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Frisch eingetroffen: Stefan Frey – Dem Volk zur Lust und zum Gedeihen: 150 Jahre Gärtnerplatztheater

»Dem Volk zur Lust und zum Gedeihen« lautete 1865 der Zimmermannsspruch zum Richtfest des Münchner Gärtnerplatztheaters. Und dem Volk blieb es seitdem verpflichtet, wenn sich das Repertoire in den letzten 150 Jahren auch kontinuierlich änderte: von Posse und Bauernkomödie über Operette und Musical bis hin zu Ballett und zeitgenössischer Oper. Bis 2016 wird das Haus umfassend saniert. Seine wechselvolle Historie zeigt dieser reich bebilderte Band zum 150. Geburtstag.

Prachtband zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 16. Januar bis 10. April 2016 im Deutschen Theatermuseum gezeigt wird.

 

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Ring-el-reihen – Von der Welt Anfang und Ende im Münchner Theatermuseum

Neuestes Goldiges aus dem Rhein

Neuestes Goldiges aus dem Rhein

Zum Wagnerjahr will auch das Münchner Theatermuseum nicht abseitsstehen und bietet dazu eine Ausstellung über den Ring in München.

Informativ, multimedial und überschaubar wird dabei die (Inszenierungs-)geschichte der Tetralogie vor allem anhand der Münchner Aufführungen beleuchtet. Anhand von Skizzen, Drucken, Photos und Dokumenten kann die frühe Darbietungsweise – noch ohne Regie und dem Werk vollkommen verpflichtet – nachvollzogen werden. Alles Neuere seit Chéreau wird dank Videoeinspielungen bildlich spürbar und ein ganzer Raum ist dem sensationellen 21.Hundertring von Kriegenburg aus dem letzten Jahr gewidmet. Zudem wird erinnert, wie knapp München vor einem Semperschen Festspielhaus stand, dass wir den Dresdner nun dennoch gerne gönnen.

Die Erkenntnisse sind interessant. Bereits Wagner, nicht nur werkvergessener Regieneuling, ließ symbolisch Bühnenzaubern. Anhand eines Diaprojektors flogen seine Walküren durch die Lüfte (Turandot macht‘s heute in 3D wenig anders), die Rheintöchter wurden bereits zur Uraufführung in Bayreuth in Schwimmwagen durch einen aufwendig fingierten Rhein gefahren (keinem Mähdrescher wie im Elisir) und bereits in den 90 Jahren des 19. Jahrhunderts begann man mit massiver Abstraktion, Versinnbildlichung weg vom nordischen Fasching. Dokumentationen der wegweisenden Wieland Wagner-Interpretation erscheinen dabei in einer linearen Reihe der Interpretation des Monstrums Ring zu einem allgemeingültigen (geretteten?) Gehalt. Versuche der russischen Symbolisten, Designs im Stile der amerikanischen Architektur der Zwanziger und schließlich die große Industrialisierungsparabel des Jahrhundertrings, sie werden aufeinander bezogen und legitimieren sich im Reiben an der Vorlage.

Darauf folgen die neuerlichen Versuche. Jossi Wielers hinterkünftiger Stuttgarter Ansatz mit seinem abgründigen Kindersaal (im Modell) bis zu Wernicke, der in Zusammenarbeit mit Nike Wagner einen Bayreuther Ring in München inszenierte. Neben Goldfischen und viel Ausgehgarderobe sieht hier der Zuschauer Bayreuth, die Tribüne, die Bussibussipremierenpublikumsbesetzung und das Symbol Bayreuth mit ihrem gesamten Gschmäckle, das bis heute massiv nachwirkt. Bis zu seinem frühen Tod inszenierte Wernicke damit gescheit mehr die Rezeption als den Ring selbst. Über Alden und seinem vom – bereits Franze-berüchtigten – Münchner Publikum gehasstem Popart-Spaß-Ring wird gezeigt, welche Probleme dieser Ring bereiten kann und wie sehr einige versuchten die Größe zu verlächerlichen, zu verkleinern, um ihm habhaft zu werden. Ein Vorwurf, den man sicherlich auch dem überselbstreferenziellen Castorf dieses Jahr machen muss.

Die Besetzungen verdeutlichen dagegen die Kontinuitäten großer Sängerkarrieren und Münchner Lieblinge (Schnaut, Maier,u.a.) bis zu Kriegenburg und den durchaus durchwachsenen Kritiken seiner Fassung von 2012. Im Spiegelbild und Vergleich dieses Ringelreihen zeigt sich die Größe und Perfektion und die Steigerung einer langen, wichtigen Ringgeschichte in München.

Noch bis zum 20. Oktober täglich außer Montag, 10.00-16.00 Uhr

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