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Noseland: The Movie

The Malkovich Torment Klassische Musik ist steif und förmlich, die Ausführenden verstehen keinen Spaß und leben ein todernstes Leben. So oder so ähnlich dürften sich viele äußern, wenn sie nach der Relation von Humor und klassischer Musik gefragt würden. Vielleicht würde sich so mancher eher in einen Konzertsaal trauen, wenn man ihn vom Gegenteil überzeugen könnte. Noseland: The Movie ist dazu geeignet, Berührungsängste abzubauen. Scheinbar als Dokumentation zum 10-jährigen Bestehen des von Julian Rachlin ins Leben gerufenen Musikfestivals in Dubrovnik geplant, wird schnell klar, dass das Format etwas ungewöhnlich ist.

Aleksey Igudesman interviewt Beteiligte des Festivals und bringt dabei Roger Moore zum Weinen, kassiert Ohrfeigen und wird nicht nur einmal sitzen gelassen. Er tritt immer in das größtmögliche Fettnäpfchen und bleibt dabei aber knuffig-liebenswert. Es ergeben sich zum Brüllen komische Situationen, in denen alle Beteiligten aber immer Mensch bleiben. Die Gespräche zeigen, dass klassische Musiker Humor haben, dass sie auch gute Schauspieler sind. Und dass sie gut aussehen. Eine Freundin von mir schrieb kürzlich über einen Tenor, dass eine Fotostrecke mit ihm in der Bravo pubertierende 15-jährige in die Opernhäuser bringen würde. Das könnte mit Julian Rachlin auch funktionieren.

Besondere Highlights sind die Vorstellung der Mitwirkenden im Stile eines Fußballkommentars und The Malkovich Torment, eine Komposition von Aleksey Igudesman, bei der John Malkovich eine Rezension eines Auftrittes von ihm in Istanbul vorträgt. Das ist wirklich unglaublich schräg und macht Lust darauf, es live zu erleben. Und die Erkenntnis, dass Bratschenwitze universell sind.

Der Badende Dirigent Der Film vermittelt vor allem eines: die Freude an der klassischen Musik. Die Emotionen, die sie transportiert. Den schmalen Grat zwischen Lügen und Wahrheit und wann man ihn überschreiten darf. Er spielt mit Vorurteilen und entkräftet sie. Er beschäftigt sich mit der Rolle des Kritikers. Interessant ist hier übrigens, dass auch namhafte Kritiker meinen Standpunkt vertreten: eine Kritik ist immer subjektiv. Kritiker, die ihre Kritik als einzig selig machende verkaufen, kann man nicht ernst nehmen.

Der ganze Film ist mit wunderbarer Musik unterlegt; gäbe es den Soundtrack zu kaufen, würde ich sofort den Laden stürmen. Bisher gibt es aber leider nur den Wrap Rap und das Main Theme im iTunes Store zu kaufen. Neben einer Mozartsonate wird viel Kammermusik gespielt, also genau die Musik, bei der man still sitzen muss, nicht husten und nicht an der falschen Stelle klatschen darf. Hier wird sie aber so mitreißend präsentiert, dass ich in Zukunft sicher auch vermehrt auf Kammerkonzerten zu finden bin.

Abgerundet wird der Film durch wunderbare Aufnahmen von Dubrovnik. Sie machen mir Lust, im nächsten Jahr das Festival in meinen Terminkalender einzuplanen. Diese Stadt hat schon auf den Bildern ein besonderes Flair und ist mit Sicherheit einen Besuch wert.

Just watch the Movie Noseland: The Movie ist eine Low-Budget-Produktion, die andere Filme mit stärkerer Finanzierung alt aussehen lässt. Was Igudesman und der junge Filmemacher Sebastian Leitner auf die Beine gestellt haben, ist wirklich bewundernswert. Momentan läuft der Film mit großem Erfolg auf Festivals. Seine österreichische Uraufführung findet am 14. Oktober um 17.30 Uhr auf dem 1. Tyrolean Independent Film Festival in Innsbruck statt. Das erste Mal in Deutschland wird der Film im November in Köln auf dem exposed Festival für erste Filme zu sehen sein. Für den genauen Termin in den nächsten Tagen auf der Homepage vorbei schauen.

Und wer gerne wissen möchte, woher der Film seinen überaus passenden Titel hat: selbst anschauen 😉

 

 

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Vorschau: Noseland

Bei Facebook bin ich auf einen absolut genialen (zumindest dem Trailer nach) Film gestoßen: Noseland, eine Mockumentary von Aleksey Igudesman und Sebastian Leitner über klassische Musik. Auf der Webseite des Films findet sich die Synopsis in Englisch:

Noseland is a humorous ode to the world of classical music and some of its star musicians. Although it is a feature length documentary, it crosses genres into fiction and comedy.The world famous violinist with a nose fetish, Julian Rachlin, takes over the town of Dubrovnik, Croatia, every year to bring together some of the world’s greatest musicians, actors and composers and create a unique two week long classical music festival. His oldest friend, the violinist, composer and „wanna-be“ filmmaker Aleksey Igudesman offers to make a documentary film that will take an „inside look“ at this „fairytale“ festival but things seem to go wrong pretty much from the start.Finding himself in the role of a somewhat oblivious producer, Rachlin watches the documentary fall apart in front of his eyes, as Igudesman manages to offend every one of the artists he interviews. By the time John Malkovich starts ranting about how much Rachlin „sucks“ and all classical musicians are depicted as „gay“, Rachlin realizes that this is not quite what he expected.A mix between being boldly sincere and outright ridiculous, questions like „What does a conductor actually do?“ and „Why does anyone come to a music festival in the first place?“ fail to be answered in the most eloquent way. The extraordinary classical music, performed by some of today’s greatest musicians, mingled with hilarious moments of film making failure evoke utter bewilderment in Rachlin.

In the end, Aleksey Igudesman makes Sir Roger Moore cry on camera and Julian Rachlin fear for his future, not only as a classical soloist…

Der Film lief gerade mit großem Erfolg auf dem 47. Karlovy Vary International Film Festivalund kommt hoffentlich auch bald nach Deutschland. Klassische Musik braucht ein wenig Abstand von der Ernsthaftigkeit ;-)Sehenswert ist auch der Wrap Rap 🙂

Ich wünsche mir, dass dieser Film auch bald in Münchner Kinos gezeigt wird!

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