Kategorien

Musical, stimmig

Das war heute die beste der fünf Vorstellungen, die ich bisher gesehen habe. Und das lag nicht nur an dem Schluss, mit dem ich nun besser klarkomme.

Marianne Larsen hat sich, wenn das überhaupt geht, nochmals gesteigert. Der Ausdruck, den sie in ihrem Gesang hineingelegt hat, war einfach fabelhaft. Und ich habe mal darauf geachtet, warum bei “Am Meer”, das heute noch einen Tick besser war als sonst, nicht am Schluss geklatscht wird: die Pause ist einfach zu kurz. Bis das Gehirn registriert hat, dass der letzte Ton des Liedes verklungen ist und den Händen sagt, jetzt könnten sie loslegen, geht es auch schon mit Text weiter. Da bleibt einem das Klatschen in den Händen stecken. Das musikalische Motiv dieses Liedes kommt doch auch vorher schon mal, oder? Ich sehe schon, eine CD muss her, ich habe mich mittlerweile mit der Musik so angefreundet, dass ich ihr hinterherlauschen will.

Von meinem heutigen Platz hat man wirklich den besten Blick im ganzen Haus und die Akustik ist auch sehr gut. Ich habe heute Textstellen verstanden, die mir vorher unbegreiflich waren. Die Stimme von Gary Martin kam extrem gut rüber (die Darstellung ist ja immer schon sehr gut gewesen), das unterlegte Brummen oder Trommeln könnte manchmal noch etwas lauter sein, das würde es meiner Meinung nach noch bedrohlicher erscheinen lassen.

Insgesamt eine wirkliche tolle Leistung der Solisten, des Chors und des Orchesters. Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Sweeney Todd

Mittwoch, 18. März 2009
19.30 – 22.20 Uhr

Ähnliche Artikel

Lesung, kriminell

Was kommt heraus, wenn man meinen Lieblingsaufenthaltsort mit meinem Münchner Lieblingsautor kombiniert? Ein unvergessliches Ereignis, sollte man meinen.

Ein ungewöhnlicher Ort einer Lesung des Münchner Krimifestivals war sie schon, die proppenvolle Kantine des Gärtner. Insbesondere, da zwischen Autor und Schauplatz auch noch Verbindungen bestanden. Robert Hültner hat das Drehbuch für den Tatort “Vorstadtballade” geschrieben, dessen Eingangssequenz im Theater spielt. Ich habe diesen Tatort zwar gesehen, da er in die Zeit fiel, als ich jeden Sonntag (und so manch andere Tage) um 20.15 Uhr vor dem Fernseher klebte, an diese Szenen habe ich jedoch keine Erinnerung. Bei Gelegenheit werde ich sie auffrischen.

Robert Hültner las also aus seinem neuen Roman “Inspektor Kajetan kehrt zurück”. Da möchte man doch rufen: Inspektor gibts kaan!, aber vielleicht wird er es ja doch mal wieder, der gute Kajetan. Am Beginn der Lesung stand das Glossar, da auf der Lesung in Leipzig vor ein paar Tagen offensichtlich gewisse Verständnisschwierigkeiten aufgetreten waren. Manche Ausdrücke waren völlig unbekannt, andere wiederum zumindest den Bayern sehr geläufig. Im Anschluss dann der Prolog und das erste Kapitel, danach eher kurze Abschnitte, die an der dramaturgisch richtigen Stelle abgebrochen wurden. So wurde die Neugier geweckt und nicht zu viel verraten. Der Autor las zwar mit einem schönen bayerischen Dialekt und auch mit viel Ausdruck in der Stimme, verhaspelte sich jedoch oft, was den Hörgenuss etwas beeinträchtige.

Moderiert wurde die Lesung von Angela Eßer, Sprecherin von Syndicat, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur. Sie stellte den Autor am Beginn der Lesung kurz vor und befragte ihn am Anschluss noch. Eine Verlosung von drei Büchern und sehr ausführliches Signieren (und die netten Gespräche außerhalb der Lesung) rundeten den gelungenen Abend ab.

Ähnliche Artikel

Oper, fließend

Von meiner heutigen Position aus konnte ich endlich auch mal in den Orchestergraben sehen. Ich bin schwer beeindruckt. Das war ja fast noch spannender als das Geschehen auf der Bühne.

Wobei mir heute die Musik und die Bewegungen der Sänger und Tänzer wie Wasser in einem Bachbett vorkamen, glitzernd, wo das Sonnenlicht auf die Kiesel trifft, schäumend, wo Steine im Weg liegen, flüsternd, gurgelnd, rauschend.

Staatstheater am Gärtnerplatz

Die Schöne und das Biest

Dienstag, 10. März 2009
19.30 – 21.10 Uhr

Ähnliche Artikel

Musical, nachmittäglich

Es ist schon erstaunlich, wie ich immer wieder Neues entdecke. Teilweise passiert hier aber auch sehr viel auf der Bühne und ich kann das gar nicht auf einmal erfassen. Heute habe ich zum Beispiel zum ersten Mal wahrgenommen, was Toby aus seinem Pie fischt. Bäh.

Ich schaue es mir sicher noch ein paar Mal an, da gibt es noch eine Menge zu entdecken.

Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Sweeney Todd

Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Musical Thriller in zwei Akten von Stephen Sondheim
Musik und Gesangstexte von Stephen Sondheim
Buch von Hugh Callingham Wheeler nach einer Adaption von Christopher Bond
Deutsch von Marcus Weber
Sonntag, 08. März 2009
15.00 – 17.45 Uhr

Ähnliche Artikel

Oper, unvergesslich

So ein schöner Abend, das wird schwer, den nochmal zu übertreffen. Soviel Witz, soviel Spielfreude, ich wusste kaum, wo ich zuerst hinschauen sollte. Eine tolle Ensembleleistung, dass es eine Lust war zuzuhören. Sandra Moon klasse als Gräfin, Christina Gerstberger eine wunderbare Susanna und Rita Kapfhammer eine ausgezeichnete Marcellina. Susanne Kreusch als Cherubino ist eine Klasse für sich.  Gary Martin mit genau der richtigen Mischung aus Stolz und Schwäche ein Graf aus dem Bilderbuch und Holger Ohlmann ein beeindruckender Figaro, der mir besonders gut in “Nun vergiß leises Flehn, süßes Kosen” und in “Ach, öffnet Eure Augen” gefallen hat. Christian Hübner, Martin Hausberg, Mario Podrecnik, Robert Sellier, Talia Or und der Chor runden das Ganze durch sehr gute Interpretationen ab.

Alles in allem ein Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Die Hochzeit des Figaro

Le Nozze di Figaro
Opera buffa in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
Deutsche Fassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Samstag, 07. März 2009
19.00 – 22.30 Uhr

Ähnliche Artikel

Oper, wundervoll

Heute sass ich mal 3. Rang mitte, sehr gute Sicht und in jeder Hinsicht ein interessanter Platz.

Neben meiner absoluten Lieblingsszene vom Auftauchen der weißen Stadt, die jetzt immer noch in meinem Kopf rumspukt, bildet sich ein zweites Lieblingsmotiv heraus – nach der Arie des Zaren natürlich, wenn ergreifend genug vorgetragen.

Dabei handelt es sich um die Sequenzen, bei denen es um die sieben Helden geht, im 3. und 4. Akt. Eine sehr schöne Melodie, unterstützt im vierten Akt durch den Männerchor – das hat Schmackes (wie war das mit dem biologisch bedingt ;.-) ).

Danke an alle Beteiligten, das war wieder ein sehr schöner Abend!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Das Märchen vom Zaren Saltan

Märchenoper in neun Bildern von Nikolai Rimsky-Korsakow
Libretto von Wladimir Bjelski nach Aleksander S. Puschkin
Bearbeitung und deutsche Textfassung Harry Kupfer
Donnerstag, 05. März 2009
19.30 – 22.00 Uhr

Ähnliche Artikel

Oper, perfekt

DAS war ein würdiger Abschied. DAS sind die Bilder und die Melodien, die mir bleiben werden. Und wieder einmal hat sich mein Leitspruch bewahrheitet: man weiß nie, wozu es gut ist.

Danke, Johannes Wiedecke, Christian Hübner, Martin Hausberg, Ann Katrin Naidu, Mario Podrecnik, Snejinka Avramova, danke ihr Zigeunerinnen und Matadore, Kommissionäre und Diener, danke an die phantastischen Adrian Xhema, Gary Martin und Elaine Ortiz Arandes für einen unvergesslichen Abend.

Staatstheater am Gärtnerplatz

La Traviata

Sonntag, 01. März 2009
19.00 – 21.30 Uhr

Ähnliche Artikel

Operette, lustig

Noch schnell angeschaut, bevor es aus dem Spielplan genommen wird. Schmissig, aber ich habe nicht alles verstanden. Mit dem Taucher z.B. konnte ich gar nichts anfangen.
Im ersten Akt ein ziemliches Gerenne vom Chor, die haben offensichtlich eine gute Kondition 😉
Gut gefallen hat mit heute Abend Christian Hübner, der russische Akzent und der Schnurrbart stehen ihm wirklich ausgezeichnet.
Was mich ein bisschen gestört hat: muss man wirklich zwei Waschmaschinen hinstellen, um das Geldwaschen zu demonstrieren? Ein bisschen darf man sich doch auch auf die Fantasie des Besuchers verlassen. Und was die Regie damit ausdrücken wollte, dass auf der Bühne ständig geraucht wurde, hat sich mir auch nicht erschlossen.
Gut in Erinnerung bleiben mir auf jeden Fall “Dummer, dummer Reitersmann”, das ich ja schon beim Theaterfest gesehen hatte, sowie die Szenen “Das Studium der Weiber/Männer ist schwer”. Viel komödiantisches Talent bei den Solisten und beim Chor.
Insgesamt ein netter Abend, beschwingt, wie Operette sein soll.

Staatstheater am Gärtnerplatz

Die Lustige Witwe

Operette in drei Akten von Franz Lehár
Text von Viktor Léon nach der Kömödie “L’Attaché d’Ambassade” von Henri Meilhac
Samstag, 28. Februar 2009
19.30 – 22.10 Uhr

Ähnliche Artikel

Musical, gruselig

Heute bin zum ersten Mal bei diesem Stück in der ersten Reihe gesessen. Jetzt kann ich auch das “Demon” nachvollziehen. wenn Gary Martin zu Beginn des Stückes die Bühne betritt, sieht er sehr dämonisch aus. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut.

Die Wirkung des Platzwechsel ist wirklich phänomenal, alles ist viel intensiver und aufwühlender. Heute zum ersten Mal habe ich Thomas Peters als Toby gesehen, der mir besonders gut bei “Not while I’m around” (auf deutsch, of course, aber die genaue Übersetzung fällt mir gerade nicht ein) gefallen hat.

Frances Lucey als Bettlerin ist aus der Nähe noch viel unheimlicher, Marianne Larsen überzeugte mich ja schon als ich noch im 3.Rang sass. Gary Martin beeindruckte mit sehr feinem Spiel und toller Stimme, er schafft es, die verschiedenen Facetten des Sweeney Todd glaubhaft darzustellen.

Die Chorszenen waren besser zu verstehen und sehr unter die Haut gehend, die Bühnentechnik auch aus diesem Blickwinkel fabelhaft eingesetzt.

Unglaublich der Effekt des dumpfen Trommelns während einiger Sprechszenen: der Boden vibriert tatsächlich leicht, die Wirkung ist außergewöhnlich und sehr gruselig.

Heute hat es mir sehr gut gefallen, meiner Begleitung, die nach geschätzten 25 Jahren das erste Mal wieder in diesem Theater waren,  übrigens auch, das war sicher nicht der letzte Besuch.

Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Sweeney Todd

Freitag, 27. Februar 2009
19.30 – 22.15 Uhr

Ähnliche Artikel

Konzert, närrisch

Frau Nachtgedanken ist ein sogenannter Faschingsmuffel. Diese ganze aufgesetzte, alkoholinduzierte Fröhlichkeit mag sie nicht und seit Jahren hat sie sich zu Fasching nicht mehr kostümiert.

Bis sie über ebay ein ausrangiertes Theaterkleid (vermutlich Figaro 1977) ersteigerte. fasching2009

Zum gestrigen Faschingskonzert im Theater ihres Vertrauens schien es eine perfekte Gelegenheit zu sein, das Kleid auch mal zu tragen (verdammt unbequem, sage ich Euch 😉 ). Leider kamen nur wenige auf die Idee, sich zu kostümieren, das üben wir im nächsten Jahr aber nochmal!

Der Abend war fantastisch, vom Orchester über die Dirigenten bis hin zu den Solisten zeigte sich jeder von seiner besten komödiantischen Seite.

Wann hat man je schon einen Bass (Christian Hübner) die Rachearie singen hören? Und das nach einem meiner Lieblingsstücke aus den “Lustigen Weibern” – obwohl mir damit eigentlich Holger Ohlmann bestens in Erinnerung ist und bleibt.

Stefan Sevenich machte im Frack und in der Operette eine genauso gute Figur wie im Abendkleid und auf Stöckelschuhen – ein absolutes Highlight.

Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Gärtnerplatz Sinfonisch: Faschingskonzert

Was ist bloß in der Oper los?
Montag, 23. Februar 2009
19.30 Uhr

Ähnliche Artikel