Archives

  • 2018 (31)
  • 2017 (80)
  • 2016 (37)
  • 2015 (62)
  • 2014 (68)
  • 2013 (141)
  • 2012 (152)
  • 2011 (163)
  • 2010 (181)
  • 2009 (280)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Festspiel-Liederabend Joyce DiDonato, 14.07.2012, Prinzregententheater

Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce di Donato entführte ihr Publikum im ausverkauften Münchner Prinzregentheater mit ihrem Liedprogramm in die Stimmung der Lagunenstadt Venedig. Das Publikum hörte eine geschickte Auswahl an Liedern verschiedener Komponisten, die sich mit der Atmosphäre der Stadt und den dort lebenden Menschen beschäftigt haben. Gleich zu Anfang entschuldigte sich die sympathische Sängerin, dass sie wegen einer akuten Halsenzündung die zweite im Programm angekündigte Vivaldi-Arie nicht singen werde, aber die erste sei ohnehin die schönere!

Dann begann die Reise durch Venedig mit einer Künstlerin, die eine enorme Stilsicherheit bei den verschiedenen Komponisten an diesem Abend bewiesen hat. Nach der einleitenden Vivaldi-Arie der Ippolita, “Onde chiare che sussurrate” aus dem 2. Akt der Oper Ercole sul Termodonte, hörte man als zweite Liedgruppe die einfühlsam gestalteten Cinq Melodies “De Venise”, op.58 von Gabriel Fauré. In Gioacchino Rossinis “La regata veneziana. Tre Canzonette in dialetto veneziano”, aus: Péchés de vieillesse, Vol. 1: Nr. 8-10, war Joyce DiDonato voll in ihrem Element. In diesen Liedern konnte sie, neben ihren bestechenden Koloraturen und ihrer ausdrucksstarken Stimme, auch ihr darstellerisches Talent voll zeigen.

Nach der Pause standen der “Gondelfahrer” von Franz Schubert sowie “Leis’ rudern hier” und “Wenn durch die Piazzetta” aus Myrthen, op.25  von Robert Schumann auf dem Programm. Michael Head (1900-1976) ist der Komponist von Three Songs of Venice mit den Titeln: “The Gondolier/ St. Mark’s Square/ Rain Storm”. Diese Lieder fangen besonders gut die Stimmung in der Lagunenstadt auf und waren bei Joyce DiDonato und dem Pianisten David Zobel in den besten Händen. Mit den fünf Liedern aus Venezia von Reynaldo Hahn hatte der Abend einen fulminanten Schluss. Hier zog die Künstlerin alle Register ihrer Kunst. Die Verwandlung der Sängerin in einen selbstgefälligen alten Mann in “Che Pecá” war einfach sensationell! Zu erwähnen ist noch, dass Frau DiDonato selbst mit viel Charme durch den Liederabend führte und zu jeder Komposition eine kleine Geschichte zu erzählen hatte. Am Ende begeistertes Festspiel-Publikum!

Ähnliche Artikel