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Lisa See – China Dolls

15:12 Stunden
ungekürzte Lesung
Sprecherin: Jodi Long
Hörprobe bei audible.de *klick*

(freie Übersetzung des englischen Klappentextes)
San Franzisko, 1938: Auf Treasure Island laufen die Vorbereitungen für eine Weltausstellung, auf der anderen Seite des Ozeans braut sich ein Krieg zusammen und die Stadt selbst ist voller Möglichkeiten. Grace, Helen und Ruby, drei junge Frauen völlig unterschiedlicher Herkunft, treffen sich zufällig im exklusiven und glamorösen Nachtclub Forbidden City. Grace Lee, eine in den USA geborene Chinesin, ist aus dem Mittleren Westen geflüchtet, mit einem gebrochenen Herzen, Talent und einem Paar Tanzschuhe. Helen Fong lebt mit ihrer Großfamilie in Chinatown, wo ihre konservativen Eltern darauf bestehen, ihren Ruf wie ein Stück wertvolle Jade zu schützen. Die überwältigende Ruby Tom stößt mit ihrem grenzenlosen Ehrgeiz und sturen Einstellung ständig an die Grenzen der Konventionen.

Die drei jungen Frauen werden enge Freundinnen, die einander durch gute und schlechte Zeiten begleiten. Als ihre dunklen Geheimnisse enthüllt werden und das Schicksal sie noch enger aneinander bindet, finden sie die Stärke nach ihren Träumen zu greifen. Jedoch drohen nach dem Angriff auf Pearl Harbour Paranoia und Misstrauen ihre Leben zu zerstören und ein unvorstellbarer Verrat verändert alles…

Leider kein dritter Teil der Familiengeschichte um Pearl, May und Joy, diesmal eine ganz andere Geschichte.

Alle drei Hauptfiguren, alle gerade um die 18 Jahre alt, wurden in den USA geboren und fühlen sich mehr als Amerikanerinnen, denn der fernen asiatischen “Heimat” zugehörig, sowie deren strengen Moral. Die amerikanische Inhaltsangabe ist brilliant verfasst, weil ein möglicher größerer Spoiler elegant vermieden wurde und das erste Viertel hat mir sehr gut gefallen.

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Trudi Canavan – Thief’s Magic (Die Magie der tausend Welten: Die Begabte)

17:36 Stunden
ungekürzte Lesung
Sprecher: Grant Cartwright, Hannah Norris
Hörprobe beim Verlag: *klick*

Zum Inhalt
Der junge Magier und Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Vella war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Vella, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht.
In einer anderen Welt lebt die junge Rielle in ständiger Furcht entdeckt zu werden, denn sie verfügt über magische Begabung. Nur Priester dürfen Magie verwenden und Männer können Priester werden.

Meine Meinung
“Thief’s Magic” ist der Auftakt zu Trudi Canavans neuster Trilogie, deren deutsche Fassung für November 2014 angekündigt ist, mit dem Titel “Die Magie der tausend Welten: Die Begabte”. (Interessant, wie der deutsche Titel auf die weibliche Hauptfigur ausgerichtet ist, der englische auf die männliche.)

Sicherlich gibt es gewisse Parallelen zu ihrer sehr erfolgreichen Trilogie um “Die Gilde der Schwarzen Magier”, wieder stehen junge magisch Begabte im Mittelpunkt, wieder spielt eine Akademie (aka Gilde) eine tragende Rolle und wieder sind Korruption und Gier wichtige Faktoren. Dort enden jedoch die Parallelen, denn die Welt, in der die Leser den jungen Magier Tyen kennenlernen, ist so ganz anders als die von Sonea.

Hier ist die gerade stattfindende industrielle Revolution von Magie abhängig und jene Magie scheinbar nur begrenzt verfügbar. Das Wissen um die Endlichkeit der vorhandenen Magie wird von der Leitung der Akademie streng geheimgehalten. Alle, die sich öffentlich mit dem drohenden Ende der Magievorräte und einer möglichen Lösung beschäftigen, gelten als Verräter. Tyen gerät zwischen die Fronten, weil er bei einer Expedition ein besonderes Buch gefunden hat, das aus dem Körper einer Magierin und Buchbinderin namens Vella geschaffen wurde. Vella wiederum weiß sowohl, dass der Vorrat an Magie in Tyens Welt begrenzt ist, als auch, dass es eine Lösung für diese Problem gibt – jene Lösung, die von den Oberen als ketzerische Lüge abgetan wird.
In einer anderen Welt lebt die junge Rielle, dort herrschen Priester mit drakonischen Regeln, die insbesondere das Leben von Frauen stark einschränken und ein wenig and die hier vor einigen Jahrhunderten übliche Regeln erinnern oder auch an strenge Auslegungen des Islam, sowohl in punkto Kleidung als auch Bildung. Während Tyens Heimat von der Akademie beherrscht wird, es möglich ist, dort und nur dort Magie zu studieren und zu lehren, sieht das in Rielles Heimat ganz anders aus. Die Verwendung von Magie gilt als Diebstahl von den Engeln und nur die stets männlichen Priester dürfen sie verwenden.

Ein junger Magier, der seine Welt retten will, jedoch der intensiven Ausbeutung der natürlichen Ressourcen kritisch gegenüber steht, insbesondere wenn auch andere Länder oder gar Welten für die eigene industrielle Revolution bluten sollen. Eine junge Magierin, die schon durch ihre magische Begabung zur Ausgestoßen werden könnte und sich gegen die Regeln der Gesellschaft auflehnt, nicht zuletzt, weil sie ihrer ersten Liebe im Weg stehen…

Natürlich ist in beiden Ländern nicht alles so, wie es die Oberen gerne glauben machen würden und sowohl Tyen als auch Rielle widersetzen sich den Regeln, wobei dies bei beiden nicht als bewusste Wahl geschieht, sondern sich durch von außen geschaffene Umstände ergibt und auch durch ihr jugendliches Alter.

Wieder gelingt es Trudi Canavan, lebendige und authentisch wirkende Hauptfiguren zu schaffen, die sehr unterschiedlich sind und diese in einer in sich schlüssigen Umgebung anzusiedeln. Anfangs sind sowohl Tyen und Rielle recht leichtgläubig, insbesondere gegenüber den Lehrern bzw. Priestern, ihre Entwicklung war mir manchmal etwas zu langsam, jedoch gleichzeitig glaubwürdig. Vella ist ebenfalls eine interessante Figur, sie lebt zwar in dem Buch weiter, jedoch scheint fast nur noch die analytische Seite übrig zu sein, was auch ihre Bestimmung ist. Da verzeihe ich auch die gelegentlichen Längen sehr gerne, bin zu gespannt, wie es weitergeht. Hoffentlich erfahren die Leser bzw. Zuhörer dann auch etwas mehr darüber, warum sich Tyens bzw. Rielles Welt so entwickelt haben, weshalb hier die Akademie herrscht und dort die Priester.

Grant Cartwright und Hannah Norris erwecken nicht nur Tyen und Rielle zum Leben, sondern auch Vella. Hoffentlich lesen diese beiden auch den zweiten und dritten Teil.

Fazit
Trudi Canavans neue Trilogie beginnt vielversprechend, mit interessanten Ideen und Hauptfiguren, die gerade an der Schwelle zum Erwachsensein stehen. Ihre Entwicklung und Verhalten wirkten auch mich sehr glaubwürdig, die Handlung ist größtenteils spannend angelegt, so dass ich gewissen Längen gerne verzeihe und hoffe, dass die beiden Folgebände nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Im November erscheint der Roman sowohl als Buch, Hörbuch und in elektronischer Form auf Deutsch.

 

Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Erstlingswerk, der Auftakt zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Seither stürmt sie mit jedem neuen Roman die internationalen Bestsellerlisten. Allein in Deutschland wurden bislang über 2,5 Mio Bücher von Trudi Canavan verkauft.

 

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Übers Lesen, Vor- und Verlesen

Ansichten eines Akteurs Die Lesung boomt – und hat verschiedene Tücken. Andreas M. Bräu kann davon ein Liedchen singen.

http://www.nacht-gedanken.de/ansichten-eines-akteurs/

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Sabine Weigand – Das Buch der Königin

Sabine Weigand – Das Buch der Königin

Konstanze von Sizilien war eine faszinierende Frau, die leider bisher von Autoren historischer Romane übersehen wurde. Sabine Weigand hat sich nun ihrer angenommen und ein einzigartiges Romanporträt dieser vergessenen Herrscherin geschaffen.
Es beginnt mit einem Prolog, der eigentlich das Ende vorwegnimmt: Friedrich II. wird als Kind zum König von Sizilien gekrönt und Konstanze hat damit ihr Lebensziel erreicht. Bereits hier wird das Besondere des Romans deutlich. Konstanze bekommt Stimme und Gestalt, weil der Roman teilweise aus ihrer Sicht in Ich-Form geschrieben ist. Damit kommt diese historische Persönlichkeit ganz nah an den Leser, man erlebt sozusagen ihr Leben aus erster Hand.
Sabine Weigand lässt die Jugendjahre der späteren Kaiserin lebendig werden, entwirft ein Bild von Sizilien, dass man sofort dort hinfahren möchte und all die Pracht und die gelungene kulturelle Mischung mit eigenen Augensehen möchte. Gleichzeitig wird die andere Hauptfigur eingeführt, der Schreiber Gottfried, eine fiktive Figur, die nicht weniger lebendig wirkt als die historischen Menschen in diesem Roman.
Der Leser begleitet beide Figuren auf ihrem Lebensweg, Konstanze, wie sie schließlich herausgerissen wird aus ihrem selbstbestimmten Leben auf Sizilien und dem deutschen König und späteren Kaiser Heinrich als Ehefrau ins kalte Deutschland folgen muss. Ihre verzweifelten Versuche, schwanger zu werden, immerhin ist sie schon dreißig, als sie Heinrich heiratet, berühren den Leser und ich habe mich für sie gefreut, als Friedrich geboren wurde, wie man sich für eine Freundin freut. Man erlebt ihr Entsetzen über die Grausamkeit ihres Mannes, ihre Einsamkeit, ihre unerfüllte Liebe hautnah und nimmt Teil am Leben dieser faszinierenden Frau.
Gottfried verliert durch einen Angriff die Eltern und die väterliche Burg und muss Hals über Kopf mit seiner kleinen Schwester Hemma fliehen. Er wird zum Schreiber und Buchmaler ausgebildet und trifft am Hof Heinrichs auf Konstanze. Zusammen mit ihr entsteht das titelgebende Das Buch der Königin, eine wirklich existierende wunderbare Schrift aus dem Mittelalter, das den Experten Rätsel aufgibt, die Sabine Weigand in ihrem Roman in ihrer unnachahmlichen Art löst. Mit leichter Hand spinnt sie eine Geschichte, die sich genau so zugetragen haben könnte, verwebt historische Fakten und Fantasie, bis ein buntes Bild entsteht, das dem Leser nicht mehr aus dem Kopf geht.
Der Leser erfährt nicht nur sehr ausführlich und profund, wie im Mittelalter ein Buch entstanden ist, die Geschichte ist auch gleichzeitig so spannend, dass man den Roman kaum noch aus der Hand legen möchte.
Wie schon in ihren früheren Romanen gelingt es Sabine Weigand, Wissen zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Ihre Figuren, egal ob fiktiv oder historisch, sind so lebendig, dass man an ihrem Leben teilnimmt und mit ihnen fiebert. Sie hat eine eigene, einzigartige Stimme, die jede ihrer Geschichten farbig und authentisch werden lässt.
Ein sehr gelungenes Porträt einer vergessenen Herrscherin und ihrer Zeit.

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Vorankündigung: Elke Pistor – Vergessen

Smart, cool und sensibel – Verena Irlenbusch ist der neue Star am Ermittlerhimmel

Kommissarin Verena Irlenbusch steht unter Druck: Während sie einen hochintelligenten Psychopathen jagt, verschlimmert sich die Alzheimererkrankung ihrer Großmutter. Außerdem wurde ihr der schlechtgelaunte Kollege Christoph Todt an die Seite gestellt, dem sie jede Information aus der Nase ziehen muss. Doch Verena bleibt liebevolle Enkelin und professionelle Ermittlerin – auch wenn es sie fast zerreißt. Als sie schließlich auf die Spur des Mörders kommt, verfängt sich Verena in ein Netz aus lang vergessener Schuld und neuem Hass. Wird sie diesen Fall heil überstehen?

 

 

Am 8.8. erscheint der neue Krimi eine meiner Lieblingsautorinnen: Vergessen von Elke Pistor. Worum es geht, erzählt sie in einem kurzen Video-Interview.

Zum Start könnt ihr hier auf Nachtgedanken zwei signierte Exemplare des Romans gewinnen. Einfach bis 15.8. hier oder bei Facebook kommentieren, warum ihr Vergessen lesen möchtet. Die Verlosung folgt dann am 16.8.

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