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Interview mit Tereza Vanek

Tereza Vanek Liebe Tereza, herzlichen Dank, dass du dich bereiterklärt hast zu einem Interview auf dem Blog „Nacht-Gedanken“. Stellst du dich uns kurz vor?

Ich bin Tereza Vanek und schreibe historische Romane. Den fünften habe ich gerade veröffentlicht, jetzt im Januar ist er lieferbar geworden, offizieller Erscheinungstermin war im Dezember 2011. Ich bin 46 Jahre alt und ich lebe in München.

Wie hat das bei dir angefangen mit dem Schreiben? Wie bist du dazu gekommen?

Eigentlich wollte ich das schon immer machen, das war schon mein Berufswunsch als Teenager. Ich hatte in dem Alter bereits ein paar Geschichten geschrieben und konnte es auch später nicht lassen, mir ständig welche auszudenken, aber es kam mir sehr unrealistisch vor, dass da wirklich mal eine Buchveröffentlichung daraus werden könnte. Ja, und dann so mit Mitte 30 habe ich endlich beschlossen, dass ich es doch mal ernsthaft versuchen sollte, und siehe da, es hat wirklich geklappt.

Du hast fünf historische Romane, aber eigentlich fünf sehr unterschiedliche historische Romane geschrieben: Von der Gegend, von der Zeit her, vom Sujet her. Wie findest du deine Geschichten – oder finden sie dich?

Das ist schwer zu sagen, es geht Hand in Hand. Da waren bestimmte Themen, die mich schon lange interessiert haben. Zum Beispiel bei dem ersten Buch, “Schwarze Seide”. Ich hatte mich bereits vorher recht ausführlich mit der Geschichte der Sklaverei beschäftigt und bin eben so auf die Idee zu dieser Geschichte gekommen. Dann, bei “Die Träume der Libussa” war es eine Legende, die ich von Kindheit an kannte und von der ich mir schon öfter gedacht hatte, dass das ein ganz guter Stoff für so einen mystisch-historischen Roman in der Tradition von MZ Bradley wäre. Manchmal sind es auch Sachen, die man in einem Geschichtsbuch liest oder über die man einfach zufällig stolpert. Wenn ich an einem Buch schreibe oder dafür recherchiere, kommen mir oft schon wieder Ideen für andere Bücher. Oder auch wenn ich die Bücher anderer Autoren lese, dann fällt mir plötzlich ein: also, so etwas in der Art, aber eben anders, würde ich vielleicht auch gerne mal machen. Es ergibt sich dann so Schritt für Schritt, dass aus einer vagen Idee langsam auch eine konkrete Geschichte wird, und oft – meistens – steht zuerst die Epoche fest, und der historische Hintergrund, und dann erst entsteht die Handlung.

Hast du einen bestimmten Schreibrhythmus, und was tust du, wenn es mal nicht so gut läuft?

Ich schreibe eigentlich immer, wenn ich die Zeit dazu finde. Das war früher eigentlich nur abends, jetzt gottseidank auch nachmittags und abends und dann eben am Wochenende. Wenn es mal nicht so gut läuft, hilft meistens eine kleine Pause, so Viertelstunde, halbe Stunde, um wieder den Kopf freizukriegen. Also einfach etwas anderes machen, Einkaufen gehen, mit den Katzen spielen oder irgendwas, damit man ein bisschen Abstand bekommt, und dann geht es meistens auch wieder besser.

Sind deine Figuren sehr lebendig – sitzen sie bei dir am Frühstückstisch?

Also, am Frühstückstisch sitzen sie ehrlich gesagt nicht. Das wäre etwas komisch, mit Reifrock und Perücke. Aber sie begleiten mich tagsüber immer mal wieder, und sind dann auch manchmal schuld daran, dass ich mit dem Bus eine Station zu weit fahre oder in eine andere Richtung laufe, als ich eigentlich laufen wollte. Weil mir dann eine Szene im Kopf herumspukt, was gerade passiert und wie ich das weiter ausgestalten könnte, und dann bin ich geistesabwesend. Die Figuren entwickeln sich im Laufe der Geschichte auch mehr und mehr. Es kommen neue Charakterzüge dazu, ein konkreteres Aussehen und auch eine konkretere Persönlichkeit.

Aber sie beeinflussen die Geschichte nicht?

Die Figuren? Ja, in gewisser Hinsicht schon, was Kleinigkeiten betrifft. Die Geschichte als solche steht meistens am Anfang fest, weil da schon das Expose geschrieben wurde und an einen Verlag verkauft wurde. Aber was die Details betrifft, wie sie sich in kleinen Szenen benehmen oder wie sie alle konkret zueinander stehen, da beeinflussen sie die Entwicklung der Geschichte schon.

Welche Phase eines Buches ist für dich die anstrengendste?

Die alleranstrengendste, muss ich sagen, sind immer so die ersten 100 Seiten, die auch noch mit sehr viel Recherche verbunden sind, wobei ich das Gefühl habe, vor einem Berg zu stehen, denn es gibt so viel, das ich nicht weiß. Nachdem ich mich durch den Anfang gekämpft habe, nehmen Ort und Personen konkretere Formen in meinem Kopf an. Dann habe ich eine genauere Vorstellung von dem ganzen Hintergrund meiner Geschichte, weil ich parallel zum Schreiben auch immer wieder Bücher zum Thema lese oder mir Fotos anschaue und so weiter. Wenn ich dann, sagen wir mal, so die Hälfte geschafft habe, geht der Schluss wesentlich besser. Am Ende muss natürlich alles nochmal überarbeitet werden.

Möchtest du denn auch noch in einem anderen Genre schreiben – und was hält dich davon ab, in einem anderen Genre zu schreiben?

Also, grundsätzlich ist es so, dass das mit den historischen Romanen jetzt angelaufen ist und ich auch immer wieder neue Ideen habe, von daher mache ich da erst einmal weiter. Unter Umständen hätte ich auch noch Ideen für Thriller. Allerdings liegt mir diese Tendenz zur Blutrünstigkeit, die da momentan doch sehr stark vorherrscht, eigentlich nicht. Ich mag das mehr psychologisch abgründig, von daher weiß ich nicht, wie gut meine Ideen ankämen. Fantasy habe ich mal probiert, aber ich glaube, dass ich da mehr in die Richtung High Fantasy gehe, also Marion Zimmer Bradley zum Beispiel, und das ist derzeit angeblich nicht so gefragt. Das könnte sich natürlich aber auch wieder ändern.

Welches Genre liest du selbst gerne, und hast du einen Lieblingsautor?

Bevor ich angefangen habe, selbst zu schreiben, habe ich hauptsächlich eher literarische feministische Texte gelesen. Margaret Atwood habe ich sehr geschätzt, lese sie auch heute noch gerne, Marge Piercy, dann eine finnische Autorin, Sofi Oksanen, die vor kurzem einen großen Erfolg hatte. Historische Romane habe ich auch schon immer geliebt. Die Klassiker, wie “Sinuhe der Ägypter”, “Vom Winde verweht”, “Ein Kampf um Rom” und so weiter. Seit ich selbst historische Romane schreibe, lese ich sie natürlich verstärkt: Charlotte Lyne, dann eine englische Autorin, die in Deutschland nicht besonders bekannt ist, Vanora Bennett. Natürlich Sarah Waters, die ist meine Lieblingsautorin. Sonst: die Bücher von Julia Kröhn lese ich gerne. Ach ja, Nicole Vosseler und Laila El Omari fallen mir jetzt spontan noch ein.

Lässt du dich von Musik beim Schreiben inspirieren, und welche Musik hörst du am liebsten?

Inspirieren, ja, manchmal. Wenn zum Beispiel im 18. Jahrhundert jemand in meinem Roman Klavier spielt, dann recherchiere ich im Internet, was es damals für Musikstücke gab, und suche mir ein passendes, und das höre ich mir ein paarmal an. Bei einem Mittelalter-Roman höre ich natürlich mittelalterliche Musik, um Beispiele für Melodien zu haben, die dann auch in das Buch mit einfließen. Oft höre ich aber Musik, die zeitlich überhaupt nicht passt. Generell liebe ich Folk und Independent. Diese Songs lasse ich beim Schreiben nebenher laufen. Manche Lieder spiele ich immer wieder, wenn ich schreibe. In dem Buch “Das Geheimnis der Jaderinge” wird sogar ein solches Lied am Ende erwähnt, weil das ein schottisches Volkslied ist, das damals schon bekannt war. Ich hatte allerdings die Version einer modernen Sängerin: Joanna Newsom. Deren Musik habe ich sehr, sehr oft gehört, als ich das Buch schrieb. Bei den Katharern hatte ich dann so eine Phase, da habe ich immer Adele, “Rolling in the Deep”, gehört, weil ich das auf der Recherchereise entdeckt hatte. Zufälligerweise lief das Lied in einem Laden in Carcassonne, in den ich kurz gegangen bin, und es hat mich sofort gefesselt.

Wie und wo schreibst du am liebsten? Brauchst du bestimmte Bedingungen zum Schreiben?

Naja, also ich sollte einigermaßen bequem sitzen können. Auf dem Schoß könnte ich zum Beispiel den Laptop nicht haben, das finde ich unbequem. Ansonsten sitze ich meistens an meinem Tisch zu Hause. Ich bin ganz froh, wenn ich meine Katzen um mich habe. In einer vertrauten Atmosphäre geht das Schreiben besser.

Aber du könntest auch unterwegs schreiben?

Wenn ich bequem sitzen könnte, ja. Und wenn nicht zu viel um mich herum los wäre, was mich ablenkt.

Du wohnst in München. Ist das die Stadt, in der du leben möchtest, oder gibt es noch eine andere Stadt, die dich fasziniert?

Also, grundsätzlich bin ich ein ziemlicher Stadtmensch. Mich hat es nie besonders aufs Land gezogen. Ich habe lange davon geträumt, in London zu leben. Später hatte ich Berlin anvisiert, das würde mich auch heute noch reizen, aber es sind praktische Erwägungen, die mich von einem Umzug abhalten. Ich habe immer noch eine Teilzeitstelle, und in Berlin ist so etwas nicht so leicht zu finden wie in München. Dann war meine Beziehung ein Grund, warum ich in München geblieben bin. Ich finde München in Ordnung. Es ist eine Stadt, in der sich ganz gut leben lässt.

Wie hoch ist dein aktueller SUB?

Die Bücher? Es sind jetzt momentan nicht ganz so viele, vielleicht so 20, weil ich mir immer einen Kaufstopp auferlege und sage: Jetzt kaufst du erst mal nichts, bis du wieder ein paar weggelesen hast. Ansonsten kommen immer wieder Bücher rein, weil man mit Autoren tauscht. So wächst der SUB dann doch langsam, aber beständig.

Soeben ist dein neuer Roman “Das Geheimnis der Jaderinge” erschienen. Bereits dein vorletztes Buch “Chinatown” spielte teilweise in China. Was fasziniert dich so an diesem Land?

Das ist natürlich spontan schwer zu sagen. Es wirkt auf mich sehr ästhetisch, sehr harmonisch. Es hat mich schon als Jugendliche fasziniert, da habe ich sehr viel Pearl S. Buck gelesen, und später Han Suyin, das waren die bekannten Autorinnen, die über China geschrieben haben. Es reizt mich optisch, und es hat so etwas Geheimnisvolles, was einen in den Bann zieht. Grundsätzlich bin ich jemand, der lieber über – sagen wir mal: Hochkulturen schreibt als über schlichte Naturvölker, weil mich die Hochkulturen einfach mehr reizen.

Du warst selbst auch in China auf Recherche-Reise. Hast du auch Chinesisch gelernt?

Ein bisschen. Ich hatte einen Chinesisch-Grundkurs, den habe ich auch noch fortgesetzt. Schließlich aber war ich mit dem Schreiben des Buches so eingespannt, dass ich einfach nicht die Zeit hatte, mich intensiv mit der Sprache zu befassen. Es ist ja wirklich eine für uns sehr fremde Sprache, da müsste man sich täglich mehrere Stunden hinsetzen, damit man wirklich das Gefühl hat, voranzukommen. Aber Chinesisch ist etwas, das ich bei Gelegenheit gerne noch weiter lernen würde.

Würdest du noch einmal einen Roman schreiben, der in dieser Ecke der Welt spielt?

Es ist eine Fortsetzung von “Das Geheimnis der Jaderinge” geplant, die die folgende Generation behandelt. Es gilt jetzt abzuwarten, wie das erste Buch läuft und ob der Verlag an einem weiteren Buch Interesse hat. Aber grundsätzlich würde ich sehr gern wieder über China schreiben.

Erzähle uns doch ein bisschen von dem Buch “Das Geheimnis der Jaderinge”.

Um nicht zu viel zu verraten: Es geht um ein junges Mädchen, ein, sagen wir mal, recht verwöhntes junges Mädchen, das für die damalige Zeit ein ungewöhnlich privilegiertes Leben mit sehr vielen Freiheiten hatte, von ihrem Vater zum Freigeist erzogen wurde. Sie verliert ihre ganzen Privilegien, sehr unerwartet und sehr schnell. Daraufhin geht sie nach China, um dort eine Stelle als Gesellschafterin einer englischen Dame anzunehmen. Sie muss sich in einem fremden Land zurechtfinden und stößt in der Familie, für die sie arbeitet, auf ein langgehütetes Geheimnis, das sie aufklären will. Dann lernt sie nach einer ersten, schweren Enttäuschung wieder einen Mann kennen, der ihr gefällt, der allerdings aus einer völlig anderen Kultur stammt. Die Beziehung gestaltet sich von Anfang an schwierig, und es bleibt sehr, sehr lange unklar, ob sie zusammenkommen oder nicht.

In diesem Roman spielt ein Aufstand eine Rolle. Bist du über diesen Aufstand gestolpert und kam dann die Geschichte, oder war es eher umgekehrt?

Ich muss sagen: in dem Fall war es umgekehrt. Ich wollte die Geschichte schreiben, und ich wollte auch ein wichtiges Ereignis der chinesischen Geschichte mit hineinpacken. Ich habe mich über die damalige politische Lage informiert und bin auf den Taiping-Aufstand gestoßen. Davon hatte ich bereits vorher gehört, hatte aber kaum Detailkenntnisse. Ich habe mich mehr und mehr eingelesen, und das Thema gewann an Faszination, so dass der Taiping-Aufstand in dem Buch nun eine sehr wichtige Rolle spielt. Es gibt eine Rückblende, in der ausführlich über ihn berichtet wird. Ursprünglich war er nur als Ereignis im Hintergrund geplant.

Demnächst wird es eine Leserunde zu deinem Buch beim Bücherforum Büchereule geben. Genießt du den Kontakt mit den Lesern?

Es freut einen Autor natürlich immer, Feedback von den Lesern zu bekommen. Man hat aber auch Angst: es könnte darauf hinauslaufen, dass sehr viele Leser unzufrieden sind, und das ist für einen Autor frustrierend. Allerdings ist es auch gut zu wissen, was die Leute gestört hat, weil man aus Kritik durchaus lernen kann. Aber im Großen und Ganzen sind Leserunden für mich eine sehr aufregende, aber auch bereichernde Erfahrung, weil ich mitbekomme, wie Leute in das Buch einsteigen, welche Ideen ihnen beim Lesen kommen. Da sitze ich nicht mehr alleine in meinem Schreibzimmerchen und tippe vor mich hin, sondern habe Rückmeldung.

Bei zweien deiner Bücher sind die Liebespaare zwei Frauen. Macht es für dich einen Unterschied, über eine homosexuelle Liebe zu schreiben anstatt über eine heterosexuelle?

Im Großen und Ganzen: Nein. Ich kann mich in beides einfühlen. Das mit der lesbischen Geschichte hatte bei meinem Erstling, “Schwarze Seide”, auch pragmatische Gründe: ich wollte in einer gemischtrassigen Beziehung die üblichen Klischees vermeiden. Bei historischen Romanen ist es schwieriger, so eine Beziehung realistisch zu schildern, weil sie damals ein Tabu war, weil sie geheim bleiben musste. Das gibt der Geschichte aber auch zusätzliche Spannung.

Kannst du uns schon etwas über dein nächstes Projekt sagen? Dieses Jahr erscheint ja noch ein Buch von dir.

Ja, das ist „Die Ketzerin von Carcassonne“. Dieses Buch hat Parallelen zu meinem vorletzten Roman, der „Dichterin von Aquitanien“. Es spielt ungefähr zur selben Zeit, es spielt ebenfalls in Südfrankreich. Hintergrund sind jetzt allerdings die Katharer und der Albigenser-Kreuzzug. Es steht auch wieder eine historisch dokumentierte, bedeutende Frau im Mittelpunkt: Esclarmonde de Fois, manchmal Fürstin der Katharer genannt. Die Hauptfigur ist allerdings eine fiktive Gestalt einfacher Herkunft.

Wie gehst du mit historisch dokumentierten Personen um? Ist es so weit dokumentiert, dass man wirklich sagen kann: So waren sie, diesen Charakter hatten sie – oder kann man da durchaus noch eigene Züge hineininterpretieren?

Grundsätzlich kommt es darauf an, wie gut die Person dokumentiert ist. Bei Eleonore von Aquitanien konnte ich relativ wenig dazu erfinden, wobei man natürlich immer Dinge hinein interpretiert, sich Dialoge und Gedanken der Beteiligten von historisch belegten Ereignissen ausdenkt. Man hat Vorgaben, wie sie sich verhalten haben, und zieht daraus Schlüsse über ihren Charakter. Bei Esclarmonde de Foix hatte ich wesentlich mehr Freiheiten, weil nicht viel über sie bekannt ist, außer, dass sie die Katharer unterstützt hat und eine recht selbstbewusste Frau war. Aber zum Beispiel die Beziehung zu ihrem Mann – sie war sehr lange verheiratet und hatte etliche Kinder – davon weiß man nichts. Man weiß nicht, ob sie in der vermutlich arrangierten Ehe glücklich waren oder ob sie sich vielleicht gegenseitig nicht leiden konnten. Man weiß auch nicht, unter welchen Umständen sie gestorben ist. Die meisten Freiheiten hatte ich bei “Die Träume der Libussa”, weil das Sagengestalten waren. Aus denen konnte ich machen, was ich wollte.

Genießt du das dann, den Figuren eigene Charakterzüge zu verleihen?

Bei der Beschreibung von Eleonore von Aquitanien hatte ich anfangs Bedenken: Darf ich das überhaupt? Würde sie sich nicht im Grabe umdrehen, wenn sie meinen Text lesen könnte? Letztendlich habe ich mir dann gedacht: Ja, ich mache es jetzt, ich darf. Ich habe andere Romane über sie gelesen und gemerkt: alle Autoren haben sich Dialoge und Szenen über sie ausgedacht, die nicht historisch belegt sind. Es macht einem die Sache trotzdem manchmal leichter, wenn man seine eigene Figur entwerfen kann, deren Verhalten nirgends dokumentiert ist. Andererseits können historisch gegebene Tatsachen solide Bausteine für eine Geschichte sein.

Was ist das Beste daran, eine erfolgreiche Autorin zu sein, und gibt es auch irgendetwas daran, was dich nervt?

Zunächst einmal: eine herausragend erfolgreiche Autorin bin ich soweit nicht. Das ist immer relativ zu sehen. Das Beste an meiner gegenwärtigen Situation ist, dass ich machen kann, was ich gerne mache. Ich empfinde es dabei als großen Vorteil, dass ich zu Hause arbeiten kann. Ich sehe zwar durchaus gerne Leute, aber acht Stunden am Tag immer mit anderen Menschen zusammen zu sein fand ich in meinem früheren Berufsleben manchmal auch ganz schön stressig. Wenn ich jetzt Leute sehen will, dann treffe ich mich mit Freunden, und meine Arbeit mache ich daheim. Der Nachteil ist, wie in allen freien Berufen, die Unsicherheit. Es kann eine Weile laufen, und dann plötzlich nicht mehr. Es kann sein, dass der Trend sich ändert, dass irgendwann historische Romane gar nicht mehr gefragt sind und man keine andere Wahl hat, als sich umzuorientieren. Das sehe ich, weil ich eigentlich ein Sicherheitsmensch bin, als Nachteil. Dass man sich von Buch zu Buch durchkämpft, und dazwischen immer wieder in der Luft hängt.

Und hemmt dich das beim Schreiben, oder beflügelt es dich eher, zu sagen: Jetzt will ich ein besonders gutes Werk abliefern?

Ich muss sagen: Weder, noch. Denn wenn ich schreibe, dann denke ich gar nicht daran. Es geht mehr um so Sachen wie Lebensplanung. Wenn einem Fragen durch den Kopf gehen, ob man sich eine Eigentumswohnung kaufen will oder nicht, dann ist so etwas eher eine Bremse, logischerweise. Überhaupt bei der Planung von größeren Ausgaben. Ich weiß ja nicht, wie es nächstes Jahr läuft. Aber wenn es um das Schreiben als solches geht, dann ist das irrelevant. Denn da denke ich einfach nur an den Text.

Erzählst du uns noch eine Anekdote aus deinem Schriftstellerleben?

Mir fällt jetzt nur eine Geschichte ein, die mich sehr glücklich gemacht hat. Ich habe ungefähr zwei Jahre vor der Veröffentlichung meines ersten Romans Sarah Waters für mich entdeckt und war sofort total begeistert von dieser Autorin. Mein Traum war, auch so schreiben zu können wie sie. Dann erschien mein Erstling, “Schwarze Seide”. Ich surfte an einem Wochenende im Internet und stellte fest, dass er bei Amazon zusammen mit dem neuesten Buch von Sarah Waters angeboten wurde, mit dem Vermerk: Kunden kaufen oft zusammen. Da machte ich im Geiste Luftsprünge.

Als letzter Punkt eine etwas schwierige Frage: Gibt es eine Frage, die dir schon immer mal jemand stellen sollte, aber niemand hat sie jemals gestellt? Die du gerne beantworten würdest?

Hm. Vielleicht so etwas wie: Was würden Sie gerne von Ihren Lesern wissen? – Dann soll ich wahrscheinlich auch gleich die Antwort sagen? Also, grundsätzlich hätte ich, wenn Kritik kommt, lieber konstruktive Kritik – das mag wahrscheinlich jeder lieber. Außerdem Hinweise darauf, was Leuten in den Büchern besonders gefallen hat. Vielleicht auch einmal Vorschläge, was für Bücher sie in Zukunft gerne hätten, das fände ich auch nicht schlecht. Einfach als Anregung für mich.

Dann sage ich herzlichen Dank für dieses Interview und alles Gute für “Das Geheimnis der Jaderinge” und “Die Ketzerin von Carcassonne”.

Danke!

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Tanja Kinkel – Das Spiel der Nachtigall

Über Walther von der Vogelweide zu schreiben ist nach dem Meilenstein von Viola Alvarez “Wer gab Dir, Liebe, die Gewalt” ein gewagtes Unterfangen. Tanja Kinkel ist das Risiko eingegangen und hat einem Walther Leben eingehaucht, der so ganz anders ist, aber genauso lebensecht.
Walther ist hier ein Mensch, der sehr von sich eingenommen ist, der weiß was er will und das auch durchsetzt, meistens mit scharfzüngigen Bewerkungen und ohne Rücksicht auf andere. Er ist ein politischer Intrigant, der mit seinen Liedern politische Einflußnahme nimmt. Sehr geschickt sind hier auch immer wieder seine Lieder eingeflochten. Er war mir nicht von Anfang an sympathisch, erst als er mehr und mehr über seinen eigenen Tellerrand hinaussieht, ist er mir ans Herz gewachsen.
Ihm zur Seite gestellt ist eine fiktive Figur, die jüdische Ärztin Judith, die aber nicht weniger lebendig und authentisch ist wie ihr männlicher Gegenpart. Ihre Handlungen, seien sie nach außen auch noch so undurchsichtig und anscheinend selbstsüchtig, sind immer nachvollziehbar – bis auf eine, mit der sie Walther zutiefst verletzt. Die Entwicklung der Beziehung der beiden geht parallel mit der politischen Entwicklung, während sie letzteres immer versuchen zu beeinflussen, fällt ersteres irgendwie hinten runter.
Die politischen Verhältnisse des 12./13. Jahrhunderts in Deutschland werden sehr anschaulich dargestellt, die historischen Personen wirken sehr lebendig, was soweit geht, dass ich um sie weine, wenn sie sterben. Es sind vor allem die Frauen, auf denen der Fokus liegt, aber auch in die Männer kann sich die Autorin ausgezeichnet hineinversetzen und bringt sie und ihre Gefühlswelt dem Leser näher.
Tanja Kinkel hat einen eigenen Meilenstein in der Betrachtung des Lebens von Walther von der Vogelweide geschaffen und damit wieder einmal bewiesen, dass sie zu den besten deutschsprachigen Autoren historischer Romane gehört.

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Interview mit Nicole C. Vosseler

Nicole C. Vosseler Liebe Nicole, herzlichen Dank, dass du dich bereiterklärt hast zu einem Interview auf dem Blog „Nacht-Gedanken“. Stellst du dich uns bitte kurz vor?

Mein Name ist Nicole C. Vosseler. Seit einigen Jahren bin ich freiberufliche Autorin. Ich habe mittlerweile acht historische Romane geschrieben, für Erwachsene, Jugendliche und jugendlich Gebliebene. Ich lebe in Konstanz am Bodensee.

Wofür steht das „C“ in deinem Namen?

Das „C“ steht für meinen zweiten Taufnamen, Claudia.

Du hast vor kurzem dein 10jähriges Jubiläum als Autorin gefeiert. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Zum Schreiben bin ich gekommen, weil ich schon als Kind diese Vorstellung faszinierend fand, dass es tatsächlich Menschen gibt, die die Geschichten schreiben, die nachher zwischen Buchdeckeln im Regal stehen, die man herausziehen kann und in die man abtauchen kann. So entstand doch recht früh bei mir der Wunsch, das auch zu machen, selber einzutauchen und diese Geschichte, die ich in meiner Vorstellung erlebe, auch sinnlich erlebe, dann aufzuschreiben, so dass dann hoffentlich auch andere in diese Geschichte eintauchen können.

Wie findest du deine Geschichten – oder finden sie dich?

Teils, teils. Also, ich begebe mich schon einerseits aktiv auf die Suche: dass ich immer wieder schaue: Was interessiert mich? Worüber mag ich gerne schreiben? Manchmal sind es auch nur Elemente wie jetzt zum Beispiel bei „Sterne über Sansibar“: Ich hatte ganz ganz lange einen schönen Artikel über Sansibar, die Gewürzinsel, in meinem kleinen Archiv und ich habe immer gedacht: Ich möchte eines Tages über Sansibar schreiben. – Die Geschichte über Salima, die hat mich dann tatsächlich gefunden. Ich denke, das Sich-finden-lassen erfordert schon eine gewisse Bereitschaft, da zu sein, offen zu sein. Ich denke, zum größeren Teil ist es wirklich, dass man gefunden wird von den Geschichten.

Magst du uns erzählen, wie Salima dich gefunden hat?

(Lacht) Salima hat mich gefunden, während ich noch am „Safranmond“ gearbeitet habe. Während der Arbeit am „Safranmond“ habe ich mich mit den 18 Sultanaten im Südwesten der Arabischen Halbinsel beschäftigt. Irgendwann in einer Arbeitspause habe ich mir die Frage gestellt: Was war eigentlich weiter im Osten der Arabischen Halbinsel los? Ich wusste, da ist das Sultanat von Maskat und Oman, aber was sich zu der Zeit, in der der „Safranmond“ spielt, dort zugetragen hat, wusste ich gar nicht. Da habe ich einfach aus Neugierde mal nachrecherchiert, und dann kam ich sehr schnell auf Salimas Vater, und über ihn auf sie. Ihre Geschichte hat mich dann relativ schnell gepackt. Um so mehr, je mehr ich über sie in Erfahrung gebracht habe. Dann war auch doch sehr früh dieser Punkt da, an dem ich gesagt habe: Diese Geschichte ist klasse! Die muss ich erzählen, das ist mir ein Bedürfnis!

Hast du einen bestimmten Schreibrhythmus, und was tust du, wenn es mal nicht so gut läuft?

Schreibrhythmus? Ich bin ein absoluter Nachtarbeiter. Ich fange in der Regel nachmittags um 15 Uhr an damit, das was ich am Tag vorher und auch in der Woche vorher geschrieben habe, noch mal zu überarbeiten. Ich sitze dann am Schreibtisch bis in der Regel nachts um 1 oder 2, weil ich immer finde: Die beste Zeit zum Schreiben neuer Texte ist für mich zwischen 22 Uhr und 1 Uhr. Gegen Ende eines Buches wird es dann immer später. Ich schreibe dann auch oft bis gegen Morgen. Wenn es mal nicht so läuft, habe ich die Erfahrung gemacht, schaue ich, ob ich irgendwo in den Kapiteln vorher eine falsche Abzweigung genommen habe, oder ob irgendetwas schief ist. Wenn ich da den Fehler gefunden habe, geht es auch meistens besser. Wenn ich merke, es ist einfach gerade überhaupt nichts zu machen, dann lasse ich auch mal den Text zwei, drei Tage liegen und mache etwas anderes, lese oder ich gehe raus in eine Ausstellung oder raus an den See, und dann geht es dann auch wieder.

Wo und wie schreibst du am liebsten? Brauchst du bestimmte Bedingungen zum Schreiben?

Ich schreibe ausschließlich bei mir an meinem Schreibtisch, wobei ich die Geschichte an sich gedanklich überall mit hinnehme. Ob ich jetzt bügele, oder Büroarbeit mache, oder einkaufen gehe, gedanklich bin ich immer bei der Geschichte. Aber aktiv daran schreiben, das passiert bei mir nur am Schreibtisch. Bedingung ist: Alles, was es an Kleinkram zu erledigen gibt, ob das jetzt Büro ist oder Haushalt, das muss erledigt sein, bis ich am Schreibtisch sitze. Am liebsten ist es mir, wenn es draußen schon dunkel ist. Deswegen ist eigentlich auch immer der Winter für mich die schönste Zeit zum Schreiben. Ich habe immer Kerzen an, und ich habe immer eine Kanne mit Tee auf dem Schreibtisch.

Welche Phase eines Buches ist für dich die anstrengendste?

Der Anfang ist insofern anstrengend, als dass er sehr viel mehr Zeit verschlingt und Unsicherheiten mit sich bringt: die Anfangsfäden überhaupt mal auszulegen für eine Geschichte. Auch die Charaktere sich vertraut zu machen. Ich kenne sie zwar schon, wenn ich anfange zu schreiben, aber sie sind mir einfach noch nicht so vertraut. Ich habe so als Faustregel: Die ersten 50 Seiten eines Buches gehen immer am langsamsten voran. Die letzten 50 gehen immer am schnellsten, aber die empfinde ich auf eine andere Art als sehr anstrengend: Es läuft zwar, es kommt jeden Tag sehr, sehr viel Text zusammen, aber es ist mental und körperlich anstrengend: Alle Fäden, die man da in der Hand hat, auch in der Hand zu behalten und am Schluss zusammenzuführen, und da keinen fallen zu lassen unterwegs.

In welchem Genre möchtest du gerne noch mal ein Buch veröffentlichen, und was hält dich momentan davon ab?

Es wird insofern ein neues Genre geben, als ich im nächsten Jahr wieder ein Jugendbuch schreiben werde. Es ist in der Jetztzeit angesiedelt, die hauptsächliche Handlung. Es wird auch historische Elemente haben, es wird aber auch einen leichten Einschlag ins Fantasy-Genre haben, bzw. ins Paranormale. Was ich wahnsinnig gerne einmal schreiben würde, wäre ein richtig brutaler, blutiger, abgründiger Psychothriller. Was mich davon abhält? Ich glaube, da brauche ich noch so ein bisschen Zeit, vielleicht auch ein bisschen Mut, aber vorstellen könnte ich es mir. Und irgendwann möchte ich auch noch einmal ein Buch schreiben, das quietscherosa, sehr leicht und lustig daherkommt, aber ich glaube, da muss ich einfach noch ein paar andere Themen vorher abarbeiten.

Welches Genre liest du gerne selbst, und hast du einen Lieblingsautor?

Ich lese selber eigentlich so ziemlich alles, außer Science Fiction und High Fantasy. Klassiker, zeitgenössisch, Thriller. Lieblingsautor, der mich nach wie vor immer noch begeistert, allein durch den Sprachstil und auch durch seine Figurenzeichnung, ist E.M. Forster. Ich bin ein großer Fan von A.S. Byatt, vor allem „Besessen“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Inzwischen mag ich auch sehr die Thriller von Chelsea Cain und Tana French.

Hast du ein literarisches Vorbild?

In meiner Vita steht Margaret Mitchell, und da stehe ich auch nach wie vor dazu. Denn ich finde, „Vom Winde verweht“ ist eines der großartigsten Bücher überhaupt, allein durch diese unglaublich geniale Verflechtung von Fakten und Fiktion, und in dieser Hinsicht ist es immer so für mich die Messlatte, die ich an meine eigenen Bücher anlege.

Welche Musik hörst du am liebsten, und lässt du dich von Musik beim Schreiben inspirieren?

Musik ist ganz ähnlich wie bei Büchern, da ist bei mir auch so querbeet alles dabei. Inspiration finde ich meistens in Soundtracks, sinfonischen Soundtracks. Da sehe ich eigentlich immer sofort Bilder und Szenen und habe Atmosphäre im Gefühl, und die höre ich dann auch immer beim Schreiben. Beim Jugendbuch wird es etwas anders, da habe ich mir auch schon eine kleine Playlist zusammengestellt. Da habe ich sehr viel von Linkin Park und von HIM dabei.

Du hast uns vorhin verraten, du wohnst in Konstanz. Gibt es eine andere Stadt, in der du leben möchtest?

Eigentlich: Nein. Wirklich leben: Nein. Einen zeitweisen Aufenthalt könnte ich mir sehr gut in San Francisco vorstellen, das fände ich interessant.

Wie hoch ist dein aktueller SUB?

Ich würde mal schätzen, so 100-150.

Du hast vorhin gesagt, dein übernächstes Projekt ist ein Jugendbuch. Was erscheint als nächstes, kannst du uns da schon ein bisschen was dazu verraten?

Als nächstes erscheint ein Roman, der als historischen Hintergrund den Sudan-Feldzug der Briten 1882-1885 hat. Es ist eine Geschichte um neun sehr lebenslustige junge Menschen, fünf junge Männer, vier junge Frauen, deren Leben durch diesen Feldzug unwiderruflich verändert wird. Eine Geschichte vom Leben und vom Tod, vom Krieg, und auch eine Geschichte darüber, was Menschen für die Liebe ihres Lebens zu tun bereit sind.

Hast du ein Lieblingsbuch unter deinen Büchern?

Grundsätzlich ist es immer das jüngste Buch, was eine Zeitlang mein Lieblingsbuch bleibt. Ansonsten eigentlich: Nein. Ich liebe jedes meiner Bücher auf eine ganz eigene Art. Jedes hat für mich etwas Besonderes. Ich habe auch für jedes ein ganz eigenes Gefühl. Also gerade „Sterne über Sansibar“ ist ein Buch, dem ich immer noch ein bisschen ambivalent gegenüberstehe. Weil ich es einerseits sehr sehr liebe und mir dieses Buch unglaublich wichtig war. Andererseits war es eine sehr harte Zeit mit dem Buch, aufgrund des Stoffs. Es ist auch für mich das Buch, was am meisten mit Selbstzweifeln behaftet ist. Natürlich ist das erste Buch, das war „Südwinde“, auf seine Art etwas ganz Besonderes, weil es eben das erste war. Und so hat jedes Buch so eine ganz eigene Empfindung für mich.

Was ist das Beste daran, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu sein, und was ist das Nervigste?

Also, erfolgreich ist auch schon wieder Definitionssache. Bin ich erfolgreich? Ich weiß es nicht. Auf eine Art bestimmt. Das Beste ist, dass ich wirklich das Schreiben zu meinem Beruf gemacht habe, dass ich das Schreiben jetzt wirklich leben kann, jeden Tag. Das Nervigste ist, dass es eine ganz normale Selbständigkeit ist und ich furchtbar viel Büroarbeit habe und mich mit Steuersachen abplagen muss, mit Buchhaltung und solchen Dingen. Da könnte ich eigentlich darauf verzichten, aber es gehört dazu. Und es gibt auch durchaus Momente, da ist es ein gutes Gefühl zu wissen: ich bin so mein eigenes kleines Eine-Frau-Unternehmen.

Erzählst du uns eine Anekdote aus deinem Schriftstellerleben?

Hm. Da gibt es so viele.

Du darfst uns auch zwei erzählen. (Beide lachen.)

Da muss ich erst mal überlegen. – Ja, also, es gibt bei jedem Buch Momente, die ich als „Gänsehaut-Momente“ bezeichne. Das sind die Momente, in denen die Fiktion und die historische Realität ineinander übergehen. Ich habe ein ganz wunderbares solches Erlebnis gehabt, als ich am „Safranmond“ gearbeitet habe. Ich hatte da die Figur des Richard Francis Burton, den meine Heldin Maya sehr liebt, ihre erste stürmische Liebe als Kind und als junge Frau. Ich hatte den Roman fertig geplant, ich hatte das Exposé geschrieben, ich hatte es gerade ins Lektorat gemailt, und im Hinterkopf wollte ich noch irgendeine Jahreszahl nachschlagen über Richard Francis Burton, wann er jetzt genau – in welchem Jahr er in Kairo war. Während ich in der Biografie blätterte, klebten zwei Seiten in dieser Dünndruckausgabe aneinander. Ich habe die dann auseinanderbekommen und fand genau zwischen diesen beiden Seiten ein Gedicht, das Richard Francis Burton geschrieben hat, über ein kleines Mädchen, das ihm in ihrer Unschuld sein Herz und seine Seele stahl und sie immer noch hat. Und das passte so genau zu der Geschichte, die ich geschrieben hatte. Dass ich dieses Gedicht, das ich vorher bewusst nicht kannte, gefunden hatte, nachdem ich die Geschichte so entwickelt hatte – und es passte so genau. Also, mir macht es immer noch Gänsehaut. Diese magischen Momente beim Schreiben, die sind einfach unvergesslich.

Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten, und keiner hat sie bisher gestellt?

Ich glaube, das gibt es gar nicht. Gerade über Leserunden, da wird immer so viel Schönes gefragt zu meinen Büchern. Ich mache mir zwar beim Schreiben schon immer so meine Gedanken, was nachher die Reaktionen sein werden und was an Fragen kommt und an Überlegungen … Eigentlich bin ich da jedesmal aufs Neue völlig verblüfft und glücklich, was da in den Lesern vor sich geht und wie sie sich mit dem Buch beschäftigen und sich Gedanken darüber machen, wie so ein Buch entsteht. Das überwältigt mich immer, und da fühle ich mich dann auch immer irgendwie ganz reich beschenkt. Es ist eigentlich immer mehr und besser als das, was ich mir vorher vorgestellt habe.

Also du hast schon das Gefühl, dass auch Leserunden dir als Autor etwas bringen – nicht nur dem Leser?

Ja, auf jeden Fall. Also, ich möchte auf jeden Fall immer Feedback haben. Es geht weniger darum, dass ich jetzt unbedingt gelobt werden will, obwohl es natürlich toll ist, da freue ich mich immer, keine Frage. Ich finde es so faszinierend, zu sehen, wie sich Leser damit beschäftigen, was in ihnen vor sich geht, was sie empfinden, wenn sie so ein Buch von mir lesen. Ich lerne dabei sehr, sehr viel darüber, wie Schreiben funktioniert. Ich versuche natürlich immer, auch noch besser zu werden und noch besser zu schreiben und noch besser das zu vermitteln, was ich sagen möchte. Ich mag auch einfach den Kontakt zu Lesern, und sei es jetzt auch „nur“ virtuell. Ansonsten ist das Schreiben dann doch so eine Einbahnstraße. Man schickt dieses Buch in die Welt hinaus, und … so kommt dann doch irgendwie etwas zurück, und das finde ich einfach sehr sehr schön. Das möchte ich auch nicht mehr missen.

Trifft dich Kritik persönlich, oder kannst du das trennen?

Es kommt darauf an. Es gibt ja doch immer mal wieder Kritik, die auch absolut persönlich gemeint ist. Da muss ich mir immer selber sagen: Ja, es mag persönlich gemeint sein, aber die Person kennt mich in der Regel ja auch nicht persönlich. Die hat eine Vorstellung, wer Nicole C. Vosseler ist, aber das bin nicht unbedingt ich. Ansonsten kann ich das eigentlich schon trennen. Es tut zwar weh, denn in jedem Buch steckt ja doch sehr, sehr viel Herzblut und sehr viel Arbeit. Es kommt für mich auch immer darauf an: Was ist es für Kritik? Ist es wirklich subjektiv, weil halt jemandem ein Charakter nicht sympathisch ist? Das ist für mich wie im richtigen Leben auch: nicht jeder kann mit jedem. Sachliche Kritik versuche ich natürlich, mir zu Herzen zu nehmen. An dem geschriebenen Buch kann ich in der Regel nichts mehr ändern, aber ich versuche dann einfach, beim nächsten Buch noch mehr darauf zu achten: ist es plausibel, ist es nachvollziehbar für den Leser?

Dann sage ich ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem neuen Buch!

Vielen Dank!

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Claudia Weiss – Schandweib

Historische Romane, die von Frauen handeln, die in Männerkleidern und -berufen unterwegs sind – da war mein Reflex bisher: Finger weg! Aber Claudia Weiss schafft es mit ihrem Debütroman Schandweib, mich diese Haltung überdenken zu lassen. Nicht nur schildert sie glaubhaft bei dem im Hamburg des beginnenden 18. Jahrhunderts spielenden Roman die Gründe für das Anlegen von Männerkleidern, sondern lässt uns auch tief in das Innenleben ihrer Protagonistin Ilsabe Bunk blicken. So erleben wir eine zutiefst verletzliche Frau, die nicht nur aus praktikablen Gründen lieber als Mann zur Welt gekommen wäre. Was hier aus ihrem Leben ans Licht gezerrt wird, lässt nicht nur Mitleid, sondern auch Mit-Gefühl beim Leser aufkommen.

Auch der zweite Protagonist Hinrich Wrangel wird sehr intensiv und berührend beschrieben. Der Leser begleitet ihn vom Antritt seiner Stelle bis zum Abschluß des Falles der Ilsabe Bunk. Nebenbei lernt man auch noch etwas über das hamburgische Rechtssystem, die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit, die Gebräuche des Judentums und etlicher anderer Zeit bezogener Vorkommnisse. Insgesamt hatte ich den Eindruck eines sehr gut recherchierten und sprachlich auf hohem Niveau agierenden Roman. Claudia Weiss ist ein Name, den man sich als eifriger Leser historischer Romane merken muss.

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Premiere Die schöne Galathée/Häuptling Abendwind, 08.01.2012, Kammeroper München im Künstlerhaus

Über diese Premiere habe ich drüben bei mucbook geschrieben.

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Hänsel und Gretel, 02.01.2012, Gärtnerplatztheater

Hänsel und Gretel Zum vorerst letzten Mal – hoffentlich! – fiel der Vorhang nach 486 Aufführungen für die beliebte und immer ausverkaufte Vorstellung von „Hänsel und Gretel“. Es wäre sehr schön, wenn die zwar sicher im wörtlichen, nicht im übertragenen Sinn schon etwas angestaubte Inszenierung von Peter Kertz den halben Tausender vollmachen könnte. Abschied nehmen muss ich jedenfalls vorläufig von der schönen Tradition, am 23.12. jeden Jahres eine Aufführung zu besuchen. Die Gerüchteküche besagt, dass es an der BSO 2013 eine Neuproduktion des Stückes geben soll, die Inszenierung ist noch etwas älter als die im schönsten Theater Münchens. Hoffentlich macht man nicht so einen Mist draus wie im Royal Opera House.

Wie es sich für eine Abschiedsvorstellung gehört, war es eine der besten der Serie, sieben von acht habe ich gesehen. Ann-Katrin Naidu bestach als Hänsel, es ist wirklich immer wieder erstaunlich, wie eine erwachsene Frau einen Knaben so überzeugend rüberbringen kann. Thérèse Wincent als Gretel mit ihrem hellen, aber gut hörbaren Sopran ist die Idealbesetzung für diese Rolle, kindlich, aber wenns drauf ankommt, schubst sie auch ne Hexe in den Ofen. Der Abendsegen war wieder so – hach. Seufz. Stefan Sevenich als Vater Peter hat mir an diesem Abend am Besten gefallen von seinen drei Vorstellungen, mit viel Sinn für Komik bei Rallalala, rallalala und einem Schuss Dämonik beim Hexenritt. Rita Kapfhammer in der Rolle der Mutter Gertrud stand ihm in nichts nach und sang, als ob sie eine ihrer Paraderollen Carmen oder Isabella interpretieren würde. Man merkt einfach, dass die Sänger dieses oft fälschlicherweise als Kinderstück angepriesene Werk ernst nehmen. Cornel Frey als Hexe hatte zur Feier des Tages eine extra-Warze im Gesicht und sang und spielte seine Rolle wie immer ganz hervorragend. Auch der Kinderchor war wieder eine helle Freude und am Ende hatte ich nicht nur eine Gänsehaut, sondern auch ein Tränchen im Augenwinkel. Last but not least trug das Orchester unter Oleg Ptashnikov einen erheblichen Teil zum Gelingen des Abends bei.

Mir bleibt nur zu hoffen, dass dieses wundervolle, mit der neueren Geschichte des Theaters eng verbundene Stück, nicht sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet, sondern zu gegebener Zeit in neuem Glanz erstrahlt und noch viele kleine und große Herzen höher schlagen lässt.

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Neujahrskonzert, 01.01.2012, Gärtnerplatztheater

Das Gärtnerplatztheater versprach mit dem NJK 2012 ein klangvolles Orchesterprogramm.
Dieses Vorhaben stellte sich aber nur bei eingen Stücken des Abends ein. Als erster Walzer des Konzertes erklang Freudengrüße op.105 von Johann Strauß Vater, ein Walzer der dem Zuhörer nicht gerade in Erinnerung bleibt, nicht nur weil das Orchester  (Gruppe der ersten Geigen) noch nicht zu der gewohnt guten Form gefunden hatte. Dirigentin Catherine Rückwardt und die Musiker präsentierten als nächstes, die von Maurice Ravel orchestrierten, 4 Sätze aus aus Robert Schumanns Carnaval op. 9.
Sehr engagiert ging es weiter mit Emile Waldteufel. Schön klagen die Kompositionen: Sous la voute étoilée, Les Patineurs und Amour et Printemps.
Nach der Pause standen drei Stücke von Josef Strauss auf dem Programm. Der Delirien Walzer, Die Libelle und die Polka Aus der Ferne. Frau Rückwardt wählte zügige Tempi, mit mehr Ruhe hätten die Stücke ihren Charme behalten. Die Moderation hatte wieder Intendant Dr. Peters übernommen, der diesmal allerdings hin und wieder nicht ganz bei der Sache war.
München, Ein Gedächtniswalzer erklang auch, Richard Strauss schrieb ihn als Hommage an München und verarbeitete darin auch die Angriffe auf München im Krieg. Als letztes Stück vor den Zugaben, wurde der Walzer Seid umschlungen Millionen op. 443 von Johann Strauss gespielt, leicht zerfallen durch die Tempowechsel der Dirigentin.
Zugaben: Unter Donner und Blitz, Radetzky-Marsch und nach dem Ausruf der Dirigentin: Sollen wirs noch mal Donnern lassen, ein weiteres mal Unter Donner und Blitz.
Frau Rückwardt kenne ich als gute und sehr engagierte Operndirigentin seit ihrer Frankfurter und Mainzer  Zeit. Das Orchester des Gärtnerplatztheaters schätze ich seit vielen Jahren, aber diesmal sollte es nicht sein.

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Interview mit Sina Beerwald

Sina Beerwald Liebe Sina, herzlichen Dank, dass du dich bereit erklärt hast für ein Interview auf dem Blog „Nacht-Gedanken“. Du hast bisher vier historische Romane veröffentlicht. Stellst du dich uns bitte kurz vor?

Hallo Corinna! Vielen Dank für das Interview! Ich bin 1977 in Stuttgart geboren und habe, genau wie du gesagt hast, jetzt schon vier historische Romane veröffentlicht. Die spielen alle im 18. Jahrhundert und sind bei Heyne erschienen. Jetzt begebe ich mich auf kriminelle Abwege und arbeite an einem Thriller.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe mich mit zehn Jahren vor meinen Vater hingestellt und habe gesagt: „Papa, ich werde mal Schriftstellerin!“ Woraufhin er dann meinte: „Kind, lern was Ordentliches!“ Das habe ich dann eben auch brav gemacht, ich habe Bibliothekswesen studiert und habe sieben Jahre als leitende Bibliothekarin gearbeitet, aber das Schreiben war immer in mir drin. Ursprünglich wollte ich auch nur ein Buch schreiben, um für mich selbst zu sehen, ob ich so ein Projekt überhaupt stemmen kann, ob ich so ein Buch jemals zu Ende schreiben könnte. Dass das dann aber auch tatsächlich einen Verlag findet, hätte ich nie gedacht.

Du hast ja wie gesagt vier historische Romane mit sehr unterschiedlichen Geschichten veröffentlicht. Wie findest du deine Geschichten – oder finden sie dich?

Meine Romane haben alle ein Handwerk zum Thema. Das ist immer meine Ausgangsbasis: ein altes Handwerk, das wir bis heute noch kennen. Im ersten Buch war es das Goldschmieden, im zweiten Buch das Uhrmacherhandwerk, im dritten war es die Parfumherstellung. Und im vierten Buch die Medizin – die man im 18. Jahrhundert durchaus zum Handwerk zählen kann. Ja, ich würde schon sagen, ich mache mich auf die Suche, aber dann finden mich die Geschichten. Wenn ich in Archive gehe zum Beispiel. Bei der Goldschmiedin war es ein einziger Satz, und dann war die Idee da.

Hast du einen bestimmten Schreibrhythmus, und was tust du, wenn es mal nicht so gut läuft?

Ich bin ja mittlerweile komplett selbständig als Autorin und natürlich, da muss man einen gewissen Rhythmus einhalten. Auch eine Muse hat ihre Geschäftsstunden. Ich schreibe sehr gerne nachts. Nur meine Schreibtischlampe an und nichts um mich herum, was mich stören könnte. Aber natürlich ist vormittags auch viel Büroarbeit dran. – Was wolltest du noch wissen?

Was du tust, wenn es mal nicht so gut läuft.

Durchhalten. Das hilft alles nichts. Ich verzweifle daran nicht, sondern ich überlege mir: Warum läuft es gerade nicht gut? Meistens ist es deshalb, weil es irgendwo in der Geschichte klemmt. Dass ich vielleicht eine Figur in eine Richtung haben will, die die Figur nicht will, und da schaue ich dann mal, woran es liegt.

Deine Figuren sind also sehr lebendig.

Ich habe durchaus so meine Diskussionen mit meinen Figuren. Das ist mir jetzt erst bei meinem letzten Buch passiert, dass ich vor meinem Laptop saß und lauthals vor mich hinschimpfte und sagte: „Jetzt reichts aber!“, weil ich mich gerade so in Diskussion mit meinem etwas bärbeißigen Leibarzt befunden habe. Natürlich, man lebt mit den Figuren mit, und ab einem gewissen Punkt entwickeln die auch ihr Eigenleben, ja.

Und wer setzt sich am Ende dann durch?

Ja, natürlich ich, das ist ja ganz klar (lacht).

Welche Phase eines Buches ist für dich die anstrengendste?

Könnte ich so gar nicht sagen. Die Phasen sind alle, jede für sich, schön und anstrengend.

Du wechselst jetzt in ein anderes Genre. Du hast gesagt, du begibst dich auf kriminelle Abwege. Das heißt, du hast im historischen Bereich geschrieben, du schreibst jetzt im Thriller-Bereich. Gibt es noch ein weiteres Genre, in dem du gerne schreiben möchtest, und wenn ja, was hält dich davon ab?

Naja, abhalten tut mich so gesehen eigentlich gar nichts. Der Verlag hat auch sehr offen auf meinen Wunsch reagiert, mich jetzt auch noch in einem anderen Genre ausprobieren zu wollen. Ich bin Preisträgerin des „NordMord-Award“ geworden dieses Jahr, das ist der Krimipreis für Schleswig-Holstein. Ich habe schon auch mal vor, vielleicht auch etwas Lustiges zu schreiben, etwas Komisches. Ja, ich kann mir schon noch ein paar Sachen vorstellen.

Welche Bücher liest du selbst am liebsten, und hast du einen Lieblings-Autor?

Ich muss sagen, seit ich selber schreibe, ist es mir relativ mühsam geworden, selbst Bücher zu lesen, weil ich immer aufs Handwerk schaue. Ich kann gar nicht mehr genusslesen. Es ist schwer, mich zu überzeugen. Auf Texte von nicht-zeitgenössischen Autoren kann ich mich besser einlassen. Ich lese unheimlich gerne Goethe, aber auch Hermann Hesse, so in die Richtung dann.

Hast du literarische Vorbilder?

Nein. Könnte ich so nicht sagen.

Welche Musik hörst du am liebsten, und lässt du dich von Musik beim Schreiben inspirieren?

Also ich höre grundsätzlich gerne Musik mit kraftvollen Stimmen, das mögen männliche oder weibliche Stimmen sein. Natürlich gibt es immer bei jedem Buch gewisse Lieder, die mich begleiten. Das sind meistens nur zwei oder drei Lieder, die ich dann immer und immer wieder am Stück höre, so dass ich gar nicht mehr eigentlich auf die Musik selber achte, aber sie begleitet mich dann beim Schreiben, ja.

Kannst du da Beispiele nennen für deine Bücher?

Also gerade aktuell, ist es Wolfsheim, „Kein Zurück“, ist es Falco, „Out of the Dark“, und dann höre ich noch von Unheilig „Geboren um zu leben“.

Du hast vorhin gesagt, du schreibst am liebsten nachts. Brauchst du bestimmte Bedingungen dazu?

Komplett alle Lichter aus, nur die Schreibtischlampe an. Ich bin aber kein Mensch, der jetzt nur an einem bestimmten Ort schreiben kann. Ich kann auch in einem Cafe schreiben, ich kann im Zug schreiben, das ist völlig unabhängig. Kommt aber ein bisschen auf die Szene an.

In welcher Stadt würdest du gerne leben?

Gar nicht unbedingt in der Stadt. Große Städte besuche ich gerne, aber ich würde nicht dort leben wollen.

Du lebst jetzt nicht in der Stadt, demnach?

Ich lebe mittlerweile in Norddeutschland, auf dem schönen flachen Land, das Meer in der Nähe, und das ist für mich schön.

Wie hoch ist dein aktueller SUB?

Der ist – würde ich sagen – ich habe sie nicht gezählt, aber ich würde sagen, so irgendwo zwischen 50 und 100. Und ich befürchte, wenn ich irgendwann dann jetzt doch mal auf die EBook-Schiene komme, dann wird das noch mehr (lacht).

Machen dir Lesungen Spaß, und wie bereitest du dich darauf vor?

Lesungen machen mir sehr viel Spaß, weil das für mich auch eine der wenigen Gelegenheiten ist, mit den Lesern in Kontakt zu kommen, unmittelbar die Reaktionen zu bemerken. Ich bereite mich vor, indem ich die Szenen auswähle, die ich gerne lesen würde, die dann einen roten Faden ergeben. Aber ansonsten bin ich da sehr frei. Ich erzähle dann auch gerne das, was die Leute wissen wollen, was sie mich fragen – das ist dann jedesmal anders.

Du hast gerade den Kontakt zu den Lesern angesprochen – du hast ja auch immer schon Leserunden gemacht. Machst du sie gerne – ist es auch für dich ein Gewinn?

Ja. Unbedingt. Das möchte ich nicht missen, die Leserunden im Internet, denn da erlebe ich sehr engagierte Leser, die mir wirklich Kapitel für Kapitel Feedback zu meinem Buch geben. Das ist für mich wichtig, auch für die Weiterentwicklung, weil ich einfach merke: Wie kommen bestimmte Dinge an, und wie kann ich mich zum Beispiel auch beim nächsten Buch verbessern.

Du hast vorhin erzählt, es kann ein bestimmter Satz sein, der dich zu einem Buch inspiriert. Wie geht es dann weiter?

Ich bin jetzt keine Autorin, die komplett durchplant. Das heißt also auch: Ich kenne zwar das Ende, wenn ich anfange, zu schreiben, aber ich weiß nicht, ob es so ausgehen wird. Das heißt, da ist durchaus immer noch eine Eigendynamik drin bei mir beim Schreiben, und ich plane dann eher kapitelweise weiter.

Dein aktuelles Projekt hast du vorhin schon angesprochen. Kannst du uns ein bisschen mehr dazu sagen?

Mein Thriller wird „Hypnose“ heißen, und genau darum geht es auch in dem Buch. Es geht um die Frage: Inwieweit lässt sich ein Mensch unter Hypnose beeinflussen? Lässt sich der freie Wille eines Menschen überhaupt beeinflussen? Ich habe eine Protagonistin, die ist Journalistin. In deren Freundeskreis geschieht ein kaltblütiger Mord, und die Freundin ist auch geständig. Nur Inka, meine Protagonistin, die glaubt nicht an eine Schuld ihrer Freundin. Als sie nun versucht, herauszufinden, was da passiert ist, gerät sie selber in einen Strudel aus Angst und Paranoia, und schlussendlich ist ihr eigenes Leben in Gefahr.

Wie bist du zu der Geschichte gekommen?

Diese Geschichte hat mich genauso gefunden. Ich wusste, wenn ich jemals einen Thriller schreibe, was ich schon lange vorhatte, wird sich das um das Thema Hypnose drehen, weil das für mich ein ganz faszinierendes Feld ist: Auf der einen Seite ist Hypnose für Therapiezwecke äußerst geeignet, und auf der anderen Seite ist es ein Mysterium. Es ist der direkte Zugang zu unserem Unterbewusstsein. Und es ist die Frage: Können wir diesen Menschen, die diese Hypnose mit uns machen, können wir denen wirklich vertrauen?

Hast du dich mal selber in Hypnose versetzen lassen?

Ja, das gehört dazu. Wenn ich recherchiere – alles, was nicht im Strafgesetzbuch vorkommt, was ich recherchieren kann, recherchiere ich. Genauso gehört dazu natürlich auch, dass ich mich mehrmals in Hypnose habe versetzen lassen. Das ist natürlich schon sehr prickelnd und aufregend, wenn man auch schon so einen Plot im Hinterkopf hat.

Und wie war das Gefühl?

Ja, wenn man jetzt auch Hypnose beschreiben könnte! Man bekommt eigentlich alles mit. Es fühlt sich ein bisschen an wie autogenes Training, was vielleicht viele kennen. Es ist aber ein noch tieferer Trancezustand. Man merkt das insbesonders, wenn man wieder zurückgeholt wird aus der Hypnose. Es wird einem auch empfohlen, erst einmal eine halbe Stunde kein Auto zu fahren, denn man steht wirklich ein Stück weit neben sich. Was es natürlich dann noch gibt, das sind sogenannte post-hypnotische Suggestionen, wozu auch Amnesien gehören. Das heißt also auch, ein Hypnosetherapeut kann mir suggerieren, dass ich nicht mehr weiß, was innerhalb der Hypnose gesagt wurde oder was ich gesagt habe.

Hast du die Hypnosesitzung mit einem bestimmten Zweck – außer natürlich zu Recherchezwecken – hast du das mit einem bestimmten Hintergrund gemacht, oder nur, um es einmal auszuprobieren? Es gibt ja Hypnotisierungen zum Abnehmen und solche Sachen.

Nein, es war in der Tat die Recherche bei mir.

Ja, da dürfen wir dann gespannt sein. – Deine Romane sind erfolgreich. Was ist das Beste daran, eine erfolgreiche Autorin zu sein, und was ist das Nervigste?

Also, ich muss ganz ehrlich sagen, etwas Nerviges habe ich bisher an meinem Job noch nicht erlebt. Es ist ein toller Job. Es war für mich damals ein großer Schritt natürlich, in die komplette Selbständigkeit zu gehen, denn es ist einfach ein unsicheres Feld, nichtsdestotrotz – aber ich kann mir nichts Schöneres vorstellen als einfach zu schreiben.

Die „Historica“ wird veranstaltet vom Autorenkreis der historischen Autoren Quo Vadis. Tauscht du dich mit deinen Kollegen aus über Recherchen, über Schreibmöglichkeiten – über welche Dinge?

Ja, durchaus. Das ist eine ganz wichtige Vereinigung, die damals von Ruben Wickenhäuser und Titus Müller ins Leben gerufen wurde und die ja mittlerweile über hundert Mitglieder hat. Der Austausch ist sehr wichtig, denn man sitzt alleine an seinem Schreibtisch. Oftmals, wenn es irgendwie klemmt, sei es bei der Recherche, sei es einfach mal, dass man mit irgendeinem Plot nicht weiterkommt – da ist es schon ganz wichtig, sich mit Kollegen austauschen zu können.

Erzählst du uns noch eine Anekdote aus deinem Schriftstellerleben?

Tja, dazu könnte ich eigentlich nur sagen: In Kurzfassung die Anekdote „Klein-Sina auf der Frankfurter Buchmesse“. Als ich zu meiner ersten Buchmesse eingeladen war und um zehn Uhr einen Termin mit meiner Lektorin hatte, dachte ich: Naja, wenn ich um acht Uhr in Stuttgart losfliege, müsste das locker reichen. Bis mir klar wurde, was für Dimensionen das eigentlich überhaupt auf dieser Messe selber sind. Als ich dann völlig abgehetzt vor meiner Lektorin stand – es war dann fünf nach zehn – meinte sie nur: „Ach, du bist die einzige, die es auf der Messe pünktlich schafft!“

Zum Schluss noch eine Frage: Welche Frage wurde dir noch nie gestellt, aber du würdest sie gerne beantworten?

Oh, du stellst Fragen! (Lacht. Pause.) Ja – vielleicht die Frage, wo ich mich in zwanzig oder dreißig Jahren sehe, denn die Frage stelle ich mir selber sehr häufig. Ich hoffe einfach, dass bis dahin noch ganz viele Bücher gelesen werden, dass das Medium Buch auch immer bleiben wird. Denn Geschichten habe ich, glaube ich, noch ganz viele zu erzählen, und ich hoffe auch, dass ich in zwanzig oder dreißig Jahren noch Geschichten erzählen kann.

Herzlichen Dank, liebe Sina!

Ich danke dir!

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Silvesterkonzert, 31.12.2011, Konzerthalle Bamberg

Mit einem festlichen Silvesterkonzert verabschiedete die Bayerische Staatsphilharmonie das alte Jahr 2011 in der Konzerthalle Bamberg.
Zu Beginn des Konzertes erklangen Ausschnitte aus den Facade Suiten Nr. 1 und Nr. 2 von William Walton. Diese Musik lebt von dem quicklebendigen Experimentiercharakter des Stückes. Waltons Klangcollage aus unterschiedlichsten Versatzstücken, von der Polka über den Foxtrott bis zu schottischer und schweizerischer Folklore, erinnert an ähnlich vergnügliche Projekte eines Igor Stravinsky, Sergei Prokofieffs oder Francis Poulenc. Die Bläsergruppen und Solisten hatten sichtlich Freude an ihren Aufgaben. Das Orchester hatte einen guten Abend und mit dem englischen Dirigenten Jeffrey Tate eine gute Wahl für dieses Konzert getroffen.Weiter ging es mit der Spezialität des englischen Musiklebens, die komische Oper, die mit einem Künstlerduo verbunden ist: Arthur Sullivan und William S. Gilbert. Zwischen 1871 und 1896 schuf Sullivan mit seinem Librettisten Gilbert insgesamt  14 Bühnenstücke, die in Ansätzen der französischen und deutschen Operette vergleichbar sind, aber auch Anleihen bei Rossini, bei der romantischen Oper und bei englischen Volksstücken machen.
Es hätten keine besseren Solisten für dieses Fach gefunden werden können wie: die Sopranistin Dame Felicity Lott und der Bariton Richard Suart, ein gefragter Sullivan-Interpret.  Sie sangen in  guter Begleitung der Symphoniker Arien und Duetten aus den Stücken: The Yeomen of the Guard, The Mikado, Iolante, Ruddigore und Patience.
Bei beiden Solisten wird die Interpretation der Stücke groß geschrieben, Sie überzeugen gesanglich wie schauspielerich auf ganzer Linie. Richard Suart gelingen die Höhepunkte des Konzerts: Die Geisterszene When the nightwind howls aus Ruddigore und When you´re lying awake (Nightmare Song) aus dem 2. Akt der Iolante.
Das begeisterte Publikum wurde noch mit einer Zugabe der beiden Sänger bedacht.
Als letztes Stück des Konzerts erklang die Konzertouvertüre op. 40 Cockaigne (In London Town) von Edward Elgar. Diese Ouvertüre ist von 1901 und das Stück ist, so die Erläuterung in der Partitur, vielen Freunden aus den Londoner Orchestern gewidmet. Der Titel Cockaigne bedeutet Schlaraffenland, was sich an seiner effektvollen, brillianten Instrumentation ablesen lässt. Hier durfte das Orchester noch mal alle Vorzüge und Qualitäten zeigen, die es hat. Die Musik kommt fröhlich-beschwingt daher: aufrichtig, gesund, humorvoll, kräftig, nicht jedoch vulgär, um Elgars Vokabeln zu gebrauchen.
Ein schöner Silvesterabend der Bayerischen Staatsphilharmonie und mit britischen Klassikern in das neue Jahr 2012.

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Literaturstatistik 2011 – Belletristik

Gekauft, geschenkt bekommen, getauscht, gemooched, geliehen, zu mir gewandert, beim Tauschtisch der Büchereule mitgenommen, bei der Büchereule oder bei vorablesen gewonnen: 137 (2010: 151, 2009: 188) Bücher

ausgegeben: rund  535 € (2010: 776 €, 2009: 867 €)

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Tödliche Kehrwoche
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AutorTitel
Bernard LockettHere's a State of Things

Meine guten Vorsätze für 2012:

Ein Buch mehr lesen als dazu kommt. Lasset den SUB-Abbau beginnen!

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