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Much ado about nothing, 27.05.2011, Shakespeare’s Globe

Wenn das überhaupt geht, war diese Vorstellung noch besser als die am Dienstag. Das Publikum war irgendwie noch mehr in Stimmung, es wurde noch mehr gelacht und gejubelt.
Ich finde die Umsetzung sehr gelungen, Screwball ist der Begriff, der mir dazu einfällt, aber es ist wirklich interessant, dass Shakespeare so zeitlos geschrieben hat, dass die Menschen auch nach mehreren hundert Jahren noch darüber lachen können. Die Kabbeleien von Beatrice und Benedick sind wirklich zu köstlich und die beiden Rollen sind mit Eve Best und Charles Edwards bestens besetzt. Wobei es natürlich auch zu Herzen gehende Momente gibt, als Claudio seine geliebte Hero, getäuscht durch den Fiesling  Don John, zurückweist.

Ein Must-See!

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Love never dies, 25.05.2011, Adelphi Theatre

Fünfzehn lange Jahre ist es her, dass ich in London zuletzt in einem Musical war und als ich das Theater verlassen hatte, wusste ich eigentlich auch nicht so genau warum. Es hat mich nie gereizt, zuletzt war ich nur im Globe oder im Royal Opera House. Aber auch das Musical hat einiges zu bieten, die Dramatik des Librettos würde jeder Oper gut stehen und musikalisch war es teilweise auch sehr schön. Die Musiknummern sind einprägsam (Dear Old Friend, The Beauty underneath, Devil takes the hindmost) und gefühlvoll (Once upon another time, Love never dies). Die Kostüme waren zeitgerecht und das Bühnenbild aufwendig.
Diese West-End-Show läuft seit März 2010 und wurde seit der Premiere etwas umgestaltet, weshalb auch der deutsche Wikipedia-Artikel dazu nicht mehr aktuell ist, im englischen wird die Story korrekt wiedergegeben.
Beeindruckend war die Leistung von Ramin Karimloo als das Phantom (im Foto unten mit der Autorin Claudia Toman), auch wenn ich fand, dass er in den Szenen ohne Maske irgendwie freier gesungen hat. Auch Celia Graham als Christine hat mir sehr gut gefallen und besonders hervorragend waren die Auftritte des Kinderdarstellers von Gustave. Leider lässt es sich nicht herausfinden, welcher der sechs Jungs es war, das Konzept des Besetzungszettels geht an diesem Theater spurlos vorüber. Es soll jedenfalls die 500. Vorstellung gewesen sein. Ich könnte mir durchaus vorstellen, außer im Globe und Covent Garden bei meinen nächsten London-Besuchen auch vermehrt im West End unterwegs zu sein.

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Much ado about nothing, 24.05.2011, Shakespeare’s Globe

Mein absoluter Lieblings-Shakespeare in einem tollen Theater, Herz, was willst Du mehr. Und es erregt kein Aufsehen, wenn man zu spät kommt, wir haben das erfolgreich ausprobiert.
Die Bühne ist diesmal mit einem Portal nach hinten begrenzt, außen ein paar Blümchen und Wasserbecken, drüber ein paar Zweige mit Orangen. Orangen? Ach ja, wir sind ja in Messina. Wunderbare zeitgerechte Kostüme, eine Leiter, eine Wäscheleine und ein Betttuch. Mit so wenig kann man auskommen und trotzdem so tolles Theater machen, das ein ausverkauftes Haus zum Toben bringt.
Die Musik hat mir diesmal nicht ganz so gut gefallen, die war schon fast arabisch und hat meiner Meinung nach nicht soooo gut dazu gepasst, und dass man bei “Sigh no more” eine andere Melodie drunter gelegt hat, mutete mir im ersten Moment auch seltsam an, aber ansonsten war alles wirklich einsame Spitze.
Die Szenen zwischen Beatrice und Benedick waren wirklich köstlich und auch diejenigen, in denen ihnen quasi mitgeteilt wird, dass der jeweils andere in sie verliebt sei. Die Szene, in der Hero fälschlich der Untreue bezichtigt wird, war wirklich zum Heulen und es wurde ganz still im Publikum. Gelöst wurde die Spannung durch einen wirklich Dogberry (Paul Hunter), der durch präzise Komik das Publikum eroberte.
Ein wirklich toller Nachmittag!

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Der Zauberer von Oz, 22.05.2011, Gärtnerplatztheater

Zur letzten Vorstellung in dieser Spielzeit habe ich es dann doch noch einmal geschafft, mir diese zauberhafte Produktion für Jung und alt, mit oder ohne Kinder anzusehen.
Bei Milica Jovanovic Interpretation von “Überm Regenbogen” standen mir Tränen in den Augen, so toll hat sie das gesungen. Aber auch vom Spiel her ist sie das perfekte kleine Mädchen Dorothy, ich nehme ihr diese Rolle voll ab. Ihr zur Seite steht ein Marianne Larsen als Tante Em bzw. die gute Hexe Glinda ein Musicalstar par excellence. Es macht zwar sehr viel Spass, ihr zuzuhören und zu sehen, aber eigentlich ist sie in dieser Produktion weit unter ihren Möglichkeiten eingesetzt.
Das restliche Team verstärkt den positiven Gesamteindruck noch: Thomas Peters als schlaksige Vogelscheuche mit den coolen Krähen, Mario Podrečnik als Blechmann mit ohne Herz, der die eckigen Bewegungen den ganzen Abend konsequent beibehält, Gunter Sonneson als beindruckender ängstlich-mutiger Löwe, Moritz Cunow, der den Toto wirklich enorm gut spielt, genauso wie Ulrike Dostal die dämonische Hexe. Daneben spielt, singt und tanzt der Chor, dass es eine wahre Freude ist und das Orchester unter Liviu Petcu (der auch am Abend zuvor schon dirigiert hat) rundet den schönen Abend ab.

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L’Italiana in Algeri, 21.05.2011, Gärtnerplatztheater

Nach einer Pause von einem Monat stand das Erfolgsstück wieder auf dem Programm, wieder praktisch bis auf den letzten Platz ausverkauft, mit einem sehr enthusiastischem Publikum und wie immer fast durchgehend mit guter Besetzung.
Nur der Lindoro, dem kann ich einfach nicht zuhören. Diese Stimme liegt mir so was von überhaupt nicht, zudem klang er diesmal leicht erkältet. Ansonsten war wieder alles vom Feinsten, Rita Kapfhammer mit ihrem ausdrucksvollen Mezzo legte bei “Per lui che adoro” noch eins drauf und zeigte die wohl heißeste Ankleideszene dieser Spielzeit. Stefan Sevenich, am Tag zuvor noch die resolute Mamma Agata, spielte, sang und tanzte sich trotz Machoallüren in die Herzen der Zuschauer beiderlei Geschlechts.
Ergänzt wurde dieses tolle Paar durch die sehr guten Ensemblemitglieder Stefanie Kunschke, Derrick Ballard und Carolin Neukamm sowie Manuel Wiencke als Gast in der Rolle des Taddeo. Auch der Herrenchor und das Orchester unter Liviu Petcu trugen zum Gelingen dieses schönen Opernabends bei.

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Dernière Viva la Mamma!, 20.05.2011, Gärtnerplatztheater

Sicher kann man nicht jedes Stück ins Standardrepertoire aufnehmen und nach zwei, drei Spielzeiten ist es für viele Inszenierungen wieder vorbei. Dieses Stück hätte grundsätzlich das Zeug zu mehr Spielzeiten gehabt, weil es so hervorragend in dieses Theater passt.

Und wenn man wie in diesem Fall Stefan Sevenich als Mamma Agata besetzen kann, ist das ein echter Glücksfall. Denn bei ihm trifft eine gute  Stimme auf  enormes schauspielerisches und tänzerisches Talent. Auch wenn er in diesem Stück manchmal etwas schaumgebremst gewirkt hat, reißt er das Publikum zu Beifallsstürmen hin, wenn  er seine Balletteinlage zeigt, die manchen Profitänzer in den Schatten stellt. Heike Susanne Daum zeigte an diesem letzten Abend noch einmal, warum sie als Corilla gefeiert wird: Komik und Koloraturen sind ein herrliches Paar und ihre Liebeserklärung an Stefano war sehr berührend. Aber eigentlich haben an diesem Abend ausnahmslos alle hervorragend gesungen, getanzt und gespielt, bis hin zum Dirigenten Benjamin Reiners, dessen schauspielerische Darbietung leider den meisten Zuschauern verborgen blieb, die aber zumindest sein hervorragendes Dirigat genießen konnten.

Stefanie Kunschke sang wieder eine wundervolle “Una furtiva lacrima” und Susanne Heyng porträtierte die Dorotea mit gutem Spiel und einer schönen Arie. Sebastian Campione bekam wieder riesigen Applaus für seine Beatbox, zu der er mit dem für diesen Abend, was mich besonders gefreut hat, an den Gärtnerplatz zurückgekehrten Johannes Wiedecke, eine flotte Sohle aufs Parkett bzw. die Bühne gelegt hat. Daniel Fiolka gab dem Regisseur Format und Christoph Kayser beeindruckte als russischer Tenor. Ich stelle mir vor, dass es ziemlich schwierig ist, gut schlecht zu singen. Die Rolle des Stefano wurde vom Gast Kurt Schober gesungen, sein wohltönender Bariton füllte das Haus bis in den letzten Winkel und seine Persönlichkeit gab der Rolle noch mal eine neue Richtung.

Auch der Herrenchor und das Extraballett begeisterten mich wieder mit ausgezeichnetem Tanz bzw. Gesang und vor allem tollem Spiel. Die kleinen Gesten, die Blicke werde ich vermissen. abgerundet wurde der wundervolle Abend noch durch die “Nebenrollen Theaterjobs”, die mit Nina Kühner, Monika Hollemann und Marian Iordache ganz hervorragend besetzt waren.

Leider gibt es keinen Trailer zu dieser Inszenierung, aber hier kann man zumindest etwas nachhören.

Auch wenn die Inszenierung nicht ganz optimal war, hatte ich immer viel Spaß an diesen Abenden. Danke dafür und

Ciao Mamma!

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Jetzt nochmal für alle zum Mitschreiben:

Ich schreibe derzeit noch nicht über ein bestimmtes Thema, das mich aber nichtsdestotrotz sehr beschäftigt. Wenn man mich darauf per Mail oder als Kommentar hier im Blog anspricht, erfordert es eine gültige Mailadresse wenn ein Gespräch daraus werden soll. Mittlerweile teste ich erst die Mailadresse, bevor ich einen ellenlangen Text schreibe, aber das ist sehr frustrierend!

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Die Liebe zu den drei Orangen, 18.05.2011, Gärtnerplatztheater

Warum habe ich die Musik eigentlich jemals als zu laut und sperrig empfunden? Ich verstehe das jetzt nicht mehr. In der Pause und am Ende klingt die Musik in mir nach, setzt sich in meinem Kopf fest, will mich noch nach Hause begleiten.

Musikalisch ist der Abend genau so ein sinnliches Erlebnis wie szenisch. Das Orchester unter Anthony Bramall arbeitet die leisen Töne genauso präzise heraus wie die schmetternden Töne der Blechbläser dass es eine Lust ist zuzuhören. Der Chor singt fantastisch, die einzelnen Stimmen weben einen schier unglaublichen Klangteppich und dabei spielen sie noch jeder ihre ganz individuelle Rolle – ich kann mir nicht vorstellen, dass man an einem deutschen Opernhaus derzeit besseres präsentiert bekommt. Die Solisten sind alle großartig, diese Besetzungsliste trägt die Handschrift eines wahren Meisters. Ich nenne deshalb nur ein paar ganz persönliche Favoriten: Cornel Frey als Truffaldino, Spiel und Gesang ergeben eine Einheit, die schwer zu übertreffen sein dürfte. Gary Martin, der einen klangvollen Bariton mit ein bisschen Verschlagenheit mischt und damit den perfekten Leander kreiert.  Holger Ohlmann, nicht nur eine Bilderbuchköchin. Daniel Fiolka, der dem alten Mann Pantalone erstaunlich viel Kraft verleiht. Sebastian Campione, dem als Farfarello nicht nur die Glatze gut steht. Marcus Wandl (ob man es irgendwann schafft, auf der Homepage seinen Namen richtig zu schreiben?), der als Herold beeindruckt und sich für weitere Chorsoli empfiehlt. Die immer wieder aufs neue faszinierende Rita Kapfhammer, die die Sopranpartie der Fata Morgana mit ihrem umfangreichen Mezzo mühelos meistert und auch im Negligé eine gute Figur macht.

Darin liegt ein Teil der Sinnlichkeit dieser Inszenierung: Immo Karaman zeigt schöne Körper: die des Extraballetts, der Prinzessinnen und andere. Und das wirkt nie peinlich oder abstoßend, sondern ästhetisch  und genau auf die Musik passend.  Es gibt auch immer wieder noch etwas zu entdecken, wie sich die Protagonisten aus der Menge schälen, eine präzise Handbewegung, ein Blick. Wirklich faszinierend finde ich, dass der erste Applaus schon kommt, bevor eine Note gespielt und gesungen ist, einzig dieses wunderbaren Bildes am Anfang wegen. Diese Inszenierung ist meiner Meinung nach die Beste bisher in der Intendanz von Herrn Dr. Peters. Sie wurde nach der Premiere mit dem Stern der Woche der Abendzeitung und der Rose der Woche der tz ausgezeichnet und ist ein ganz heißer Anwärter auf den Jahrespreis. Karten sollte man sich hier bald sichern.

Mittlerweile ist auch der Trailer online:

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Die schöne Müllerin, 16.05.2011, Gärtnerplatztheater

Es war meine erste Begegnung mit diesem Liedzyklus und er hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er war aber auch sehr gut und ein bisschen ungewöhnlich aufbereitet durch die Vortragenden. So wurde der Prolog und der Epilog sowie die drei nicht vertonten Gedichte von Wilhelm Müller durch Gunter Sonneson ausgezeichnet rezitiert. Das gab dem Zyklus seine feine Ironie, die weit über das romantische, pessimistische der reinen vertonten Gedichte hinausgeht, zurück. Auch Cornel Frey, erst letzte Woche zu Recht umjubelt in der Premiere “Die Liebe zu den drei Orangen” als Truffaldino und noch bestens in Erinnerung als Orpheus, Fatty, Monostatos,  drückte die Emotion nicht nur hervorragend mit der Stimme, sondern auch mit der Mimik aus, was sehr lebendig wirkte. Nicht zuletzt die einfühlsame Begleitung durch Benjamin Reiners, der hier auch sein Talent als Pianist unter Beweis stellte, machte den Abend zu einem Erlebnis.

Danke an alle Beteiligten! Das war eine neue und sehr positive Erfahrung für mich.

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Der Untergang des Hauses Usher, 14.05.2011, Gärtnerplatztheater

Die Einführung von Judith Altmann war exzellent, aber leider konnte ich die nachfolgende Vorstellung nicht richtig genießen. Ich hatte den ganzen Tag schon Kopfweh gehabt, das zwar nach einer Tablette wieder weg war, aber diese hat mich müde und vielleicht auch ein wenig abgestumpft gemacht.  Ich denke, ich werde mir das Stück erst in der nächsten Spielzeit wieder ansehen.

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