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Die lange Nacht der Musik, 08.05.2010, Gärtnerplatztheater

Unter dem Motto „Sommernacht im Mai“ stand der diesjährige Beitrag des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Diesmal wurde in der Theaterkantine gespielt, die teilweise sehr voll war, aber insgesamt wohl mehr Platz bot als das Foyer. Das Programm klang viel versprechend und so war es für mich natürlich gar keine Frage, bis zum Schluss zu bleiben. Daneben wurden noch Nachtführungen angeboten, das kam für mich aber nicht in Frage, da ich schon mehrfach Führungen mitgemacht habe und die Teilnehmerzahl stark begrenzt war.

Den Abend eröffnete Marianne Larsen mit einem Musicalsong, danach und zwischen den einzelnen Blöcken trat immer wieder Sebastian Campione als humoristische Zwischeneinlage mit italienischen Bassarien auf, erkannt habe ich leider nur Aprite Un Po‘ Quegl’occhi aus der Nozze. Seine kleinen Auftritte haben mir ausgesprochen gut gefallen. Moderiert wurde der Abend von Staatsintendant Dr. Ulrich Peters in gewohnt lockerer Art. die Solisten wurden von den Pianisten Benjamin Reiners, Henning Kussel und Martin Steinlein begleitet.

Den nächsten Programmpunkt bildete eine kleine, feine Auswahl von Bassarien rund um den Traum, gesungen von Stefan Sevenich. Er sagte auch immer ein bisschen was zu den einzelnen Arien, so dass verständlich wurde, warum er gerade diese ausgewählt hatte. Dabei waren die Arie des Don Magnifico aus der Cenerentola, des Baculus aus dem Wildschütz und des Sancho aus Don Quichotte. Den zweiten Teil bildeten dann Musicalmelodien, Tevje, der König von Siam und nochmal Sancho aus „Der Mann von La Mancha“ entstanden durch seinen Gesang, Mimik und Gestik auf der kleinen Bühne. Sein hinreißender Auftritt wurde zu Recht mit viel Applaus belohnt.

Nach weiteren Zwischenauftritten von Sebastian Campione und Marianne Larsen folgte Cornel Frey mit einer Auswahl von Liedern von Hugo Wolf und Richard Strauss, ebenfalls sehr schön vorgetragen, das brachte ein etwas ruhigeres Element in den Abend.

Die Lachmuskeln arg strapaziert hat dann Andreas Kowalewitz mit seinem Auftritt. Er zeigte auf, dass das Thema von „Lili Marleen“ eigentlich auch schon musikalisch bei Bach, Mozart und vielen anderen zu finden ist oder  sich auch Heinrich Heine dichterisch des Sujets angenommen hat. Es war einfach zu köstlich, genauso wie seine Vertextung des Türkischen Marsches. Ihm hätte ich den ganzen Abend zuhören können.

Aber der nächste Höhepunkt folgte sofort, Jazzy la Femme alias Alex Frei zeigte, dass er nicht nur als Tänzer eine gute Figur macht. Seine zahlreichen Fans begleiteten den Auftritt mit Begeisterungsstürmen und auch der Rest des Publikums lies sich mitreißen.

Anschließend empfahl sich Rita Kapfhammer als Prinz Orlofsky und begeisterte die Zuhörer mit weiteren Operettenmelodien und einer humorvollen Moderation, ebenfalls ein sehr gelungener Programmpunkt.

Die bayerischen Gstanzl von Christoph Maier-Gehring waren wohl ob der nun schon ziemlich vorgerückten Stunde teilweise etwas derber und bekamen auch viel Beifall.

Marianne Larsen läutete dann den zweiten Teil des Programms von Stefan Sevenich ein, er zeigte nochmals seine ganze Kunst und begeisterte das Publikum mit seinem tollen Vortrag.

Sebastian Campione hatte inzwischen den Frack abgelegt und gab italienische Lieder zum Besten und zeigte so seine Vielseitigkeit. Danach brachte Rotraut Arnold das Publikum wieder zum Singen, das bringt immer großen Spaß und das Publikum machte enthusiastisch mit.

Den Abschluss bildete Dirk Lohr mit mitreißenden Liedern aus Paganini oder Schlagern wie „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“. Auch er bekam nochmal viel Beifall von dem immer noch zahlreich anwesenden Publikum. Als Zugabe durften wir nochmal singen und dann waren die fünf Stunden Programm auch schon vorbei. Die Zeit ist vergangen wie im Fluge.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diesen schönen Abend möglich gemacht haben!

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Musical, verzaubernd

Der gelbe Ziegelsteinweg führte passenderweise diesmal statt dem roten Teppich ins Theater, dem Ort, an dem Kinderaugen groß und Träume wahr werden.

So waren es denn auch überwiegend Familien mit Kindern, die die gestrigen Premiere besuchten und auf sie ist die Inszenierung auch zugeschnitten, aber auch Besucher ohne Anhang kommen voll auf ihre Kosten. Die Kinder werden mit farbenprächtigen und fantasievollen Kostümen (meine persönlichen Favoriten sind die Krähen) und einer hinreissend erzählten und gesungenen Geschichte in Spannung gehalten und die Älteren dürfen sich zusätzlich noch über den ein oder anderen „erwachsenen“ Regieeinfall freuen. Das Programmheft ist liebevoll und aufwändig gestaltet, aber dennoch nicht teurer als bei den Kinderstücken üblich.

Wieder zeigt das Theater meines Vertrauens, wie ernst es sein Zielbild nimmt, Musiktheater für Kinder sinnlich greifbar zu machen. Dass hier Kinder als Publikum ernst genommen werden, merkt man in jeder Minute dieser Inszenierung, die Holger Seitz wieder prächtig hinbekommen hat. Nicht nur die Solisten zeigen, dass sie auch in der Sparte Musical top sind, auch der Chor demonstriert mal wieder seine unglaubliche Vielfältigkeit und singt und spielt nicht nur ganz ausgezeichnet, sondern tanzt auch noch begeisternd nach der tollen Choreographie von Fiona Copley.
Oliver Bode und Rotraut Arnold zeigen sich vielseitig in ihren verschiedenen Rollen, Milica Jovanovic verkörpert die Dorothy perfekt, sowohl in musikalisch wie auch im Ausdruck. Ihre Freunde, die scheinbar hirnlose Vogelscheuche, der Blechmann ohne Herz und der mutlose Löwe sind durch Thomas Peters, Mario Podrečnik und Dirk Lohr bis ins kleinste Bewegungsdetail fantastisch erarbeitet und begeistern zudem noch durch tollen Gesang. Ulrike Dostal zeigte einmal mehr, wie wandlungsfähig sie ist: am Abend zuvor schwärmte sie noch von Meerjungfrauen und in diesem Stück ist sie eine sensationell dämonische Hexe. Ach ja, und Toto: die Darstellung des Hundes, erst durch eine Handpuppe, dann durch Moritz Cunow – super! Das Timing war klasse, die Bewegungen, einfach alles!

Einen großen Anteil am Erfolg des Stückes hat natürlich auch das Orchester unter seinem sehr engagierten Leiter Liviu Petcu. Das ist schon einzigartig, wie die Töne aus dem Orchestergraben aufsteigen und das Bühnengeschehen unterstreichen.

Die Kids waren jedenfalls hin und weg, es gab sehr viel Applaus für alle Beteiligten, auch zwischen den Szenen, wodurch manchmal leider das Orchester etwas unterging. Mal sehen, wie es morgen in der zweiten Vorstellung ist.

Der Zauberer von Oz

Sonntag, 1. November 2009
15:00 – 17:20 Uhr

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