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In Memoriam René Siegel-Sorell

©Blutenburg-Theater

Am 5. Januar 2016 ist mit René Siegel-Sorell eine besondere Persönlichkeit der Münchner Theaterlandschaft von uns gegangen. Der Schauspieler und Regisseur gründete im Jahr 1983 das  Blutenburg-Theater in einem ehemaligen Kino, zusammen mit seiner Frau Betty. Es war das erste Theater in Deutschland, das sich ausschließlich Krimis und Thrillern widmete, viele Schauspieler und Regisseure arbeiteten seitdem auf der kleinen Bühne und schenken seit mehr als 30 Jahren den Zuschauern Abend für Abend beste Unterhaltung und Gänsehaut. Andere Theater nahmen sich das Blutenburg-Theater zum Vorbild und so gibt es mittlerweile auch in anderen Städten wie Berlin oder Hamburg Kriminalbühnen, doch noch heute pilgern nicht nur Münchner zu den jährlich drei Inszenierungen in Sorells Theater. Ich selbst durfte 2009 ein Teil dieses besonderen Hauses werden. Damals begann ich gerade mit meinem Studium in München und fand in dem kleinen Theater mehr als nur einen Job. In den mehr als sieben Jahren durfte ich wundervolle Künstler kennen lernen, viel über die Welt des Theater erfahren und habe Freunde für’s Leben gefunden. Es ist eine unvergleichliche Institution, die René und Betty mit Herzblut und Liebe zum Theater auf die Beine gestellt haben. Die Zeit, in der der Chef noch selbst auf der Bühne stand, habe ich selbst nicht mehr erlebt. Aber immer wieder erzählen mir treue Besucher mit einem Lächeln, wie wundervoll er doch als seine Heiligkeit in „Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde“ oder als Teddy in „Arsen und Spitzenhäubchen“ war. Ich selbst erinnere mich gerne daran, wie er mehrmals die Woche Abends vor der Vorstellung bei dem verstimmtem Klavier neben der Theaterbar saß und zufrieden die Zuschauer beobachtete, die voller Vorfreude auf einen unterhaltsamen Abend in den Raum strömten. Immer wieder erzählte er mir von seinem Leben als Schauspieler, von den großen Künstlern mit denen er hatte arbeiten dürfen. Und alles klang nach einem spannenden und erfüllten Leben, das sich jeder der in der Theaterwelt arbeitet nur wünschen kann. Nicht nur die Mitglieder des Blutenburg-Theaters trauern um einen großen Mann, der nun die Bühne des Lebens verlassen musste. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, allen voran seiner Frau Betty, die ihn aufopferungsvoll durch die langen Monate seiner Krankheit begleitet hat und die nun das Theater im Sinne ihres Mannes weiterführen wird.

Danke für alles, René!

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