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Oper, räuberisch

In einem Atemzug mit dem Räuber Hotzenplotz, den Panzerknackern, Bonnie und Clyde, Al Capone, Zorro, Robin Hood, den Daltons und dem Räuber Kneissl soll Fra Diavolo genannt werden, das suggeriert zumindest das Eingangsbild. Das sind zumindest schon mal recht verschiedene Räubertypen.

Das Bühnenbild nimmt deutliche Anleihen bei Magritte. Zerline trägt ein Kleid, dem nur noch das rote Halstuch zur Marianne fehlt, Giacomo und Beppo scheinen in einem früheren Leben Piraten in der Karibik gewesen zu sein und Mylord und Lady fallen vor allem durch ihre Bekleidung auf. Die Rolle des Lord finde ich ein bisschen platt, aber ansonsten dürfen alle ihr Können von der komischen Seite zeigen. Mylord scheint aber eine Amerikanerin geheiratet zu haben, der Akzent der Lady deutet darauf hin.

Die Musik hat Ohrwurmqualität, die Solisten, allen voran Christina Gerstberger als Zerline und Peter Sonn als Lorenzo, und das Orchester bereiten einen vergnüglichen Abend. Witzige Anspielungen, z.B. auf den Time Warp der Rocky Horror Picture Show, runden das Ganze ab. Leider entkommt der Bandit schon wieder, dabei hatten wir uns so angestrengt, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen.

Bleibt am Ende eines netten Abends nur eine Frage offen: wer war der junge Mann auf dem zweiten Bild rechts in der obersten Reihe der Räuber-Ahnengalerie? Vielleicht finde ich es das nächste Mal raus.

Fra Diavolo

oder Das Gasthaus in Terracina
Opéra-comique in drei Akten von Daniel Francois Esprit Auber
Dichtung von Eugène Scribe
Deutsche Fassung von Ulrich Peters

Samstag, 24. Mai 2008
19.00 Uhr

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Achtung, achtung, liebe Suchmaschinennutzer, das süße weiße Zeug auf den Rhabarberkuchen heißt Baiser. Bizet schreibt Opern.

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Friedhofs-Poesie

Ich gestehe, außerhalb von Beerdigungen gehe ich gerne auf Friedhöfe. Ich versuche mir immer vorzustellen, was für Menschen dort begraben sind und was für Geschichten dahinter verborgen sind, wenn auf dem Grabstein Bahnobersekretärswitwe steht.
Allerdings sind mir die deutschen Friedhöfe zu steril. Höhe und Größe der Grabsteine und vermutlich auch der Schriften sind vorgeschrieben und wehe, der Stein bewegt sich auch nur einen Millimeter, wenn die Friedhofsverwaltung den Rammbock rausholt.
Lieber besuche ich Friedhöfe im Ausland, die mehr dem eigentlichen Zweck des Ortes entsprechend einen gewissen verfallenen Charme besitzen. Besonders angetan haben es mir die französischen Friedhöfe, auf denen jede Familie sich selbst wirklich eine Gedenkstätte schafft, die ihre Verbundenheit mit den toten Familienmitgliedern ausdrückt.
Im Mai war ich auf dem Friedhof Saint Pierre in Marseille. Auch in der größten Hitze und Großstadthektik ist dies ein Ort der Ruhe und Kontemplation.
Da findet sich auf einem Grabstein die Schilderung eines Unfalls und der darauffolgenden Tagen im Krankenhaus und auch die drei Freunde, die ebenfalls umgekommen sind, werden nicht vergessen.

Oder dem Sohn, der nach einem Boxkampf gestorben ist, wird ein lebensgroßes Denkmal gesetzt

Ebenso findet sich eine Büste eines Weltrekordhalters, der 1914 im Krieg gefallen ist.


Oder ein Mann lässt für seine Frau ein überlebensgroßes Denkmal setzen, das erst an Ort und Stelle entsteht.


Oder es ist einfach nur schön anzusehen.

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Frühlingsspaziergang

Nach einer Anreise, die geprägt war von zugigen Bahnhöfen, riss der Himmel am Nachmittag über dem Dreiländereck auf und die laue Luft lud zu einem Spaziergang ein. Los ging es am Wehr in Märkt, der Rhein führt noch deutlich Hochwasser.

Auch wenn es hier ebenfalls wie im Norden von München zuletzt für die Jahreszeit zu kalt war, drängt das Grün mit Macht ans Licht.

Der Rhein ist hier die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, deshalb sind es hier nur noch 100 Meter.

Hurtig den Strich überquert und schon bin ich im gelobten Land. Leider haben hier die Läden heute ebenfalls geschlossen, aber morgen geht es zum Einkaufen.

Das beste zum Schluß: es lockt ein Schild mit einem Waldbiergarten. Und so kommt es, wie es kommen musste: I declare this beergardenseason open!

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Angekommen

Noch nicht am Ziel, aber zumindest im Zielland. Im Januar habe ich das Projekt gestartet: am 12. Mai in Marseille ankommen – mit dem Fahrrad. Natürlich nur virtuell und auch ohne Berge. Aber zumindest hatte ich fest vor, ab März meine Kilometer im Freien abzustrampeln. Heute hat es wieder geschneit. Das wird wohl vor Ostern nichts mehr. Eines zumindest habe ich aber jetzt schon erreicht: mit meiner heutigen 50 km Etappe habe ich die Grenze zu Frankreich überschritten. Dort in den Seealpen sind für morgen Nachmittag 16° C vorausgesagt. Wenn ich die Augen schließe, kann ich die Wärme der Sonne auf meiner Haut spüren.

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