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Die Quelle, 10.05.2010, Carl-Orff-Saal

Eines vorweg: mein Platz war saukalt, anscheinend hat da die Klimaanlage direkt draufgeblasen. Beim rausgehen stellte ich fest, dass zwei Meter weiter normale Raumtemperaturen herrschten. Ich kann also den Platz 8 Reihe 4 Block S überhaupt nicht empfehlen.

Das Programmheft gab es kostenlos, sogar mit komplett abgedrucktem Libretto und Regieanweisungen – nur dass der Regisseur sich daran überhaupt nicht gehalten hat. Ich weiß nicht, ob die Geschichte dann verständlicher gewesen wäre, so hatte ich jedenfalls Mühe zu folgen. Die Übertitel waren auch sehr nützlich, denn obwohl ich des Englischen grundsätzlich mächtig bin, habe ich über weite Strecken nichts verstanden.Am besten zu verstehen war noch der Bass von Christian Hübner, der bis Juli 2009 am Gärtnerplatztheater gesungen hat. Nadine Lehner, die für die erkrankte Steffi Lehmann vom Bühnenrand aus gesungen hat, war anfangs auf meinem Platz überhaupt nicht zu hören, allerdings war sie genau auf der anderen Seite mit dem Orchestergraben dazwischen. Sie hat mich ja in Bremen als Tatjana schon schwer beeindruckt.  Die Art zu Singen hat mich sehr an die chinesische Oper erinnert, die ich in Taipei gesehen hatte, das ist bestimmt ziemlich schwer. Musikalisch am besten gefallen hat mir die Bühnenmusik, die mich irgendwie an eine Jam Session in einem Irish Pub erinnert hat, ansonsten konnte ich damit weniger anfangen.

Ein interessanter Abend war es alle mal.

Ähnliche Artikel

Lesestoff Belletristik 2010/03 – John Dalton: Heaven Lake

Broschiert: 439 Seiten
Verlag: Scribner; Auflage: Reprint (1. März 2005)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0743246357
ISBN-13: 978-0743246354
Größe: 20,1 x 13,5 x 2,8 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
When Vincent Saunders — fresh out of college in the States — arrives in Taiwan as a Christian volunteer and English teacher, he meets a wealthy Taiwanese businessman who wishes to marry a young woman living in China near Heaven Lake but is thwarted by political conflict. Mr. Gwa wonders: In exchange for money, will Vincent travel to China, take part in a counterfeit marriage, and bring the woman back to Taiwan for Gwa to marry legitimately? Believing that marriage is a sacrament, Vincent says no.Soon, though, everything Vincent understands about himself and his vocation in Taiwan changes. A complicated friendship with one of the high-school girls he teaches sends him on a path toward spiritual reckoning. It also causes him to reconsider Gwa’s extraordinary proposition. What follows is not just an exhilarating — sometimes harrowing — journey to a remote city in China, but an exploration of love, loneliness, and the nature of faith.

Über den Autor
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Meine Meinung:
Ich war ja auf der Suche nach Romanen, die in Taiwan spielen und dieser hier tut es zumindest teilweise. Leider wurde ich mit Vincent, dem Protagonisten, nicht richtig warm. Ich konnte seine Handlungen meistens nicht wirklich nachvollziehen. das wurde aber mehr als aufgewogen durch die atemberaubenden Landschaftsbeschreibungen in Taiwan und vor allem China, den genauen Milieustudien, der feinen Zeichnung der Personen. Eine Art Roadmovie in China, spannend und mit vielen kleinen Details über das Leben dort und in Taiwan erzählt. Die Sprache ist eher trocken und der Roman nimmt auch erst Fahrt auf, als Vincent nach China aufbricht. es lohnt sich aber, bis dahin durchzuhalten!

Mein Fazit:
Empfehlenswert.

Ähnliche Artikel

Lesestoff Belletristik 2010/01 – Tereza Vanek: Chinatown

Broschiert: 348 Seiten
Verlag: Helmer (September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3897412861
ISBN-13: 978-3897412866
Größe: 20,8 x 12,8 x 2,8 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)
Ende der Zwanziger Jahre begegnen sich in Hamburgs Chinesenviertel fremde Welten: Zwei schrille junge Frauen schlendern Arm in Arm durch St. Pauli. Die eine trägt kurzes, kupferrotes Haar und einen kurzen Rock, die andere gar Männerkleider. Staunend schaut ihnen die Prostituierte Mai Ling nach: Diese Frauen benehmen sich wie ein Liebespaar! Besonders die aufgeweckte Rothaarige hat es Mai Ling angetan. Eigentlich kann Mai Ling kaum noch etwas zum Staunen bringen. Elend kennt sie schon aus Shanghai gut genug. Ihre Familie verarmte, weil der Vater wegen politischer Aktivitäten verfolgt wurde. So war das Leben als wohlbehütete Tochter aus gutem Hause schon vorbei, ehe der Zuhälter Deng Wu sie nach Deutschland schmuggelte. Der geldgierige Chinese betreibt von Hamburg aus nicht nur Frauenhandel, er schreckt auch vor Kokaingeschäften mit Rechtsradikalen nicht zurück. Seine Dealerei hat schlimme Folgen für Mai Ling, die von den Männern brutal misshandelt wird. Als Retterin in der Not erweist sich ausgerechnet Deng Wus Schwägerin, eine »Langnase«. Die Deutsche versteckt Mai Ling bei einer Freundin, die die Schwerverletzte eher ungern aufnimmt: Die hübsche Alexandra mit dem kupferroten Haar zöge lieber weiterhin mit ihrer Anzüge tragenden Freundin Sarah durch die Bars. Sie liebt das Leben, hasst ihren Sekretärinnenjob und träumt von Erfolgen als Jazzsängerin. Doch mehr und mehr schließt sie ihren Schützling ins Herz. Die Ereignisse spitzen sich zu. Sarah, eine Jüdin, wird von Rechtsradikalen zusammengeschlagen, und Mai Lings Versteck fliegt auf. Erst als sie verschwunden ist, merkt Alexandra, dass sie sich längst in die Chinesin verliebt hat. Sie macht sich auf die Suche und kämpft für einen Ausweg für sich und Mai Ling…

Über die Autorin
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Meine Meinung:
Ich finde es sehr schade, dass das Buch in den Buchhandlungen und bei amazon nicht dort steht, wo es hingehört: bei den historischen Romanen. Scheinbar kann, wenn es sich um eine lesbische Beziehung handelt, nur diese im Vordergrund stehen. Dabei ist dieser Roman in erster Linie eins: ein Roman über Menschen, seien sie nun weiblich oder männlich. Der Schauplatz Hamburg ist mir durch meine Familie wohlvertraut und auch durch das Interesse an China passt dieser Roman ganz genau in mein Beuteschema. Er ist wunderbar erzählt, mit tollen Milieuschilderungen, feinen Charakterisierungen der Protagonisten, genialem Einfangen der Atmosphäre der Zwanziger Jahre. Ich habe die zweite Hälfte mehr oder weniger in einem Rutsch gelesen, so gefesselt war ich davon. Als ich es aus der Hand legen musste, habe ich von Mai Ling und Alexandra erst einmal Abschied nehmen müssen, so sehr hat mich ihr Schicksal mitgenommen. Das erste Buch im Jahr gleich ein absolutes Highlight!

Mein Fazit:
Absolute Leseempfehlung!

Ähnliche Artikel

Lesestoff Belletristik 2009/01 – Steffanie Burow: Das Jadepferd

Gebundene Ausgabe: 472 Seiten
Verlag: Knaur (6. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426662973
ISBN-13: 978-3426662977
Größe:21,8 x 15,2 x 3,8 cm

Kurzbeschreibung (von amazon)

Marion reist allein entlang der legendären Seidenstraße, als sie in eine Baugrube fällt und neben der Leiche eines jungen Mannes landet. Der Tote hält ein kleines Kästchen umklammert, das Marion an sich nimmt – doch dieses Kästchen hat noch jedem seiner Besitzer Unglück gebracht … Kommissar Li Yandao wird zum Tatort gerufen und übernimmt die Ermittlungen. Schon während des ersten Verhörs knistert es zwischen ihm und der deutschen Touristin, aber er spürt auch, dass sie ihm etwas verheimlicht. Als Marion endlich in ihrem Hotel ankommt, öffnet sie das Kästchen und findet darin neben einer Reihe beschrifteter Bambustäfelchen die vordere Hälfte einer zerbrochenen, kunstvoll gearbeiteten Pferdefigur aus Jade. Die kleine Figur übt eine magische Wirkung auf sie aus, daher verschweigt sie weiterhin beharrlich deren Existenz gegenüber Li Yandao – selbst dann noch, als ihr Hotelzimmer durchwühlt und sie offenkundig verfolgt wird.

Über die Autorin

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Meine Meinung:

Kaum angelesen, hatte mich die Geschichte schon voll in ihren Bann gezogen. Sehr anschaulich und einfühlsam erzählt Steffanie Burow von Marion, einer deutschen Touristin, Li Yandao, einem chinesischen Kommissar, von den Uighuren, dem muslimischen Bevölkerungsteil und deren Zusammenleben mit den Chinesen. Spannend entfaltet sich der Handlungsstrang um das gefundenen Kästchen mit seinem Inhalt in der Gegenwart, genauso spannend ist aber auch die zweite Erzählebene, in der die Geschichte des Kästchens von Übergabe an den Boten zweitausend Jahre zuvor bis in die gegenwart zu dem Zeitpunkt, an dem Marion es findet. Die Autorin zeichnet ihre Figuren sehr genau, aber auch die Landschaftsbeschreibungen erzählen von der genauen Kenntnis der Gegend. Ich konnte mir diese für mich fremdartige Kultur und Landschaft mit ihren Menschen darin sehr gut vorstellen. Ein rundherum gelungener Debutroman, der mich schon gespannt auf das nächste Buch dieser sympathischen Autorin warten lässt.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist als Wanderbuch bei mir gelandet, wird aber sicher demnächst seinen Weg in meinen Bücherschrank finden.


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