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Lieber Paketbote,

 

gestern war ich Strohwitwe. Um den Anschein des bewohnten Hauses zu wahren, wenn ich es um 5:20 Uhr verlasse, lasse ich das Licht im Flur brennen. Nicht sehr effektiv, ich weiß, aber es gibt mir ein ganz gutes Gefühl.
Nicht hilfreich ist es, wenn ab dem späten Vormittag zwei eingeschneite Weinkartons mit einer Büchersendung obendrauf vor der Eingangstür stehen. Und zwar so, dass man das Haus weder betreten noch verlassen kann.
Naja, wenigstens hab ich sie um 00:45 Uhr reingeräumt.

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Das hohe C

 

Heute war ich nach einem halben Jahr nochmals in Undine. Damals fiel mir Gary Martin das erste Mal auf und seitdem bevorzuge ich Vorstellungen, in denen er singt. Und seit heute weiß ich auch wieder warum. Diese Präsenz als Kühleborn, da kann es einem schon kalt den Rücken runterlaufen.
Nette Begebenheit am Rande: neben mir sass ein Opernfreak. “Diese frische Stimme”, schwärmte er bei Florian Simson. Hmpf, da kann ich nicht mitreden. Generell war er begeistert. Sonst geht er ja nur ins Nationaltheater. Auch für Gary hatte er lobende Worte. Dann schmiss er mir noch Dvorcak an den den Kopf: das Lied an den Mond würde ich doch bestimmt kennen, oder? Sicher doch. Ich kam nicht einmal dazu, zu sagen, dass ich eigentlich fast ausschließlich ins Gärtnerplatztheater gehe. Ich mag es, wie die Musik einem da in die Knochen fährt, dass ich mir auch mal eine Karte in der ersten Reihe leisten kann und ich die Mimik der Sänger auch ohne Fernglas erkennen kann. Beim Schlussapplaus flüsterte er mir zu: der Heldentenor hat sogar das hohe C getroffen. Wie? Orangensaft habe ich aber auf der Bühne nicht gesehen.

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Things to remember

Wenn man in der S-Bahn unbedingt wichtige geschäftliche Gespräche führen muss, sollte man nicht in die Ecke zwischen Tür und Abtrennung der Sitzgruppe sprechen – selbst leise Gespräche werden so verstärkt, dass man den Sprecher über viele Sitzreihen hinweg bestens versteht.

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Bücher, mal wieder

 

1. Welches ist das längste und/oder langweiligste Buch, durch das Du Dich, aus welchen Gründen auch immer, erfolgreich hindurchgekämpft hast?

Die bayerische Haushaltsordnung

2. Von welchem Autor (natürlich auch Autorin) kannst Du behaupten: Von dem (oder der) habe ich wirklich _jedes_ Buch gelesen.

Soweit ich weiß, Jasper Fforde. Bei Niall Williams habe ich gerade entdeckt, dass es noch ein kleines Büchlein (neben seinen Theaterstücken) gibt und von Tanja Kinkel fehlt mir auch eines.

3. Welches ist Dein liebster Klassiker (vor mindestens 50 Jahren veröffentlicht)?

Annemarie Selinko – Desirée

4. Welchen Titel hast Du in den letzten Jahren sicherlich am häufigsten verschenkt?

Ich verschenke Bücher auf den jeweils Beschenkten zugeschnitten, da verschenke ich selten das gleiche Buch zweimal. Zuletzt habe aber doch zweimal Sabine Klaus – Sturmherz verschenkt, weil es für ein Erstlingswerk einer deutschen Autorin einfach genial ist.

5. Von welchem Autoren würdest Du nie wieder freiwillig ein weiteres Buch in die Hand nehmen?

Carlo Ross

6. Welches Buch hast Du mehr als 2 Mal gelesen?

Die Unendliche Geschichte, Desirée, Harry Potter 1 – 4,

7. Welchen Titel hast Du erst nach einigen Seiten beiseite gelegt und dann tatsächlich später nochmals in die Hand genommen und durchgelesen?

Ich lege selten Bücher weg. Manchmal brauche ich dann etwas länger zum Lesen.

8. Wenn man Dich 3 Wochen in eine Mönchszelle in Klausur stecken würde, und Du darfst nur 3 Bücher mitnehmen, welche drei Titel würdest Du wählen?

Bill Bryson – A short history of nearly everything Illustrated
Mark Haddon – A spot of bother
John Irving – Until I find you
Das sind die drei dicksten, die auf dem Nachttisch stehen und gelesen werden wollen.

9. Bei welchem Titel sind dir schonmal ernsthaft die Tränen (nicht vor Lachen!) gekommen, obwohl es doch nur ein Buch war?

Bei den letzten drei Harry Potter habe ich Rotz und Wasser geheult.

10. Welches sonst recht erfolgreiche Buch ist Dir bis heute ein großes Rätsel geblieben, d. h. Du hast es einfach nicht verstanden?

Paul Auster – Stadt aus Glas

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Lachen bis der Arzt kommt

 

Heute wieder sehr gelacht. Nach langer Zeit war ich mal wieder bei Mark’n’Simon. Ich kenn die Jungs jetzt seit knapp 18 Jahren und es erstaunt mich immer wieder, auf welche Ideen die beiden kommen. Und das schönste dabei ist, dass sie auch musikalisch was drauf haben. Ein sehr gelungener Abend.

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Jubiläum

 

Heute vor einem Monat sind wir in unser Häuschen umgezogen.
Das habe ich inzwischen gelernt:
– wenn Dir zwei Wochen lang das Schlüsselbein wehtut, weil Dir im Schlaf der Bettrahmen, auf dem einer Deiner Kater rumgeturnt ist, von hinten auf die Schulter gefallen ist, ist es was Ernsteres;
– wenn ein Handwerker Dir den Kostenvoranschlag nicht zum verabredeten Termin bringt, wird er die Arbeiten auch nicht pünktlich ausführen; es besteht die durchaus reale Gefahr, dass Deine Fenster statt wie zugesagt in sechs Wochen erst Mitte Januar ausgetauscht werden;
– wenn der Handwerker nicht zurückruft, obwohl Du einen Auftrag im niedrigen fünfstelligen Bereich zu vergeben hast, ist Dein Auftragsvolumen nicht groß genug;
– wenn der Handwerker Dir einen Termin für die Besichtigung Ende August geben will und auf Deinen Hinweis, dass das Haus keine Heizung hat, schon am übernächsten Tag kommt und noch dazu Spezialist für die Art von Heizung ist, die Du haben willst, hast Du möglicherweise blind einen Volltreffer gelandet;
– Geschirrspülen ist furchtbar und wird auch dadurch nicht besser, dass die neue Küche vermutlich erst im neuen Jahr eingebaut werden kann;
– auf dem Wertstoffhof immer schön den Anweisungen des Personals Folge leisten und wehe, Du erdreistest Dich, mit einem Bekannten zu ratschen;
– es gibt tatsächlich Menschen, die ihr Auto quer vor eine Grundstückszufahrt stellen, so dass man weder links noch rechts vorbei kann; dass Dein Gartentürchen seit zwanzig Jahren nicht mehr benutzt werden kann und deshalb ein Zugang zum Haus nur über das Einfahrtstor möglich ist, kann der arme BMW-Fahrer ja nicht wissen;
– in unserem Garten kann man mehr als zwei Sechs-Mann-Zelte aufstellen und es ist immer noch nicht eng;
– selbstgepflücktes Obst schmeckt nochmal um Klassen besser als das beste Bio-Obst;
– auf der Leine im Freien getrocknete Wäsche riecht auch nach drei Tagen noch frisch;
– auf einem Grill kann man auch andere Köstlichkeiten als dunkelstbraune Würstchen herstellen;
– eine Terasse, auf der man locker mit 14 Mann auch bei Regen sitzen kann, hat etwas für sich;
tbc

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Zuwachs im Hause Nachtgedanken

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Männer in Shorts

 

Letzte Woche hatten sie Strumpfhosen an, gestern mussten sie in Shorts oder gleich im Kleid auf die Bühne: die Herren des Chors im Gärtnerplatztheater. Die lustigen Weiber von Windsor, heute mit echten Weibern wurde gegeben. Lustig wars, ein bisschen anzüglich, viele Anspielungen auf Shakespeare und überhaupt schöne Musik. Die Inszenierungen am Gärtnerplatz gefallen mir wirklich gut, ab der nächsten Saison gibt es ein flexibles Abo, das werde ich mir vermutlich gönnen.
Herausragend war gestern Michael Suttner als Fenton und gefallen hat mir mal wieder Gary Martin, der mich mit seiner VoKuHiLa und seinem (hoffentlich angeklebten) 80er-Jahre-Schnauzer schwer an einen Viertelfreund (nur ein Kuss) aus den frühen Jahren eben diesen Jahrzehnts erinnerte.

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Männer in Strumpfhosen

 

Gestern abend im Gärtnerplatztheater: Der Barbier von Sevilla. Nette Idee, das mit den Insekten. Bartolo als Spinne, die alle Fäden in der Hand hält, fand ich besonders gelungen. Und Rosina, die sich im ersten Auftritt aus ihrer Hülle schält und den Rest des Abends als Schmetterling umherschwirrt. Ein bisschen flatterhaft ist sie ja schon. Nicht so gut fand ich den Figaro als Schmeißfliege. Klar nimmt er Geld für seine Dienste, aber immerhin bringen seine Vorschläge und Hilfestellungen die Liebenden am Ende zusammen. Im ersten Akt eine riesige Engelstrompete als Bühnenbild, sehr schön verschiedenfarbig beleuchtet. Der Chor als Blattläuse (hier meinte man Ameisen, aber die haben ja bis auf wenige Ausnahmen keine Flügel) und Almaviva als Hummel, das hat schon was. Und gute Musik kann ja sowieso nichts entstellen. Im zweiten Akt ein Bühnenbild der ganz anderen Art: ich meine, es war nicht nur Milimeterpapier, sondern eine Szenario wie für eine Gegenüberstellung bei der Polizei. Sehr schön die Projektionen, z.B. eine Hummel, wenn sich Almaviva, diesmal im Trachtenanzug ohne Flügel, als Musiklehrer verkleidet auf der Bühne befindet. Nett der Drehtür-Slapstick, aber irgendwie fehlt der Drive des ersten Satzes. Nach der Gewittermusik nimmt das Bühnenbild den ersten Satz in Abwandlung wieder auf und auch die Figuren sind ein Zwischending aus Mensch und Insekt. Am natürlich glücklichen Ende dürfen sie dann alle als Menschen weiterleben. Insgesamt eine schöne, flotte Inszenierung mit komischen Anklängen (“Wir sind Insekt”-Schlagzeile in der Bildzeitung) und einem für mich herausragenden Figaro (Gary Martin).

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Metamorphose

So sah er aus, als ich ihn am 17.4. das erste Mal sah:

Blühender Kirschbaum

Und das sind die ersten selbstgeernteten Kirschen von unserem soon-to-be eigenen Kirschbaum:

Reife Kirschen

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