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The Rake’s Progress, 24.05.2012, Oper Frankfurt

The Rake’s Progress von Igor Strawinsky wurde 1951 in Venedig mit grossem Erfolg uraufgeführt. In dieser Saison hat die Oper Frankfurt eine Neuproduktion angesetzt. Der Regisseur Axel Weidauer brachte mit seinem Team einen gelungenen Thaterabend auf die Bühne des Frankfurter Opernhauses. Das Bühnenbild von Moritz Nitsche gab einen gelungenen Rahmen für das Geschehen ab und war sehr eng verschränkt mit der aufwendig gestalteten Beleuchtung von Joachim Klein. Die Kostüme von Berit Mohr spielen mit verschiedenen Elementen der Geschichte, ebenso wie die Komposition von Strawinsky mit den Anklängen prominenter Vorgänger.

Axel Weidauer erzählt in seiner schrillen bis sehr anrührenden Inzenierung die Geschichte des Tom Rakewell: Ein junger Mann, der eine große Erbschaft macht und das Neue sucht, weit entfernt von seinem ländlichen Idyll. In der Großstadt sucht er Freiheit, Glück, Geld und Erfolg. Er erlebt aber in der Entwicklung der Geschichte eine Enttäuschung nach der anderen. In Begleitung seines dämonischen Begleiters Nick Shadow, dem Strippenzieher der Handlung, verliert er im Laufe der ganzen Eskapaden die Kontrolle über sein Leben und wird wahnsinnig. Im Finale bekräftigt das Sängerensemble: Es war alles nicht mehr und nicht weniger als das Theater des Lebens.

Die Sänger der Aufführung bestätigten wieder einmal den guten Ruf der Oper Frankfurt. Paul Appleby in der Rolle des Tom Rakewell gab in dieser Produktion sein Europa-Debüt. Der junge Tenor konnte mit seiner schlanken und gut geführten Stimme sowie der intensiven Entwicklung der Figur überzeugen. Wie aus dem Bilderbuch: die von Tom verlassene Anne Trulove, gesungen von der Sopranistin Brenda Rae. Sie spielt mit viel Charme und Natürlichkeit und überzeugt mit ihrer lyrischen Stimme in jedem Moment des Abends.

Der Teufel und Verführer der Aufführung ist der Bassbariton Simon Bailey. Das langjährige Ensemblemitglied sang mit ausdrucksstarker und kraftvoller Stimme den angeblichen Freund von Tom, Nick Shadow. Die junge und quicklebendige Mezzosopranistin Paula Murrihy spielte eine sehr in den Bann ziehende Baba the Turk. Ebenso Barbara Zechmeister in der Rolle der Mother Goose. In den kleineren Rollen brachte das Ensemble schöne Portraits auf die Bühne: Alfred Reiter (Vater Trulove), Peter Marsh (Sellem) und Vuyani Mlinde (Keeper of the Madhouse). Im Orchestergraben spielte das bestens disponierte Orchester unter der Leitung des Dirigenten Constantinos Carydis, das einen großen Anteil des Erfolges dieser Produktion beisteuert. Die Musiker bestachen durch ihre Musikalität und die Klangfarbe, die immer wieder in dieser Aufführung aufblitzte. Der Chor (Matthias Köhler) der Oper Frankfurt komplettierte die gute Leistung aller Mitwirkenden, in den drei Stunden eines gelungenen Opernabends!

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Premiere Les Contes d’Hoffmann, 31.10.2011, BSO

Nach längerer Zeit zeigt die Bayerische Staatsoper eine Neuproduktion von Offenbachs Hoffmanns Erzählungen in der Regie von Richard Jones. Mit viel Vorfreude auf diese Premiere machte ich mich am 31.10. auf den Weg in die Maximilianstraße mit dem Ziel Staatsoper.

Die musikalische Seite des Abends war ein großer Pluspunkt. Constantinos Carydis am Pult des Staatsorchesters entfachte mit Eleganz und Esprit die wunderbaren Melodien der Offenbach-Oper, trotz einer neuen Mischfassung, die nicht immer schlüssig klingt. Das Sängerensemble wurde von Diana Damrau, die erstmals alle vier Frauenpartien interpretierte, angeführt. Der Sopran von Frau Damrau hat alle Möglichkeiten: Die Koloraturen der Olympia sowie die dramatischen und lyrischen Phrasen von Giulietta und Antonia. Bei der Darstellung der Olympia gelang ihr ein wahres Kabinettstück, aber auch die Zeichnung der Abgründe von Giulietta sowie Antonia waren sehr glaubhaft in der Interpretation. Rolando Villazón als Hoffmann gelang es, das Publikum mit seiner Bühnenpräsenz zu packen, sein Tenor hat nicht mehr ganz die Stärke und den Glanz von früher, ist aber nach seinen Stimmproblemen wieder auf einem guten Weg. Die Bösewichte der Oper Coppélius/Dapertutto/Miracle/Lindorf wurden von John Relyea mit schwarzem Bass gesungen. Eine Überraschung des Abends war Nicklausse/Muse von Angela Brower, sie überzeugte mit ihrem Mezzo und dem natürlichen Spiel! Schön, wenn man so eine Sängerin im Ensemble hat. Aus der übrigen Besetzung stach der Tenor Kevin Conners als Cochenille/ Pitichinaccio/ Franz hervor. Okka von der Damerau (Stimme aus dem Grab), Ulrich Reß (Spalanzani), Dean Power (Nathanael), Tim Kuypers (Hermann), Christian Rieger (Schlémil) und Christoph Stephinger (Crespel, Luther) waren rollendeckend besetzt.

Der Staatsopernchor in der Einstudierung von Sören Eckhoff hat seine Aufgaben vom Orchestergraben und auf der Bühne gut gemacht. Der Regisseur Richard Jones setzt auf seine solide Personenführung und dekorative Ausstattung. Das Einheitsbühnenbild, ein Zimmer mit nach Szene wechselnder Dekoration mit links anschließendem Korridor wurde von Giles Cadle gestaltet. Durch die gelungene Beleuchtung von Mimi Jordan Sherin werden alle Akte gut in Szene gesetzt. Die Kostüme wurden von Buki Shiff genau zu jedem Akt passend entworfen. Sehr phantasievoll und bunt im Olympia-Akt.

Die Inszenierung hat gute Einfälle, es ist eine Produktion mit hohem Schauwert, mit buntem Olympia-Akt und vielen schönen Details in den beiden Folge-Akten.
Fazit: Hingehen, anschauen und die Musik genießen!

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