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Lesestoff 2008 – 51

Die Tulpe des Bösen – Jörg Kastner

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Knaur (5. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426662620
ISBN-13: 978-3426662625
Größe: 21,8 x 15 x 3,6 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

Amsterdam 1671. Bis vor kurzem hielt das »Tulpenfieber« die Niederlande in Atem – hochgefährliche Spekulationen mit Tulpenzwiebeln kosteten nicht wenige Bürger die Existenz. Und noch immer treffen sich wöchentlich die »Verehrer der Tulpe«, ein exklusiver Club … Als sich eines Abends ein ehrenwertes Mitglied, Bankier de Koning, auf den Heimweg macht, wird er von einer fremden Frau angehalten und brutal niedergestochen. Amsterdam ist in Aufruhr. Er ist der zweite Ermordete, der ein seltenes Blütenblatt in der Hand hält. Inspektor Jeremias Katoen führt die Ermittlungen, bei denen fanatische Liebhaber und ebenso fanatische Tulpenhasser ihn auf die Spur eines extrem raren und gefährlichen Exemplars bringen, das einst im Osmanischen Reich gestohlen wurde. Ein dämonisches Gewächs von schillernder Farbe, das jeden, der ihm zu nahe kommt, den Verstand verlieren lässt … Nun scheint die Tulpe des Bösen in die Hände von Landesverrätern geraten zu sein. Und Jeremias Katoens Leben hinge bald am seidenen Faden, wären da nicht ein ihm blind ergebener Betteljunge und eine fechtkundige junge Frau. ..

Über den Autor

Link zur Homepage

Meine Meinung:

Jeremias Katoen ist eine Nebenfigur aus dem Roman “Die Farbe Blau”. Wie auch schon in diesem früheren Werk schafft es Jörg Kastner spielend, mich in das Amsterdam des 17. Jahrhunderts zu entführen und ein realistisches, detailreiches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Die Handlung ist spannend und es ist ein pures Vergnügnen, zwischen all den falschen Fährten, auf die der Leser gelockt wird, nach der richtigen zu suchen. Einzig mit Jeremias habe ich ein kleines Problem, der mir manchmal ein wenig zu “kaltblütiger Actionheld”-mäßig rüberkommt. Dies wird aber durch die Passagen, in denen er sich liebevoll um Felix und Anna kümmert, mehr als wettgemacht.

Mein Fazit:

Das war das vierte Buch in diesem Jahr von Jörg Kastner, das ich gelesen habe und auch dieses macht mir Lust auf mehr.

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Lilli Klausen – Allein aus Gnade

Allein aus Gnade – Lilli Klausen

Broschiert: 253 Seiten
Verlag: Mitteldeutscher Verlag; Auflage: 1 (Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898125645
ISBN-13: 978-3898125642
Kurzbeschreibung

Wittenberg 1521. In der blühenden Renaissance-Stadt brodeln Gift und Feuer: Gerüchte gehen, der streitbare Reformator Martin Luther sei nach dem Reichstag zu Worms ermordet worden. Die Lutheranerin Elisabeth, Witwe des reichen Tuchhändlers Eckhard, will die Bluttat aufklären. Behilflich sind ihr dabei der Philosophiedozent Markus und der jüdische Malergeselle David. Während sie nach Luthers Mördern suchen, verwandeln Horden seiner Anhänger und Gegner die Stadt in ein Pulverfass. Bis in einer Dezembernacht ein Fremder auftaucht und sich seinen Freunden zu erkennen gibt: Es ist Luther, der zu seinem Schutz auf die Wartburg verbracht wurde, wo er die Bibel übersetzt. Elisabeths Bruder Konrad wird mit der Verbreitung einer Schrift betraut. Anderntags ist er tot.

Über die Autorin:

Lilli Klausen ist das Pseudonym der von mir hochgeschätzten Charlotte Lyne – hier der Link zur Homepage

Meine Meinung:

Direkt im Anschluß an “Das Haus Gottes” gelesen, fiel mir die Umstellung ein bisschen schwer. Ich konnte anfangs das Motiv von Elisabeth, hinter dem Tod ihres Mannes einen Mord zu sehen, nicht nachvollziehen. Im Verlauf der Handlung kam ich aber immer besser hinein und in Charlies schöner Sprache wäre auch die Bayerische Haushaltsordnung ein literarischer Hochgenuß. Besonders gefallen hat mir die neutrale Haltung gegenüber den miteinander im Clinch liegenden Religionen, wie auch schon in ihren vorhergehenden Büchern gibt es kein Schwarz und Weiß, sondern Farbigkeit mit jeder Menge Schattierungen. Trotz der nicht im Vordergrund stehenden Krimihandlung liest sich der Roman spannend und lehrreich.

Mein Fazit:

Auch für Noch-Nicht-Fans von Charlie ein empfehlenswertes Buch.

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Singspiel, aufbauend

Ich wusste es ja von Anfang an: “Liebe und Eifersucht” ist Wohlfühlmusik. Wenn es einem vorher nicht so gut ging, danach ist es garantiert besser.

Für mich heute das erste Mal die Einführung von Sonja Westerbeck. Sie hat nochmals neue, interessante Aspekte aufgeworfen, über die ich noch eingehender nachdenken muss.

Heute habe ich zum wiederholten Mal lange darüber gegrübelt, warum Ponlevi seinen Herrn an Fabio verrät, bevor die Sache mit Celia und Enrico läuft. Und auch vorher behauptet er gegenüber Lysida, dass sein Herr lügen würde, obwohl er nur das wiedergibt, was Ponlevi ihm gesteckt hat. Der Bayer an sich würde sagen, ein ganz kleines bißchen hinterfotzig. Was aber dem Spaß keinen Abbruch tut. Schön wars, wie immer. Danke!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Liebe und Eifersucht

Die Schärpe und die Blume
Singspiel in drei Akten von E.T.A. Hoffmann
Libretto vom Komponisten nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel nach Pedro Calderón de la Barca
Sonntag, 23. November 2008
19.00 – 21.45 Uhr

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Konzert, irisch

Es bot sich an, zwischen dem Vormittagstermin am Oberanger und dem Abendtermin im Staatstheater am Gärtnerplatz ebendort auch den Nachmittag zu verbringen. Besonders, da irische Lieder, gesungen von Frances Lucey, auf dem Programm standen. Es war wirklich sehr schön und auch den zahlreich erschienen Zuschauern hat es anscheinend sehr gut gefallen. Die Interpretationen von “Carrickfergus” und “She moves through the fair” waren meine persönlichen Favoriten. Es gab auch eine sehr gelungene Tanzeinlage und eine humorvolle Moderation der Sängerin. Ein sehr gelungener Nachmittag.

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Konzert, kapriziös

Es begann mit der Arlésienne-Suite Nr. 2, in deren Verlauf ich tatsächlich diesen wunderschönen Tag in Arles vor meinem inneren Auge hatte, mit all den Gardian, die sich auf dem Platz vor der Kirche versammelt hatten und den Frauen in der traditionellen Tracht. Besonders gefallen haben mir hier der dritte und vierte Satz.

Danach Tschaikowsky, Variationen über ein Rokoko-Thema. Ich bin ja eher der Bläser-Typ, aber wenn ich mir ein Streichinstrument aussuchen sollte, wäre es sicher das Violoncello. Insofern war dieses Stück wie für mich gemacht und Hans-Peter Besig als Solist war wirklich großartig. Besonders nett fand ich, dass seine Mit-Violoncellisten ihm auf der Bühne extra gratuliert haben. Als Zugabe gabs vor der Pause dann noch eine Sarabande von Bach von ihm. Frenetischer Beifall.

Weiter gings mit Ravel, Le Tombeau de Couperin und als Abschluß Rimsky-Korsakow, Capriccio Espagnol. David Stahl merkte in seiner Moderation an, dass Tschaikowsky, von dem es ja das Capriccio Italienne gibt und Rimsky-Korsakow, sich gar nicht mochten. Wer hat da wohl von wem abgeschrieben?

Als Zugabe nochmals den vierten Satz der Arlesienne-Suite, mitreissende Musik. Ein toller Abend!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Gärtnerplatz Sinfonisch: Sinfoniekonzert

Herbstliche Capriccios
Samstag, 22. November 2008
19.30 Uhr

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Nachtgedanken, unzufrieden

Das hier habe ich bestimmt schon ein dutzend Mal gemacht. Aber so in die Hosen wie heute ist es noch nie gegangen. Erst war die Lachsmousse ziemlich versalzen. Dann habe ich gemerkt, dass ich vielleicht die Hälfte des Frischkäses hätte zurückbehalten sollen für den Kresseteil. Also nochmal los und Lachs, Frischkäse, Sauerrahm und Zitrone eingekauft. Beim zweiten Versuch war der Lachsteil perfekt, nur der Kresseteil wollte und wollte sich nicht vermischen. Ich wollte dann ein wenig mit dem Teigschaber nachhelfen, bin ein bisschen zu weit runtergekommen – leider habe ich das fehlende Teil vom Teigschabe in dem Kresse-Frischkäse-Brei nicht mehr wiedergefunden.

Gibts halt nur Lachs-Frischkäse-Creme.

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Oper, gruselig

Also eigentlich nicht die Oper. Obwohl die Hexe, die hat schon was. Aber die Umstände. Ich mache das auch nie wieder. Versprochen. Vormittagsvorstellungen unter der Woche sind ab sofort tabu.

Staatstheater am Gärtnerplatz

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdinck
Text von Adelheid Wette
Donnerstag, 20. November 2008
11.00 – 13.10 Uhr

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Oper, kreischend

Heute mal in der Staatsoper fremdgegangen. “Die unmögliche Enzyklopädie” wollte sich heute mit dem Schrei auseinandersetzen. Das Konzept erinnerte sehr an die Kuriosa aus der letzten Spielzeit im Staatstheater am Gärtnerplatz, neu war, dass jede der drei Folgen in einem anderen, normal nicht zugänglichen Raum stattfinden sollten. Heute wars der Chorprobenraum. Sänger mögen es offensichtlich kuschelig, da drin hätte man auch im T-Shirt noch geschwitzt. Damit man aber trotzdem nicht einschläft, ist an jedem Platz hinten die Befestigungschraube für den Notenhalter des Platzes dahinter angebracht. Sinkt nun der Kopf zu weit nach hinten, stößt man ihn sich unweigerlich ziemlich schmerzhaft. Ich spreche aus Erfahrung.

Denn einschläfernd war es leider ein bisschen. Zwar auch unheimlich interessant, aber ein bisschen sehr wissenschaftlich und wenig locker rübergebracht. Ich weiß nun, warum Frauen und Männer schreien, die einen mehr nach außen, die anderen mehr nach innen. Ich hörte Don Giovanni und Lulu schreien, das Stück, das von Kevin Conners live vorgetragen wurde (Parpignol aus La Bohème) war leider etwas unglücklich gewählt, da wenig Gesang und viel Klavier, außerdem fehlten die anderen Stimmen außen rum. Je länger ich darüber nachdenke, desto seltsamer war es.

Den nächsten Teil verpasse ich, da ich zu der Zeit in London bin, den dritten und wohl letzten Teil werde ich mir wohl nochmal ansehen. Mit einem Liter Kaffee intravenös vorher.

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Oper, herzzerreißend

Wow! Auch Stunden nach der Aufführung und einem sehr netten Gespräch im Anschluß stehe ich immer noch unter dem Eindruck dieses wirklich tollen Abends. Allen voran Elaine Ortiz-Arandes als grandiose Violetta, Gary Martin und Adrian Xhema als Vater und Sohn Germont, Holger Ohlmann für mich das erste Mal als Grenvil, der wie immer tolle Chor (ich liebe die Szene mit den Zigeunerinnen und den Matadoren), alle haben diese Aufführung unvergesslich werden lassen.

Staatstheater am Gärtnerplatz

La Traviata

Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
nach dem Roman “Die Kameliendame” von Alexandre Dumas fils Libretto von Francesco Maria Piave
Deutsch von Walter Felsenstein
Montag, 17. November 2008
19.30 – 22.00 Uhr

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Oper, zappelig

Junk Opera mit Thomas Peters stand heute abend auf dem Programm, natürlich im Theater meines Vertrauens. Hätte mir mal jemand vorausgesagt, ich würde tatsächlich mal während einer Vorstellung  laut was sagen (und dafür keine bösen Blicke ernte), hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber schliesslich haben ja alle anderen auch was gesagt.

Struwwelpeter neu interpretiert, einfach genial. In der Straße bin ich schließlich aufgewachsen 😉 Gerade summt es noch in meinem Kopf “Zappel-di-zappel-di-Phillip” und ich erfülle den Auftrag von Thomas Peters gerne: mir hats gefallen, ich habs hiermit weitergesagt! Und ich hab mich auch gar nicht gefürchtet. Und das, wo ich ja sonst eigentlich kein Blut sehen kann. Dann kann ich mich ja auch in Sweeney Todd wagen.

Zwei Details haben mich ganz besonders begeistert: erstens das Handtuch mit dem Schriftzug “Staatstheater am Gärtnerplatz”, die hingen mit einem anderen Schriftzug früher neben jedem Waschbecken bei uns und wurden leider im Zuge von Sparmaßnahmen abgeschafft. Zweitens die Geschichte rund um den Suppenkaspar, schließlich wollte man mir in der Mensa meines Ausbildungsbetriebes kein Essen mehr geben, nachdem ich in unserer Zeitung eine Glosse darüber geschrieben hatte. Ich musste zu Verwaltungsleiter zu einem Vier-Augen-Gespräch und zwei Wochen lang bei jeder Essensausgabe versichern, dass alles nur Spaß war. War es natürlich nicht.

Ein netter Abend mit witzigen, skurilen Details und in den Kopf gehenden Musikstücken.

Staatstheater am Gärtnerplatz

Shockheaded Peter

Die gar nicht kindgerechte Struwwelpeter-Show
Junk Opera von Julian Crouch und Phelim McDermott mit der Musik von Martyn Jacques, The Tiger Lillies
deutsche Songtexte von Andreas Marber
Sonntag, 16. November 2008

20.00 – 21.30 Uhr

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