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Nicole C. Vosseler – Jenseits des Nils

Leidenschaftlich erzählt, mit großer Liebe zur Geschichte und zu ihren Figuren, zieht Nicole C. Vosseler auch mit ihrem neuesten Roman Jenseits des Nils den Leser in ihren Bann.
Neun junge Menschen, denen alle Wege offen stehen. Die Pläne machen, ihren Pfad vor sich sehen. Doch dann schlägt das Leben zu. Manchmal erbarmungslos, manchmal liebevoll. Neun junge Menschen, die mit überschäumender Lebensfreude gestartet sind und sich in eine Zeit prallen Lebens stürzen. Fünf Absolventen der Elitemilitärakademie Sandhurst und vier junge Damen aus befreundeten oder verwandten Familien genießen einen letzten unbeschwerten Sommer in Surrey, bevor die jungen Männer ihren Militärdienst antreten müssen. Man verlobt sich, offen oder heimlich, und die Hoffnung auf das Glück begleitet die Soldaten zu ihrer ersten Stationierung. Doch aus den Wochen werden bald Monate, gar Jahre. Und wer nicht immer ungetrübte das Glück hat, am Ende heimzukehren, findet nichts vor wie es war.
Für den Leser ungewohnt ist die Anzahl von insgesamt neun Hauptfiguren, doch die liebevolle Charakterisierung von Nicole C. Vosseler lässt einen schon bald das Gefühl haben, Teil dieses Freundeskreis zu sein. Ich war mit ihnen in diesem Sommer 1881 in Surrey unterwegs, habe zugesehen, wie sich Grace und Jeremy verliebt haben und die Verlobung von Cecily und Royston bekannt gegeben wurde. Habe mitgewartet auf den Einsatz, auf den Brief vom Bruder oder Liebsten. Habe mitgelitten in der Schlacht und mich mitgefreut, wenn alles gut überstanden war. Habe geweint, wenn mir danach zumute war. Geweint um diese neun unbeschwerten jungen Leute, die nicht das Leben leben durften, das sie sich erträumt hatten.
Wie schon in ihren vorhergegangenen Büchern, zeichnet Nicole C. Vosseler ein lebendiges, farbenreiches Bild mit ihren Worten. Sie nimmt den Leser genau dahin mit, wo es weh tut. Mitten in die entscheidende Schlacht des Mahdi-Aufstandes, mitten in die Wüste, wo die Zunge wie Sandpapier am Gaumen klebt. Sie schont den Leser nicht, aber das Leben hat diese neun jungen Menschen auch nicht geschont. Die Schauplätze wie Surrey oder der Sudan zur Zeit Königin Victorias springen förmlich von der Seite und lassen einen den kühlen oder heißen Wind im Gesicht spüren.
Ein ungewöhnlicher Roman, der mich mitgenommen hat, in jeder Bedeutung des Wortes.

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