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Corinna Klimek am 21. Februar 2010 15:34 An diesem Abend fand im Kölibri, das Stadtteilkulturzentrum von St. Pauli, eine Lesung aus Terezas neuestem Buch “Chinatown” statt. Der Veranstalter war die Organisation “DENKtRÄUME” und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sich unter den ca. 40 Anwesenden nur ein Mann befand.
Zu Beginn der Lesung stellte eine Dame von DENKtRÄUME Tereza vor. Es war vorgesehen, dass sie erst einmal über ihre Recherchen berichtet bevor sie drei Stellen aus dem Buch lesen würde.
Tereza begann damit, wie sie auf die Geschichte gestoßen ist und mit welchen Schwierigkeiten sie bei der Recherche zu kämpfen hatte. So ist die Zeit in Hamburg noch kaum erforscht und entsprechend wenig Material gibt es dazu. Sie stellte die Bücher vor, die sie benützt hatte und lies sie auch durch die Reihen zum Ansehen wandern. Weitere Bereiche waren die damalige Mode, das Frauenbild im allgemeinen und die “Flapper” im besonderen. Auch das alltägliche Leben spielte eine große Rolle, so gab es zu der Zeit zwar schon Radios, aber keine oder nur wenige Kühlschränke. Das alles muss beim Schreiben bedacht werden. Zuletzt kam sie noch auf die Teile zu sprechen, die in China spielen und ihre Nachforschungen dazu. Hierzu stelle sie ein Buch über die Lotusfüße vor.
Nach einem musikalischen Beispiel beantwortete sie noch Fragen aus dem Publikum, bevor sie drei Stellen aus dem Buch vorlas. Sie las sehr gut, klar verständlich und akzentuiert. Zum Abschluss beantwortete sie weitere Fragen aus dem Publikum und signierte noch fleißig.
Eine rundherum gelungene Veranstaltung am Ort des Geschehens!
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Corinna Klimek am 21. Februar 2010 06:15 Wie schon im letzten Jahr war auch heuer das Haus wieder bis zum letzten Platz besetzt – sogar die erste Reihe entschloß man sich kurzfristig noch zu verkaufen, was ehrlich gesagt für diejenigen, die die Karten gleich zu Beginn der Spielzeit gekauft hatten, ein wenig ärgerlich war. Es wurden sogar ein paar mehr Kostümierte als im Jahr zuvor gesichtet und man amüsierte sich königlich.
Besonders gefallen hat mir, dass Beschäftigte des Staatstheaters, die normalerweise nicht auf der Bühne zu sehen sind, Kostproben ihres wirklich beachtlichen musikalischen und komödiantischen Talentes geben konnten und auch wollten. Wenn ein geschäftsführender Direktor eine Operettenarie zum Besten gibt, ein Orchesterwart ein Hornsolo hinlegt, ein “Regierungsoberinspektor” den Solopart auf dem Cello einer Sonate von Rimsky-Korsakow spielt oder ein Haushaltsreferent eine kabarettistische Einlage bringt, zeigt das für mich eine besondere Verbundenheit mit dem Theater, die weit über die Arbeitsverpflichtung hinausgeht.
Aber auch sonst gab es einige Highlights: Cornel Frey und Stefan Sevenich übten sich divenhaft in einem Kinderlied – dies blieb leider der einzige Auftritt der beiden beliebten Sänger. Ungewöhnlich und gleichzeitig fantastisch waren ebenfalls die Traviata-Ouvertüre auf Mundorgeln?, die Königin-Arien aus der Zauberflöte auf der Luftpumpe, der rappende Bass Sebastian Campione und ein rockender Dirk Lohr. Marianne Larsen zeigte, dass sie nicht nur komödiantisches Talent hat, sondern auch sehr berührend singen kann. Daneben konnten einige Preisträger eines Nachwuchs-Musicalwettberwerbs ihr Können zeigen. Auch ein Musikquiz gab es, das war ziemlich schwer, ich habe von den angespielten sieben Melodien nur zwei erkannt.
Begleitet wurden sie zum größten Teil vom gut aufgelegten Orchester des Theaters unter Andreas Kowalewitz, der auch den Abend moderierte – genial war der Operettenendspielkommentar im Stile eines Fußballspiels. Unterstützt wurde er dabei von zwei Tänzern sowie Benjamin Reiners, der hier neben musikalischem Können auch komödiantisches Talent zeigte.
Ein gelungener Abend, der viele Facetten des Theaters meines Vertrauens zeigte.
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Corinna Klimek am 14. Februar 2010 23:39 Das ist jetzt wieder so ein typischer Fall, wo sich ein zweiter Blick lohnt. Ob es nur an dem Platz in der zweiten Reihe im Gegensatz zum 3. Rang bei der Premiere lag, oder an etwas anderem, kann ich nicht sagen. Jedenfalls habe ich mich heute Abend um einiges besser amüsiert.
Christoph Kayser singt das Rondo des Merkur “Eh hopp, eh hopp” mit zungenbrecherischer Schnelligkeit und gewann deutlich an Kontur wie auch “Um einst Alkmene zu betören” durch bessere Verständlichkeit. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es etwas runder war, ohne es an etwas bestimmten festmachen zu können. Die Kommentare rund um mich waren durchweg positiv. Kann es sein, dass man sich selbst im Weg steht, wenn man zu viel über etwas nachdenkt?
Man merkt jedenfalls, dass die Akteure Spaß haben und wenn das Publikum offen ist, kann auch der Funke überspringen.
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Corinna Klimek am 14. Februar 2010 14:02 Mit Spannung erwartete ich diese Premiere, schließlich gehören die aktuellen Repertoire-Operetten “Die Piraten von Penzance” und “Boccaccio” zu meinen Lieblingsstücken.
Wenn sich der Vorhang hebt, befinden wir uns in in der Eingangshalle eines Luxushotels. Das Bühnenbild passt dazu, Säulen rechts und links, im Hintergrund eine zweite Bühne mit dem Vorhang des Theaters. Die Kostüme würde ich der Entstehungszeit der Operette zuordnen, sie sind sehr üppig, besonders bei den Göttern, und passend, bis auf diejenigen, die zur Unterwelt gehören und ein paar Kleinigkeiten wie eine goldene Maschinenpistole bei Mars und Cupido ohne Pfeil und Bogen. Über die Interpretation von Pluto als Teufel muss ich erst noch ein wenig nachdenken, immerhin heisst es ja sogar im original Libretto
Je quitte la maison parce que je suis morte, Aristée est Pluton, et le diable m’emporte.
An manchen Stellen sind mir zu viele Nebengeräusche, da rascheln die Zeitungen, da muss das Personal warum auch immer auf einen Tisch hauen, das überdeckt die Musik leider ein wenig. Mit der Choreographie kann ich mich auch nicht ganz anfreunden, bei “Seh Ich Eos Gold´ne Rosen” passen die Bewegungen nicht wirklich zur Musik und Breakdance-Elemente beim Galop Infernal, na ja, ich weiß nicht. Der Auftritt der Bacchantin erinnerte mich irgendwie an die Rocky Horror Picture Show und auch sonst kam mir einiges bekannt vor.
Die Ausleuchtung ist sehr gut, das Bühnengeschehen wird optimal unterstützt und auch das Bühnenbild für den Olymp und den Hades sind sehr schön. Das erste Bild plätscherte ein wenig dahin, im zweiten nahmen die Geschehnisse mit der Götterrevolte dann Fahrt auf und auch das Publikum ging besser mit. Jedesmal, wenn Cupido die Venus als Mutti bezeichnete, gab es viel Gelächter. Die großen Abräumer beim Szenenapplaus waren natürlich Gunter Sonneson alias John Styx, der das Couplet des “Prinzen von Arkadien” wirklich herzergreifend sang, das Menuett mit dem anschließenden Galop Infernal und Stefanie Kunschke als Cupido mit dem Kuss-Couplet.
Die einzelnen Rollen sind optimal besetzt und alle waren an diesem Abend in Höchstform. Sibylla Duffe als frustrierte Eurydike genauso wie Cornel Frey als Orpheus mit der Pistole der öffentlichen Meinung (Marianne Larsen mal wieder in Bestform) auf der Brust. Mario Podrečnik als dämonischer Gott der Unterwelt stimmlich und szenisch ein toller Gegenpol zu dem Jupiter des Dirk Lohr, der leider viel brüllen muss, aber dort, wo er singen darf, überzeugt. Ann Katrin Naidu bezaubert als Juno und so manch einer mag sich gefragt haben, warum ihr Göttergatte überhaupt nach anderen Frauen sieht. Den Götterreigen komplettieren Katja Stuber als tief betrübte Diana, Frances Lucey als komische Venus, Márta Kosztolányi als Minerva, Christoph Kayser als leichtfüßiger Merkur sowie die Chor-Soli Florian Wolf, Shirli Polena, Ute Walther, Stefan Thomas und Marcus Wandl, der ein tolles Neptun-Kostüm trägt.
Ohne die große Spielfreude des von Jörn Hinnerk Andresen und Inna Batyuk ausgezeichnet einstudierten Chores wäre der letzliche Erfolg des Abends nicht möglich gewesen. Das Orchester unter Andreas Kowalewitz rundete den musikalisch hervorragenden Gesamteindruck ab.
Am Ende gab es freundlichen Applaus für das Produktionsteam und stürmischen für Solisten, Chor und Orchester. Eine Inszenierung, die gut in das Repertoire des Theaters passt, auch wenn leider nicht das ganze Potential des Stückes ausgeschöpft wurde.
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Corinna Klimek am 12. Februar 2010 14:07 Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
Verlag: Marion Von Schröder (1. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3547711371
ISBN-13: 978-3547711370
Größe: 22,4 x 14,6 x 4 cm
Kurzbeschreibung (von der HP der Autorin)
Hessen im Dreißigjährigen Krieg: Die Winzerstochter Lene Kalkhof hat sich in den Buchbinder Velten verliebt, genau wie ihre Zwillingsschwester Clara. Als Velten um Claras Hand bittet, verbirgt Lene ihre Enttäuschung. Niemand soll je erfahren, dass sie ihn liebt. Die Schwestern bleiben sich innig verbunden. Und Lene fügt sich in die Ehe mit dem Schuhmacher Contz. Aber dann hält auch im beschaulichen Städtchen Büdingen der Hexenwahn Einzug. Ein fesselnder historischer Roman über eine ungewöhnliche Frau in einer Welt voller Verrat und Aberglaube.
Über die Autorin
Link zur Homepage
Meine Meinung:
Im Jahr 2009 hatte ich zwei Lesehighlights, Sabine Weigands “Seelen im Feuer” im Frühjahr und dieses hier im Herbst. Beide beschäftigen sich mit der gleichen Thematik und beiden ist es auf unterschiedliche Weise gelungen, eine authentische Atmosphäre zu schaffen. Katerina Timm baut mit einer unglaublichen schönen Sprache ihre Geschichte um mich herum auf, ich bin mittendrin. Ich leide und lache mit den Figuren, weil sie mit so viel Einfühlungsvermögen beschrieben sind. Ich kann den Rauch der Verbrennungen fast riechen, weil die Sprache so bilderreich und farbig ist und gleichzeitig viele historische Details miteingeflochten sind. Immer wieder gibt es Sätze, die nachwirken, die hängenbleiben.
Ein Schrecken schlug den anderen tot.
ist so einer zum Beispiel. Gleichzeitig ist die Handlung so spannend, nahm mich so gefangen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die knapp 450 Seiten habe ich in vier Tagen gelesen, das ist für mich ein absolut ungewöhnlich hoher Schnitt. Ich kann das Buch wirklich nur jedem dringend empfehlen, es ist nicht nur ein ausgezeichneter historischer Roman, sondern die Geschichte vieler Leben.
Mein Fazit:
Katerina Timm ist ein absolut großartiges Buch gelungen. Nun werde ich mich baldmöglichst auf die Kosakenbraut stürzen.
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Corinna Klimek am 12. Februar 2010 13:25 Auch mit Alternativ-Besetzung ist diese Produktion ein Genuss. Besonders Gary Martin sticht stimmlich und szenisch als Zar hervor, aber auch Adrian Xhema und Christina Gerstberger sind erstklassig. Sandra Moon und Rita Kapfhammer rundeten zusammen mit den weiteren Solisten das excellente Ensemble ab. Der Chor ist wie immer eine Klasse für sich und Oleg Ptashnikov hat als musikalischer Leiter das Orchester gut im Griff.
Und nein, ich schreibe jetzt nicht, was mir wie immer nicht gefallen hat, aber wer mich kennt, weiß es 😉
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Corinna Klimek am 11. Februar 2010 16:42 Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (9. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426197510
ISBN-13: 978-3426197516
Größe: 21,8 x 15,4 x 4,8 cm
Kurzbeschreibung (von der HP des Autors)
Lissabon 1528: Die Jüdin Gracia verachtet ihren Mann, denn in ihren Augen verleugnet er seinen Glauben. Trotzdem versündigt sie sich, um ihn vor der Inquisition zu retten. Doch zu spät: Mit ihrer Tochter flieht die junge Frau durch ganz Europa. Ihr Ziel ist ein Ort, an dem sie ihren Glauben frei ausüben kann. Dafür riskiert sie ihr Leben und das Glück der Menschen, die sie liebt. Doch darf man für die Liebe zu Gott die Liebe zu den Menschen opfern?
Über den Autor
Link zur Homepage
Meine Meinung:
Was für ein Buch! Die Hauptfigur nicht ist wirklich sympathisch, weil sie sehr fanatisch in ihren Glauben vertritt. Trotzdem schafft es der Autor, sie so faszinierend zu beschreiben, dass ich gar nicht anders konnte als weiterzulesen. Eingebettet in akkurat recherchierte historische Fakten, lebendige Beschreibungen und scharf gezeichnete Figuren entsteht ein farbenprächtiges Gemälde des 16. Jahrhunderts. Der Stil des Autors hat mir sehr gut gefallen, das Leben der Gracia ist wunderbar erzählt.
Mein Fazit:
“Miss Emily Paxton” wird sicher nicht mehr allzu lange auf meinem SUB verweilen.
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Corinna Klimek am 10. Februar 2010 12:39 Gebundene Ausgabe: 490 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 1., Aufl. (15. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401060678
ISBN-13: 978-3401060675
Größe: 21,2 x 15 x 5,6 cm
Kurzbeschreibung (von der HP der Autorin)
Neapel, September 1609.
Caterina liebt Riccardo. Riccardo liebt Caterina. So einfach ist das.
Oder vielmehr: so einfach könnte es sein.
Wäre Caterina nicht die Tochter eines reichen Gewürzhändlers und Riccardo nicht ein Bursche aus einfachen Verhältnissen, der das kärgliche Brot für sich, seine Mutter und die Geschwister mehr schlecht als recht in einer Taverne verdient. Ihre Liebe ist eine im Heute, deren Zukunft in den Sternen steht.
Umso mehr, als der Wirt der Taverne Riccardo nach einem Streit kurzerhand an den Gewinner eines Kartenspiels verhökert: an Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, einen berühmt-berüchtigten Maler, der keine Moral kennt und kein Gesetz außer seinem eigenen.
Als auch Caterinas Schicksal unverhofft in andere Bahnen gelenkt werden soll, flieht sie von zu Hause und schließt sich den beiden an. Ihr Weg wird sie von Neapel nach Rom und über Sizilien bis nach Malta führen.
Und schon bald müssen Caterina und Riccardo erkennen, dass nicht die buntschillernde Welt eines begnadeten Künstlers auf sie wartet, sondern Verrat und tödliche Intrigen…
Über die Autorin
Link zur Homepage
Meine Meinung:
Eigentlich als Jugendbuch beworben, ist es aber für Erwachsene genauso geeignet. Ich habe bis auf ganz wenige Ausnahmen (einmal der Ausdruck “knutscht”, der mir in einem historischen Roman doch irgendwie seltsam vorkam) nicht bemerkt, dass das Buch nicht primär für Erwachsene geschrieben ist. Zwar sind die Protagonisten noch Teenager, aber das fällt nicht ins Gewicht, da die Handlung spannend und nachvollziehbar ist, es sind eine Fülle von historischen Fakten mithineingewoben, die Figuren sind sehr gut gezeichnet und die Beschreibungen lebendig und farbenfroh. das Buch regt dazu an, sich näher mit dem Maler und Menschen Caravaggio zu beschäftigen. Wenn dann die Autorin in der Leserunde bei den Büchereulen noch jede Menge Hintergrundinformationen gibt, kommt ein ganz besonderes Leseerlebnis heraus.
Mein Fazit:
Mein erstes Buch dieser sehr sympathischen Autorin, aber sicher nicht das letzte!
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Corinna Klimek am 8. Februar 2010 16:32 Wie immer am Sonntag vor der Premiere stand die Einführung zu dem neuen Stück auf dem Spielplan. Das Interesse war groß und so mancher ging leer aus und enttäuscht wieder nach Hause. Da man die Karten aber schon seit geraumer Zeit kaufen kann, hielt sich mein Mitleid in Grenzen. Allerdings wäre es schön, wenn es auch bei den Foyerveranstaltungen nummerierte Sitzplätze gäbe, denn die Ansteherei um einen guten Platz zu erwischen ist nervig.
Begrüßt wurden wir mit einem Auszug aus der Ouvertüre, am Flügel Benjamin Reiners, der nebenbei später auch noch als Duettpartner fungierte – Chapeau!
Die wie immer bestens vorbereitete zuständige Dramaturgin Sonja Westerbeck setzte zu Anfang die Entstehungsgeschichte der Operette in den zeitlichen Kontext und führte in die Handlung ein. auch die zwei verschiedene Fassungen des Stückes kamen zur Sprache. Die Regisseurin Johanna Schall erläuterte ihre Herangehensweise an die Operette. Es ist ihre erste Musiktheaterinszenierung, ihre bisherigen Erfolge feierte sie als Schauspielregisseurin. Das stimmt mich eher skeptisch, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Was sie zur Übersetzung und zum Bühnenbild/Farbkonzept sagte, war jedenfalls schon mal nachvollziehbar. Auch hat sie, immer mit einem humorvollen Unterton, die Unterschiede zwischen dem mythologischen Orpheus und dem Libretto herausgearbeitet. Die Kostüme sind wohl sehr üppig, es wurden zwei ausgestellt, die sehr ansprechend waren. Für die musikalische Seite war Andreas Kowalewitz zuständig. Er erklärte zum Musikgenre passend witzig, welche musikalischen Zitate sich wo in Orpheus finden. Stefanie Kunschke begeisterte das Publikum mit zwei Stücken von Cupido, wobei wir beim “Kuss-Couplet” mitmachen “durften”.
Entlassen wurden wir nach einem heiteren, positiv stimmenden Vormittag mit dem “Galop Infernal”, dem wohl bekanntesten Stück aus “Orpheus in der Unterwelt”. Wobei ich inständig hoffe, dass niemand in der Vorstellung auf die Idee kommt, dazu zu klatschen, das hatte schon ziemlich was vom Musikantenstadel, vor allem weil die meisten den Takt nicht drauf hatten.
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Corinna Klimek am 7. Februar 2010 23:31 Rita Kapfhammer als Carmen ist immer wieder ein Genuss. Sie hat so eine erotische Ausstrahlung, da könnte sogar ich schwach werden – und ich bin eine Frau 😉
Ihr ebenbürtig ist Elaine Ortiz Arandes als Micaela. Diese beiden bestens besetzten Partien machen den Abend zum Erlebnis. Aber auch die anderen Rollen waren mit Robert Sellier, Daniel Fiolka, Holger Ohlmann, Thérèse Wincent und Sonja Leutwyler bestens repräsentiert. Ein spiel- und sangesfreudiger Chor und ein gut aufgelegtes Orchester runden das positive Gesamtbild ab.
Was auffällig war, ist, dass es praktisch überhaupt keinen Szenenapplaus gab. Nicht, dass ich ihn vermissen würde, im Gegenteil, ich finde ja, dass er meistens den Spannungsbogen kaputt macht. Aber zum Beispiel nach der Arie des Escamillo war es schon markant.
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