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Premiere Falstaff, 18.05.2012, Prinzregententheater II

Meine Gedanken zur Premiere des Falstaff finden sich wieder bei mucbook.

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Heute hier, morgen dort – Abschiedsgala, 22.04.2012 (20.00 Uhr), Gärtnerplatztheater

Abschied Selten hat ein Songtext auf eine Situation besser gepasst als dieser. Es war ja nicht nur ein Abschied von einem liebgewordenen Haus, sondern auch von vielen liebgewordenen Menschen. Meine Theaterleidenschaft begann im Mai 2007 und so konnte ich an diesem Abend viele Stücke noch mal Revue passieren lassen. In diesem Haus habe ich gelernt zu sehen, zu hören, zu fühlen und Gefühle zuzulassen. Ich bin sehr dankbar, dass ich so viel Neues kennenlernen durfte. Ich werde sicher noch viele Jahre davon profitieren.

Die musikalische Leitung dieses Galaabends hatten Lukas Beikircher, Andreas Kowalewitz, Jörn Hinnerk Andresen und Liviu Petcu inne. Die meisten Stücke wurden vom Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz begleitet, das damit mal wieder seine Vielseitigkeit und Ausdauer unter Beweis stellte. Die Choreografie des TTM stammte von Hans Henning Paar, der Chor wurde von Jörn Hinnerk Andresen einstudiert, die wahrlich nicht leichte Aufgabe der Programmkoordination hatte Gabriele Brousek zu bewältigen. Für die szenische Einrichtung und Spielleitung zeichnete Thomas Schramm verantwortlich, am Inspizientenpult saß Andreas Ehlers. Rolf Essers beleuchtete ganz ausgezeichnet und Dirk Buttgereit und Daniel Ployer betreuten den Ton hervorragend.

Der Abend begann mit einem Stück, mit dem ich auch meine erste aktive Erinnerung an das schönste Theater Münchens verbinde. Irgendwann in den Neunzigern hatte ich hier eine MY FAIR LADY gesehen und bis heute ist es eines meiner Lieblingsstücke. Marianne Larsen, die die Rolle der Eliza lange hervorragend verkörpert hat, trat im Kostüm ihrer anderen Glanzrolle auf: Mrs Lovett aus SWEENEY TODD. In diesen beiden Partien konnte sie ihr großartiges Musicaltalent voll ausspielen, wollte man mehr davon sehen, musste man ziemlich weit nach Osten fahren. Sie bot ihrer würdigen Rollennachfolgerin Milica Jovanovic dann auch Pasteten an, die erste war voll Alkohol (was da wohl drin war 😉 ), die letzte war marode und das war natürlich ganz klar das Gärtnerplatztheater. Unterstützt wurden die beiden von Sebastian Campione, Cornel Frey, Hans Kittelmann, Holger Ohlmann und dem Herrenchor.

Nach einem Prolog von Thomas Peters ging es weiter mit dem Überraschungserfolg DIE PIRATEN VON PENZANCE von Gilbert & Sullivan. Diese Stück hat bei mir das Interesse für die Musik des genialen Duos geweckt und seitdem beschäftige ich mich intensiv damit. Wenn das Kampfsignal ertönt schmetterten Thérèse Wincent, Frances Lucey, Ulrike Dostal, Martin Hausberg, der Chor und die Bobbies tanzten ein letztes Mal dazu. Als Schmankerl folgte dann noch das beliebteste Terzett im G&S-Kanon, Als Du uns schnöd verlassen hast, wie immer hinreißend vorgetragen von Rita Kapfhammer, Holger Ohlmann und Robert Sellier.

Sandra Moon sang Tschaikowsky, begleitet von Andreas Kowalewitz, und Neel Jansen und David Valencia zeigten Twin Shadow aus AUGENBLICK VERWEILE. Und weil so ein Dirigent auch wieder von der Bühne in den Graben muss, suchten in der kleinen Pause bis zum nächsten Stück drei fesche Herren im Bademantel die Sauna.

Das Warten hatte sich gelohnt, denn als nächstes stand Gary Martin mit To dream the impossible Dream aus DER MANN VON LA MANCHA an. Schade, dass ich das Stück nie live gesehen habe. Sebastian Campione brachte danach das Haus zum Kochen mit einer extralangen Version seiner Beatbox aus VIVA LA MAMMA. Im Anschluss unterlegte er dann auch noch den etwas abgewandelten Küchenrap aus der OMAMA IM APFELBAUM rhythmisch. Thérèse Wincent und Susanne Heyng zeigten nochmals, dass sie es drauf haben.

Der Chor sang danach Universal Good aus CANDIDE, noch ein Stück, bei dem ich mich ärgere, es nicht gesehen zu haben. Der nächste Programmpunkt, angekündigt durch Hans Henning Paar und Ursula Pscherer, hatte einige interessante Komponenten: konzipiert und einstudiert wurde das Stück von Artemis Sacantanis, ehemalige Solotänzerin und nun Probenleiterin am Haus. Ihr zur Seite standen ehemalige Tänzer des Gärtnerplatztheaters, die jetzt in anderen Berufen am Haus, zum Beispiel Orchesterwart, Probenleiterin oder Leiterin der Kinderstatisterie beschäftigt sind. Ihre Wandlung von „Auf der Bühne“ zu „Hinter der Bühne“ drückte sich sehr schön im Titel inVISIBLEs aus.

Thomas Peters, der am Haus in vielen, vielen Rollen glänzte (unter anderem Freddie in MY FAIR LADY, Dirigent in ORCHESTERPROBE, Toby in SWEENEY TODD und ganz besonders Frosch in der FLEDERMAUS) erinnerte nochmal an sein bezauberndes Stück SHOCKHEADED PETER mit dem Song Der fliegende Robert. Leider habe ich es nur einmal gesehen, anfangs war ich noch nicht ganz so süchtig, zuletzt war ich ja durchschnittlich an vier Abenden in der Woche im Gärtnerplatztheater. Ursache dafür war die Vielfalt und das interessante Programm des Hauses – und das wunderbare Ensemble.

Sehr bewegend war auch der persönliche Abschied von Gunter Sonneson mit Hier im Grandhotel. Ich bin sehr froh, diesen Ausnahmekünstler noch fünfmal als John Styx in ORPHEUS IN DER UNTERWELT erleben zu dürfen. Halt nur leider nicht in München, sondern in Heilbronn.

Im letzten Stück vor der Pause hatten die drei Herren endlich die Sauna gefunden. Das Schiff aus der L’ITALIANA IN ALGERI ist zwar schon vor ein paar Wochen gesunken, aber die beliebteste Szene hatte man offensichtlich retten können. Für Publikumsliebling Stefan Sevenich natürlich ein Heimspiel, für seine beiden Begleiter Cornel Frey und Juan Fernando Gutiérrez hätte ich mir jedoch einen etwas „würdigeren“ Abschied gewünscht.

Zu Beginn des zweiten Teiles erinnerten das Preludio und die Arie Tu del mio Carlo al seno, wunderbar vorgetragen von Elaine Ortiz Arandes, an die sehr gelungene Inszenierung von I MASNADIERI. Das Schlussbild von HÄNSEL UND GRETEL gibt zwar einen wunderbaren Auftritt des Kinderchores her, aber die Solisten Rita Kapfhammer, Ann-Katrin Naidu, Thérèse Wincent und Gary Martin standen etwas verloren herum. Ich kann nur hoffen, dass diese zauberhafte Produktion wiederaufgenommen wird und nicht zu Gunsten einer Eurotrashregie in der Versenkung verschwindet. Das Balkon-Duett aus ROMEO UND JULIA wurde von Hsin-I HUANG und Marc Cloot sehr ansprechend getanzt, wenn mal keine Blätter auf der Bühne rascheln oder unaufhörlich Schnee fällt, gefällt mir moderner Tanz sogar fast.

Der scheidende Staatsintendant Dr. Ulrich Peters hielt eine persönlich gehaltene Abschiedsrede und ich kann mich seinen Worten nur anschließen: das Ensemble in Zeiten der Heimatlosigkeit aufzulösen ist in meinen Augen ein schwerer Fehler. Damit und mit der anscheinend unvermeidlichen Ablösung des im Stadtbild mittlerweile fest verankerten Logos nimmt man der Institution zumindest einen Teil ihrer Identität.

Im Anschluss sangen Franziska Rabl und Ella Tyran mit Unterstützung des Chores die Barcarole aus HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, auch ein Stück, dass schon länger zurück liegt und das ich nicht gesehen habe. Im FREISCHÜTZ war ich trotz der schrecklichen Inszenierung ziemlich oft, was für die Qualität der Sänger spricht. Christina Gerstberger und Sandra Moon sangen das Duett Ännchen-Agathe vom Beginn des zweiten Aktes. Das Duett Hans-Kezal gehört zu meinen Lieblingsstücken aus DIE VERKAUFTE BRAUT und es war schön, Derrick Ballard und Tilmann Unger damit noch einmal zu hören. Es folgte das Quintett aus der ZAUBERFLÖTE, gesungen von Sandra Moon, Ann-Katrin Naidu, Franziska Rabl, Daniel Fiolka und Robert Sellier. Danach kam noch ein Ausschnitt aus AUGENBLICK VERWEILE und da war ich dann doch ganz froh, dass ich es nicht gesehen habe, denn bei so schnell vorbeihuschenden Szenerien wird’s mir immer schlecht, ganz abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was im Kreis laufen mit modernem Tanz zu tun hat.

Im Anschluss gabs noch das schöne Duett Marie-Wenzel aus DIE VERKAUFTE BRAUT, Stefanie Kunschke und Hans Kittelmann wären auch ein prächtiges Paar gewesen, wenn sie sich nicht jeweils anders entschieden hätten. Der Weibermarsch aus DIE LUSTIGE WITWE machte nochmal so richtig Laune. Daniel Fiolka, Sebastian Campione, Mario Podrečnik, Robert Sellier, Gunter Sonneson, Tilmann Unger und Martin Hausberg mussten sich mit der geballten Weiblichkeit des Theaters zu einer schönen Choreographie von Fiona Copley auseinandersetzen. Thomas Peters hatte noch einen allerletzten Auftritt als Frosch, seine Paraderolle, bevor mit Tutto nel mondo è burla (Alles ist Spaß auf Erden) aus FALSTAFF ein positiver Schlusspunkt gesetzt wurde. Heike Susanne Daum, Sandra Moon, Christina Gerstberger, Ella Tyran, Ann-Katrin Naidu, Franziska Rabl, Gregor Dalal, Martin Hausberg, Hans Kittelmann, Gary Martin, Mario Podrečnik, Robert Sellier und der Chor machten Lust auf die nächste Premiere am 18.05., dann im Prinzregententheater. Am Ende winkten Publikum und Ensemble sich gegenseitig mit weißen Taschentüchern zu und nicht nur bei mir flossen ein paar Tränen.

Mir bleibt nur Danke zu sagen. Danke an alle Beschäftigten des schönsten Theaters Münchens, die für mich die letzten fünf Jahre zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Ich werde die Erinnerung an diese Zeit immer in einer ganz speziellen Stelle meines Herzens bewahren. Danke für viel Heiterkeit und viele Tränen. Danke für emotionale, aufwühlende Stunden und für Lehrreiches.

Danke für so viel Schönes, liebes Gärtnerplatztheater.

 

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Ist wie ein Gruß vom Himmel, 05.02.2012, Gärtnerplatztheater

Ein reines Richard Strauss Programm mit dem Titel “Ist wie ein Gruß vom Himmel” war im Foyer des Gärtnerplatztheaters zu erleben. Gleich drei Solistinnen des Hauses, Sandra Moon, Stefanie Kunschke und Ann-Katrin Naidu, hatten ein Konzert mit Liedern und Ausschnitten von Bühnenwerken zusammengestellt. Am Flügel beeindruckte solistisch und auch in der Begleitung der Stimmen Liviu Petcu.

Zu Beginn des Nachmittages stand das Terzett Najade/Dryade/Echo aus Ariadne auf Naxos (1912) mit anschließendem Duett Komponist/Zerbinetta, gesungen von Frau Naidu und Sandra Moon. Stefanie Kunschke interpretierte dann mit schöner Mittellage zwei Lieder, Nichts und Die Zeitlose. Im weiteren Verlauf des Konzertes hörte das Publikum Allerseelen, Die Nacht sowie Zuneigung ausdrucksstark gesungen von der Mezzosopranistin Ann-Katrin Naidu. Diese Lieder sind nach den Texten von Hermann von Gilm im Jahr 1883 entstanden. Der berührende und innige Sopran von Sandra Moon ließ September aus Vier letzte Lieder erklingen.

Der Pianist Liviu Petcu brillierte mit einem Stück aus Fünf Klavierstücke op. 3 Nr.1 (1881) und der Träumerei für Klavier op.9 Nr.4 (1882); es machte viel Freude, diese Stücke von ihm zu hören. Mit einem Duett aus Arabella präsentierte sich Stefanie Kunschke als Arabella und Sandra Moon als Schwester Zdenka. Dramaturg Christoph Meier-Gehring führte durch das Programm. Es machte ihm sichtlich Spaß, immer wieder Geschichten und Briefwechsel zwischen Richard Strauss und seiner Frau Pauline zu zitieren, aber auch zwischen Strauss und Hugo von Hoffmannsthal, dem Textdichter vieler Strauss-Opern. Das war sehr unterhaltsam!

Der Rosenkavalier, uraufgeführt 1911, darf bei einem reinen Strauss-Konzert natürlich nicht fehlen, ist dies doch eines der wichtigsten Werke des Komponisten. Es erklang das Duett Octavian/Sophie (Rosenüberreichung) mit Ann-Katrin Naidu und Stefanie Kunschke. Als vorletzte Darbietung wieder Klavier solo, die Mondscheinmusik aus Capriccio (1941), dem Konversationsstück für Musik. Zum großen Finale hörte man das eindrucksvoll gestaltete Schlußterzett Marschallin/ Octavian/ Sophie aus Der Rosenkavalier, mit allen Solistinnen.

Den begeisterten Zuhörern sangen die Sängerinnen als Zugabe noch ein Terzett aus der Ariadne auf Naxos. Strauss hätte viel Freude bei diesem Konzert im Foyer des Gärtnerplatztheaters München gehabt.

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Interview mit Sandra Moon

Sandra Moon Frau Moon, herzlichen Dank, dass Sie sich bereiterklärt haben zu einem Interview auf dem Blog „Nacht-Gedanken“. Bitte erzählen Sie uns doch etwas zu Ihrem Werdegang.

Eigentlich ging ich in die Musik, weil meine Schwester Musikerin war. Meine Mutter war auch sehr musikalisch. Nach der High School in den USA wusste ich gar nicht, was ich machen sollte. Ich war musikalisch, ich habe Klavier gespielt. Dann ging ich auf die Universität, Ohio University, und in meiner erste Prüfung habe ich versagt, total versagt (lacht). Da hat man mir gesagt: Wenn Sie sich nicht verbessern, sind Sie raus. – Dann habe ich sehr schwer gearbeitet, und das Jahr darauf habe ich einen Wettbewerb mitgemacht, nur aus Spaß, nur um Erfahrung zu sammeln, und habe den ersten Platz gewonnen. Das war so ein Zeichen, weiterzumachen.

Ich habe einen Bachelor Degree von der Ohio University. Danach ging ich ans Cincinnati Conservatory in Ohio, wo ich ein Stipendium bekommen habe. Eine sehr, sehr reiche Familie dort hat Studenten gefördert, und dieses Stipendium habe ich bekommen. Das war eine sehr gute Ausbildung. Wir haben Bühnenbilder gemacht, wir haben Kostüme genäht, Schauspielunterricht, Tanz, Maske – alles, was mit der Bühne zu tun hat. Von dort aus ging ich an mehrere Studios, Santa Fe war ein Sommer-Festspiel, und dann Lyric Opera of Chicago. Dort war ich im Studio für zwei Jahre, und da konnte ich mit großen Leuten arbeiten. Placido Domingo, Marek Janowski am Pult, Michel Plasson, Theresa Berganza, wirklich Top-Leute.

Marek Janowski hat mir empfohlen, nach Deutschland zu kommen. Dafür habe ich mir drei Wochen freigenommen von Chicago. In Deutschland habe ich ein Blitz-Vorsingen absolviert, 13 Vorsingen in drei Wochen. Für Agenturen, Häuser, alles mögliche. Dann habe ich ein Engagement in Aachen bekommen. So habe ich hier in Deutschland angefangen. In Aachen war ich drei Jahre, dann war ich freischaffend für zwei Jahre. Danach war ich in Karlsruhe für fünf Jahre fest engagiert, und schließlich kam ich nach München. Seitdem bin ich hier. Aber in der Zwischenzeit habe ich immer meine Kontakte in den USA gepflegt. Ich habe dort in verschiedenen Häusern, New York City Opera, Milwaukee, Columbus, Ohio, Staat New York, auch Festspiele gesungen. Dann hatte ich ein Vorsingen an der Metropolitan Opera. Ich konnte dort innerhalb von fünf Jahren in einigen Partien gastieren, während ich hier fest engagiert war. Das lief damals sehr gut, das habe ich irgendwie hingekriegt. Freischaffend wollte ich nicht arbeiten, denn meine Tochter war klein, und ich war alleinerziehende Mutter, also wollte ich an einem Ort bleiben.

An der Met habe ich dann große Partien gesungen. Ich wurde als Cover für das Echo in „Ariadne“ engagiert. Die Frau wurde krank, dann war ich tatsächlich neben James Levine, Deborah Voigt, Natalie Dessay das Echo in „Ariadne“. Das war eine tolle Erfahrung. Man wusste, dass ich viel Barockmusik mache, und wollte mich in irgendetwas Barockem. Dann habe ich Kleopatra gesungen, und daraufhin wurde ich engagiert als Cover für Kleopatra. Und wieder ist die Frau krank geworden. Dann hatte ich mein Debüt in einer riesigen Partie, mit acht Arien. Es war wirklich … Ich habe fast geweint, als ich gehört habe, dass die Frau abgesagt hat. Ich war so nervös. Aber dann musste ich nur meine Einstellung ändern, ich musste nur denken, dass ich am Gärtnerplatztheater Mimi mache oder irgendetwas, was für mich sehr einfach ist, und dann habe ich das gut geschafft. Danach haben die mich weiter engagiert, als Zdenka in „Arabella“ mit Rene Fleming, und das war wieder eine tolle Erfahrung.

Dann habe ich hier in Deutschland auch verschiedene Gastspiele gemacht. An der Wiener Volksoper, Dresden Musikfestspiele, Halle Händel-Festspiele. Düsseldorf, Bonn, Köln. Auch in Paris habe ich ein Konzert gegeben, in Polen, Warschau. In Spanien habe ich neulich, in Mallorca, eine Opern-Gala gemacht. Es gibt bestimmt noch mehr.

Das Gärtnerplatztheater ist ein Ensembletheater und ein Repertoiretheater. Die Met spielt im sogenannten Semi-Stagione-Betrieb. Wie unterscheidet sich die Proben von einem Repertoiretheater wie dem Gärtnerplatztheater zu einem Theater wie die Met?

Zuerst fangen die später an mit Proben, nicht um 10.00, sondern um 11.00 Uhr. Selten hat man, wenn man Vorstellung hat, dann eine Probe. Es sind normalerweise zwei Tage zwischen Generalprobe und Premiere. Als Cover ist man so gut vorbereitet und studiert, als ob man die Rolle singt. Deswegen konnte ich einspringen, weil ich die Partie so gut kannte. Man macht musikalische Proben genauso wie hier. Das ist auch hier sehr gut, auch eine gute Vorbereitung. Nur, man hat ein breiteres Band von Repertoire, das man machen muss, und das ist manchmal schwer. Wenn man große Partien wie „La Traviata“ hat und daneben etwas probieren muss, ist das nicht so einfach.

Also, wenn Sie als Cover in New York an der Met waren, dann hätten Sie theoretisch während der Vorstellung bereitstehen müssen, falls irgendetwas ist?

Ja. Wir mussten innerhalb von zwanzig Minuten an der Met sein können. Das heißt, wir konnten nicht in Queens sein, auf der anderen Seite des Flusses, wo ich eigentlich gewohnt habe. Ich musste in Manhattan sein. Es konnte in einem Restaurant sein, aber wir mussten erreichbar sein, die mussten wissen, wo wir waren. Wenn es eine Radioübertragung war, live, mussten wir im Haus sein, im „Green Room“. Wir waren so quasi auf Abruf, zum Einspringen, falls irgendetwas ist.

Sie haben erwähnt, dass Sie Barockmusik sehr gerne machen. Es gab in der letzten Spielzeit hier am Haus eine Barockoper, in der Sie auch mitgewirkt haben. Hätten Sie sich mehr Barockoper gewünscht am Gärtnerplatztheater?

Ja, auf jeden Fall. Wir hatten vor acht Jahren „Ein Theater nach der Mode“. Ein Pasticcio, aus verschiedenen Sachen zusammengestellt von Kobie von Rensburg und Peer Boysen. Das war genial, das war wirklich etwas Besonderes. Die hätten das weiter spielen sollen, das war so gut. „Sokrates“ von Telemann war auch eine tolle Erfahrung, das hat viel Spass gemacht. Aber mehr Barock – ja, das wäre schön gewesen.

Haben Sie das absolute Gehör?

Nein. Es gibt ein absolutes Gehör und ein relatives Gehör. Da kann man nicht so ganz genau die Töne verorten, aber, zum Beispiel, wenn ich eine Rolle wie Mimi kenne, dann weiß ich ungefähr, wo das in meinem Hals ist. Aber meine Tochter hat das.

Ist Ihre Tochter auch Musikerin?

Ja. Sie spielt Klavier und Gitarre, und sie kann auch gut singen.

Dann wird sie eines Tages ja auch in Ihre Fußstapfen treten?

Das weiß ich nicht. Sie ist auch sehr stolz auf ihren Vater, der auch Musicals und Popmusik macht. Sie ist sehr interessiert an Filmmusik. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Mögen Sie selbst auch andere Musikrichtungen?

Ja. Ich mag viele verschiedene Musikrichtungen. Ich singe nur Oper, weil das am besten für mich ist. Ich passe nicht zum Musical, zum Beispiel, oder Jazz habe ich nie probiert. Aber ich höre gerne Jazz oder Popmusik.

Sie sprechen gut Deutsch und natürlich Englisch. Sprechen Sie noch andere Sprachen, und singen Sie auch noch in anderen Sprachen? Sie haben ja hier am Haus auch schon auf Italienisch gesungen.

Ja. Ich komme gut mit Italienisch klar, Französisch auch. Und ich singe in allen diesen Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch. Im Februar gibt es einen Ballett-Abend, wo ich Tschaikowsky-Lieder singe, drei Tschaikowsky-Lieder in russischer Sprache, und das ist kompliziert.

Haben Sie da einen Sprachcoach?

Ja. Oleg Ptashnikov hat mir geholfen. Es gibt auch eine Dame im Chor, sie ist auch aus dieser Gegend und kann mir auch helfen.

Haben Sie musikalische oder szenische Vorbilder?

Ja. Ich bin begeistert von Menschen wie Tony Bennett oder Michael Jackson. Auch Freni, Pavarotti, die sind Vorbilder von mir in der Oper. Aber ich bin sehr begeistert von Filmkomponisten, zum Beispiel, ich finde, Filmmusik ist jetzt die Musik unserer Zeit, nicht mehr Oper oder sinfonische Sachen. Filmmusik finde ich sehr schön. Ich finde auch Stevie Wonder genial. Er ist über 60 und konnte immer sehr gut singen, auch mit Emotion, mit verschiedenen Farben. Er hat die Stimme so gut gepflegt. Und Sänger wie Sting, Popsänger, Phil Collins, die haben die Stimme wirklich gut gehalten für ihr Alter, und die singen immer noch. Ich denke, das hat damit zu tun, dass sie nicht so viele Tourneen gemacht haben. Das kann einen sehr schnell ausbrennen, denke ich mir.

Haben Sie eine Opern-Aufnahme, die Sie privat am liebsten hören?

Ich würde sagen, meine Lieblings-Aufnahme ist „Turandot“ mit Zubin Mehta, Pavarotti, Caballé und Sutherland.

Was tut Ihrer Stimme gut, und was vertragen Sie überhaupt nicht?

Viel schlafen tut gut. Leider, in Lokale zu gehen, wo es laut ist und wo man darüber laut sprechen muss, das ist schlecht. Ich trinke wenig Alkohol. Ab und zu genieße ich ein Glas Wein, Glühwein, wenn ich nicht so viel zu singen habe. Aber so etwas vermeide ich, wenn ich große Partien habe und die Stimme pflegen muss.

Da kommen wir gleich zur nächsten Frage: Wie diszipliniert müssen Sie leben als Sängerin?

Sehr. Manchmal ist es sehr schwer, ein soziales Leben zu haben und Freunde zu treffen. Wenn man viele Power-Partien hat, wie Traviata, Butterfly, kann man nicht ausgehen mit Freunden und es spät werden lassen, wenig schlafen. Man muss sehr diszipliniert sein, auch körperlich. Ich gehe joggen. Bei dem Wetter nicht so, aber im Sommer. Wenn ich nicht große Sachen zu singen habe, dann mache ich Fitness.

Wie bereiten Sie sich auf eine neue Rolle vor?

Zuerst höre ich es mir an, wenn es möglich ist, wenn es eine Aufnahme gibt, damit ich die Klangfarbe vom Orchester höre, wie groß das Orchester ist. Dann fange ich an, die Noten, die Töne zu lernen und die Sprache auch zu übersetzen, wenn es sein muß, Sachen, die ich nicht weiß. Und dann langsam, langsam kommt es. Man muss halt peu a peu ein bisschen jeden Tag machen, dann kommt das alles. Wenn man ganz schnell etwas lernen muss, dann eine Aufnahme hören. Das hören viele Leute nicht gerne, aber das ist das Beste, wenn die Leute in der Aufnahme keine Fehler machen. Dann hört man das richtig, auch wie die Einsätze sind, das ist sehr wichtig. Denn falls irgendetwas auf der Bühne passiert und einer setzt falsch ein, dann weiß man: Wo soll ich einsetzen. Und das hilft auch. Ja. Ein bisschen jeden Tag machen. Und dann in die Probe, dann fühlt man mit körperlicher Bewegung, lernt man langsam die Partie.

Der Freischütz, Staatstheater am Gärtnerplatz, Premiere 30.9.2010

Kommen wir zur Wiederaufnahme des Freischütz. Das war die Eröffnungspremiere der letzten Spielzeit. Sie haben die Partie der Agathe übernommen. Erzählen Sie uns ein bisschen von Ihrer Rolle.

Die Agathe, das ist eine sehr interessante Partie. Früher hatte ich im Kopf gehabt, dass die Agathe ein Heldensopran sei, ein schwerer Sopran. Aber sie ist nicht so. Man muss feine Elemente dabei haben, es ist fast wie Mozart. Bisschen dramatischer Mozart. Man muss auch leicht singen können, aber auch dann dramatische Ausbrüche. Weber hat sehr gut für die Sopranstimme geschrieben – immer große Ausbrüche in der Höhenlage, wo die Sopranstimme sowieso trägt. Diese leise, leise Arie ist tief, aber sehr wenig Orchester darunter. Ich finde, es ist eine sehr gesunde Partie. Gestern hatten wir einen Durchlauf, und ich habe mich fit gefühlt danach. – Zur Figur? Sie ist eine starke Frau, aber sie hat auch Ängste. Das sieht man im Laufe der Zeit. In unserer Produktion ist sie sehr ängstlich, obwohl sie stark bleiben muss für Max. Das Ännchen – natürlich habe ich diese Rolle auch gemacht – sie gibt der Agathe Energie, und es ist gut, dass Agathe so eine Freundin wie Ännchen hat, eine starke Frau neben ihr, die alles so selbstverständlich nimmt. Das hilft Agathe, nicht so ängstlich zu sein.

Die Inszenierung von Beverly Blankenship ist nicht ganz unumstritten. Können Sie sich damit identifizieren?

Ja, ich hatte keine Probleme damit, ich fand es sehr gut. Diese Wolfsschlucht-Szene ist eine sehr interessante Lösung, denn diese Szene könnte peinlich wirken, wenn es nicht gut gemacht ist. Ich denke, Beverly Blankenship hat eine sehr gute Lösung gefunden. Es ist sehr technisch, man muss aufpassen, wir müssen das gut probieren, denn es könnte gefährlich sein. Sie haben es gesehen: mit Hin-und-Her, Versenkungen, Herumkrabbeln, Löcher. Aber wenn man gut geprobt hat, sollte nichts passieren.

Die Agathe ist relativ passiv. Warum?

Ich denke, das ist so, weil Max derjenige ist, der labil ist und schwach und diese Kugel nimmt. Ännchen ist so ein frischer Wind. Ich denke, das passt, dass eine passiver ist. Stark, aber passiv. Sie ist stärker als Max. Max geht in diese Wolfsschlucht, wo er die Kugel will von Caspar. Sie bleibt …. Sie ist passiv, aber bleibt trotzdem stark und weiß, was sie will, mit Max und ihrer Hochzeit.

Agathe ist ziemlich abergläubisch. Sind Sie es auch?

Nein. Nein, gar nicht. Wie Pfeifen auf der Bühne, oder wenn man eine schwarze Katze sieht oder sowas? Abergläubisch bin ich gar nicht.

Was genau ist da mit Caspar vorgefallen?

In unserer Inszenierung? Ja, das ist sozusagen so inszeniert, dass entweder in ihren Träumen oder in Wirklichkeit etwas passiert ist. Dass sie eine Beziehung hatte, eine sexuelle Beziehung oder irgendwas. Aber die ganze Inszenierung ist sowieso Agathes Traum, und ich denke, das war mehr ihr Unterbewußtes.

Angst ist ein bestimmendes Element im „Freischütz“. Wovor hat Agathe Angst?

Ja, sie sagt: Wie entsetzlich, dass Max in die Wolfsschlucht geht. Sie sieht eine Gefahr da, ich weiß nicht, vielleicht, weil es im dunklen Wald ist. Diese Eremit-Figur, er ist so wie ein Mönch. Vielleicht sieht sie, wo Max geht, dass er auf die dunkle Seite gehen könnte.

Ist der Wald ein Refugium oder ein Ort der Bedrohung?

Ich glaube, sie empfindet ihn als Bedrohung.

Hatten Sie Freiheiten bei der Interpretation dieser Rolle?

Ja. Ja. Beverly Blankenship hat uns Ideen gegeben, aber wir haben uns auch unsere eigenen Ideen mitgebracht, und sie hat sie gut akzeptiert.

Sie haben vorhin schon über die Partie gesprochen. Was ist das Schönste daran, und was ist am schwersten?

Ich glaube, eine starke Figur zu präsentieren, ist wahrscheinlich das Schönste, denn ihre Musik ist manchmal sehr passiv, wie diese Wolken-Arie. In der ersten Arie kann man alles zeigen, und das finde ich gut. Diese erste Arie finde ich wirklich schön, das Schönste an Agathe. Denn sie kann diese leise, leise Stelle präsentieren und auch eine so aufblühende Ekstase, in der Musik und auch in der Figur. Und direkt danach sieht sie Max, und sie kommen zusammen, und das ist für sie – sie liebt Max über alles.

Haben Sie Lampenfieber, und wenn ja, was tun Sie dagegen?

Normalerweise nicht. Wie gesagt, als ich gewusst habe an der Met, dass ich einspringen musste in dieser Riesen-Rolle – in diesem Haus waren fast viertausend Menschen – da habe ich geweint. Aber ich musste dann eine andere Einstellung denken: Okay, ich bin routiniert, ich mache das jeden Tag, jede Woche. – Was ich dagegen tue, ist, so vorbereitet zu sein, dass nichts passieren kann. Und gut ausgeruht. Ich riskiere nicht, am Vortag mit Freunden auszugehen. So etwas habe ich nie riskiert. Wenn die Stimme nicht funktioniert, oder wenn ich eine Partie nicht so gut kenne, dann würde ich Lampenfieber bekommen.

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf, und was gefällt Ihnen gar nicht daran?

Das Schönste ist: Ich freue mich, dass ich seit meinem Studium immer noch das machen kann, was ich gelernt habe, was ich studiert habe, und seitdem habe ich nie etwas anderes machen müssen, das finde ich sehr schön. Was ich nicht schön finde, ist: diese Gefühle, wenn man sich nicht so topfit fühlt. Soll man absagen oder nicht? Das ist eine schwierige Sache. Wenn man nicht fit ist, könnte man versagen auf der Bühne, und das ist eine schwere Sache, oder wenn die Stimme gar nicht geht. Diese Entscheidung, dieser Stress, absagen zu müssen, finde ich wahrscheinlich das Schwierigste an diesem Beruf.

Sie haben schon viele große Partien gesungen. Haben Sie noch eine Wunschpartie?

Ja, ich habe viele Sachen, meine Traumpartien, gleich am Anfang meiner Karriere gemacht: Sophie im „Rosenkavalier“, Manon von Massenet. Ich würde sehr gerne zu manchen Partien zurückkommen können. Die Liu habe ich immer sehr gerne gemacht. Mimi natürlich. Butterfly. Dass ich wieder die Möglichkeit habe, diese Rollen zu machen. Ganz neue Partien? Ich liebe Puccini. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, welche Puccini-Partie, die ich noch nicht gemacht habe, zu mir passt. Tosca zum Beispiel: Tolle Musik, aber ich denke nicht, dass ich die Figur bin dafür. Strauss. Vielleicht Strauss. Vielleicht Arabella.

Sie haben ganz am Anfang erwähnt, dass Sie nach der High-School nicht genau wussten, was Sie machen wollten. Gab es irgendwie Alternativen, die Sie überlegt haben?

Nicht eigentlich, nein. Ich habe mich interessiert für Jura, aber nicht so ernsthaft, dass ich das studieren wollte. Aber das war ein Gedanke in der High School, im Gymnasium. Außer Musik gab es in unserem Gymnasium nicht viel, in dem wir gefördert wurden. Vielleicht bin ich deswegen in diese Richtung gegangen.

Da können wir Münchner uns ja glücklich schätzen, dass Sie sich für die Musik entschieden haben. – In dieser Spielzeit kommt noch als Neuproduktion die Alice Ford im „Falstaff“. Können Sie uns schon einen weiteren Ausblick geben?

Ich habe viele Pläne. Aber ich spreche ich noch nicht darüber.

Dann sage ich herzlichen Dank für dieses Interview!

Herzlichen Dank auch!

(Interview vom 26. November 2011)

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Der Freischütz, Premiere am 30.09.2010, Gärtnerplatztheater

Für mich war das eine doppelte Premiere: das erste Mal im schönsten Theater Münchens und zum ersten Mal einen Freischütz überhaupt. Ich bin ja eigentlich schon ziemlich aufgeschlossen, aber diese szenische Umsetzung finde ich persönlich nicht sehr gelungen. Die Bambi-Idylle, die auf den Eisernen Vorhang vor Beginn projiziert wird, macht falsche Versprechungen.

Die Bühne ist schwarz-weiß gehalten und dreht sich. Oft. Die Perspektive war teilweise so verzerrt, dass ich das Gefühl hatte, die Wände kippen um beim Drehen. Die einzigen Male, wo mir die Bühne wirklich gut gefallen hat, sind die Momente, in denen die weißen Streben wie Gitterstäbe wirken, die die Protagonisten einsperren.  Die Wolfsschlucht, die nach Aussage der Regisseurin besonders gruselig sein soll, ist hell erleuchtet und besteht aus weißen, schräg gestellten Planken. Gruselig ist eigentlich nur, dass die Gewalt, die Agathe hier angetan wird, von der Regisseurin als dunkle Erotik bezeichnet wurde. Wenn man dem Zuseher Vorstellungskraft zubilligt, kann das, was sich im Kopf abspielt, viel grauenvoller als das Dargestellte sein. Das geht natürlich nicht, wenn man die Holzhammermethode verwendet.

Das Ganze als Traum Agathes zu inszenieren, ist natürlich möglich, aber ich fand es nicht zwingend umgesetzt. Vor allem fand ich zu viele Versatzstücke aus der letzten Inszenierung der Regisseurin am Haus, dem Märchen vom Zaren Saltan: das Bett und die Hauptfigur in verschiedenen Größen bzw. Alterstadien, den Teddybären, sogar das Schreiten der dunklen Braut war exakt das Gleiche wie das eines Miltrissa-Doubles im Zaren. Dort hat es fantastisch funktioniert, hier langweilt es mich. Richtig gelungen fand ich nur die Rollenanlage von Ännchen und dem Eremiten, wobei man zumindest mit dem Verständnis des letzteren Probleme haben könnte, wenn man nicht in der Einführung war.

Die Kostüme sind manchmal ein Farbklecks, meistens eher comichaft-überzeichnet, der Herrenchor als Kunomultiplikation, die Damen als lebendige Zielscheiben und schwangere Brautjungfern, kann man so machen, muss man aber nicht.

Musikalisch war die Premiere aber Top. Angefangen vom Orchester unter dem fabelhaften Roger Epple über den von Jörn Hinnerk Andresen hervorragend einstudierten und absolut präsenten Chor bis hin zu den Solisten war es ein Genuss, zuzuhören. Vor allem Christina Gerstberger als Ännchen, Derrick Ballard als Kaspar und Sebastian Campione als Eremit haben es mir angetan. Aber auch Sandra Moon als Agathe, Tilmann Unger als Max und Juan Fernando Gutiérrez als Ottokar zeigten sehr gute Leistungen.

Heute Abend wird sich zeigen, ob die Inszenierung durch mehrfaches Ansehen gewinnt.

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Madame Butterfly, 17.07.2009, Gärtnerplatztheater

Da liefen sie wieder, die Tränen, als Butterfly sich von ihrem Sohn verabschiedet. Das ist die ergreifendste Szene, die mir bisher untergekommen ist. Sehr schön finde ich auch den Summchor und die Szene, wie Sharpless ihr den Brief vorliest.

Sandra Moon war excellent heute Abend, sehr textverständlich und auch toll im Ausdruck,  und auch Harrie van der Plas hat mir ausgezeichnet gefallen, ebenso wie  Torsten Frisch, Florian Simson und Sonja Leutwyler in ihren Partien. Bis hin zu den kleineren Rollen, den Chor-Solisten, dem Chor und dem Orchester lieferten alle ein sehr schöne Leistung ab. Nur der Dirigent nahm hin und wieder keine Rücksicht auf die Sänger und so tönte es manchmal arg laut aus dem Orchestergraben.

Trotzdem eine toller, nachwirkender Abend, danke an alle Beteiligten!

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