Archives

  • 2019 (32)
  • 2018 (59)
  • 2017 (40)
  • 2016 (6)
  • 2015 (15)
  • 2014 (52)
  • 2013 (83)
  • 2012 (109)
  • 2011 (153)
  • 2010 (179)
  • 2009 (279)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Lesung Kerstin Gier und Preview Rubinrot, 09.03.2013, Mathäser-Kino

Deutsche Fantasyfilme sind rar gesät. Deutsche Fantasyfilme nach Büchern von deutschen Autoren noch rarer. Deutsche Fantasyfilme nach Büchern von deutschen Autoren, die diese richtig gut umsetzen, kann man mit der Lupe suchen. Die Verfilmung von Rubinrot nach dem Weltbestseller von Kerstin Gier ist so ein Film.

Am 5. März hatte der Film Weltpremiere in München, im Rahmen der Münchner Bücherschau für Kinder wurde eine Lesung von Kerstin Gier mit anschließendem Preview im Mathäser-Kino organisiert. Die Autorin las zuerst den Beginn von Rubinrot und beantwortete dann Fragen zum Film und zum Buch und zu den Unterschieden zwischen beiden. Ihre Lieblingsszene aus dem Film ist eine, in der Gideon das erste Mal Curry isst. Diese Szene stammt jedoch nicht aus dem Buch, sondern wurde von Drehbuchautorin Katharina Schöde hinzugefügt und ist, wie ich später feststellen durfte, tatsächlich sehr witzig. Kerstin Gier hat auch einen Cameo-Auftritt im Film und erzählte von den Dreharbeiten und wie beeindruckend der riesige Aufwand war und dass unglaubliche viele Statisten immer wieder die gleiche Szene wiederholen mussten, bis diese im Kasten war. Nach den Schauspielern befragt und ob diese ihre Protagonisten gut widerspiegelten, sagte sie, dass sie sich ihre Figuren nie bildlich vorstellte, sondern immer mit ihnen fühlte. Wenn nun also eine Figure, die im Buch blond ist, im Film braune Haare hat, sei das nicht so schlimm, Hauptsache, der Charakter ist gut getroffen.

Wie immer verging die Zeit der Lesung und des Gesprächs viel zu schnell, es gab unheimlich viel zu lachen. Kerstin Gier gab dann noch im Anschluss unglaublich geduldig über eine Stunde Autogramme und ließ sich mit ihren Fans fotografieren. Dabei hat man nicht für nötig befunden, ihr einen ordentlichen Tisch zur Verfügung zu stellen, so dass sie sich dabei auf einen Couchtisch runterbuckeln musste. Mich hätte man gleich anschließend in die Notaufnahme einliefern können.

Der Film ist wirklich sehr schön gemacht. Die Atmosphäre von London ist gut getroffen und die Handlung und die Charaktere entsprechen in großen und Ganzem dem Buch. Kurz war ich irritiert, dass Zeitungen, Webseiten, die im Film zu sehen sind etc, auf Englisch sind, aber natürlich spielt der Film ja in London und obwohl es sich um eine rein deutsche Produktion handelt, hat man das Gefühl, einen großen Hollywoodblockbuster zu sehen. Sehr gute Special Effects, wie oben schon erwähnt sehr aufwändig produziert und tolle Schauspieler. Das ist wirklich eine ganz besondere Mischung, dieses hollywoodmäßige Feeling und dann bis in die kleinste Nebenrolle nur bekannte Gesichter. Veronika Ferres steht die rotblonde Lockentracht als Grace ausgezeichnet, Katharina Thalbach ist einfach umwerfend als Großtante Maddy (wobei ich hier das Häkelschwein vermisst habe, oder kommt das erst später?), Axel Milberg hat eine kurzen Auftritt als Großvater Lucas Montrose, Uwe Kokisch könnte als Falk de Villiers vielleicht noch ein bisschen schmieriger wirken. James wird mir von Kostja Ullmann etwas zu affektiert dargestellt, ganz bezaubernd ist der Geist des kleinen Jungen im Haus der Loge. Hier wird er als Bruder des Großvaters Lucas bezeichnet, im Buch ist es meine ich der Sohn des Arztes Dr. White. leider konnte ich seinen Namen nicht herausfinden. Josephine Preuß und Florian Bartholomäi sind als Lucy und Paul fast ein bisschen ätherisch.

Von den Hauptdarstellern ist mir Jennifer Lotsi als Leslie die Liebste. Natürlich ist sie nicht blond und sommersprossig wie im Buch, aber ich finde ihren Charakter ganz ausgezeichnet getroffen. Maria Ehrich als Gwen ist sehr gut besetzt und Regisseur Felix Fuchssteiner schafft es, dass man Jannis Niewöhner als Gideon tatsächlich erst mal als sehr unsympathisch erlebt und man ihn dadurch praktisch mit Gwens Augen sieht. Komplettiert wird das jugendliche Schauspielerquartett durch die herrlich zickige Charlotte von Laura Berlin.


Besonders erwähnenswert ist noch die schöne und wirklich sehr gut passende Musik von Sofi de la Torre, die beim Komponieren das Drehbuch kannte und auch selbst einen Auftritt im Film hat.

Das ist eine wirklich fast ausnahmslos gut gelungene Verfilmung eines sicher nicht ganz einfachen Stoffes, der hoffentlich viele Zuschauer findet, denn nur bei einem wirklich großen Erfolg ist wegen der enormen Produktionskosten die Verfilmung des zweiten Teils gesichert. Ich kann in wirklich empfehlen und werde ihn mir sicher noch ein mindestens ein weiteres Mal ansehen.

Ähnliche Artikel