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Der bayerische Sturm, 05.05.2018, Stadttheater Landshut

Der Sturm von William Shakespeare ist wohl unangefochten mein liebstes Theaterstück. Daher besuche ich natürlich möglichst alle Inszenierungen dieses Werkes in meiner Nähe. Als ich im Programm des Landestheater Niederbayern vom Bayerischen Sturm gelesen habe, musste ich natürlich mal wieder ins schöne Landshut in das Theaterzelt reisen (das Stadttheater wird im Moment renoviert). Es war die siebte Inszenierung des Sturms, die ich bisher gesehen habe und sicherlich die interessanteste Interpretation dieses Werkes.

Foto: Peter Litvai

Regisseur Wolfgang Maria Bauer versetzte die gesamte Handlung des elisabethanischen Schauspiels an sich in den Kopf Prosperos, eines an Alzheimer erkrankten Patienen in einer bayerischen Pflegeanstalt. Der ältere Mann sitzt meist vor einem Computerbildschirm, der Bilder einer tropischen Insel zeigt. Um ihn herum diskutieren die Schwestern und Pfleger anfangs über ihren Berufsalltag und ein geistig verwirrter Mitpatient versucht mit ihm zu kommunizieren und setzt sich dann schließlich ins Publikum. Zunächst gibt es also nicht viel Shakespeare zu hören, bis man schließlich während eines Anfalls in die Gedankenwelt des Kranken eintaucht. Dort lernt man den Luftgeist Ariel kennen, den treuen Diener Prosperos, der sich nun völlig klar und würdevoll als verstoßener Herzog Mailands sieht. Auch trifft der Zuschauer auf den Wilden Caliban, der jedoch anfangs nicht die menschliche Sprache beherrscht, sondern erst vom gestrandeten Trinculo tiefstes Bairisch lernt. Alle anderen Figuren erscheinen in der Gestalt des Krankenhauspersonals. Von da an läuft die Handlung von Shakespeares Werk, wenn auch stark gekürzt und mit weniger Personen (so wurden unter anderem der König von Neapel und sein Bruder gestrichen) ab, immer wieder unterbrochen von Ausflügen in die „Realität“. So reicht der Patient Propsero etwa die Hand seiner Lieblingskrankenschwester bzw. in seiner Fantasie seiner Tochter Miranda dem sympathischen Pfleger Ferdinand alias Prinz von Neapel. Diese Wechsel werden durch das Lichtdesign immer deutlich angezeigt. Gerade gegen Ende werden diese Realitätswechsel immer häufiger. Und schließlich merkt man, dass die beiden reinen Fantasiegestalten für Prosperos Kampf mit seiner Krankheit stehen: Ariel für seinen klaren Verstand, Caliban für das Vergessen und die Unfähigkeit sich zu artikulieren.
Das Bühnenbild und die Kostüme von Aylin Kaip zeigen vor allem die Kontraste zwischen Fantasie und Realität. Das Krankenzimmer ist ein halbrunder, steriler Raum mit riesigen Milchglasfenstern, die in verschiedenen Farben beleuchtet werden und in denen sich verschieden große Öffnungen befinden, die ein wenig an die Schubläden erinnerten, mit denen Psychologen gerne die menschliche Erinnerung vergleichen. In die Kostüme fließen verschiedene Elemente aus der Klinik ein, Ariel ist zum Beispiel in reine, weiße Verbände gewickelt, während Caliban eine dreckige Zwangsjacke trägt. Die Decke des Kranken wird zum Herzogsmantel und stellt sich später als überdimensionaler Bucheinband heraus, da ja auch Wissen und Bücher für Shakespeares Helden eine wichtige Rolle spielen.
Olaf Schürmann zeigt als Prospero eine beeindruckende Leistung. Der Darsteller wirkt am Anfang tatsächlich wie ein kranker alter Mann, der sich nicht mehr richtig artikulieren und bewegen kann und nur noch wenige klare Momente zeigt. In seinen Gedanken ist er jedoch ein stolzer und würdevoller Herrscher. Katharina Elisabeth Kram macht dem Luftgeist Ariel mit fließenden, sanften Bewegungen und milder Stimme alle Ehre. Joachim Vollrath habe ich witzigerweise bei meiner allerersten Inszenierung des Sturms vor neun Jahren als Ariel gesehen, nun durfte er in die Rolle des Wilden Caliban schlüpfen, der anfangs trotz fehlender Sprache seiner Wut gegenüber Prospero Ausdruck verleihen kann. Reinhard Peer darf als Trinculo beziehungsweise Verrückter in der Klinik für die Lacher des Abends sorgen, was einem manchmal aber im Halse stecken bleibt, wenn uns die Tragik der Situation eines geistig kranken Menschen bewusst wird. Paula-Maria Kirschner, Mona Fischer, Laura Puscheck und Ella Schulz spielen zumeist die Krankenschwestern und zeigen zusammen mit dem „Kollegen“ Julian Niedermeier vor allem den Alltag des Pflegepersonals, der trotz allen Stresses auch noch Menschlichkeit und Güte beinhaltet.

Untermalt wird die Inszenierung von der Musik Johnny Cashs, die von einem Musiker, der jedoch nicht in die Handlung eingreift, life gespielt und zum Teil von den Darstellern auf Englisch und Bairisch gesungen werden.

Foto: Peter Litvai

Der einzig kleine Kritikpunkt war, dass ich mir unter dem Titel ein wenig mehr Einflüsse aus der bayerischen Kultur und Sprache erwartet hatte. Die einzig bairisch sprechenden Rollen sind Trinculo und Caliban und die Klinik befindet sich in Bayern. Trotzdem war ich jedoch in keinster Weise enttäuscht.
Man braucht eventuell ein wenig, um die Kombination zwischen der Pflegethematik und Shakespeares Stück zu verstehen, doch lässt man sich erst einmal darauf ein, ist Der bayerische Sturm ein spannender und bewegender Theaterabend. Noch bis 2. Juni haben Zuschauer in Landshut, Straubing und Passau diese herausragende Inszenierung zu sehen. Weitere Informationen können auf der Webseite des Landestheaters Niederbayern gefunden werden.

http://landestheater-niederbayern.de/events/235

Regie: Wolfgang Maria Bauer
Kostüme / Bühne: Aylin Kaip

Prospero: Olaf Schürmann
Antonia, seine Schwester: Paula-Maria Kirschner
Ferdinand: Julian Niedermeier
Caliban: Joachim Vollrath
Trinculo: Reinhard Peer
Miranda: Mona Fischer
Ariel: Katharina Elisabeth Kram
Zwei Krankenschwestern: Laura Puscheck, Ella Schulz
Johnny Cash: David Moorbach

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Pumuckl, 07.05.2018, Gärtnerplatztheater

Hurra, hurra, der Pumuckl ist wieder da! Ich denke ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass auch heute nicht nur junge (und junggebliebene) Bayern den frechen Kobold kennen und lieben. Seit 1962 begleitet die Kunstfigur der Autorin Ellis Kaut Generationen von Menschen und lässt sie in eine fantasievolle Welt eintauchen die – zumindest den Münchnern – trotzdem so vertraut ist. Ich selbst habe die Abenteuer von Pumuckl durch die Fernsehserie, die Bücher und die Sendung Pumuckl-TV kennen gelernt und mich sehr auf das neue Musical im Gärtnerplatztheater gefreut, wenn auch mit dem leisen Hintergedanken: wird es so sein wie früher?
Also habe ich mich bei der Vormittagsvorstellung unter die zahlreichen Schüler gemischt und war mindestens genauso gespannt wie sie. Das neue Musical von Anne Weber mit der Musik von Franz Wittenbrink spielt in der heutigen Zeit, was sich auch in der Musik widerspiegelt. Etwas jazzig, ein bissl bayerischer Flair mit Tuba und Zither und natürlich viel moderner Musicalsound. Auf der Drehbühne steht eine wundervolle, minimalistische Version von München, entworfen von Judith Leikauf und Karl Fehringer mitsamt Rathaus, Frauen- und Peterskirche. Die Kostüme von Tanja Hofmann sind knallbunt und passen definitiv in ein Kinderstück, das ja für die Jüngsten auch etwas fürs Auge bieten sollen.

Foto: Christian POGO Zach

Die Handlung des Stücks ist aus den verschiedensten Abenteuern Pumuckls zusammengemischt, die ein oder andere Szene kam mir also durchaus bekannt vor und ließ mich in Kindheitserinnerungen schwelgen. Und wie früher auch ist zwar alles sehr lustig, aber auch durchaus tiefgründig. Zum Beispiel erfahren wir im Musical, wie Pumuckl nach München gekommen ist. Die vielen kleinen Abenteuer wurden aber geschickt verbunden, wenn der Pumuckl etwa in Möbelstücken versteckt durch München reist.
Aber natürlich würde alles ohne gute Darsteller nichts nützen. Zwar muss man sich in dieser Hinsicht beim Gärtnerplatztheater selten Sorgen machen, aber ich war vor allem gespannt, wie Pumuckl und Meister Eder in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten würden. Gustl Bayrhammer war mein größter Kindheitsheld, aber Ferdinand Dörfler spielt die Rolle des grantigen Schreinermeisters wundervoll, ohne dabei zu versuchen seinen Vorgänger zu kopieren. Er gibt den eher gemütlichen Bayern (mit wunderbar ungetrübtem Dialekt), der trotzdem auch temperamentvoll werden kann. Dagegen ist Christian Schleinzer einen dauerquirligen Kobold, der sich von der ersten Sekunde in die Herzen der jungen (und älteren) Zuschauer spielt. Stimmlich ist der Gärtnerplatz-Pumuckl nicht ganz so krächzend wie der legendäre Hans Clarin und sein Nachfolger Kai Taschner, aber das ist zu verzeihen, weiß man doch wie sehr das auf die Stimme geht. Außerdem passt seine kindliche Art ebenfalls perfekt zu dieser Figur und lässt das Publikum unweigerlich mit ihm mitfiebern. Auch nach der Vorstellung machte sich Schleinzer übrigens bei den Kindern sympathisch, da er – noch im Kostüm – aus seiner Garderobe heraus Bonbons wirft.

Foto: Christian POGO Zach

Da ich mich mit dem Thema Dialekt im Theater viel befasse, fand ich es natürlich besonders spannend, dass nicht nur Meister Eder sondern auch viele andere Figuren wie das Schlosserehepaar Schmitt, gespielt von Ulrike Dostal und Stefan Bischoff oder die Stammtischbrüder Meister Eders im Biergarten. Eim komödiantisches Highlight ist Pumuckls Ausflug ins Schloss, bei dem die Dienstmädchen (Susanne Seimel und Ulrike Dostal) und der herrlich nervöse Butler (Peter Neustifter) mit dem Hausgeist inklusive blutiger Handabdrücke und stehen gebliebener Uhren zu kämpfen haben.
Der tosende Applaus der großen und kleinen Zuschauer zeigt mal wieder, dass Geschichten wie die von Ellis Kaut zeitlos die Menschen begeistern können und die ausverkauften Vorstellungen zeigen, dass der Pumuckl in München sehr gut ankommt. Aber für alle enttäuschten Fans, die keine Karten mehr ergattern konnten, gibt es eine gute Nachricht: Der Kobold darf auch in der nächsten Saison wieder das Staatstheater durcheinander bringen.

https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/Pumuckl-musical.html/m=364

Dirigat: Andreas Kowalewitz
Regie: Nicole Claudia Weber
Choreografie: Karl Alfred Schreiner
Bühne: Judith Leikauf / Karl Fehringer
Kostüme: Tanja Hofmann
Licht: Jakob Bogensperger
Dramaturgie: David Treffinger

Pumuckl: Christian Schleinzer
Meister Eder: Ferdinand Dörfler
Frau Reitmayer, Lehrerin: Marianne Sägebrecht
Frau Steinhauser / Gräfin: Dagmar Hellberg
Monika Steinhauser, ihre Schwiegertochter: Angelika Sedlmeier
Hanna, ihre Enkelin / Vreni, Dienstmädchen: Susanne Seimel
Schlosser Schmitt: Stefan Bischoff
Gerti Schmitt, seine Frau / Vroni, Dienstmädchen: Ulrike Dostal
Schubert: Maximilian Berling
Bartel: Alexander Bambach
Wirt: Martin Hausberg
Butler Jakob: Peter Neustifter
Chauffeur: Frank Berg
Wirtshausgäste: Stefan Thomas, Dirk Lüdemann, Thomas Hohenberger

Kinderchor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

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Blitzlichter, 03.05.2018, Hofspielhaus

Das Schauspiel-Business ist ein hartes Pflaster. Soviel sollte jedem, der sich mit dem Beruf befasst, klar sein. In seiner schwarzen Komödie Blitzlichter erzählt uns Schauspieler und Regisseur Moses Wolff genau davon.
Auf der Suche nach der großen Karriere landen zwei junge Frauen, die selbstbewusste Bella und die naive Isi bei einer Agentur, deren Chefin sich schon beim Vorsprechen sehr herrisch gibt: während sie auf einem Thron umgeben von Schauspielerbiografien sitzt müssen die Mädchen vor ihr knien. Obwohl alles im ersten Moment schon dubios scheint, freuen sich Isi und Bella über die Aufnahme in der Agentur. Schließlich wurden sie schon an mehreren Schauspielschulen abgewiesen und hier winkt ihnen neben dem großen Geld auch Unterricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Agenturchefin und ihr Assistent Ted lediglich Schauspielerinnen suchen, die sie mit einem Kredit an sich binden können und zur finanziellen Sanierung ihrer Firma an Werbungen, schlechte Serien und Sexfilmchen vermitteln. Außerdem müssen sich die beiden jungen Frauen nicht nur ein Zimmer sondern sogar ein Bett teilen. Der Frust über die Situation staut sich vor allem bei der forschen Bella an, sodass sie schließlich ihre Wut an Isi auslässt und sie nach allen Regeln der Kunst quält.

Foto: Verena Mittermeier

Die Idee und Geschichte des Stücks ist zweifelsfrei spannend und schlüssig, nur fand ich persönlich sehr schade, dass die Handlung eigentlich kaum die Gelegenheit hat, an Fahrt aufzunehmen. Ich weiß nicht, ob die Darsteller an diesem Abend einfach nur durcheinander waren oder das Stück so geplant ist. Auf jeden Fall wirkt der Text oft fast improvisiert, vor allem in den Dialogen zwischen den Agenturchefs. Das wirkte auf mich leider eher störend denn realistisch, weil es den Spielfluss stellenweise für mein Empfinden doch enorm bremste. Gegen Ende jedoch fieberte ich richtig mit den beiden Mädchen mit und das war auch wirklich großartig geschrieben und gespielt!
Bei den Darstellern und den von Wolff geschaffenen Figuren kann man tatsächlich nicht meckern, sie sind für eine schwarze Komödie passend überspitzt und bringen viel Situationskomik aber auch Nachdenkliches in den Abend ein. Der Kontrast zwischen den „Heldinnen“ könnte kaum größer sein. Isi, gespielt von Luzia Weiß ist in ihrem Auftreten völlig schüchtern und redet leise und unsicher. Sie will die Ausbildung eigentlich nur machen, um später als freie Künstlerin ernst genommen zu werden. Bella, dargestellt von Sandra Julia Reils dagegen weiß was sie will und scheut sich auch nicht, mit unfairen Mitteln für ihre Ziele zu kämpfen.
Der Autor und Regisseur selbst spielt den angeblichen Schauspielcoach Ted, der aber weniger am Unterrichten denn an den Körpern seiner Schülerinnen interessiert ist. Wolff gibt das Ekelpaket, der sich hinter einer kumpelhaften Fassade versteckt äußerst überzeugend. Völlig durchgeknallt wirkt die von Sandra Seefeld gespielte Agenturchefin Kim, die ihren Spielzeughund „Helene Fischer“ liebevoll hegt und pflegt und auch ihre Untergebenen behandelt wie Vierbeiner – inklusive Leckerlis, Halsbändern und Kommandos. Lustig sind die Situationen zwischen den vier sehr unterschiedlichen Figuren allemal, wenn einem auch manchmal das Lachen sehr schnell im Halse stecken bleibt.
Noch am 10, 24., 25. und 26. Mai sowie am 1. Juni sind die Blitzlichter um jeweils 20 Uhr im Hofspielhaus zu sehen. In jedem Fall wird hier dem Zuschauer die scheinbar heile Film- und Theaterwelt vor Augen geführt und das in einer durchaus unterhaltsamen Art und Weise.

https://www.hofspielhaus.de/spielplan/detailansicht/blitzlichter.html

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Pressekonferenz des Gärtnerplatztheaters zur Spielzeit 2018/2019, 27.04.2018

„Kunst ist etwas, bei dem man Spaß haben kann und sich nicht dafür schämen muss.“

Foto: Christian POGO Zach

Im neuen Haus gibt es wohl kaum einen schöneren Raum für eine Pressekonferenz, als den neuen Orchesterprobensaal. Mit einer kühlen Johannisbeerschorle in der Hand und dem Ausblick auf die Maximilianskirche erwarteten die Vertreter der verschiedensten Medien die Männer, die dem Gärtnerplatztheater in der laufenden Saison zu so viel Erfolg verholfen haben. Mit stolzen 97,98 % Auslastung und 99994 Zuschauern bis zum 24. April kann sich das neueröffnete Staatstheater schmücken. Schöne Zahlen für einen Theaterbetrieb, wobei Staatsintendant Köpplinger sich auch bewusst ist, dass diese auch mitunter der Neugier auf das neu renovierte Haus geschuldet sind. Nichtsdestotrotz wollen sein Team und er die Ideale des Theaters auch in der nächsten Spielzeit weiter verfolgen, die es eben von so vielen anderen Kultureinrichtungen unterscheidet: Konventionelles Theater muss nicht schlecht sein. Dies ist es eben, das das Gärtnerplatztheater für jeden einzelnen interessant macht. Auch, wenn die Inszenierungen modern und neu gestaltet sind, werden sie den Werken gerecht und jeder kann sie verstehen.
Und Neues gibt es durchaus in der nächsten Saison zu sehen. Gleich drei Uraufführungen stehen auf dem Spielplan. Im Dezember öffnet sich der Samtvorhang (dem das neue Spielzeitheft thematisch gewidmet ist) für die weltweit erste Opernfassung von Michael Endes berührendem Roman Momo, erschaffen von Wilfried Hiller und Wolfgang Adenberg. Gleich im nächsten Monat weht dann ein Hauch der Dreißigerjahre durch das Theater in der Revueoperette Drei Männer im Schnee nach Erich Kästner, die gemeinsam von den vier Komponisten Konrad Koselleck, Christopher Israel, Benedikt Eichhorn und Thomas Pigor (der auch das Buch verfasst) im Auftrag des Gärtnerplatztheaters geschaffen wird. Das Ballett unter der Leitung von Karl Alfred Schreiner darf im Juni das Expeditionsballett Atlantis erstmals auf die Bühne bringen.
Bis auf den Opernklassiker La Bohème stehen bei den sonstigen Premieren ausschließlich neuere Werke des 20. und 21. Jahrhundert auf dem Spielplan. Musicalfans dürfen sich auf die Inszenierung von Leonard Bernsteins On The Town freuen, die Josef Köpplinger in St. Gallen inszeniert hat und die im Austausch gegen Priscilla nach München kommt. Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems wurde Dantons Tod als erste Spielzeitpremiere im Oktober ausgesucht, gefolgt von der choreografischen Uraufführung des Balletts Romeo und Julia mit der Gastchoreografin Erna Ómarsdóttir, die mit den Tänzern bereits im Rahmen von Minutemade arbeiten durfte. Für das Amüsement sorgen dann der Einakter L’Heure Espagnole von Ravel, der im April auf der Probebühne gezeigt wird und Henzes Der junge Lord, der im Mai Premiere feiern darf.
Insgesamt 29 Produktionen werden 2018/2019 im Gärtnerplatztheater zu sehen sein, darunter Klassiker wie Hänsel und Gretel, Martha und Die Zauberflöte und die Kassenschlager My Fair Lady, Im Weissen Rössl, Tschitti Tschitti Bäng Bäng und selbstverständlich Priscilla – Königin der Wüste.

Foto: Christian POGO Zach

Auch das Orchester darf wieder unter der Leitung von Anthony Bramall und seinen Kollegen das Publikum mit Konzerten verwöhnen. Das Neujahrskonzert wechselt diesmal von London nach Venedig, dazu werden Hector Berlioz’ wundervolle Symphonie Phantastique und Franz Liszts Faust-Symphonie präsentiert. Die Barockkonzert widmen sich diesmal Antonio Vivaldi, in kleinerer Besetzung werden im Foyer wieder verschiedene Kammerkonzerte aufgeführt.
Gespannt darf man auf die Liederabende mit einzelnen Ensemblemitgliedern sein, die über das Jahr verteilt im Orchesterprobensaal, dem Foyer und dem Salon Pitzelberger stattfinden. Vom Musiktheater wird sich schließlich an zwei Abenden entfernt bei den Gastspielen von Louie’s Cage Percussion und den österreichischen Chartstürmern Paul Pizzera und Otto Jaus (letzterer dürfte dem Münchner Publikum noch als Toni Schlumberger in der Zirkusprinzessin bekannt sein).
Neben Momo, Hänsel und Gretel und Tschitti Tschitti Bäng Bäng ist selbstverständlich auch wieder einiges speziell für das junge Publikum geboten. Weiterhin darf die Maus Anton aus dem Opernhaus berichten, unterwegs zu den Schulen ist Elaine Oritz Arandes mit Was macht man mit einer Idee?. Die Jugendgruppe widmet sich in der nächsten Saison der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo.
Man sieht also, es ist wieder für jeden etwas geboten im Gärtnerplatztheater! Wir sind guter Dinge, dass die Zuschauer auch weiterhin dem neuen Stammhaus treu bleibt, man darf aber angesichts der restlos ausverkauften Abos in dieser Spielzeit durchaus optimistisch sein. Auch durch die Verstärkung des Ensembles durch vier Mitglieder können wir auch in Zukunft von bester Musiktheaterqualität in allen Genres ausgehen.
Alle Infos und Inszenierungen der neuen Saison sind natürlich im neuen Spielzeitheft und der Webseite zu sehen. Auch die Künstler des Theaters freuen sich auf die neuen Herausforderungen. Denn um Josef Köpplinger zu zitieren: „Wenn der Vorhang aufgeht, sind wir alle eins.“

Spielplan Saison 2018/2019

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Gottes Last, 25.04.2018, tamS

Vier Priester kommen in eine Bar.
Was wie die Einleitung eines Schenkelklopfers klingt ist der Beginn des neuen Werke aus der Feder von Heiko Dietz, seines Zeichens Schauspieler, Regisseur, Autor und Intendant des – leider immer noch heimatlosen – theater…und so fort (wir berichteten). Dabei bemerkt der Zuschauer schon bei der Lektüre des Programms, dass das Thema an diesem Abend alles andere als lustig ist, schließlich geht es um den in den letzten Jahren viel diskutierten sexuellen Missbrauch durch Geistliche. Doch Dietz versteht es auch in seinem neuen Stück geschickt, das Publikum auch immer wieder zum Schmunzeln zu bringen, ohne die Thematik ins Lächerliche zu ziehen.

Foto: Andreas W. Kohn

Aber wieder zurück zu unseren vier Priestern. Ein Kardinal, ein Bischof, ein Pfarrer und ein Vikar sind auf dem Weg zu einer Tagung an einem Bahnhof irgendwo im Nirgendwo gestrandet, ebenso wie das Geschwisterpaar Manfred und Angelika. Die Reisenden treffen in der heruntergekommenen Bahnhofskneipe von Mechthild aufeinander, in der sich bereits der eher wortkarge Stammgast Peter gemütlich gemacht hat. Die Priester packen ihr Kirchen-Quartett aus, wobei der Kardinal schummeln lässt. Schnell wird die Hierarchie unter den Kirchenmännern deutlich, muss der junge Vikar doch trotz verletztem Arm die Koffer der ganzen Gruppe schleppen. Da ist es für die Herren doch ungewohnt, als sie der resoluten Putzfrau Gabi begegnen und ihr versprechen müssen, die frisch geputzte Toilette sauber zu hinterlassen. Das Warten auf den nächsten Zug zieht sich hin, dabei helfen die merkwürdigen Ansagen des exzentrischen Bahnangestellten Sammi wenig, der sich kurz darauf ebenfalls der Runde anschließt.
Schnell merkt man jedoch, wie nervös Manfred Wiktimar angesichts der Geistlichen wird. Seine Schwester will ihn beruhigen und zurückhalten. Doch schließlich gesteht er dem Kardinal Silenz, dass sie vor Jahren ein Telefonat hatten, in dem Manfred um Hilfe gebeten hatte. Er wurde als Kind sechs Jahre lang zum Pfarrrer seiner Gemeinde sexuell missbraucht, hatte jedoch erst viele Jahre später den Mut dies öffentlich zu machen. Doch das führte nur dazu, dass ihn seine Familie verstieß und er durch die psychische Belastung zum Frührentner wurde. Durch dieses persönliche Schicksal entsteht unter den Anwesenden eine Diskussion über den Umgang mit der Kirche mit diesen Missbrauchsfällen, vor allem die Tatsache, dass die Täter lediglich versetzt und nicht strafrechtlich belangt werden und die Opfer dadurch keinen Frieden finden können. Vor allem Sammi mischt sich rege in die Diskussion, die Putzfrau steuert Fakten bei, nur Mechthild steht meist als Beobachterin hinter ihrer Theke und deeskaliert aufbrausende Situationen mit Getränken und beruhigenden Gesten.
Das Bühnenbild von Andreas Arneth wirkt schlicht und realistisch, auch die Kostüme von Lisa Fertner sind wenig abstrakt, passen also beide zu dem ungeschönten Ton des Stücks, in dem die Thematik des Missbrauchs ausgedrückt wird. Dabei sind durchaus mysteriöse Elemente in dieser Inszenierung, die dem Zuschauer doch vor Augen halten, dass es sich hier um Fantasie handelt. Wieso weiß Mechthild etwa was ihre Gäste trinken wollen, bevor die überhaupt das Lokal betreten? Und wieso scheint sie ein Gewitter heraufbeschwören zu können? Sammi und sie kontrollieren auch per Schnipsen die Musik, die merkwürdigerweise im Text auch die Situationen aufgreifen.
Die Darsteller schaffen es, dieses sicher nicht einfache Stück so überzeugend auf die Bühne bringen, allem voran Claus-Peter Damitz als Manfred, der auch wortlos zeigt, wie sehr seine Figur unter der Vergangenheit leidet. Vor allem, als ihn auch noch seine Schwester entnervt angreift, eine packende Szene von Petra Wintersteller. Josef Parzefall gibt dagegen den immer gut gelaunten Exzentriker, der die ernsten Themen eher von einer zynischen Seite begegnet und somit die Wut manches Anwesenden auf sich zieht. Konrad Adams gibt den scheinbar gutmütigen und diplomatischen Bischof Klemm, der trotzdem viel zu verheimlichen scheint. So soll etwa der verletzte Vikar Reinemann nicht erwähnen, was mit seinem Arm passiert ist. Dieser nimmt eigentlich in diesem Stück sogar die überraschendste Wendung, aber zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Foto: Andreas W. Kohn

Die humoristischeren Figuren dieses Theaterabends sind schließlich die beiden Dialektsprecher: die bayrische Putzfrau (ein wundervolles Spiel von Waltraud Lederer), die ein strenges Regiment über die sanitären Anlagen führt und trotzdem intellektuell weit mehr zu bieten hat, als man anfangs meinen möchte. Und dann noch Stammgast Peter, gespielt vom Regisseur und Autor selbst, der sich aus allem heraushält und nur ab und zu im rheinländischen Dialekt ein Bier bestellt und nur anfangs über das Leben philosophiert.
Ich kann nur sagen: schaut euch dieses Stück an! Dietz schafft es, eine so schwierige Thematik gut recherchiert aufzuarbeiten und dabei alle Seiten glaubwürdig darzustellen: die Opfer, die Täter und die Menschen, die nur indirekt betroffen sind. Dabei wird die Kirche an sich nicht ausschließlich dämonisiert, doch die Fehler des Systems aufgedeckt.

Weitere Vorstellungen:
28.April 2018, 20.00 Uhr im TAMS-Theater
03./04./05./16./17./18./19. Mai 2018 im Theater Heppel und Ettlich

Regie: Heiko Dietz
Dramaturgie: Carmen Panknon
Bühne: Andreas Arneth
Kostüm: Lisa Fertner
Musik/Sound: Tobias Bosse
Assistenz/Probendouble: Lucia Rau
Probendouble: Bagdasar Khachikyan

Mechthild, Wirtin: Yvonne Brosch
Peter Tanach, Stammgast / Hermann, Postbote: Heiko Dietz
Gabi, Putzfrau: Waltraut Lederer
Georg Klemm, Bischof: Konrad Adams
Friedrich Silenz, Kardinal: Winfried Hübner
Günther Kowahl, Pfarrer: Johannes Haag
Karsten Reinemann, Vikar: Robert Ludewig
Manfred Wiktimar, Reisender: Claus-Peter Damitz
Angelika Austing, Reisende: Petra Wintersteller
Sammi, unerwünschter Gast: Josef Parzefall

https://www.undsofort.de/stueck/gottes-last,1092

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Uraufführung Pumuckl – Das Musical, 19.04.2018, Gärtnerplatztheater

 Benjamin Oeser (Pumuckl) © Christian POGO Zach


Benjamin Oeser (Pumuckl)
© Christian POGO Zach

Schabernack am Gärtnerplatz – erfrischend humorige Uraufführung von Pumuckl – Das Musical

Zugegeben, ich war sehr skeptisch bei dem Projekt, den Pumuckl meiner Kindheit als Musical-Uraufführung zu erleben. Insbesondere nach dem bayerisch-österreichischen Kauderwelsch der My Fair Lady fürchtete ich ein ähnliches Schicksal auch für die ur-Münchner Geschichte vom Meister Eder und seinem „zuagroasten“ Klabautermann.

Aber was gestern Abend über die Bühne ging, hat mich vor Begeisterung umgehauen. Sämtliche Fallen, die das Projekt bereithielt (wie eine über 50 jahre alte Geschichte sanft modernisieren, ohne dass das Altbekannte und -geliebte verlorengeht? Wie eine Zeichentrickfigur, die unsichtbar werden kann, überzeugend auf die Bühne bringen? Wie Münchner Lokalkolorit herstellen, ohne zu übertreiben?) wurden grandios gelöst:

 Stefan Thomas, Dirk Lüdemann, Thomas Hohenberger (Wirtshausgäste), Martin Hausberg (Wirt), Alexander Bambach (Bartel), Maximilian Berling (Schubert), Stefan Bischoff (Schlosser Schmitt) © Christian POGO Zach

Stefan Thomas, Dirk Lüdemann, Thomas Hohenberger (Wirtshausgäste), Martin Hausberg (Wirt), Alexander Bambach (Bartel), Maximilian Berling (Schubert), Stefan Bischoff (Schlosser Schmitt)
© Christian POGO Zach

Das Libretto (Anne X. Weber) wählt klug einige charakteristische Episoden aus und fügt sie harmonisch in einen Spannungsbogen ein, der vom Kennenlernen der Protagonisten (Pumuckl bleibt am Leimtopf von Schreinermeister Eder kleben und wird für ihn sichtbar) über eine schwere Beziehungskrise der beiden (Pumuckl stiehlt eine Haarspange und wird von Meister Eder aus dem Haus geworfen) bis zum Happy End (Versöhnung und Erkenntnis, dass man sich am besten so nimmt, wie man eben ist: den Pumuckl als Unsinnstifter und Meister Eder als Grantler). Die Sprache des Textbuches versteht es geschickt, altbekannte Textstücke und Reime in ein modernes Gerüst zu packen, das aber nie anbiedernd wirkt. Jeder Charakter darf sprechen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist (herrlich gebabbelt: Dagmar Hellberg mit ihrem IKarlsruhe-Leinenbeutel als Kundin Frau Steinhauser). Humor und Sprachwitz kommen auch nicht zu kurz (aus Burnout wird bei Pumuckl einfach ein „Birn-Out“).

Pumuckl ist kein klassisches Musical im strengen Sinn, koboldtypisch springen die Stile munter durcheinander, was überaus erfrischend auf mich gewirkt hat. Die bekannte Serienmelodie „Hurraa, hurraa, der Kobold mit dem roten Haar“ wird natürlich eingebunden, aber nicht nur als direktes Zitat – im Schloss kommt sie z.B. mit Trompeten in barocker Manier daher. Franz Wittenbrink versteht es, nie Langeweile aufkommen zu lassen, mal bayrisch-schnadahüpfelnd, mal jazzig, mal rockig bietet Pumuckl – Das Musical für alle Ohren etwas. Dabei ist immer ein Augenzwinkern dabei, so zum Beispiel, wenn Schlosser Schmitt zum Schlaflied mit Tubasolo in seinem Bett schnarcht, dass der Pumuckl nicht schlafen kann.

 Ferdinand Dörfler (Meister Eder), Benjamin Oeser (Pumuckl) © Christian POGO Zach

Ferdinand Dörfler (Meister Eder), Benjamin Oeser (Pumuckl)
© Christian POGO Zach

Hervorragend die Leistung aller Darsteller, ganz voran Benjamin Oeser als Pumuckl und Ferdinand Dörfler als Meister Eder. Oeser bewältigt die Herausforderung mit Bravour, die bekannte Pumucklstimme Hans Clarins in Gesang zu übertragen. Insbesondere, wenn die Töne fürs Falsett zu tief werden ist es schwierig, dennoch den Pumuckl-typischen Klang beizubehalten, gelingt Oeser aber bewundernswert. Die lyrischen Stellen („eine halblange Spange“) gelingen zart und ohne Pathos und schauspielerisch klabautert Oeser mit großer Spielfreude über die Bühne.

Meister Eder (Ferdinand Dörfler) hatte ebenfalls ein schweres Erbe anzutreten, hatte doch fast jeder im Publikum den kongenialen Gustl Bayerhammer im Kopf. Dörfler versteht es hervorragend, seinen Meister Eder nicht als Bayerhammer-Imitat anzulegen, sondern ihm eine ganz eigene Charakteristik zu verleihen. Dieser Meister Eder wirkt auf mich introvertierter als das Vorbild, was wunderbar zu der Bühnenstory passt. Auch die Entwicklung der Figur arbeitet Dörfler überzeugend heraus: vom duldenden Grantler hin zu einem Menschen, der erkannt hat, das der Pumuckl sein Leben bereichert – trotz aller Schwierigkeiten, die sich im Zusammenleben mit dem unsichtbaren Wesen ergeben.

Ferdinand Dörfler (Meister Eder), Dagmar Hellberg (Frau Steinhauser), Stefan Bischoff (Schlosser Schmitt), Ulrike Dostal (Gerti Schmitt), Frank Berg (Chauffeur), Angelika Sedlmeier (Monika Steinhauser) © Christian POGO Zach

Ferdinand Dörfler (Meister Eder), Dagmar Hellberg (Frau Steinhauser), Stefan Bischoff (Schlosser Schmitt), Ulrike Dostal (Gerti Schmitt), Frank Berg (Chauffeur), Angelika Sedlmeier (Monika Steinhauser)
© Christian POGO Zach

Auch alle anderen Darstellerinnen und Darsteller spielen mit Begeisterung und auf ganzer Linie überzeugend: Ulrike Dostal keift herrlich im ehelichen Streit mit Schlosser Schmitt (Stefan Bischoff), der nicht Meister Eders Geduld mitbringt und den Pumuckl am liebsten einfangen und per Paket ans andere Ende der Welt verschicken will. Susanne Seimel gelingt es darstellerisch und stimmlich, die Rolle des Mädchens Hanna überzeugend zu verkörpern. Schön gerade gesungen ohne zu sehr ins Naive abzudriften. Auch die kleineren Rollen werden liebevoll und mit viel Spaß am Spiel in Szene gesetzt, vom gespenstergläubigen Butler Jakob (Peter Neustifter) über die resolute Lehrerin (Marianne Sägebrecht) bis zu den Stammtischbrüdern und Wirtshausgästen. Auch der Kinderchor darf nicht fehlen und gespenstert im doppelten Wortsinn „begeistert“ durchs Schloss.

Zum Schluss ein ganz besonderer Applaus für die Requisite, die mit viel Phantasie und Liebe zum Detail die Streiche des unsichtbaren Kobolds auf die Bühne bringt. Da wandert ein Hammer die Wand hoch, ein Blutfleck (eine Hommage an das Gespenst von Canterville?) verschwindet von Geisterhand, Schwerter fallen von der Wand und Mützen schweben durch die Luft. Ganz große Klasse – dankeschön und ein verdienter Applaus vom Publikum.

Fazit: Unbedingt hingehen (falls ihr noch Karten bekommt…)!
Besetzung am 19.04.2018
Dirigat Andreas Kowalewitz
Regie Nicole Claudia Weber
Choreografie Karl Alfred Schreiner
Bühne Judith Leikauf / Karl Fehringer
Kostüme Tanja Hofmann
Licht Jakob Bogensperger
Dramaturgie David Treffinger

Pumuckl Benjamin Oeser
Meister Eder Ferdinand Dörfler
Frau Reitmayer, Lehrerin Marianne Sägebrecht
Frau Steinhauser / Gräfin Dagmar Hellberg
Monika Steinhauser, ihre Schwiegertochter Angelika Sedlmeier
Hanna, ihre Enkelin / Vreni, Dienstmädchen Susanne Seimel
Schlosser Schmitt Stefan Bischoff
Gerti Schmitt, seine Frau / Vroni, Dienstmädchen Ulrike Dostal
Schubert Maximilian Berling
Bartel Alexander Bambach
Wirt Martin Hausberg
Butler Jakob Peter Neustifter
Chauffeur Frank Berg
Wirtshausgäste Stefan Thomas, Dirk Lüdemann, Thomas Hohenberger

Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Weitere Termine:

Sa 21.04.2018 18:00 Uhr
Di 24.04.2018 10:30 Uhr
Mi 25.04.2018 10:30 Uhr
Sa 28.04.2018 18:00 Uhr
Do 03.05.2018 10:30 Uhr
Mo 07.05.2018 10:30 Uhr
Mi 09.05.2018 10:30 Uhr
Do 17.05.2018 10:30 Uhr
Do 24.05.2018 18:00 Uhr
Sa 09.06.2018 18:00 Uhr
Mo 25.06.2018 10:30 Uhr
So 22.07.2018 18:00 Uhr
Mo 23.07.2018 10:30 Uhr

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Premiere Maria Stuarda, 22.03.2018, Gärtnerplatztheater

Ein bisschen Geschichtswissen schadet sicher bei Werken nicht, die auf historischen Begebenheiten basieren. Da meine Italienischkenntnisse mehr als dürftig sind, habe ich mich vor dem Premierenbesuch zumindest noch ein wenig in die Handlung sowie die Biografien der Protagonisten von Maria Stuarda eingelesen. Ich war schon sehr gespannt auf die Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper, nachdem ich am Vormittag das Bühnenbild schon bei meiner Führung durch das Theater bewundern konnte.

Foto: Christian POGO Zach

Tatsächlich wirkt die Bühne von Andreas Donhauser und Renate Martin sehr schlicht, ganz im Gegensatz zu ihren Kostümen. Auf der Drehbühne steht ein kühl wirkendes Konstrukt aus Plexiglas und Metall, das jedoch durch die Projektionen trotzdem lebendig wirkt und faszinierende Muster an die Decke des Zuschauerraumes wirft. Bei den Kostümen wurde dagegen aus dem Vollen geschöpft mit elisabethanisch anmutenden Gewändern. Das hört sich nach einem großen Kontrast an, stört aber keinesfalls, da die Inszenierung optisch so eine gute Balance zwischen Moderne und historisierendem Prunk findet, der ja von manchen Zuschauern immer noch bei Opern vermisst wird.

 

Dabei bleibt der Kontrast nicht nur bei der Ausstattung sichtbar, sondern zieht sich durch die gesamte Inszenierung, vor allem bei den beiden Kontrahentinnen Elisabeth und Maria. Die englische Monarchin sieht im Gärtnerplatztheater ihrem historischen Vorbild enorm ähnlich mit bleich geschminktem Gesicht, roter Perücke und aufwändigen Kleidern. Nadja Stefanoff gibt ihrer Elisabeth eine kühle und stolze Ausstrahlung, ja fast schon etwas Dämonisches. Durch ihr Spiel und vor allem ihre Stimme zeigt sie die Figur jedoch auch als Frau mit Sehnsüchten, die hin und her gerissen ist zwischen den Personen um sie herum. Maria, gespielt von Jennifer O’Loughlin hingegen wirkt völlig natürlich und bodenständig, zeigt aber auch, dass sie ihren eigenen Willen hat. Auch für die ehemalige schottische Herrscherin steht ihr Stolz über allem, ja sogar ihrem Leben. Somit sind die beiden Frauen eigentlich gar nicht so verschieden und können vor allem nicht klar als gut oder böse abgestempelt werden, versteht man doch die Motive beider.

Foto: Christian POGO Zach

Gegen diese beiden Hauptfiguren mit ihren sängerisch und spielerisch starken Darstellerinnen haben die männlichen Kollegen in dieser Inszenierung eigentlich kaum eine Chance, ihre Versuche den Konflikt der Frauen zu lösen scheinen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie zeigen jedoch in ihren Charakteren ebenso große Kontraste wie die weiblichen Figuren. Lucian Krasnec als Graf Leicester wirkt in der Regie Michael Sturmingers eher wie ein Spielball der Königinnen als ein strahlender Held. Er liebt Maria, küsste jedoch trotzdem auch ihre Feindin und kann sich letztendlich bei keiner der beiden durchsetzen. Levente Páll ist als Talbot die väterliche Figur der Inszenierung, der sowohl versucht Leicester vor zu großem Übermut angesichts seiner geplanten Rettungsaktion zu bewahren als auch als Beichtvater und seelische Unterstützung Marias wirkt, als ihre Hinrichtung bereits bevor steht. Die Szene in der schlichten „Kapelle“, in der Talbot Maria Trost spendet ist in meinen Augen berührendste Moment dieses Abends. Als einzigen klaren Bösewicht dieses Opernabends konnte ich tatsächlich nur Sir William Cecil, gespielt von Matija Meić, sehen. Er ist es, der Elisabeth letztendlich jedoch geschickt dazu überredet, ihre Konkurrentin aus dem Weg zu räumen, ohne jedoch eindeutige Motive erkennen zu lassen. Er wirkt dabei auf die anderen Charaktere alleine durch seine Anwesenheit offensichtlich einschüchternd.

Foto: Christian POGO Zach

Wenn die Herren also auch in dieser Operninszenierung nur wie Nebendarsteller scheinen, stehen die beiden Königinnen doch eindeutig im Mittelpunkt, so zeigen jedoch alle drei wie gewohnt ihr großes Können als Sänger und Darsteller.

Sturminger und seine Co-Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit zeigen mit diesem hervorragenden Ensemble eine spannende Inszenierung, die es versteht, die Figuren nicht nur schwarzweiß darzustellen und nicht zuletzt dank dem Orchester unter der Leitung von Athony Bramall wird auch musikalisch zu einem Hochgenuss. Nach der Premiere traf ich noch einen meiner Kollegen meiner Theatergruppe, der ein bekennender Donizetti-Fan ist und sich jetzt bereits mit weiteren Karten für diese Inszenierung eingedeckt hat. Ich denke, ich werde ihn auch das ein oder andere mal begleiten.

Musikalische Leitung: Anthony Bramall
Regie: Michael Sturminger
Co-Regie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne / Kostüme: Andreas Donhauser, Renate Martin
Licht: Michael Heidinger
Video: Meike Ebert, Raphael Kurig
Choreinstudierung: Felix Meybier
Dramaturgie: Daniel C. Schindler

Maria Stuarda: Jennifer O’Loughlin
Elisabetta: Nadja Stefanoff
Graf Leicester: Lucian Krasznec
Georg Talbot: Levente Páll
Sir William Cecil: Matija Meić
Anna Kennedy: Elaine Ortiz Arandes
Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Weitere Termine:
02.04.2018 18:00 Uhr
13.04.2018 19:30 Uhr
06.05.2018 18:00 Uhr
25.05.2018 19:30 Uhr
31.05.2018 18:00 Uhr

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Minutemade Act two, 23.03.2018, Gärtnerplatztheater


MINUTEMADE, Choreografie: Stijn Celis
Lieke Vanbiervliet
© Marie-Laure Briane

Ich hab’ getanzt heut’ Nacht

Ein Raum. Eine Woche. 20 Tänzer. 

Not macht erfinderisch. Nachdem 2012 der Umbau startete und man auf Wanderschaft ging, kam Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner auf die Idee, einen besonderen kreativen Prozess zu starten. Er lud Gastchoreografinnen und Gastchoreografen ein, innerhalb einer Woche 30 Minuten Tanz mit der Ballettcompanie zu entwickeln. Dieses Format entwickelte sich, eine Reihe wurde beispielsweise von den Tänzern selbst gestaltet, und zog auch mit ins Stammhaus ein. Die schnelle wöchentliche Folge konnte wohl nicht mehr gehalten werden, so dass zwischen den ersten beiden der 3 Abende diesmal über 3 Monate lagen. Das führte dazu, dass mein Erinnerungsvermögen nicht ausreichte, die Wiederholung des ersten Teils auf Identität mit seiner Erstaufführung zu vergleichen. Ich konnte es neu erleben und die schönen Erinnerungen kamen dann spontan. Es war eine wilde Kollage, die immer neue Bilder schuf, was Stijn Celis im Dezember entwickelte. Das ganze endete damit, dass man manche aus dem Publikum auf die Bühne bat, und ich selbst, mit der Beweglichkeit eines nassen Sacks ausgestattet, auf dem Tanzboden die Musik in eigene Bewegung umsetzte. Damit das dann nicht zu verstörend wurde, lockte dann das Angebot eines Freibiers zurück auf die Plätze und der zweite, neu entwickelte Teil des Abends, für den Damien Jalet verantwortlich zeichnet, begann. Obwohl man denkt, dass die ‚wilde‘ Party mit den Zuschauern einen Bruch darstellen muss, wurde dieses sehr dynamische Bild in ein sehr ruhiges, auf Rückzug ausgerichtetes Bild überführt. So konnte mit neuen, ebenso beeindruckenden Sequenzen der Abend zu einem harmonischen Ganzen werden. Ich freue mich jedesmal wie ein Kleinkind auf Weihnachten auf die jährliche Minutemade-Reihe. Und wie ein Kind bedauere Ich jedesmal, dass nur einmal im Jahr Weihnachten ist. Ich würde gern mehr dieser Art sehen.

Uraufführung

ACT ONE   Fr 8. Dezember 2017
Daniela Bendini und Moritz Ostruschnjak / Stijn Celis

ACT TWO   Fr 23. März 2018
Stijn Celis / Damien Jalet

ACT THREE   Fr 20. April 2018
Damien Jalet / Marina Mascarell

Besetzung

am 23.03.2018

Choreografie Stijn Celis / Damien Jalet 

Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz

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Premiere Maria Stuarda, 22.03.2018, Gärtnerplatztheater

 Elaine Ortiz Arandes (Anna Kennedy), Jennifer O'Loughlin (Maria Stuarda), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Christian POGO Zach


Elaine Ortiz Arandes (Anna Kennedy), Jennifer O’Loughlin (Maria Stuarda), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
© Christian POGO Zach

England – Schottland 1:0

Dass die Titelrolle eines Stücks am Ende stirbt, findet man nur selten am Gärtnerplatztheater. Wenn ich nun von einigen höre, dass die Maria Stuarda Staatsopernniveau hat, liegt das bestimmt nicht daran. Für mich ist diese Inszenierung, die am 22. März ihre Premiere feierte, aber etwas Eigenständiges. Das fängt damit an, dass man keine Inszenierung auf die Beine stellen muss, wo die Besetzung stets austauschbar bleiben muss. Man setzt auf das Ensemble und nicht auf Stars und große Namen. Das kann man am Gärtnerplatztheater auch wunderbar, hat man doch genau die Sängerinnen und Sänger, die die Rollen großartig ausfüllen. Das beginnt mit Jennifer O’Loughlin, die die Titelpartie grandios interpretierte. Es ging weiter mit Lucian Krasznec als zwischen Maria und Elisabeth pendelnder Liebhaber Roberto und gilt ebenso für Matija Meić in der Rolle des Lord Cecil und Levente Páll als Talbot. Dazu kommt die in der Rolle der Anna Kennedy zurückhaltend präsente Elaine Ortiz Arandes. Nur die Rolle der Elisabeth hatte man mit einer ebenso glänzenden Nadja Stefanoff als Gast besetzt.


Matija Meić (Sir William Cecil), Nadja Stefanoff (Elisabetta), Christoph Seidl (Georg Talbot), Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
© Christian POGO Zach

Als sich der Vorhang öffnete blickte man auf ein Monstrum aus Plexiglas und Stahl mit einer überdimensionalen Automatik-Schiebetür hinter einer Freitreppe. Es senkten sich einige Kristalllüster und der Chor trat in prachtvollen Renaissancekostümen auf. Dieser Kontrast hat mich begeistert. Bei den Personen erkannte man so doch jede historische Persönlichkeit ohne raten zu müssen. Durch Drehbühne und versenkbarem Podium wechselte man schnell in unterschiedliche Orte. Die Personenführung wirkte nur im ersten Moment statisch, schaute man genau hin, gibt es jede Menge auch in kleinsten Bewegungen und Mimik zu entdecken, so dass mich die Inszenierung fesseln konnte. Was Regisseur Michael Sturminger und was Co-Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit zuzuschreiben ist, bleibt natürlich ein Geheimnis. Aber die Wirkung mich in den Bann zu ziehen wurde erreicht. Ich war froh am Gärtnerplatztheater ganz nah zu sein zu können und nicht an der Staatsoper weit von der Bühne entfernt. Und wem schöne Bilder, tolle Musik von fantastischen Künstlerinnen und Künstlern auf die Bühne gebracht nicht genug ist, darf sich natürlich auch mit den historischen Personen beschäftigen. Beiden Königinnen ging es um ihre Macht. Für beide war das Töten von Gegnern immer eine Option. Dass sie dazu auch den Glauben als Rechtfertigung heranzogen, sollte uns zu denken geben. Ich hoffe, dass die Menschheit da irgendwann klüger wird. Leider gibt es auch in Deutschland und Europa viel zu viele Politiker, die das anders sehen…

Besetzung

am 22.03.2018

Bühne / Kostüme Andreas Donhauser, Renate Martin
Choreinstudierung Felix Meybier
Dramaturgie Daniel C. Schindler
Maria Stuarda Jennifer O’Loughlin
Elisabetta Nadja Stefanoff
Graf Leicester Lucian Krasznec
Georg Talbot Levente Páll
Sir William Cecil Matija Meić
Anna Kennedy Elaine Ortiz Arandes

Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Weitere Termine:
27.03.2018 19:30 Uhr
02.04.2018 18:00 Uhr
13.04.2018 19:30 Uhr
06.05.2018 18:00 Uhr
25.05.2018 19:30 Uhr
31.05.2018 18:00 Uhr

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Ba-ta-clan, 16.03.2018, Silbersaal des Deutschen Theaters

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Masterclass-Studierende der Theaterakademie August Everding sind keine Unbekannten im Silbersaal des Deutschen Theaters. Derzeit stehen sie mit einem Stück Offenbachs, dem die Erfindung der Operette zugeschrieben wird, auf der dortigen Bühne. Der Einakter aus dem Jahr 1855 ist eine typische Offenbachiade, also ein musikalisches Stück, das satirisch dem Pariser Bürgertum den Spiegel vorhält. Anspielungen, die damals jeder begriff, sind nicht so leicht ins München 2018 zu bringen. Deshalb steht auf dem Werbeflyer „Regisseur Frieder Kranz verwebt geschickt… die eigentliche Handlung mit den Historien des Deutschen Theater München und dem Pariser Theater Bataclan …“. Mich erinnerte es eher daran, wenn ich die Kopfhörer meines Handys, das Ladekabel und das Schlüsselband aus der Hosentasche hole. Da muss man lange entknoten, damit sich der Nutzen entfalten kann. Der Nutzen des Abends war für mich, meinen Bestand an ‚unnützem Wissen‘ zu erweitern, das ich dann auf andere ablassen kann: wer war eigentlich Jacques Offenbach, in welcher Beziehung stand er zu Hortense Schneider, wer leitet das Deutsche Theater heute, wer hat es gebaut, wo war der Feenpalast in München, welche Bedeutung hat das Deutsche Theater im Werk von Frank Wedekind, welche Bedeutung hatte Meyerbeer im Vergleich zu Gilbert und Sullivan für die Entstehung von Monty Python und noch ganz viel mehr? Irgendwann wusste man nicht mehr auf welcher Metaebene man sich zwischenzeitlich befand. Dazu kam die Musik, ganz viel Offenbach, nicht nur aus Ba-ta-clan. Orpheus in der Unterwelt und Hoffmanns Erzählungen waren dauernd zu erkennen. So gab Chris W. Young zum Beispiel eine Olympia und verwandelte Hans Styx in einen Prinzen von Bavarien. Julian Schier steppte die Geschichte vom Kleinzack. Die Barcarole erklang auch. Dazu kamen Chanson, Musical und Oper. So zeigten auch Lean Fargel und Joanna Lissai die Bandbreite ihres Könnens. Wieviel wird wohl von diesem Abend bei mir hängen bleiben?

BESETZUNG
Musikalische Leitung und Einstudierung Christoph Weinhart
Inszenierung Frieder Kranz
Bühne und Kostüme Christl Wein-Engel
Dramaturgie Lena Scheungrab
Künstlerische Produktionsleitung Matthias Gentzen
Regieassistenz und Abendspielleitung Lili König

Mit Joanna Lissai, Lean Fargel, Julian Schier, Chris W. Young

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