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Premiere La Cenerentola, 23.08.2012, Kammeroper München im Hubertussaal

La Cenerentola Über die wirklich sehr gelungene Premiere der Kammeroper München habe ich wieder drüben bei mucbook geschrieben.

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Interview mit Camilla Nylund

Camilla Nylund Können Sie uns zu Beginn einen Einblick in Ihren Werdegang geben?

Ich habe als Kind immer gesungen. Viel im Chor und manchmal auch solistisch. Mit 14 habe ich dann angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen in Vasa am Musikinstitut. Ich habe nach dem Abitur ein Jahr Musikwissenschaft in Turku und Gesang am Konservatorium studiert, ich war seitdem ich 15 war jeden Sommer beim Gesangskurs, u.a. in Rom, Wien und dann in Salzburg. 1988 habe ich die Aufnahmeprüfung am Mozarteum bestanden. Bis 2005 habe ich dann studiert, danach fing ich am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover meine Karriere an. 1999 wechselte ich nach Dresden an die Semperoper, von wo ich meine internationale Karriere starten konnte. 2008 wurde ich zur sächsischen Kammersängerin ernannt.

Was gab den Ausschlag, Sängerin zu werden?

Ich habe immer gesungen, konnte alle ABBA-Lieder auswendig, wollte eigentlich Pop-Sängerin werden. Durch den Gesangsunterricht bin ich dann zum klassischen Gesang gekommen. Meine erste klassische Platte war eine Mozart-Platte mit Kathleen Battle, die hat mich schwer beeindruckt.

Mit welchen Rollen haben Sie nach den Anfängen international debütiert?

Ich habe mit Strauss-Partien wie Marschallin, Arabella und Salome international debütiert sowie mit Leonore in Fidelio und Elisabeth in Tannhäuser .

Gibt es ein Opernhaus, in dem Sie besonders gerne singen?

Ich singe sehr gerne in Wien. Das Wiener Publikum ist toll und kennt sich wirklich gut aus. Die Semperoper ist mein altes Stammhaus, mit fantastischer Akustik und einem tollen Orchester, leider singe im Moment gar nicht dort.

Sie singen nun im zweiten Jahr in Bayreuth die Elisabeth im Tannhäuser, inszeniert von Regisseur Sebastian Baumgarten.Wie sehen Sie die Inszenierung und wie ist Ihre Rolle angelegt? Wie kann man sich die Arbeit in Bayreuth vorstellen?

Der zweite Sommer ist bald zu Ende, ich muss sagen, dass es mir diesen Sommer viel besser gefallen hat. Wir hatten ja diesen Sommer mit Thielemann einen neuen Dirigenten, und das hat dem Stück viel gebracht. Ich finde die Inszenierung sehr interessant und es gibt besonders für meine Rolle als Elisabeth neue Aspekte. Sie inszeniert sich als Märtyrerin. Die Gesellschaft bringt sie dazu. Ich finde es sehr entspannend, in Bayreuth zu sein. Man kann sich sehr gut konzentrieren auf seine Aufgaben.

Wie erarbeiten Sie sich eine neue Rolle?

Ich studiere immer meine Partien mit meinem Pianisten Jobst Schneiderrat in Dresden und gehe danach zu meiner Gesangslehrerin Irmgard Boas, um die Partie mit ihr durchzuarbeiten.

Wie wichtig ist Ihnen der schauspielerische Aspekt in ihrer Arbeit?

Sehr wichtig! Ich liebe Oper, weil man hier singen und agieren kann. Ich liebe es, in eine neue Rolle zu schlüpfen!

In diesem Jahr gab es am grünen Hügel einen Dirigentenwechsel. Christian Thielemann dirigierte statt Thomas Hengelbrock. Was bedeutet es für das Ensemble, wenn ein Dirigent kurzfristig wechselt,  und gab es große musikalische Veränderungen?

Für die Produktion hat es viel bedeutet. Wir hatten diesen Sommer einen viel besseren Erfolg. Christian Thielemann hat die Fähigkeit, dem Stück mehr Dichte zu geben.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten?

Ich singe sehr gerne Richard Strauss.

Welche Rolle singen Sie am liebsten?

Eigentlich immer die Rolle, die ich gerade singe!

Sie haben auch Operette in ihrem Repertoire. Wie wichtig ist Ihnen dieses Genre?

Operette gut zu machen ist sehr schwierig. Ich habe damals bei der Rosalinde in Die Fledermaus sehr viel gelernt. Dialoge zu sprechen ist nicht immer leicht, da benutzt man die Stimme ganz anders als beim Singen.

Gibt es eine Traumrolle für Sie, die in Zukunft auf Sie zukommt? Yannick Nézet-Séguin (conductor), Willy Decker (director), Meisje Barbara Hummel (preparation), Wolfgang Gussmann (sets), Wolfgang Gussmann & Susana Mendoza (costumes), Hans Toelstede (lighting design), Klaus Bertisch (dramaturge)

Ich hoffe, dass ich noch viele Strausspartien singen werde und natürlich, dass ich eines Tages die Isolde singen kann.

Bleibt neben der regen Tätigkeit in der Oper noch Zeit für moderne Musik oder Liederabende?

Liederabende mache ich manchmal. Leider fehlt die Zeit, um sie regelmäßig zu machen. Das gleiche gilt für die moderne Musik.

Können Sie uns noch einen Ausblick in Ihre Zukunft geben? Wo und mit welchen Rollen können wir Sie hören?

In Zukunft werde ich viel Strauss singen. Kaiserin in Die Frau ohne Schatten von Strauss kommt in ein paar Jahren, sonst werde ich viele Partien wieder singen, die ich im Repertoire habe. Ich gebe auch viele Konzerte und habe auch da in Zukunft viele interessante Aufgaben.

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Linksammlung 19. Internationales Gilbert & Sullivan Festival in Buxton

Ich habe in diesem Jahr vier Produktionen gesehen und habe dazu noch ein paar ergänzende Links:

Marvellous Mikado at the Buxton Gilbert and Sullivan Festival

OPERA REVIEW: THE MIKADO, GILBERT & SULLIVAN FESTIVAL, BUXTON OPERA HOUSE

Interview mit dem Regisseur von Patience der Derby Gilbert & Sullivan Company

Incantation Scene aus dem Sorcerer von SavoyNet (ericpetersonmusic hat noch mehr Ausschnitte hochgeladen)

Weitere Ausschnitte aus dem Sorcerer

STAGE REVIEW: HMS PINAFORE GILBERT AND SULLIVAN FESTIVAL, BUXTON OPERA HOUSE

A British tar is a soaring soul: HMS Pinafore at the Buxton Gilbert and Sullivan Festival

2012 Festival Winners

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Interview mit Tanja Ariane Baumgartner

fotosalzb2 Sehr geehrte Frau Baumgartner, vielen Dank für dieses Interview. Zum Einstieg möchte ich Sie bitten, etwas über Ihren Werdegang zu erzählen.

Ich war zuerst Geigerin; ich habe Geige studiert, obwohl ich immer als Kind sehr gerne gesungen habe, aber das war so ganz selbstverständlich. Dann ging es darum, ein Instrument zu lernen. Da habe ich mir die Geige ausgesucht – ich glaube, auch aus dem Grund, weil die Farbe der Geige der einer Stimme am nächsten ist. Irgendwann hatte ich dann einen sehr guten Lehrer und fing an, sehr viel zu üben, da ich auch merkte: Musik muss in meinem Leben doch eine zentrale Rolle spielen. Ich habe dann Violine studiert, in Freiburg, bis zum Diplom. Ich habe im Orchester als Aushilfe gespielt, im Theater Freiburg und der Jungen Deutschen Philharmonie. Ich habe aber schon während des Studiums auch meine Stimme entdeckt, und es hat immer so ein kleines weinendes Auge zu den Sängern herübergeschaut. Ich habe dann beschlossen, danach Gesang zu studieren. So kam das.

Wie kam dann der berufliche Einstieg auf der Bühne?

Am Anfang war ich Sopran. Ich habe also ganz hoch begonnen; ich habe wirklich zur Aufnahmeprüfung die erste Arie der Königin der Nacht gesungen, und “Exsultate, Jubilate”. Man glaubt es jetzt nicht mehr. (Beide lachen.) Ich habe dann aber als Sopran hauptsächlich Konzerte gesungen, auf der Opernbühne hat man mir den lyrischen Sopran nicht geglaubt. Ich war einfach immer Mezzo, schätze ich, allerdings mit einem sehr großen Stimmumfang, der viel ermöglicht. Aber es war auch schön, die Schöpfung, Jahreszeiten, Elias und die wunderbaren Oratorien und Passionen als Sopran zu singen. Eine meiner ersten Opernpartien war an der Jungen Oper in Stuttgart, in einer Kinderoper. Danach kam der Wechsel, und mein Debüt als Mezzo war in Wien an der Kammeroper als Rosina.

Wann war das?

Das war 2002. Danach kam sofort das erste Teilzeit-Engagement in Luzern.

Luzern, genau, bis 2008. Da gibt es ja bestimmt auch viele Erinnerungen an diese Zeit?

Ja, es war eine schöne Zeit. Ich meine, in so einem Ensemble – am Anfang ist es aufregend. Aber dann lebt man ja relativ ruhig an einem kleinen Haus. Man hat zwar viel zu tun, aber man singt 25 Mal die Zauberflöte, dritte Dame und solche Partien. Einige größere Partien, aber auch viele kleine und unbekannte Partien, bei denen man sich ganz ruhig frei spielen und singen kann.

Und größere Rollen kamen dann auch schon?

Doch, doch, es kam Charlotte (Werther), es kam eine Mrs. Quickly (Falstaff) – es gab eine Giulietta in Hoffmanns Erzählungen, Baba the Turk (The Rake’s Progress), usw. Aber die größeren Fachpartien habe ich dann eigentlich in Basel gemacht, mit Penthesilea, Prinzessin Eboli (Don Carlo).

Wie erarbeiten Sie sich eine Rolle, wenn Sie neu an eine Rolle herangehen?

Ich lese erst einmal die Noten und den Text, dann gehe ich an die Hintergründe und historischen Zusammenhänge. Dann gehe ich zu meinem Pianisten. Ich gehe meistens relativ früh und lerne gerne mit meiner eigenen Aufnahme dann das Stück. Ich versuche, mir so eine Master-Aufnahme zu machen. Am liebsten eigentlich so. Denn ich finde, dann hat man auch einen freieren Kopf. Ich lerne es auch am besten mit meiner eigenen Stimme. (Lacht.)

Singen Sie lieber Neuproduktionen oder Repertoire?

Ich finde beides spannend. Ich finde, eine Neuproduktion ist immer etwas Tolles, denn natürlich hat man sehr viel Zeit für die Rolle. Auf der anderen Seite, in einer Repertoire-Vorstellung, wenn das Stück schon sehr lange läuft, kann es auch sehr spannend sein, sich da hineinzufinden. Es muss eben dann sehr schnell gehen und man muss sehr viel Interpretationsarbeit zu Hause machen. Es wird mehr von einem selber gefordert.

Man kann sich auch besser einbringen?

Es kommt darauf an, manchmal hat man in einer neuen Produktion einen Regisseur, der einem viele Freiheiten lässt, manchmal nicht. Dasselbe gilt auch für die Assistenten in einer Wiederaufnahme.

Seit der Spielzeit 2009/10 sind Sie in Frankfurt am Haus. Wie kam es zu dem Engagement?

Der Intendant der Oper Frankfurt war in einer Repertoire-Vorstellung im Luzerner Theater und hat mich als Mrs. Quickly gehört, und hat mir am nächsten Tag schon einen Vertrag angeboten. Dann kam er noch zur Penthesilea in Basel, danach war alles klar. Zwei Jahre später habe ich dann in Frankfurt begonnen.

Hatten Sie vorher schon Verbindungen nach Frankfurt?

Außer, dass ich dort einmal eine Vorstellung von Faust gesehen habe, keine.

Und vom Ensemble her fühlen Sie sich da auch sehr wohl, vom Ausprobieren her, oder von …?

Ja, sehr! Ich habe tolle Kollegen, und das Opern- und Museumsorchester ist ein fantastischer Klangkörper, was ich sehr, sehr wichtig finde, wenn man irgendwo fest ist. Dann finde ich es schön, weil wir so viel Repertoire spielen – es gibt ca. 30 oder 32 Opern und davon 14 oder 16 Neuproduktionen, ich weiß die Zahlen nicht ganz genau. Aber es ist eine gute Mischung. Und es ist doch viel drin: italienisches, deutsches, auch französisches Repertoire. – Sie kennen die Oper Frankfurt?

Ich bin öfters in Frankfurt, ich habe auch ein Abonnement für die Oper Frankfurt.

Das freut mich. Gefällt es Ihnen?

Ja. Gerade das Ensemble in Frankfurt ist eine tolle Sache. Die Grund-Qualität ist so hoch, dass es immer wieder interessant ist und Spaß macht.

Ja, das macht auch Spaß. Ich finde es schon wichtig, wenn die Kollegen toll sind. Ich hatte jetzt gerade ein Kammermusik-Konzert hier in Salzburg, mit dem Bennewitz-Quartett. Ich war so berührt, mit dem Quartett Musik machen zu dürfen. Das funktioniert natürlich auch in einem guten Ensemble genauso. Wir kennen uns und wissen, obwohl wir alle Solisten sind und natürlich oft die rein solistische Fähigkeit gefragt ist, so sind wir doch auch Teamplayer.

Und dann das sehr gute Orchester noch – das macht bestimmt auch den Sängern immer wieder Spaß, die Unterstützung von dem Orchester zu haben.

Ja die unterstützen uns sehr, sie geben uns oft ein Feedback und man merkt, dass sie jedem Sänger auch zuhören und ihn begleiten und unterstützen wollen.

Gibt es Vorlieben bei Ihnen für eine bestimmte Richtung?

Dem italienische Repertoire, dem gehört schon meine besondere Liebe. Wobei – Wagner ist auch für mich sehr, sehr spannend, und im französischen Repertoire gäbe es auch noch sehr viel zu entdecken: Gerade diese Meyerbeer-Sachen, die sehr selten gespielt werden, die sehr viel Virtuosität erfordern – also, das würde mich sehr reizen. Carmen habe ich ja jetzt gerade gesungen, das werde ich immer wieder gerne machen. Aber eben mal so was Außergewöhnliches…

Gibt es da im italienischen Fach eine Lieblingsrolle? Ich glaube, Verdi-Partien liegen Ihnen auch sehr am Herzen?

Ja, schon Prinzessin Eboli (Don Carlo), Amneris (Aida) auch, die zwei, ja. Eboli vielleicht sogar noch mehr.

In Frankfurt und in Basel, Sie haben es schon erwähnt, haben Sie die Titelrolle in Othmar Schoecks Penthesilea gesungen, in der Inszenierung von Hans Neuenfels – ein großer Erfolg. Wie ist es denn, auf der Bühne alleine das Ganze zu gestalten, da einzutauchen, quasi?

In diesen Wahnsinn? (Beide lachen.) Am Anfang, die erste Produktion, also in Basel diese Rolle zu erarbeiten, das war unglaublich, wirklich sehr viel Arbeit, und es ging an physische und psychische Grenzen. Denn das ist schon eine Rolle, die einen einfach sehr mitnimmt. Sowohl sängerisch, sie liegt extrem unsanglich in vielen Teilen, als auch physisch, denn natürlich, jede Sekunde muss da gefüllt und konzentriert sein, und psychisch. Diese Spannung, und dieser Wahnsinn, in den die Figur sich begibt, das ist nicht ganz leicht auszuhalten. Denn man hat ja auch keine Pause – ich glaube, ich gehe einmal ab, für fünf Minuten. Oder vielleicht sind es sieben oder so, aber das war es dann eigentlich. Und davor geht es Schlag auf Schlag.

Wie war die Zusammenarbeit mit Hans Neuenfels?

Spannend. Also, ich muss sagen, Neuenfels war einer, der hat bei mir Türen geöffnet, die noch kein anderer vorher so geöffnet hat. Ein künstlerischer Durchbruch.

In Salzburg haben Sie 2010 als Gräfin Geschwitz in Alban Bergs Oper Lulu debütiert. Wie ist die Atmosphäre in Salzburg, wie ist es, in der Festspielzeit hier zu arbeiten?

Aufregend! Es ist toll. Ich finde es wirklich schön. Am Anfang, bevor die Festspiele begonnen haben, ist es sehr, sehr familiär.

Wenn noch keiner da ist …

Genau. Es sind dann doch aber alle Künstler da. Sie haben ein schönes Künstlerfest gemacht, kurz vor der Eröffnung, wo dann alle zusammen noch mal gegessen und gefeiert haben. Das ist schon so richtig Familien-Treffen. Ich würde es ein bisschen vergleichen – also, ohne die Kompetition, aber es ist eine Art Olympiade, vom Treffen her. (Nicht, dass jetzt hier Sport oder Wettkämpfe ausgetragen werden, um Gottes Willen.) Aufregend. Toll. Ja, ich bin sehr gerne hier. Das ganze Festspielhaus atmet die Vergangenheit, und hier haben die größten Sänger gesungen und die größten Dirigenten und Orchester dirigiert respektive gespielt. Ich freue mich unglaublich, dass ich dabei sein darf.

fotosalzbrg Die Atmosphäre; die ganze Vergangenheit, die hier in dem Bau steckt.

Genau.

Jetzt in der Festspielzeit singen Sie in Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann die Charlotte – würden Sie uns einen Einblick in das Stück geben, und wie Ihre Rolle da angelegt ist?

Ich bin die Schwester der Soldaten-Marie. Marie hat einen Freund, fängt dann mit einem anderen etwas an, dann kommt der Nächste, immer auf der Suche nach dem Glück und besseren Lebensumständen, bis sie als Soldatenhure endet… ich bin die mahnende Schwester, ich bin auch manchmal ein bisschen neidisch, weil Marie natürlich auch sehr viel Erfolg bei den Männern hat und das Ganze am Anfang etwas leichter nimmt, was ich nicht schaffe.

Wie ist da die Zusammenarbeit, mit dem Regisseur Alvis Hermanis, dem Dirigenten Ingo Metzmacher, den Kollegen, so kleine Eindrücke?

Es ist ein fantastisches und auch nettes Cast, die Kollegen sind so toll und gut. Dieses Stück gilt, glaube ich, als das schwerste Stück der Moderne. Ich dachte, Reimanns Medea sei schwer, aber das toppt es noch. Und das gilt für alle Partien. Der Dirigent hat immer wieder Geduld mit uns, und wir machen wieder Proben, und der Regisseur ist toll. Er gibt sehr viel darstellerische Freiheit und greift nur ein, wenn er denkt, dass man in eine falsche Richtung läuft.

Würden Sie uns einen Ausblick in Ihre nächste Spielzeit geben, bzw. was in Zukunft noch kommt?

Jetzt kommt die Wiederaufnahme von Adriana Lecouvreur in Frankfurt, ein Verdi-Requiem in Straßburg, ein erster Akt Tristan in Glasgow/Edinburgh mit Donald Runnicles, Nina Stemme und Scottish BBC. Meine erste Santuzza in Düsseldorf, Cornelia in Giulio Cesare in Frankfurt, meine ersten Frickas in Frankfurt, die erste Ortrud in Frankfurt, Eboli wieder, dann gibt es einen Opernabend an der Staatsoper in Berlin mit Purcells Fairy Queen Kompositionen von Öhring. 2014 meine erste Brangäne an der Deutschen Oper. Das sind so die Highlights. Eine CD mit Pfitzner-Liedern nehme ich im Dezember auf.

Dann sage ich herzlichen Dank für dieses Interview!

Danke!

(Das Interview wurde geführt am 29. Juli 2012 in Salzburg, Fotos von Luigi Caputo.)

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Claudio Abbado und das Orchestra Mozart Bologna, 28.07.2012, Salzburg

Nach 10 Jahren Abstinenz kehrte nun Claudio Abbado für ein Konzert mit dem Orchestra Mozart Bologna zu den Salzburger Festspielen zurück. Das Orchestra Mozart wurde 2004 auf Initiative von Carlo Mario Brandi und Fabio Roversi-Monaco in Bologna gegründet. Claudio Abbado ist künstlerischer Leiter des Orchesters hat es wieder einmal geschafft, ein Ensemble mit jungen und talentierten Musikern zu formen. Zwei geistliche Messen von Mozart und Schubert standen im Haus für Mozart auf dem Programm. Die Messe c-Moll KV 139 Waisenhaus-Messe, von Wolfgang Amadeus Mozart, erklang als erster Programmpunkt. Die Solisten der Aufführung waren die Sopranistin Roberta Invernizzi mit leicht flackriger Stimme, Sara Mingardo sang mit ihrer kräftig klingenden Altstimme, Javier Camarena mit schönem Tenor und Alex Esposito mit sonorem Bass. Der Arnold Schoenberg Chor und das Orchester wurden von Claudio Abbado mit größter Umsicht geleitet, das Klangbild war immer höchst transparent.
Nach der Pause kam Schuberts Messe in Es-Dur D 950. Rachel Harnisch war die zweite Sopranistin, die an diesem Abend zu hören war. Die Sängerin gestaltete ihren Gesangspart mit schöner Stimmfarbe. Paolo Fanale als zweiter Tenor komplettierte das Ensemble neben Sara Mingardo, Javier Camarena und Alex Esposito. Wie auch bei der Mozart-Messe machte der Arnold Schoenberg Chor, in der Einstudierung von Erwin Ortner, auch bei Schubert einen guten Eindruck und intensivierte sein Klangbild. Das Orchestra Mozart zeigte sein volles Können. Es ist faszinierend, was der zurückhaltende Maestro Claudio Abbado dem ganzen Ensemble bei der Gestaltung der Feinheiten, der klanglichen Farben und der dynamischen Abstufungen an diesem Abend entlocken konnte. Beim Schlussapplaus zeigte sich die Bescheidenheit des 79jährigen, er kam kein einziges Mal alleine auf die Bühne, selbst als das Orchester und der Chor das Podium schon verlassen hatten: Abbado kam noch einmal mit den Gesangssolisten und verabschiedete sich beim begeisterten Publikum mit freundlichem Winken und einem Lächeln im Gesicht!

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