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Die Liebe zu den drei Orangen, 20.03.2010, Oper Leipzig

So sehr mir das Theater mit seinem gut konserviertem Fünziger-Jahre-Charme gefällt, so wenig bin ich mit dem Drumrum zufrieden. Auf der Homepage stand keine Spieldauer, ich hätte natürlich auch im Wikipedia-Artikel nachsehen können, habe aber an der Theaterkasse nachgefragt. Dort wurde mir eine falsche, zu lange Zeit, genannt, das ist ärgerlich, wenn man hinterher noch verabredet ist. Beim Kartenkauf wurde mir die Einführung empfohlen, um 18 Uhr sollte ich da sein. Ich habe mich ziemlich abgehetzt, die Einführung begann erst nach 18.15 Uhr. Was soll das? Warum sagt man nicht gleich die richtige Zeit? Ein bisschen dürftig fand ich auch das Programmheft, die Beschriftung zu den Bildern muss man erst suchen und insgesamt empfand ich den Preis als zu hoch.

Positiv sind auf jeden Fall die Kartenpreise. Ich saß für 36 Euro auf einem guten Platz in der ersten Reihe. Die Einführung durch die Chefdramaturgin beschäftigte sich ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Werkes, das Musikalische kam eher etwas zu kurz, auch auf die Inszenierung wurde nur am Rande eingegangen.

Lustig war die Ansage vor der Vorstellung, ich finde es gut, dass darauf hingewiesen wird, dass nicht fotografiert werden darf. Ich verstehe sowieso nicht, wie man meinen kann, dass ein Blitz auf 20 m Entfernung etwas bringt und es ist auch für die anderen Zuschauer äußerst nervig.

Es gibt einige Parallelen zu “Viva la Mamma”, wie das Theater als Sujet oder eine Frauenrolle für einen Bass und so war ich gespannt auf die Umsetzung in dieser Inszenierung. Offensichtlich gehört es bei diesem Thema dazu, den Vorhang bereits vor dem eigentlichen Stück offen zu haben, so dass der Blick auf die Vorbereitungen frei ist. Da wird ins Publikum gegrüßt, letzte Absprachen getroffen etc. Nix Neues also. Eine Besonderheit bildet das Bühnenbild, das sozusagen ein Spiegel des Theaters ist und es einer Gruppe von Zuschauern ermöglicht, das Stück von hinten zu sehen. Das hätte ich ganz spannend gefunden, aber natürlich spielt sich das meiste vorne ab, so dass man auf diesen Plätzen vermutlich nicht allzu viel mitbekommt.

Musikalisch erinnerte mich der Beginn stark an Zar Saltan. Ärgerlich war, als der der Komödiant anfangs durch ein Megaphon gesungen hat, das hat mir richtig weh getan im Ohr, als er mal kurz in meine Richtung trötete. Die Inszenierung selbst fand ich jetzt bis auf die Idee, Zuschauer auf der Bühne Platz nehmen zu lassen, nicht sehr mitreißend. Die Zeit verging zwar wie im Flug, aber es war nichts dabei, was mich begeistert hätte. Besonders bei der Theatertruppe fand ich die Kostüme zu überzeichnet und auch die Köchin der Kreonta war nicht gruselig, sondern eher lächerlich. Und auch die Anspielung auf die russische Herkunft des Komponisten fand ich ziemlich überflüssig, die Oper ist in Amerika entstanden und beruht auf einem Märchen aus dem Italienischen.

Die Sänger haben mir durch die Bank gut bis sehr gut gefallen, bei den Männern waren Michael Baba als Prinz und Roman Astakhov als König und Köchin und bei den Frauen Susan Maclean als Fata Morgana herausragend.

Der Orchestergraben war teilweise mit Laufstegen überdeckt, trotzdem war es mir manchmal einfach zu laut. Ich habe die Oper an diesem Abend zum ersten Mal gehört, kann also nicht wirklich beurteilen, wie es klingen soll, aber das Publikum feierte das Gewandhausorchester ziemlich.

Ein netter Abend, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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