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Das Märchen vom Zaren Saltan, 29.04.2010, Gärtnerplatztheater

Zuerst die kritische Anmerkung: ich würde mir wirklich wünschen, dass es im Theater meines Vertrauens vor der Vorstellung, wie in anderen Häusern durchaus üblich ist, eine Ansage gemacht wird, dass das Fotografieren nicht erlaubt ist. Offensichtlich reichen Hinweise an den Garderoben und auf den Karten nicht aus, es wurde nämlich vor allem vor der Pause fleißig geblitzt. Mal ganz abgesehen davon, dass es verboten ist und die Qualität dieser Aufnahmen sicher unter aller Kanone ist, es nervt! Ob es die Akteure auf der Bühne durch die Scheinwerfer überhaupt mitkriegen, weiß ich nicht, aber ich als Zuschauerin finde es äußerst störend.

Mindestens 13 der 21 Vorstellungen dieser sehr gelungenen Produktion habe ich gesehen und bis auf eine im Januar haben sie mir – mit dem Abstrich der szenischen Umsetzung des Hummelfluges – immer sehr gut gefallen. Musikalisch sehr schön, hatte diese Inszenierung so wirklich wundervolle Bilder wie den Tanz der Prinzessin Schwan, dieses Bild zierte im wahrsten Sinne des Wortes ja auch das Spielzeitheft 2009/2010, oder den Aufstieg der weißen Stadt am Ende des zweiten Aktes. Hier kam immer besonders gut der tolle Chor des Theaters zur Geltung und ich habe versucht, mir diese Szene ganz besonders intensiv einzuprägen. Schade, dass es keine DVD oder wenigstens CD dieser Produktion gibt, das hätte mir den Abschied leichter gemacht. So muss ich die Aufnahme aus Stuttgart 1952 hervorkramen, wenn ich den Zaren auf deutsch hören will.

Danke an alle Beteiligten, die mir so wundervolle Stunden bereitet haben!

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Die Sache Makropulos, 28.04.2010, Gärtnerplatztheater

Da ich ja immer ganz gerne verschiedene Perspektiven ausprobiere, saßen wir dieses Mal unten im Parkett vorne. Die Übertitel braucht man im Grunde genommen nicht, weil sehr verständlich gesungen wurde. Außer wenn das Orchester unter David Stahl ein wenig zu laut wurde und die Solisten übertönt hat, war kein Blick nach oben nötig.

Aus der Nähe ist vor allem die schauspielerische Leistung aller Beteiligter noch intensiver zu erleben, gesanglich fehlt sich ja eh nichts. Vor allem Rita Kapfhammer ist wirklich klasse,  was die Leistung der restlichen Solisten aber keinesfalls schmälert.

Auch wenn ich die Musik jetzt nicht so leicht zugänglich finde und sich keine Melodien in meinem Kopf festsetzen, finde ich die Produktion außerordentlich gelungen als Gesamtkunstwerk, die ich jedem Opernfreund ans Herz lege.

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Auftakt: Die Zauberflöte, 25.04.2010, Gärtnerplatztheater

Gestern noch in Wien, wo mir die Zauberflöte an jeder Ecke entgegen sprang: Schikaneder, Freihaustheater, Hotel Papageno, heute im Theater meines Vertrauens die Einführung für die nächste Premiere, eben diese Oper. Die Dramaturgin Sonja Westerbeck eröffnete den Vormittag mit der Bemerkung, dass es sehr schwer sei, eine so bekannte Oper, mit der fast jeder ein persönliches Erlebnis verbindet, neu zu inszenieren. Bei mir war es, wenn ich mich richtig erinnere, auch der erste Berührungspunkt mit Oper, allerdings nicht live gesungen, sondern als Marionettentheater. Da der Inhalt wohl jedem geläufig ist, kam sie gleich auf die drei Säulen der Oper zu sprechen: die Märchenvorlage, das Kaspertheater und die Freimaurerthematik. Sie gab damit, wie immer eigentlich, einen sehr guten Einsicht in den Kontext  der Oper. Die Regisseurin Rosamund Gilmore erläuterte ihre Sichtweise, besonders bemerkenswert fand ich den Satz, dass nicht Papageno oder Tamino die schwerste Prüfung haben, sondern Pamina. Insgesamt fand ich ihre Herangehensweise überzeugend und alles spricht für eine sehr schöne, poetische Inszenierung. Der Bühnenbildner Friedrich Oberle veranschaulichte auch anhand des ausgestellten Modells seinen Ansatz, auch einige Kostüme von Nicola Reichert waren zu besichtigen. Der musikalische Leiter Henrik Nánási beleuchtete die musikalische Seite, besonders den Teil über die Bassetthörner fand ich interessant. Sehr packend auch die Sicht der Solisten auf ihre Rollen, an diesem Vormittag gaben Robert Sellier (Tamino) und Daniel Fiolka (Papageno) Einblicke in ihre Interpretation. Abgerundet wurde der Vormittag durch mehrere musikalische Kostproben, es sangen Daniel Fiolka, Robert Sellier, Stefanie Kunschke (Pamina), Cornel Frey (Monostatos) und Holger Ohlmann (Sarastro), begleitet wurden sie von Oleg Ptashnikov am Flügel.

Es scheint fast so, als ob zwei der drei Wünsche des Publikums für das Gärtnerplatztheater vom 20.09.2008 im Rahmen von “La Triviata”, eine zauberhafte Zauberflöte, ein allzeit volles Haus und neue Toiletten, ab dem 07.05.2010 in Erfüllung gehen.

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Orpheus in der Unterwelt, 22.04.2010, Gärtnerplatztheater

Auch in dieser Vorstellung musste ein Gast einspringen, Elena Fink hat mir als Eurydike ganz ausgezeichnet gefallen. Es ist schon faszinierend, wie kleine Abweichungen einem Stück einen ganz neuen Kick geben können. Das und ein bestimmtes Zitat haben den Abend zu einem unvergesslichen Abend werden lassen. Ich hatte auch Gelegenheit, mit Zuschauern, die das Stück zum ersten Mal sahen, über bestimmte Aspekte der Inszenierung zu diskutieren, was bei mir etwas Unbewusstes an die Oberfläche geholt und damit einen neuen Aspekt hinzugefügt hat.

Danke an alle Beteiligten!

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Orpheus in der Unterwelt, 18.04.2010, Gärtnerplatztheater

Heute gab es mal wieder eine kleine Besonderheit, ein Gast sang den Pluto. Bis auf kleine Abweichungen im Text, die man aber vermutlich nur bemerkt hat, wenn man das Stück schon mehrfach gesehen hat, hat Markus Petsch eine den Umständen entsprechende, ansprechende Vorstellung gezeigt.

Auch sonst waren wieder alle Bestandteile für einen sehr unterhaltsamen, in diesem Fall Operettennachmittag vorhanden:  ein trotz des halsbrecherischen Tempos sehr gut verständliches Rondo des Merkur von Christoph Kayser, wieder auf den Punkt gesetzte Pointen (Mutti!) sowie ein tolles Couplet des Cupido, das am Ende die Fliege schon mehr als erahnen lässt, von Stefanie Kunschke, eine szenisch und musikalisch einfach hinreißende Venus von Frances Lucey, eine ausdrucksstarke Öffentliche Meinung von Marianne Larsen. Natürlich hatten auch die restlichen Solisten in ihren Rollen Cornel Frey, Sibylla Duffe, Dirk Lohr, Ann Katrin Naidu, Gunter Sonneson, Christina Gerstberger, Márta Kosztolányi, die Chorsolisten, der Chor und das Orchester unter Andreas Kowalewitz großen Anteil an dieser wirklich gelungenen Vorstellung und wurden entsprechend gefeiert.

Von wegen die Operette ist tot. Es lebe die Operette, Herr Bachler!

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Die Hochzeit des Figaro, 17.04.2010, Gärtnerplatztheater

Eine schöne vorläufig letzte Vorstellung war das! Ich habe mir geschworen, dass die Rose von diesem Abend mein Katerchen nicht in die Finger Pfoten bekommt 😉 Das fabelhafte Quartett Gary Martin, Sandra Moon, Stefan Sevenich und Christina Gerstberger, unterstützt von Robert Sellier, Sonja Leutwyler, Johannes Wiedecke, Cornel Frey, Katja Stuber,   Sebastian Campione, Chor und Orchester machten zumindest den musikalischen Abschied schwer. Der Inszenierung weine ich ehrlich gesagt keine Träne nach. Unglaublich, wie es beim Finale 2. Akt wegen dieser Papierwand gestaubt hat. Bewundernswert eigentlich, dass niemand einen Hustenanfall bekommen hat.

Ciao, bis es wieder heißt: Lasst uns feiern!

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Operettenkonzert “Sterne der Bühne”, 13.04.2010, Gärtnerplatztheater

Staatsintendant Nikolaus Bachler, der Chef der großen Schwester, hat in einem Interview mit dem Münchner Merkur geäußert, die Operette wäre kein Thema mehr, nur Oper wäre welthaltig (dieses mehr als blöde Wort musste ich erst einmal googeln). Deshalb spielt er die “Fledermaus” vermutlich auch an Silvester in der drittteuersten Preiskategorie, dafür bekommt man bei den Opernfestspielen mindestens einen Jonas Kaufmann geboten. Aber schließlich läuft dieses Stück ja auch unter der Kategorie Oper auf dem Spielplan der BSO. Natürlich war dieser Abend “nur” das von ihm gerade noch zugestandene Medley, aber schon am Sonntag Nachmittag ist das schönste Theater Münchens wieder sehr gut besucht, wenn die Götter für Vergnügen sorgen. Offensichtlich ist das Publikum etwas anderer Meinung als Herr Bachler.

Dieser Abend war aber auch wieder so was von schön, noch ein bisschen runder als der erste, mit viel Humor, aber auch Satire gewürzt. Die Solisten Mario Podrečnik, Dirk Lohr, Holger Ohlmann, Tilmann Unger, Sibylla Duffe, Marianne Larsen und Ann Katrin Naidu sowie das Orchester in Salonformation unter Andreas Kowalewitz sorgten mit mehreren Ausschnitten aus dem Vogelhändler dafür, dass  zumindest meine Begleitung und ich uns an diesem Abend heftig eine Rückkehr des Stückes auf die Bühne am Gärtnerplatz wünschten. Auch bekannte Arien aus dem Bettelstudenten, Gräfin Mariza und der Nacht in Venedig durften bei einem solchen Konzert natürlich nicht fehlen. Zwei Lieder aus der Fledermaus erhöhten die Vorfreude auf die neue Inszenierung Ende des Jahres und das Fliegenduett aus dem Orpheus hat mir in dieser halbszenischen Fassung besser gefallen als in der eigentlichen Operette.

Auch das restliche Publikum erlebte offensichtlich einen schönen Abend, denn man lies die Beteiligten erst nach mehreren Zugaben von der Bühne.

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Eine Nacht in Venedig, 11.04.2010, Gärtnerplatztheater

Zufall oder Absicht? Am 11.04.2009 gab es ebenfalls eine Vorstellung von “Eine Nacht in Venedig” 🙂

“Zum vorläufig letzten Mal” stand im Spielplan, das ist nicht ganz so schlimm wie “zum letzten Mal”, beinhaltet es doch die Möglichkeit, dass das Stück in einer noch nicht näher definierten Zukunft wiederkommen könnte.

Das Haus war wieder einmal gut besucht und die zahlreichen Zuschauer erlebten eine sehr schöne Vorstellung. So fiel der temporäre Abschied von Pappacoda, Ciboletta, Caramello, Annina und dem holden Venezia natürlich schon etwas schwer 🙁

Danke an alle Beteiligten und hoffentlich auf bald! 🙂

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I Masnadieri, 10.04.2010, Gärtnerplatztheater

Auch wenn es mich nicht ganz so mitgerissen hat wie die vorhergehende Vorstellung, war es dennoch wieder ein wunderschöner, erfüllender Abend. Ich kann gar nicht mal sagen, worin der Unterschied lag, vermutlich einzig und allein in mir und meiner Tagesform.

Absolut hervorragend fand ich ja wieder Johannes Wiedecke als Massimiliano, sowohl darstellerisch wie auch musikalisch. Auch Sandra Moon verlieh der Amalia Tiefe und Emotionalität mit ihrer Stimme. Besonders beeindruckt war ich von Mikael Babajanyans Portrait des Francesco mit einer wirklich sehr schönen, kraftvollen Stimme und ausdrucksstarkem Spiel. Auch der Chor glänzte durch Spielfreude und exzellenten Gesang. Abgerundet wurde der bereichernde Abend durch die ebenfalls sehr guten Solisten Mario Podrečnik, Holger Ohlmann und Adrian Xhema sowie dem Orchester unter Henrik Nánási.

Danke an alle Beteiligten!
Besser als ich es jemals könnte hat übrigens rossignols den Abend zusammengefasst.

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Die Winterreise, 09.04.2010, Gärtnerplatztheater

Ich bin ja so ein Doofie, ich kenn noch nicht mal die Originalversion der Winterreise von Schubert, das habe ich jetzt ITunes sei Dank aber gleich mal geändert. Die Einführung von Esther von der Fuhr war klasse, irgendwie spritzig, fundiert  und hat Lust auf die Vorstellung gemacht.

Musikalisch hat es mir sehr gut gefallen. Vor allem Robert Sellier und das Orchester unter Jörn Hinnerk Andresen waren toll. Die Orchestrierung war wirklich spannend, auch wenn die Instrumente aus dem dritten Rang, wenn man auch dort saß, etwas zu dominant waren.

Und dass ich mit modernen Tanz so rein gar nichts anfangen kann, dafür kann das TTM ja nix. Obwohl sie natürlich auch mal was klassisches machen könnten für so biedere Leute wie mich.

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