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Parsifal, 08.04.2012, Bayerische Staatsoper

Also, wenn es um Wagner geht, bin ich ja immer noch ein Waisenkind. Als sich nun die Gelegenheit bot, den Parsifal zu sehen, schlug ich zu, denn seit dem denkwürdigen Lohengrin vor etwas über einem Jahr bin ich ein halber Fan des Meisters. Ich kannte vorher weder die Musik noch eine andere Produktion. Peter Konwitschnys Bilder und Deutung haben mir gefallen. Vielleicht eben weil ich nichts anderes kenne.

Ich bin ja kein Fan von modernen Inszenierungen, das kann leicht mal in die Hose gehen. Obwohl, so was Verstaubtes wie die Traviata in Hamburg mag ich ja auch nicht.  An diesem Abend hat jedoch alles gepasst. Außer, dass man den Statisten, der sich tarzanmäßig am Seil über die Bühne schwingt, bevor er den Schwan erlegt, vielleicht mehr nach der Statur des Parsifal hätte aussuchen sollen, das war schon sehr offensichtlich, dass das ein anderer war. Ansonsten war für mich alles schlüssig, von Kundry als Marienerscheinung bis zum roten Papierherz.

Einen großen Anteil am Gelingen des Abends hatten sicherlich die Sänger der Hauptpartien, die nicht nur verdammt gut sangen, sondern auch hervorragend spielten. Ich gehe zwar meistens mit Opernglas in die Vorstellungen, benutze es aber selten, weil es für mich als Brillenträgerin sehr störend ist. Umso schöner ist es, wenn die Emotionen und das Spiel auch so im dritten Rang ankommen. Und so war das an diesem Abend.

Michael Volle sang und spielte den Amfortas so ergreifend, dass ich mir seine Parsifaltermine für März 2013 schon mal vorgemerkt habe. Ebenfalls hervorragend in Spiel und Gesang waren Christopher Ventris als Parsifal und Stephen Milling als Gurnemanz. Wenn man bedenkt, dass Waltraud Meier ihr Debüt als Kundry vor 29 Jahren gegeben hat, war ihr Auftritt phänomenal. Lediglich Klingsors Zaubermädchen hätten vielleicht noch ein bisschen mehr proben sollen. Das klang in meinen ungeübten Ohren schräg und wurde mir auch später von geübten bestätigt. Kent Nagano deckte mir manchmal die Sänger etwas zu sehr zu, aber insgesamt blieb der Eindruck des Ätherischen, das ich mit Wagner verbinde.

Alles in allem ein toller Abend, der mir Lust auf mehr Wagner machte.

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Madama Butterfly, 24.03.2011, Bayerische Staatsoper

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich ja schon einmal einen Versuch gestartet, mir die Butterfly an der Staatsoper anzusehen, und ich hatte ja gesagt, ich würde es gerne noch mal probieren. An diesem Abend wagte ich nun den zweiten Versuch und es hat sich gelohnt. Mein Platz war zwar nicht teurer als der damals, aber von der Sicht her viel besser. Die Inszenierung ist traditionell, hat mir aber sehr gut gefallen. Ein sehr schönes Bühnenbild zusammen mit den passenden Kostümen (ob sie authentisch sind, vermag ich nicht zu sagen) beschworen das Bild des alten Japans herauf. Das einzige, was ich mich gefragte hatte, ist, warum man die Antwort von Cio-Cio San nach ihrem Alter nicht in den Übertiteln übersetzt hat. Es ist nun mal eine Fünfzehnjährige, die sich aus purer Not verkauft, das macht man nicht besser, in dem man es ignoriert.

Gesungen wurde sehr schön, vor allem von Hui He als Butterfly und Michael Volle als Sharpless, aber auch die restlichen Sänger haben mir gut gefallen. Ein im zweiten Akt und am Ende des dritten Aktes sehr berührender Abend, ich gestehe, bei Puccini muss ich meistens heulen.

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