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Uraufführung Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, 11.05.2012, Ballhof I Hannover

Das Land ist grau und unbelebt geworden und der König zählt nur sein Geld. Da kommt so ein freches Früchtchen und sagt: “Ich bin ein Glückskind und werde die Prinzessin heiraten!”. Um das zu verhindern, gibt der König dem Glückskind einen Brief mit, in dem er das Todesurteil für den Überbringer ausspricht. Im Wald begegnet das Glückskind drei Räubern, die aus dem Mordbefehl einen Heiratsbefehl machen. Der König sieht sich in die Enge getrieben und gibt dem Glückskind eine schier unlösbare Aufgabe: es soll die drei goldenen Haare des Teufels herbeischaffen. Ob dem Glückskind das gelingt, sieht man sich am Besten in dieser bezaubernden Produktion der Jungen Oper Hannover an.

Diese Produktion ist geprägt von jungen Protagonisten: ein junger Komponist, ein junger Regisseur, junge Sänger, ein junger Dirigent. Der Abend war denn auch jugendlich spritzig. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene wurde einiges geboten. Die einen konnten sich an dem märchenhaften Stoff und der schönen Umsetzung erfreuen. Die anderen verstanden ein paar mehr Gags und waren vielleicht ein ganz klein wenig betroffen ob der unterschwelligen Düsternis.

Dabei ist die Musik von Stefan Johannes Hanke sehr lautmalerisch, unterstützt das Geschehen und charakterisiert die Figuren hervorragend. Besonders auffällig war das beim König, von Claus Koschinski sehr passend dargestellt. Sein Sprachduktus erinnerte mich sehr an den Herzog aus Detlev Glanerts Joseph Süß. Die Musik fügte dem Geschehen auf der Bühne eine weitere Schicht hinzu, arbeitete nicht gegen, sondern mit dem Libretto. Der Regisseur Tobias Ribitzki hörte denn auch bei der szenischen Umsetzung sehr gut auf die Musik. So entstand ein Gesamtbild, das harmonisch und aussagekräftig war. Das Bühnenbild (Pablo Mendizábal) war sehr ausgeklügelt und vielseitig, war an den richtigen Stellen konkret und an anderen abstrakt. Dazu passten die Kostüme von Elvira Freind ganz ausgezeichnet.

Es wurde sehr textverständlich gesungen und auch hervorragend gespielt. Eines der Highlights war das Schnüffeln des Teufels (Michael Chacewicz), wenn er mal wieder Menschenfleisch roch. Aber auch seine listige Großmutter (Daniel Eggert), das erfrischend natürliche Glückskind (Neele Kramer), die Prinzessin (Tiina Lönnmark) sowie der traurige Fährmann (Hyun-Bong Kil) gingen voll in ihren jeweiligen Partien auf und ließen den Abend zu einem besonderen Erlebnis werden. An solchen Produktionen gefällt mir ja auch immer besonders, dass das Orchester auch mitspielen darf. Diesmal stand ein Posaunist im Mittelpunkt, der komödiantische Qualitäten entwickelte. Das Niedersächsisches Staatsorchester Hannover, das in kammermusikalischer Besetzung antrat, meisterte die Anforderungen der Partitur unter dem jungen, talentierten Dirigenten Benjamin Reiners bravourös. Am Ende nicht enden wollender, donnernder Applaus für diese gelungene Produktion.

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