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Oper, zu Herzen gehend

I declare this “Hänsel und Gretel” Saison open! Ach und schön wars wieder: vom ersten Moment, in dem die Blechbläser einsetzen (ich liebe diese Sequenz) bis zum letzten Ton einfach gefühlvoll, anrührend, komisch, spannend, märchenhaft eben. Diese Inszenierung ist einfach nur schön – im Gegensatz zu der letztes Jahr im ROH, die übrigens diese Saison nicht gespielt wird.

Das Theater meines Vertrauens kann aber auch auf hervorragende Solisten zurückgreifen, Gary Martin, Rita Kapfhammer, Ann Katrin Naidu, Thérèse Wincent, Snejinka Avramova und Sibylla Duffe sind aus ihren anderen Partien am Haus bestens bekannt. Das Orchester unter Oleg Ptashnikov war mir manchmal etwas zu laut, das lag aber vermutlich an meinem Platz direkt oberhalb des Orchestergrabens. Bei einer der nächsten Vorstellungen sitze ich weiter oben, da klingt das vermutlich schon wieder ganz anders.

Ein schöner Abend, danke an alle Beteiligten!

Hänsel und Gretel

Sonntag, 6. Dezember 2009
18:00 – 20:10 Uhr

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Viva la Mamma – Was die anderen sagen

Ich sammle hier mal die Online-Rezensionen.

Bisher wurde bei allen für mein Geschmack zu viel verraten, aber wenns schee macht:

Neuer Merker

Donaukurier

Süddeutsche

BR mit Bildergalerie

Abendzeitung

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Oper, zusammengesetzt

Eigentlich darf ich zur Inszenierung nicht viel sagen, will ich doch nicht spoilern und damit einem Erstzuschauer den Spass verderben. Denn davon sprüht die Inszenierung nur so: kleinen Wortwitzen, großen musikalischen Gags, Insiderjokes und guter Laune. Einzig das Duett von Corilla und Agata, das in der Einführungsmatinee so gut ankam, hat durch die szenische Umsetzung etwas an Bissigkeit verloren und wirkte meiner Meinung nach nicht so gut. Insgesamt sprang der Funke auf die Zuschauer aber fast sofort über, eigentlich schon, als der famose Johannes Wiedecke als alter ego bis hin zur schwarzen Brille des derzeitigen Intendanten Herrn Dr. Peters vor den Vorhang trat. Wir erleben dann die Bühnenprobe des Stückes “Romeo ed Ersilia”, eine Seite des Theaters, die der Durchschnittszuschauer eher selten zu Gesicht bekommt. Das ist meiner Meinung auch, was den Reiz des Stückes ausmacht: der Zuschauer sieht den Vorlauf eines Abends und betrachtet das Theater dann mit ganz anderen Augen. Ich habe immer wieder festgestellt, dass Teilnehmer an Führungen durch die Spielstätte, bei denen man vielleicht auch ein bisschen vom Aufbau oder vom Ausleuchten mitbekommt, die Vorstellung danach mit viel mehr Respekt und Achtung vor der Leistung sehen. Und so ist es hier auch, man sieht etwas, das eigentlich sonst verborgen ist.  Da spielen die Souffleuse, der Inspizient und der Regieassistent sich selbst, da ist das Orchester und der Dirigent und auch das Publikum mit einbezogen. Wieviel davon Übertreibung oder simples Klischee ist, ist unwichtig, denn unterhaltsam ist es alle Mal.

Dazu kamen hervorragende Solisten: neben dem schon genannten Johannes Wiedecke Sebastian Campione und Daniel Fiolka, die obwohl sie das nichtsingende Personal darstellten, ebendies sehr gut taten. Susanne Heyng, die zwar ein wenig leise war, aber für einen sehr berührenden Moment mit ihrer Arie gesorgt hat. Christoph Kayser, der den russischen Tenor überzeugend spielte. Julian Kumpusch, der die umfangreiche Rolle des Stefano trotz Erkältung gut meisterte. Stefanie Kunschke, die mit einer ungewöhnlichen Arie und ausdrucksstarkem Spiel die Zuschauer für sich gewinnen konnte. Und natürlich die beiden absoluten Superstars des Abends, Heike Susanne Daum und Stefan Sevenich. Da kann ich nur sagen: hingehen, selbst erleben! Dazu ein gewohnt spielfreudiger Männerchor und ein toll aufspielendes Orchester unter Ariel Zuckermann und der Begeisterungssturm – auch für das Regieteam – wollte schier kein Ende nehmen. Selbst als der Kronleuchter schon wieder heruntergefahren wurde, klatschten noch ein paar euphorische Zuschauer.

Viva la Mamma!

Samstag, 28. November 2009
19:00 Uhr

Nachtrag: schöne Kritik von Jakobine Kempkens im “Neuen Merker“. Ich habe es aus dem 3. Rang nicht so genau gesehen, aber war das nicht Regisseur und Intendant, die sich durch die Reihen zwängen?

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Operette, süchtig machend

Am Sonntag um 17.30 Uhr gründe ich eine Selbsthilfegruppe. Wie überstehe ich den Rest der Spielzeit ohne Piraten? Sogar meine sonst überkritische Mutter (insbesondere bei Dingen, die mir gefallen), war begeistert von der heutigen Vorstellung, ebenso wie der Rest des ziemlich ausverkauften Hauses.

Es war heute aber auch mal wieder vom Feinsten: die wunderbaren Solisten, unter anderen Thérèse Wincent, die es schafft neben vortrefflichem Gesang auch noch eine natürliche Komik zu präsentieren, Rita Kapfhammer, die für mich die ideale Ruth ist, Sebastian Campione, der heute zum wiederholten Male Gesang und Handlung in perfekter Übereinstimmung darbot und Holger Ohlmann, wie immer ein überzeugender Piratenkönig. Der exzellente Chor, der dem Ganzen erst den richtigen Drive mit seiner Spielfreude gibt und ein glänzend aufspielendes Orchester unter Andreas Kowalewitz.

Danke an alle!

Die Piraten von Penzance

Donnerstag, 26. November 2009
19:30 – 21:50 Uhr

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Oper, einzigartig

Sicher ist keine Vorstellung wie die andere. Das geht beim musikalischen Leiter los, da erkenne ich mittlerweile durchaus Unterschiede. Dann natürlich die Besetzung, das meine ich weniger qualitativ, sondern einfach unterschiedliche Rollengestaltung. Und es endet bei kleinen Details wie nicht mehr rutschenden Hosenträgern 😉

Aber die Vorstellung, die ich heute erleben durfte, fällt in keine dieser Kategorien. Es kamen mehrere Faktoren zusammen: ein Gastsänger, Juan Orozco, der erstens die Rolle auf Italienisch vortrug und zweitens so kurzfristig einspringen musste, dass er “nur” sang und Thomas Schramm, der auch schon mal den Antonio gab, den Grafen spielte. Eine tolle Leistung aller Beteiligter, die unter diesen widrigen Umständen eine gute Vorstellung boten. Das ausverkaufte Haus dankte es mit viel Applaus, am Ende und auch schon davor wie zum Beispiel bei “Ach öffnet Eure Augen” von Holger Ohlmann als Figaro oder der Rosenarie von Elaine Ortiz Arandes.

Danke an alle Beteiligten für diesen bemerkenswerten Abend!

Die Hochzeit des Figaro

Samstag, 21. November 2009
19:00 – 22:30 Uhr
Obwohl dies keine KiJu-Vorstellung war, waren erstaunlich viele Kinder unter den Zuschauern. Erstaunlich deshalb, weil sie ziemlich lang ist und meiner Meinung nach von der Handlung her auch nicht unbedingt geeignet. Aber wie meinte meine Freundin, selbst Mutter, würde aber ihre Kinder nie in dieses Stück mitschleifen: Immer noch billiger als ein Babysitter. Ob dies nun die Motivation war, den Jungen der hinter mir saß und den ich auf ungefähr fünf geschätzt habe, mitzunehmen, kann ich nicht sagen. Er schien aber interessiert und war weder unruhig noch gesprächig. Er hat nur gehustet. Oft. Und wie Kinder das in diesem Alter tun, natürlich ohne Hand oder Taschentuch vor dem Mund. Er war eine einzige Bazillenschleuder. Ich spürte den Luftzug im Nacken und konnte förmlich die kleinen grüngelben Bakterien um mich rumtanzen sehen, bereit, sich durch meine Nase den Rachen entlangzuhangeln, um sich in meinen Bronchien festzusetzen. Sicher bin ich ein bisschen paranoid, weil ich dieses Jahr schon dreimal so krank war, aber schon bei der Erinnerung daran läuft es mir kalt den Rücken hinunter und ich möchte eine ganze Packung Ingwerbonbons auf einmal lutschen.

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Operette, unterhaltsam

Ich gehe ja oft allein ins Theater meines Vertrauens. Aber richtig einsam bin ich nie. Sei es, dass ich mit denjenigen ins Gespräch komme, die neben mir sitzen, sei es, dass ich manche Leute einfach vom Sehen her kenne, weil sie ungefähr genauso oft da sind wie ich. Es gibt immer einen kleinsten gemeinsamen Nenner: dieser Abend, dieses Stück, diese Inszenierung, dieses Theater. Darüber hinaus kenne ich natürlich mittlerweile auch das Garderoben- und Einlasspersonal, das immer freundlich ist und inzwischen um meine Vorlieben weiß.

So plauderte ich auch gestern wieder nett mit meiner Sitznachbarin, auch sie mag dieses Stück sehr gerne. Und gestern war es ja auch wieder sehr schön. Gute Solisten, guter Chor, gutes Orchester.

Genau der richtige Start ins Wochenende. Danke an alle Beteiligten!

Boccaccio

Freitag, 20. November 2009
19:30 – 22:30 Uhr

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Oper, bombastisch

So nannte es gestern Abend jemand aus der Gruppe, die ich in das Theater meines Vertrauens geschleift habe. Nun, das ist zwar nicht ganz das Wort, das ich verwenden würde, meines wäre eher eindringlich, zum Nachdenken anregend, aufwühlend, aber es drückte im Grunde genommen eines aus: es hat gefallen.

Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen und auch der heftige Applaus und die Bravorufe am Ende zeigen doch, dass das Publikum die Konzeption des Regisseurs besser versteht als die Kritiker. Allerdings wurde mir auch gesagt, dass es ohne Einführung schwierig gewesen wäre, der Handlung zu folgen.

So konnten wir uns ganz auf den tollen Chor, dessen Auftritte mir von Mal zu Mal besser gefallen – wo hab ich da am Anfang was Statisches gesehen? – , die Solisten und das Orchester konzentrieren. Diesmal sass ich im dritten Rang, da sieht man die Lichtstimmungen und auch sonst alles sehr gut.

Danke für einen sehr schönen Abend!

Giovanna d’Arco

Mittwoch, 18. November 2009
19:30 – 22:30 Uhr

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Musical, zukunftsweisend

Ein kleines bisschen gaga bin ich ja schon, ich geb es ja zu. Eine Premiereneinführung und ein Oratorium reichen für Frau Nachtgedanken nicht für einen Sonntag, nein, es muss natürlich auch noch eine Vorstellung des Zauberers sein. Aber ich hatte einen guten Grund und der stand im Orchestergraben 😉

Benjamin Reiners hatte sein Debüt als musikalischer Leiter am Gärtnerplatz und gut hat er es gemacht.  Voll konzentriert und präzise leitet er das Orchester an diesem Abend und auch die durchweg sehr guten Solisten und der Chor kamen nicht zu kurz. Bravo!

Dem Publikum im nahezu ausverkauften Haus hat es mal wieder sehr gut gefallen, mir natürlich auch. Eine gute Inszenierung mit passender Besetzung – gibt es etwas besseres, um einen Kultursonntag ausklingen zu lassen?

Der Zauberer von Oz

Sonntag, 15. November 2009
18:30 – 21:05 Uhr

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Oratorium, erstmalig

Kaum zu glauben, noch nie habe ich ein Oratorium live in einer Kirche gehört. Aber da war ich nicht ganz allein, meine immerhin 79-jährige Begleitung auch nicht. Man hat uns auch deutlich angesehen, dass wir Anfänger sind, wir waren schlecht ausgerüstet, hatten weder Sitzkissen noch Decke dabei.

Ich bin ja ein Chor-Fan, insofern ist es wirklich verwunderlich, dass es so lange gedauert hat, bis ich mal die Aufführung eines Oratoriums besucht habe. Aber manchmal braucht es halt noch ein Zuckerl 😉

So gern ich einem Chor lausche (und dieser war gewaltig), so ätherisch ich die Melodien empfand – ich mags lieber, wenn der Chor auch spielt. Das soll heißen, dass ich jederzeit wieder ein Oratorium besuchen würde, aber nicht mehrmals das gleiche, wie ich es oft bei anderen Stücken mache.

Die Solisten, unter ihnen Holger Ohlmann vom Theater meines Vertrauens, waren durchweg sehr gut, auch ansonsten hat das Zusammenspiel meiner Meinung nach gut geklappt.

Oratorium
Georg Friedrich Händel

Israel in Egypt

München, Abtei St. Bonifaz
Sonntag, 15.11.2009
16-18 Uhr

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Einführung, thea-tralisch

Schlag elf Uhr heute Morgen betreten der Regisseur Vincenzo Biscroma (den bügerlichen Namen habe ich leider schon wieder vergessesn, hatte aber damit zu tun, dass diese Berufssparte gerne schwafelt) und der Dramaturg Orazio Prospero das obere Foyer des Staatstheaters am Gärtnerplatz und stellten die nächste Premiere “Romolo ed Ersilia” vor. Unterstützt wurden sie dabei von der Hospitantin Sonja Westerbeck, die Primadonna Corilla Sartinecchi sang ihre Arie und erlitt auf offener Bühne einen Nervenzusammenbruch und der Dirigent Ariel Zuckermann sprach ein paar Worte in einer mir nicht verständlichen Sprache, das ist eigentlich das Vorrecht der Regisseure an der BSO.

Doch halt, die nächste Premiere heißt doch “Viva la Mamma!”, oder? Bevor sich Unmut ob dieser Programmänderung im Publikum breit machen konnte, betrat das wirkliche Inszenierungsteam die Bühne. Sonja Westerbeck als zuständige Dramaturgin führte wie immer souverän durch den Vormittag, man merkt einfach, dass sie immer sehr gut vorbereitet ist. Sie befragte Regisseurin Nina Kühner zu der konkreten Umsetzung, es wurde deutlich, dass hier viele Ebenen angesprochen werden:  Karikierung des Euro-Trash, Spielen mit den Klischees des Theaters und mit den Erwartungen des Zuschauers. Gewürzt war das Ganze mit Anekdoten aus dem Probenalltag. Gerade als man zu der titelgebenden Figur kommen wollte, trat diese selber auf:  Mamma Agata in der Person von Stefan Sevenich! Es ist schon erstaunlich wie er es schafft, trotz männlicher Kleidung deutlich zu machen, dass er eine Frau darstellt. Genial! Er erzählte dann auch noch ein bisschen was zu seinen Inspirationsquellen. Ariel Zuckermann sagte jetzt nun wirklich ein paar sehr interessante Dinge über die musikalischen Zusammenhänge, der Bühnenbildner Herbert Buckmiller und die Kostümdesignerin Claudia Caséra erläuterten ihre Konzepte und zwischendurch durften wir den Zickenkrieg zwischen Agata und Corilla erleben. Der übrigens frenetischen, nicht enden wollenden Applaus hervorrief, ein gutes Indiz dafür, dass der Nerv der Zuschauer getroffen wurde. Am Anfang waren übrigens Daniel Fiolka und Sebastian Campione auf der Bühne, die sich hier als gute Schauspieler präsentierten sowie Heike Susanne Daum als überzeugende Corilla.

Ich freue mich schon sehr auf diese Premiere, wenn die Einführung nur die geringsten Rückschlüsse darauf ziehen lässt, wird das ein überwältigender Erfolg.

Auftakt: Viva la Mamma!

Einführungsmatinée im Foyer
Sonntag, 15. November 2009
11:00 – 12:00 Uhr

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