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Adventskalender 2017 Tag 2: Hänsel und Gretel am Gärtnerplatztheater

Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Juan Carlos Falcón (Knusperhexe), Csilla Csövari (Gretel) © Christian POGO Zach

Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Juan Carlos Falcón (Knusperhexe), Csilla Csövari (Gretel)
© Christian POGO Zach

Es gibt wenig, was bei mir untrennbar mit Weihnachten verbunden ist: Wiener mit Kartoffelsalat und dem höllisch scharfen Kren aus dem Garten meines Opas und ein Besuch der Aufführung von Hänsel und Gretel im Gärtnerplatztheater am 23.12., meistens gleich beide Vorstellungen.

Damit klappt es zwar auch in diesem Jahr nicht, aber immerhin steht nach fünf Jahren ohne die Wiederaufnahme dieses zauberhaften Stückes an. Manche finden sie kitschig, aber im Gegensatz zu allen anderen Inszenierungen, die ich bisher gesehen habe, die Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper, in Covent Garden und an der Komischen Oper, wird hier nichts reininterpretiert, was nicht da ist. Auch wenn ich der Meinung bin, dass diese Oper nicht wirklich kleinkindgerecht ist, weil sie erstens einfach zu lang und zweitens von der Musik für Kinder nicht unbedingt ansprechend ist, sollte man als Regisseur schon darauf Rücksicht nehmen, dass es in den allermeisten Fällen als Familienstück beworben wird und keine Kinderleichen im Kühlschrank wie Schlachtvieh auf der Bühne zeigen. Die Inszenierung nach Peter Kerz, die am Gärtnerplatztheater gezeigt wird, ist märchenhaft und sehr atmosphärisch. Insbesondere der Abendsegen hat es mir hier angetan, das ist einfach nur ein wunderschönes Bild.

Deshalb freue ich mich sehr, dass dieses Stück wieder auf dem Spielplan steht. Und weil ich mich so gefreut habe, habe ich mir aus Versehen eine Karte für eine Vorstellung doppelt gekauft. Und damit ihr Euch auch ein Bild machen könnt, verlose ich eine Karte für die Vorstellung am 17.12.2017 um 15 Uhr. Ein bisschen Stehvermögen müsst ihr mitbringen, denn es handelt sich um einen Stehplatz. Die Sicht ist aber sehr gut und die Akustik auch. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist bis zum Samstag 16.12.2017, 10 Uhr folgende Frage zu beantworten:

Von wem stammt die Musik zu Hänsel und Gretel?

Schickt mir Eure Antwort einfach per Kontaktformular mit Angabe Eures Namens und einer Telefonnummer, die Übergabe erfolgt dann vor der Vorstellung.

BESETZUNG am 17.12.2017

Regie nach Peter Kertz
Bühne / Kostüme Hermann Soherr
Knusperhexe Maximilian Mayer
Sandmännchen Anna-Katharina Tonauer
Taumännchen Jasmina Sakr

Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

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Premiere Peter Grimes, 21.10.2014, Gärtnerplatztheater (im Prinzregententheater)

Peter Grimes Nach einer äußert eindrucksvollen Spielzeit 2013/14 setzt das Staatstheater am Gärtnerplatz seine Erfolgsserie mit einer herausragenden Produktion von Benjamin Brittens Peter Grimes fort.

Es herrscht eine düstere und bedrückende Atmosphäre in einem  kleinen Fischerdorf an der Ostküste Englands. Der Fischer Peter Grimes, ein Außenseiter in der Dorfgemeinschaft, muss sich einer gerichtlichen Untersuchung stellen, weil sein Lehrling auf hoher See verstorben ist. Es wird zwar auf Unfalltod entschieden, aber in den Augen der Dorfbewohner bleibt ein Makel. Es wird ihm nahegelegt, keinen Jungen mehr als Lehrling zu nehmen oder endlich zu heiraten.

Grimes möchte aber Ellen Orford, die verwitwete Lehrerin des Ortes, erst heiraten, wenn er ihr etwas zu bieten hat. Er glaubt dann, die bösen Zungen am Ort zum Schweigen bringen zu können. Er bekommt durch die Vermittlung des Apothekers am Ort und mit Hilfe Ellens einen neuen Lehrling. Als diese blaue Flecken am Körper des Jungen entdeckt, verliert sie alle Hoffnung auf einen Neuanfang, aber sie steht immer noch zu Peter.

Peter Grimes Als eine Delegation der Dorfbewohner zu Grimes Hütte kommt, befiehlt dieser dem Jungen eine Steilküste hinunter zu springen. Dabei stirbt der Lehrling. Nun wenden sich die Dorfbewohner endgültig gegen Peter Grimes und sein Freund Balstrode legt ihm nahe, auf dem Meer Selbstmord zu begehen.

Regisseur Balázs Kovalik verlangt sehr viel von seinem Ensemble. Da muss Peter Grimes dramatische Ausbrüche hinlegen, während er den Jungen trägt oder Ellen Orford wird an den Armen hochgezogen. Aber die Mühe lohnt sich: herausgekommen ist ein packender Theaterabend ohne Längen trotz Überlänge, der den Zuschauer atemlos zurücklässt.Die Bühne von Csaba Antal besteht nur aus zwei schwenkbaren und höhenverstellbaren Metallbrücken, einem durchsichtigen Plastikvorhang sowie einem schwenkbaren Container und doch schafft es Kovalik, die fast schon klaustrophobische  Atmosphäre des Fischerdorfes auf die Bühne des schönen Prinzregententheaters zu bringen. Vor allem der Vorhang ist fast schon genial in seiner multifunktionalen Eigenschaft, er symbolisiert den Reg en genausogut wie die Steilküste.

Peter Grimes Inn einem der berührendsten Momente des Abends stehen sich Ellen und Grimes auf den Brücken gegenüber, nur wenige Zentimeter getrennt und doch unüberwindbar auseinander. In dem Moment, in dem die Brücken nach hinten auseinander schwenken, ist ihr Schicksal entschieden. Wenn Martin Hausberg als Hobson die Trommel schlägt und der Chor im Gleichschritt von der Bühne marschiert, breitet sich Gänsehaut um Publikum aus. Die Kostüme von Mari Benedek verorten die Handlung in den späten Fünfzigern oder frühen Sechziger Jahren und das passt hervorragend zu dieser Oper auch wenn sie etwas früher entstanden ist.

Mit verantwortlich für die schon fast gruselige Stimmung an diesem Abend ist das herausragende Licht von Michael Heidinger. Er spielt mit den Scheinwerfern, lässt sie fast auf den Bühnenboden herunterfahren und ordnet der Figur des Peter Grimes ein gespenstisches grünes Licht zu. Dabei nimmt er aber auch in Kauf, dass das Publikum teilweise  geblendet wird, aber an so einem starken Abend nimmt man das gerne in Kauf.

Peter Grimes Perfekt wird dieser Abend durch eine geniale Sängerriege, allen voran Gerhard Siegel in der Titelrolle und Edith Haller als Ellen Orford. Die beiden zeichnen authentische und berührende Rollenportraits. Ebenfalls zur ersten Sängeergarde gehört Ashley Holland als Captain Balstrode, dem einzigen Freund von Peter Grimes. Das hervorragende Ensemble setzt sich fast ausschliesslich aus festen Sängern des Hauses (Holger Ohlmann, Frances Lucey, Elaine Ortiz Arandes, Ann Katrin Naidu, Martin Hausberg und Snejinka Avramova) sowie Juan Carlos Falcón und dem bereits aus Semele bekannten Bass István Kovács.

Betonen muss man hier mal wieder die Vielseitigkeit dieses phänomenalen Chors und des ebensolchen Orchester. Seit Beginn der Spielzeit haben sie bereits eine Operette und ein Musical gespielt und zeigen hier nun eine schwierige Oper auf allerhöchstem Niveau. Nicht zu Unrecht wird dieser Chor als einer der besten Opernchöre in Deutschland gehandelt. Marco Comin führt das Orchester zu neuen Höhen und betont die musikalische Qualität des Hauses.

Ein berauschender, denkwürdiger Abend!

 

Peter Grimes

Oper

Musik von Benjamin Britten, Libretto von Montagu Slater nach George Crabbe

Altersempfehlung ab 15 Jahren

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Marco Comin, Regie Balázs Kovalik, Bühne Csaba Antal, Kostüme Mari Benedek, Licht Michael Heidinger, Dramaturgie David Treffinger

Peter Grimes Gerhard Siegel, Ellen Orford Edith Haller, Captain Balstrode Ashley Holland, Auntie Snejinka Avramova, Niece 1 Frances Lucey, Niece 2 Elaine Ortiz Arandes, Bob Boles Juan Carlos Falcón, Swallow István Kovács, Mrs. (Nabob) Sedley Ann-Katrin Naidu, Reverend Horace Adams Stefan Thomas, Ned Keene Holger Ohlmann, Hobson Martin Hausberg, Boy (John) Raphael Schütz, Dr. Crabbe Enrico Sartori, Chor, Extrachor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Bühnenmusik des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Weitere Vorstellungen: Do. 23. Oktober 2014 19.30 Uhr , Mo. 27. Oktober 2014 19.30 Uhr , Mi. 29. Oktober 2014 19.30 Uhr* , Fr. 31. Oktober 2014 19.30 Uhr , So. 2. November 2014 18.00 Uhr * KiJu-Vorstellung

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Eine Thebanerin im Himmel

Semele Unser Autor Andreas M. Bräu hat ebenfalls über die Semele-Premiere des Gärtnerplatztheaters am 24.10.2013 berichtet, drüben bei Opernnetz.

SEMELE. Barockoper / Oratorium von Georg Friedrich Händel. Libretto nach William Congreve. Musikalische Leitung: Marco Comin. Regie: Karoline Gruber. Bühne: Roy Spahn. Kostüme: Magali Gerberon. Choreografie: Beate Vollack. Besetzung: Jupiter: Ferdinand von Bothmer. Cadmus: Holger Ohlmann. Athamas: Franco Fagioli. Somnus: István Kovács. Apollo: Juan Carlos Falcón. Juno: Adrineh Simonian. Iris: Elaine Ortiz Arandes. Semele: Jennifer O’Loughlin. Ino: Ann-Katrin Naidu.

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