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Konzert, schottisch

Absolutes Kontrastprogramm heute: Runrig auf dem Tollwood!

Die Vorgruppe, The Storys, glänzten vor allem durch Langeweile. Die Lieder waren kaum zu unterscheiden und so war ich nicht böse, als sie nach einer halben Stunde die Bühne verließen.

Pünktlich um acht begannen Runrig mit ihrem Gig. Leider hatten sie sich diesmal eine überkandidelte Bühnenshow einfallen lassen. Drei riesige Monitore im Hintergrund irritierten teilweise arg mit blitzartig wechselnden Bildern. Ich hatte manchmal Schwierigkeiten, mich auf die Musik zu konzentrieren.  Den größten Raum nahmen Lieder der neuen CD ein, die mir zu rockig und zu wenig melodiös erschienen. Es war trotz größtmöglichem Abstand zur Bühne sehr laut und die Baßtrommel erzeugte hin und wieder einen recht schmerzhaften zweiten Herzschlag im Bauchraum. Lediglich bei den alten Liedern sowie bei einem Stück mit vier Trommeln blitzte das durch, was ich an ihnen mochte. Nach weniger als zwei Stunden wars schon vorbei. Für mich war es das Abschiedskonzert, denn ein weiteres werde ich nicht besuchen, sondern mir die wirklich guten frühen Stücke nur noch auf CD anhören.

Schade, denn ich habe sehr schöne Erinnerungen an das erste Mal, als ich Runrig hörte, auf der Insel Skye im Bus von Paul Yoxon vor 16 Jahren.

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Konzert, amerikanisch

Heute hat mich Herr Nachtgedanken das dritte Mal in dieser Spielzeit ins Gärtner begleitet. Freiwillig. Ohne Zwang. Er wollte sogar, dass ich die Karten kaufen. Was hat dieses Wunder bewirkt?

Kompositionen der USA zwischen 1935 und 1985!

Begonnen hat es mit Aaron Copland – Appalachian Spring -Suite. Hier beschäftigte mich vor allem die Frage, wer von wem abgeschrieben hat, denn einigen Takte kannte ich aus dem Lied “Lord of the Dance”, nachträgliches Googeln erbrachte die Erkenntnis: beide und zwar von einer Shaker Hymne aus 1848. Das nächste Stück, Leonard Bernstein – Serenade für Solo-Violine, Streicher, Harfe und Percussion, brachte eine weitere Erkenntnis: Herr Nachtgedanken ist nicht der Einzige, der Grimassen beim Spielen macht. Ansonsten wars nicht so meins. Nach einer Zugabe des Solisten gings in die Pause, in der wir zufällig einen Sänger sich unterhalten hörten. Wow, was für eine Stimme!

Das Programm nach der Pause lag mir mehr: John Adams – The chairman dances (aus „Nixon in China“). Wieder die Minimalmusik, die mir bei “Die Schöne und das Biest” schon so gut gefallen hat. Ganz schön Action für das Orchester. Und danach George Gershwin/Robert Russel Bennett – Sinfonische Suite aus „Porgy and Bess“, das war für mich der Höhepunkt, diese Musik liebe ich ja schon so lange.

Als Zugabe gabs “Stars and Stripes forever” mit sehr inspirierten Celli und einem Herrn Nachtgedanken, der leise mitblies, das hat er auch im Repertoire.

Ein toller Abend! Danke an alle Beteiligten.

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Konzert, sinfonisch

Schön, das Orchester auch mal anders als nur aus der Vogelperspektive zu sehen. Dabei fällt mir auf, dass sich bei den Männern schon mal ein Bauchansatz unter der Weste verbirgt, während die Frauen allesamt sehr schlank sind. Dicke Frauen singen vermutlich nur.

Gespielt wurde

Igor Strawinsky, Pulcinella-Suite (1920)
Kurt Weill, Kleine Dreigroschenmusik – Suite aus der Dreigroschenoper (1928)
Benjamin Britten, Serenade für Tenor, Horn und Streicher op. 31 (1943)
Dimitri Schostakowitsch, 9. Sinfonie Es-Dur op. 70 (1945)

Die Zusammenstellung war gut gewählt, sowohl als Darstellung des musikalischen Könnens des Orchesters als auch als Ausblick auf die kommende Spielzeit. Ein schöner Abend, an dessen Ende zu Recht langer Applaus stand.

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Humor ist… III

Heute war ich mal wieder in der Provinz. In der tiefsten. Spannende Frage, ob ich meine letzte S-Bahn erwischen würde, entschied sich zu meinen Gunsten.

Das Konzert war unglaublich gut. Das beste von den dreien bisher. Das lag vermutlich daran, dass es diesmal nur ein Tenor war und somit mehr Raum für den Bariton blieb. Und dieser Tenor ist auch kein eitler Fatzke.  Das Duett von Nadir und Zurga ist wirklich mit das schönste, was ich bisher gehört habe.

Aaaaber: wie immer stößt mir der Moderator sauer aus. Letztens schrub einer, dass seine Moderation nie ins Banale abgleiten würde. Gibt es bei einem Opern-Abend etwas banaleres als Witze über die Gesundheitsreform und Angela Merkel? Und die haben mir beim ersten Mal schon nicht gefallen, beim dritten Mal sind sie einfach nur noch – das lasse ich jetzt lieber, das wäre unappetitlich. Aber vielleicht kann sich der arme Mann keine anderen Witze mehr merken? Den Namen des Tenors konnte er jedenfalls nicht behalten. Und dass bei einem Duett von Marcello und Rodolfo aus La Boheme die Sopranistin nicht mitsingt, kann selbst ich als Opernlaie mir denken.

Trotzdem werde ich weiter Abende in dieser Besetzung besuchen. Einfach bei der Moderation auf Durchzug schalten und die wirklich schönen Stimmen genießen.

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Jahresrückblick

Vorherrschendes Gefühl für 2008?
Es kann nur besser werden.

2007 zum ersten Mal getan?
Äpfel aus dem eigenen Garten gegessen.

2007 nach langer Zeit wieder getan?
Viel gelesen.

2007 leider gar nicht getan?
Abgenommen.

Wort des Jahres?
Handwerker.

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Akrasia.

Stadt des Jahres?
London.

Alkoholexzesse?
Nein.

Davon gekotzt?
Nein.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer.

Kurzssichtiger oder Weitsichtiger?
Immer gleich blind.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr.

Höchste Handyrechnung?
Während “Drei Tage Zeit für Helden”.

Krankenhausbesuche?
Nein.

Verliebt?
Ja. Heftig.

Getränk des Jahres?
Veneziano.

Essen des Jahres?
Steak von Herrn Nachtgedankens Monster-Grill.

Most called persons?
Herr Nachtgedanken.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Herr Nachtgedanken.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Meinen Kolleginnen.

Song des Jahres?
Arie des Kühleborn aus Undine von Lortzing: Es wohnt’am Seegestade

CD des Jahres?
Rossini: Il Barbiere di Siviglia

Buch des Jahres?
Charlotte Lyne: Die Glocken von Vineta

Film des Jahres?
Ich war selten im Kino.

Konzert des Jahres?
Im April eine Aufführung der Undine im Gärtner.

TV-Serie des Jahres?
Dr. House

Erkenntnis des Jahres?
A bisserl was geht immer.

Drei Dinge auf die ich gut hätte Verzichten können?
Schulterverletzung, Erbetteln von Voranschlägen von Handwerkern, drei Wochen im Mai

Nachbar des Jahres?
Alte und neue gleichermaßen

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Ein Haus zu kaufen.

Schlimmstes Ereignis?
Umzug

Schönstes Ereignis?
Drei Tage Zeit für Helden

2007 war mit einem Wort?
Zukunftsweisend.

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Giora Wunderbar

Gestern hatte ich dank Giora Feidman einen wundervollen Abend. Eigentlich sollte das Konzert im Brunnenhof der Residenz der großen Stadt neben der kleinen Gemeinde mit den drei Schlössern stattfinden, allerdings ist das ins Wasser gefallen. Im Herkulessaal war die Atmosphäre zwar anfangs sehr unterkühlt, aber dafür die Akustik bestimmt um Klassen besser. Begleitet wurde er von der Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg unter der Leitung von Juri Gilbo.
Das erste Stück, die Holberg-Suite von Grieg, bestritt das Orchester allein, mir hat es gefallen, Herr Nachtgedanken meinte, es hätte stellenweise etwas matschig geklungen. Allerdings hätte sein Orchester es auch nicht besser gekonnt.
Beim zweiten Stück, W.A: Mozart Konzert für Klarinette und Orchester KV 622 (Fassung für Streichorchester), wirkte auch der Meister mit, allerdings lief er hier noch nicht zur Höchstform auf. Mein Eindruck war, dass er halt mehr Solist ohne Orchester ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in einem Orchester gerne gesehen wird, wenn der Solist mitdirigiert. Aber einem Meister verzeiht man halt viel, ein anderer hätte da wohl auch mal einen Geigenbogen im Kreuz gehabt. Mit heftigem An-die-Stirn-tippen quittierte ein distinguierter Herr in der Reihe vor uns die Aufforderung Feidmans an das Publikum mitzusummen. Das war mal was anderes, das klang wirklich gut, ich habe schon fast einen Chor vermutet. Später erklärte Herr Feidman dann noch, dass Mozart sehr viel Wert auf die Stimme gelegt hat und die Beteiligung des Publikums somit seine Berechtigung hatte. Eigentlich sollte es jetzt in die Pause gehen, aber Herrn Feidman lässt sich ja gerne etwas exzentrisches einfallen und so gab es die erste Zugabe bereits vor der Pause: ein Lied, das aus Elementen der deutschen, israelischen und palestinensischen (sagt Herr Nachtgedanken, ich hatte eher argentinischen verstanden und kenne beide leider nicht) Nationalhymnen bestand, sehr ergreifend und mit viel Applaus bedacht.
Nach der Pause punktete das Orchester erwartungsgemäß mit den „Rumänischen Volkstänzen“ für Streichorchester von Béla Bartók. Auch Herr Feidman zeigte sein ganzes Können in den folgenden beiden Stücken: „In the Self“ für Klarinette und Orchester von Ora Bat Chaim und „Porgy and Bess“, Fantasie für Klarinette und Orchester von George Gershwin. Auf letzteres war ich besonders gespannt, zählt die Oper doch zu meinen Lieblingsstücken.
Das begeisterte Publikum ließ ihn erst nach mehreren Zugaben von der Bühne, unter anderem von Piazzolla und eine Melange aus Ave Maria und Dona Dona, bei der auch das Publikum wieder mit von der Partie sein durfte. Die unwiderruflich letzte Zugabe war Shalom Chaverim, da er mitten im Spiel von der Bühne ging und das Orchester gleich mitnahm. Das war auch gut so, sonst hätten meine Kollegin und ich vermutlich wirklich gleich von dort aus an der Protzburg unseres Landesvaters vorbei ins Büro gehen können. Zurück blieb das Gefühl einen sehr besonderen Abend erlebt zu haben, der bei eine Flasche Wein auf dem benachbarten Hof schön ausklang.

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