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Jäger und Sammler

Jäger und Sammler

Ein guter Führer ist notwendig. Auf der Straße, in der Fremde und in der Kultur erst recht. Auch zu Zeiten des schnellen Googlens und der langsamen Wikileserei braucht es einen Standardwälzer, der knapp vor der Oper konsultiert werden darf, um die Rheintöchternamen zum vierzehnten Mal zu memorieren, die wirre Trovatorehandlung nachzuzeichnen (am besten mit einem Generationenschema) und um die Mozartdamen nicht erneut zwischen allen Donnen durcheinanderzubringen.
Dem Kulturenthusiasten dient dazu ein vererbter, alter Knaurs Opernführer der schon etwas ausgeleiert doch regelmäßig genutzt immer griffbereit steht. In den Führer – bei den Verlägen seien da keine Präferenzen genannt – sind alle Karten eingelegt, die der stolze Enthusiast besuchen durfte. Bei einer Carmen wird es da schon dicker, beim Ödipus Rex eher schlanker. Das Schmökern im beträchtlich angewachsenen Schinken offenbart ein jedes Mal die eigene Kunstbiographie und erwärmt das Herz. Vertraute Karten der Stammhäuser schmiegen sich an Raritäten von Reisen. Die Karte in der Seite weckt dann die damit verbundene Geschichte jenseits des Kunstinhalts…
Vielleicht von einem lieben Menschen, oder einer Liebe geschenkt, vielleicht mit einer besonderen Erinnerung verbunden? Karten repräsentieren stellvertretend für die Abende in der Oper wie im Theater immer mehr, als nur den einmaligen, produktionsgebundenen Genuss, sondern einen Teil des eignen Lebens; für viele gar einen Höhepunkt der Jahres.
Chenier in Bregenz, Elektra Open Air in Oberammergau, Traviata im Innenhof in Rom; das sind nur Auszüge der Ticketbiographie des Enthusiasten. Er denkt dabei zurück an römische Luft, an die Wiener Philharmoniker zur Elektra, an den Kopf aus dem Bodensee ragend – die Bühne für den Giordano. Er denkt auch an die Tage, die wundervolle Begleitung, das gemeinsame Erleben und sammelt alle diese Erinnerung behelfsweise in seinem Führer.
Das Sammeln aber macht Lust auf die nächste Jagd nach einer neuen Karte, in eine neue Seite, eine neue Erfahrung und einen neuen Schatz für ein Kulturleben. Bis der Führer platzt und erfüllt zugleich.

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Premiere Geschichten aus dem Wiener Wald, 22.02.2014, Theater Dortmund

Geschichten aus dem Wienerwald Ich habs glaube ich schon mal erwähnt, Ballett ist nicht so meins, auch wenn ich gerade in letzter Zeit sehr schöne Abende mit Stücken von John Neumeier (Ein Sommernachtstraum, Der Nussknacker) hatte, aber ich hab halt auch genauso oft Abende erlebt, die mir nicht gefallen haben. Wenn ein Ballettabend jedoch immer so wäre wie Geschichten aus dem Wiener Wald in der Inszenierung und Choreographie von Xin Peng Wang, müsst man mich vermutlich an den Haaren rausschleifen, um mich loszuwerden. Zum allerersten Mal fand ich eine Aufführung nicht nur schön, sondern auch berührend. Sehr. Tief.

Geschichten aus dem Wienerwald Chefdramaturg Christian Baier hat ein rundherum stimmiges Szenario nach dem Volksstück von Ödön von Horváths geschaffen. In seiner Fassung verwebt er die Geschichte um Marianne, Oscar, Alfred und Valerie mit einer alten Wiener Legende, nach der jeder, der auf der Erde eine Chance ungenützt gelassen hat, an einem Tag des Jahres zurückkehren und versuchen muss, den Lauf der Dinge zu ändern. Der Tod schickt die vier Protagonisten zurück ins Leben. Das entpuppt sich jedoch als Kreislauf, keine Figur schafft es wirklich, daraus auszubrechen. Einzig das kleine Mädchen, in unschuldiges Weiß gekleidet, lebt, stirbt und wird wiedergeboren.

Eigentlich kann ich diesen Abend nur mit Superlativen beschreiben. Da ist zum einen das unglaublich schöne Bühnenbild von Frank Fellmann. Da schält sich aus dem Dunkel eine Ansicht von Wien im Nebel, als nächstes gibt der schwarze Rahmen sehr plastisch wirkende Blätter als Hintergrund für die Szene im Strandbad frei. Großes Kompliment an die Malerwerkstatt. Das sah fotorealistisch aus. Auch die Lichtgestaltung von Carlo Cerri lässt einen mehr als einmal mit offenenem Mund dasitzen. Die tiefrot ausgeleuchtete Szene im Ballettsaal war für mich einer der Höhepunkte des Abends. Die Kostüme (Alexandra Schiess) passten sich nahtlos in das Konzept ein, besonders gefallen haben mir die schwarz-weiß geringelten Badeanzüge “with a twist”.

Geschichten aus dem Wienerwald Und dann die Musik! So wunderbar passend und feinfühlig zusammengestellt, Johann Strauß lässt Wiener Charme und und Morbidität zugleich über die Bühne wehen und Alban Berg begleitet das Publikum in das Innerste der Figuren. Wunderschöne Cello- und Klarinetten-Soli lassen das Leid spürbar werden, das die Protagonisten aushalten müssen. Motonori Kobayashi leitet die Dortunder Philharmoniker mit der genau richtigen Balance zwischen Walzerseligkeit, Polka und Innigkeit.

Die Inszenierung und Choreographie von Ballettdirektor Xin Peng Wang lässt sowohl Raum für Heiterkeit (köstlich die Szene im Bad, als Valerie dösend Fliegen verscheucht, die in Wahrheit Untote sind) als auch für tiefe Traurigkeit. Innige Pas De Deux wechseln sich mit Tritsch-Trasch-Polka tanzenden Zombies ab, die auch mal Walzer ohne Walzerschritt tanzen. Ein wirklich außergewöhnlicher Abendbend.

Geschichten aus dem Wienerwald Monica Fotescu-Uta tanzte die Partie der Marianne so eindringlich, dass jede Gefühlsregung, sei es nun die flatterhafte Verliebtheit in Alfred, die tiefe Trauer beim Tod ihres Kindes oder die Resignation, mit der sie Oscar begegnet, spürbar und erlebbar waren. Fantastisch auch Dmitry Semionov, der den Hallodri Alfred so lässig tanzt, als würde er sich nur mit den Händen in den Hosentaschen fortbewegen. Mark Radjapov wirbelte mit sehr viel Ausdruck als Tod über die Bühne. Ergänzt wurde das sehr gute Solistenensemble Howard Quintero Lopez als Oscar, Emilie Nguyen als Valerie und Stephanine Ricciardi als Das kleine Mädchen. Das Corps de Ballet zauberte packende Bilder auf die Bühne.

Am Ende dieses denkwürdigen Abends feierte das Publikum die Mitwirkenden enthusiastisch und ich hatte den für mich ungewöhnlichen Wunsch, diesen Abend noch einmal zu erleben.

Marianne: Monica Fotescu-Uta, Oscar: Howard Quintero Lopez, Valerie: Emilie Nguyen, Alfred: Dmitry Semionov, Der Tod: Mark Radjapov, Das kleine Mädchen: Stephanine Ricciardi, Corps de Ballett: Tiffany Byrd, Stephanine Ricciardi, Sayo Yoshida, Shirley-Cordula Meissner, Taela Tiffany Williams, Julia Vargas Gil, Denise Chiarioni, Madeline Andrews, Eugeniu Cilenco, Alysson Rocha, Gal Mahzari, Yuri Polkovodtsev, Jie Qu, Giuseppe Ragona, Yuto Ideno, Francesco Nigro
Mit den: Dortmunder Philharmonikern, Musik: Johann Strauss (Sohn) und Alban Berg, Musikalische Leitung: Motonori Kobayashi, Choreografie/Inszenierung: Xin Peng Wang, Bühne: Frank Fellmann, Kostüme: Alexandra Schiess, Lichtdesign: Carlo Cerri, Idee, Konzept, Szenario, Dramaturgie: Christian Baier

Weitere Vorstellungen: 09., 15., 21., 26. März, 16., 26. April, 03., 09., 25., 31. Mai, 14. Juni 2014, Dauer 2 1/2 Stunden mit einer Pause

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Die Bajadere, 14.02.2014, Philharmonie Köln

La Bajadere Die Bajadere dürfte den meisten Kulturbegeisterten als Ballett begegnet sein, es gibt aber auch eine Operette von Emmerich Kálmán, die zwar nicht durch eine stringente Handlung besticht, dafür aber zauberhafte Melodien bereithält.
Der indische Prinz Radjami ist ein rechter Macho und sehr von sich überzeugt. Als er sich in die Sängerin Odette Darimonde verliebt, ist er davon überzeugt, diese alleine durch seinen Willen von sich zu überzeugen. Odette, die als Bajadere, eine indische Tempeltänzerin, in einem Pariser Theater auftritt, lässt sich als emanzipierte Frau aber nicht so leicht um den Finger wickeln und spielt dem Prinzen ihre Liebe nur vor, um ihn kurz vor der Hochzeit sitzen zu lassen. Nun ist der Prinz in argen Nöten, weil er eigentlich schon längst hätte heiraten sollen und ihm nun die Braut abhanden gekommen ist, die ihn eigentlich so ganz insgeheim ja auch liebt, aber halt erobert werden will. Nachdem sich das Paar 90 Vorstellungen lang angeschmachtet hat, sie auf der Bühne und er in der Loge, erbarmt sich der Theaterdirektor und schmuggelt den Prinzen in den dritten Akt, wo sich das Paar glücklich in die Arme fällt. Und wenn sie nicht gestorben sind usw usw.

Ein weiterer Strang ist der oberflächlichen Marietta gewidmet, die mit dem Schokoladenfabrikant La Tourette verheiratet ist. Der gefällt ihr aber nicht mehr, denn eigentlich steht si ja auf knackige Männer. Nach einigem Zieren lässt sie sich auf Napoleon St. Cloche ein, der gut aussieht und ihr anscheinend ein Leben in Luxus bieten kann. Ihr Exmann erholt sich von seiner anstrengenden Frau und erreicht binnen kürzester Zeit wieder Idealgewicht. Damit ist er für Marietta wieder attraktiv und St. Cloche wird sie gerne wieder los.
So weit, so schlecht das Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Regisseurin Sabine Müller hat daraus das Beste gemacht. Die Musik von Emmerich Kálmán reißt die eher flache Geschichte doch raus. Andererseits könnte ich mir diese Operette als opulente Ausstattungsrevue auch sehr gut szenisch vorstellen. Die Musik ist eine Mischung von ungarischem Feuer mit amerikanischem Jazz, garniert mit einem Tüpfelchen exotischen Flair. Die Melodien sind schwungvoll und mitreissend und haben Ohrwurmqualitäten. Zu den bekanntesten zählen sicher Fräulein, bitte woll’n Sie Shimmy tanzen (ironischerweise wird dazu aber gerade kein Shimmy getanzt) und Oh Bajadere, wenn Dein Bild mich berauscht.

Die Besetzung dieser konzertanten Aufführung war auf höchstem Niveau. Heike Susanne Daum sang die schwierige, weil sehr viel im Passaggio liegende und auch hohe Koloraturen erfordernde, Titelpartie mit enormem Ausdruck. Besonders ihr Auftrittslied, das sie von einer Empore sang, war beeindruckend. Die temperamentvolle Sängerin verlieh der Partie den nötigen Biss, um die Odette glaubwürdig darzustellen. Dabei verstand sie es aber auch, den Zuschauer mit weichen Tönen zu berühren.
Rainer Trost, der kurzfristig die Partie des Prinzen Radjami übernommen hatte, war ihr ein kongenialer Partner. Er meisterte die Partie scheinbar mühelos. Auch Anke Vondung als Marietta sowie Stephan Genz als St. Cloche und Miljenko Turk als La Tourette glänzten in ihren Rollen. Bei allen kam aber auch die Komik nicht zu kurz, so dass sich das Publikum knapp drei Stunden lang köstlich amüsierte. Richard Bonynge leitete das WDR Rundfunkorchester mit leichter Hand und auch der WDR Rundfunkchor Köln war glänzend einstudiert von Robert Blank.
Wer jetzt Lust bekommen hat auf die mitreißende Musik kann sich selbst ein Bild machen, denn ein Mitschnitt des Abends wird am 26.4.2014 um 20.05 Uhr auf WDR 4 gesendet.

Heike Susanne Daum Sopran (Odette Darimonde), Rainer Trost Tenor (Prinz Radjami von Lahore), Stephan Genz Bass (Napoleon St. Cloche), Miljenko Turk Bariton (Louis-Phillip La Tourette), Anke Vondung Alt (Marietta, seine Frau), Christian Sturm Tenor (Graf Armand/Oberst Parker), Ulrich Hielscher Erzähler, Gesang, Yvonne Kálmán Sprechrolle (Frau des Theaterdirektors), WDR Rundfunkchor Köln, Robert Blank Einstudierung, WDR Rundfunkorchester Köln, Richard Bonynge Dirigent, Sabine Müller Regie
Emmerich Kálmán Die Bajadere (1921)
Operette in drei Akten. Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald

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Lass uns was machen…

Lass uns was machen…

Wie oft man diesen Satz zu hören bekommt. Scheiß auf die blöden Vorsprechen und die Wurzen, lass und selber was machen, den Text am besten selber schreiben. Ich kenn wen, der macht Musik, vielleicht macht der auch mit, die hat eh nix zu tun. Dann tun wir uns zusammen und machen was.
Was? Egal, aber ich hätte ne Idee für ne Inszenierung: Kürzlich hab ich so Luftpolsterfolie gesehen und mir gedacht: Wie geil wäre denn das, damit mal die ganze Bühne auszulegen. Damit es ständig so knistert und knackt. Das is‘ doch ne super Atmo.
Welches Stück? Das such‘ ma gemeinsam aus. Tasso, oder so. Und du kannst auch Regie machen, wenn du magst. Des müsst eh einer übernehmen. Dafür könnt ma die Kostüme bei ner Verwandten leihen, die hat endlos viel im Keller. Ja wie ein Fundus. Und Technik mach ma ganz einfach: Anlage vom Haus, und hast du nicht noch nen Scheinwerfer mit dem Rot? Den nehm ma.
Ich hab einfach keinen Bock mehr, für Andere Schmarrn zu machen. Lass uns selber was aufziehen. Wie könnten da im Keller auftreten und du kennst doch genug Leute, die wir dann reinholen und ein Spezl hat ein Praktikum bei der SZ gemacht, der schreibt dann noch drüber und ein anderer, der macht Fotos, das ist seine Leidenschaft und vielleicht macht der dann auch den Flyer und dann ist das ja schon die halbe Miete.
Geld? Du wir teilen alles was übrigbleibt und vielleicht setzt jeder so zum Start für die Technik was ein. Spiel ma halt was Rechtefreies. Schiller ist immer gut, wegen Schulen und so und vielleicht gibt’s dann ja ne Förderung. Du könntest doch so nen Antrag schreiben, dafür reservier ich was für die Premierenfeier. Und ich kenn da noch wen, wenn wir nen Typen bräuchten, der hat schon mal statiert und wirkt total super, den müssen wir mit reinnehmen und der bräuchte eh die Kohle. Wir teilen dann einfach. Vielleicht auch gleich die Arbeit. Ne die lieber nicht, die zickt grundsätzlich bei den Endproben, die Eine dafür, gut die ist älter und nimmer so gut, kocht aber echt klasse. Außerdem mag ich die sehr.
Also wenn du dir die Stücke anschauen könntest. Ich bin da komplett offen. Ich spiel alles. Also wir die Hauptrollen, denn wir haben das Ding ja angestoßen und dann machen wir ne Facebookgruppe und dann läuft die Werbung von selber. Ich stell’s dann auch auf meine Seite. Und Du auf Deine vielleicht auch.
Was? Ne, der hat kein Internet, kennt aber viel Leute. Vielleicht schaut ja dann auch wer Wichtiges zu. Könntest du nicht wen einladen? Dann haben wir ja im Endeffekt alle was davon. Und dann stehen wir beide auf den Flyer vorn drauf und das mit dem Layouten, da kenn ich – glaub ich – auch wen. Das muss ja auch nicht perfekt sein. Werbewirksam halt. Proben könnten wir übrigens ja bei dir, wenn dein Mitbewohner nicht da ist? Dann schieben wir halt die Sachen ein bisschen zur Seite. Wir brauchen ja nicht viel Platz.
Was? Ne Bühne halten wir minimal. Und, ja genau, mit der Luftpolsterfolie. Das findest du auch, nicht wahr? Das ist auch mal was Neues. Vielleicht kriegen wir die irgendwo gebraucht her. Oder kann man da die Post fragen? Klärst du das? Ich mach dafür ne Skizze. Also keine Möbel und Kram, das kriegen wir eh nicht in dein kleines Auto.
Aber vielleicht was mit Video? Das wär sicher cool, wenn das so auf der Folie reflektiert wird. Das können wir auch mit dem Handy machen. Du hast doch ein Neues?
Das wird echt geil. Ach komm, wir können auch was aus verschiedenen Stücken zusammennehmen, dann kann man auch mehr zeigen. Nur so die Essentials. Und vielleicht auf bayerisch? Dann kriegen wir auch die Einheimischen rein. Und es lernt sich leichter! Du könntest doch auf was Singen, oder der eine Spezl mit der Klarinette, der bräuchte auch dringend ne Chance zum Auftreten, den könnte man so an die Rampe setzen, so wie kürzlich bei den …dings. Das wär auch mal was Anderes.
Und es muss ja nicht lang sein. Ohne Pause neunzig Minuten, das reicht und so zwölf Termine am Wochenende, wenn ich Zeit hab. Es muss ja nicht immer ganz voll sein und deine Familie kommt ja vielleicht zweimal?
Ich seh’s das wird super. Und mal ganz was Eigenes und was Neues und echt was Professionelles.
Lass uns das machen.

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Crowdfunding-Projekt “Kabale und Liebe, ein bayerisches Trauerspiel” des Ensembles Südsehen

Crowfunding? Noch nie gehört? Dabei ist das eine feine Sache: jeder gibt ein bisschen, damit ein Projekt stattfinden kann. Das geht mit 5€ los, man kann aber auch einen freien Betrag eingeben. Das Ensemble Südsehen hat sich schöne Dankeschöns für die Unterstützer ausgedacht, beginnend mit einer Postkarte über VIP-Premieren-Karten bis hin zu einer Privatvorstellung ist alles vorhanden. Das geht ganz einfach, dauert keine zwei Minuten und man fühlt sich viel besser hinterher. Und trinkt im Zweifelsfall halt eine Halbe weniger.

Abgewickelt wird das Ganze über die Seite Startnext.de, die auch die Gelder treuhänderisch verwaltet. Sollte das Projekt nämlich scheitern, bekommt man unkompliziert sein Geld zurück. Hier kommt man zum Projekt des Ensembles Südsehen und weil Kleinvieh auch Mist macht, geht hin und spendet fleissig!

Warum sollte man das Projekt unterstützen? Kabale und Liebe, ein bayerisches Trauerspiel übersetzt Schillers Klassiker nicht einfach in die heutige Sprache, sondern setzt sich auch mit dem Verschwinden und Verunstalten des bayerischen Dialekts und seiner klischeehaften Verortung im ländlichen Raum auseinander. Dabei wird aber auch deutlich gemacht, dass Sprache verbinden und trennen kann. das verspricht einen spannenden Theaterabend mit bekannten Münchner Schauspielern wie Ulrike Dostal, Amadeus Bodis und Thomas Trüschler. Regie führt Robert Ludewig, ebenfalls ein gern gesehener Gast auf Münchner Bühnen. Premiere ist am 06.03.2014, weitere Vorstellungen bis 01.06.14 im EinsteinKultur.

Das künstlerische Team
Besetzung:
Ulrike Dostal – Lady Milford, Frau Miller
Désirée Siyum – Luise
Amadeus Bodis – Der Präsident
Erwin Brantl – Miller, Hofmarshall von Kalb
Thomas Trüschler – Ferdinand
Robert Ludewig – Wurm

Regie: Robert Ludewig
Bühnenbild und Kostüm: Aylin Kaip
Dramaturgie, Mitarbeit am Text: Nikolai Steinhart, Erwin Brantl
Regieassistenz: Constanze Hörner

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