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Lesung Titus Müller, 25.03.2017, Ägyptisches Museum der Universität Leipzig

Titus Müller eröffnete gewohnt gut gelaunt die Veranstaltung, diesmal im im Ägyptischen Museum. Seine Geschichte würde zwar nicht vor tausenden von Jahren spielen, jedoch ginge es auch in „Der Tag X“ um umwälzende historische Ereignisse, die wir und unsere Eltern nicht miterlebten. Die Eröffnungszene 1946 am Bahnhof in Ost-berlin beruhe auf tatsächlichen Ereignissen.

Er las den Prolog, in dem nachts eine Familie plötzlich auseinander gerissen wird und das Mädchen Nelly deshalb seinen Vater ins ferne Russland verliert. Ihre Mutter entscheidet sich, mit der Tochter in der DDR zu bleiben.

Es seien damals komplette Familien nachts abgeholt und nach Russland verschickt worden. Dann springe die Geschichte ins Jahr 1953, die weibliche Hauptfigur Nelly steht kurz vor dem Abitur und lernt den etwas älteren Wolf kennen, einen Uhrmacher. Titus‘ Faszination für diesen Beruf wurde deutlich spürbar. Uhrmacher würden Ordnung bringen und nach Gesprächen mit einer Uhrmacherin während der Recherche sei er fest entschlossen, sich eine gute Uhr zu kaufen. Neulich habe er bewusst zwei gute Wecker gekauft.

Er selbst habe die Zeit im Buch nicht miterlebt, könne sich jedoch selbst auch noch daran erinnern, dass Kinder früh dazu erzogen wurden, Anderen zu melden. Die im Buch geschilderten Schulberichte habe es wirklich gegeben. 1953 sei Honecker Leiter der FDJ gewesen und diese habe sich nicht so entwickelt wie gewünscht. Gleichzeitig sei die christliche Junge Gemeinde gewachsen und Honecker habe dann deren Liquidierung befohlen. In der Jungen Gemeinde habe es echte Diskussionen gegeben, unterschiedliche politische Meinungen und er könne gut verstehen, warum Honecker Angst vor dieser Organisation hatte.

Er sei als Pastorensohn glücklich in der DDR aufgewachsen, mit seinen beiden Brüdern – auch ohne Bananen und Kiwis. Augenzwinkern Natürlich sei auch klar gewesen, dass er nie Abitur machen würde, weil er nicht den richtigen Jugendorganisationen war. Aber er habe das von Anfang an gewusst, die Figuren in seinem Roman seien von diesem Schicksal plötzlich überrascht worden. 1953 hätten circa 3000 junge Menschen diese Möglichkeit verloren.

In seinen Romanen sei es ihm wichtig, dass keine Figur ganz gut oder böse sei. So sei niemand, auch wenn der Vater von Wolf in der gelesenen Szene so wirke.

Es folgte eine weitere Lesung, in der die Verhältnisse im Kreml dargestellt wurden, als Stalin im Sterben lag. Ein gruseliges Pokerspiel um die Macht, sehr lebendig geschildert.

Die Sterbeszene von Stalin sei seinen Quellen nach wirklich so verlaufen, heute könne man sich kaum vorstellen, wie wichtig dieser einen Mann damals war, welchen Einfluss er hatte.

Ein wichtiges Element ist Spionage, wie Spione vorgingen und was unternommen wurde, um sie enttarnen, perfide ausgeklügelte Methoden sie zu eliminieren. Auch hier legte Titus Müller großen Wert auf authentische Darstellung und erzählte leidenschaftlich von einigen Entdeckungen bei seiner Recherche.

In der DDR habe es bis 1958 noch Lebensmittelmarken gegeben, während sie im Westen bereits 1948 abgeschafft wurden. Eine der Ursachen war die Flucht von rund 20.000 Landwirten in den Westen, weil sie sich nicht in LPGs zwingen lassen wollten. Eltern seien oft zunächst ohne ihre Kinder gegangen, um diese später nachzuholen. Das Land sei damals leergeblutet, Woche um Woche. Daraufhin sei die Regierung der DDR nach Moskau zitiert worden, um nicht so hart gegen die Bevölkerung vorzugehen. Die Junge Gemeinde sollte nicht solchen Repressalien ausgesetzt werden, Betriebe sollten zurückgegeben werden, wenn die Bauern zurückkehren würden. Zuerst habe sich die Regierung gewehrt, sei jedoch gezwungen worden, sich öffentlich zu ihren Fehlern zu bekennen.

Dieses öffentliche Eingeständnis habe den Kritikern Aufwind gegeben und es sei zu Demonstrationen gekommen. In Leipzig hätten am 17. Juni 1953 rund 40.000 Menschen demonstriert. Der Bürgermeister wollte sie aufhalten und wurde von den Demonstranten gezwungen, ihnen mit einem Schild „Freie Wahlen“ voranzugehen. Nur wenige Stunden hätten das Leben vieler Bürger in der DDR drastisch verändert.

Die Recherche sei für ihn jedes Mal wie eine Schatzsuche. So zum Beispiel die Entdeckung, dass in Halle eine Reinemachfrau die Erste war, die sich traute, öffentlich etwas gegen die Regierung zu sagen und somit die Aufstände dort auslöste. An einem Buch arbeite er im Durchschnitt 1,5 Jahre, inklusive Recherche und der gesamten Nacharbeit.

Abschließend bedankte sich Titus Müller beim Publikum und dem Ägyptischen Museum.

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Lesung Hanya Yanagihara, 22.03.2017, Literaturhaus Frankfurt

Die ausverkaufte Veranstaltung wurde von Benno Henning von Lange eröffnet, der gleich zu Beginn klarstellte, dass der Titel Ein wenig Leben seiner Meinung nach eine grandiose Untertreibung sei. Das ganze Leben könne man in diesem fesselnden Buch finden.

In Hanya Yanagiharas Bestseller gehe es um das Leben von vier Männern, in deren Mittelpunkt Jude stehe. Die Leser lernten Judes großes und kleines Leben kennen, seine Ausweglosigkeit. All dies im Rahmen einer oft verstörenden Geschichte, in der Politik noch nicht mal ein Hintergrundrauschen sei und doch sei der Roman hochpolitisch.

Moderator war Alf Mentzer von HR2 Kultur, herausragender Sprecher der deutschen Passagen der Schauspieler Max Mayer.

Gleich zu Beginn wurde nach dem Foto auf dem Titelbild gefragt. Die Aufnahme stammt von Peter Hujar und trägt den Titel „Orgasmic Man“. *Link zu größerer Aufnahme des Titelbilds* Man habe das Gefühl jemandem in einem unglaublich persönlichen Moment anzuschauen, wobei nicht klar sei, ob es Freude oder Schmerz ausdrücke. Hanya Yanagihara hält das für die perfekte Visualisierung der Geschichte.

Die Leser befänden sich in der prekären Situation, Zeuge einer sehr intimen Situation zu werden. Es gebe ihr das Gefühl, Jude sei nie allein, weil er immer die Leser habe. Es sei ihr wichtig gewesen, dass die Geschichte sich langsam entfalte und zum Glück bestand das Lektorat trotz knapp 1000 Seiten nicht auf umfangreichen Kürzungen.

Mit einem Lächeln merkte sie an, dass solch dicke Bücher sich in der Regel in Deutschland am besten verkaufen würden. Deutschland sei für sie DAS Land der Literatur und deutsche Leser etwas ganz Besonders, weil sie sich ernsthaft mit Literatur auseinandersetzen würden. Ihre rund 1,5-wöchige Lesereise habe sie deshalb besonders genossen.

Ein weiterer Kritikpunkt sei die Brutalität, doch sie habe keine Möglichkeit gesehen, das zu ändern. Unser Leben sei manchmal brutal, auf der anderen Seite sei es nie einfacher als heute gewesen, Zeuge von Gewalt zu werden und auch wegzuschauen, egal ob der Computer oder der Fernseher ausgeschaltet werde. Bei einem Buch werde man mehr hineingezogen, wegschauen sei nicht mehr so einfach. Ihrer Meinung nach können die Leser viel aushalten, solange es logisch präsentiert werde und es war ihr wichtig zu zeigen, wie es ist, ein solch brutales Leben zu führen.

Beim Schreiben gehe es ihr um die Figuren und deren Authentizität, nicht um die Reaktionen der Leser. Wenn ein Autor auf bestimmte Reaktionen spekuliere, würde die Leser das spüren und sich manipuliert fühlen. Jeder Leser sei anders, sie habe keine konkreten Erwartungen an ihre Leser.

Der gesellschaftliche Aufstieg der vier Studienfreunde werden von dunklen Ereignissen aus Judes Vergangenheit überschattet. Jude sollte eine Figur werden, deren Leben nicht besser werde. Die anderen Figuren seien beim Schreiben von selbst entstanden, manche seien fertig aus dem Schaffen herausgetreten.

Die Konstruktion des Buchs sei gewollt künstlich. Düsternis und Gewalt wie in alten Märchen, Frauen werden nur am Rande erwähnt. Es geht um Freundschaft zwischen Männern und darum, wie Männer bestimmte Gefühle ausdrücken – oder eben nicht, wie z.B. Angst, Scham und Trauer. Natürlich hätten unterschiedliche Figuren genauso unterschiedliche Arten, Gefühle auszudrücken, aber Männern stünden oft kaum Möglichkeiten zur Verfügung, während Frauen diese in der Regel frei zeigen könnten. Würden statt Männern hier Frauen im Mittelpunkt stehen, wäre das Buch vermutlich nur halb so lang geworden.

Zu Beginn des Buchs wollte sie zeigen, wie sich das Leben mit Anfang 20 anfühlt, wenn die Zeit langsam vergeht während man studiert. Als die Figuren 40-50 sind werde das Erzähltempo streckenweise deutlich schneller, so wie es sich für viele Menschen in jener Lebensphase anfühle. Sie verglich es mit den unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten in einer Lavalampe.

Schauplatz sei New York und das sei wichtig, auch wenn die Handlung fast komplett drinnen stattfinde und sehr selten an bekannten Plätzen draußen – was eine gewisse Entwurzelung vermitteln solle. New York sei ganz besonders gut darin, Erfolge zu verherrlichen und vermittele ständig das Gefühl im Wettbewerb zu stehen, dort pulsiere eine besondere Energie. Man werde mehr als andernorts daran gemessen, was man erreicht habe und gerade tue, das Umfeld verleihe einen bestimmten Status.

Eigentlich passe Jude nicht in dieses New York das so viel Wert auf Selbstverwirklichung legt. Er sei zwar sehr ehrgeizig, benötige jedoch auch Hilfe auf seinem Weg. Ganz bewusst habe sie Jude nach und nach alles weggenommen, wie in einem literarischen Sozialexperiment. Es gehe darum, was ein Kind brauche, um ein gewisses Gefühl von innerer Sicherheit und Selbstbeherrschung zu erlernen und was für Konsequenzen es habe, wenn ein Kind nie das Gefühl hatte, den Anspruch auf irgendetwas zu haben, vor allem Liebe und Fürsorge. Judes Kindheit bot nichts davon und bestimmte Dinge könne er auch Erwachsener nicht mehr lernen, wie z.B. wo sein Platz in der Welt sei oder seinem Ärger auf nicht destruktive Weise Luft zu machen. Seine Unsicherheit werde von Menschen ausgenutzt, die solche Schwächen riechen könnten.

Auch ohne ausführliche Recherche sei für sie völlig logisch gewesen, dass Jude stets die Schuld bei sich selbst suchen würde, den Ärger nach innen richten. So habe er wenigstens ein gewisses Gefühl der Kontrolle über sein eigenes Leben, wie z.B. auch durch Ritzen. Wenn man einem Kind stets eintrichtere, es habe Pech gehabt, fühle es sich irgendwann dem Schicksal komplett ausgesetzt. Egal wie desaströs die Konsequenzen aus Judes Handeln seien, er müsse das Gefühl haben, diese selbst verursacht zu haben. Obwohl Jude wundervolle Freunde habe, ihrem Lektorat nach fast zu gut, schaffe er es nicht, aus den in der Jugend eingeschliffenen Verhaltensmuster auszubrechen.

Obwohl die Veranstaltung vom US-Generalkonsulat in Frankfurt unterstützt wurde, konnte sie sich nicht verkneifen zu sagen, dass die aktuelle politische Situation in den USA vielleicht eine andere wäre, wenn es dort auch Literaturhäuser gäbe. Am Ende der gut 1,5 Stunden bedankte sie sich nochmal beim Publikum.

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Frisch eingetroffen: Jean Bagnol- Commisaire Mazan und die Spur des Korsen

In Band 3, Commissaire Mazan und die Spur des Korsen, überlebt die Ermittlerin Zadira Matéo schwer verletzt einen Mord-Anschlag. In einer abgelegenen Trüffel-Farm versteckt sie sich vor korrupten Polizisten und der Marseiller Mafia, begleitet von ihrem Kater, Commissaire Mazan. Gleichzeitig versucht Zadiras Geliebter, der Tierarzt Jules, in Marseille den Korsen zu finden, jenen gefürchteten Auftragsmörder, der Zadira ins Visier genommen hat. Doch wer hat den Korsen beauftragt: Die Mafia, die Polizei – oder sogar ein Vertrauter Feind aus Zadiras Vergangenheit?

Jean Bagnol ist das Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaares Nina George und Jens “Jo” Kramer.
Die Spiegel-Bestsellerautorin George (“Das Lavendelzimmer”; SPIEGEL- und internationaler Bestseller, übersetzt in 34 Sprachen) und der Journalist, Pilot und Schriftsteller Kramer sind seit 2006 verheiratet, leben in Berlin und der Bretagne, schreiben unter insgesamt sieben Namen und Pseudonymen und veröffentlichten bisher insgesamt 29 Solowerke (Romane, Sachbücher, Thriller, historische Romane). Nina George und Jens Kramer wurden bisher dreimal – einzeln – für den DeLiA, den Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman, nominiert; 2011 gewann George ihn mit dem Knaur-Roman “Die Mondspielerin”. Für ihren Kurzkrimi „Das Spiel ihres Lebens” wurde Nina George 2012 mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet.
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Lesung und Gespräch: Andrea Wulf/Neil MacGregor – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, 24.03.2017, Museen im Grassi

Andrea Wulf, Autorin von „Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur“, Neil MacGregor, lange Leiter des Britischen Museums, heute Intendant des Humboldtforums in Berlin und Thomas Bille vom MDR versprachen einen kurzweiligen Abend. Dementsprechend (über)voll war der Saal im Grassi in Leipzig.

Alexander von Humboldt sei bis 1914 weltweit verehrt worden als engagierter Naturwissenschaftler, heute sei er in der englischsprachigen Welt fast vollständig in Vergessenheit geraten. Durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts sei es zu einem fast völligen Verlust des Wissens um deutsche Kultur gekommen. Andrea Wulf und das Humboldtforum möchten das ändern, denn nicht nur ihrer Meinung nach ist Humboldts Werk gerade heute von großer Bedeutung. Humboldt sei ein Denkmal für Deutschland, für die ganze Welt jedoch derzeit auch ein Mahnmal. Neil MacGregor empfahl das von Andrea Wulf verfasste Buch als Pflichtlektüre.

Niemandes Name sei so häufig mit Naturphänomenen verbunden, Berge, Seen, Flüsse, Pflanzen usw. würden seinen Namen tragen. Sogar das Bild eines Tankers mit seinem Namen wurde gezeigt. Neil MacGregor empfand dies als besonders passend, denn Alexander von Humboldt habe die Erde vernetzt durch seine Erkenntnis, dass die Natur nur als Ganzes verstanden werden kann. Humboldt inspirierte Darwin, war eng mit Goethe befreundet. Aus Goethes Tagebüchern sei ersichtlich, dass er meist nach Begegnungen mit Humboldt am Urfaust schrieb.

Andrea Wulf vertrat die Ansicht, Humboldt habe unser heutiges Denken über die Natur erfunden, die Idee eines einzigen zusammenhängenden Ökosystems, in dem die Erde als lebender Organismus dargestellt wird. Er habe Künste und Wissenschaft vereint, nutzte Zeichnung auf eine neuartige Weise, um darzustellen, wo welche Pflanzen auf von ihm erforschten Bergen wuchsen und so komplexes Wissens auf eine leicht verständliche Weise dargestellt. (Chimborazo 1, Chimborazo 2, Chimborazo 3) Seine Systematik zeige die umfassende Verbundenheit der Welt und auch gleichzeitig ihre Verwundbarkeit. Für Andrea Wulf war einer der Höhepunkte ihrer Recherchereisen selbst auf dem Chimborazo zu stehen.

Als einer der ersten warnte Humboldt vor Monokulturen und Ausbeutung von Natur und Menschen. Vor bisher kaum bekannten Wechselwirkungen, die zu von Menschen verursachten Klimaveränderungen führen würden.

Er habe eine schreckliche Handschrift gehabt, sei oft aus dem Privatunterricht weggelaufen, um durch den Wald zu stromern. Mit vollen Taschen sei er zurückgekommen und war deshalb als kleiner Apotheker bekannt. Die Reiseberichte von Cook habe er geliebt und sich dagegen gewehrt wie von seiner Mutter gewünscht, preußischer Beamter zu werden. Einerseits sei für ihn von klein auf die Natur voller Wunder gewesen, die man mit Gefühlen erfassen solle, andererseits sei er davon besessen gewesen, alles zu vermessen. Humboldt sei sowohl Abenteurer als auch Wissenschaftler gewesen, jedoch nie im Elfenbeinturm. Erfüllt von einer lebenslangen Rastlosigkeit musste er draußen in der Natur sein.

Nach seiner Rückkehr von seiner fünfjährigen Reise sei er 1804 erst in Paris dann in Berlin gewesen, wo er stets schnell zum Mittelpunkt der Wissenschaft wurde. Er hielt kostenlose Vorträge, zu denen jeder kommen durfte und habe so die Wissenschaft demokratisiert. Rund die Hälfte der Zuhörer seien Frauen gewesen und er habe seine Zuhörer mit auf unglaubliche Reisen genommen. In eine Natur, die voller Wunder und Leben war. Während andere Wissenschaftler sich immer mehr spezialisierten, dachte Humboldt in alle Richtungen und konnte immer wieder wie ein Kind über den Zauber der Natur staunen. Andrea Wulf verglich es mit der Reaktion vieler Menschen auf die die ersten Aufnahmen der Erde aus dem All.

Während in den Kirchen gelehrt wurde, der Mensch solle sich die Welt untertan machen, tauche bei Humboldt die Frage nach Gott nie auf und er habe den Menschen als Teil der Natur verstanden, nicht als Herrscher. Wenn man Humboldt zuhöre, verbiete sich Rassismus von selbst, denn für ihn habe alles auf Augenhöhe existiert. Seine offenen Worte gegen Sklaverei und den Kolonialismus hätten dazu geführt, dass er nie in den Himalaya oder nach Indien reisen konnte. Gleichzeitig war er arrogant und herablassend gegenüber anderen. Als Beispiel wurde ein Brief Humboldts an eine Bekannte angeführt, in dem er von seiner aktuellen Reise erzählte und mit den Worten schloss “und Sie meine Gute, wie führen Sie indessen ihr eintöniges Leben fort”.

Auf die Frage von Thomas Bille ob sie gerne mit ihm auf Forschungsreise gegangen wären, antworteten beide, eine Dinner Party gerne, eine Reise jedoch nicht. Dazu sei er zu energisch gewesen, habe kaum jemand zu Wort kommen lassen und sei noch mit blutigen Füßen auf Berge gestiegen.

Leider habe Humboldt zwar unser Denken über die Natur nachhaltig beeinflusst, jedoch kaum unser Handeln. Neil MacGregor und Andrea Wulf hoffen, dass es zu öffentlichen Debatten kommt und sich mehr Menschen als Weltbürger begreifen, gemeinsam für die Schutz der Natur engagieren. Andrea Wulf war im Herbst 2016 auf Lesereise in den USA gewesen und habe auf 32 Veranstaltungen nicht einen einzigen Trumpwähler getroffen.

Nach Ansicht von Andrea Wulf und Neil MacGregor schließe sich heute der Kreis, Humboldt sei vor uns auf der Erde gewesen und werde jetzt zu unserem Vorreiter.

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Interview mit Kerstin Gier im Kölner Stadtanzeiger: „Die Texte bringen mich zum Heulen”

In diesem schönen Interview spricht Kerstin Gier über ihre Arbeit als Jurorin für den Care-Schreibwettbewerb und ihr neues Buch Wolkenschloss, das im Oktober erscheint.

Kerstin Gier (50) lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Bergisch Gladbach. Sie schreibt Frauenromane und Jugendbücher und wurde vor allem durch die Trilogien „Rubinrot“ und „Silber“ bekannt. Im Herbst erscheint ihr neues Jugendbuch, „Wolkenschloss“.

Beim Care-Schreibwettbewerb ist Kerstin Gier eine von vier Juroren. Care ist eine internationale, private Hilfsorganisation. Mit dem Wettbewerb will sie junge Talente fördern. Teilnehmen konnten Jugendliche zwischen 14 bis 18 sowie 19 bis 25 Jahren. Im Rahmen der lit.Cologne lesen die drei Bestplatzierten aus jeder Altersgruppe.

– Quelle: http://www.ksta.de/26145520 ©2017

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Probenblog zur Uraufführung von FRAU SCHINDLER am Gärtnerplatztheater

Komponist Thomas Morse beschreibt im Probenblog zur Uraufführung der Oper Frau Schindler den Entstehungsprozeß einer Neuproduktion. Interessante Details finden sich auch auf der Facebook-Seite zur Oper.

Ein Gespräch mit dem Komponisten steht ebenfalls zur Verfügung

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Frisch eingetroffen: Julian Fellowes – Belgravia

Julian Fellowes’s Belgravia is the story of a secret. A secret that unravels behind the porticoed doors of London’s grandest postcode. Set in the 1840s when the upper echelons of society began to rub shoulders with the emerging industrial nouveau riche, Belgravia is peopled by a rich cast of characters. But the story begins on the eve of the Battle of Waterloo in 1815. At the Duchess of Richmond’s now legendary ball, one family’s life will change for ever…

Julian Fellowes, actor, writer, director, producer, was educated at Ampleforth, Magdalene College, Cambridge and Webber Douglas Academy of Dramatic Art. He trained in repertory theatre at Northampton and Harrogate.

As creator, sole writer and executive producer of the hit television series Downton Abbey, Fellowes has won three Emmy awards and a Golden Globe. Fellowes received the Academy Award for Best Original Screenplay for Gosford Park (2002). His work was also honoured by the Writer’s Guild of America, the New York Film Critics’ Circle and the National Society of Film Critics for Best Screenplay. Other writing credits for film include Piccadilly Jim (2004), Vanity Fair (2004), Young Victoria (2009), The Tourist (2010), Romeo & Juliet (2013), and the three-part drama Doctor Thorne for ITV. Fellowes also wrote and directed the award-winning films Separate Lies and From Time to Time. Fellowes wrote the books for the Tony-nominated stage production of Mary Poppins and for School of Rock: The Musical which opened on Broadway in December 2015, and was written and produced by Andrew Lloyd Webber.

Fellowes has authored two novels: the international bestsellers Snobs (2005) and Past Imperfect (2008).

Julian Fellowes became a life peer in 2011. He lives in Dorset and London with his wife, Emma.

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Frisch eingetroffen: Philippa Gregory – Three Sisters, Three Queens

As sisters they share an everlasting bond; as queens they can break each others hearts
When Katherine of Aragon is brought to the Tudor court as a young bride, the oldest princess, Margaret, takes her measure. With one look, each knows the other for a rival, an ally, a pawn, destined with Margaret s younger sister Mary to a unique sisterhood. The three sisters will become the queens of England, Scotland, and France.
United by family loyalties and affections, the three queens find themselves set against each other. Katherine commands an army against Margaret and kills her husband James IV of Scotland. But Margaret s boy becomes heir to the Tudor throne when Katherine loses her son.
Mary steals the widowed Margaret s proposed husband, but when Mary is widowed it is her secret marriage for love that is the envy of the others. As they experience betrayals, dangers, loss, and passion, the three sisters find that the only constant in their perilous lives is their special bond, more powerful than any man, even a king.

Philippa Gregory is the author of many bestselling novels, including The Other Boleyn Girl, and is a recognized authority on women’s history. Her Cousins’ War novels are the basis for the critically acclaimed STARZ miniseries The White Queen. Her most recent novel is Three Sisters, Three Queens. She graduated from the University of Sussex and received a PhD from the University of Edinburgh, where she is a Regent. She holds two honorary degrees from Teesside University and the University of Sussex. She is a fellow of the Universities of Sussex and Cardiff and was awarded the 2016 Harrogate Festival Award for Contribution to Historical Fiction. She welcomes visitors to her website, PhilippaGregory.com.  

Leseprobe

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Frisch eingetroffen: Jessie Burton – The Muse

A picture hides a thousand words . . .

On a hot July day in 1967, Odelle Bastien climbs the stone steps of the Skelton gallery in London, knowing that her life is about to change forever. Having struggled to find her place in the city since she arrived from Trinidad five years ago, she has been offered a job as a typist under the tutelage of the glamorous and enigmatic Marjorie Quick. But though Quick takes Odelle into her confidence, and unlocks a potential she didn’t know she had, she remains a mystery – no more so than when a lost masterpiece with a secret history is delivered to the gallery.

The truth about the painting lies in 1936 and a large house in rural Spain, where Olive Schloss, the daughter of a renowned art dealer, is harbouring ambitions of her own. Into this fragile paradise come artist and revolutionary Isaac Robles and his half-sister Teresa, who immediately insinuate themselves into the Schloss family, with explosive and devastating consequences . . .

Jessie Burton was born in 1982 and lives in London. She studied at Oxford University and The Royal Central School of Speech and Drama, and worked for nine years as an actress and a PA before her first novel, The Miniaturist, was published. The Miniaturist was translated into over thirty languages and has sold over a million copies around the world.

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Frisch eingetroffen: Bruce Springsteen – Born to run

“Writing about yourself is a funny business…But in a project like this, the writer has made one promise, to show the reader his mind. In these pages, I’ve tried to do this.” —Bruce Springsteen, from the pages of Born to Run

In 2009, Bruce Springsteen and the E Street Band performed at the Super Bowl’s halftime show. The experience was so exhilarating that Bruce decided to write about it. That’s how this extraordinary autobiography began.

Over the past seven years, Bruce Springsteen has privately devoted himself to writing the story of his life, bringing to these pages the same honesty, humor, and originality found in his songs.

He describes growing up Catholic in Freehold, New Jersey, amid the poetry, danger, and darkness that fueled his imagination, leading up to the moment he refers to as “The Big Bang”: seeing Elvis Presley’s debut on The Ed Sullivan Show. He vividly recounts his relentless drive to become a musician, his early days as a bar band king in Asbury Park, and the rise of the E Street Band. With disarming candor, he also tells for the first time the story of the personal struggles that inspired his best work, and shows us why the song “Born to Run” reveals more than we previously realized.

Born to Run will be revelatory for anyone who has ever enjoyed Bruce Springsteen, but this book is much more than a legendary rock star’s memoir. This is a book for workers and dreamers, parents and children, lovers and loners, artists, freaks, or anyone who has ever wanted to be baptized in the holy river of rock and roll.

Rarely has a performer told his own story with such force and sweep. Like many of his songs (“Thunder Road,” “Badlands,” “Darkness on the Edge of Town,” “The River,” “Born in the U.S.A.,” “The Rising,” and “The Ghost of Tom Joad,” to name just a few), Bruce Springsteen’s autobiography is written with the lyricism of a singular songwriter and the wisdom of a man who has thought deeply about his experiences.

Bruce Springsteen’s recording career spans more than 40 years. He has released 18 studio albums, garnered 20 Grammy Awards, won an Oscar, and has been inducted into the Rock and Roll Hall of Fame. His newest album, High Hopes, was released in January 2014.

Bruce Springsteen discusses writing BORN ´TO RUN

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