Archives

  • 2019 (32)
  • 2018 (59)
  • 2017 (40)
  • 2016 (6)
  • 2015 (15)
  • 2014 (52)
  • 2013 (83)
  • 2012 (109)
  • 2011 (153)
  • 2010 (179)
  • 2009 (279)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Buchpremiere “Goldprinz”, 15.03.2011, tiempo nuevo – Wien

Die Lesung fand in der Buchhandlung “tiempo nuevo” statt und die Reihen waren gut gefüllt. Die arme Claudia kämpfte mit einer eitrigen Angina und dementsprechend klang ihre Stimme auch heiser, aber sie lies sich nicht davon abhalten, die Lesung unter vollem Stimmeinsatz durchzuziehen.
Wer schon einmal bei einer Lesung von Claudia war, weiß, dass sie sehr ausdrucksvoll liest. Dies hat sie diesmal noch zusätzlich gesteigert, die erste Szene hat sie nämlich fast völlig frei gespielt. Wie Olivia in der Wohnung von Adrian leuchtete sie im abgedunkelten Raum mit einer Taschenlampe umher und die Atemlosigkeit in ihrer Stimme kam eher nicht von der Angina. Wie bereits gewohnt, gab es auch wieder einen multimedialen Part, der zeitweise das Geschehen aus dem zweiten Teil der Lesung auch an die Leinwand warf. Dieser verdeutlichte, warum das Motto auf ihren Aufklebern, die sie extra für Goldprinz entworfen hat, “Mission Pink” lautet. Das Publikum kam aus dem Kichern kaum noch heraus und honorierte Claudias schonungslosen Einsatz der Stimme und ihre aufwändige Lesung mit lang anhaltendem Applaus.
Anschließend konnte man noch Glückskekse kaufen, mit denen man die Make-a-wish-foundation unterstütze, einer gemeinnützigen Organisation, die kranken Kindern Wünsche erfüllt und die Claudia schon lange unterstützt. Bei Tee und Sake konnte man noch plaudern und sich Claudias Bücher signieren lassen.
Ein sehr gelungener Abend!

Ähnliche Artikel

Werther, 24.04.2010, Wiener Staatsoper

Im Gegensatz zu gestern saß ich diesmal auf einem richtig guten Platz, den ich mir unter normalen Umständen wohl nicht geleistet hätte. Aber so konnte ich mich wirklich gut auf die Vorstellung konzentrieren und es hat sich auch gelohnt.

Es gab eine Werkeinführung, die im Bezug auf die Entstehungsgeschichte sehr interessant war. Allerdings wurde die inszenierung über den grünen Klee gelobt und das hat sich mir im Nachhinein nicht so ganz erschlossen. Sehr schön fand ich die Idee mit dem Baum, unter dem sich alles trifft, das ist schlüssig und brachte mit dem Laub in den verschiedenen Farben sehr schöne Bilder hervor. Warum allerdings eine Verlegung in die Fünfziger Jahre die Figuren präziser heraus arbeiten sollte, habe ich nicht verstanden. Es hat nicht groß gestört, aber wirklich zwingend fand ich es nicht.

Die Sänger an diesem Abend waren wirklich gut, mitreißend die Rolleninterpretation von Vesselina Kasarova als Charlotte und Ramón Vargas als Werther stimmlich und szenisch immer überzeugend, ob er nun Charlotte seine Liebe gestand oder im Sterben lag. Besonders positiv ist mir auch Teodora Gheorghiu in ihrem Rollendebüt am Haus aufgefallen, sie war sehr frisch und trotzdem einfühlsam.

eEwas irritiert war ich über den nicht gerade üppigen Applaus am Ende. Gemessen an den nicht enden wollenden Ovationen nach der Arie von Vargas im 3. Akt war der Schlussapplaus doch relativ schnell vorbei.  Mir hat der Abend gut gefallen, auch wenn er mich nicht ganz so berührt hat, wie ich gedacht habe.

Ähnliche Artikel

Buchpräsentation “Jagdzeit” von Claudia Toman, 24.04.2010 in Wien

Ich bin Claudia extrem dankbar, dass sie eigentlich den Anstoß zu dieser Wienreise gegeben hat 🙂

Einen wirklich ungewöhnlichen Ort für ihre Buchpräsentation hatte sie sich ausgesucht: das Kinderopernzelt auf dem Dach der Staatsoper Wien! Wie sie im Verlauf des Nachmittags sagte, hier sei sie zu Hause, seitdem sie vor über 10 Jahren das Zelt zum ersten Mal betrat. Sie arbeitet als Inspizientin, Regieassistentin und Abendspielleiterin im Bereich Kinderoper und ist praktisch täglich an diesem Ort. Man merkte der Präsentation auch an, dass Claudia ein Profi ist, sie war dramaturgisch hervorragend aufgebaut. Es begann mit einer Lesung aus dem Off, direkt die erste Szene, das war schon ein bisschen unheimlich. Danach folgte der schon bekannte Trailer und mit der Szene, die Claudia für das Gewinnspiel gelesen hat, allerdings setzte sie etwas früher ein. Es folgte die Szene ab S. 65, mit der Adrian eingeführt wird und schließlich lässt sie uns noch teilhaben an den Schwierigkeiten eines Großstadtkindes, in der Wildnis aufs Klo zu gehen und Olivias erste Begegnung mit dem Wolf. Ergänzt wurden die Szenen immer wieder durch Auszüge aus Ernst Kreneks “Reisebuch aus den österreichischen Alpen”, gesungen von KS Heinz Zednik. Diese waren immer sehr passend ausgesucht und ließen die karge Welt der Alpen vor meinem inneren Auge entstehen. Claudia hat sehr, sehr gut gelesen, mit viel Ausdruck in der Stimme, ausgezeichnet den verschiedenen Figuren nachspürend und sehr pointiert und auch mit einem gewissen schauspielerischen Anteil. Im Anschluss an die Lesung stellte ihr die Repräsentantin des Verlages noch einige Fragen. So erzählte Claudia unter anderem, dass es noch einen dritten Olivia-Roman gibt, an dem sie gerade arbeitet, dass deren Geschichte aber dann abgeschlossen sei. In “Jagdzeit” erzählt sie ja erstmals aus zwei Perspektiven und es habe ihr sehr viel Spaß gemacht, eine Figur, Adrian, komplett zu erfinden. Von ihm hören wir möglicherweise noch mehr Augenzwinkern
Zum Abschluss gab es nochmal eine Projektion von einem Film aus Claudias Kindertagen, der war wirklich nett gemacht. Riesenapplaus der ca. 100 Zuschauer und eine lange Schlange beim Signieren rundeten die sehr schöne Buchvorstellung ab.

PS: Die Lesung aus Claudias Sicht ist hier zu finden 😉

Ähnliche Artikel

Wien April 2010, Tag 2

Das Frühstück im Hotel Papageno ist leider etwas Käselastig für jemanden, der keine Milchprodukte essen darf und der Frühstücksraum ist zu klein für die Zimmeranzahl, so dass ich mich genötigt sehe, meine abschließende Tasse Kaffee in der Lobby zu trinken.

Danach hatte ich erst einmal eine Verabredung mit einem alten Freund aus Briefmarkenzeiten. Er ist ein wandelndes Lexikon, was Marken betrifft und zeigt gerne seine Schätze her. Auch diesmal schafft er es wieder, mich in seinen Bann zu ziehen, obwohl ich das Hobby Briefmarken eigentlich längst abgelegt habe.

Punkt 12 Uhr öffnete das Theater an der Wien seine Pforten für einen Tag der offenen Tür.  Das Theater ist das älteste in wie noch existierende, der erste Direktor war Emanuel Schikaneder, der Librettist der Zauberflöte und Papageno in der Uraufführung. Deshalb heißt der heutige Bühneneingang auch Papagenotor und auf dem eisernen Vorhang sind Szenen aus der Oper dargestellt. Der Innenraum war ursprünglich in blau-silber gehalten, da die Kombination rot-gold den kaiserlichen Theatern vorbehalten war. Reste davon sieht man vor allem noch an der Decke. Ich glaube, das hätte mir auch sehr gut gefallen. Es gab sehr viele verschiedene Angebote, leider war meine Zeit begrenzt, deshalb entschied ich mich für die Einführung in die Inspizientenabteilung, in die Geschichte des Theaters, in die Bühnentechnik und eine Technikvorführung. Die Inspizientin gab anhand der laufenden Geschichts- und Technikeinführung Einblicke in ihre Arbeit, erklärte ihr Pult, umriß ihren Verantwortungsbereich und beantwortete geduldig alle Fragen. Das war wirklich höchst interessant. Auch das Bühnenprogramm gab einen guten Einblick in das Theater, ein Rundgang durch Kostümabteilung, Perückenmacherei und Requisite rundeten das Programm ab. Ich denke, das war sicher nicht mein letzter Besuch in diesem Theater.

Ähnliche Artikel

Wien April 2010, Tag 1

Der Nachtzug erreichte Wien-Hütteldorf überpünktlich und nachdem ich im Hotel bereits morgens vor sieben Uhr einchecken konnte, machte ich mich auf, um am Naschmarkt zu frühstücken. Leider hatte dort, obwohl der Markt offiziell um sechs Uhr beginnt, noch wenig geöffnet, so dass ich mit einen normalen Bäcker vorlieb nehmen musste. Weiter ging es nach Hietzing, wo ich zuerst den Friedhof und dann den Tierpark Schönbrunn besuchen wollte. Was auf dem Stadtplan eigentlich recht nah aussah, entpuppte sich als anstrengender Marsch bergauf an einer viel befahrenen Straße. Ich bog dann auch noch falsch ab und betrat den Friedhof sozusagen durch die Hintertür. Leider ist er doch moderner als ich dachte, das war die erste Enttäuschung. Die nächste folgte auf dem Fuß, als ich das erste Foto machte, gab der Akku auf. Offensichtlich hatte ich einen leeren in die Kamera getan, der zu Hause noch mal frisch aufgeladene lag im Hotel. Zudem wurde ich von ein paar Fiedhofsmitarbeitern sehr kritisch beäugt, als ob ich im nächsten Moment zur Grabräuberin mutieren würde.

Ich beschloss, den Friedhof Friedhof sein zu lassen, den anderen Akku aus dem Hotel zu holen und mit dem Zoo weiterzumachen. An dieser Stelle muss ich den ÖPNV in Wi9en mal über den grünen Klee loben. Bereits morgens vor sechs fuhr die U-Bahn alle vier Minuten, auch die Straßenbahnen und Busse fahren mit hoher Frequenz. Und es scheint sich auszuzahlen. Gerade heute war in einer der Gratiszeitungen hier zu lesen, dass die Wiener überdurchschnittlich viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das bestätigt mal wieder meine Meinung, dass man mit dem Angebot in Vorleistung gehen muss, ein unattraktiver Takt und volle Bahnen bringen niemandem dazu, vom Auto umzusteigen.

Zurück am Zoo kam ich zuerst an dem gewaltigen Palmenhaus vorbei, das ich am Ende auch noch besichtigte.Der Zoo selbst ist recht weitläufig, die Tiere werden fast alle in großen Gehegen und Freiflächen gehalten. Der Eintrittspreis ist mit 14 € allerdings auch recht happig.

Natürlich ist ein Besuch in Wien nicht vollständig, wenn ich nicht beim Plachutta war (Vorsicht, Musik!). Die Spezialität ist gesottenes Rindfleisch, das in der Brühe serviert wird. Zuerst ist man die Suppe, entweder nur mit Gemüse oder mit einer Extraeinlage, danach fischt man sich die Rindfleischstücke aus der Brühe. Dazu gibt es eine sensationelle Schnittlauchsosse, Apfelkren und Röstkartoffeln. Ich hatte heute zusätzlich Kochsalat mit Erbsen, was immer das war, es schmeckte ein wenig nach Spinat. Auch ein Markknochen gehört noch dazu, aber das Beste ist wirklich die Brühe. Natürlich ist das Ganze nicht gerade billig, aber jeden Cent wert. Das Lokal ist auch immer voll, bei mehreren Personen ist Reservierung schon zu empfehlen.

Zurück im Hotel blieb gerade genug Zeit, mich umzuziehen, dann stand auch schon der nächste Programmpunkt an: Claudia Toman, deren Buchpräsentation morgen der eigentliche Anlass für die Wienreise war und die an der Wiener Staatsoper arbeitet, holte mich am Bühneneingang für einen kleinen Rundgang durch das Haus ab. Zuerst ging es jedoch hinauf ins Kinderopernzelt auf dem Dach des Hauses, wo die Präsentation morgen stattfindet. Danach hatte ich Gelegenheit, auf der Bühne zu stehen – das Singen habe ich mir aber verkniffen. Sehr schön war es, die Kulissen des „Rosenkavaliers“ aus der Nähe zu sehen. Sehr viel mehr bekam ich trotz Vorstellungsbesuches auch nicht davon zu sehen. Nach einem Blick in die Unterbühne – Höhenangst sollte man hier nicht haben – und einem kurzen Rundgang durch einen Teil des restlichen Hauses hatte ich Gelegenheit, eine Probe für die in zwei Wochen stattfindende Premiere der Kinderoper anzusehen. Bisher habe ich ja immer nur öffentliche Proben gesehen und das heute war doch etwas ganz anderes. Ich habe sehr viel gelernt und ich bedanke mich recht herzlich bei Claudia für dieses tolle Erlebnis.

Zurück in den öffentlichen Bereich suchte ich nach meinem Platz für die Vorstellung. Da ich ja kein Strauss-Fan bin, ging ich auf Nummer Sicher und habe nur eine billige Karte genommen. Diese war allerdings von der Sicht her wieder sehr eingeschränkt, erschwert zusätzlich durch einen Hühnen und eine sich hinlümmelnde Göre vor mir, der mitdirigierende Opa neben mir nervte ebenfalls dezent  – kurz gesagt, ich bin in der ersten Pause gegangen. Musikalisch muss ich mich an Strauss erst noch rantasten, und so ganz ohne szenisch hatte ich arge Schwierigkeiten mit der Konzentration. Dafür freue ich mich jetzt morgen um so mehr auf den Werther, hier sitze ich nämlich sehr gut.

Das Hotel Papageno, in dem ich übernachte, liegt sehr gut, nur 3 Tramhaltestellen von der Oper entfernt. Das Zimmer ist sehr großzügig und das Personal freundlich. Der Preis ist angemessen, insbesondere, da ich über hrs gebucht habe und als Gratisleistung das WLAN, das in allen Zimmern verfügbar sein soll, angeboten wurde. Leider endet das Signal ca. 4 Meter vor meiner Zimmertür, auf meine diesbezügliche Nachfrage erklärte man mir, ich müsse „andere Frequenzen“ anwählen – naja, ganz blöd bin ich ja auch nicht. Deshalb habe ich diesen Post erst mal offline geschrieben und werde mich jetzt in die Lobby begeben, um alles hochzuladen.

Ähnliche Artikel