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Der Zauberer von Oz, 31.01.2010 18.30 Uhr, Gärtnerplatztheater

Die Vorstellung heute war wieder ein schöner Höhepunkt im Theater meines Vertrauens. Begeistertes Publikum, das mitging, aber absolut sympathisch. Akteure auf der Bühne, die ihr Bestes geben, sei es nun die liebenswerte Milica Jovanovic als Dorothy, Thomas Peters gekonnt schlaksig als Vogelscheuche, ein sich mal so richtig ausbrüllen könnender Dirk Lohr als Löwe,  Cornel Frey als Blechmann mit perfekt eckigen Bewegungen, Ulrike Dostal als formvollendete dämonische Hexe des Westens, Marianne Larsen als resolute Tante Em mit einem weichen Herz und last, but not least der fabelhafte Moritz Cunow als Toto. Der Chor mit toller Spielfreude und schönen Soli, bei den Krähen könnte ich mich immer wegschmeißen und Dirk Driesang schmetterte heute als Anführer der Winkies den Schlachtruf besonders schön :-). Das Orchester unter der Leitung von Benjamin Reiners rundete den tollen Abend ab.

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Carmen, 29.01.2010, Gärtnerplatztheater

Mal wieder recht volles Haus, und mal wieder recht seltsames Publikum. Was bitte bringt eine ganze Gruppe dazu, in den letzten hochdramatischen Minuten zweimal in Gelächter auszubrechen? Alkohol? Drogen? Oder einfach generelle geistige Beschränktheit?

Ansonsten war es eine tolle Vorstellung mit guter Besetzung, wo man hinsah. Elaine Ortiz Arandes als Micaela hat es tatsächlich geschafft, Ann Katrin Naidu die Show zu stehlen. Auch jetzt noch nimmt man ihr ohne weiteres da junge Mädchen ab. Sonja Leutwyler und Thérèse Wincent komplettierten die tolle Damenriege. Für das beste Quintett im zweiten Akt, das ich bisher gehört habe,  zeichneten auch noch Robert Sellier und Daniel Fiolka verantwortlich. Holger Ohlmann war ein schneidiger, leider viel zu früh verstorbener Zuniga und auch der Chor zeigte sich mal wieder von seiner besten Seite.

Ein sehr gelungener Abend!

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Werther, 26.01.10, Opéra Bastille (via Arte)

Den “alten” neuen Fernseher, nach zwei Jahren mal wieder seinem eigentlichen Nutzungszweck zugeführt (bisher: Staubfänger), wollte ich natürlich gebührend einweihen. Und wie geht das besser als mit einer Opernübertragung. Live war sie wohl nicht, wenn auch vom gleichen Abend, der Beginn um 20.39 Uhr und fehlende Umbaupausen sprechen dagegen.

Massenet kenne ich nicht, die Geschichte von Werther natürlich schon. Deswegen versuche ich mich anfangs genau auf die Musik zu konzentrieren, was ein bisschen dadurch erschwert wird, dass mir Jonas Kaufmann im Großformat präsentiert wird, wie er sich auf die Musik konzentriert. Ich finde den nun mal nicht so hübsch wie vermutete 90% des weiblichen Opernpublikums, die Marke dunkle Strubbellocken zieht bei mir nicht. Aber er singt göttlich. Genauso wie Sophie Koch als Charlotte. Nur wegen den beiden hat sich der Abend schon gelohnt.

Die Bildregie ist, gelinde gesagt, ungewöhnlich. Ständig werden Bilder hinter den Kulissen oder aus Blickwinkeln, die das Publikum im Saal garantiert nicht sieht (vom Seitenzugang oder vom Schnürboden), eingespielt. das ist superinteressant, aber nicht, wenn ich eine Oper das erste Mal sehe. Und hier liegt auch schon die Crux bei Fernsehübertragungen: der Blickwinkel wird für mich gewählt, und das ist für jemanden wie mich, der seinen Fokus gerne mal außerhalb des Hauptgeschehens legt, suboptimal.

Die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen: brilliante Farben, wenig störendes Gedöns. Die würde ich mir sogar mal live ansehen. Paris steht eh schon lange mal wieder auf meiner Liste.

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Mensch, sterblich, sucht, 19.01.2010, Off-Broadway Musicaltheater

Auch beim zweiten Mal bin ich beeindruckt, von der Auswahl der Texte, von dem Talent, mit dem sie vorgetragen werden, von dem, was ich für mich mitnehme. Das ist sicher das beste Programm der jtg, das ich gesehen habe. Damit brauchen sich die Jugendlichen hinter niemanden zu verstecken und es könnte mich verleiten, mal wieder den Kirchentag zu besuchen 😉

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Snoopy, 18.01.2010, Off-Broadway Musicaltheater

Diesmal hatte ich mehr Glück als verstand und erwischte einen Platz in der ersten Reihe, So hatte ich wirklich einen sehr guten Blick auf das Geschehen. Und konnte bewundern, wie gut die Charaktere getroffen sind. Und wie toll alles gesungen und gespielt ist. Ich kann wirklich nur den Hut ziehen vor so viel Talent.

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Don Carlo, 17.01.2010, BSO

Leider, oder glücklicherweise, hatte ich an dem Morgen, als diese Vorstellung in den Onlineverkauf ging, keine Zeit und später hatte ich nur die Wahl, sauteure Karte, teure Karte oder für mich absolut ungeeignete billige Karte (ich weiß, dass ich mir auf Grund meine Körpergröße keine Karte in der 2. Reihe Stehplätze kaufen brauche, da sehe ich absolut nichts). Als blieb nur teure Karte. Aber es hat sich gelohnt. Diese Vorstellung war wie ein Rausch. Gäbe es davon eie DVD, ich würde sie mir kaufen.

Anja Harteros war sensationell, nicht nur die Stimme, sondern auch der Ausdruck, der mit Sicherheit auch noch in der Galerie gut ankam. Ihr zur Seite ein fantastischer Simon Keenlyside als Posa und auch der Rest brauchte sich nicht verstecken.

Die Bilder waren eindringlich, besonders das des Autodafé, mit dem man uns in die Pause entließ.  Da konnte ich nur tief durchschnaufen! Die Kostüme sind klasse, Farbtupfer in der grauen Bühne. Die Ausleuchtung ist traumhaft, das Bühnenbild einfach, aber dafür umso wirkungsvoller.

Diese ganze Aufführung war einfach genial. Und am Ende sah man auch, wo die wahren Fans sitzen: während die ersten Reihen Parkett schon gänzlich leer waren, erklatschte sich die Galerie noch einen weiteren Vorhang.

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Sweeney Todd, 15.01.2010, Gärtnerplatztheater

Wie doch die Zeit vergeht! Fast ein halbes Jahr ist seit der letzten Vorstellung vergangen, die ich gesehen habe. Vieles war mir noch ziemlich präsent, aber es gibt immer noch Details, die mir neu sind – obwohl ich sie vermutlich bei allen anderen Vorstellungen auch gesehen habe, aber mein Fokus war in dem Moment gerade woanders.

Sehr gut gefallen hat mir Tom Schimon, den ich an diesem Abend zum ersten Mal als Toby gesehen habe. Aber natürlich auch Marianne Larsen war wie immer außerordentlich gut und berührend in “Am Meer”. Und der Chor in diesem Stück ist immer ein Erlebnis. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich mir dieses Musical angeschaut habe. There’s no place like London!

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Eugen Onegin, 10.01.2010, Theater Bremen

Da an diesem Abend keine Opernvorstellung in der Hamburger Staatsoper geboten wurde, habe ich mich im Umland umgesehen und wurde in Bremen fündig. Normalerweise ist es ein Katzensprung von Hamburg aus, aber Tief Daisy lies schon ein kleines Abenteuer daraus werden. Letztlich verlief die An- und Abreise aber relativ unspektakulär und ich habe im “Theatro” auch noch einen sehr angenehmen Nachmittag verbracht.

Das Theater selbst ist leider wieder einer von diesen modernen Zweckbauten ohne den geringsten goldigen Schimmer, wobei mir das Foyer schon gut gefallen hat, aber dunkles Holz im Zuschauerraum lädt mich persönlich halt nicht zu einem anregenden Opernabend ein. Dazu kommt, dass der Saal sehr hoch ist und die Übertitelanlage unter der Decke klebt, so dass ich tatsächlich den Kopf in den Nacken legen musste, um hinaufschauen zu können.

Normalerweise versuche ich, auf die Übertitel zu verzichten und mich auf die Geschichte zu konzentrieren, die mir die Musik und die Darstellung erzählen, aber in dieser Inszenierung hat das leider gar nicht funktioniert.

Auch wenn man davon ausgeht, dass die Regisseurin aus der Sicht von Tatjana inszeniert hat, ergibt sich kein schlüssiges Bild. Dabei ist auch so viel Lächerliches, Banales, dass ich eher das Gefühl hatte, hier macht sich jemand über die Geschichte lustig. Gibt es etwas Alberneres als zwei kämpfende Männer im Bademantel? Muss man mit Essen herumwerfen, wenn es man davon singt, dass es besonders gut ist? Ist ein abgeschnittener Pferdeschwanz in einer gebrauchten Pralinenschachtel einem Brief mit einem Liebegeständnis gleichzusetzen? Warum werden die Mutter, die Amme und Olga als kleine Kinder auf die Bühne gestellt? Die hölzernen Bewegungen, wofür die kleinen Mädchen nichts konnten, waren vielleicht für ein Schultheater ausreichend, aber nicht für ein so großes Haus. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, die einzelnen Personen zu identifizieren, da die Amme und die Mutter ungefähr genauso alt wirkten wie die Töchter. Warum muss der Chor bei der Festszene, die unerklärlicherweise in einer Sauna spielt, daher der Bademantel und gute Ausblicke auf Lenskis Unterwäsche, kreischen und herumhampeln, so dass die Musik völlig in den Hintergrund gedrängt wird? Insgesamt hat der Chor leider auch musikalisch keinen allzu guten Eindruck auf mich gemacht. Warum muss auf der Bühne geraucht werden? Noch dazu in Gegenwart von Kindern? Bei einer richtig guten Operninszenierung stellen sich mir all diese Fragen nicht und ehrlich gesagt will ich das auch nicht. Und dass man damit kein neues Publikum anspricht und das alte vergrault, hat man an den vielen freien Plätzen gesehen und an den Kommentaren in der Pause und nach der Vorstellung gehört.

Musikalisch war es toll, Nadine Lehner als Tatjana stimmlich und auch darstellerisch top, Christian Hübner, in der letzten Spielzeit noch am Gärtnerplatztheater, ein beeindruckender Gremin, Juan Orozco und Peter Berger als Onegin und Lenski ansprechend.

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Death in Venice, 07.01.2010, Gärtnerplatztheater

Die letzte Vorstellung dieser im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Inszenierung war praktisch ausverkauft, da kann sich jeder seinen eigenen Gedanken dazu machen. Diesmal hatte ich den wirklich optimalen Platz gefunden und konnte das Stück mit allen Sinnen genießen.

Es sind nicht nur die wunderbaren musikalischen Motive, wie das von Tadziu, oder wenn Aschenbach am Ende den Dialog zwischen Socrates und Phaedrus rezitiert, sondern das perfekte Zusammenspiel von Musik und Darstellung, die dieses Inszenierung zu einem besonderen Erlebnis machen.  Fesselnd, aesthetisch, musikalisch hervoragend, so kann Oper auch sein. Dem Staatstheater am Gärtnerplatz ist ein großer Wurf gelungen.

Bravi und Danke an alle Beteiligten!

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Orchesterprobe Traviata III. Akt, 06.01.2010, Gärtnerplatztheater

Nach längerer Abstinenz wurde es mal wieder Zeit, dieses Kultstück der letzten Spielzeit anzusehen. Und wieder einmal fällt mir auf, wie ausgezeichnete Darsteller die Sänger am Theater meines Vertrauens sind. Sibylla Duffe und Marianne Larsen wirken wie professionelle Schauspieler und das macht ah einen Teil des Reizes dieses Stückes aus.

Mit dem Abstand von einigen Monaten veränderte sich bei mir aufgrund der mittlerweile gemachten Erfahrungen auch ein wenig die Rezeption. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich der Dirigent das letzte Mal über “Schauspielregisseure” echauffiert hat, was aber vermutlich schon so drin war. jedenfalls habe ich auch beim fünften Mal Ansehen herzlich gelacht. Und die Musik aus der Traviata genossen.

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