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Dernière Viva la Mamma!, 20.05.2011, Gärtnerplatztheater

Sicher kann man nicht jedes Stück ins Standardrepertoire aufnehmen und nach zwei, drei Spielzeiten ist es für viele Inszenierungen wieder vorbei. Dieses Stück hätte grundsätzlich das Zeug zu mehr Spielzeiten gehabt, weil es so hervorragend in dieses Theater passt.

Und wenn man wie in diesem Fall Stefan Sevenich als Mamma Agata besetzen kann, ist das ein echter Glücksfall. Denn bei ihm trifft eine gute  Stimme auf  enormes schauspielerisches und tänzerisches Talent. Auch wenn er in diesem Stück manchmal etwas schaumgebremst gewirkt hat, reißt er das Publikum zu Beifallsstürmen hin, wenn  er seine Balletteinlage zeigt, die manchen Profitänzer in den Schatten stellt. Heike Susanne Daum zeigte an diesem letzten Abend noch einmal, warum sie als Corilla gefeiert wird: Komik und Koloraturen sind ein herrliches Paar und ihre Liebeserklärung an Stefano war sehr berührend. Aber eigentlich haben an diesem Abend ausnahmslos alle hervorragend gesungen, getanzt und gespielt, bis hin zum Dirigenten Benjamin Reiners, dessen schauspielerische Darbietung leider den meisten Zuschauern verborgen blieb, die aber zumindest sein hervorragendes Dirigat genießen konnten.

Stefanie Kunschke sang wieder eine wundervolle “Una furtiva lacrima” und Susanne Heyng porträtierte die Dorotea mit gutem Spiel und einer schönen Arie. Sebastian Campione bekam wieder riesigen Applaus für seine Beatbox, zu der er mit dem für diesen Abend, was mich besonders gefreut hat, an den Gärtnerplatz zurückgekehrten Johannes Wiedecke, eine flotte Sohle aufs Parkett bzw. die Bühne gelegt hat. Daniel Fiolka gab dem Regisseur Format und Christoph Kayser beeindruckte als russischer Tenor. Ich stelle mir vor, dass es ziemlich schwierig ist, gut schlecht zu singen. Die Rolle des Stefano wurde vom Gast Kurt Schober gesungen, sein wohltönender Bariton füllte das Haus bis in den letzten Winkel und seine Persönlichkeit gab der Rolle noch mal eine neue Richtung.

Auch der Herrenchor und das Extraballett begeisterten mich wieder mit ausgezeichnetem Tanz bzw. Gesang und vor allem tollem Spiel. Die kleinen Gesten, die Blicke werde ich vermissen. abgerundet wurde der wundervolle Abend noch durch die “Nebenrollen Theaterjobs”, die mit Nina Kühner, Monika Hollemann und Marian Iordache ganz hervorragend besetzt waren.

Leider gibt es keinen Trailer zu dieser Inszenierung, aber hier kann man zumindest etwas nachhören.

Auch wenn die Inszenierung nicht ganz optimal war, hatte ich immer viel Spaß an diesen Abenden. Danke dafür und

Ciao Mamma!

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Lucrezia Borgia, 23.03.2011, BSO

Das war die erste Vorstellung dieser Oper für mich überhaupt, muss ich vorausschicken. Musikalisch fand ich es unglaublich spannend, aber die Inszenierung kann man getrost in die Tonne treten. Eigentlich die Nicht-Inszenierung. Denn was sich auf der Bühne abspielte, mutete mir eher konzertant als szenisch an. Und dann diese greisligen Kostüme! Meine Freundin meinte, eine Orgie in schwarz-weiß-grau, und damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Einzig das rote Kleid von Frau Gruberova zu Beginn war sehenswert.

Der Chor holperte am Anfang ein bisschen, ansonsten hat es mir musikalisch sehr gut gefallen. Frau Gruberova sang wunderschön und strahlend, lediglich in der Tiefe klang sie in meinen Ohren nicht ganz so gut. Aber ein Erlebnis ist eine Vorstellung mit ihr allemal und die letzte Szene war phänomenal. Herausragend war auch Silvia Tro Santafé als Orsini, so eine schöne Mezzostimme habe ich selten gehört. Bei den Männern glänzte Charles Castronovo als Gennaro, aber auch die anderen Rollen waren gut besetzt. Ein Opernabend, der mir sicher im Gedächtnis bleiben wird.

Kleine Anekdote am Rande: sowohl zu Beginn wie auch am Ende der Pause war die Mittelloge fast leer, aber während der Vorstellung war sie voll belegt. Später erzählte mir jemand, dass dort ein ehemaliger Landesvater gesessen hätte. Manche Leute haben es anscheinend nicht nötig pünktlich zu sein. Und müssen dann nicht von der Engelsloge aus zusehen.

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Viva la Mamma!, 13.03.2011, Gärtnerplatztheater

Knapp ein Jahr nach der letzten Vorstellung wurde eines meiner Lieblingsstücke am schönsten Theater Münchens wiederaufgenommen. Es gab zwei Rollendebüts Juan Fernando Gutiérrez überzeugte als Stefano sowohl musikalisch als auch im Spiel und Derrick Ballard sang und verkörperte den Impressario sehr gut, allerdings ist bei ihm die Ähnlichkeit zum Rollenvorbild nicht ganz so ausgeprägt, oder ich saß einfach zu nah dran. Ausgesprochen gut hat mir das Dirigat von Benjamin Reiners gefallen, der das erste Mal am Pult stand. Unter erschwerten Bedingungen, wegen einer Erkrankung sang Elaine Ortiz Arandes vom Bühnenrand, während die Regisseurin Nina Kühner die Rolle spielte, gelang ihm ein musikalisch überzeugendes Debüt und er konnte auch sein komödiantisches Talent zeigen. Frau Ortiz Arandes sang ganz ausgezeichnet, auch für sie war es das erste Mal in dieser Partie, es fehlte nur ein ganz kleines bisschen der letzte Kick und das Publikum war leider auch ein bisschen dröge. Stefan Sevenich brillierte als Mamma Agata, Stefanie Kunschke, Sebastian Campione, Daniel Fiolka, Susanne Heyng und Christoph Kayser komplettierten das ausgezeichnete Solistenensemble und der Herrenchor sang und spielte wie immer hervorragend.

Ein wie immer sehr unterhaltsamer Abend, danke an alle Beteiligten!

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Viva la Mamma!, 27.03.2010, Gärtnerplatztheater

Mit der letzten Vorstellung dieses Stückes in der laufenden Spielzeit machten es einem das Ensemble des schönsten Theaters Münchens nochmal so richtig schwer, für eine Weile Abschied von dieser Oper zu nehmen. Das zahlreich erschienene Publikum war bestens gelaunt und ging von Anfang an mit. Donnernder, füßetrampelnder Applaus für Stefan Sevenich in der Titelrolle, der sich auf Pumps besser bewegt als so manche Frau und leichtfüßig durch das Stück tänzelt. Viel Beifall auch für Sebastian Campione und Johannes Wiedecke, die eine verlängerte Version der Beatbox noch mit einer gemeinsamen Tanzeinlage bereicherten. Viel Jubel auch für die restlichen Akteure, den Herrenchor, das Extraballett, das Orchester unter Ariel Zuckermann, Monika Hollemann, Marian Jordache und Jakob Seidl, die sich selbst spielten, Susanne Heyng, Julian Kumpusch, Daniel Fiolka, Christoph Kayser, Stefanie Kunschke und natürlich Heike Susanne Daum als Primadonna assoluta.
Eine tolle Vorstellung!
Grazie e ciao, Bühnenarbeiter, Extraballett, Orchester, Direttore, Souffleuse, Inspizient, Regieassistent, Dr. Manfred Ulrichs, Orazio Prospero, Vincenzo Biscroma, Guglielmo Antolstoi…stoi…stoi…na, Sie wissen schon, Dorotea Caccini, Luigia Boschi, Stefano, Corilla, Mamma Agata! Alla prossima volta, es grüßt die Reisegruppe aus Oberammergau!

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Viva la Mamma!, 24.03.2010, Gärtnerplatztheater

Ja, hoch soll sie leben, die Mamma und mit ihr die ganze Truppe des heutigen Abends! Während man vor der Pause sich am besten amüsiert, wenn man den Theaterbetrieb ein bisschen kennt, wird es danach so absurd, dass wirklich alle auf ihre Kosten kommen. Und viel gelacht und applaudiert wurde heute auf jeden Fall, sei es bei Christoph Kayser,  der indisponiert die Rolle des indisponierten russischen Tenors sang, als sei es seine leichteste Übung ober bei Johannes Wiedecke, der mit toller Stimme und akrobatischen Tanzeinlagen der Mamma Konkurrenz macht, wahrscheinlich hat er bei ihr gelernt 😉

Toll auch wieder das Orchester unter Ariel Zuckermann, das Extraballett und die in anderen Produktionen nie für das Publikum sichtbaren Rollen des Inspizienten, Regieassistenten und der Souffleuse.

Auch der Herrenchor war wieder großartig, es gibt so viel Komisches zu entdecken, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst hinsehen soll. Stefanie Kunschke schafft es immer wieder, mich mit ihrer großen Arie zu berühren und auch ansonsten singt und spielt sie hervorragend. Susanne Heyng und Julian Kumpusch tragen mit solider sängerischer und szenischer Leistung zum Erfolg des abends bei. Daniel Fiolka und Sebastian Campione glänzen in ihren respektiven Rollen und Heike Susanne Daum ist als Primadonna assoluta eine absolute Wucht. Stefan Sevenich spielt die Mamma nicht nur, er ist sie. Spontaner Applaus bei seinem Spagat und heftiges Fussgetrampel beim Verbeugen zeugen von seiner Beliebtheit beim Publikum am Gärtnerplatz.

Ein toller Abend in Münchens schönstem Theater, dass sich so gut selbst auf die Schippe nehmen kann. Leider nur noch einmal in dieser Spielzeit. “Alles, alles für die Kunst”, ein Satz der heute Abend mal wieder nicht treffender hätte sein können!

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Viva la Mamma!, 25.02.2010, Gärtnerplatztheater

Wow, war das eine tolle Vorstellung! Eigentlich stand sie ja unter ungünstigen Sternen mit einem kurzfristigen Einspringer für die Rolle des Stefano und auch Stefan Sevenich wurde als erkältet angesagt. Wenn man aber die Inszenierung nicht kennt, hat man mit Sicherheit nichts gemerkt. So kam aber Sebastian Campione auch zu einer großen Arie, die er bravourös meisterte. Der Einspringer Erdem Baydar fügte sich harmonisch in das Ensemble ein, und dass er die Arien vom Blatt sang, passte ausgezeichnet ins Konzept. Stefanie Kunschke sang ihre Arie wieder so berührend, dass ich den Tränen nahe war. Johannes Wiedecke und Daniel Fiolka überzeugten mit genialem Spiel und klasse Gesang. Neben den Superstars des Abends, die unglaubliche Heike Susanne Daum und Stefan Sevenich, dem man nichts anmerkte und der mit seinen Arien und Tanzeinlagen das Haus zum Kochen brachte, fiel mir heute Christoph Kayser besonders positiv auf. Neben einer wunderbar komischen Darstellung glänzte er in seiner Arie zu Beginn und erhielt großen Zwischenapplaus. Der wie immer exzellente Herrenchor und ein inspiriertes Orchester unter Ariel Zuckermann komplettierten den fantastischen Gesamteindruck des Abends. Das Publikum war von Anfang an hingerissen und jubelte am Ende allen zu.

Danke an alle Beteiligten für einen besonderen Abend!

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Viva la Mamma!, 01.02.2010, Gärtnerplatztheater

Nachdem ich die letzten zwei Aufführungen abwesenheits- bzw. krankheitsbedingt ausfallen lassen musste, lag die letzte Vorstellung, die ich gesehen habe, schon fast sechs Wochen zurück. Eindeutig zu lange!

Susanne Heyng wurde als schwer heiser angesagt und so war es nur zu verständlich, dass ihre Arie nach der Pause, die ja auch nicht zum eigentliche Stück gehört, gestrichen wurde. Schade, denn sie bringt einen etwas melancholischen Gegenpol in die humorvoll-launige Oper. Gute Besserung von dieser Stelle.

Im Grunde ist es wie bei den Piraten: ich kenne zwar alle Gags schon, aber sie entlocken mir dennoch das ganze Spektrum der Heiterkeit vom Schmunzeln bis zum lauthals Lachen. Sei es nun der schildkrötenartig eingezogene Kopf eines Choristen oder die hochgezogenen Augenbraue von Stefan Sevenich, jeder Moment bringt einen neuen Schabernack. Und das gut gelaunte Publikum fühlte sich bestens unterhalten, wie ich den Pausengesprächen entnahm. Johannes Wiedecke und Daniel Fiolka bringen die ganzen Gärtnerplatztheaterbezogenen Pointen aber auch immer zu gut. Szenenapplaus gab es natürlich wieder reichlich und verdient, für Christoph Kayser als russischer Tenor, seine Arie erinnert mich immer an den Titel eines Programms von Otfried Fischer  – Schwer ist leicht was, denn seine sehr erheiternde Rolle ist bestimmt nicht einfach. Für Stefanie Kunschke nach ihrer ungewöhnlichen, aber sehr schönen Arie, für die tolle Einlage von Sebastian Campione, für Julian Kumpusch als Agent der Primadonna assoluta und natürlich für die beiden Stars des Abends, Heike Susanne Daum als grandiose Corilla und Stefan Sevenich als famose titelgebende Mamma. Aber auch die kleineren Rollen wie die Souffleuse (Ulrike Dostal, die hier ganz und gar nicht dämonisch wirkt) und der musikalische Leiter Henning Kussel, der Regisseur und Intendant freundlich, aber bestimmt davon abhält, in die Ouvertüre zu quatschen (das ist nämlich eigentlich eher störend als witzig) tragen mit gut gesetzten Glanzpunkten zur Heiterkeit bei.

Eigentlich kann man dieses Stück gar nicht beschreiben, das muss man selbst sehen. Am 04.02. ist wieder Gelegenheit dazu.

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Der Liebestrank, 30.12.2009, Gärtnerplatztheater

Wow, was für eine Vorstellung! Die letzte von Peter Sonn am Theater meines Vertrauens. was ich sehr schade finde. Ich wünsche ihm auf diesem Weg alles Gute für die Zukunft und hoffe, ihn an einem anderen Ort wieder erleben zu dürfen – ich hab ja da diese Ariadne im März im Auge, mal sehen, ob es klappt.

Daniel Fiolka als Belcore ist ja immer gut, aber diesmal war er noch ein Tick besser, und auch Stefan Sevenich war als Dulcamara einfach göttlich, diese kleinen Gesten und das Mienenspiel, das Hochziehen einer Augenbraue, und schon ist, weil ja auch das Musikalische vom Feinsten ist, der Auftritt umwerfend. Talia Or und Milica Jovanovic komplettierten das perfekte Quintett. Der Chor ist in diesem Stück eine feste Größe, ohne ihn wäre der Zauber der Inszenierung nicht denkbar. Auch das Orchester unter Henrik Nánási bewies mal wieder seine Qualitäten.

Ein toller Abend, das Publikum im fast ausverkauften Haus bedankte sich mit starkem Applaus für alle Beteiligten.

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Viva La Mamma!, 16.12.2009, Gärtnerplatztheater

Auch beim dritten Mal anschauen entdecke ich Neues, kann trotz schon Bekanntem noch Lachen oder zumindest Schmunzeln. Diesmal aus der Parkett-Perspektive, auch nicht uninteressant. Nur die Duett-Szene gewinnt dabei leider immer noch nicht.

Die Musik gefällt mir ausgesprochen gut und da alle Akteure auch gute Schauspieler sind, sind die Rezitative nicht nur verbindende Elemente, sondern eigenständige, die Handlung vorantreibende Komponenten. Und wenn Sebastian Campione die Beatbox gibt, tobt das Haus. Ich mag es sehr, wie liebevoll der Inspizient, die Souffleuse, der Regieassistent und die Choreographin eingebaut wurden und auch die Balletszene zu der Musik aus “Roberto Devereux” ist herrlich schräg. Und alle, alle, wirklich alle, Akteure haben viel komisches Talent, sonst würde es nicht so gut wirken, allen voran, ich werde nicht müde es zu sagen, es ist aber absolut keine Herabwürdigung der anderen Mitwirkenden, die fabelhafte Heike Susanne Daum und der ihr ebenbürtige Stefan Sevenich.

Das schaue ich mir noch öfter an 😉

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Oper, gefallend

An dieser Oper sieht man mal wieder sehr schön, wie weit sich Kritiker manchmal vom Publikumsgeschmack entfernen. Den Zuschauern hat es nämlich gefallen, der viele Applaus zeugt davon.

Neben großartigen Arien, einer manchmal vielleicht etwas oberflächlichen Komik, sind es vor allem die kleinen liebevollen Gesten, die dieses Stück so besonders machen. Da muss man wirklich immer genau hinschauen, um nicht die Hälfte zu verpassen. Und im Zweifelsfall lieber nochmal reingehen.

Einzig das Duett Corilla/Agata gefällt mir leider immer noch nicht. Schade, dass man hier nicht auf schauspielerischen Qualitäten von Heike Susanne Daum und Stefan Sevenich vertraut hat. Ich bin mir relativ sicher, dass was im Foyer funktioniert hat, auch auf der Bühne gewirkt hätte. Aber ansonsten gibt es wenig Negatives zu vermerken.

Schon allein beim Chor muss man genau beobachten, will man nichts übersehen. Mal verschwindet der eine in seinem Panzer, mal ist einer völlig aus dem Tritt, lustig ist es alle mal. Dazu erstklassige Solisten, Stefanie Kunschke mit einer wirklich tollen ungewöhnlichen Arie, Johannes Wiedecke als Intendant, Daniel Fiolka als Regisseur, Sebastian Campione als Schreiber/Dramaturg, die absolut wunderbare Heike Susanne Daum als brilliante  Corilla und Stefan Sevenich ist als titelgebende Mamma Agata einfach ein Erlebnis.

Hingehen, selbst anschauen – am 16.12. wieder!

Viva la Mamma!

Dienstag, 8. Dezember 2009
19:30 Uhr

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