern, sind die beiden Freunde und Ross betreut ihn weiterhin. Chris ist der Pfleger von Mr Green. Ross und Chris sind ein Paar und Chris möchte ein Kind adoptieren. Ross zweifelt an seinen Fähigkeiten als Vater. Während man darüber diskutiert, platzt die ultra-orthodoxe Chana in das Lebn der drei. Sie ist die Enkelin von Mr Green und nicht im jüdischen Glauben aufgewachsen. An der Uni lernt sie das jüdische Leben mit allen Gebräuchen und Sitten kennen. Der Besuch der Eltern ihres Fast-Verlobten steht bevor und sie möchte einen guten Eindruck hinterlassen. Sie hat ein Problem mit Chris und Ross und natürlich erst recht mit ihrem Wunsch ein Baby zu adoptieren.

Jeff Baron ist ein wirklich unterhaltsames Stück gelungen, das in spritzigen Dialogen die unterschiedlichen Lebensentwürfe aufeinander prallen lässt. Als Zuschauer kommt man aus dem Lachen kaum heraus, bekommt aber auch viel Stoff zum Nachdenken. Was bedeutet Toleranz wirklich? Leben und Leben lassen? Oder den anderen auch aktiv unterstützen, obwohl man nicht der gleichen Meinung ist?

Regisseur Michael Stacheder hat die Figuren fein herausgearbeitet, da stimmt jede Bewegung, jede Mimik. Seine Personenführung besticht durch Spannung und Interaktion. Die Bühne von Aylin Kaip ist geradezu genial konstruiert, sowohl das Zimmer von Mr Green aus auch ein anderer Ort werden realistisch dargestellt, Umbauten passieren sozusagen fliegend, man kann dabei zusehen und der Klezmermusik lauschen.

Die Schauspieler sind einfach großartig: der zögerliche, biedere Ross von Joachim Aßfalg, der direkte Chris von Ruben Hagspiel, der etwas tüdelige, aber doch willenstarke Mr Green von Dirk Bender und nicht zuletzt die polternde aber doch verletzliche Chana von Anna MärzAlle haben eine starke Bühnenpräsenz und präsentieren ihre Figuren sehr überzeugend.

Wie eigentlich immer beim JSEM: ein toller Theaterabend!

Es spielen: Joachim Aßfalg, Dirk Bender, Ruben Hagspiel, Anna März
Inszenierung Michael Stacheder
Bühne und Kostüme Aylin Kaip
Regie- und Produktionsassistenz Simone Birkner
Theaterpädagogik Farina Simbeck

TERMINE (Dauer der Aufführung 2 ½ Stunden, Eine Pause)

Samstag, 20. Dezember 2014
Freitag, 23. Januar 2015
Samstag, 24. Januar 2015

Beginn jeweils 20 Uhr

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Vorschau: Uraufführung Mischpoke – Neuer Besuch bei Mr. Green, 05.12.2014, JSEM im Kleinen Theater Haar

Mischpoke - Neuer Besuch bei Mr Green Zum zehnjährigen Bestehen präsentiert das Junge Schauspiel Ensemble München eine Welturaufführung:

Mischpoke – Neuer Besuch bei Mr. Green

Komödie von Jeff Baron

Deutsch von Ulrike Syha

 

Mischpoke - Neuer Besuch bei Mr Green Eine spießig geglaubte Großelterngeneration wird angesichts einer traditionsverbissenen Jugend überraschend jung.

Vor 5 Jahren lernte der mittlerweile 92-jährig Mr. Green, starrköpfig aber liebenswert, den jungen erfolgsorientierten Ross Gardener kennen und schätzen. Aus der Freundschaft hat sich ein familiäres Vertrauensverhältnis entwickelt, aus dem heraus der religiöse, konservative Alte erstaunliche Zugeständnisse an manchen unkonventionellen Lebensentwurf macht. Die traute Wahlfamilie komplettiert sich mit dem Auftauchen der bisher unbekannten Enkelin Chana, die sich über das Kommunikationsverbot zwischen ihrer säkularen Mutter und ihrem religiösen Großvater hinweggesetzt hat. Und endlich, lang ersehnt: Trautes Heim… Doch wie das in Familien nun mal so ist, Chana reißt bald der orthodoxe Geduldsfaden und der erste handfeste Streit macht sich bei der Green’schen Mischpoke breit….

“Mischpoke” ist die Fortsetzung der Erfolgskomödie “Besuch bei Mr. Green”!

Sie können den Autor aus Manhattan sogar live erleben: im Anschluss an die Premiere wird es ein Publikumsgespräch mit dem Autor aus Manhattan, dem Regisseur und dem Ensemble geben.

Der Abend wird anschließen noch gebührend gefeiert! Mit Prosecco und DJ Klezmer-Grooves zum Tanzen.

Mischpoke - Neuer Besuch bei Mr Green Es spielen: Joachim Aßfalg, Dirk Bender, Ruben Hagspiel, Anna März
Inszenierung
Michael Stacheder
Bühne und Kostüme
Aylin Kaip
Regie- und Produktionsassistenz
Simone Birkner
Theaterpädagogik Farina Simbeck

 

 

Mischpoke - Neuer Besuch bei Mr Green TERMINE

 

Freitag, 5. Dezember 20 Uhr: URAUFFÜHRUNG – PREMIERE, Publikumsgespräch mit Autor und Regisseur, Klezmer-Premieren-Party!!

 Dauer der Aufführung 2 ½ Stunden, Eine Pause

Samstag, 6.Dezember 20.00 Uhr

Samstag, 20. Dezember 20.00 Uhr

 

Es folgen weitere Aufführungen 2015

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Veranstaltungshinweis: Premiere Besuch bei Mr Green, 06.12.2013, Junges Schauspielensemble München im Kleinen Theater Haar

Besuch bei Mr Green

Münchner Erstaufführung

Besuch bei Mr. Green
Komödie von Jeff Baron
Deutsch von Ulrike Syha

Inszenierung Michael Stacheder
Bühne und Kostüme Aylin Kaip
Regie- und Produktionsassistenz Simone Birkner Theaterpädagogik Farina Simbeck

Premiere am 6. Dezember 2013, Beginn 19.30 Uhr, Kleines Theater Haar, Casinostr. 75, 85540 Haar

Dauer der Aufführung 2 Stunden Eine Pause

Aufführungsrechte Rowohlt Theaterverlag Reinbek

Ross ist vor Gericht verurteilt worden, einmal pro Woche den 86jährigen Mr. Green zu besuchen und ihm bei alltäglichen Erledigungen zur Hand zu gehen. Doch der resolute Alte will überhaupt nicht einsehen, warum ihm jemand im Haushalt helfen soll. Und wer ist dieser fremde Mann überhaupt? Als Ross ihm erklärt, dass er in den Verkehrsunfall verwickelt war, bei dem Mr. Green gestürzt ist, steht sein Urteil fest: Mörder! Andererseits, nun ist der junge Mann schon mal da, und er hat Suppe mitgebracht; soll man etwa gutes Essen vergeuden?

So erfahren die beiden im Laufe der wöchentlichen Besuche notgedrungen immer mehr persönliche Dinge voneinander. Ross ist verblüfft, dass es in den über 50 Ehejahren mit Mr. Greens kürzlich verstorbener Frau Yetta keinen einzigen Streit gegeben haben soll. Und Mr. Green horcht zum ersten Mal auf, als er erfährt, dass Ross auch Jude ist, selbst wenn er den Unterschied zwischen milchick und flaychik nicht kennt – vielleicht lässt sich doch noch ein Mensch aus ihm machen. Aber dann muss Ross plötzlich feststellen, dass seine Ignoranz gegenüber jüdischem Brauchtum nicht das Einzige ist, was bei Mr. Green auf völliges Unverständnis stößt. Unversehens findet sich Ross in einer Rolle wieder, mit der er schon seit Jahren hadert: Er muss sich für das rechtfertigen, was er ist. Dass es zwischen den beiden Männern schließlich doch noch zu einer Versöhnung und vielleicht sogar zu einem Moment tiefen Verständnisses kommt, hat nicht nur mit einem dunklen Geheimnis von Mr. Green zu tun, sondern ist vielleicht sogar der Verdienst der sanftmütigen Yetta …

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Foto Max Ott

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Ein Ausflug in Schauspiel brachte mich zum ersten Mal in das gar nicht so kleine Kleine Theater Haar. Das ist wirklich ein schnuckeliges Theater, leidet allerdings daran, dass die Zuschauerreihen nicht ansteigen. Und selbst in der ersten Reihe hatte ich durch eine etwas unglückliche Konstellation, ein Tisch auf der Bühne stand fast genau vor meiner Nase, keine freie Sicht.

Das tat aber dem Stück keinen Abbruch. Einzig und allein die Stelle, in der Hans Scholl sich einen Schuss setzt, fand ich nicht gut. Das ist unter Historikern umstritten und indem man es mit Tatsachen in einen Kontext setzt, macht man es quasi zur Tatsache. Man möge mich nicht falsch verstehen, die Leistung Hans Scholls wäre nicht geringer zu schätzen, wenn er drogensüchtig gewesen wäre, aber man muss es ihm auch nicht unterstellen.

Ansonsten fand ich dieses Stück wirklich hervorragend, berührend, fantastisch gespielt von allen aus dem Ensemble. Ich fand die Auswahl der Szenen aus dem Leben der Widerstandsgruppe sehr exemplarisch und gut erklärend, wie sie dazu kamen und was sie bewegt hat und die Entwicklung, die schließlich zur Entdeckung und dem Tod der meisten Mitgleider der Gruppe führte, aufzeigte.

Am Ende verließ ich das Theater mit einem Kloß im Hals, viel Stoff zum Nachdenken und Bewunderung für das JSEM, die es geschafft haben, einen so schwierigen Stoff sensibel und doch einprägsam auf die Bühne zu bringen.

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