Archives

  • 2018 (25)
  • 2017 (80)
  • 2016 (37)
  • 2015 (62)
  • 2014 (68)
  • 2013 (141)
  • 2012 (152)
  • 2011 (163)
  • 2010 (181)
  • 2009 (280)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Frisch eingetroffen: Sina Beerwald – Heringsmord

Affiliate Link

Ein Leben auf Sylt? Ein Traum! Jedenfalls für das Rentnerpaar Frieda und Ernst Schmälzle. Da das Ersparte für ein Reetdachhäuschen jedoch nicht reicht, lassen sie sich mitsamt Spätzlespresse und Dackel Gustav auf dem Kampener Campingplatz nieder. Doch zwischen Gemeinschaftsdusche und Chemietoilette schwelen die Konflikte, und in der Ehe der Schmälzles beginnt es heftig zu kriseln – bis ein Platznachbar ermordet aufgefunden wird und Frieda die Unschuld ihres Mannes beweisen muss.

Sina Beerwald, 1977 in Stuttgart geboren, studierte Wissenschaftliches Bibliothekswesen und hat sich bislang mit elf erfolgreichen Romanen einen Namen gemacht. 2011 wurde sie Preisträgerin des NordMordAward, des ersten Krimipreises für Schleswig-Holstein. 2014  erhielt sie den Samiel Award für ihren Sylt-Krimi “Mordsmöwen.” Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer Homepage www.sina-beerwald.de und bei Facebook.

Ähnliche Artikel

Frisch eingetroffen: Anna Koschka – Glückstee

Affiliate Link

Sieben Menschen stößt in einer Winternacht etwas Ungewöhnliches zu. Jeder findet daraufhin seinen Weg in Mikis kleines Asialokal am Wiener Naschmarkt. Was keiner von ihnen weiß, ist, dass ihre Geschichten auf wunderbare Art miteinander verbunden sind. Und dass es dreiundzwanzig verschiedene Sorten von Glück gibt.

Anna Koschka ist das Pseudonym der Wiener Autorin Claudia Toman. 1978 geboren, lebt sie zusammen mit Katze, MacBook und hunderten geliebten Büchern in der Nähe des Wiener Naschmarktes. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Theatermacherin und Museumsguide und schreibt bereits am nächsten Roman um die liebenswerten Heldinnen des Mauerblümchenclubs.

Ähnliche Artikel

Frisch eingetroffen: Sophia Cronberg – Die Lilieninsel

Affiliate Link

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Marie mit ihren zwei kleinen Kindern in ein Landhaus an der schroffen Küste der Kanalinsel Guernsey. Bereits bei der Ankunft erwartet sie eine Enttäuschung: Das Haus liegt zwar direkt an den malerischen Klippen, ist jedoch völlig heruntergekommen. Zudem gibt es einen feindseligen Nachbarn, Bartholomé de Clairmont, Besitzer eines prachtvollen Anwesens. Dennoch beschließt Marie, mit Hilfe des attraktiven Architekten Vincent ihr Cottage zu renovieren. Doch da taucht in den Fundamenten das Skelett einer Frau auf, die vor vielen Jahrzehnten spurlos verschwunden ist. Als Marie mehr über die Hintergründe ihres Todes herausfinden will, enthüllt sie das Schicksal der rätselhaften Liliane de Clairmont…

Sophia Cronberg wurde 1975 in Linz geboren. Seit einigen Jahren ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Sie spielt gern Klavier und liebt das Reisen. Sophia Cronberg ist Mutter einer kleinen Tochter und lebt abwechselnd in Frankfurt am Main und in Österreich. Bei FISCHER Taschenbuch sind von ihr »Das Efeuhaus«, »Die Lilieninsel« und »Der Palazzo am See« erschienen.

Ähnliche Artikel

Frisch eingetroffen: Petra Busch – Deine Seele so schwarz

Affiliate Link

In einer Sommernacht kommt die Witwe Edith Felber ums Leben, als während eine Unwetters das Dach ihrer Werkstatt einstürzt. Ihr Sohn, der Kriminaltechniker Lukas Felber, und dessen sensible Schwester Sarah sind schockiert, als sich der Tod der Mutter als Mord entpuppt.
Hauptkommissar Ehrlinspiel leitet die Ermittlungen, ihm zur Seite steht Karolina Baumann, die neue Konfliktberaterin. Als die beiden tiefer die Familiengeschichte der Felbers dringen, gerät ihr Kollege Lukas ins Zwielicht. Was hat es mit dem tödlichen Unfall seines Vaters vor 28 Jahren auf sich? Und warum reagiert Sarah so aggressiv auf ihren Bruder? Felber kämpft mit wachsender Angst und einer grausamen Erkenntnis. Auch Baumann weiß mehr als die Kollegen. Als sie sich Lukas anvertraut, gibt es einen weiteren Todesfall …

Petra Busch, geboren 1967 in Meersburg, arbeitet als freie Texterin und Journalistin für internationale Kunden aus Wissenschaft, Technik und Kultur. Sie studierte Mathematik, Informatik, Literaturgeschichte und Musikwissenschaften und promovierte in Mediävistik. Für ihren Kriminalroman “Schweig still, mein Kind” erhielt sie den renommierten Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2010. Sie lebt im Nordschwarzwald.

Ähnliche Artikel

Adventskalender 2017 Tag 24: Buchpaket zu gewinnen!

Die letzten drei Sonntage gab es ja bei uns immer was zu gewinnen und für den 24. und letzten Tag haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: heute könnt Ihr ein Buchpaket gewinnen! Gleich vier Bücher der bekannten Autorin Charlotte Lyne alias Charlotte Roth gehen an den glücklichen Gewinner. Sie sind alle signiert und falls ihr schon eines davon habt, könnt ihr es natürlich auch gerne weiterverschenken.

Die Bücher im Einzelnen:
Charlotte Roth – Als wir unsterblich waren

Affiliate Link

 November 1989. »Willkommen in Westberlin«, dröhnt es aus einem Lautsprecher, als die Ostberliner Studentin Alex­andra von der Menschenmenge in die Arme eines jungen Mannes gedrängt wird. Liebe auf den ersten Blick!
Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und mutige Paula setzt sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Ihre Träume von einer neuen, gerechteren Welt teilt sie mit dem charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft.
Damals, als sie unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzehnte später Alexandras Welt für immer verändern wird.

Der Roman verknüpft  zwei große, Deutschland verändernde Themen: die Geburt der Sozialdemokratie und den Mauerfall im November 1989. Hervorragend recherchiert und spannend erzählt, sollte dieser Roman in keinem Regal eines geschichtsinteressierten Lesers fehlen.

Charlotte Roth – Als der Himmel uns gehörte

Affiliate Link

 London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht.

Zwei Generationen Frauen einer Familie, die die Liebe zum Sport verbindet. Die Verknüpfung ihrer Schicksale lässt Zeitgeschichte lebendig werden.

Affiliate Link

Charlotte Roth – Bis wieder ein Tag erwacht
Ein verwunschenes Küstendorf in der Provence in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts: Über alle Klassenunterschiede hinweg wachsen fünf Kinder miteinander auf: Nathalie, die Bürgerstochter, Fabrice und Didier, die Brüder vom Schloss, und das Mauerblümchen Delphine sowie Nathalies algerischer Diener Salah. Doch auf dem Weg zum Erwachsenwerden zerbricht ihre kleine geborgene Welt: Nathalie ist in Didier verliebt, dieser aber bringt den Mut nicht auf, um sie zu kämpfen. Als die enttäuschte Nathalie nach Paris flieht, stürzt sie sich in einen Tanz auf dem Vulkan und begegnet dem Deutschen Alwin, der zum ersten Mal erahnt, wie die Freiheit schmeckt.
Doch das zaghafte Glück und alle Hoffnung finden ein jähes Ende, als Frankreich über Nacht im Krieg steht. Der zweite Weltkrieg beginnt, und aus Freunden werden Feinde, auf Seiten von Résistance und Besatzungsmacht stehen sich die, die sich gestern noch liebten, auf Leben und Tod gegenüber. Plötzlich müssen die jungen Leute Entscheidungen treffen – nicht mehr nur über ihr eigenes Schicksal, sondern über die Zukunft ihres Landes und sogar der halben Welt.

Selten hat mich ein Roman so erschüttert zurück gelassen. Ich wollte nicht, dass er endet. Ich liebte seine Protagonisten, sowohl die, die wirklich gelebt haben als auch die von der Autorin erdachten. In der Schule lernt man selbst bei Geschichte-Leistungskurs nicht wirklich etwas über die französische Résistance-Bewegung und dieser Roman zeigt einem, dass sie uns auch heute noch viel zu sagen hat.

Charlotte Lyne – Die Lilie von Palermo

Affiliate Link

 In ihrem Viertel gilt die junge Aita ob ihrer Schönheit als Lilie von Palermo. Doch als sie sich beim Tanz in den Falschen verliebt, ihn gar küsst, wird sie vom begehrtesten Mädchen der Stadt zur Ausgestoßenen. Erst recht, als sie den, den sie alle »il Diavúlu«, den Teuflischen, nennen, auch noch zum Mann nimmt.

Aita könnte trotz allem glücklich sein, denn ihr fehlt es an nichts. Ihr Mann hat sich inzwischen einen Ruf als geschickter Schmied erarbeitet, fertigt für die Reichen und Mächtigen. Doch die Zeiten sind unruhig, immer mehr Sizilianer stemmen sich gegen die Herrschaft des Hauses Anjou. Können Aita und Emidio ihre Liebe auch in schweren Zeiten bewahren? Oder werden sie und ihre Familien im Streit der konkurrierenden Mächte zerrieben?

Sizilien ist meine Lieblingsinsel. Die Autorin erweckt die Vergangenheit der Insel zum Leben und berührt mit einem Frauenschicksal das Herz des Lesers.

Um diese vier tollen Bücher zu gewinnen, müsst ihr bis 31.12.2017 23:59 Uhr eine Frage beantworten:

Charlotte Roth ist ein Pseudonym der Autorin Charlotte Lyne. Unter einem weiteren Pseudonym hat sie im Oktober diesen Jahres einen Roman veröffentlich, der hauptsächlich in Izmir spielt. Wie heißt dieses Pseudonym?

Antworten wie immer über das Kontaktformular! Und jetzt viel Glück und Frohe Weihnachten!

 

Ähnliche Artikel

Adventskalender 2017 Tag 23: Das Paläontologische Museum München

Foto: Marina Kolmeder

Die nächsten Tage stehen bei den meisten ganz im Zeichen der Familie, aber was soll man mit den Kindern in den restlichen Schulferien anstellen? München hat zum Glück  genügend Kultur für Groß und Klein zu bieten. Vor allem die Museem rund um den Königsplatz sind immer einen Besuch wert. Selbst in München ist jedoch eine kleine Einrichtung kaum bekannt, das sich in unmittelbarer Nähe zu Glyptothek und co. versteckt: Das paläontologische Museum.

Es gehört zur paläontologischen und geologischen Staatssammlung und bietet – mit freiem Eintritt – eine interessante kleine Ausstellung zu Dinosauriern und anderen Urzeitwesen. Auch findet man im gleichen Gebäude eine geologische Ausstellung und es werden regelmäßig Vorträge geboten. Ich selbst habe das Museum erst letztes Jahr entdeckt, da mein Berufswunsch in Kindertagen jedoch Paläontologe war (und ich war wohl eine der Wenigen, die diesen Beruf im Alter von 11 Jahren kannte) statte ich der Ausstellung immer wieder gerne einen Besuch ab.

Foto: Marina Kolmeder

Das Gebäude versteckt sich in der Richard-Wagner-Straße 10 und ist zwar nicht an Feiertagen geöffnet, jedoch ansonsten von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist, wie bereits erwähnt, gratis.

Am Sonntag den 7. Januar gibt es außerdem von 10 bis 16 Uhr eine Sonderöffnung mit Führungen um 11.30 und 14.30 Uhr und einem Quiz für Kinder.

Weitere Infos findet ihr natürlich auf der Webseite der Staatssammlung.

 

Ähnliche Artikel

Adventskalender 2017 Tag 22: Jason Manns

    Foto: Marina Kolmeder

Als ich heute in München unterwegs war, sah ich wieder hunderte Leute im Vorweihnachtsstress durch die Stadt hetzten. Wenn ich dann nach Hause komme brauche ich dringend Musik zum Entspannen und mein liebster Geheimtipp in diesem Fall ist der amerikanische Musiker Jason Manns. Der große Mann mit der sanften Stimme ist vor allem für verschiedenste Coverversionen bekannt, schreibt jedoch auch eigene Songs. Vor allem sein Album Soul lädt zum Abschalten und Genießen ein. Er singt meist zu seiner eigenen Gitarrenbegleitung eine Mischung aus Jazz und Sould, in jedem Fall aber unglaublich angenehm anzuhören.

Kennen gelernt habe ich Manns tatsächlich durch die bekannte Fernsehserie Supernatural, da er mit einem der Hauptdarsteller eng befreundet ist und daher auf einem Fantreffen in Rom auftreten durfte. Mit der Serie und den Fans habe ich mittlerweile kaum mehr etwas zu tun, dieser herausragende Künstler ist jedoch nach wie vor einer meiner Lieblingsmusiker.

Auch in München hat man einmal im Jahr die Chance, Jason Manns life zu erleben (zumindest war es in den vergangenen Jahren der Fall). Hier tritt er zusammen mit zwei Mitgliedern der Rock-Band Louden Swain unter dem Namen The Station Breaks auf und man mag es kaum glauben, aber die Mischung funktioniert einwandfrei! Ob für 2018 ein Konzert geplant ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber zum Glück habe ich in der Zwischenzeit genügend CDs von Mr. Manns zum Anhören!

Ähnliche Artikel

Adventskalender 2017 Tag 21: Victoria & Albert Museum London – Opera: Passion, Power and Politics

Affiliate Link

Wer noch bis 25.2.2018 nach London kommt und sich wahlweise für Oper oder europäische Geschichte der letzten 400 Jahre interessiert, muss diese Ausstellung unbedingt ansehen.

Sieben verschiedenen Opern-Uraufführungen werden in einen geschichtlichen Kontext eingebettet. So erfährt man, warum genau diese Oper an diesem Ort und nicht irgendwo anders entstanden ist. Das ist sehr interessant und obwohl ich mich schon fast mein ganzes Leben lang mit europäischer Geschichte beschäftige, habe ich auch viel Neues erfahren. Begonnen wird mit L’incoronazione di Poppea, es folgt Rinaldo, Le Nozze di Figaro, Nabucco, Tannhäuser, Salome und Lady Macbeth von Mtsensk. Es gibt Hörbeispiele, Basisfakten und Zeitschienen. Dazu kommen noch moderne Opern im Schnelldurchlauf, man hat also so etwas wie Der Ring an einem Abend, nur mit Operngeschichte.

Gearbeitet wird mit modernsten Mitteln. Man bekommt eine Art Audioguide, der mit etwas ähnlichem wie Near Field Communication arbeitet. Wenn man vor einer bestimmten Vitrine steht, bekommt man dazu passend einen Arie eingespielt. Das war am Anfang etwas irritierend, weil die Musik ständig wechselte, wenn man sich durch die Ausstellung bewegt. Sobald man aber verstannden hat, wo man stehen bleiben muss, um das Stück zu Ende zu hören, kann man sich voll und ganz dem Musikgenuß hingeben. Ich hätte nur gerne das Teil mit meinen eigenen Kopfhörern betrieben, aber das ist ja ein Problem, das allen Audioguides gemeinsam ist.

Bühnenbild aus dem 18. Jahrhundert

Die Ausstellung hatte für mich zwei Höhepunkte: den Nachbau eines mechanischen Bühnenbildes aus dem 18. Jahrhundert und eine Kunstinstallation von Matthias Schaller. Er hat in seiner Sammlung Fratelli di Italia italienische Opernhäuser fotografiert. Diese wurden dann in Reihen neben- und übereinander gesetzt, ein Bild davon findet sich auf dieser Seite, die im übrigen einen schönen Einblick in die Ausstellung gibt. Wenn man dann davor sitzt und Va, pensiero, sull’ali dorate hört, dann ist die Gänsehaut vorprogrammiert. Leider ist das Buch mit den gesammelten Fotografien eher enttäuschen, die Bilder sind sehr klein und vor weißem Hintergrund präsentiert und wirken dadurch nicht so wie auf der Wand in der Ausstellung.

Den sehr umfassenden Katalog muss man nicht nach Hause schleppen, die gebundene Ausgabe kann man günstiger in Deutschland bestellen. Damit das Victoria&Albert nicht ganz leer ausgeht, habe ich mir zumindest eine schöne Tasche dort gekauft.

 

 

 

Ähnliche Artikel

Adventskalender 2017 Tag 20: Wiederaufnahme der Zirkusprinzessin im Gärtnerplatztheater

Nach unserer Kritik zu Priscilla bleiben wir gleich mal im Gärtnerplatztheater, denn am 29. Dezember kehrt ein Stück ins Repertoire zurück, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt. 2014 feierte Emmerich Kálmáns Zirkusprinzessin  im Zirkus Krone Premiere und zu diesem Zeitpunkt war ich schon ganz tief in die Welt des Gärtnerplatztheaters eingetaucht. Denn ich hatte die Ehre, das Ensemble um Regisseur Josef E. Köpplinger als Hospitantin bei der Probenarbeit begleiten zu dürfen. Damals auf der Wanderschaft durch München schien alles noch ganz kompliziert und trotzdem wurde mit wenigen Requisiten und Bühnenbildteilen in der Manege eine Traum-Operetten-Welt erschaffen. Die zieht jetzt auf die Bühen um, doch ich bin sicher, dass dem Zauber auch hier kein Abbruch getan wird.

Im St. Petersburg der 20er Jahre trifft die verwitwete Fürstin Fedora auf den Zirkusartisten Mr. X, die Standesunterschiede lassen jedoch keine Romanze zu. Anders sieht es aus mit dem adeligen jungen Mann, den ihr der eifersüchtige Prinz Wladimir vorstellt und den sie kurzerhand auch heiratet und der sich dann als Mr. X herausstellt. Natürlich hält die Kränkung der Fürstin nicht lange an und es ist am Ende doch alles passender, als es scheint.

Für Humor in dieser Operette sorgt der Wiener Hotelierssohn Toni, der sich unsterblich in die Artistin Mrs. Mabel verliebt und ihr durch ganz Europa hinterher reist. Von dieser Wahl ist Tonis Mutter gar nicht begeistert und würde der Verbindung niemals zustimmen, hätte sie nicht selbst ein kleines Geheimnis mit ihrem Oberkellner Pelikan.

In dieser Inszenierung bietet Köpplinger tatsächlich alles auf, was das Theater zu bieten hat. Neben den vielen bekannten Solisten wie Sigrid Hauser, Daniel Prohaska, Gisela Ehrensperger, Franz Wynzer und Volksopern-Chef Robert Meyer sind auch das Ballett, der Chor, das Orchester und zahlreiche Statisten mit von der Partie.

https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/die-zirkusprinzessin.html/ID_Vorstellung=1508&m=279

Foto: Christian POGO Zach

Ähnliche Artikel

Premiere Priscilla – Königin der Wüste, 14.12.2017, Gärtnerplatztheater

In München kommt ja mit dem Tollwood-Festival in der Vorweihnachtszeit die ganze Welt nach Bayern. Und so einen Hauch von Exotik bekommt man nun auch im Gärtnerplatztheater zu spüren; zum Einen mit der australischen Videocollage unter dem klassizistischen Bühnenportal, zum Anderen mit den bunten Vögeln, die sich bei der deutschen Erstaufführung von Priscilla – Königin der Wüste dort auf der Bühne tummeln.
Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Kultfilm, der vor dreizehn Jahren die Welt im Sturm eroberte, obwohl er mit günstigsten Mitteln gemacht war. Im Jahr 2006 wurde der Stoff dann von Stephan Elliot und Allan Scott für die Bühne adaptiert und feiert weltweit Erfolge. Da wurde es Zeit, dass man das herrlich schräge Stück endlich nach Deutschland bringt und die Münchner können ihrem Intendanten Josef Köpplinger nicht genug danken, dass ihm dieser Coup gelungen ist.

Foto: Marie-Laure Briane

Erzählt wird in Priscilla – Königin der Wüste die Geschichte der Dragqueen Tick, der vor Jahren eine Frau geheiratet hat und nun endlich seinen Sohn kennen lernen will. Unter dem Vorwand, für eine Show in Alice Springs engagiert worden zu sein, überredet er seine Freunde Bernadette und Adam, mit ihm quer durch Australien zu reisen. Bernadette ist eine – etwas in die Jahre gekommene – Transsexuelle, deren Lover erst kürzlich beim Haare-Bleichen erstickte. Adam ist eine erfolgreiche Dragqueen, der aber keine Gelegenheit für ein Abenteuer auslässt. So nimmt das Trio zusammen mit dem ausgemusterten Schulbus namens Priscilla ohne Rücksicht auf die heimische Fauna Fahrt auf und lernt auf der Reise vieles über ihre Mitmenschen und sich selbst.
In erster Linie ist dieses knallbunte Musical mit Hits der 70er und 80er Jahre natürlich eine unterhaltsame Show mit grandiosen Bühnenbildern (Jens Kilian), herausragenden Darstellern und einer wahren Schlacht an opulenten Kostümen (Alfred Mayerhofer). Trotzdem verleiht Regisseur Gil Mehmert seinen Protagonisten auch Tiefe und facettenreiche Charakterzüge. Tick scheint anfangs gar keinen rechten Spaß mehr zu haben an seinem Dasein als Dragqueen Doris Gay in Sydney und sieht in der Reise eher eine Suche nach einem Sinn in seinem Leben. Armin Kahl spielt einen wundervoll sensiblen Mann, der hin und her gerissen ist zwischen der Liebe zu seinem Sohn und der Angst, von ihm wegen seines Berufs abgelehnt zu werden. Terry Alforo hingegen verleiht Adam einen Hand zur Übertreibung und eine jugendliche Aufgedrehtheit. Seine ständige Suche nach Spaß steckt seine Mitreisenden zwar auch mal an, doch bringt sie ihn in einem Bergarbeiter-Städtchen in große Schwierigkeiten. Das Highlight und die größte Überraschung war für mich aber zweifellos Erwin Windegger als Bernadette. Zu keinem Zeitpunkt wirkte er wie eine Parodie auf Transsexuelle, sondern man sah in ihm die würdevolle Diva mit Durchsetzungsvermögen. Die derben Sprüche der alternden Lady sind einfach nur großartig und die zarte Romanze zwischen Bernadette und dem Mechaniker Bob (unglaublich liebenswert und mit fast kindlicher Begeisterung von Frank Berg gespielt) ist wohl eine der schönsten und ehrlichsten Liebesgeschichten, die die Bühne des Gärtnerplatztheaters jemals gesehen hat.

Foto: Marie-Laure Briane

Doch leider werden die Heldinnen im Musical mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wie sie auch bei uns immer noch Menschen mit anderen Gesinnungen durchleiden müssen. Zwar scheinen etwa die Bewohner von Priscillas erstem Zwischenstopp nach einem kurzen Streit mit der burschikosen Barbesitzerin Shirley (die von Angelika Sedlmeier großartig derb gespielt wird) tolerant und feiern die Dragqueens, später schmieren sie jedoch „Verpisst euch Schwuchteln“ an den Bus, was die Jungen erschüttert, für die ältere Bernadette jedoch wohl schon so zur traurigen Gewohnheit geworden zu sein scheint. Da tut es gut, dass sie mit Bob und Ticks Sohn Benji auf tolerante Menschen stoßen, die ihnen nicht das Gefühl geben Außenseiter zu sein.
Stimmlich kann man beim besten Willen nichts an dem Ensemble aussetzen, die drei Hauptdarsteller harmonieren wundervoll miteinander und auch mit den drei omnipräsenten „Diven“ Dorina Garuci, Amber Schoop und Jessica Kessler, die als allegorische Weiblichkeit die drei Queens durch die Wüste begleiten. Zwar zickte bei der Premiere ab und an ein Mikrofon, bei meinem zweiten Besuch am 19. Dezember war die Tontechnik jedoch schon weitaus besser.
Immer wieder schön ist im Gärtnerplatztheater die musikalische Begleitung der Musicals. Statt einer kleinen Band (wie in anderen Großproduktionen inzwischen leider üblich) sitzen unter der Leitung von Jeff Frohner viele Mitglieder des Orchesters im Graben, die den Discohits einen satten Sound verpassen.
Nicht nur wegen der Bewältigung der spektakulären Choreografien von Melissa King muss übrigens dem Ensemble ein großer Respekt gezollt werden, auch die extrem schnellen Umzüge in die gefühlt zweihundert Kostüme scheinen bereits auf dem Zuschauerraum abenteuerlich und anspruchsvoll. Bei der Show von Tick, Adam und Bernadette in Alice Springs fliegen gerade so die Kostümteile und Perücken durch die Gegend.
Priscilla – Königin der Wüste steht den großen Broadway-Hits definitiv in nichts nach. Und man bekommt so viel mehr zu sehen als glitzernde Outfits und schöne junge Männer mit Sixpack. Die Inszenierung ist gleichermaßen berührend und bestens unterhaltend! Noch bis April kann man sich im Gärtnerplatztheater diesen Hauch der 80er entgegen wehen lassen.

Foto: Marie-Laure Briane

Weitere Vorstellungen: 21. und 22. Dezember / 5. und 13. Januar / 1., 2. und 17. Februar / 13., 14. und 17. März / 11. und 12. April um 19.30 Uhr
31. Dezember / 6. und 14. Januar / 18. Februar um 18.00 Uhr
Karten von 8 bis 70 € an den bekannten Vorverkaufsstellen

https://www.gaertnerplatztheater.de/de/produktionen/priscilla.html/m=276

Dirigat: Jeff Frohner
Regie: Gil Mehmert
Choreografie: Melissa King
Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Michael Heidinger
Video: Raphael Kurig, Meike Ebert
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz

Tick: Armin Kahl
Bernadette: Erwin Windegger
Adam: Terry Alfaro
Diven: Dorina Garuci, Amber Schoop, Jessica Kessler
Bob: Frank Berg
Marion: Tanja Schön
Benji: Timothy Scannell
Cynthia: Marides Lazo
Shirley: Angelika Sedlmeier
Miss Verständnis: Eric Rentmeister
Miss Fernanda Falsetta: Jurriaan Bles
Jimmy: Karim Ben Mansur
Ensemble: John Baldoz / Jurriaan Bles / Alex Frei / Dorina Garuci / Luke Giacomin / Jessica Kessler / Marides Lazo / Karim Ben Mansur / Rachel Marshall / Andreas Nützl / Eric Rentmeister / Adriano Sanzò / Tanja Schön / Amber Schoop / Susanne Seimel / Samantha Turton

Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Ähnliche Artikel