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Das kommt mir spanisch vor, 07.04.2012, Gärtnerplatztheater

Das kommt mir spanisch vor heißt ja eigentlich, dass man etwas nicht versteht. Lustigerweise ist das spanische Pendant dazu esto me suena a chino (das kommt mir chinesisch vor) 😉 An diesem Abend blieb jedoch nichts unverstanden, denn die drei Ausnahmekünstler auf der Bühne verliehen dem Gesang und dem Spiel so viel Ausdruck, dass die den Stücken zu Grunde liegenden Emotionen immer sehr stark präsent waren.

Im ersten Teil gab es überwiegend Lieder aus Zarzuelas zu hören, dem spanischen Gegenstück zur Opéra comique oder zur deutschen Operette. Ihre mitreißenden und melodiösen Rhythmen ließen bei mir schon mal die Frage aufkommen, warum diese Stücke bei uns so wenig bekannt sind, geschweige denn gespielt werden. Hauptsächlich war es hier die Zarzuela Luisa Fernanda von Federio Moreno Torroba. Elaine Ortiz Arandes erklärte den Inhalt und zusammen mit den Übersetzungen im ausführlichen Programmheft konnte man sich ein gutes Bild von dem Stück machen. Die Stimmen der puertoricanischen Sopranistin und des kolumbianischen Baritons Juan Fernando Gutiérrez harmonierten prächtig miteinander, aber auch in ihren Solostücken überzeugten beide.

Am Flügel begleitet wurden die beiden Solisten von Liviu Petcu, der im zweiten Teil unter Beweis stellte, dass er nicht nur ein ganz ausgezeichneter Begleiter ist. Mit dem bekanntesten Tango von Astor Piazzolla Adiós nonino spielte er sich auch als Solist in die Herzen der Zuschauer. Die Sprache wechselte jetzt auch mal ins Französische oder Italienische und die Lieder wurde auch etwas bekannter, wie Bésame mucho, Funiculí, funicolá oder dem Chanson Française von Maurice Ravel.

Ein sehr interessanter, abwechslungsreicher Abend, der einen schönen Einblick in die südeuropäische Musikkultur gab.

Ähnliche Artikel

Lesestoff Belletristik 2011/01 – Chris Stewart: The almond blossom appreciation society

Taschenbuch: 246 Seiten
Verlag: Penguin (1. Juni 2006)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0954899504
ISBN-13: 978-0954899509
Größe: 19,3 x 13 x 2 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

“The Almond Blossom Appreciation Society” finds Chris and his family still living on their farm, El Valero, and with its easy ‘Sun-Lit’ charm and funny, evocative anecdotes, it will draw in new and old readers alike. You will find yourself laughing out loud as Chris is instructed by his daughter on local teenage mores; bluffs his way in art history to millionaire Bostonians; is rescued off a snowy peak by the Guardia Civil; and joins an Almond Blossom Appreciation Society. You’ll cringe with Chris as he tries his hand at office work in an immigrants’ advice centre in Granada, spurred into action by the arrival of four destitute young Moroccans at El Valero. And you’ll never see olive oil in quite the same way again. In this sequel to “Lemons” and “Parrot”, Chris Stewart’s optimism and zest for life is as infectious as ever.

Über den Autor

Link zur Wikipedia-Seite

Meine Meinung:

Eine Freundin aus Großbritannien las während eines gemeinsamen Urlaubs in Andalusien Chris Stewarts erstes Buch “Driving over lemons” und schenkte es mir zum Abschied. Auch in diesem nunmehr dritten Band über seine Leben in den Alpujarras schafft es der Autor ganz hervorragend, das Lebensgefühl zu vermitteln, das ihn mit diesem Landstrich verbindet. In lose aneinander gereihten Geschichten erzählt er von den schönen und den weniger schönen Seiten des Lebens auf einer Farm, berichtet er unter anderem von der Olivenernte, der Abendgestaltung von Teenagern in einer Kleinstadt und der Schönheit von blühenden Mandelbäumen. Immer mit einem Augenzwinkern und einer gesunden Portion Selbstironie, bringt er dem Leser die liebenswerten Eigenschaften der Landschaft und ihrer Bewohner näher.

Mein Fazit:
Empfehlenswerte Lektüre für Andalusien-Fans oder solche, die es werden wollen.

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Lesestoff 2008 – 30

Die Spionin – Corina Bomann

Broschiert: 659 Seiten
Verlag: Knaur; Auflage: 1 (April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426663147
ISBN-13: 978-3426663141
Größe: 21,8 x 15 x 4,4 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

London, 1585: Als man die Diebin Alyson in den Tower bringt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch Francis Walsingham macht ihr ein unglaubliches Angebot …

Alyson soll der Königin als Spionin dienen! Doch die Ausbildung ist hart, nicht nur, weil Walsingham jeden Fehler unnachgiebig straft. Eine Spionin darf niemandem vertrauen – und es ist ihr verboten, sich zu verlieben … Ihr abenteuerliches Leben führt Alyson in Hafenbordelle, aber auch in die Gemächer Elisabeth I.; sie sieht den Kopf Maria Stuarts fallen und muss ihr Leben riskieren. Doch das alles dient nur dazu, sie auf die größte Herausforderung vorzubereiten: In Spanien muss sie eine Möglichkeit finden, das Auslaufen jener Armada zu verhindern, die England erobern und London in Schutt und Asche legen will – die Stadt, in der auch ein ganz besonderer Mann lebt, den sie seit langem heimlich begehrt.

Über die Autorin

Link zur Homepage

Meine Meinung:

Für einen Roman, der in der Zeit der Tudors in England spielt, bin ich immer leicht zu haben, deshalb habe ich mich auch auf die Leserunde zu diesem Buch sehr gefreut.

Im Epilog wird klar, dass es sich um einen Rückblick handelt und da haben meine Probleme angefangen. Durch die Augen einer sehr viel älteren und erfahreneren Alyson wird das Geschehen um die Ausbildung Alysons zur Spionin und ihre Einsätze geschildert. Während mir die Detailfülle sehr gut gefiel und ein farbenprächtiges Bild der Epoche entsteht, werde ich mit Alyson einfach nicht warm. Ich schaffe es nicht, die zukünftige von der jetzigen Alyson zu trennen und ich mag es überhaupt nicht, wenn geheimnisvolle Andeutungen auf das zukünftig kommende gemacht werden. Von einem Erzähler ist es ja noch einleuchtend, aber aus der Ich-Perspektive mutet es mir etwas seltsam an. Dazu kommt noch, dass ich die zeitlichen Abläufe schwer einordnen kann, mehrmals vertue ich mich völlig in der Zeitspanne, die vergangen ist.

Dabei ist die Handlung durchaus spannend erzählt, gegen Ende wird es sogar ziemlich rasant. Die gute Recherche ist deutlich zu spüren und meines Erachtens hat die Autorin in ihrem Debütroman nicht nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft.

Mein Fazit:

Ich werde auch den zweiten Roman von Corina Bomann lesen.

Ähnliche Artikel

Lesestoff 2008 – 27

Das Manuskript der Verführung – Gioconda Belli

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Dtv (November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423210362
ISBN-13: 978-3423210362
Größe: 19 x 12 x 3 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Seit dem Tod ihrer Eltern lebt die 17-jährige Luc¡a in einer Klosterschule in Madrid. Ihr Leben verläuft recht eintönig, bis sie dem Historiker Manuel begegnet, der sofort von ihr fasziniert ist. Allzu ähnlich ist Luc¡a einer historischen Figur, die der Experte für die spanische Renaissance mit Besessenheit erforscht: Johanna die Wahnsinnige wird sie in den Geschichtsbüchern genannt, jene Königin, die Ende des 15. Jahrhunderts wegen legitimer Machtansprüche, leidenschaftlicher Liebe und Eifersucht bis zu ihrem Tod in der Festung von Tordesillas gefangengehalten wurde. Manuel weiß alles über Johanna. Was ihm fehlt, ist einzig die Innensicht auf die Gefühlswelt dieser außergewöhnlichen Frau. Dazu braucht er Luc¡a. Neugierig willigt das Mädchen ein und lässt sich bei heimlichen Treffen in seiner Wohnung von Manuels eindringlichen Erzählungen 500 Jahre zurückversetzen. So tief taucht sie in Johannas Persönlichkeit ein, dass deren Empfindungen zu ihren eigenen werden.

Über die Autorin

Link zum Wikipedia-Eintrag

Meine Meinung:

Anfangs konnte ich kaum unterscheiden, ob von Johanna oder Lucía aus ihrer Sicht erzählen. Die fiktionale Rahmenhandlung um Manuel und Lucía ist verwoben mit der realen Geschichte von Johanna, der “Wahnsinnigen”. Der Teil der Geschichte, der aus der Sicht Johannas erzählt wird, ist ebenso real wie der Teil von Lucía. Ich hatte immer das Gefühl, mittendrin zu sein in der Renaissance und teilzunehmen an Johannas Leben. Die Beschreibungen sind sehr farbenprächtig, ich litt mit Johanna und konnte ihren Willen, sich nicht unterzuordnen, gut verstehen. Am Schluss überwiegt die Rahmenhandlung, das Ende ist ein bisschen vorhersehbar, aber dennoch gut geschrieben.

Mein Fazit:

Eine interessante Schriftstellerin mit einem höchst interessanten Thema.

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