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Publikum, unter aller Kanone

Bevor ich über die schönen Momente gestern und heute schreibe – kommt aber noch, versprochen – muss ich leider erst mal Dampf ablassen. Mal wieder.

In der heutigen Abendvorstellung des Zauberers hätte ich diese Blagen ungespitzt in den Boden rammen können. Desinteresse, ausgedrückt durch vom Bühnengeschehen ungestörten Unterhaltungen und exzessiver Handyspielerei, wurde überspielt durch frenetischen Jubel an völlig falscher Stelle. Hat mit denen nie einer drüber geredet, wie so eine Vorstellung abläuft? Im Zuschauerraum wurde gegessen und getrunken, das Personal hatte seine liebe Not, zumindest den Müll wegzuräumen. Unterhaltungen konnte ich entnehmen, dass die Jugendlichen sich im Kino wähnten. Sagt denen keiner, dass da vorne Menschen aus Fleisch und Blut stehen? Der Vorhang war noch nicht ganz zu, da leerte sich das Parkett schon schlagartig. Hat diesen Schülern kein Lehrer – wahlweise auch die Eltern – jemals etwas Respekt vor der Leistung anderer beigebracht?

Ich finde es wirklich beschämend, dass es Schulen gibt, offensichtlich nicht mehr in der Lage sind, das Sozialverhalten ihrer Schüler einzuschätzen. Oder glaubt man, eine Vorstellung würde die im Unterricht vor sich Hinschwätzenden  bekehren und zukünftig zu Musterschülern machen? Überlegt da keiner vorher mal, ob es die, die gezwungen werden, wirklich interessiert? Ob man interessierten Schülern damit das Theatergehen verleidet?

Ich sehe hier ganz klar die Schulen in der Pflicht. Der Besuch einer Theatervorstellung ist nicht nur das Vorweisen einer kulturellen Aktivität. Wer mit seiner Klasse eine Aufführung besucht, ist verantwortlich für sie. Wer sich dieser Verantwortung nicht stellen will oder sie nicht tragen kann, sollte lieber im Klassenraum einen Film vorführen. Das kann man bestimmt auch unter Kultur verbuchen.

Schade um den Abend, der ein schöner hätte werden können.

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