Archives

  • 2018 (54)
  • 2017 (80)
  • 2016 (37)
  • 2015 (62)
  • 2014 (68)
  • 2013 (141)
  • 2012 (152)
  • 2011 (163)
  • 2010 (181)
  • 2009 (280)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Sabine Weigand – Die Tore des Himmels

In ihrem sechsten Roman Die Tore des Himmels zeichnet Sabine Weigand ein faszinierendes Porträt einer starken Frau im Kontext einer ganzen Epoche.

Elisabeth kommt als Vierjährige an den Hof des Markgrafen von Thüringen. Sie ist mir Hermann verlobt, der später einmal Landgraf werden soll. Ihre einzige Vertraute ist Gisa, eine Waise aus dem niederen Landadel. Nach dem Tod von Hermann heiratet sie seinen Bruder Ludwig, der ihr schon immer nahe stand. Elisabeth ist sehr religiös und sieht ihre Aufgabe in karitativen Handeln. Doch die Almosen stoßen nicht überall auf Gegenliebe und mit ihrem kompromisslosen Handeln macht sie sich nicht nur Freunde. Gisa versucht sie zu beschützen und muss bald selbst um ihr Leben fürchten.

Das ist eines der wenigen Bücher, wo ich die Hauptfigur zwar faszinierend finde, sie aber nicht mag. Freundinnen wären wir sicher nie geworden. Dazu ist sie mir zu hart, gegen sich selbst und auch gegen andere. Sicher versucht sie nur Gutes zu tun, aber hier bewahrheitet sich mal wieder der alte Spruch “gut gemeint ist nicht gut gemacht”. Sie vernachlässigt sogar ihre Kinder, um sich ganz ihren vermeintlichen oder realen Aufgaben zu widmen. Sabine Weigand zeichnet sie aber trotzdem menschlich, sonst hätte ich das Buch vermutlich irgendwann entnervt in die Ecke geworfen. Vor allem die Sichtweise von Gisa, ihrer Vertrauten, trägt dazu bei. Der Gegenpol dazu ist die Sichtweise von Primus, einem Bettlerjungen, der seine Familie irgendwie durchbringen möchte. Durch ihn erfährt der Leser die Armut und den Hunger, der zu Lebzeiten Elisabeths herrschte, die sie zu bekämpfen versuchte und damit vielleicht sogar noch verschlimmerte. Ein interessanter Aspekt des Romans ist auch das Aufkommen der Katharer, die man ja eher von ihrem Niedergang her kennt.

Sabine Weigand erweckt sowohl die historischen wie auch die fiktiven zum Leben, vermischt beides so lange, bis man es nicht mehr unterscheiden kann. Sie beschreibt so plastisch, dass man die Gerüche in der Nase hat und die Bilder vor dem geistigen Auge entstehen. Sie hat sich nach Die Seelen im Feuer und Die silberne Burg wieder eines schwierigen Themas brillant angenommen.

 

Ähnliche Artikel

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  

  

  

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.