Nachtgedanken, modisch

Ich hatte ja gestern mein bestes Abendkleid an. Zu meiner Verwunderung wurde ich vor der Vorstellung mehrfach darauf angesprochen (“Altmodisch, aber schön” – Well, that’s not exactly what I wanted to hear) und spätestens zu Beginn der Vorstellung war mir klar, warum: ich war so ziemlich die Einzige mit Abendkleid. Keine Frage, viele Frauen waren elegant gekleidet, aber wirklich kaum eine im langen Kleid. Auffällig waren auch viele in sagen wir mal etwas besserer Alltagskleidung, so sah ich zum Beispiel in der ersten Reihe eine Jeansjacke. Keine Frage, jeder kann anziehen was er will – solange ich kein Arschgeweih oder nackte Speckröllchen über der tiefsitzenden Hose sehen muss. Ich verstehe es nur nicht.

Mit meiner Alltagskleidung lege ich für den Besuch im meinen Alltag gleich mit ab, ich bereite mich damit genauso auf das Stück vor wie mit dem Lesen des Librettos oder dem Anhören der Einführung. Nachdenklich wurde ich allerdings, als ich in der U-Bahn auf dem Nachhauseweg, es ging schon auf Mitternacht zu, von zwei offensichtlichen Wiesnbesuchern gefragt wurde, ob ich in der gewesen sei, weil ich so ein schönes Kleid anhätte. Bin ich denn schon genauso kostümiert wie der Frager mit seiner original bayerischen Krachledernen und dem Berliner Zungenschlag?

Ich habe mich bisher strikt geweigert, auf die Wiesn ein Dirndl anzuziehen. Im Gegenteil, ich ziehe grundsätzlich  meine ältesten Sachen an, was mir zwar immer den Unmut des Einladenden einbringt, das ist mir aber egal. Erstens ist ein richtiges Dirndl – die Pseudo-Trachten würde ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen – viel zu teuer, um es sich an einem herausstehenden Teil eines Tisches zu zerreißen oder sich von einem Besoffenen das Bier drüber schütten zu lassen. Zweitens wäre ich damit genauso verkleidet wie mit einem Faschingskostüm. Ich bin zwar im Herzen eine Bayerin, eine unanständige, wie mein Landesvater neulich meinte, aber mit Trachten und Brauchtum habe ich eher wenig bis gar nichts am Hut. Insofern fände ich es etwas verlogen, ein Dirndl im Schrank zu haben, nur damit zwei Wochen im Jahr jeder sehen kann, was ich an dem Tag noch vorhabe.

Aber das muss Jede für sich entscheiden. Ich hab dafür meine Abendgardarobe, bei der jeder gleich weiß, was ich vorhabe ;-)

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Nachtgedanken, aufgeweckt

Wenn nach viereinhalb Stunden Halbschlaf wegen schnarchendem Ehemann der Wecker klingelt, bin ich im Normalfall den ganzen Tag nur eingeschränkt zu gebrauchen. Es sei denn, ich gehe laufen.

Leider hatte der Schlosspark noch geschlossen, da bin ich halt eine Runde durch die Gemeinde inklusive Urnengang und Semmeln holen. Jetzt fühle ich mich fit für den großen Tag!

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Singspiel, lebensnah

Fast wie im richtigen Leben: ein Mann zwischen vier Frauen und drei Männern. Vor der Pause zicken die Frauen und nach der Pause die Männer. Während bei den Frauen Sofakissen und Heckenschere zum Einsatz kommen, ist es bei den Männern ausschliesslich der Degen. Frauen sind halt kreativer.

Auch diesmal beeindrucken mich wieder die klaren Farben: der wunderschön gemachte grüne Irrgarten, das leuchtende Blau der Jacke von Enrico, das kräftige Rot des Herzogs. Dazwischen die sehr hübschen weißen Biedermeierkostüme der Damen.

, oder wie in diesem Fall ein , ist für mich die höchste Form der darstellenden Kunst. So muss neben dem Gesang auch schaupielerisch viel geleistet werden. Und das hat das Ensemble des Gärtnerplatztheaters heute in ausgezeichneter Form gezeigt. Mich haben die gesanglichen Leistungen überzeugt, aber vor allem die mimischen Leistungen vollenden den Abend perfekt: Gary Martin als majestätischer Herzog, Robert Sellier als gehetzter Enrico, Stefan Sevenich als Diener zwischen Liebe und Eifersucht inklusive Mordgedanken. Das Terzetto aus dem dritten Aufzug, dritter Auftritt (soviele Dreien) hat übrigens genauso Ohrwurmcharakter wie das Duett Celia-Ponlevi aus dem ersten Aufzug, dritter Auftritt. Florian Simson überzeugt als schneidiger Offizier, Jörg Simon als besorgter Vater. Thérèse Wincent war in der Gewitterarie und auch sonst einfach klasse, Stefanie Kunschke überzeugt als irgendwie coole Lysida, Sybille Specht ist hinreißend, als sie glaubt, Enrico sei in sie verliebt und Sibylla Duffe brilliert als kecke Zofe.

Am Ende sehr viel Beifall und Bravo-Rufe für das Ensemble, den Dirigenten Andreas Kowalewitz, das Orchester und den Regisseur Ezio Toffolutti.

Ein gelungener Auftakt der neuen Spielzeit. Karten und Opernglas liegen schon bereit, um in einer der nächsten Vorstellungen die Knöpfe an der Jacke des Herzogs (und nicht nur die) mal aus nächster Nähe zu betrachten.

Liebe und Eifersucht

Die Schärpe und die Blume
in drei Akten von E.T.A.
Libretto vom Komponisten nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel nach Pedro Calderón de la Barca
Samstag, 27. September 2008
19.30 – 22.15 Uhr

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Nachtgedanken, bereit

Ich sitze in der S-Bahn, viel zu früh natürlich. Dann gibt es halt vorher noch einen Kaffee. Beim letzten prüfenden Blick in den Spiegel habe ich mir sogar gefallen, zumindest bis zum Kinn.
Ach, ich freu mich!

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Nachtgedanken, traurig

Abnehmen an sich ist ja ne schicke Sache. Wenns dann nur noch an den richtigen Stellen wäre…

Am meisten stören mich bei mir die “love handles”, der Speck, der direkt auf den Hüften sitzt. Jedes etwas engere Kleid sieht damit ja sowas von blöd aus. Da rührt sich natürlich gar nix, kein Zenitmeter weniger.

An den Fingern hab ich dagegen so abgenommen, dass ich bald für Hänsel einspringen kann. Heute hab ich meinen Verlobungsring verloren. Mist.

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Nachtgedanken, dörflich

Das mag ich so an meiner kleinen Gemeinde mit den drei Schlössern: auf dem Weg nach Hause trifft man eine Freundin, die man sowieso gerade versucht hat, auf dem Handy zu erreichen, beschliesst spontan, zusammen die Dorfkneipe aufzusuchen und verbringt einen schönen Abend miteinander.

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Nachtgedanken, vorfreudig

Ich bin ja normalerweise kein Freund von Musik auf Webseiten, aber die hier hinterlegte Musik gefällt mir so gut, dass ich mir das Intro immer mal wieder anschaue. Und wenn ich dazu noch die Leseprobe von Charlies neuem Buch (endlich ein Hardcover!) lese, wird mir ganz warm ums Herz. “das Meer in Strömen von ihren Gliedern rinnend”, so einfache Worte zu so schönen Sätzen zusammengefügt.

Ich weiß jetzt schon, was ich am 27. Oktober mache.

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Nachtgedanken, freigiebig

Biete Äpfel der verschiedensten Sorten, direkt vom Baum, mit kleinen Macken, aber wohlschmeckend und garantiert ungespritzt. Ach ja, einen Birnbaum hats auch noch.

Bei Interesse bitte Mail an die Adresse hier irgendwo auf der Seite.

Nachtrag: Das Bild mit der Adresse ist anscheinend verloren gegangen. Das Impressum enthält jetzt ein Kontaktformular.

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Nachtgedanken, planend

Weil gerade ein bisschen Zeit war, habe ich mal mein Kleid für nächsten Samstag anprobiert, es sitzt wirklich gut, ein wunderschöner Stoff, nur die Tüllrüschen am Unterrock sind gewöhnungsbedürftig, aber andererseits habe ich nächste Woche auch keine nackten Beine. Und ich kann es gut alleine anziehen, Herr Nachtgedanken ist ja nächsten Samstag noch länger mit dem Kinderfest beschäftigt, von dem ich mich unverschämterweise frühzeitig verabschieden werde. Preparations.

Jetzt geht es weiter: welche Handtasche, welche Schuhe? Ton-in-Ton geht nicht, diesen schönen glänzenden lilalen Ton habe ich nicht. Schwarz? Und wenn ja, welche Schuhe? Bequem oder Schick? Oder beides? Und welche Handtasche? Glücklicherweise habe ich noch eine Woche Zeit.

Jetzt rufe ich gleich meine Freundin an, die gestern ebenfalls ein Abo abgeschlossen hat und wir planen zusammen die Spielzeit 08/09. Als erstes haben wir gleich mal Karten für Carmen an meinem Geburtstag gekauft.

Ich liebe es!

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Nachtgedanken, testend

Dies ist der erste Eintrag vom aus. Langsam freunde ich mich damit an.

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