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Das kommt mir spanisch vor, 07.04.2012, Gärtnerplatztheater

Das kommt mir spanisch vor heißt ja eigentlich, dass man etwas nicht versteht. Lustigerweise ist das spanische Pendant dazu esto me suena a chino (das kommt mir chinesisch vor) 😉 An diesem Abend blieb jedoch nichts unverstanden, denn die drei Ausnahmekünstler auf der Bühne verliehen dem Gesang und dem Spiel so viel Ausdruck, dass die den Stücken zu Grunde liegenden Emotionen immer sehr stark präsent waren.

Im ersten Teil gab es überwiegend Lieder aus Zarzuelas zu hören, dem spanischen Gegenstück zur Opéra comique oder zur deutschen Operette. Ihre mitreißenden und melodiösen Rhythmen ließen bei mir schon mal die Frage aufkommen, warum diese Stücke bei uns so wenig bekannt sind, geschweige denn gespielt werden. Hauptsächlich war es hier die Zarzuela Luisa Fernanda von Federio Moreno Torroba. Elaine Ortiz Arandes erklärte den Inhalt und zusammen mit den Übersetzungen im ausführlichen Programmheft konnte man sich ein gutes Bild von dem Stück machen. Die Stimmen der puertoricanischen Sopranistin und des kolumbianischen Baritons Juan Fernando Gutiérrez harmonierten prächtig miteinander, aber auch in ihren Solostücken überzeugten beide.

Am Flügel begleitet wurden die beiden Solisten von Liviu Petcu, der im zweiten Teil unter Beweis stellte, dass er nicht nur ein ganz ausgezeichneter Begleiter ist. Mit dem bekanntesten Tango von Astor Piazzolla Adiós nonino spielte er sich auch als Solist in die Herzen der Zuschauer. Die Sprache wechselte jetzt auch mal ins Französische oder Italienische und die Lieder wurde auch etwas bekannter, wie Bésame mucho, Funiculí, funicolá oder dem Chanson Française von Maurice Ravel.

Ein sehr interessanter, abwechslungsreicher Abend, der einen schönen Einblick in die südeuropäische Musikkultur gab.

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