Vielleicht sollte ich einen Club gründen, den der Anonymen Kultursüchtigen. Als es sich herausstellte, dass ich drei Tage in dem schönen Städtchen Regensburg verbringen darf, galt mein erster Blick dem Spielplan des örtlichen Theaters. Leider stand keine Oper auf der Agenda, aber da zu dem Kurs noch einige Beratertage anstehen, bin ich zuversichtlich, dass es in nächster Zeit mal klappt.
In dem zweckmäßigen Theaterbau “Velodrom” stand ein Gastspiel der “American Drama Group” an, und zwar “The picture of Dorian Gray”. Es scheint sich um eine Pflichtveranstaltung für die Kollegiaten im Umkreis von 100 Kilometern gehandelt zu haben, ich war vermutlich eine der wenigen, die freiwillig dorthin ging. Dafür hat das Mädchen neben mir aus dem Stand eine tolle Zusammenfassung des Inhalts für ihre Freundin erzählt, das war wirklich beeindruckend.
Das Bühnenbild war spartanisch, muss es vermutlich sein, wenn man jeden zweiten Tag in einem anderen Theater auftritt. Und wie gewohnt kam man mit nur vier Schauspielern aus. Die literarische Vorlage war gekürzt und etwas verändert und mit ein paar netten Gags versehen. Als zum Beispiel Lord Henry und Dorian sich nach Sybills Selbstmord über die Unzulänglichkeiten der Frauen unterhalten und beschließen, in die Oper zu gehen, erklingen ein paar Takte von “La donna è mobile”.
Manchmal war der Text etwas schwer zu verstehen, aber insgesamt war es einen Aufführung, die der Vorlage gerecht wurde. Zumindest hat das Zittern in meinen Händen aufgehört 😉
Heute gab es eine Matinee begleitend zur derzeitigen Inszenierung des Zaren Saltan. Neben von Thomas Peters passend zu jedem Stück sehr gut gelesenen Märchen bildete der “Hummelflug” den roten Faden. Er wurde mit vier verschiedenen Soloinstrumenten – Flöte, Klarinette, Fagott und Violoncello – und Klavier vorgetragen. Alle waren für sich toll, wobei das Fagott wohl noch am nähsten an das Brummen der Hummel kommt. Interessant wäre noch gewesen, wie alle fünf Instrumente zusammen klingen.
Das schöne an diesen Matineen sind die Entdeckungen. Zwar habe ich Ruslan und Ljudmila schon auf meinem Wunschzettel, aber nach dem heutigen Vormittag steht für mich fest, dass die CD schnellstens her muss. “Rezitativ und Romanze der Gorislava”, sehr schön vorgetragen von Sigrid Plundrich, ging zwar nicht direkt ins Ohr, dafür aber das “Rondo des Farlaff” (Waräger musste ich erst mal googeln), gesungen von Holger Ohlmann, der mir heute ausnehmend gut gefallen hat. Ihn würde ich gerne mal an einem Liederabend erleben.
Christina Gerstberger und Peter Sonn glänzten jeweils mit Arien aus “Snjegurotschka” und “Sadko”, das absolute Highlight war jedoch die Arie des Zaren Saltan von Gary Martin. “Herzerweichend”, meinte meine Nachbarin, und das traf es ziemlich gut.
Danke an alle Beteiligten!
Russlands musikalische Märchenwelt
Ein musikalisch-literarisches Programm mit Oleg Ptashnikov und Solisten
Sonntag, 01. Februar 2009
11.00 Uhr
Beim Rossini-Blog wurde ich darauf aufmerksam und es lohnt sich bei youtube mal nach Luzatti zu suchen: nicht nur dass ich mich sogleich unsterblich in die Musik verliebt habe, die Umsetzung als Cartoon ist einfach absolut genial.
Dieser Blog wird in der nächsten Zeit zu einem neuen Provider umziehen. Da ich aber nicht genau weiß, ob alles auf Anhieb klappt, bitte ich die werte Leserschaft bei Fehlermeldungen es einfach später nochmal zu versuchen.
Kennt jemand einen Hersteller von Faschingskostümen? Ausgehen von der schieren Anzahl der Suchenden, die sich auf meinen kleinen, unbedeutenden Blog in den letzten Tagen verirrt haben, muss es einen großen Markt für Übergrößen geben.
Heute hatte ich eine Führung durch das Staatstheater am Gärtnerplatz mit anschließendem Opernbesuch organisiert. Die Führung war toll, informativ und umfassend. Ein echter Blick hinter die Kulissen. Es war unkompliziert zu organisieren und kann ich jedem Operenthusiasten nur empfehlen.
Die von mir mittlerweile gefürchteten drei Worte standen mal wieder im Spielplan, wieder hieß es Abschied nehmen von einer lieb gewonnenen Inszenierung. Meiner Gruppe hat es jedenfalls ausgezeichnet gefallen, ich hatte mir ja schließlich auch Gedanken bei der Auswahl des Stückes gemacht. Es waren einige dabei, die noch nie im Theater meines Vertrauens waren, aber der ein oder andere wird sicher zurückkommen. Damit habe ich mein Ziel ja schon erreicht. Als nächstes schleife ich die Musikschule in den Zaren mit.
Heute Abend gab es besondere Schmankerl. Alle gaben ihr Bestes (das Orchester manchmal etwas zu viel davon), es war wieder sehr witzig und es wurden diesmal beide Enden gespielt. Erst der rote, moralische, gnädigere Schluss, bei dem Fra Diavolo einfach abgeführt wurde und dann als Krönung den unmoralischen, grünen aber Lady Pamela beinhaltenden Schluss noch oben drauf. Das war schon etwas ganz Besonderes! Ab heute müssen die Bilder in meinem Kopf entstehen, wenn ich die Aufnahme von Fra Diavolo höre, aber da sind sie ganz fest verankert.
Danke an alle Beteiligten, ich bin gerade ziemlich traurig.
Staatstheater am Gärtnerplatz
Fra Diavolo
oder Das Gasthaus in Terracina
Opéra-comique in drei Akten von Daniel Francois Esprit Auber
Dichtung von Eugène Scribe
Deutsche Fassung von Ulrich Peters
Dienstag, 27. Januar 2009
19.30 – 21.55 Uhr
Nachtrag: manchmal bin ich auch einfach doof. Jetzt habe ich mir seit mehr als einem halben Jahr den Kopf zerbrochen, wer der französisch aussehende Herr in der obersten Reihe ist, dabei hätte ich einfach nur das Programmheft aufmerksam lesen müssen: es ist natürlich Cartouche. Ich hab noch viel zu lernen!
Letztens konnte ich wieder ein Prachtstück für meine “Gärtner”-Sammlung ergattern:
Das Spielzeitheft 1969/70:
Neben dem Vorwort des Intendanten, der Ensembleliste, der Übersicht der Eintrittspreise und der Rückseitenwerbung ist die Vorstellung der Abonnements (damals “Platzmiete”) besonders interessant, es gab nämlich schon eine frühe Form des Wahl-Abos.
Und als netter Gag:
Eine Single mit Ausschnitten aus einem Konzert des Ensembles im Herkulessaal, in den vorhergehenden Spielzeiten war ja die große Renovierung.
Das wünsche ich mir für das nächste Spielzeitheft auch – also vielleicht nicht gerade als Single, einen Plattenspieler besitze ich leider nicht mehr 😉
Taschenbuch: 894 Seiten Verlag: Legend; Auflage: New edition (5. Dezember 1991) Sprache: Englisch ISBN-10: 0099848104 ISBN-13: 978-0099848103
Kurzbeschreibung (von wikipedia)
In Osten Ard, the evil of the Storm King covers the land and the country is riven by war. Nature, unbalanced by the tide of evil, slips into a permanent winter. Simon, once a kitchen boy, now a hero hiding in the troll stronghold of Yiquanuc, has prophetic dreams. Only he and his companions can save the land, but to do this he must embark on the second part of his quest …to the Stone of Farewell.
Im zweiten Teil der Fantasy-Saga um die drei großen Schwerter Memory, Sorrow und Thorn geht es nach einer Zusammenfassung des ersten Teiles direkt weiter in der Geschichte um Simon, Binabik, Prinz Josua und all den anderen. Es sind wieder sehr viele Stränge, die nebeneinander erzählt weden und manchmal habe ich ein wenig Probleme mit der zeitlichen Einordnung, aber das mindert das Lesevergnügen keineswegs.
Die Welt von Osten Ard ist sehr komplex, aber Tad Williams hat eine dermaßen wunderbar facettenreiche Sprache, dass vor meinem inneren Auge ohne weiteres Bilder entstehen. Er zeichnet alle Figuren so scharf, dass ich nie sicher sein konnte, ob es sich um Haupt- oder Nebenprotagonisten handelt. An vielen Stellen ist es derart spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und der Schluss war so bewegend, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Eigentlich hatte ich den Eindruck, obwohl die Veröffentlichung ja teilweise mehrere Jahre auseinander lag, dass Williams die ganze Saga in einem Rutsch geschrieben hat und dann an passenden Stellen geteilt hat. Ich bin froh, nicht auf das nächste Buch warten zu müssen, sondern es schon bei mir im Regal stehen zu haben.
Mein Fazit:
Der zweite Teil setzt die Messlatte für die letzten Teile hoch und ich freu mich auf “Siege”.
Es landen immer wieder Hilfesuchende hier, die die Antwort auf ihre Frage vielleicht nicht sofort finden, deshalb hier eine kleine Zusammenstellung:
fatal revenant auf deutsch
Keine Ahnung, aber danke, dadurch habe ich gemerkt, dass mir noch “Runes of the Earth” fehlt.
singspiele über farben
bzw.
singspiel mit farben
Ich kenne nur eines:
Grün ist die Blume!
Und ist blau die Schärpe nicht?
Na, wer kommt drauf?
die geschichte über madame tousse londoner museum
Ist in eben diesem Etablissement zu finden.
2. januar 2009 flamingo hochzeit
Da weiß ich nun wirklich nicht, was damit gemeint sein könnte, aber sonst wohl auch keiner.
missetäter, hochverräter
Kann man hier leider nicht nachschlagen:
loriot opernführer + die lustigen weiber von windsor
faschingskostüm dirndl übergröße
Bei den ersten beiden kann ich leider überhaupt nicht weiterhelfen und leiden kann ich sie alle drei nicht.
gärtnerplatz 3 rang links
Ja, den gibt es. Ich persönlich sitze aber lieber rechts.
grillen orchester
Die Kontrabässe sind bestimmt zäh, oder?
“staatstheater am gärtnerplatz” gute sicht
Kommt drauf an, wo man sitzt.
“der geliebte der mutter” beschreibung der figuren
Nein, ich mache Deine Hausaufgaben nicht.
blanke busen im wald
Zum FKK-Blog bitte hier lang. Ich hab die Url auch nur geringfügig verändert.
psychedelische bettwäsche
Tut mir leid, die habe ich alle entsorgt. Die braun-orangen Kreise haben sich immer gegenläufig gedreht, davon ist mir regelmäßig schlecht geworden.
tanja küntzel: säulen der ewigkeit
Abgesehen davon, dass diese sehr sympathische Schriftstellerin wie ein ehemaliger Aussenminister von uns heisst, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.
was kann ich aus dem buch das giftige herz lernen von virginia doyle
Wie man jemandem mit einem Lebkuchenherz vergiftet?
wie sieht man vom 3. rang im gärtnerplatztheater
Am besten nach unten.
amazon+greatexpectation+charls dicksen
Ich sitze gerade auf meinen Händen.
sexy baritones
Sprechen Sie bitte lauter, ich kann Sie so schlecht verstehen.
friedhofsführer ludwigsburg
Der liegt hier noch irgendwo.
Was ich schon immer mal sagen wollte: ich freue mich über jeden Kommentar! Es ist auch ganz einfach und tut gar nicht weh: der Klick auf “Der erste Gedanke dazu” bzw. “X Gedanken dazu” führt zum Kommentarfeld.
Everything You Never Knew About Opera for Buffs and Bluffers
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten Verlag: Cyan Books (5. November 2007) Sprache: Englisch ISBN-10: 1905736282 ISBN-13: 978-1905736287 Größe:17,8 x 11,4 x 2,4 cm
Synopsis (von amazon)
You might know Bellini from Puccini, Bizet from Britten, even Shaposhnikov from Shostakovich but can you name the ten opera plots in which a goat features heavily? Opera buffs as well as fans of the Muppet opera (Pigoletto, of course) will be entertained (and possibly educated) by this varied and engaging compendium of facts, figures, trivia, statistics, stories and quotations from the colourful world of opera. This is a miscellany of the madness, with operatic proportions of wit and wisdom (includes Puccini’s recipe for cooking beans, and Rossini’s tips on recycling), the valuable knowledge contained in this little book will confound, delight and amaze even the most hardened Glydebourne-goer.
Entdeckt habe ich dieses kleine Büchlein im Shop des Royal Opera House und in die Oper hat es mich seitdem immer begleitet. Es wurde wohl noch nicht übersetzt. Es passt ideal in die Handtasche als kleiner Pausenfüller zwischendurch, da es in kleinste Abschnitte unterteilt ist. Einen festen Bestandteil bilden die vierzig Kurzzusammenfassungen von Opern unter dem Titel “Lost the plot”. Diese sind witzig zu lesen, wobei manche ihren Humor auch aus der doch arg verkürzten Darstellung ziehen.
Ansonsten gibt es viele nette, kleine Häppchen aus der Welt der Oper, serviert bunt gemixt und nie langweilig. Wer sich im Zusammenhang mit dieser höchsten Kunstform unterhalten lassen will, ist mit diesem Büchlein gut beraten.
Der einzige, für mich ziemlich störende Punkt, ist ein sehr schlampiges Lektorat, was Wörter in deutscher Sprache angeht – bei den anderen Opernsprachen Italienisch und Französisch kann ich es nicht beurteilen, aber mir ist auf den ersten Blick nichts aufgefallen. Manchmal hat man den Eindruck, das hat jemand geschrieben, der das Wort gar nicht kennt, manchmal sind es einfach nur Tippfehler, die im großen Stil nicht ausgebessert wurden. Schade, ohne diesen Makel wäre es wirklich ausgezeichnete Unterhaltung gewesen.
Mein Fazit:
Wenn die Fehler in der nächsten Auflage ausgebessert werden, kann ich diese Buch jedem Opernfan ans Herz legen.
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