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Oper, ausgelassen

Ich finde es ganz spannend, dass ich auch beim zehnten Mal ansehen noch neue Details entdecke. Die ganzen Fragen an die Inszenierung, die ich noch habe, werden sich wohl ohne ein Gespräch mit dem Regisseur nicht mehr lösen lassen, also lehne ich mich nur noch zurück und genieße:

Die Melodien; das Orchester; das nicht immer auf den ersten Blick erschließbare Bühnenbild; den Chor, Snejinka Avramova, Sibylla  Duffe, Martin Hausberg, Robert Sellier, Christian Hübner, Florian Simson, ohne die mir diese Inszenierung wohl nicht so gut gefallen würde. Susanne Kreusch, die so ein toller Cherubino ist, Christina Gerstberger, die ihr als Susanna in nichts nachsteht, Sandra Moon, die neben guter sängerischer Leistung noch das Quentchen Komik durch ihrte Mimik und Gestik beisteuert, das die Oper den Beinamen buffa verdient. Stefan Sevenich, als Figaro in seinem Element und wurde in nachfolgenden Gesprächen sehr gelobt. Last but not least Gary Martin, dessen Graf einfach überzeugend ist, in jeder Hinsicht.

Heute musste ich mich im ersten Akt sehr zusammenreißen, um nicht in unpassendes Gelächter auszubrechen. Warum nur?

Staatstheater am Gärtnerplatz

Die Hochzeit des Figaro

Samstag, 25. April 2009
19.00 – 22.30 Uhr

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Lesestoff Belletristik 2009/14 – Sybille Haynes: Die Etruskerin

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Zabern; Auflage: 1 (1. August 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805338678
ISBN-13: 978-3805338677
Größe:22,4 x 14,8 x 2,2 cm

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Kurzbeschreibung (von amazon)

Eine jahrhundertealte Kultur am Scheideweg und eine junge Frau, die ihr Schicksal in die Hand nimmt. Italien, Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr.: Larthi ist die junge Tochter eines etruskischen Sehers, der aus dem Flug der Vögel die Zukunft vorhersagt. Doch was ihr widerfahren wird, als sie den Sohn des Königs von Cisra heiratet, hat er nicht vorhergesehen. Politische und wirtschaftliche Unruhen bedrohen die alte Aristokratie. Machthungrige Emporkömmlinge missbrauchen alte Handelsverbindungen, um sich zu bereichern. Und Larthis Familie steht mitten im Zentrum einer Entwicklung, die eine ganze Kultur bedroht.

Über die Autorin

Link zur Wikipedia

Meine Meinung:

Es war nicht einfach, in das Buch hineinzufinden. Und einmal angekommen, muss man dran bleiben, um den Faden nicht zu verlieren. Das ist aber auch gar nicht schwer, denn wenn man sich mal an die vielen fremdartigen Ausdrücke, an die Zeitsprünge und an den nicht gerade fließenden Schreibstil der Autorin gewöhnt hat, kann man tief in eine Epoche eintauchen, die zumindest in meiner Bibliothek bisher sträflich vernachlässigt wurde.

Das Leben von Larthi wird sehr anschaulich geschildert, ich könnte die Paläste und Tempel und auch die einzelnen Figuren sehr gut visualisieren. Mit den Zeitsprüngen und auch dem unterschiedlichen Fokus auf mehrer Personen hatte ich kein Problem, man merkt halt, dass die Autorin eher Sachbücher als Romane schreibt. Ich fand den Roman aber trotzdem fesselnd und gleichzeitig hat er mir ein Stück Geschichte näher gebracht, mit dem ich mich gerne noch näher beschäftigen möchte.

Mein Fazit:

Eine lohnende Lektüre mit kleinen Schwächen, die aber durch die Fülle an Wissen, das vermittelt wird, nicht weiter ins Gewicht fallen.

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Lesestoff Belletristik 2009/13 – Robert Hültner: Der Sommer der Gaukler

Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
Verlag: Btb (20. Februar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442751306
ISBN-13: 978-3442751303
Größe: 21,8 x 14,2 x 2,4 cm

[openbook booknumber="9783442751303"]

Kurzbeschreibung (von amazon)

Ein kleines Dorf in den Bergen, eine halbe Tagesreise von Salzburg entfernt. Am Ende des 18. Jahrhunderts geht ein tiefer Riss durch seine Bewohner: den saturierten Großbauern stehen die Bergwerksarbeiter gegenüber, deren Lage sich immer mehr verschlechtert. In diese gespannte Atmosphäre platzt der genialische und brachiale Emanuel Schikaneder mit seiner Wandertheatertruppe. Er hat an den sittenstrengen Salzburger Fürstbischof Colloredo ein Gesuch geschickt, an dessen Hofe auftreten zu dürfen, doch weil die Antwort auf sich warten lässt, sitzen die Schauspieler in dem Bergdorf fest. Der unübersehbare lockere Lebenswandel der Truppe stößt bei einem Teil der Bewohner von Tag zu Tag auf größeren Widerwillen. Zudem gerät Schikaneder in Geldnot, und es wird immer schwerer, seine Schauspieler zusammenzuhalten. Seine rettende Idee: er bringt ein reißerisches Trauerspiel zur Aufführung, eine Sensation für das kleine Dorf. Doch die Geschichte von dem hartherzigen Adligen und dem geschwängerten und im Stich gelassenen Bürgermädchen führt zu Tumulten und schließlich zum Eklat. Für den letzten Akt hat der Dorfrichter heimlich die Gendarmerie in Stellung gebracht, um dem revolutionären Aufruhr mit angemessenen Mitteln bekämpfen zu können …

Über den Autor

Link zur Homepage

Meine Meinung:

Ich bin ja ein Fan von Robert Hültner, seitdem ich den ersten Inspektor-Kajetan-Roman gelesen habe. Und als mir dann in einer Kölner Buchhandlung dieses Buch in die Hände fiel, musste ich einfach zugreifen.

Robert Hültner ist hier ein kleines Meisterstück geglückt. Die Figuren sind so plastisch gezeichnet, ich hatte das Gefühl, sie schon lange zu kennen. Auch die Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse ist sehr intensiv, das Elend der “kleinen Leut” wird dem Großbürgertum gegenübergestellt. Dass aber auch hier nicht durchaus alles Schwarz oder Weiß ist, zeichnet den Roman zusätzlich aus. Hinzu kommt ein Einblick in die Welt des (Musik-)Theaters, bei dem man merkt, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, z.B. wenn Meister Schikaneder sich auf Freiersfüße begibt und in die Bredouille kommt oder den Herrn Mozart trifft, der ihn vorher bei einer Aufführung ziemlich aus dem Konzept gebracht hat.

Das Ende ist zwar nicht hundertprozentig schön, aber realistisch.

Mein Fazit:

Das gewohnte Lesevergnügen bei diesem Autor wurde durch das Thema noch gesteigert.

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Lesestoff Belletristik 2009/12 – Lena Johannson: Die Bernsteinsammlerin

Broschiert: 440 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (5. Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342650121X
ISBN-13: 978-3426501214
Größe: 17,8 x 11,6 x 3 cm

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Kurzbeschreibung (von amazon)

Lübeck 1806: Die Thuraus sind eine Familie, die durch den Handel mit Wein reich und mächtig geworden ist. Ihre Tochter Femke aber, deren meeresgrüne Augen schon so manchen fasziniert haben, zaubert aus dem Bernstein, den sie am Ostseestrand sammelt, wahre Meisterwerke, denen man sogar magische Fähigkeiten nachsagt. Als die Familie aufgrund der Bedrohung durch Napoleons Truppen in wirtschaftliche Bedrängnis gerät, ist es Femkes Talent, das den Thuraus das Überleben sichert. Femke ahnt nicht, dass sie ein Findelkind ist und dass ein dunkles Geheimnis in ihrer Herkunft sie mit dem Stein verbindet, der ihr Schicksal ist …

Über die Autorin (von amazon)

Lena Johannson wurde 1967 in Reinbek bei Hamburg geboren. Nach der Schulzeit auf dem Gymnasium machte sie zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, bevor sie sich der Tourismusbranche zuwandte. Ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Reisen konnte sie später in ihrem Beruf als Reisejournalistin miteinander verbinden. Vor einiger Zeit erfüllte sich Lena Johannson einen Traum und zog an die Ostsee.

Meine Meinung:

Bereits im Prolog, der 200 Jahre vor der eigentlichen Handlung angesiedelt ist, zeigt sich das Können von Lena Johannson. Spannend und sehr eindringlich schildert sie die Geschichte des Bernsteinsammlers Nikolaus, der das spätere Familienerbstück findet. Bereits hier wird mir klar, wie wenig ich über Bernstein, dessen Gewinnung und Verarbeitung weiß. In diesem Stil geht es weiter, fesselnd wird die Lebensgeschichte von Femke vor uns ausgebreitet. Auch wenn ich verschiedene kleine Details nicht hundertprozentig glaubhaft fand, zum Beispiel das Weinfass im Franzosenlager oder die Wanderung Femkes ohne Begegnungen mit umherziehenden Soldaten, der Gesamteindruck ist sehr gut. Ich habe den Roman förmlich aufgesogen, weil ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Mein Fazit:

Ich mag den Stil von Lena und ihr erstes Buch, “Das Marzipanmädchen”, rückt in der Wunschliste um einiges nach oben.

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Nachtgedanken, präsentierend

In der rechten Seitenleiste zeige ich ab sofort Stücke aus meiner Gärtner-Sammlung. Diese sind mit einem Wasserzeichen versehen, wer das Originalbild haben möchte, einfach eine Mail über “Kontakt” an mich. Klicken macht groß. Bitte auch Meldung an mich, falls das Laden der Seite dadurch zu lange dauert.

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Oper, gänsehauterzeugend

Die Einführung wurde heute von Rotraut Arnold gehalten, sehr klar und strukturiert und hat mir von den dreien, die ich bisher gehört habe, am besten gefallen.

Die Inszenierung erzeugt schon vor der Overtüre Gänsehaut, wenn der Schrei “Enrico” ertönt, läuft mir schon eine Schauer über den Rücken, der die ganze Oper anhält.

Wenn Sandra Moon “Carlo vive?”, der Chor “Le rube, gli stupri” oder Holger Ohlmann “M’hai chiamato” singt, laufen die Schauer über den Rücken. Tolle Oper, tolle Inszenierung, am Schluss berechtigter, überschäumender Applaus.

Warum habe ich die Oper eigentlich nicht öfter angeschaut?

Staatstheater am Gärtnerplatz

I Masnadieri

Sonntag, 19. April 2009
15.00 – 17.55 Uhr

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Blüten, wohin man sieht

Im Garten blüht jetzt schon sehr viel (Klicken macht wie immer groß):

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Kirschblüten

Birnenblüten

Birnenblüten

Zwetschgenblüten

Zwetschgenblüten

Apfelblüten (fast)

Apfelblüten (fast)

Tulpe im Vorgarten

Tulpe im Vorgarten

Noch eine Tulpe im Vorgarten

Noch eine Tulpe im Vorgarten

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Orchesterprobe, nachdenklich

Am Freitag Abend war ich bereits zum fünften Mal in diesem wunderbaren Stück, zum ersten mal konnte ich Herrn Nachtgedanken überreden, weil es wird ja nicht so viel gesungen. Diesmal sass ich auf einem Holzbläserplatz und ich musste mich schon sehr anstrengen, um akustisch alles mitzubekommen. Könnte auch am hartnäckigen Wasser im linken Ohr gelegen haben. Machte aber nichts, ich kenn es ja eh schon ziemlich gut.

Es war wieder sehr lustig, aber mittlerweile finde ich manche Sachen auch sehr zum Nachdenken anregend. Dem einfachen Besucher wird eine Theaterwirklichkeit vorgeführt, die stimmen mag oder auch nicht. Es hat mir jedenfalls (und Herrn Nachtgedanken auch) wieder sehr gefallen, wenn auch diesmal auf einer anderen Ebene als früher.

Danach wieder sehr nette Gespräche in der Kantine. Diese Orchesternachbesprechungen machen ebenfalls einen Teil des Reizes aus, jedenfalls für mich. Danke an alle Beteiligten!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Orchesterprobe Traviata III. Akt

Freitag, 17. April 2009
21.00 – 22.15 Uhr
Im Orchestergraben – Großes Haus

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Theater, überraschend

Ich bin ja ein absoluter Feind dieser roten Tafeln zwischen den Säulen, das passt gar nicht zu dem Theater meines Vertrauens. Aber eine Schrift im Portal gab es offensichtlich auch irgendwann nach dem Krieg, die Karte, die  mittlerweile meine  stetig wachsende Gärtner-Sammlung ergänzt, gibt nichts weiter her. (Klicken macht groß)

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Operette, konzertant

Ich mag ja die Inszenierung von Boccaccio am Theater meines Vertrauens. Die letzte Vorstellung der laufenden Spielzeit sollte als konzertante Aufführung in Köln stattfinden. Das fand ich schon ganz spannend, was davon übrig bleibt, wenn man die Kostüme, die Maske und das Bühnenbild wegnimmt. Eine ganze Menge. Natürlich haben die Solisten die vorhandenen Möglichkeiten des Hauses mit Auftritten und Abgängen voll genutzt und auch das Dirigentenpult stellte etwas dar, aber trotzdem konnte ich hier wirklich hautnah miterleben, wie gut die darstellerischen Begabungen sind. Das war wie Operette im Foyer des Gärtner gespielt, wirklich toll. Der einzige Wermutstropfen war, dass ich den Chor, bedingt durch meinen Platz, nicht wirklich gut hörte, sonst wäre es perfekt gewesen.

Danke für einen tollen Abend!

Staatstheater am Gärtnerplatz

Boccaccio

Dienstag, 14. April 2009
20.00 – 22.50 Uhr
Gastspiel in Köln – Kölner Philharmonie

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