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Vorschau: Du sollst nicht lieben, 19.03.2015, Schauspielensemble Südsehen im Theater Blaue Maus

Georg Kreisler

DU SOLLST NICHT LIEBEN

Musikalische Komödie
mit Musik von Bach, Beethoven, Schubert u.a.

LOTHAR, nicht mehr ganz taufrischer Junggeselle mit Promotion und Bindungsängsten, trifft auf die wesentlich jüngere SONJA, die auf der Suche nach einem Vater für ihre Tochter ist. So wie LOTHAR hat sie ihn sich jedoch nicht vorgestellt und geht merklich auf Distanz. Auch LOTHARs Einstellung zur Ehe ändert sich, nicht zuletzt, da er ja – endlich – zur Sache kommen will. Aber die langersehnte Liebesnacht verläuft anders, als erwartet:

Es siegt der Pragmatismus – LOTHAR hat das Alleineleben satt und SONJA wählt den bequemen Weg, der sich bald schon als der unbequemere herausstellt: LOTHAR geht mit seiner Sekretärin fremd. Aber SONJA bleibt ihm nichts schuldig…

Georg Kreislers Komödie ist ein Georg Kreisler (fast ausschließlich) mit klassischer Musik: In einer bitter-süßen Nicht-Romanze werden die schönsten Liebesthemen der klassischen Musik mit Kreisler-Texten ironisch variiert.

Es spielen Ulrike Dostal und Amadeus Bodis
Regie Robert Ludewig

Du sollst nicht lieben

Premiere am 19.03.2015 um 20:30 im Theater Blaue Maus, Elvirastr. 17a in München
Karten zu:  18,- / 12,-  und unter  089 182694 oder www.theaterblauemaus.de

Weitere Vorstellungen im Theater Blaue Maus 20.03 und 21.03.2015 | www.theaterblauemaus.de
Sowie in der Einstein-Kultur am 10.05.2015 | www.einstein-kultur.de

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Premiere Kabale und Liebe, 06.03.2014, Ensemble Südsehen im Einstein Kultur

Kabale und Liebe Kann man einen Klassiker wie Kabale und Liebe von Friedrich Schiller und das damit verbundene Lebensgefühl auch heute noch vermitteln? Das Ensemble Südsehen hat es auch ohne brachiale Modernisierungen geschafft.

Ferdinand liebt Luise und Luise liebt Ferdinand. Dummerweise kommen sie nicht aus der gleichen Schicht und deshalb sind beide Eltern aus unterschiedlichen Gründen gegen die Verbindung. Luises Vater, weil er seine Tochter beschützen möchte vor einer Enttäuschung, Ferdinands Vater, weil er seinen Sohn für seine politischen Zwecke einspannen möchte. Und dann ist das noch der Sekretär mit dem passenden schleimigen Namen Wurm, der ein Auge auf Luise geworfen hat und fleißig mitintrigiert. Am Ende erreicht keiner sein Ziel und zwei Familien sind zerstört.

Kabale und Liebe Das Bühnenbild von Aylin Kaip bietet mit wenigen Mitteln eine ausgezeichnete wandlungsfähige Spielfläche. Die schräg verlaufenden Holzbalken, die mit Papierbahnen bespannt sind, erlauben scherenschnittartige Bilder wie die Eingangssequenz, die mir ganz großartig gefallen hat, genauso wie die Symbolisierung von Standesgrenzen. Ein Steg bringt die Spielenden nahe ans Publikum. Die Kostüme sind der Entstehungszeit angelehnt.

Regisseur Robert Ludewig hat sich etwas wirklich Geniales einfallen lassen, um den Standesunterschied zu betonen: die Familie Miller spricht untereinander bayerisch, mit dem Hochgestellten wie dem Präsidenten und Lady Milford aber Hochdeutsch. Dabei wirkt das aber keinesfalls bäuerlich oder einfältig, sondern ganz natürlich. Es schärft die Grenzen zwischen den Familien, überspringt sie aber auch gleichzeitig, denn im Umgang mit den Höhergestellten spricht die Familie Miller durchaus Hochdeutsch. Zusammen mit einer hervorragenden Personenregie ergibt sich ein spannender  Abend, der den Zuschauer mitten ins Herz trifft und den Atem raubt. Hier zeigt sich, dass eine intelligente, behutsame Bearbeitung viel mehr in die heutige Zeit transportieren kann als so manche Kopftotgeburt des sogenannten Regietheaters.

Kabale und Liebe Die schauspielerischen Leistungen sind grandios. Ulrike Dostal spielt die beiden gegensätzlichen Charaktere Lady Milford und Frau Miller einfach großartig. Sie schreit, sie wimmert, sie bettelt, sie lässt den Zuschauer direkt teilhaben an ihren Gefühlen und Gedanken. Ebenso präsent ist die zarte Désirée Siyum in der Rolle der Luise Miller. Sie ist gleichzeitig Geliebte, Tochter und Untertanin, vereint diese Personen in einer Figur, aber verleiht ihnen auch eigene Persönlichkeiten.

Kabale und Liebe Robert Ludewig gibt dem Wurm eine Schleimigkeit, die ausgezeichnet zur Rolle passt. Da fliegen Blicke, die töten könnten und viel vom Inneren preisgeben. Amadeus Bodis ist ein starker Präsident, aber ihm ist auch der Schmerz über den Tod seines Sohnes nicht fremd. Erwin Brantl ist der ideale liebevolle Vater, der alles riskiert, um seine Tochter zu schützen, nur sie am Ende  doch zu verlieren. Das hochkarätige Ensemble wird von Thomas Trüschler ideal ergänzt, der als Ferdinand erst Liebender ist und sich dann in seiner Seelenqual nicht mehr anders zu helfen weiß als mit der Geliebten gemeinsam zu sterben.

Eine wirklich frische, entstaubte Version von Schillers Klassiker, die man unbedingt gesehen haben sollte.

Ulrike Dostal – Lady Milford, Frau Miller, Désirée Siyum – Luise, Amadeus Bodis – Der Präsident, Erwin Brantl – Miller, Hofmarshall von Kalb, Thomas Trüschler – Ferdinand, Robert Ludewig – Wurm, Regie: Robert Ludewig, Bühnenbild und Kostüm: Aylin Kaip, Dramaturgie, Mitarbeit am Text: Nikolai Steinhart, Erwin Brantl, Regieassistenz: Constanze Hörner

Weitere Vorstellungen: 08.03.2014, 09.03.2014, 23.03.2014, 24.03.2014, 26.03.2014, 27.03.2014, 28.03.2014, 29.03.2014, 30.03.2014, 28.05.2014, 29.05.2014, 30.05.2014, 31.05.2014, 01.06.2014 jeweils 19:30 Uhr im Einstein Kultur, Kartenreservierung online, Tickets von 12 bis 17€, Dauer 110 Minuten ohne Pause

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Crowdfunding-Projekt “Kabale und Liebe, ein bayerisches Trauerspiel” des Ensembles Südsehen

Crowfunding? Noch nie gehört? Dabei ist das eine feine Sache: jeder gibt ein bisschen, damit ein Projekt stattfinden kann. Das geht mit 5€ los, man kann aber auch einen freien Betrag eingeben. Das Ensemble Südsehen hat sich schöne Dankeschöns für die Unterstützer ausgedacht, beginnend mit einer Postkarte über VIP-Premieren-Karten bis hin zu einer Privatvorstellung ist alles vorhanden. Das geht ganz einfach, dauert keine zwei Minuten und man fühlt sich viel besser hinterher. Und trinkt im Zweifelsfall halt eine Halbe weniger.

Abgewickelt wird das Ganze über die Seite Startnext.de, die auch die Gelder treuhänderisch verwaltet. Sollte das Projekt nämlich scheitern, bekommt man unkompliziert sein Geld zurück. Hier kommt man zum Projekt des Ensembles Südsehen und weil Kleinvieh auch Mist macht, geht hin und spendet fleissig!

Warum sollte man das Projekt unterstützen? Kabale und Liebe, ein bayerisches Trauerspiel übersetzt Schillers Klassiker nicht einfach in die heutige Sprache, sondern setzt sich auch mit dem Verschwinden und Verunstalten des bayerischen Dialekts und seiner klischeehaften Verortung im ländlichen Raum auseinander. Dabei wird aber auch deutlich gemacht, dass Sprache verbinden und trennen kann. das verspricht einen spannenden Theaterabend mit bekannten Münchner Schauspielern wie Ulrike Dostal, Amadeus Bodis und Thomas Trüschler. Regie führt Robert Ludewig, ebenfalls ein gern gesehener Gast auf Münchner Bühnen. Premiere ist am 06.03.2014, weitere Vorstellungen bis 01.06.14 im EinsteinKultur.

Das künstlerische Team
Besetzung:
Ulrike Dostal – Lady Milford, Frau Miller
Désirée Siyum – Luise
Amadeus Bodis – Der Präsident
Erwin Brantl – Miller, Hofmarshall von Kalb
Thomas Trüschler – Ferdinand
Robert Ludewig – Wurm

Regie: Robert Ludewig
Bühnenbild und Kostüm: Aylin Kaip
Dramaturgie, Mitarbeit am Text: Nikolai Steinhart, Erwin Brantl
Regieassistenz: Constanze Hörner

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Premiere Frank V., 16.01.2013, Münchner Galerie Theater im Heppel & Ettlich

Der Richter und sein Henker oder Die Physiker sind den meisten Deutschen aus dem Schulunterricht vertraut, aber die musikalische Komödie Frank V., Untertitel Oper einer Privatbank (Musik von Paul Burkhard) dürfte den wenigsten bekannt sein.

Das ist auch kein Wunder, stand das Stück doch zum Beispiel in München erst einmal auf dem Spielplan und das ist über fünfzig Jahre her. Die Familie Frank leitet schon in fünfter Generation eine kleine Schweizer Privatbank. Und weil man ja gerne im Wohlstand leben möchte, muss man Verbrechen begehen. Man wäre ja sooooo gerne gut, aber leider, leider macht man Kohle nur mit Verbrechen. Da muss dann schon mal der ein oder andere Kunde oder Bankangestellte dran glauben, denn schließlich habe man noch nie Geld ausgezahlt, wie die Bankiersgattin glaubhaft versicherte. Da gibt es schon mal eine extra Angestellte, Frieda Fürst, nur dafür, Herren wieder um das Geld zu erleichtern, das sie zuvor abgehoben haben. Ihre eigenen Kinder wachsen jedoch behütet auf und sollen es einmal besser haben. Sie sollen gut sein können, und deshalb muss die Privatbank liquidiert werden.  Doch die Kinder haben es längst ihren Eltern nach getan und sind bestens geschult in Prostitution und Erpressung. Sie verhindern die Liquidation und übernehmen die Bank. Selbst vor der Ermordung der eigenen Eltern schrecken sie nicht zurück. So kann es in kapitalistischen Zeiten keine Menschlichkeit geben.

Die Bühne von Manuela Clarin ist wirklich hinreißend. Ganz in schwarz-weiß gehalten, wirkt das Bankgebäude wie mit Kreide gezeichnet. Auch verschiedene Requisiten wie Gläser, Tassen und Flaschen sind gezeichnet und wirklich ganz entzückend. Vorhänge, die den Blick auf eine Gemäldegalerie und später den Tresor dahinter freigeben, lassen eine schnelle Verwandlung der Bühne zu. Die Darsteller sind, abgesehen von den Kindern – hier wächst bereits sichtbar eine neue Generation heran – , ganz in schwarz mit einer Leuchtfarbe gekleidet. Je größer die Krawatte und die Uhr, desto höher steht derjenige in der Hierarchie der Bank. Die Regie von Ingmar Thilo ist sehr geradlinig und direkt, lässt aber ein bisschen Zug vermissen. Auch die Anschlüsse könnten ein bisschen flüssiger sein, aber vielleicht war das auch der Premierennervosität geschuldet und spielt sich im Laufe der nachfolgenden Vorstellungen ein. So dehnt sich der Abend auf knapp drei Stunden. Es ist dabei aber nie langweilig und es kann auch viel gelacht werden. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der jeder davon singt, was er schon alles für die Bank getan hat – und was die persönlichen Folgen für denjenigen sind. Das ist wirklich witzig gemacht.

Die schauspielerischen Leistungen waren durch die Bank sehr gut. Einige hatten mehrere Rollen zu spielen und konnten diese gut trennen und glaubhaft darstellen. Maximilian Maier spielte den Bankier hervorragend, seine Frau (und die gemeinsame Tochter!) wurde von Ulrike Dostal dargestellt. Der Monolog, in dem sie erkennt, dass ihre Tochter eine Hure ist, hatte shakespeareske Dimensionen und wurde von ihr sehr mitreißend vorgetragen. Das war einer der Höhepunkte des Abends. Virginie Didier zeigte die Frieda Fürst in ihren schwachen und in ihren starken Momente gleichermaßen gut, Johannes Schindlbeck hatte als Personalchef Egli und heimlicher Geliebter von Frieda am Schluss eine ganz starke Szene. Amadeus Bodis überzeugte als Prokurist Böckmann und Raphaela Zick war eine herrlich überdrehte Kundin.Niklas Clarin, Momi von Fintel, Manuela Clarin und Andreas Berner in verschiedenen Rollen ergänzten das Ensemble aufs Beste. Sabrina Cherubini begleitete die Darsteller am Klavier.

Ein unterhaltsamer Abend, der aber auch nachdenklich macht. Geld regiert die Welt und der Kapitalismus das Leben. Weitere Vorstellungen am 18.01., 23. – 25.01. und 31.01. – 02.02. jeweils um 20 Uhr im Theater Heppel & Ettlich in der Feilitzschstraße. Karten zu 20,20€ über Münchenticket.

 

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Maria Stuart, 29.03.2012, Pepper Theater

Maria Stuart von Friedrich Schiller ist quasi Pflichtlektüre in jedem Deutschunterricht und das war im Grundkurs anno 1986 auch nicht anders. Wären wir doch damals in so eine einfühlsame und gleichzeitig eindringliche Vorstellung wie diejenige des Münchner Galerietheater, die immer mal wieder im Pepper Theater in Neuperlach aufgeführt wird, gegangen, hätten wir das Stück sicher mit anderen Augen betrachtet.

Es ist immer wieder faszinierend, was man auch mit wenigen Mitteln erreichen kann. Selbst um zwei Teile des gleichen Aktes auf einer Bühne spielen zu lassen, reicht geschickte Beleuchtung. Das Bühnenbild lässt viel Platz für Assoziationen, symbolisiert aber gleichzeitig perfekt die verschiedenen Handlungsorte. Ebenso die Kostüme. Die Männer im Anzug, die beiden Rivalinnen in exakt der gleichen Kleidung in zwei verschiedenen  Farben, das hieß für mich zwei gleichberechtigte Königinnen. Um aber aus einem Sessel und ein paar Stoffstreifen als Baldachin einen Thronsaal zu machen, bedarf es vor allem starker Bühnenpräsenz.

Und die zeigten alle Protagonisten an diesem Abend ohne Ausnahme. Fantastisch waren die beiden leading ladies, Ulrike Dostal als Maria und Raphaela Zick als Elisabeth. Sowohl einzeln wie auch in der Szene, in der sich beide begegnen, rissen mich beide mit und überzeugten mit präzisem, leidenschaftlichem Spiel. Sabine Heckmann gab der Amme Hanna Profil. Die Männer waren rollengerecht besetzt, Peter von Fontano (Talbot), Amadeus Bodis (Cecil), Andreas Berner (Davison) und Momi von Fintel (Mortimer) zeigten in der ausgezeichneten Personenregie von Ingmar Thilo die unterschiedlichen Facetten der Berater und Freunde der beiden Königinnen. Herausragend war Johannes Schindlbeck als Dudley, der die Zwiespältigkeit und Zerrissenheit besonders im letzten Monolog herausragend interpretierte.

Ein sehr dichter, leidenschaftlicher, sehr sehenswerter Theaterabend.

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